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Buchcover für Halbtier!

Halbtier!

Roman. Reclams Klassikerinnen – Ein faszinierender Roman über Selbstbestimmung und Befreiung

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Erscheinungstermin 15.10.2025 | Archivierungsdatum 08.12.2025


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Zum Inhalt

Eine Frau sieht rot

Die eigenwillige Isolde wächst im Haushalt eines autoritären, mittellosen Künstlers auf und wird, gegen alle Widerstände, selbst Künstlerin. Sie kämpft für ihr Recht, Kind und Arbeit zu vereinen – ein revolutionärer Ruf nach weiblicher Selbstbestimmung. Doch das Patriarchat zermürbt sie. Nachdem ihr einstiges Idol Mengersen sie sexuell belästigt, erschießt sie ihn schließlich, bevor sie selbst den Freitod wählt.
Mit psychologischer Schärfe sprengt Halbtier! gesellschaftliche Konventionen und begründete Helene Böhlaus Ruf als feministische Schriftstellerin, von dem sie sich später distanzierte.

  • Eine Wiederentdeckung aus der Zeit der Jahrhundertwende
  • Ein Klassiker über Selbstbestimmung und Befreiung
  • Eine faszinierende weibliche Stimme

Eine Frau sieht rot

...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783150115497
PREIS 20,00 € (EUR)
SEITEN 203

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

4 stars
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4 stars

Im Zentrum steht Isolde, eine eigenwillige Frau, die im Schatten eines autoritären, mittellosen Künstlers aufwächst und sich gegen alle Widerstände ihren Weg als Künstlerin bahnt. Ihr Kampf gilt nicht nur der Kunst, sondern auch dem Recht, Mutterschaft und Beruf zu vereinen. Ein Aufschrei nach weiblicher Selbstbestimmung, der seiner Zeit weit voraus war. Doch die zerstörerische Kraft des Patriarchats hinterlässt Spuren: Erniedrigung, Missbrauch und die Erfahrung männlicher Macht führen Isolde in eine Spirale aus Gewalt und Verzweiflung. Als ihr Idol Mengersen sie sexuell belästigt, greift sie zur Waffe und vollzieht einen Akt der radikalen Befreiung, bevor sie selbst den Freitod wählt. Helene Böhlaus ist ein radikales Werk gelungen, das mit psychologischer Präzision und erzählerischer Wucht gesellschaftliche Konventionen sprengt. Beim Lesen muss man schon einiges aushalten können. Böhlau entwirft ein kompromissloses Porträt weiblicher Autonomie, das zugleich erschüttert und fasziniert. Die Sprache ist scharf, die Figuren komplex, die Handlung von bedrückender Intensität. Die Wiederentdeckung dieses Klassikers zeigt, wie aktuell die Fragen nach Freiheit, Körper und Selbstbestimmung geblieben sind. Eine faszinierende weibliche Stimme, die bis heute nachhallt. Für mich ist dieser Roman ein Klassiker über Selbstbestimmung und Befreiung. Sehr empfehlenswert.

4 stars
4 stars
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3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars

Ich mochte die feministische und gesellschaftskritische Komponente des Werkes, die sich ja auch schon im Titel des Buches versteckt. Trotz dessen hat mir die Geschichte selbst nicht viel gegeben. Ich konnte mich zwar mitunter in die weiblichen Charaktere hineinversetzen und deren Sorgen und Frust nachvollziehen, allerdings sind mir die Figuren bis zum Ende hin fast vollkommen fremd geblieben. Das Ende des Buches war für mich überraschend und unterhaltsam, sodass ich mein Leseerlebnis zumindest mit einem positiven Gefühl beendet habe. Würde ich das Buch weiterempfehlen? Ja, allerdings sollte man vielleicht nicht unbedingt den Klappentext vorher lesen, da dieser spoilert und eventuell falsche Erwartungen schürt.

3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
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3 stars
3 stars
3 stars
3 stars
3 stars

Zum Inhalt von Halbtier! werde ich hier nicht zu viel sagen. Das hat ja Reclam schon im Klappentext getan, wo einfach das ENDE GESPOILERT wird!? WARUM? Klar, das Buch hat schon 125 Jahre auf dem Buckel, aber es hat trotzdem noch nicht jeder gelesen, und viele wollen es einfach spoilerfrei lesen!
Es geht um Isolde, die ihren Weg in einer furchtbar misogynen Gesellschaft sucht. Sie wird als geringer angesehen und benachteiligt, bekommt z.B. im Gegensatz zum Bruder kein Fleisch zu essen. Sie (und ihre Mutter) müssen sich von ihm auch alles gefallen lassen. Der Vater ist ein Ekel, der seine Frau wie eine Sklavin herum jagt. Generell sind alle Männer hier Ekel, was aber “normal” ist und sich so gehört, denn Frauen sind ja geistlos, dumm, gerade etwas mehr als ein Tier - ein Halbtier eben: "... Das Weib ist eben Weib. Wenn's net Weib genug ist, um nur Weib zu sein, soll man's totschlagen..."

Ich tat mich anfangs etwas schwer, in die Geschichte reinzukommen, da erst mal gar nicht viel passierte, außer dass derartige herabwürdigende Aussagen aneinandergereiht wurden. Und dann tauchten plötzlich viel mehr Personen auf, von denen man nicht genau wusste, wer die denn sind, mit ebensolchen Aussagen. Aber als Isolde dann in den Vordergrund trat, wusste ich, jetzt wirds gut: "... >Etwas hartmäulig noch<, dachte der Schriftsteller in seiner Pferdesprache, die er mit Vorliebe bei Beurteilung von Frauen anzuwenden liebte. Übrigens wusste er weder von Frauen noch von Pferden etwas Nennenswertes..."

Ihre Entwicklung von einem jungen, unangepassten Mädchen zu einer scharfsinnigen Beobachterin und Kritikerin der Gesellschaft, in der sie leben muss, ist wunderbar beschrieben.
Sie beobachtet, wie ihre Mutter und Schwester in ihren Ehen zugrunde gehen, wo sie von hasserfüllten Männern klein gehalten werden und gerade mal als Gebärmaschinen und Haushälterinnen geduldet werden. Als sie später die Geliebte ihres Bruders trifft und dessen Gleichgültigkeit ihr gegenüber nicht nur herzzerreißend ist, sondern macht mich auch super aggressiv.
Isolde möchte ein eigenständiges Leben führen, geliebt und gesehen werden. "... Das aber wusste er nicht, dass unter den Frauen auch freie Geschöpfe leben, freier, als je ein Mann frei ist, mächtige Seelen..."

Das Nachwort von Helene Falk fand ich super interessant, da sie als Urenkelin der Autorin spannende Einblicke in ihr Leben geben kann.

Trotzdem frage ich mich, wie realistisch das Buch die Gesellschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts darstellt? Waren die Männer wirklich so grausam oder wird es im Buch überspitzt dargestellt (was ich nach längerem Nachdenken nicht glaube, da es auch heutzutage genügend Männer gibt, die Frauen als minderwertig sehen)? Hierzu hätte ich mir eine genauere Einordnung gewünscht.
Auch zu den nicht nur misogynen, sondern auch zu dieser Zeit bereits keimenden nationalsozialistischen Gedankengut (es fällt des Öfteren der Rassebegriff oder es wird über die “deutsche Frau” etc gesprochen) wäre ein Kommentar interessant gewesen.

Es gibt auch einen Anhang, in dem einige Wörter erklärt wurden. Es hat mich furchtbar genervt, dass er so dürftig war. Ich musste doppelt so viele Bezeichnungen nachschlagen, wie im Anhang erklärt wurden. Dafür kannte ich einige der Begriffe im Anhang. Dieser Anhang ist nix halbes und nix ganzes… passend zum Titel: ein Halbanhang!

3 stars
3 stars
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5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

„Halbtier!“ liest sich nicht leicht, aber legt den Finger in eine immer noch schwärende Wunde. Es ist dennoch eines der besten Bücher gewesen, die ich in diesem Jahr lesen durfte!

In dem Buch begleiten wir Isolde, eine junge Frau, die schon sehr früh weiß, was sie will und interessiert. Leider stößt sie genau damit immer wieder gegen die Grenzen und Beschränkungen, die ihr ihr Geschlecht im späten 19. Jahrhundert auferlegt. Wie viele Frauen ihrer Zeit wächst Isolde in dieses System hinein, ohne es zunächst in Frage zu stellen.

Als sich Isolde in den Künstler Henry Mengersen verliebt, eskaliert die Geschichte endgültig. Mengersen nutzt Isoldes Bewunderung gezielt aus, um Macht über sie zu gewinnen - emotional, körperlich aber auch sozial. Missbraucht und anschließend weggeworfen erscheint es als würde Isolde endgültig aufwachen und beginnt die patriachalen Strukturen nicht nur zu sehen sondern auch dagegen anzukämpfen.

Böhlau erzählt mit einer rohen Brutalität, wie Frauen in diesem System ausgenutzt werden. Hier gelten Frauen als Ressource oder notwendiges Übel. Sie haben hübsch auszusehen, den Haushalt zu führen, Kinder zu kriegen und v.a. natürlich dem Mann zu dienen. Eine eigene Meinung, die die Frauen auch noch kundtun? Um Gottes Willen, NEIN! Auf ewig dazu verdammt, die ihnen zugedachte Rolle zu erfüllen, ohne jemals selbst wirklich gesehen und anerkannt zu werden. Dieser Roman macht wütend und gleichzeitig auch unfassbar traurig und bedrückt.

Am Ende steht Isoldes Freitod. Diese Entscheidung wirkt weniger wie Selbstermächtigung sondern eher wie die bittere Erkenntnis, dass innerhalb dieser Gesellschaft kein Raum für weibliche Autonomie existiert. Der Roman bietet keine Lösung, keinen Ausweg, kein tröstliches Narrativ, sondern zeigt Zustände und überlässt das Urteil den Lesenden.

„Halbtier!“ ist ein absoluter Klassiker des Feminismus, den man selbst gelesen und erlebt haben muss.

5 stars
5 stars
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4 stars
4 stars
4 stars
4 stars
4 stars

Dieses Buch war für mich keine einfache Lektüre. Zwar ist der Schreibstil an die Moderne angepasst, dennoch ist er deutlich von der Sprache und dem Denken des 19. Jahrhunderts geprägt, was den Einstieg zunächst erschwert.

Hat man sich jedoch erst einmal eingelesen, lohnt sich Halbtier sehr. Der Roman erweist sich als eindrucksvoller feministischer Klassiker.

Im Mittelpunkt steht Isolde, eine junge Frau und Freigeist, die trotz schwieriger Umstände ihren eigenen Weg geht. Mit einem mittellosen Künstler als Vater wächst sie in einer Umgebung auf, in der weibliche Intelligenz kaum Anerkennung findet. Dennoch wird sie selbst Künstlerin. Aus Bewunderung für dessen Kunst nähert sie sich Henry Mengeseren, doch das erhoffte Glück bleibt aus. Während er geistige Tiefe in der Kunst schätzt, bevorzugt er privat eine Frau, die sich unterordnet und sich nicht in die Gespräche der Männer einmischt.

Isolde lebt fortan innerlich distanziert von ihrer Familie und betrachtet ihren Alltag mit einem beobachtenden, oft schmerzhaften Blick. Sie erlebt die zusehende Zermürbung ihrer Mutter durch ihren Vater und das Leid ihrer Schwester, bis sie schließlich ein Ventil für ihre Gefühle findet und sich aus der Gefangenschaft patriarchaler Machtstrukturen befreit.

Das Buch ist stellenweise brutal, wütend machend und schwer auszuhalten. Betrachtet man die Zeit, in der es geschrieben wurde, wird deutlich, wie extrem eingeschränkt die Möglichkeiten von Frauen damals waren. Frauen wurden oft nur als notwendiges Übel gesehen -zuständig für Haushalt und Kinder, während die Männer außer Haus ihren anspruchsvollen Geschäften oder ihren Vergnügungen nachgingen.

Man spürt die Hoffnungslosigkeit, die Isolde zunehmend ergreift, je mehr sie erlebt, wie Frauen in ihrer nahen Umgebung behandelt werden - sei es durch ihren Bruder, ihren Vater oder den vormals angebeteten Künstler. Zwar befreit sie sich aus dem Gefängnis der Männer in ihrer Umgebung, doch wirkliche Freiheit scheint ihr nur im selbstgewählten Tod möglich zu sein.

Halbtier ist ein Buch, das nicht mit einer Lösung oder einem Happy End aufwartet.

Ja, wir sind heute viel weiter, aber noch lange nicht weit genug.



Vielen Dank dem Reclam Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar

4 stars
4 stars
4 stars
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5 stars
5 stars
5 stars
5 stars
5 stars

Das Buch erschien erstmals 1899. Also vor 127 Jahren. Der Reclam Verlag hat es jetzt neu aufgelegt, was sehr anerkennenswert ist. Denn das Thema des Romans hat (leider) nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Es gibt etliche Bücher, die auch nach vielen Jahrzehnten nicht an Wert verloren haben und es verdienen, gelesen zu werden. Das gilt für einige Bücher von Helene Böhlau. Allerdings zählen ihre Romane nicht zu jenen Werken, die noch heute einer breiten Leserschaft bekannt sind. Dabei war sie zu ihren Lebzeiten eine vielbeachtete Schriftstellerin, die von den Einnahmen das Leben ihrer kleinen Familie finanzieren konnte.
„Die Schriftstellerin Helene Böhlau emanzipierte sich schon früh von den Vorstellungen der Eltern, welche Stellung eine Frau in der Gesellschaft einzunehmen hatte. Schreiben war für sie ein Akt der Befreiung, aber auch der Emanzipation und der ökonomischen Selbstständigkeit. Sie gestaltete ihr Leben in ihrem Sinne. So galt sie in München als Kämpferin der bürgerlichen Frauenbewegung, ohne sich von dieser vereinnahmen zu lassen“, heißt es auf #female heritage der Münchner Stadtbibiothek (Monacensia).
Der Reclam Verlag nennt das Buch einen Klassiker über Selbstbestimmung und Befreiung und fest: „Mit psychologischer Schärfe sprengt Halbtier! gesellschaftliche Konventionen und begründete Helene Böhlaus Ruf als feministische Schriftstellerin, von dem sie sich später distanzierte.“ Gründe, die es auch heute noch lesenswert machen.
Aber wer war die Frau, die als „Kämpferin der bürgerlichen Frauenbewegung“ in Deutschland galt? Ihr Leben ist so spannend wie ein Roman. Allein das Nachwort ihrer Urenkelin Helene Falk in „Halbtier!“ ist hochinteressant. Ich musste aber noch mehr wissen. Dazu mehr im

>> Porträt über Helene Böhlau.

Fazit
Das Buch ist nicht einfach zu lesen. Das liegt zum einen am Sprachstil der Vergangenheit, der für heutige Leser/innen manchmal umständlich oder gestelzt wirkt. Dazu kommt, dass Helene Böhlau lange Zeit in Bayern gelebt hat und dies in der Wortwahl deutlich wird – was es für einen Norddeutschen zusätzlich kompliziert macht. Man muss sich erst einlesen, das dauert eine Weile. Dafür würde ich vier Sterne geben.
Doch dann entwickelt die Handlung Sogkraft. Wer sich für die Geschichte der Frauenbewegung und die Rolle der Frau interessiert, sollte dieses Buch zur Hand nehmen. Daher fünf Sterne.


Dazu noch ein Porträt über Helene Böhlau
https://meehr-lesen.de/2026/04/11/portraet-helene-boehlau-1856-1940/

5 stars
5 stars
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