Alles ganz schlimm
Roman
von Julia Pustet
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Erscheinungstermin 02.10.2025 | Archivierungsdatum 27.10.2025
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Zum Inhalt
Die irrationale Konsistenz der Unzuverlässigkeit Stehenbleiben, wenn die Welt rast Endlich angekommen – oder? Susanne hat ihre Zwanziger überlebt, sich ein Leben aufgebaut, eigentlich läuft alles...
Vorab-Besprechungen
„,Alles ganz schlimm‘ zu lesen ist wie ein wenig zu schnell über leere, regennasse Landstraßen zu fahren, dabei laut Musik zu hören und eine Zigarette nach der anderen zu rauchen, rasant und melancholisch zugleich (wie das Leben eben so ist).“ (Ronya Othmann)
„Julia Pustets verschlungener Milieu-Roman weiß eines schmerzlich genau: Kritik ist auch nur ein Test der Liebe. Und so findet sie auch im härtesten Sucker Punch der Verhältnisse, was in Deutschland schon immer fehlte, die zarte Freiheit linker Melancholie.“ (Jonathan Guggenberger)
„Nach diesem Buch kommt einem das eigene Leben gar nicht mehr so schlimm vor. Danke!“ (Svea Mausolf)
„,Alles ganz schlimm‘ zu lesen ist wie ein wenig zu schnell über leere, regennasse Landstraßen zu fahren, dabei laut Musik zu hören und eine Zigarette nach der anderen zu rauchen, rasant und...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783709982563 |
| PREIS | 25,90 € (EUR) |
| SEITEN | 300 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 1862094
So lange habe ich auf diesen Roman gewartet. Warum? Weil mir insbesondere die politischen Analysen de Autorin schon sehr häufig die Denkanstöße gegeben haben, die ich in Zeiten, in denen Medienkompetenz gelegentlich Mangelware ist, vermisst habe. Entsprechend groß waren meine Erwartungen und sie wurden keinesfalls enttäuscht. Unerwartet ist definitiv der hochkomplexe Schreibstil, der mir für politische Inhalte mehr als taugt, der mir in Romanform allerdings die übliche Lesegeschwindigkeit genommen hat. Auch der Aufbau der Geschichte, die Einführung der Figuren ist zu Beginn hochkomplex, dass zumindest ich einige Seiten brauchte, um die Fäden zusammenzuführen. Aber wie es sich lohnt! Zu sagen, dass es inhaltlich um Konkurrenz, Social Media, Mobbing und sexualisierte Gewalt geht, wird der Storyline des Buches definitiv nicht gerecht und doch sind es die Themen, um die sich hier viel dreht, eingebettet in zahlreiche wortreiche Diskussionen, die immer wieder die politische Einordnung verlangen. Nichts für schwache Nerven, aber einen wachen Geist!
Es zieht einen sofort in die Geschichte hinein und in eine ungewöhnliche Freundschaft: Zwei Menschen, die sich eigentlich nicht mögen und doch nicht ohneeinander können. Der Prolog ist sehr spannend und fesselnd. Das erste Kapitel wirkt dagegen etwas ausschweifend – wenn auch schön erzählt – und hinterlässt ein Gefühl von Orientierungslosigkeit. Davon abgesehen begibt man sich jedoch in eine intensive Geschichte voller Höhen und Tiefen. Ein Abtauchen, das sich lohnt.
Story 🌟🌟🌟🌟
Stellt euch vor ihr schreibt ein Essay und schickt ihn eurer Freundin, die ihn als ihren veröffentlicht. Als ihr sie darauf anspricht, fängt sie an euch zu verleumden, alle eure Freunde hassen euch wegen ihrer Lügen und am Ende seit ihr die Verrückte, die Böse.
Ich muss ehrlich sagen, hätte ich den Prolog nicht gehabt, hätte ich zu 70% nicht gewusst was das Buch von mir will. Wir sind durch Zeiten und Momente gesprungen, haben Artikel und Briefe gelesen und uns Susi angeschaut, die ein komplettes Chaos ist - von Klapse bis zu einem italienischen Päuschen bei ihrer Oma.
Fand ich am Ende die Handlung interessant? Definitiv. Aber sich durch das Chaos zu kämpfen, fühlt sich manchmal sehr anstrengend an.
Charakter 🌟🌟🌟🌟
Susi ist ein komplexer, intelligenter Charakter, die talentiert ist in mehreren Dingen, aber besonders darin ein für mich unangenehmer Hauptcharakter zu sein.
Sie hatte eine abwehrende Haltung, leichte Aggressionen und wenig Selbstreflexion. Außerdem war sie sprunghaft in ihren Gefühlen und Taten, was ihre Beziehungen beeinflusst hat und auch die Handlung durch ein Chaos gezogen hat, dem man kaum hinterherkommen konnte.
Mochte ich Susi? Auf keinen Fall.
Mochte ich ihre Briefe und Artikel? Ja. Sie ist eine extrem gute Autorin.
Ansonsten war das Buch voll mit aggressiven Vätern und Brüdern, die auch mal ihre Fäuste verwenden, falschen Freundinnen (außer Cordula) und merkwürdigen Lovern (außer Oskar, schätze ich).
Beziehungen 🌟🌟🌟🌟
Susi war unglaublich anstrengend und nicht nur während dem Lesen, sondern auch als Partnerin und Freundin. Sie war extrem selbstbezogen und hat sich sehr oft als Opfer dargestellt.
Natürlich war sie eindeutig in mehreren Situationen die Leidtragende, aber sie hat sich diese Haltung verinnerlicht und fast bis zum Ende durchgezogen.
Ihre Freundinnen waren nicht wirklich Freundinnen, das Telefonat mit Trixi hätte ich nach dem ersten hochgeschwollenen Psycho-Fachgerede beendet und der Rest… naja.
Die Typen die sie sich aussuchte waren allesamt schräg und Oskar, der einzige der verrückt war, aber normal klang, war… naja wenn man es liest weiß man was mein Problem ist.
Die Geschwister Beziehung war extrem komplex, beschützerisch - aber auch distanziert.
Von den Eltern will ich gar nicht erst anfangen.
Alles in allem sehr schöne Darstellung von komplexen Beziehungen, die mir fast allesamt extrem anstrengend und auslaugend vorkamen.
Schreibstil 🌟🌟🌟
Was eindeutig eine leichter verständliche Struktur haben könnte, war voller Chaos, Zeitsprünge, die nicht immer so leicht erkennbar waren.
Dennoch fand ich die Handlung immer wieder spannend, sodass ich weiter gelesen habe. Ich hoffe das Endbuch ist strukturierter zumindest was die Kennzeichnung von Abschnitten angeht.
Die Kapitel sind unglaublich lang meiner Meinung nach, aber was eindeutig gut war, war der Schreibstil.
Humorvoll, mitreißend, schonungslos
Als Susanna in einem Anflug aus Leere und Getriebenheit, über ihre längst vergangene Zeit als Prosituierte schreibt, ahnt sie noch nicht was dieser in Gang setzen wird. Eine Freundin und ehemalige Gefährtin veröffentlich den Text und gibt ihn als ihren eigenen aus. Es folgen Zerwürfnisse, Shitstorms und jede Menge Schmerz…
Dieses Buch ist vor allem eins: schnell. Der Stil ist besonders, mitreißend und laut, der Roman ist, vor allem durch seine Geschwindigkeit, Zeitsprünge und teils atemlose Sätze, durchaus anspruchsvoll zu lesen. Aber es lohnt sich dranzubleiben
Julia Pustet zeichnet in ihrem Debüt nicht nur faszinierende, vielschichtige Charaktere und komplexe Beziehungen, sie behandelt auch viele wichtige Themen wie u.a. schmerzhaften Familienkonstellationen, Freundschaft, zunehmende Politisierung, sexualisierte Gewalt oder Soziale Medien. Vor allem aber fängt sie die Konflikte und die generelle Ambiguität unserer Zeit und Gesellschaft hervorragend ein.
Fazit: „Alles ganz schlimm“ ist ein tolles Debüt, humorvoll und bissig, mit viel Tempo und noch mehr zum Nachdenken über unser Miteinander und wer wir sein wollen – unbedingt lesen!
Die Geschichte startet mit einem starken Prolog, der mich sofort begeistern konnte. Danach forderte sie jedoch meine volle Aufmerksamkeit, da ich mich in etwas hineingeworfen fühlte, was ich noch nicht greifen oder einordnen konnte. Thematisiert wird eine sehr außergewöhnliche Freundschaft. Strukturlose Zeitsprünge, welche ich als solche nicht sofort erkennen konnte, ließen mich immer wieder die Orientierung verlieren und bremsten meine Lesegeschwindigkeit enorm. Dennoch war der Schreibstil und die Handlung selbst, so intensiv und spannend, dass ich am Ball bleiben wollte. Ich fühlte mich ein wenig wie in einem Quentin Tarantono Film oder in einem Rausch.
Susi ist als Protagonistin höchst interessant aber ich empfand sie auch anstrengend und unsymphatisch. Selbstreflexion und charakterliche Entwicklung sucht man bei ihr vergebens. Vielmehr ist sie sehr sprunghaft und egoistisch, gleichzeitig aber auch intelligent und komplex.
Am Ende hat mir die Geschichte dennoch gut gefallen, da sie so anders ist. Sie erfordert aufmerksames Lesen und starke Nerven. Dafür wird man am Ende mit einer sehr intensiven Geschichte belohnt, die inhaltlich wahrlich ganz schlimm ist.
Susanne hat ihre Zwanziger überlebt, sich ein Leben aufgebaut, alles läuft eigentlich ganz gut. Innerlich brodelt es bei ihr aber gewaltig. Die Vergangenheit als Prostituierte, lange verdrängt, wird zum Zentrum eines Textes, den sie als Selbsttherapie schreibt. Eine Freundin stiehlt diesen und als ihren veröffentlicht und sich damit nicht nur ihre Gedanken, sondern auch ihr Trauma aneignet. Es beginnt ein öffentlicher und persönlicher Albtraum, Shitstorms, Verrat, Entfremdung. Die Frage, wem ein Trauma gehört, wird zur existenziellen Bedrohung. Die Suche nach Halt in der Familie entpuppt sich als Rückkehr an den Ursprung des Zerbruchs. Beim Lesen dieses sehr guten Romans wird man schnell in die Geschichte hineinversetzt. Die innere Zerrissenheit der Protagonistin ist spürbar. Die Sprache ist pointiert, manchmal etwas schroff, und dann wieder zärtlich. Man hält manchmal beim Lesen inne, um nachzudenken. Dieser Roman ist geprägt von mutig vielschichtig, Drama, Schmerz, Humor und ein tiefer Blick in die Dynamiken und Zerwürfnisse unserer Zeit. Für mich ein Roman, der nicht nur gelesen, sondern über den man diskutieren sollte. Er ist intensiv und absolut notwendig. Sehr zu empfehlen.
Eine Geschichte, die einen definitiv ans Herz geht. Wie schnell alles zerbrechen kann, wenn man glaubt alles im Griff zu haben, zeigt dieses Buch gabz gut. Ich hoffe sehr das jeder der da durch muss, den Silberschweif am Horizont zu sehen bekommt. Ganz klare Empfehlung für alle Herzensmenschen
Inhaltsangabe (Quelle :Amazon)
Die irrationale Konsistenz der Unzuverlässigkeit
Stehenbleiben, wenn die Welt rast
Endlich angekommen – oder? Susanne hat ihre Zwanziger überlebt, sich ein Leben aufgebaut, eigentlich läuft alles ganz gut. Doch irgendwie schleichen sich immer wieder Konflikte in ihre Freundschaften und Romanzen, entstehen Brüche und Intrigen, wird ihr Umfeld immer mehr zu einem Spielfeld, dessen Regeln sie nicht versteht. Das Gefühl der Leere lässt Raum für Erinnerungen, und Susanne beginnt, über ein lang vergessenes Kapitel ihrer jungen Erwachsenenjahre zu schreiben: ihre Zeit als Prostituierte. Der Text entwickelt ungeahnte Durchschlagskraft, als eine Freundin ihn stiehlt und als ihren veröffentlicht – und sich damit nicht nur ihre Gedanken, sondern auch ihr Trauma aneignet. Es folgen Gerüchte, Statements, Shitstorms, die Susanne schließlich zum Abbruch des Lebens bringen, das ihre innere Unruhe in Schach hielt. Bei ihrer Familie sucht sie Ruhe und Halt. Doch schleichend klopft die Befürchtung an, dass gerade hier der Ort liegt, der alles zum Zerspringen bringt …
Alles ganz schlimm von Julia Pustet
Dieses Buch hat mich auf eine ganz besondere Weise berührt, weil es das Chaos des Alltags mit einer Mischung aus Humor, Ehrlichkeit und einer großen Portion Selbstironie einfängt. Ich habe beim Lesen oft geschmunzelt, manchmal genickt und an manchen Stellen auch ein bisschen geschluckt, weil die Situationen so echt und nachvollziehbar beschrieben sind. Es steckt viel Wahrheit in diesen Seiten – über das Leben, über Erwartungen und über das eigene Straucheln, das wir alle kennen.
Was mir besonders gefallen hat, ist die ungeschönte Offenheit. Julia Pustet schafft es, Dinge beim Namen zu nennen, ohne dass es schwer oder deprimierend wirkt. Stattdessen entsteht dieses Gefühl von „Ja, genau so ist es“, das einen gleichzeitig zum Lachen bringt und Trost spendet.
Ein paar Abschnitte hätten für mich etwas kürzer oder pointierter sein dürfen, aber insgesamt hat mich der Ton so gut getragen, dass ich gern dabei geblieben bin. Am Ende bleibt ein ehrliches, witziges und tröstliches Buch, das zeigt: Alles ist vielleicht schlimm und gleichzeitig auch gar nicht so schlimm.
★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
INHALT
Klappentext und Cover sind super! Zu Beginn eine spannende Einleitung - es geht um Susanne. Eine junge Frau, die immer wieder in schwierige Beziehungen gelangt, sowohl in Paarbeziehung als auch Freundschaften. Sie schreibt einen Text zu ihrem Leben als Prostituierte, ihre Freundin Stella stibitzt ihn und gibt ihn als ihren eigenen aus. Als rauskommt, dass Stella ihn nicht geschrieben hat, beginnt ein Shitstorm; Stella suizidiert sich. Susanne fängt in der Psychiatrie an ihr Leben zu überdenken. Es geht um die Auswirkungen von Nachrichten und Hetzkampagnen in den sozialen Netzwerken, was richtigen sie kurz - und langfristig für die Opfer an.
EINDRUCK UND FAZIT
Inhalt und Text holen mich nach wie vor ab, allerdings fand ich das Buch ziemlich schwer zu lesen. An einigen Stellen blieben Dinge unklar, ich habe einige Kapitel fast gar nicht in den Zusammenhang bringen können. Man muss dran bleiben, es ist kein Buch für "nebenbei", wobei dieses Thema ohnehin kein Thema für nebenbei ist. Ich mochte Susanne als Protagonistin irgendwie, auch wenn ich sie an der einen oder anderen Stelle gern geschüttelt hätte. Die innerliche Zerrissenheit kann man spüren und lesen. Eine junge Frau die kaum Rückhalt und Trost findet, auf sich allein gestellt ist und bleibt. Ein gesellschaftlich relevantes Thema, schwierige Kost und dennoch lesenswert. Ein sehr intensives Erlebnis - bitte nicht vom Cover blenden lassen.
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