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Bestie
Über eine Freundschaft zwischen Inszenierung und Selbstfindung – klug, modern und emotional
von Joana June
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Erscheinungstermin 12.08.2025 | Archivierungsdatum 28.09.2025
Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #Bestie #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps
Zum Inhalt
Als Influencerin Anouk eine neue Mitbewohnerin sucht, sieht die unscheinbare Delia darin die perfekte Gelegenheit für einen Neuanfang. Sie zieht als Lilly ein und will endlich die werden, die sie immer sein wollte: eine selbstbewusste Bühnenautorin. Anouk wiederum glaubt, Lilly für ihre eigenen Zwecke nutzen zu können, und lässt sie immer mehr in ihr Leben. Schnell entsteht zwischen den beiden eine Beziehung, die beide dazu bringt, ihre Vorstellungen von Erfolg und Selbstverwirklichung zu hinterfragen - und die vielleicht sogar zu einer echten Freundschaft werden kann.
Als Influencerin Anouk eine neue Mitbewohnerin sucht, sieht die unscheinbare Delia darin die perfekte Gelegenheit für einen Neuanfang. Sie zieht als Lilly ein und will endlich die werden, die sie...
Verfügbare Ausgaben
AUSGABE | E-Book |
ISBN | 9783759600394 |
PREIS | 14,99 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Wow! Selten hat ein Roman mich von Seite eins an so sehr gefesselt. Die beiden Protagonistinnen Anouk und Delia haben mich so eingesaugt, sie ´haben sich so echt angefühlt und waren sehr facettenreich. Von Beginn an begleiten wir eine sehr spannende und vielschichtige zwischenmenschliche Beziehung, die zwischen den beiden entsteht und ich habe es so geliebt. Das Buch behandelt dabei so verschiedene Themen, insbesondere auch Abhängigkeiten und Vergleichen in Freundschaften, aber auch viele andere, die einen als junge Frau im Leben beschäftigen. Das Ganze passiert auf eine ganz einzigartige Weise, ich habe Joana Junes Schreibstil sehr geliebt und bin so im Buch versunken. Später kommen noch weitere Schichten und experimentellere Kapitel dazu und die fand ich so cool, ich war richtig geflasht.
Durch und durch ein wirklich tolles Buch und eine große Empfehlung.

Ein spannender Roman über Freundschaft, Identität und den schmalen Grat zwischen Selbst und Selbstdarstellung.
Der Roman zeigt, wie schnell man sich verlieren kann, wenn Likes wichtiger werden als echte Verbindungen. Und stellt die Frage: Wer bist du, wenn keiner mehr zuschaut? Dunkel, spannend, hochaktuell – zieht einen in einen Sog aus Anziehung, Misstrauen und digitaler Maskerade. Ein Pageturner mit Tiefgang.
Für alle, die psychologische Spannung lieben – und bereit sind, hinter die Fassade zu blicken.

⭐️⭐️⭐️⭐️☆ (4 von 5 Sternen)
Ein kluger, tiefgründiger Roman über Identität, weibliche Selbstinszenierung und die fragile Grenze zwischen Nähe und Abhängigkeit.
📝 Inhalt & Handlung
Die schüchterne Delia hat genug davon, im Schatten zu leben. Sie will sich neu erfinden – als „Lilly“, aufstrebende Bühnenautorin mit Charisma und Ausstrahlung. Ihre Chance kommt, als sie bei der bekannten Influencerin Anouk einzieht.
Anfangs wirkt alles wie ein perfekter Neustart: Lilly lässt sich von Anouks extrovertiertem Lifestyle mitreißen, taucht ein in eine Welt voller Social-Media-Glanz, freier Kreativität und Selbstinszenierung. Doch bald wird klar: Hinter Anouks Selbstbewusstsein lauern Unsicherheiten, Kontrolle und ein Hang zur Manipulation.
Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine komplexe, spannungsgeladene Beziehung – mal Freundschaft, mal Konkurrenz, mal Spiegelbild der jeweils eigenen Unsicherheiten. Je tiefer sie sich in das Leben der anderen einlassen, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Echtheit und Rolle, zwischen Selbstbestimmung und Anpassung.
🌟 Stärken des Buches
1. Aktuelles, relevantes Thema
„Bestie“ greift ein hochmodernes Thema auf: Selbstdarstellung in Zeiten von Social Media. Was bedeutet „echt sein“, wenn wir uns ständig selbst inszenieren? Wer sind wir ohne Filter, Hashtags und Likes? Die Geschichte stellt diese Fragen intelligent und ohne Moralkeule.
2. Spannende Charakterdynamik
Die Beziehung zwischen Lilly und Anouk ist der Herzschlag des Romans: toxisch, faszinierend, ambivalent. Joana June beschreibt sehr treffend, wie Nähe kippen kann, wie Machtgefälle entstehen – und wie zwei Menschen sich gleichzeitig bewundern und ausnutzen können.
3. Sprachlich stark und reflektiert
Junes Stil ist klar, pointiert, manchmal bissig und oft poetisch. Sie schafft es, innere Monologe und äußere Dialoge so zu verknüpfen, dass man tief in die Gedankenwelt der Protagonistinnen eintaucht.
4. Subtile Gesellschaftskritik
Ohne platt zu werden, thematisiert das Buch Klassenzugehörigkeit, weibliche Rollenbilder, Leistungsdruck, Kreativbranche und das Streben nach Anerkennung – sowohl offline als auch online.
⚠️ Kritikpunkte / Schwächen
Erzähltempo stellenweise zäh: Im mittleren Teil zieht sich die Handlung etwas. Die Dynamik zwischen den Figuren ist zwar intensiv, aber es fehlt gelegentlich an äußeren Entwicklungen oder klaren Wendepunkten.
Offenes Ende / Ambivalenz: Das Ende bleibt bewusst vage und könnte Leser:innen, die sich eine klare Auflösung wünschen, unbefriedigt zurücklassen – andere werden genau das als Stärke empfinden.
🎭 Themen & Motive
Selbstinszenierung vs. Authentizität
Weibliche Freundschaft – Konkurrenz, Bewunderung, Projektion
Soziale Medien und Identitätsbildung
Kreatives Schaffen und die Suche nach Stimme / Bühne
Machtverhältnisse in persönlichen Beziehungen
Der Wunsch, jemand anderes zu sein – und das Risiko dabei
📚 Fazit
„Bestie“ ist ein psychologisch fein gezeichneter, intelligenter Roman über weibliche Selbstfindung in einer Welt der Dauerbeobachtung. Wer bin ich wirklich – und wer will ich sein? Joana June führt diese Fragen an der Schnittstelle von Social Media, Kreativität und Intimität eindrucksvoll vor Augen.
Der Roman eignet sich perfekt für Leser:innen, die sich für zeitgenössische Themen mit Tiefgang, starke Figurenzeichnungen und gesellschaftliche Reflexionen interessieren.
🔖 Empfohlen für:
Leser:innen ab ca. 16 Jahren
Fans von zeitgenössischen, psychologisch tiefgehenden Romanen
Interessierte an Themen wie Selbstinszenierung, weibliche Kreativität und toxische Dynamiken
Leser:innen, die Serien wie Girlboss, I May Destroy You oder You mögen – mit weniger Thriller-Elementen, aber ähnlicher psychologischer Tiefe
⭐️ Gesamtbewertung: 4/5 Sterne
„Bestie“ ist ein starker, kluger Roman über das Ringen um Echtheit und Anerkennung – modern, schmerzhaft ehrlich und absolut lesenswert.

Ultra genialer Vibe
Es gibt so Bücher, die bewegen sich zwischen Realität und Fiebertraum und genauso ein Buch ist „Bestie“ für mich. Ich hab den Vibe der Geschichte so geliebt, die flirrende Atmosphäre Hamburgs und die ambivalenten Gefühle der Protagonistin die alles nur nicht sie selbst ist.
Ich finde Frau-Sein, beliebt sein, begehrt sein, einfach nur gewollt und gesehen sein- das alles wird hier richtig gut eingefangen. Die Geschichte hält dem schönen Schein von Social Media den Spiegel vor. Diese viel Schein, wenig Sein wird pointiert rübergebracht, kleine Episoden, kompromittierte Anekdoten, die unschönen Seiten des Leben wegretuschiert. Anouk inszeniert sich selbst
Auch die Dynamik von Frauen-Freundschaften wird hier beeindruckend wiedergegeben, das sich messen, abwägen, konkurrierend.
Im letzten Dritten nimmt das Buch eine seltsame Wendung, distanziert sich gefühlt von sich selbst, wird abstrakter, inhaltlich und von der Erzählweise her. Da wird nochmal eine ganz neue Dimension und Erzählebene eröffnet und ich weiß nicht so recht, ob mir das gefallen hat. Was mir dann aber wieder richtig gut gefallen hat war das letzte Kapitel, das Ende.
Insgesamt ein Buch, was ich sehr genossen hab und wo ich froh bin es entdeckt zu haben

Joana erzählt in so einer wunderschön bildlichen Sprache nicht nur die Geschichte einer Freundschaft, sondern vor allem eine Geschichte darüber, was es heutzutage bedeutet, jung und weiblich zu sein. Ich hab mich selten von einem Buch so verstanden gefühlt.

Bestie von Joana June ist wirklich klasse!
Jeder der ein Buch mit: Social Media, Lügen, Familienproblemen, „Fake“ Freundschaften, Theater uvm lesen möchte - ist bei dem Buch genau richtig.
Einige Situationen und Gedankengänge haben mich erstaunt, weil ich mich darin tatsächlich selbst wieder erkannt habe…
Ich glaube generell, dass dieses Buch perfekt für Menschen in ihren 20ern ist.
Man fühlt sich nicht ganz so alleine, wie man vielleicht manchmal denkt und sieht, dass es anderen auch so geht, wie einem selbst.
Einen Stern Abzug gibt es, weil es mich manchmal irritiert hat, aus welcher Sicht das Kapitel jetzt ist, obwohl der Name immer oben stand.

Der Roman erzählt die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Frauen: Anouk, eine erfolgreiche Influencerin, und Delia (die sich später Lilly nennt), eine unscheinbare, zurückhaltende junge Frau, die sich als Bühnenautorin neu erfinden will. Als Lilly bei Anouk einzieht, entsteht eine komplexe Beziehung: Anouk sieht Lilly als Projekt, doch langsam entwickeln beide ein feines Gespür füreinander. Gemeinsam hinterfragen sie ihre Vorstellungen von Erfolg, Authentizität und Selbstverwirklichung – in einer Gesellschaft, die von oberflächlicher Inszenierung geprägt ist.
Joana June trifft mit ihrem Debüt mitten in die Zeitgeist-Debatte rund um Social Media und Selbstinszenierung. Die Erzählung wirkt modern, klug und emotional; subtil spürbar wird dabei ein feministisches Empowerment: Freundschaft zwischen Frauen kann verletzlich, toxisch und stärkend zugleich sein. Die Figurenzeichnung ist nuanciert: Lillys stille Entwicklung steht gegen Anouks strahlende Oberfläche – und beide Perspektiven laden zum Nachdenken ein.
Bestie ist ein beeindruckendes Debüt, das brisante Themen wie Selbstinszenierung und weibliche Solidarität gekonnt verwebt. Wer sich für moderne Literaturen rund um Freundschaft, Selbstfindung und die Herausforderungen der digitalen Welt begeistert, findet hier eine fesselnde, feinfühlige Geschichte. Fazit: durchdacht, bewegend, zeitgemäß.

Endlich mal ein Roman über toxische Frauenfreundschaften! Ich war sehr gespannt auf dieses vielversprechende Debüt, da ich Joana June's Werdegang zur Autorin schon länger über Youtube verfolge. Da sie einen ähnlichen Buchgeschmack hat wie ich, war mein Interesse an ihrem Schreiben natürlich gross - und ich kann sagen, ich wurde (grösstenteils) nicht enttäuscht! Joana findet tolle Worte für das verzwickte Verhältnis zwischen Delia und Anouk und ich wollte das Buch nicht mehr weglegen.
Einziges Manko: Das Ende hat mich irgendwie etwas irritiert. Ich mochte zwar die Interludes (passen meiner Meinung nach sehr gut zu Delia's Leidenschaft für Theater und haben dem Buch eine weitere literarische Ebene hinzugefügt), aber das Schlussbild mit den vereinten Protagonistinnen fand ich dann doch irgendwie etwas unglaubwürdig, nach allem was vorher passiert war.
Nichtsdestotrotz eine klare Leseempfehlung und ich bin gespannt, was wir von Joana June noch zu Lesen kriegen! :)

Auf kaum ein Buch habe ich mich so gefreut wie auf Bestie.
Meine Güte was war dies eine gute Geschichte, ich hin direkt von Anfang an in die Story gesogen worden und wollte es nicht mehr verlassen. Selbst um Mal eine Pause zu machen war es schon sehr schwer, es hätte einfach so schöne Momente und Zeilen die mein Herz hat hierher schlagen lassen.
Es war einfach das Buch was ich benötigt habe

Der Roman beleuchtet in intensiver und stimmungsvoller Sprache Themen wie Selbstzweifel, Performanzdruck, Identitätssuche und weibliche Solidarität. Ein nachdenkliches und aktuelles Porträt der Digitalgesellschaft.

„Bestie“ ist ein beeindruckendes Debüt mit einem unglaublich angenehmen Schreibstil. Die Geschichte über zwei Frauen, deren anfängliches Arrangement zu einer tiefen, reflektierten Verbindung führt, liest sich klug und warmherzig. Besonders gefällt mir, wie real und feinfühlig die Charaktere gestaltet sind. Joana June versteht es, Freundschaft, Identität und Selbstfindung in modernen Bildern zu erzählen. Ein einfühlsames, atmosphärisches Debüt, das nachhallt und Lust auf mehr macht.

Joana Junes Debütroman hat mir richtig gut gefallen. Nachdem ich ihre Youtube-Videos gerne schaue und bei ihrem Traum vom eigenen Buch mitgefiebert habe, habe ich mich sehr darauf gefreut ihr Buch endlich zu lesen. Besonders gefallen hat mir der Schreibstil, der auch immer wieder sehr bildhafte magische Momente hat. Ich war gefesselt von Beginn an, was nicht zuletzt an der Sogwirkung, der Athmosphäre und den lebendigen Figuren liegt. Ich mochte die Spannung zwischen Anouk und Lily und wie sich beide bis zum Ende hin entwickelt haben. Gut fand ich auch, dass die Geschichte viele Ebenen bedient hat, also sowohl eine Handlungsebene, als auch die metaphorische und den Querverweis mit der Möwe. Generell fand ich das Storytelling sehr harmonisch. Man merkt, dass sich die Autorin sehr viel Mühe gegeben hat und es bis auf zwei drei kleinere Kritikpunkte ihr Buch fast zur Perfektion fertiggestellt hat. (Persönliche) Kritikpunkte wären, falls das interessiert: die Formulierung: "etwas brach in diesem Moment in mir" kommt für die Stärke der Metapher meiner Meinung nach zu häufig vor, sodass die Wiederholung auffällt und dadurch an Wirkung verliert. Bei vereinzelten Stellebn, hatte ich das Gefühl die Stimme der Autorin rauszuhören und es nicht synchron zur Figur erleben zu können. Der letzte Punkt ist Geschmacksache, aber die Vorgeschichte von Anouk und Lily, waren mir zu kurz erzählt, dass ich ihren Schmerz und ihre Trauer (über den Verlust von Anouschka und die toxische Beziehung zu Ciel) nicht richtig nachempfinden konnte, das ging mir etwas zu schnell.
Aber alles in allem war das ein grandioses Debüt! Gerne mehr von Joana June. :-) Und danke fürs Lex! Rezension auf Insta folgt.

„Bestie“ ist ein unglaublich gut geschriebener Roman über eine toxische Frauenfreundschaft, über Selbstinszenierung und über den Wunsch nach Veränderung.
Delia zieht zu Influencerin Anouk in die WG und stellt sich ihr als Lilly vor. Sie will den Umzug nach Hamburg dazu nutzen, um endlich die Frau zu werden, die sie seit jeher gerne wäre: erfolgreiche Bühnenautorin, selbstbewusst, unnahbar.
Die Freundschaft der beiden Frauen steht auf wackeligen Beinen, denn auch Anouk hat einige Geheimnisse.
Der Schreibstil von Joanne June hat mir wirklich gut gefallen. Er ist nicht immer leicht zu lesen, trotzdem sehr aussagekräftig. Es gibt viel „zwischen den Zeilen“ zu lesen.
Die Beziehung der beiden Frauen zueinander wurde realistisch und unbeschönigt beschrieben. Die Art wie Anouk und Lilly miteinander umgehen, ist auf jeden Fall toxisch. Es gibt viele Lügen, viele Geheimnisse, viel verletzendes Verhalten. Lilly möchte Anouk unbedingt gefallen und vergisst dabei, wer sie wirklich ist: verletzbar, sensibel und zurückhaltend.
Anouk gibt sich als starke, selbstbewusste, unabhängige Frau, ist aber auch von Dämonen getrieben, was sie durch ihren „perfekten“ Social Media-Auftritt und ihre Sportobsession zu verbergen versucht.
Aber auch die Nebencharaktere fand ich gut gelungen. Besonders Soho und Jamal sind sehr eindrucksvoll.
Bei einigen Passagen bin ich mir nicht sicher, ob ich sie (richtig) verstanden habe. Irgendwie macht es das Buch aber noch interessanter, weil sie mich im Nachhinein noch Grübeln lassen. Vielleicht war genau das die Intention.
Ich möchte noch erwähnen, dass ich den Buchtitel richtig gut gewählt finde. Die Doppeldeutigkeit, die erst im Verlauf des Romans zum Vorschein kommt, hat mir total gefallen.
Das Ende hat mich irgendwie unbefriedigt zurückgelassen. Aber ehrlich gesagt, hätte ein anderer Ausgang wahrscheinlich unrealistisch gewirkt.
Alles in allem ein wahnsinnig starkes Debüt. Die Autorin hat großes Potenzial! Für alle Leser*Innen, die starke Protagonistinnen mögen und kein Buch über ein perfektes Leben lesen möchten, sondern die „gemeine“ Realität bevorzugen, ist „Bestie“ eine absolute Empfehlung.

Manchmal sind die stärksten Geschichten die, bei denen man anfangs nicht weiß, ob man ihnen trauen kann.
„Von außen betrachtet könnte man vielleicht nicht mal erkennen, dass es zwei Frauen sind, die redlos beisammensitzen und in die Ferne blicken.“
Bestie erzählt die bewegende Geschichte von jungen Frauen, die ihren Platz in einer von patriarchalen Strukturen und Social Media geprägten Welt suchen – mit all ihren Unsicherheiten, Kämpfen und der Suche nach Identität.
Ich muss ehrlich sagen: Der Einstieg in Bestie fiel mir nicht leicht. Die Erzählweise ist besonders, poetisch und manchmal fast traumartig – und mit Lilly und Anouk hat die Autorin zwei Protagonistinnen geschaffen, die nicht unbedingt auf den ersten Blick „leicht zu mögen“ sind. Beide sind komplex, machen Fehler, reagieren widersprüchlich und lassen nicht sofort Nähe zu. Gerade diese Ambivalenz hat mich zunächst auf Abstand gehalten – und doch konnte ich nicht aufhören, über sie nachzudenken.
Je weiter ich gelesen habe, desto deutlicher wurde, wie sorgfältig hier viele wichtige Themen miteinander verwoben sind – von zwischenmenschlicher Verletzlichkeit über digitale Selbstinszenierung bis zu Macht- und Gewaltstrukturen. Dabei beleuchtet der Roman auf subtile, aber kraftvolle Weise patriarchalische Dynamiken: wie Machtmissbrauch funktioniert, wie Angst und Abhängigkeit entstehen – und welche Kraft es kostet, sich davon zu lösen. Gleichzeitig zieht sich ein klar feministischer Blick durch die Erzählung, der solidarische Verbindungen zwischen Frauen und das Recht auf Selbstbestimmung in den Vordergrund rückt.
Die Geschichte entfaltet sich in unterschiedlichen Formen: klassisch erzählte Kapitel, fast lyrische Einschübe, und immer wieder Momente, in denen Grenzen zwischen Realität, Erinnerung und Vorstellung verschwimmen. Das alles ergibt eine Erzählstimme, die man nicht nur liest, sondern fast wie eine Theaterinszenierung erlebt.
Für mich hat das Buch eine besondere persönliche Bedeutung: Ich verfolge die Autorin schon seit ihrer Studienzeit auf YouTube, habe ihren langen Weg bis zur Veröffentlichung miterlebt und durfte Bestie nun vorab als Rezensionsexemplar lesen. Zu sehen, wie viel Herzblut, Gedankenarbeit und Mut in diesem Debüt steckt, macht die Lektüre noch einmal intensiver.
Bestie ist kein Buch, das man einfach „wegliest“ – es fordert, lässt aber auch viel Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, bekommt eine eindringliche, atmosphärische und mutige Geschichte.
Lest bitte die triggerwahrnungen durch falls nötig
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