Im Tal

Roman

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Erscheinungstermin 27.02.2023 | Archivierungsdatum 06.06.2024

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Zum Inhalt

Der neue Roman vom Gewinner des Crime Cologne Award 2022 und des Friedrich-Glauser-Preises 2021

Die berührende Geschichte eines Mannes, der seiner kaltherzigen Kindheit nie ganz entkommt und in die Mühlen der Geschichte gerät

Im Sommer 1897 erblickt Anton Rosser auf einem abgelegenen Hof in der Fränkischen Schweiz das Licht der Welt – ein dunkles Licht mit schwarzen Schatten, die ihn sein Leben lang begleiten. Er lebt dort abgeschieden und allein, bis ihn im Winter 1968 ein Wanderer auffindet, vornübergesunken an seinem Küchentisch, erfroren. Der Arzt bescheinigt einen natürlichen Tod, doch bleiben Fragen.

Im Tal erzählt die Geschichte eines Mannes, der zeit seines Lebens um sein Leben kämpft, doch nicht gewinnen kann.
Der neue Roman vom Gewinner des Crime Cologne Award 2022 und des Friedrich-Glauser-Preises 2021

Die berührende Geschichte eines Mannes, der seiner kaltherzigen...

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AUSGABE Hardcover
ISBN 9783747205082
PREIS 22,90 € (EUR)
SEITEN 240

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Als ein Wanderer in einer einfachen Hütte tot zusammengesunken den 71jährigen Toni Rosser findet, dokumentiert der hinzu gerufene Arzt eine natürliche Todesursache. Man hätte sich jedoch fragen können, warum auf Tonis Tisch zwei Gläser lagen und weit und breit keine Schnapsflasche zu finden war – und woher der allwissende Erzähler Tonis tragischen Lebenslauf erfahren hat. Der Mann war ein Eigenbrötler, hatte sich sein Leben lang unter der Gewalttätigkeit seines Vaters gebeugt und sein Tal (das oben am Berg liegt) für zwei Weltkriege und ein Jahrzehnt dazwischen verlassen, in dem er als Flößer arbeitete. Den technischen Fortschritt, der das Ende der Flößerei bedeuten sollte, konnte Toni bereits nicht mehr nachvollziehen – und flüchtete vor den Schatten seiner Vergangenheit ein zweites Mal in den Krieg. Sein ungewöhnlicher Einsatz im Gebirge zwischen Italien und der Schweiz könnte Goerz‘ Leser:innen darüber ins Grübeln bringen, warum gerade Männer wie Toni, die mit einem Dutzend handwerklicher Talente unentbehrlich sein sollten, als Kanonenfutter verheizt wurden.

Ein berührender, chronologisch erzählter und raffiniert in die Rahmenerzählung eingepasster Roman eines Lebens – und eines Jahrhunderts, regional in Franken verwurzelt. Für Leser von Robert Seethaler.

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Ein absolutes Meisterwerk
Eine berührende Geschichte, die tief unter die Haut geht

Das Leben des kleinen Toni Rosser ist von Anfang an von der Lieblosig- und Gewalttätigkeit seines Vaters geprägt. Ich durfte Toni durch sein Leben begleiten, das von Einsamkeit und unerfüllter Sehnsucht gezeichnet war. Er wollte immer fort von seinem abgelegenen Hof im Tal, zog deshalb zweimal in den Krieg und kehrte, da er keine andere Möglichkeit sah, immer wieder zurück. Die Chance auf ein bisschen Glück hatte er sein ganzes Leben lang nicht. Er blieb ein Einzelgänger, ein Eremit, von Dämonen verfolgt, der die Gesellschaft der Menschen scheute.
Mit einer ruhigen und unaufgeregten Schreibweise führt der Autor durch diese fesselnde und berührende Geschichte. Sie ist voller Dramatik und geht tief unter die Haut. Kurze Kapitel und Zeitsprünge sorgen für ein schnelles Voranschreiten der Handlung, und so war es mir unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.
Mir ist diese ungewöhnliche und faszinierende Lektüre sehr zu Herzen gegangen und hat mich teilweise zu Tränen gerührt. Vom mir gibt es 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.

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Tommie Goerz - Im Tal

Meinung
Ich hatte vergessen, das ich dieses Buch schon mal früher gelesen hatte.
Aber auch dieses Mal war es gut.
Es überbietet alle Bücher, die ich bislang von diesem Autor gelesen hab.
Er erzählt in sehr, sehr eindrucksvoller Art und Weise die die Geschichte eines schier unfassbar schlichten, schweren Lebens in Abgeschiedenheit im ländlichen Raum und in zwei Weltkriegen.
Ein wunderbares Buch.
Hab es wieder in einem Rutsch gelesen und empfehle es gern

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Toni Rosser wächst Anfang des 20. Jahrhunderts allein mit seinem Vater auf einem Einödhof in einem abgelegenen Bergtal in der Fränkischen Schweiz auf. Sein Vater ist unberechenbar und wird von allen gemieden, er trinkt und hat für seinen Sohn nur Verachtung und Schläge übrig. Toni hat Angst vor ihm, er stottert, ist einsam und unsicher in Gegenwart anderer.

Die Erzählung beginnt mit dem Tod Toni Rossers 1968 und schildert aus auktorialer Perspektive Tonis Lebensgeschichte. Der Schreibstil ist klar und direkt, mit kurzen, einfachen und dennoch starken, berührenden Sätzen, die Tonis Innenleben sehr eindrücklich darstellen. Von Anfang konnte ich mich sehr gut in Toni einfühlen, seine Einsamkeit und Sehnsucht nach Liebe spüren, und ich hätte den kleinen Toni am liebsten immer wieder in den Arm genommen. Die Dämonen des gewalttätigen Vaters verfolgen ihn und lassen ihn keine Ruhe finden. Da Toni nie menschliche Nähe und Wärme kennengelernt hat, ist es ihm nicht möglich, seine emotionalen Bedürfnisse und Gefühle zu zeigen. Nach außen wirkt er wie ein komischer, gefühlsreduzierter Kauz, doch in seinem Inneren sieht es völlig anders aus. Niemand ahnt, welche Empfindsamkeit sich hinter seiner unbeholfenen und wortkargen Art verbirgt.

Toni ist ein Getriebener, der durch sein Leben und die Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts stolpert, der rastlos ist und nie wirklich ankommt, den es fortzieht aus dem Tal und der dennoch nicht davon loskommt.

Meisterhaft zeigt Tommie Goerz, wie sich Kindheitstraumata über Generationen auswirken. Die Unfähigkeit zu echter zwischenmenschlicher Nähe ist im Roman allgegenwärtig, auch die Dorfgemeinschaft versagt darin, Toni Rosser in ihre Mitte aufzunehmen. Als Sohn seines Vaters ist er von Kindheit an ein Ausgestoßener. Nur die Frauen des Nachbargehöfts begegnen ihm mit Wohlwollen, bleiben dabei jedoch auch unbeholfen.

Einmal angefangen, hat mich dieses Buch nicht mehr losgelassen und ich habe es binnen eines Tages verschlungen. Tonis Geschichte hat mich tief berührt, und sie ist auch eine Mahnung, genauer hinzusehen und hinter die Fassaden zu blicken. Dieses Buch ist für mich definitiv eine der Entdeckungen dieses Frühjahrs und ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen!

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Ein grandioser Roman. Die Chronik eines Lebens, so gewaltig, schmerzhaft und echt. Unglaublich was ein Mensch aushalten kann und wie grausam die Zeit war. Absolute Empfehlung für alle die in die Geschichte Anfang des letzten Jahrhunderts eintauchen möchten.

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Der unverstandene Einzelgänger

Mit der Geburt des kleinen Toni soll Licht auf dem kleinen Hof in der Fränkischen Schweiz einziehen. Doch Toni erfährt durch seinen Vater nichts als Ablehnung, Herzlosigkeit und körperliche Gewalt. Seine Kindheit ist geprägt vom "Anderssein", er wird zum Einzelgänger. Zeit seines Lebens wird er als Eigenbrötler von der Gesellschaft gemieden, ausgestoßen und nicht beachtet. Als ihn Jahrzehnte später ein Wanderer erfroren in seiner Hütte findet, scheint ein einfaches Leben sein Ende gefunden zu haben. Aber war es wirklich so, wie es auf den ersten Blick scheint ?


"Im Tal" ist ein sehr aufwühlender Roman, der in leisen, aber eindringlichen Worten die Geschichte eines unverstandenen Einzelgängers erzählt. Tommie Goerz zeichnet die Figur des Toni sehr lebensnah und das führt dazu, dass die erlitten Qualen von Toni als Kind, aber auch im Erwachsenenleben mir beim Lesen tief in die Seele schneiden.

Vom Vater misshandelt und gequält, von den Dorfbewohner:innen als Eigenbrödler abgestempelt, macht es sich Toni in seinem kargen Hüttendasein so schön wie möglich. Sein Herz entbrennt in tiefer, ehrlicher Liebe zu Maria, doch wie soll er in Worte fassen, was er selbst nicht verstehen und begreifen kann.

Mit den Lebensjahren zieht auch die Zeitgeschichte an den Leser:innen vorbei und Goerz weiß die Schrecken der beiden Weltkriege sehr plastisch und drastisch darzustellen. Die Euphorie für den Kaiser ins Feld zu ziehen und die daraus entstehenden Sequenzen erinnern an die Schilderungen aus "Im Westen nichts Neues" und hinterlassen nicht nur bei Toni tiefe Spuren. Die Jahre zwischen den beiden Kriegen sind für Toni eine Art Wiederankommen im eigenen Sein, aber so ganz heimisch fühlt er sich nirgendwo.

Das unmenschliche Gebaren des braunen Sumpfes zieht auch in der Fränkischen Schweiz ein, Toni zieht auch hier in den Krieg und erlebt erneut, wie sinnlos das Kämpfen auf den Schlachtfeldern ist. Und trotzdem findet er immer wieder Menschen, mit den er sich verbunden fühlt, aber wenig reden muss...gemeinsam Schweigen sagt manchmal mehr als tausend Worte.

Die Handlung ist zu jederzeit fesselnd, spannend und authentisch erzählt, ermöglicht der Leserschaft einen Einblick in das karge Leben von Toni zu erhalten, das von emotionaler Kälte seiner Mitmenschen und den inneren Dämonen geprägt wird. Ein einfaches Leben, vor dem Hintergrund realpolitischer Ereignisse, das in tragischen und auch mal melancholischen Bildern abläuft.

Ein Roman, der den beständigen Kampf um Anerkennung, geliebt- & verstandenwerden erzählt und uns somit auch den Spiegel vorhält - wie oft urteilen wir andere ab, stecken sie in eine Schublade und machen uns nicht die Mühe, sie näher kennenzulernen und zu hinterfragen, welches Schicksal diesen Menschen geformt hat.

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Toni hatte nie ein leichtes Leben. Von seinem Vater, vor welchem er große Angst hatte, hat er nur Ablehnung, Herzlosigkeit und Gewalt erfahren. Er entwickelt sich zum Eigenbrötler, zumindest nennen ihn die Leute aus dem Dorf so. Doch wie soll Toni auch Kontakt aufnehmen, wenn er so viel Leid erfahren hat und mit seinen eigenen Gefühlen nicht klarkommt? Zu Maria fühlt er sich besonders hingezogen, aber wie soll er Sie ansprechen? Die richtige Worte finden ist schwer, wenn man selbst nicht weiß, was da mit einem passiert.
Auch die 2 Weltkriege spielen eine wichtige Rolle in diesem Buch. Toni, der beide miterleben musste und nur in der kurzen Zeit dazwischen wieder zu sich finden konnte.
Ein trauriges Leben, aber Toni Rosser versuch es sich in seiner Hütte auf der Alm schön zu machen, ein Leben zu haben.
Bis er eines Tages von einem Wanderer gefunden wird, einsam und erfohren.
Eine starke Geschichte, die sehr unaufdringlich daher kommt und trotzdem so viel Gefühl und Herz hat. Unbedingt lesen, die Geschichte muss unter die Leute

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Im Tal von Tommie Goerz ist ein Roman, der mich stark berührt hat. Es ist die Geschichte von einem Mann, der als Kind von seinem Vater misshandelt wurde, und der vom Leben auch nicht geschont wurde. Eindringlich, einfühlsam und besonders!
Es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Es klingt noch lange nach.
Mein Fazit; Absolut lesenwert!!!

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Gefangen

Ein einsames Tal, ein einsamer Mensch, gefangen in sich selbst. 1897 geboren, dem Leben ausgesetzt, hängt er einundsiebzig Jahre später vornübergesunken an seinem Küchentisch und wird so von einem Wanderer gefunden. Herzstillstand, sagt der Arzt, der war immer schon ein unnahbarer, verschrobener Kauz, sagen die Leut‘. Wie es wirklich in ihm ausgesehen hat, weiß – vielleicht – der liebe Gott, oder nicht einmal der.

Mit dem Tod von Toni Rossner beginnt diese Geschichte, mit seinem Tod endet sie, dazwischen liegt ein langer Weg voll Einsamkeit und Sehnsucht. „Im Tal“ heißt seine abgeschiedene Heimat, Prügel seine Kindheit, Krieg, Arbeit und wieder Krieg sein Dasein, Leben kann man es kaum nennen. Treffende Worte findet Tommie Goerz, um all das Leid, all die Suche zu beschreiben, welche den Toni stets begleitet, bisweilen auch übermannt. Was muss vorgegangen sein in diesem Kind, in diesem Mann, dessen Schicksal man sich kaum vorstellen kann? Kurze Kapitel, Blicke auf das Wesentliche, Nebel über den Rest. Knappe Sätze, die dennoch so viel aussagen, so viele Bilder zeichnen, so viele Emotionen schüren. Und dann noch Überraschungen am Ende, wo die Betroffenheit ohnehin schon höher ist als man zu ertragen vermag.

Tommie Goerz‘ hervorragender Schreibstil lässt Toni Rossners Geschichte trotz aller Tristesse lebendig werden, den Leser mitfühlen, trauern, wütend werden – und noch lange daran denken an dieses schmale, unscheinbare Büchlein, das über die Maßen hinaus zu bewegen vermag. Ganz klare Leseempfehlung!


Titel Im Tal
Autor Tommie Goerz
ASIN B0BX6RGH6B
Sprache Deutsch
Ausgabe ebook, ebenfalls erhältlich als Gebundenes Buch (240 Seiten)
Erscheinungsdatum 28. Februar 2023
Verlag ars vivendi

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Als Toni Rosser tot von einem Wanderer in seiner Hütte gefunden wird, weint ihm niemand eine Träne nach. Wunderlich war der Alte, der da einsam, verwahrlost und allein droben im Tal gehaust hat, gewalttätig wie der Vater einst. So manches Gerücht macht die Runde über den schweigsamen Eigenbrödler, dessen traurige Lebensgeschichte das Buch erzählt.

Tommie Goerz hat hier einen unglaublich atmosphärischen Roman vorgelegt, der eine komplette Lebensgeschichte ablichtet. Der Leser begleitet den kleinen Toni durch seine eintönige Kindheit, geprägt durch die grundlosen Gewaltausbrüche des Vaters. Die Schulzeit, die für den schüchternen, in sich gekehrten, gehemmte Jungen Hähme und Prügel bedeuten, seine Jugend und schließlich seine Flucht weg vom Vater, fort aus dem Tal, hinein in den Krieg. Den ersten Weltkrieg, dessen Schrecken der Leser durch Tonis Augen miterlebt, die anschließende Heimkehr eines veränderten Tonis, der so viel vom Leben erwartet, sich aber dabei selbst am meisten im Weg steht. Denn letztlich kann er nicht aus seiner Haut, kann dem Einfluss des wütenden Vaters nicht entkommen, ist gefangen in sich Selbst.

Der Autor erzählt all dies unaufgeregt, aber um so eindringlicher aus Tonis Sicht, allerdings nicht in der Ich-Form. Fast hat es den Anschein als wäre Toni nur ein Beobachter seiner Selbst, ein Gast in seinem eigenen Kopf. Er ist dem Leser nicht unbedingt sympatisch, aber man fühlt mit dem ängstlichen Knaben, dem gehemmten jungen Mann, dem vom Leben enttäuschten Einsiedler. Gleichzeitig wird man auch wütend auf die Welt, auf den prügelnden Vater, die eifersüchtigen Klassenkameraden, die ignoranten Dorfbewohner, die nur all zu gern tratschen und so das Bild von Toni erschaffen, dem sich dieser dann immer mehr angleicht.

Eingebettet ist diese dramatische Lebensgeschichte in eindrucksvolle Landschaftsbeschreibungen und ein sehr authentisches Bild der damaligen Zeit. Der Autor beschreibt das beschwerliche bäuerliche Leben im ländlichen Franken, den industriellen Fortschritt und ebenso die Schrecken des ersten und zweiten Weltkrieges und dazwischen immer Toni, der suchende, der getriebene, der missverstandene, vom Leben enttäuschte Toni.

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Das Buch ist meiner Meinung nach nicht ohne Absicht mit Preisen überhäuft worden, denn diese berührende Geschichte eines einfachen Mannes geht sehr unter die Haut. Schon von klein auf scheint sein Schicksal besiegelt zu sein und er kann ihm auch tatsächlich bis zu seinem Tode nicht entkommen. Die Geschichte ist emotional und auch spannend, sie lässt einen beim Lesen nicht kalt. Auch der Schreibstil ist packend und poetisch. Das Cover passt sehr schön. Sehr empfehlenswert.

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Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen. Hohes Niveau, sprachlich und inhaltlich, erzählt der Autor die Lebensgeschichte eines Mannes, der von seinem Vater misshandelt wird und sein ganzes Leben lang dieses Trauma nicht abschütteln kann. Er taumelt als Soldat durch zwei Weltkriege, verdingt sich über ein Jahrzehnt als Flösser und kehrt doch immer wieder zurück ins Tal seiner Herkunft. Absolut spannend und gut zu lesen trotz der Beschreibung eines traurigen Lebens mit kriminalistischen Ereignissen am Ende. Absolute Empfehlung.

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Fränkisch knapp, ehrlich ergreifend, einsam düster
-Rezensionsexemplar-
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Genre: Ein Roman, eine Geschichte über ein bewegendes Jahrzehnt mit einer wortkargen & missverstandenen Hauptfigur.
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Setting: Toni wohnt im Tal, abseits vom Dorf. Wie ist dieser Alte, der wortkarg & traurig auf der Bank vor seiner spartanischen Hütte sitzt, so geworden?! Und warum ist er plötzlich Tod?!
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Interessant, tragisch, nüchtern, fränkisch karg & doch ehrlich "herzlich" - eine Lebensgeschichte über eine ganze Generation & doch eines einzelnen.
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Schnapp die deinen Kaffee & setz dich zu seiner Lebensgeschichte mit auf die Bank - es lohnt sich, versprochen.

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Im Tal – Tommie Goerz
Ein Tal in der fränkischen Schweiz und sein Bewohner Toni Rosser, die tragische Hauptfigur dieses beeindruckenden Romans. Denn Toni, der ohne Mutter und mit einem tyrannischem Vater in einem abgelegenen Tal in der fränkischen Schweiz aufwächst, schafft es zeitlebens nicht, seiner kaltherzigen Kindheit zu entkommen. Diese Geschichte umfasst das ganze Leben Tonis – von seiner Geburt 1897 bis zu seinem Tod im Jahre 1968. Immer wieder zieht es den erwachsenen Toni hinaus in die Welt und immer wieder kehrt er doch in sein Tal zurück. Glücklich wird er nirgendwo und einsam ist er immer und überall. Zwei große Kriege erlebt und überlebt er, doch die Schatten der Vergangenheit wird er einfach nicht los. Isoliert und verkümmert wie er aufgewachsen ist, hat er es leider nie gelernt mit Menschen umzugehen, Zwischenmenschliches bleibt ihm fremd. Ein ewiger Einzelgänger.
Dies ist eine sehr bedrückende, atmosphärisch erzählte Geschichte über die Folgen von fehlender Wärme und Sozialisation in der Kindheit. Nicht nur der traurige Charakter und das einsame Leben Tonis wird detailliert und nachvollziehbar beschrieben, sondern es gibt auch zahlreiche wunderbare Naturbeschreibungen.
Die Sprache ist recht einfach gehalten, zunächst aus der Perspektive des Jungen Toni erzählt, später dann des einsamen, ungebildeten, in einfachsten Verhältnissen lebenden Mannes Toni Rosser. Das passt also sehr gut und wirkt authentisch. Es wird deutlich, wie unfähig er ist, sich seiner eigenen Gefühle überhaupt klarzuwerden, bzw. damit umzugehen. Geschweige denn mit denen anderer.
Der Tod Anton Rossers stellt den Einstieg in diesen Roman dar und auch das Ende. Dazwischen die Schilderung eines tragischen Lebens, von aller Welt missverstanden und gemieden. Ergreifend und beeindruckend. 5 Sterne.

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Ich liebe es, wenn mir ein Buch in die Hände fällt, welches sich dann als ein kleiner Schatz erweist.
Ich habe IM TAL wirklich genossen - Story und Schreibstil des Autoren waren genau auf meiner Wellenlänge.

Toni (Anton) Rosser wird 1897 in einem Tal in der Fränkischen Schweiz geboren. Seine Kindheit ist geprägt von der Kaltherzigkeit und der Gewalt seines cholerischen und jähzornigen Vaters. Seine Mutter ist gestorben, als er erst vier Jahre alt war (wie man später erfährt bei einem tragischen Arbeitsunfall). Somit lebt er mit seinem Vater - und in ständiger Angst vor diesem - allein auf dem maroden Hof; jeder kindliche Fehler mündet in brutalen Bestrafungen durch seinen Vater.

…Aber das Gewitter ist da. Steht in der Tür, schnauft, sieht sich um. Sieht, dass kein Holz da ist, hört die Stalltür drüben klappern, riecht die angebrannten Kartoffeln. Sieht den Toni am Fenster stehen, träumen. Und entlädt sich…

Der einzige Mensch, der mit ihm ab und an redet, ist Marga, eine Nachbarin; doch auch sie muss sich vor Tonis Vater und seinen Gewaltausbrüchen in Acht nehmen. Toni erfährt von Marga die Umstände über den Tod seiner Mutter - sowie ein schreckliches Geheimnis, in welchem sein Vater eine Rolle spielt.

Toni wächst heran, besucht die Schule, findet jedoch keinen Anschluss bei seinen Mitschülern, die ihn meiden,

…»Mit dem geh ich nicht«, sagt er zu seiner Mutter, »der kommt ausm Tal«, und wartet, bis der Toni weg ist…

Schließlich geht er bei einem Metzger in die Lehre - er übersteht das töten der Tiere, das Blut, die Innerreien dadurch, dass er sich ganz in sich zurück zieht; eine Methode, die ihm auch in der Schule schon geholfen hat.
Nach einiger Zeit erlebt er jedoch eine böse Überraschung in Bezug auf seine Tätigkeit beim Metzger. Sein Leben gerät ein weiteres Mal ins Wanken - er beschließt, seinem Vater und dem brutalen Leben zu entfliehen. Er läuft weg und wird Soldat. Doch das Soldatenleben ist noch sehr viel brutaler - denn der erste Weltkrieg ist ausgebrochen und so durchlebt er die unmenschlichen Stellungs- und Grabenkämpfe an der Front.
Doch er überlebt und kehrt zurück.
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da es noch einige Wendungen gibt, die der Leser selbst erleben sollte. Nur soviel, er erfährt noch eine sehr unglückliche Liebe, in welcher die Tochter von Marga eine entscheidende Rolle spielt - und landet schließlich auch an der Front des zweiten Weltkrieges.

Das Buch beginnt 1968 - mit dem Tod von Toni und es endet mit seinem Tod.

…Toni Rosser stirbt im Februar neunzehnhundertachtundsechzig mit einundsiebzig Jahren. Die Umstände seines Todes scheinen klar, im Totenschein vermerkt der Arzt »Herzstillstand«, zu den Umstehenden sagt er »Altersschwäche, Unterernährung, Verwahrlosungszustand« und zuckt dazu mit den Schultern….

Dazwischen erzählt der Autor das Leben von Toni, beginnend mit seiner Kindheit. Und dies in so einer starken Konzentration von klaren Sätzen und kurzen Kapiteln. Der Leser begleitet Toni durch sein karges und brutales Leben, welches er zumeist einfach nicht versteht. Doch entwickelt sich hier kein das Leben hinterfragender Zweifler, sondern einfach ein Mensch, der schon zu früh zuviel Gewalt erlebt hat und dieser einfach nicht entkommt. Ein Leben geprägt von harter Arbeit, von Verzicht und Enttäuschung.
Man leidet mit Toni, stolpert mit ihm über die Schlachtfelder des Krieges und seines gesamten Lebens - und sieht immer wieder, dass er nichts daran hätte ändern können; man hat in seiner Situation einfach nie einen andere Lösung für in parat.

Mich hat das Buch sehr bewegt - und mir gleichzeitig sehr gut gefallen.

Von mir gibt es 5/5 Sternen.

Und eine Empfehlung geht raus an alle, denen nüchterne Lebensgeschichten aus dieser Zeitepoche gefallen.
Wer Oliver Twist oder die Adaptation Demon Copperhead mochte - oder auch der Friedhofswärter (im selben Verlag erschienen), dem wird dieses Buch sicher gefallen.

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