Fone Kwas oder Der Idiot

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Erscheinungstermin 02.11.2023 | Archivierungsdatum 06.07.2024

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Zum Inhalt

Sie war beschlagnahmt, blieb verschwunden und wurde erst ein Jahrzehnt später wiederaufgespürt: eine unglaubliche Geschichte, eines Kafka oder Borges würdig, in der Realität und Wahnsinn auf immer neue Weise die Rollen tauschen.

Ein bedeutender Wissenschaftler wird in einer sowjet-ukrainischen Provinzstadt wegen Zugehörigkeit zu einer ihm unbekannten Organisation verhaftet. Ihm droht Folter, und er ahnt, dass er das nicht durchhalten wird. Er entwickelt die Idee, vor den NKWD-Offizieren den »Fone Kwas« (ein jiddischer Ausdruck für einen Narren oder »Trottel«) vorzutäuschen, wirre und unglaubliche »Geständnisse« zu machen – in der Hoffnung, schnell verurteilt zu werden, dann aber Berufung einzulegen und zu zeigen, dass alles, was er gestanden hat, technisch und wissenschaftlich vollkommen unhaltbar ist, so dass er schlussendlich wegen »irrtümlicher« Verhaftung entlassen werden wird.

Er setzt sein Vorhaben um. Er erzählt von sagenhaften Sabotageakten, malt wirre Diagramme. Je irrer und bizarrer seine Ausführungen werden, desto gebannter hört sein Ermittler zu und desto erfreuter zeigt er sich. 

Und am Ende kommt alles ganz anders, als der Angeklagte erwartet hat. Die wahnsinnige Realität des stalinistischen Terrors wird die fabrizierten Phantasmen des »Fone Kwas« bei Weitem übertreffen.


Die Arbeit an der Übersetzung dieses Buches wurde freundlicherweise von der S. Fischer-Stiftung  gefördert.

Sie war beschlagnahmt, blieb verschwunden und wurde erst ein Jahrzehnt später wiederaufgespürt: eine unglaubliche Geschichte, eines Kafka oder Borges würdig, in der Realität und Wahnsinn auf immer...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783869712888
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 208

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ein ungewöhnlicher, erschreckender Roman über die unvorstellbar grausamen Zustände während der stalinistischen Ära. Ein Klima geprägt von Misstrauen, Verfolgungswahn, Angst und Machtmissbrauch wie auch von Dummheit und Mitläufertum. Einmal in den Mühlen des "Strafsystems" gibt es für einen sogenannten Straftäter keinen Ausweg, ganz gleich ob er beim widersinnigen "Spiel" der Rechtsorgane mitspielt oder versucht, diese mit ihren eigenen Mitteln auszutricksen. Erschütternd, klaustrophobisch aber gerade dadurch ein wichtiges Zeugnis für die Gefährlichkeit totalitärer politischer Systeme.

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Im Anhang zum Roman heißt es an einer Stelle: »Es beginnt wie ein Film noir und dann wird es wirklich schwarz« und das trifft den Charakter dieser eindringlichen, weil lakonisch erzählten, Geschichte aus der absurden Hölle der stalinistischen Gefangenenlager. Anders als der Protagonist, gelang es Demidow, seine Gefangenschaft zu überleben. Von umso bitterer Ironie ist der Umstand, dass sein gesamtes literarisches Werk 1980 (!) vom KGB beschlagnahmt wurde. Der Roman dokumentiert gewissermaßen die Schrecken des Gulags, ist aber vor allem ein Beispiel dafür, dass Literatur die vielleicht wichtigste Überlebenstechnik für Menschen ist. — Lesenswert ist übrigens auch der ausführliche Anhang des Buches, der ein biografisches Porträt enthält, sowie zahlreiche Quellenangaben und Erläuterungen.

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