Jenny Erpenbeck über Christine Lavant
von Jenny Erpenbeck
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Erscheinungstermin 17.08.2023 | Archivierungsdatum 01.06.2024
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Zum Inhalt
»Menschen können gut ohne Gedichte sein, aber ein Gedicht nicht ohne Menschen.« Wie kann es sein, dass eine Strickerin aus dem Lavanttal in Kärnten zu einer der größten deutschsprachigen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts wird?
Jenny Erpenbeck lässt uns an ihrer Faszination für Christine Lavant (1915–1973) teilhaben, deren Gedichte sie zum ersten Mal liest, als sie Mitte der Neunziger in Graz lebt. An der Faszination für eine Frau, die sich durch ihre Lesewut, Sensibilität und Klugheit aus dem elenden Dasein, das ihr durch Krankheit und Armut vorgezeichnet war, herausgeschrieben hat. Christine Lavants tiefgründiger Wahrnehmung des eigenen Leidens steht das zornige Fragen nach dem abwesenden Gott gegenüber, ihrem Stolz als Dichterin die Bescheidenheit der persönlichen Existenz, der Einsamkeit einer Außenseiterin ein unbändiger Humor.
Befreundet mit Thomas Bernhard und den Lampersbergers, im Briefwechsel mit Martin Buber und Hilde Domin, in ihrer Liebe zum Maler Werner Berg ist sie zeit ihres Lebens eng verbunden mit Künstlern und Denkern, die in ihr, jenseits der Äußerlichkeiten ihrer zufälligen Existenz, die große Autorin und den warmherzigen Menschen erkennen und schätzen.
Ein kraftvoller, ein poetischer Essay, der anschaulich macht, dass eine fremde Welt, die uns durchs Lesen aufgeschlossen wird, immer auch unsere eigene ist.
»Menschen können gut ohne Gedichte sein, aber ein Gedicht nicht ohne Menschen.« Wie kann es sein, dass eine Strickerin aus dem Lavanttal in Kärnten zu einer der größten deutschsprachigen Dichterinnen...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783462004687 |
| PREIS | 20,00 € (EUR) |
| SEITEN | 160 |
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Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 427080
Jenny Erpenbeck über Christine Lavant
Die Bücher meines Lebens, eine Reihe herausgegeben von Volker Weidermann, sind deswegen so stark, weil sie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Verfasser und dem betrachteten Schriftsteller herstellen.
Als Jenny Erpenbeck einige Jahre in Graz lebte und die österreichische Dichterin Christine Lavant mit 30 Jahren für sich entdeckt, war sie fasziniert und es gelingt ihr, in diesem Buch den Lesern diese Faszination zu vermitteln.
Christine Lavant war mir zwar ein Begriff, aber ich bin kein Kenner ihres Werks. Daher ist die Geschichte, die Erpenbeck über Leben und Werk Lavants erzählt, im höchsten Maße spannend für mich gewesen.
Christine Lavants Leben war unspektakulär. Sie lebte von 1915 bis 1973. Sie verließ ihre Heimat praktisch nie und ihr Leben war auch von Krankheit und Armut geprägt. Dennoch hatte sie ein umfangreiches Werk mit tausenden von Gedichten und Prosa geschaffen.
Erschütternd die Passagen, als Erpenbeck von Lavants psychischen Problemen erzählt, die sie 1935 in die psychiatrische Anstalt in Klagenfurt brachte und über die Lavant 10 Jahre später ihr Prosawerk Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus schrieb. Hier wurden in den Jahren 1941 bis 1945 viele psychisch Kranke und alte Menschen ermordet.
Nach diesem Essay bin ich fest entschlossen, dringend etwas von Christine Lavant zu lesen!
9783462004687
ET: 17.08.2023
Claudia B, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Ganz wunderbar, auf diesem Weg von der kenntnisreichen Jenny Erpenbeck an diese außergewöhnliche Autorin Christine Lavant und ihre Texte herangeführt zu werden!
Rezensent*in 1059716
Ein weiterer Band der wunderbaren Serie von Volker Weidermanns „Bücher meines Lebens“. Diesmal ist es Jenny Erpenbeck, die von ihrer Faszination über Christine Lavant berichtet. Lavants Gedichte hatte sie erst in ihrem Dreißigsten Lebensjahr kennengelernt. Seitdem wird sie von ihnen begleitet, erfüllt und ermutigt.
Kapitelweise wechselt Erpenbeck über ihrer Zeit in Graz, persönlichen Erlebnissen und ihrer Suche nach Spuren über Christine Lavant ab mit der Biografie der Dichterin. Dadurch entsteht eine Art Dialog zwischen den beiden.
Jenny Erpenbeck spürt in Archiven und Museen nach Aufzeichnungen und Briefen der Dichterin nach. Lässt Gedichte in ihrem Essay einfließen, um Gedankengänge zu verdeutlichen.
Im Anhang finden sich die Lebensdaten von Christine Lavant kurz zusammengefasst, sowie Fußnoten zum Buch.
Fazit:
Mir hatte diese Vorgehensweise sehr gut gefallen. So bekam ich einen guten Eindruck, warum Jenny Erpenbeck von Christine Lavant, deren bürgerlicher Name Christine Habernig war, so fasziniert ist.
Mir selbst war der Lebenslauf und Werk von Christine Lavant völlig unbekannt. Lavant wurde am 4. Juli 1915 als neuntes Kind eines Bergarbeiters und einer Flickschneiderin Groß-Edling bei St. Stefan im Kärntner Lavanttal geboren. Ihr Familienname war Thonhauser. Sie wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen auf, war oft krank.
Ich bin sehr beeindruckt von dieser intelligenten, leider aber auch depressiven Frau und ihrem Werdegang zur Dichterin. Wer mehr über sie erfahren möchte, dem kann ich nur diesen kurzen, aber sehr inhaltsreichen Essay ans Herz legen.