Als Großmutter im Regen tanzte

Roman | Der bewegende Jahres-Bestseller

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Erscheinungstermin 22.02.2023 | Archivierungsdatum 26.05.2024

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Zum Inhalt

»Der Roman ist bewegend; er ist schön und klug erzählt.« FAZ

Eine starke Frau in dunklen Zeiten. Und eine junge Frau, die zurückschauen muss, um nach vorn blicken zu können.

Als Juni ins Haus ihrer verstorbenen Großeltern auf der kleinen norwegischen Insel zurückkehrt, entdeckt sie ein Foto: Es zeigt ihre Großmutter Tekla als junge Frau mit einem deutschen Soldaten. Wer ist der unbekannte Mann? Ihre Mutter kann Juni nicht mehr fragen. Das Verhältnis zwischen ihrer Mutter und ihrer Großmutter war immer von etwas Unausgesprochenem überschattet. 

Die Suche nach der Wahrheit führt Juni nach Berlin und in die kleine Stadt Demmin im Osten Deutschlands, die nach der Kapitulation von der russischen Armee überrannt wurde. Juni begreift, dass es um viel mehr geht als um eine verheimlichte Liebe. Und dass ihre Entdeckungen Konsequenzen haben für ihr eigenes Glück.

»Als Großmutter im Regen tanzte« erzählt davon, wie uns die Vergangenheit prägt bis in die Generationen der Töchter und Enkelinnen. Doch vor allem ist es eine Geschichte über die heilende Kraft der Liebe.

Der bewegende SPIEGEL-Bestseller: drei Generationen, verbunden durch die Liebe und ein tragisches Geheimnis der Nachkriegszeit


»Dieses Buch lässt niemanden unberührt. Verpassen Sie es nicht.« Expressen

»Eine packende und erhellende Lektüre über die Liebe dreier Generationen im Schatten des Krieges. Ein eindrückliches Buch, das man unbedingt lesen muss. Geschrieben von einer Autorin, die weiß, wie man eine starke Erzählung schafft und die eine hochinteressante Geschichte zu erzählen hat.« M-Magasin

»Der Roman ist bewegend; er ist schön und klug erzählt.« FAZ

Eine starke Frau in dunklen Zeiten. Und eine junge Frau, die zurückschauen muss, um nach vorn blicken zu können.

Als Juni ins Haus ihrer...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783949465123
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 384

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht Juni ins Haus ihrer Großeltern, dass sie nach dem Tod ihrer Mutter geerbt hat. Auf der einsamen norwegischen Insel will sie zur Ruhe kommen und entscheiden, wie es mit ihrem Leben weiter gehen soll. Beim Aufräumen stößt sie auf Fotos und Dokumente, die sie ihre Familiengeschichte in einem ganz neuen Licht betrachten lassen. Warum gab es zwischen Großmutter Tekla und Mutter Lilla immer Streit? Woher die Liebe ihrer Großmutter zu Regen, wo sie sogar hinausgeht um im Regen zu tanzen? Ihre Nachforschungen führen sie schließlich nach Deutschland, wo ihre Großmutter die schwerste Zeit ihres Lebens verbrachte.

Thematisiert wurde die Liebe zwischen Norwegerinnen und deutschen Besatzungssoldaten ja schon bei Randi Crott. Trude Teige beschreibt, die Ablehnung, die diese Norwegerinnen erfahren, dann jedoch geht Tekla mit Otto nach Deutschland und wird mit einem traurigen Kapitel deutscher Geschichte konfrontiert: dem Massenselbstmord von Demmin, kurz vor Kriegsende. Die schrecklichen Erlebnisse wirken nach und beeinflussen das Leben der Kinder und Enkel. Sehr gut recherchiert, spannend und nachvollziehbar geschrieben.

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So ein leicht daherkommender Titel- und dann taucht man ins Grauen des zweiten Weltkrieges ein in den eben auch Norwegerinnen leiden mussten. Hier sucht eine Enkelin nach ihren realen Wurzel wie auch schon ihre Mutter, die hieran und am Leben scheiterte. Das Lesen derer Leben ist manchmal schwer zu ertragen, daher sehr gut erzählt!

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Ein tragischer Roman über die Nachkriegszeit in Deutschland und Norwegen. Eine Norwegerin heiratet einen Deutschen, sie heht mit ihm nach Deutschland und verliert ihre norwegische Staatsbürgerschaft.
Überlebt die Tragödie von Demmin im Mai 1945, nachdem die Russen nach Westen vorrückten. Ihr Mann wird ermordet.
Eine Geschichte vergessene die die Grausamkeit der damaligen Zeit aufzeigt.

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Spannend, berührende Geschichte über eine Familie, die in dritter Generation von der Grausam des zweiten Weltkrieges noch immer betroffen ist. Schön und tiefsinnig geschrieben

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Amazon betitelt dieses Buch als „Der bewegende Bestseller aus Norwegen um ein unbekanntes Stück deutscher Geschichte“
Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Auch mich hat dieses Buch bewegt und gefesselt. Auch ich wusste nichts von der Geschichte um den Massenselbstmord von Dennim, der – sicher wohlweislich – nicht so publik gemacht wurde.
Als Juni nach dem Tod ihrer Großeltern ein Foto findet, das ihre Großmutter mit einem Deutschen zeigt, stößt sie auf eine Vergangenheit, die es in sich hat. Die Autorin verpackt die Geschehnisse in einen Roman, der mitreißt. Dabei schreckt sie auch vor gewalttätigen Szenerien nicht zurück, die bei mir beim Lesen starke Emotionen hervorriefen.
Die Geschichte wird auf zwei Handlungsebenen erzählt, wobei die von Oma Tekla größeren Raum einnimmt. Und den dieser Strang auch benötigt. Zudem ist die Handlung geprägt von den Geheimnissen, die die Frauen mit sich herumtragen und die sich durch die 3 Generationen ziehen.
Fazit: Ein Buch, das lange nachhallt.

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Meinung:

Es war eine faszinierende Geschichte mit vielen neuen Informationen über das Leben in Deutschland direkt nach dem Zweiten Weltkrieg und über das Schicksal dreier Frauen aus drei Generationen einer Familie die unvorstellbares Leid erleben.

Juni, eine junge Frau, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann geflohen ist, begibt sich auf eine winzige Insel, auf der das Haus ihrer verstorbenen Großeltern ihr Erbe ist, da ihre Mutter Lilly ebenfalls tot ist.

Gleichzeitig wird die Geschichte von Junis Großmutter Tekla erzählt, die sich 1945 als Teenager in den Deutschen Otto verliebt.
Teklas Eltern sind mit der Beziehung nicht einverstanden, und die beiden jungen Leute fliehen in Ottos Heimat Demmin, das von den Russen verwüstet wurde, auf das Gut Klaushagen.
Tekla muss so viel Leid durchmachen, bevor sie endlich nach Norwegen zurückkehren kann.
Drei Frauen aus drei Generationen, die durch die Liebe verbunden sind und die Dinge erleben, die einfach unvorstellbar sind.
Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen. Es war unglaublich bewegend.

Fazit:

Die Tragödie in Demmin im Jahr 1945 ist unglaublich und grausam, ich habe noch nie davon gehört.
Es war ein ergreifendes Buch, was ich gerne gelesen habe und was ich sehr gerne weiterempfehle.

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Juni hat nach dem Tod ihrer Mutter das kleine Haus auf der Insel geerbt, wohin die flüchtet, um Abstand zu ihrem gewalttätigen Mann zu gewinnen. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter Lilla war schwierig, weshalb Juni erst jetzt dazu kommt, um Haus aufzuräumen. Dabei stößt die auf alte Bilder, die ihre Oma Tekla in jungen Jahren mit einem anderen Mann als ihren Opa zeigen. Als sie dann auch die Heiratsurkunde ihrer Großeltern findet, begreift Juni, dass in der Vergangenheit etwas vorgefallen sein muss, was alle verheimlicht haben.
Eine großartige, zugleich heftige Geschichte, die sich mit der deutschen Besatzung Norwegens und den daraus resultierenden Beziehungen zwischen deutschen Soldaten und norwegischen Frauen auseinander setzt. Zugleich erfährt man vieles rund um den Massensuizid in Demmin und die Vergewaltigungen durch russische Soldaten. Der Autorin gelingt die Gratwanderung zwischen Realität und Fiktion wunderbar, man verschlingt die Geschichte der drei Frauen vor dem Hintergrund dieser schrecklichen Ereignisse. Zugleich erlebt man eine tiefe Liebe, vertraut auf Vergebung und hofft auf Neuanfänge.
Ein faszinierender, bewegender und fesselnder Roman, der große Beachtung verdient.

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Der Roman: Als Großmutter im Regen tanzte" von Trude Teige ist die bewegende Geschichte dreier Generationen Frauen. Tekla, Lilla und Juni - Großmutter, Mutter und Tochter vor dem Hintergrund des zweiten Weltkrieges und der damaligen Geschehnisse in Norwegen und Deutschland und die Zeit nach dem Krieg.

Spannend und anrührend erzählt die Autorin, mein Dank an sie für dieses ganz aussergewöhnliche Lesevergnügen!

Mein Fazit: Unbedingt lesenswert!!!

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Großmutter, Tochter und Enkelin

Die norwegische Journalistin und Autorin Trude Teige behandelt in ihrem Roman, Als Großmutter im Regen tanzte, die Liebe zwischen Deutschen Soldaten und norwegischen Frauen.

Juni erbt dem Tod ihrer Mutter iLilla n das Haus ihrer Großeltern.
Sie findet Fotos ihrer Großmutter Tekla.
Da erfährt Lila erst, das Tekla mit einem deutschen Besatzungssoldaten verheiratet war.

Tiefsinnig erzählt die Autorin über diese Frauen. Bei der Heirat wurde ihnen der norwegische Pass abgenommen.

Mit ihrem Mann Otto fährt Tekla in das zerbombt Deutschland.
Otto schwärmt von dem Gut seiner Eltern im Demin einem Städtchen in Vorpommern. Aber als sie da ankommen ist seine Familie tot und im Gutshaus lebt ein Russe.
Tatsächlich habe ich von dem Massensuizid von Demin noch nichts gehört oder gelesen.
Da erfahren wir von den grausamen Taten während und nach dem Krieg.
Da hat die Autorin gut recherchiert und ist sogar in den Ort gefahren.

Der Roman ist eine interessante Generationengeschichte, der sehr gut geschrieben wurde..

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Dieser Roman hat bei mir einen großen Eindruck hinterlassen. Es ist eine Familiengeschichte, die das Leben von drei Frauen vereint. Juni, die Enkelin, begibt sich anhand eines Fotos auf Spurensuche in die Vergangenheit ihrer Großmutter. Dabei stößt sie auf leidvolle Erlebnisse, über die nie gesprochen wurde. Ihre Großmutter verliebte sich als junges Mädchen gegen Ende des Krieges in den deutschen Soldaten Otto und wurde dadurch als „tyskerjentene“, übersetzt: „deutsches Mädchen“, gebrandmarkt. Im Laufe ihrer Suche gelangt Juni auch nach Demmin, eine Stadt im Osten von Deutschland. Hier erfährt sie von dem Massenselbstmord im Mai 1945, bei dem sich innerhalb von wenigen Tagen fast 1.000 Menschen vor Angst vor der einmarschierenden russischen Armee das Leben nahmen.
Bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine übliche tragische Liebesgeschichte. Vielmehr ist sie der Beginn von Entwicklungen, die bis in Junis Leben reichen. Doch um endlich glücklich in die Zukunft blicken zu können, muss sie die Vergangenheit kennen.
Diese Geschichte hat mich unglaublich gefesselt. Dramatische Geschehnisse, die mir bisher unbekannt waren, hat die Autorin mit einem leichten Schreibstil in diesem Roman verarbeitet. Dabei hat sie historische und fiktive Ereignisse sehr gut miteinander verflochten. Die relevanten Charaktere sind bildhaft und authentisch beschrieben.
Dieser hervorragend recherchierte und großartige Roman erhält von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Dieses Buch hat mich sehr berührt. Die Autorin versteht es ganz hervorragend sich diesem sensiblen Thema
anzunehmen.
Diesem Buch wünsche ich sehr viele Leser .
Ute kaufmann-Schuy

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Ein bewegendes Buch über die Zeit unmittelbar am Ende des zweiten Weltkriegs.
Sehr erschütternd und teilweise sehr schwer auszuhalten, was die Enkelin über die Lebensgeschichte ihrer Großmutter herausfindet.

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In diesem Buch lernen wir drei Generationen von Frauen kennen: Oma Tekla, Tochter Lilla und Juni.
Da uns die Autorin deren Leben in zwei Zeitebenen vorstellt und diese bei den Kapiteln nicht mit angegeben werden, ist mir der Einstieg in das Buch etwas schwergefallen. Aber mit Lesefortschrift und wenn man die Figuren näher kennengelernt hat, dann ist man von der Geschichte gefesselt.
Was Oma Tekla da als junge Frau erst in Norwegen, dann als sie mit Otto ins zerstörte Deutschland kommt, erlebt hat, das geht schon unter die Haut. Ich muss sagen, dass mir die Teile der Rückblenden am besten gefallen haben. Was Tekla für ihre Liebe zu Otto alles aufgegeben, hinter sich gelassen hat und auch wie sie Otto bei ihrer enttäuschenden Ankunft in Demmin versucht hat wieder Mut zu machen, hat mich beeindruckt. Dabei wird sie doch selbst arg enttäuscht gewesen sein als das ihr in so schillernden Farben beschriebene Gut von den Russen in Besitz genommen war und sie vor dem Nichts gestanden haben. Eine wirklich starke Frau, die trotz der Geschehnisse im Wald, völlig auf sich gestellt den Mut, den starken Willen und die Ausdauer aufbringt wieder einen Weg in ihre alte Heimat zu finden und sich hier mit Konrad ein neues Leben auszubauen.
Nachdem was man erfährt, kann ich schon verstehen, dass Teklas Verhältnis zu Lilla etwas gespalten ist. Es bleibt zu hoffen, dass Juni es mit dem Kind, welches sie von ihrem (Ex)Mann erwartet, besser macht. Was mich auch nachdem ich das Buch fertiggelesen hatte, immer noch beschäftigte war die Frage, was Tekla am Tanzen im Regen so gefühlt hat. War es für sie ein Zeichen dafür, dass sie noch lebendig ist? Wollte sie ihre dunkle Vergangenheit wegspülen? Sicher ein bisschen von allem.
Ich fand das Buch sehr gut, gebe daher 5 Lese-Sterne und empfehle es zu 100% weiter.

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Also ehrlich, die Rahmenhandlung wirkt hier ja auf den ersten Blick fast wie in einem dieser verkitschten unrealistischen Frauenromane: Junge Frau in Lebenskrise erbt ein Haus auf wunderschöner norwegischer Insel von Oma und Opa, findet ein paar Familiengeheimnisse heraus und trifft dort auch noch auf die Liebe ihres Lebens, den rein zufällig ebenfalls gerade frisch zugezogenen und praktischerweise auch gerade frisch geschiedenen Nachbarn.

Aber "Als Großmutter im Regen tanzte" ist tatsächlich doch noch mehr: Nämlich ein recht ordentlich recherchierter historischer Roman über die Schicksale norwegischer Frauen, die während des 2. Weltkriegs Beziehungen zu deutschen Soldaten eingingen und über die furchtbaren Geschehnisse in der Stadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern am Kriegsende. Und abseits von allem Kitsch, wird es dann realistisch und ernst: Hunger, Zerstörung, Vergewaltigung, Selbstmord. Das ganze Grauen des Krieges, dargestellt an der Familiengeschichte der Hauptperson.

Und da diese am Ende doch mit dem Nachbarn ihr Glück findet, und damit den Leser:innen ein Happy End zur Beruhigung der Nerven geboten wird, hat ja dann auch wieder etwas Tröstliches.

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Dieser Roman rund um die Kriegs- und Nachkriegswirren in Norwegen und Deutschland und ihre Auswirkungen noch zwei Generationen später ließ sich trotz der oft bedrückenden Thematik richtig gut wegschmökern, ohne dabei zu schlicht oder gar seicht zu werden. Die Sprünge zwischen den Zeitebenen fanden für meinen Geschmack etwas zu häufig statt, und am Ende lief es mir auch für die meisten Protagonistinnen ein wenig zu glatt. Dennoch bin ich den Lebensläufen von Tekla, Lilla und Juni gern gefolgt und danke dem Verlag herzlich für das Rezensionsexemplar.

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Eine berührende, erschreckende Geschichte - aktuell wie nie

Kurz nachdem Juni's Mutter gestorben ist, kehrt sie in das Haus ihrer Großeltern Thekla und Konrad auf eine kleine norwegische Insel zurück, in dem sie als Kind viele schöne Tage erlebt hat. Ihre Großeltern waren liebe Menschen, sie haben sich um Juni gekümmert und sie aufrichtig geliebt. Junis' Mutter Lilla, die nach dem Tod von Thekla und Konrad im Haus der Großeltern gelebt hat, war dagegen ein schwieriger Charakter. Nie hat Juni sie Mama genannt, sondern immer beim Vornamen. Zwischen Lilla und ihrer Mutter Thekla stand immer etwas - Juni hat nie erfahren was.
Juni ist auf der Flucht vor ihrem eigenen bisherigen Leben. Im Haus ihrer Großeltern hat sie sich immer geborgen und sicher gefühlt. Sie sucht einen Sinn, einen Neuanfang vielleicht? Sie weiß nicht genau, was sie sucht, aber im Haus ihrer Großeltern findet sie ein Foto von Ihrer jungen Großmutter Thekla mit einem deutschen Soldaten. Juni beginnt Fragen zu stellen: Wer ist dieser Mann? Wie stand er zu ihrer Großmutter? Juni begibt sich auf der Suche nach Antworten auch nach Deutschland und entdeckt Wahrheiten , die viele Fragen aus ihrer KIndheit beantworten und Konsequenzen für ihr weiteres Leben nach sich ziehen.

Was für ein Buch! Trude Teige gelingt es mit "Als Großmutter im Regen tanzte" die berührende und kraftvolle Geschichte einer norwegisch-deutschen Liebe in den schweren Zeiten zum Ende des zweiten Weltkriegs und den daraus resultierende schwierigen Konsequenzen zu erzählen. Die Geschichte ist zwar fiktiv, aber sie hätte so auf jeden Fall passieren können. Trude Teige erzählt ebenso packend wie einfühlsam, ebenso kraftvoll wie mitreissend die Geschichte einer großen Liebe, die auch zwei Generationen später noch berührt, Hoffnung gibt und Einfluss ausübt. Ein wunderbares Buch, das in jedem Bücherregal stehen sollte..

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Ein wundervoller Roman, der einem eine neue Problematik der Folgen des 2 Weltkrieges zeigt und einen sehr bildlich in damalige Situation versetzt.. Diese neuen Aspekte erschüttern wieder aufs Neue.
Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen und kann es jedem empfehlen, der gern Romane mit historischem Hintergrund liest.

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Tekla und die große Liebe

Das Cover des Romans gefällt mir sehr. Der Blick in die Weite strahlt Ruhe und zugleich große Traurigkeit aus.
Der Inhalt ist eine Geschichte von drei Generationen der Nachkriegszeit. Der Schreibstil ist flüssig, emotional und sehr ergreifend.
Nachdem die Großeltern und die Mutter von Juni verstorben sind, kommt sie zurück auf die kleine norwegische Insel. Ihre Ehe ist unglücklich und mit Gewalt verbunden. Sie möchte sich im Haus der Großeltern erholen und Abstand von ihrem Mann haben. Sie beginnt mit Aufräumungsarbeiten im Haus und stößt dabei auf ein Foto ihrer Großmutter Tekla und einem deutschen Soldaten. Darüber wurde in der Familie niemals gesprochen. Sie fragt ihren Nachbarn. Dieser hält sich zu diesem Thema äußerst bedeckt, was diese Familiengeschichte betrifft. Es kommt noch ein junger Nachbar auf die Insel, auch er kommt der Wahrheit nicht näher. Auf jeden Fall unterstützt er Juni bei der Suche nach dem Familiengeheimnis. In Norwegen finden sie die Spur nach Deutschland. So reisen sie nach Berlin und Demmin. Es gibt so nach und nach Hinweise und sie kommen langsam dem Geheimnis näher.
Tekla ist eine starke Frau, die Liebe zwischen einer Norwegerin und einem Deutschen darf zu dieser Zeit nicht sein. Aber sie und Otto halten an ihrer Liebe fest. Doch das Schicksal meint es mit Tekla nicht sehr gut. Sie und Otto machen sich auf den Weg nach Deutschland und durchlaufen mehrere Lager. Werden sie die Heimat von Otto erreichen?
Und wie wirkt ihre Geschichte bis in die Gegenwart von Juni hinein?
In diesem Roman sind es drei Generationen, die verbunden sind durch die Liebe und einem äußerst tragischen Geheimnis der Nachkriegszeit.
Der Roman von Trude Teige lässt sicher keine Leserin unberührt. Die Geschichte von Tekla, ihrer Tochter Lilla und Enkelin Juni ist sehr beeindruckend und stimmt zudem sehr nachdenklich.

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Genug ist genug! Wieder mal hat er sie geprügelt. Juni flieht vor ihren gewalttätigen Ehemann auf eine kleine norwegische Insel, ins Haus ihrer Großmutter Tekla. Nach deren Tod bewohnte es Junis Mutter Lilla und nun ist auch Lilla tot. Das Verhältnis der Frauen untereinander war schwierig, Unausgesprochenes stand stets zwischen ihnen. Beim Aufräumen entdeckt Juni unter vielen anderen Fotos eines, das die junge Tekla mit einem deutschen Soldaten zeigt. Die beiden scheinen glücklich zu sein – wer ist dieser Unbekannte?

Juni will mehr wissen, ihre Nachforschungen führen sie nach Berlin und in die Kleinstadt Demmin im Osten Deutschlands. Bis dato war mir Demmin und der Massensuizid kein Begriff. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges nahmen die Sowjets den Ort ein. Um dem Grauen zu entkommen, sahen ganze Familien keinen anderen Ausweg als die Selbsttötung.

Diese Massenselbsttötungen von Demmin sind hier verwoben mit dem Schicksal eines norwegischen Mädchens, das mit einem deutschen Soldaten eine Beziehung eingeht. Als „tyskerjentene“ werden sie stigmatisiert, als „Deutschenmädchen“. Es ist ein Buch, das eine sehr dunkle Zeit thematisiert. Eine Familiengeschichte, die von Tristesse und Hoffnungslosigkeit, von Trauer und sehr viel Angst, aber auch von einer unendlichen Liebe erzählt. Zu Schreckliches mussten sie erleiden, nicht alles kann an die nächste Generation weitergegeben werden, die Sprachlosigkeit wird zunehmend greif- und begreifbar.

Trude Teige erzählt abwechselnd aus Junis und aus Teklas Sicht. Ein berührendes Zeugnis einer schlimmen Zeit ist entstanden. Immer mehr tauche ich in Teklas Leben ein, dieser Erzählstrang dominiert, er fesselt ungemein. Juni kannte ihre Großmutter als lebensbejahende Frau. Sie malte und wenn es regnete, musste sie hinaus, sie musste einfach tanzen und sich danach vor ihrem imaginären Publikum verbeugen.

Eingepackt in eine Familiengeschichte hat mir die Autorin ein Stück Nachkriegsgeschichte nähergebracht, die ich nicht kannte. Sehr anschaulich spricht sie über eine tragische Zeit, über ein Geheimnis, das noch nachfolgende Generationen prägt. Ein großartiges Buch ist zu Ende gelesen, ich bin erschüttert ob der Grausamkeiten, gleichzeitig bin ich tief bewegt. Es ist eines der Bücher, die man nicht vergisst. Es ist ein Buch, das man unbedingt lesen sollte.

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Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Juni, die selbst ein verstörendes Erlebnis hatte, in das Haus ihrer Großeltern auf eine kleine Insel zurück. Zu diesen ebenfalls schon verstorbenen Großeltern hatte Juni ein sehr gutes Verhältnis, während sie kaum eine Beziehung zu ihrer Mutter hatte.. Sie ordnet den Nachlass und stößt auf ein Foto ihrer Großmutter mit einem deutschen Soldaten. Nun beginnt Juni zu forschen, was dieser junge Soldat für ihre Großmutter gewesen ist. .
Frau Teige erzählt in diesem Roman, die Geschichte eine großen Liebe einer Norwegerin zu einem deutschen Soldaten in den letzten Tagen des Krieges. Gleichzeitig enthüllt sich durch das Durchleben dieser schwierigen, teilweise verstörenden und entsetzlichen Erlebnisse auch das Leben der Mutter Junis und Junis selbst.
Die Autorin verknüpft Vergangenheit und Gegenwart sehr gut miteinander. Ein gut zu lesender und berührender Roman.

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Juni begibt sich auf Spurensuche, nachdem sie feststellt, dass ihre Großmutter ein großes Geheimnis gehütet hat. Im Wechsel begleitet man Juni und ihre Großmutter Tekla und erfährt dadurch, dass diese sich während des Krieges in einen Deutschen verliebt hat und nach dem Krieg mit ihm nach Deutschland gegangen ist. Wie, wann und warum.ist sie zurück nach Norwegen gekommen?
Der Autorin gelingt es sehr eindrücklich, die Situation nach dem Krieg zu beschreiben. Die zerstörten Städte konnte ich vor mir sehen und auch das Leid der Menschen spüren. Obwohl ich schon viel über diese Zeit gelesen habe, wusste ich einige Dinge nicht, die in diesem Buch Thema sind. Deutlich wird, dass es bei so einem Krieg nicht wirklich Sieger gibt, sondern das Leben vieler Menschen dauerhaft zerstört oder beeinflusst wird und aufgrund des Schweigens Traumata an die nächste Genre weitergegeben werden können.

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Schweres Erbe

„Man muss ein Stück weit zurückschauen, um zu wissen, wer man ist und woher man kommt. Erst dann lernt man wirklich zu manövrieren.“ (Großvater, kindle Pos. 381)

Juni kehrt in das Haus ihrer verstorbenen Großeltern zurück, auf eine kleine, fast verlassene Insel in Norwegen. Ein Foto ihrer Oma Tekla lässt sie innehalten: wer ist denn der junge Mann in Soldatenuniform neben der Großmutter? Da Junis Mutter kürzlich einem Krebsleiden erlegen ist, kann sie niemanden mehr fragen. Sie begibt sich auf eine lange Reise in die Vergangenheit, welche sie nach Deutschland führt und nach dem Blick zurück auch wieder vorwärts schauen lässt.

Eher ruhig beginnt Trude Teiges Roman um die etwa 30jährige Juni, die vor der eigenen Gegenwart ins Haus der Großeltern flüchtet. Doch anstatt einmal zur Ruhe zu kommen, deckt sie etliche Geheimnisse auf, welche Großmutter und Mutter gleichermaßen mit ins Grab genommen haben. Was als harmlose Suche in der Vergangenheit beginnt, entpuppt sich immer mehr als Familientragödie, die drei Frauengenerationen betrifft und erklärt, warum Tekla und Lilla genauso gehandelt haben, wie es eben passiert ist. Fiktiv, aber an historische Gegebenheiten angelehnt, beschreibt die Autorin, wie Juni über die fast vergessenen Deutschenmädchen erfährt und im Laufe ihrer Nachforschungen nach Demmin in Nordostdeutschland gelangt, wo es im Mai 1945 zu Massenselbstmorden gekommen ist, als die Russen über das Land hergefallen sind.

Einfühlsam und gestützt auf genaueste Recherchen, um der Wahrheit möglichst nahe zu kommen, schildert Trude Teige schreckliche Episoden aus der Nachkriegszeit, ohne jedoch zu tief in vernarbten Wunden zu wühlen und verknüpft diese grausame Zeit mit den Problemen, vor denen später Tochter und Enkelin stehen. Brillant fängt die Autorin auch schöne Momente in schwierigen, fast unüberwindbar scheinenden Momenten ein und führt dem Leser vor Augen, wie die Menschen in der kargen Nachkriegszeit, in Kälte und Hunger, doch immer wieder einen Weg gefunden haben, nach vorne zu schauen, Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen, dass es bergauf geht und wieder besser wird. Diese Erkenntnis überträgt sich nun auch auf die Generation der Enkelin, welche in der kurzen Zeit viel über sich, ihre Eltern und Großeltern lernen darf, sodass sie ihr Leben versteht und richtige Entscheidungen treffen kann. Wie sehr uns das Schicksal früherer Generationen beeinflusst, was in unseren Genen, in unserem Unterbewusstsein steckt, das zeigt Trude Teige auf berührende Art und Weise auf. Ihr Roman wird immer lebendiger, immer trauriger, aber auch immer schöner, je mehr man erfährt und je mehr sich die dunklen Wolken lichten und Zusammenhänge offenbaren.
Als Großmutter im Regen tanzte – ein perfekt gelungenes Maß zwischen Oberflächlichkeit und voyeuristischen Details, ein fesselndes Bild aus realen Ereignissen und romanhafter Erzählung, ein Stück Lebensweg einer norwegisch-deutschen Familiengeschichte mit authentischen, glaubwürdigen Personen, welche die Schwierigkeiten durch verschwiegene Erlebnisse der Vorfahren verdeutlichen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!


Titel Als Großmutter im Regen tanzte
Autor Trude Teige
ASIN B0BJNB2RD3
Sprache Deutsch
Ausgabe ebook
ebenfalls erhältlich als Gebundenes Buch (384 Seiten) und Hörbuch
Erscheinungsdatum 22. Februar 2023
Verlag Fischer
Originaltitel Mormor danset i regnet
Übersetzer Günther Frauenlob

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Juni erbt das Haus ihrer Großeltern und kehrt daraufhin auf eine kleine norwegische Insel zurück. Sie selbst flüchtet vor ihrem gewalttätigen Ehemann und hofft dort ein wenig zur Ruhe zu kommen. Als sie beginnt das Haus aufzuräumen, entdeckt sie ein Foto ihrer Großmutter Tekla mit einem deutschen Soldaten. Wer ist dieser Mann? Da auch Junis Mutter nicht mehr lebt, gibt es vermeintlich niemanden, den sie noch dazu befragen kann. Doch nach und nach setzen sich dank intensiver Recherche die Puzzleteile zusammen und Juni macht sich auf zur Reise in die Vergangenheit ihrer Großmutter.
Das Buch „Als Großmutter im Regen tanzte“ stammt von der Autorin Trude Teige. Die Kurzbeschreibung des Buches hat mich sehr neugierig gemacht. Das Cover des Buches finde ich schlicht, aber man schaut doch noch einmal hin. Nach den ersten Kapiteln ist man sofort mitten im Geschehen. Dabei wechseln sich die Kapitel zwischen Juni und der tatsächlichen Geschichte ihrer Großmutter, die in der Vergangenheit liegt, ab. Die Spannung wird dadurch beständig hochgehalten und man will immer wissen, wie es weitergeht. Der Schreibstil der Autorin ist hervorragend und bildhaft, man kann sich außerdem sehr gut in die Protagonisten hinein versetzen. Ich finde es wirklich erschreckend, wie sehr grauenhafte Erlebnisse in der Vergangenheit prägen können und dazu führen, dass darüber geschwiegen wird, sodass noch nicht mal die direkten Nachkommen über die Vergangenheit Bescheid wissen. Die Autorin hat das meiner Meinung nach außergewöhnlich gelöst und beschrieben. Nicht nur die Schrecken eines Krieges und dem Leid, welches damit einhergeht, ist extrem realistisch durch die Sichtweise der Großmutter Tekla dargestellt, sondern auch die Aktualität des Themas, eingebettet in unsere heutige Zeit, hat mir teilweise die Sprache verschlagen. Der Roman punktet weiterhin nicht nur mit seinem Realismus, sondern auch mit einer Vielzahl von Emotionen. Die Autorin hat mit der Nennung der Stadt Demmin und dem dortigen Massensuizid von bis zu 1000 Personen sowie der Verknüpfung der Geschichte ihrer Protagonistin bewusst ein Thema aufgenommen und recherchiert, zu welchem ich noch nie etwas gehört habe und welches wohl ein weiteres besonderes dunkles Kapitel im Jahr 1945 darstellt. Abschließend finde ich den Buchtitel super gelungen und er stellt eine direkte Verknüpfung zum Buch her, so etwas gefällt mir immer sehr gut.
Mein Fazit: Ein wahnsinnig großartiges, emotionales Werk mit sehr vielen Facetten und historischen Fakten, ich kann dieses Buch nur jedem weiterempfehlen und ich finde, es muss darüber gesprochen werden, damit die Geschichte nicht im Schweigen untergeht. Ich vergebe sehr gute 5 Sterne.

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Trude Teige beschreibt mit jungen Norwegerin Juni, die durch Zufall auf ein altes Bild im Haus ihrer Großeltern stößt, die Suche nach ihren Wurzeln und der Wahrheit, die über Generationen hinweg geheim gehalten wurde. Was hat es mit dem Bild ihrer Großmutter mit einem deutschen Soldaten auf sich? Sie fängt an zu recherchieren und Fragen zu stellen. Und es führt sie bis in die letzten Tage des Krieges und wieder bis in die Gegenwart.
Ein Buch, das mich wirklich berührt hat. Man merkt darin wie weit der Krieg und die Nachkriegszeit bis ins heute hinein wirken und Einfluss haben. Selbst über Grenzen hinweg. Aber es ist auch ein Buch über die Kraft der Liebe.

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Das Cover kommt sehr fröhlich daher, jedoch bereits der Klappentext lässt erahnen, dass es sich hierbei beileibe nicht um ein fröhliches Thema handelt.
Juni hat das Haus ihrer Mutter geerbt, das zuvor schon ihrer Großmutter gehört hat. Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann reist sie auf die Insel, um den Nachlass zu regeln. Dabei findet sie ein Foto das ihre Großmutter mit einem deutschen Soldaten zeigt. Um diesem Foto auf den Grund zu gehen, beginnt Juni zu recherchieren. Ihre Recherchen führen sie in die Nachkriegszeit. Und ins ostdeutsche Demmin. Dort erfährt sie von den Gräueln des Zweiten Weltkrieges auf russischer und deutscher Seite. Die Autorin schreibt aus zwei Perspektiven, nämlich Junis Recherche und die Geschichte ihrer Großmutter Tekla. Der Schreibstil ist flüssig und eindrucksvoll. Es ist eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, gerade im Hinblick auf den unsinnigen Krieg, der zurzeit in Europa geführt wird. Und es zeigt, wie das Geschehene sich auf zukünftige Generationen auswirkt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich vergebe sehr gerne fünf Sterne.

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Als Großmutter im Regen tanzte von Trude Teige.

Eine Geschichte über Drei Generationen, die ihre Vergangenheit und die daher rührenden Verletzungen.

Juni flieht vor ihrem Ehemann in das Haus ihrer Großmutter nach Schweden, in dem sie beim ausräumen alte Aufnahmen und Briefe über die Vergangenheit ihrer Großmutter findet.

Das Buch hat mich wirklich berührt! Es zeigt, dass man die schrecklichen Erlebnisse der Vergangenheit aufarbeiten, erzählen und nicht vergessen darf.
Denn nur so kann man verstehen!
Diese Kriegs- und Fluchtgeschichte einer jungen Frau zeigt, wie grausam Krieg ist und wie sie plötzlich von allen verstoßen wurde. Die Deutschen wollten sie nicht und die Norweger auch nicht. Als Hure beschimpft und auf sich allein gestellt.

Das einzige was ihr half war im iRegen zu tanzen….

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Brutal: Demmin 1945
Juni nimmt eine Auszeit auf einer kleinen norwegischen Insel, auf der sie das Haus ihrer Großmutter Tekla geerbt hat. Sie findet alte Fotos und beginnt, Fragen zu stellen. Die Geschichte der Großmutter wird geschildert, die sich in einen deutschen Soldaten verliebte und Norwegen nach dem Krieg verließ. Sie reisen nach Demmin, wo die Familie einen Hof besaß. Parallel weitererzählt wird die Geschichte Junis, die aus einer gewalttätigen Ehe geflohen ist und sich nun auf den Weg nach Deutschland macht.
Was wie eine besinnliche, fast poetische Erinnerungsreise beginnt, führt zu einer Schilderung der Brutalitäten, die russische Soldaten in dem ostdeutschen Städtchen Demmin begingen. Aus Angst vor den Massenvergewaltungungen oder mit der Erfahrung dessen nahmen sich hier viele hundert Menschen das Leben, meist Frauen, die ihre Kinder mitnahmen. Die Gräueltaten werden aus moderner Sicht erklärt, fast könnte man sagen: gerechtfertigt. Wie die Menschen danach damit gelebt haben, wird eindringlich geschildert, aus der Perspektive von Tekla und aus der der nachforschenden Enkelin. Doch auch die Nachkriegszeit in Deutschland mit ihren Erinnerungen, Schuldzuweisungen und Dingen, die verschwiegen werden, sind Gegenstand der Geschichte Junis.
Schwere Kost. Die Autorin hat gründlich in Deutschland und Norwegen recherchiert. Wer sich dem aussetzen möchte, ist zum Schluss erneut dankbar für den Frieden in unserem Land.

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bewegende Familiengeschichte um eine starke Frau aus Norwegen

„Als Großmutter im Regen tanzte“ - da ist sie glücklich. So hat es ihr Großvater immer zu Juni gesagt. Mit ihrem Leben gerade selbst überfordert kehrt Juni nach dem Tod ihrer Mutter in das Haus der Großeltern zurück. Hier findet sie ein Foto ihrer Großmutter mit einem deutschen Soldaten. Was hat das zu bedeuten? Welches Geheimnis verbarg ihre Großmutter? Gab es deshalb immer Spannungen zwischen ihrer Großmutter Tekla und Junis Mutter? Sie begibt sich auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Familie und muss dabei auch Erschreckendes erfahren …
Trude Teige hat mich mit ihrer Geschichte von Anfang an gepackt. Es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und fesselnd. Sie erzählt die Geschichte in verschiedenen Zeitsträngen - im damals aus Sicht von Tekla und im jetzt aus Sicht von Juni mit ihren Kindheitserinnerungen und ihren Recherchen. So erfährt man immer etwas mehr, der Spannungsaufbau ist super gelungen. Es ist nicht einfach nur eine Familiengeschichte sondern auch eine Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse - das Leben der sogenannten „Deutschenmädchen“, der Überlebenskampf nach dem Krieg … Die Protagonisten und auch die Landschaft und Gegebenheiten vor Ort wurden sehr anschaulich und überzeugend dargestellt. Man konnte sich gut hinein versetzen und so mit an den Recherchen teilhaben. Eine Geschichte, die noch lange in mir nachgewirkt hat. Von mir definitiv eine Leseempfehlung.
Vielen lieben Dank an NetGalley Deutschland und natürlich an den S. Fischer Verlag, die mir ein Leseexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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Ein faszinierender Roman, der sich an realen geschichtlichen Ereignissen orientiert und mich bis zur letzten Seite gefesselt hat.
Bis dato hatte ich noch nichts von der unglaublich grausamen Tragödie in Demmin im Jahre 1945 gehört.
Dieses Buch war sehr aufschlussreich und ergreifend.
Aus diesem Grunde empfehle ich es gerne weiter.

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Erzählt wird die Geschichte von drei Generation Frauen und ein Stück norwegische – deutsche Nachkriegsgeschichte. Juni kommt nach dem Tod ihrer Mutter Lilla ins Haus ihrer Großeltern auf einer kleinen norwegischen Insel. Beim Aufräumen entdeckt sie ein Foto von ihrer Großmutter, das sie ganz jung mit einem deutschen Soldaten zeigt. Neugierig geworden, beginnt sie Nachforschungen anzustellen und diese führen sie nach Berlin und in die ostdeutsche Stadt Demmin, wo sie das tragische Schicksal dieser Stadt und ihrer Großmutter aufdeckt.
Ein beeindruckender Roman, der in zwei Erzählebenen das Schicksal der Großmutter Thekla, der Tochter Lilla und der Enkelin Juni erzählt. Die Autorin wollte vor allem das Leben der Frauen im Krieg schildern und stellt daher diese in den Mittelpunkt! Einfach zu lesen, nichtsdestotrotz werden tragische Schicksale erzählt, die niemanden kalt lassen.
Für alle Bibliotheken geeignet!

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Gegen das Vergessen
Juni will eine Auszeit nehmen und fährt in das Haus ihrer verstorbenen Großeltern, es muss aufgeräumt und hergerichtet werden. Gleichzeitig kann sie dort über ihrer Zukunft nachdenken. Sie findet ein sehr altes Foto ihrer Großmutter mit einem deutschen Soldaten der Wehrmacht. Da auch ihre Mutter bereits verstorben ist, kann sie niemanden mehr fragen. sie recherchiert auf den Spuren ihrer Familie und kommt nach Berlin und einer kleinen Stadt im Osten Deutschlands, Demmin. Ein Ort in dem am Ende des Krieges Grauenhaftes geschah.
Es ist ein Buch über starke Frauen, Frauen die geliebt haben und dafür bestraft wurden, ein Buch über den Krieg den Männer führen und Frauen die die Folgen tragen müssen. Es sind viele geschichtliche Tatsachen verarbeitet, die auch nach so langer Zeit nichts an Grausamkeit verloren haben. Diese Details lassen sich nur ertragen, weil die Autorin immer einen Zeitenwechsel vollzieht. Mal begleiten wir Juni bei ihren Recherchen und dem neuen Leben auf der Insel. Dann wieder erleben wir die Lebensumstände von Thekla, der Norwegerin die einen deutschen Wehrmachtssoldaten geheiratet hat.
Trude Teige zeigt Folgen auf, die entstehen wenn jemand Zusammenhänge verschweigt, auch wenn es zum Schutz oder aus Liebe geschieht. Denn wir Menschen brauchen das Wissen um unsere Wurzeln, unsere Herkunft macht einen Teil unserer Identität aus.
Es war für mich ein wichtiges Buch, weil ich die geschichtlichen Details nicht kannte und weil es trotz allem zur Versöhnung aufruft. Die Autorin lässt Thekla sagen: Schauen Sie sich diese Menschen an, halb verhungert, verzweifelt ohne ein Dach über dem Kopf und die sollen Terroristen sein?
Immer nur nach vorn schauen geht nicht, man muss auch das Hinten im Blick haben.
Es gibt immer und überall zwei Seiten einer Medaille.

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Ein sehr berührender Roman. Ich lese sehr gerne Bücher, die zur Zeit des 2. Weltkrieges oder kurz davor oder danach spielen. Das hier behandelte Thema war mir bislang gar nicht so sehr bekannt und hat mich sehr interessiert. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, den Bogen von der Gegenwart in die Vergangenheit zu schlagen.

Die Erlebnisse von Tekla in der Vergangenheit wurden sehr bildhaft beschrieben und ich habe mich direkt in die Zeit hineinversetzt gefühlt. Ich habe mit Tekla gelitten, aber auch mit ihrer Enkeltochter Juni, die sich nach der Trennung von ihrem gewalttägigen Mann in das Haus der mittlerweile verstorbenen Großeltern und Mutter flüchtet und dort auf ein Bild stößt, welches ihre Großmutter mit einem deutschen Soldaten zeigt. Sie begibt sich auf Spurensuche und findet eine Vergangenheit, die ihr im Nachhinein ihre Großmutter und Mutter näher bringt und ihre Probleme im Alltag.

Für mich ein wirklich tolles Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Kriege reißen tiefere Wunden auf als die, die sie nach dem Willen der Verrückten, die sie anzetteln, eigentlich schließen sollten. Wunden, die Jahre, ja Jahrzehnte brauchen, um zu heilen, wenn sie denn heilen, und die das Leben der Überlebenden nachhaltig beeinflussen. Mehr noch für Frauen, die Opfer, Tauschobjekte, "Objekte" sind, an denen man sich rächen kann. In jedem Land Europas gibt es eine Erzählung über die Behandlung, die Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs erlitten haben, die sich aus Not, Berechnung oder Liebe mit dem verhassten deutschen Invasor "verbrüdert" haben. In keinem Land war diese Behandlung jedoch härter als in Norwegen, so sehr, dass das Stigma fast bis in die Gegenwart reicht. Dies ist der Bezugsrahmen für diesen bemerkenswerten Roman, der sich aus den Nachforschungen ergibt, die Juni anstellt, nachdem sie in dem Haus, in dem ihre Großeltern und später ihre Mutter lebten, Dokumente gefunden hat, die von unbekannten Ereignissen in der Geschichte ihrer Familie berichten. Diese Suche führt sie nach Deutschland, in das verfluchte Dorf Demmin, wo am Ende des Zweiten Weltkriegs der schrecklichste Massenselbstmord stattfand, und dann auf die Spuren ihrer Großmutter, die als "deutsche Hure" ihrer norwegischen Staatsbürgerschaft beraubt wurde, bis sie nach Norwegen zurückkehrte und ein scheinbar ruhiges Leben führte. Von Gewalt geprägte Schritte, aber auch unerwartete Unterstützung, die sie jedoch nie von der Last der Schande befreien kann.
Eine negative Bemerkung in diesem wirklich sehr guten Roman: Die Einführung von häuslicher Gewalt durch ihren Ehemann in Juni's Geschichte ist zu viel, wenn man bedenkt, wie viel Fleisch bereits im Feuer ist.

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Schweigen ist so schmerzhaft wie die Wahrheit
Eine junge Frau mit dem hoffnungsvollen und fröhlichen Namen Juni flieht auf eine Insel. Sie hat das Haus ihrer Großeltern, die schon länger tot sind, von ihrer Mutter Lilla geerbt. Juni ist schwanger von ihrem Mann Jahn, der cholerisch und gewalttätig ihr Leben zur Hölle machte, das Kind möchte sie nicht behalten. Juni ist von Selbstzweifeln und Selbstmitleid geplagt, sie versteckt sich nicht nur vor Jahn, sondern auch vor sich selbst. Nun will sie auf der Insel zur Ruhe kommen. Der alte Nachbar Alfred ist ihr eine moralische Stütze, denn er kannte noch ihre Großeltern Tekla und Konrad, natürlich auch Lilla.
Juni beginnt das Haus aufzuräumen und findet verschiedene Dinge, die die Vergangenheit plötzlich in einem anderen Licht erscheinen lassen. Ein Foto ihrer Großmutter, an die Juni sich liebevoll erinnert, zeigt Tekla mit dem deutschen Soldaten Otto. Tekla war eine Tyskertøs, ein verachtetes Deutschenmädchen. In zwei unterschiedlichen Zeit- und Erzählebenen erfährt der Leser ihre Geschichte und begleitet Juni auf ihrer Reise in die Vergangenheit.
Doch zuerst hat Jahn ihre Spur gefunden und als sie ihm weder gehorchen noch nach Hause folgen will, schlägt er sie zusammen. Der alte Alfred und ein plötzlich auftauchender Mann namens Georg Alsaker helfen ihr und Jahn wird von der Polizei abgeholt. Nur langsam erholt sich Juni von dem Schock, der neue Nachbar Georg erweist sich als ein einfühlsamer und kluger Freund. Juni erzählt ihm von der Geschichte Teklas und ihrem Verdacht, dass Großvater Konrad wohl nicht der Vater ihrer Mutter Lilla sein würde. Gemeinsam machen sie sich anhand einiger Dokumente auf die Spurensuche. Diese führt sie später auf einer gemeinsamen Reise nach Demmin, woher Otto, der deutsche Soldat auf dem gefundenen Foto, ursprünglich stammte. Parallel zur Spurensuche entwickelt die Autorin auf der zweiten Zeitebene die tragische Lebensgeschichte von Tekla, die mit der Ausreise aus Norwegen und der Heirat eines Deutschen gleichzeitig ihre norwegische Staatsbürgerschaft verliert.
Demmin, 1945 geschah dort Unbeschreibliches, Hunderte Frauen mit ihren Kindern, aber auch Männer, nahmen sich binnen weniger Tage das Leben. Der Einmarsch der Roten Armee, die Vergewaltigungen und Plünderungen durch entmenschlichte Rotarmisten, das Niederbrennen der Stadt, das konnten viele nicht ertragen oder sie hatten Angst, dass es auch ihnen noch geschehen würde. Demmin ist ein humanitäres Unglück, das lange verschwiegen wurde, in der ehemaligen DDR waren Erzählungen dieser Art über die "Freunde" generell unerwünscht und wurden als westliche, feindliche Propaganda abgetan und verfolgt. Selbst mehr als 30 Jahre nach der Wende ist das Wissen über die Geschehnisse immer noch kein Allgemeingut, nur wer sich tatsächlich interessiert, wird in Büchern und Zeitschriften, teils auch im Fernsehen, fündig. Für Juni ist es ein wahrer Schock.
So wird sich herausstellen, dass Otto von Russen erschossen wurde und Lilla bei einer Massenvergewaltigung durch diese Russen entstanden ist. Tekla wird trotz allem ihr Kind bekommen und mit Konrads Hilfe den Weg zurück nach Hause, nach Norwegen finden. Das Schweigen aber wird sie alle, Tekla, Konrad, Lilla und auch Juni immer begleiten. Juni wird bei der weiteren Suche, begleitet von Georg, immer tiefer eindringen in die Familiengeheimnisse und am Ende auch noch das letzte Rätsel ihrer Herkunft lösen können.
Die ersten Kapitel hatten mich etwas ratlos gemacht und irritiert, aber mit Beginn der zweiten Erzählebene um Teklas Lebensweg hat sich das geändert. Es war spannend, ihn zu verfolgen. Die Unbedingtheit des Bruders von Tekla zu erfahren, die sie fast das Leben gekostet hätten, aber auch die Hilfe von Menschen, die selbst wenig oder nichts hatten, zu erleben, das war sehr eindrucksvoll und berührend. Dabei wird auch der Ursprung der Liebe von Tekla zum Tanz im Regen erklärt, was die Geschichte zu einem Ganzen verbindet. Der Roman verheißt ein tröstliches Ende. Vielleicht werden es Juni und Georg sein, die sich mit Liebe, Offenheit und Vertrauen ein neues Leben aufbauen.
Der Roman liest sich gut und schnell findet man sich in die Zeitebenen ein. Die Protagonisten sind so charakterisiert, dass man keine Probleme hat, sich diese als lebendige Menschen vorzustellen. Trude Teige hat ein weiteres Mal bewiesen, dass sie eine hervorragende Menschenkennerin und -beobachterin und eine perfekte Geschichtenerzählerin ist.

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Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann zieht sich Juni in das Haus ihrer verstorbenen Großmutter Tekla zurück. Hier, auf der kleinen norwegischen Insel Kragerø will sie zur Ruhe kommen und über ihr weiteres Leben nachdenken.

Beim Aufräumen findet sie unter anderem ein Foto, das die junge Tekla mit einem unbekannten, deutschen Soldaten zeigt, sowie die Heiratsurkunde, die besagt, dass Lilla, ihre Mutter lange vor der Hochzeit geboren wurde. An sich, während der Nachkriegszeit kein ungewöhnliches Schicksal. Doch das Verhältnis Tekla zu Lilla war immer genauso konfliktbeladen wie ihre Junis, Beziehung zu ihrer Mutter Lilla. Juni kann weder Tekla noch Lilla fragen, da beide inzwischen verstorben sind.

In ihre Unschlüssigkeit, die Rätsel der Vergangenheit lüften oder auf sich beruhen zu lassen, platzt Georg, der neue Nachbar hinein. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen. Juni vertraut sich ihm an und die beiden begeben sich auf Spurensuche in die Vergangenheit, die so manches bittere Geheimnis zutage fördert. Die verworrenen Wege führen von Norwegen aus nach Berlin und in die ehemalige DDR, nach Demmin.

Meine Meinung:

Trude Teige nimmt sich in diesem Roman eines nach wie vor heiklen Themas an: Liebesbeziehungen zwischen deutschen Besatzern und norwegischen Frauen im Zweiten Weltkrieg. „Tyskertøs“ - Deutschenmädchen oder Deutschenhure werden jene genannt, die sich mit den Besatzern einlassen. Dass ihnen ihr Haar geschoren wird, ist nur ein Teil der Rache. Viele von ihnen werden von ihren Familien verstoßen, vor allem, wenn sie schwanger wurden. Diese Einstellung belastet familiäre Beziehungen bis heute.

In zwei großen Erzählsträngen werden die Familienbeziehungen zwischen den drei Frauen aufgerollt.

Die Suche nach Teklas Vergangenheit, die auch eng mit Junis Herkunft verwoben ist, gestaltet sich als Reise in die Nachkriegszeit, mit allen ihren Facetten wie zerbombten Städten, Hunger und Kälte, den unzureichenden Entnazifizierungen im Westen Deutschlands sowie der Errichtung der DDR im Osten. Interessant ist, dass Juni und Georg zahlreiche Zeitzeugen und Dokumente finden, die Auskunft über Tekla geben können.

Dabei stoßen sie auf die Geschichte von Demmin, wo sich aus Angst vor den Gräueltaten der Russen, mehrere Hundert Einwohner, vorrangig Frauen ihre Kinder getötet und anschließend Selbstmord begangen haben.

Die einzelnen Erzählstränge sind penibel recherchiert und fesselnd erzählt. Die Perspektiven wechseln mehrmals, was die Spannung beträchtlich erhöht.

Tekla kann auf ein erfülltes Leben zurückblicken. Ihre Erlebnisse verarbeitet sie in ihren Bildern und manchmal tanzt sie, wohl in Erinnerung an Otto, im Regen. Lillas Schicksal kommt fast ein wenig zu kurz, obwohl sie eine Leidtragende der Ereignisse ist. Als herauskommt, dass ihre Mutter eine „Tyskertøs“ war, wird sie von ihrem Verlobten verlassen.

Fazit:

Das Buch ist, weil es an einem Tabu-Thema kratzt, keine leichte Kost. Gerne gebe ich diesem berührenden Buch, das penibel recherchiert und fesselnd geschrieben ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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"Ertränkt in Teichen mit Rucksäcken voller Steinen, an Bäumen hängend, erschossen oder mit Zyankali vergiftet: Mindestens 700 Menschen nahmen sich kurz vor Kriegsende 1945 in der vorpommerschen Kleinstadt Demmin das Leben.“ (Deutschlandfunk)

ALS GROßMUTTER IM REGEN TANZTE
Trude Teige

Die Autorin schreibt ihren Roman in zwei Zeitebenen:

- Norwegen, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, verliebt sich die junge Tekla in den deutschen Soldaten Otto.
Sie wird als ‚Deutschenhure' beschimpft, ihre Eltern wenden sich von ihr ab und so beschliesst Tekla mit ihrem Freund Otto nach Deutschland, in die kleine Stadt Demmin, in Mecklenburg-Vorpommern, zu ziehen.
Otto Adler kommt aus einer wohlhabenden Familie, seine Eltern besitzen ein großes Gestüt, doch als sie endlich nach einer langen und beschwerlichen Heimreise in Demmin ankommen, ist Ottos Familie tot und das Gut, der kleine Teil der nicht in Schutt und Asche liegt, von der Russischen Armee besetzt.
Otto erkennt die Lage schnell und glaubt nicht daran, dass der Russe ihnen je das Gestüt wiedergeben würde. Tekla und er beschliessen zurück in den Westen Deutschlands zu fliehen, um dort einen Neuanfang zu wagen, doch die Flucht misslingt.

- Juni hat das Haus ihrer Großmutter Tekla auf der kleinen norwegischen Insel geerbt. Sie selbst braucht eine Auszeit. Sie fühlt sich ausgebrannt und beabsichtigt sich von ihrem Mann zu trennen. Als sie alte Fotos von ihrer Großmutter findet, stellt sie fest, dass das Geburtsjahr ihrer Mutter nicht mit dem ihr bekannten übereinstimmt. Immer wenn sie ihre Großmutter auf ihre Vergangenheit ansprach, wandte Tekla sich ab. Juni begibt sich auf Spurensuche und findet Unglaubliches heraus.

Trude Teige hat es perfekt verstanden ihre fiktiven Protagonisten mit historische Fakten zu verknüpfen. Ich hatte von dem größten Selbstmord der deutschen Geschichte noch nie gehört: Als die Deutsche Wehrmacht Demmin verlässt und die Rote Armee anrückt, nehmen sich zwischen dem 30. April und dem 3. Mai 1945 mindestens 700 Demminer das Leben.

Auch wenn der geschichtliche Hintergrund unglaublich bedrückend ist, so ist das Buch ein wirkliches #highlight . Der Schreibstil ist flüssig, die Sätze schön, der Einstig ins Buch leicht, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen - ein wahrer Pageturner.
Ein berührendes Buch und ich möchte euch es unbedingt empfehlen!

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Als Großmutter im Regen tanzte
Roman | Der bewegende Bestseller aus Norwegen um ein unbekanntes Stück deutscher Geschichte
von Trude Teige

Zu Beginn möchte ich Trude Teige danken, dass sie sich dieser wenig bekannten norwegisch - deutschen Geschichte angenommen hat.

Das Buch ist erschütternd, berührend und spannend geschrieben.
3 Frauen - eine Familie und Geheimnisse für mehr, als ein Leben ertragen kann.
Die Großmutter Tekla trägt ihr Leben lang am schwersten Geheimnis, welches die Wurzeln in einer der schrecklichsten Zeiten europäischer Geschichte hat. Sie, eine junge Norwegerin, verlässt Familie und Land am Kriegsende als Deutschenmädchen an der Seite ihrer Liebe, des dt. Soldaten Otto, um in seiner Heimat Demmin neu anzufangen. Sie hat einen langen, schweren Weg vor sich, bis sie wieder in Norwegen Glück finden kann.

Ihre Tochter Lilla war Zeit ihres Lebens Opfer der Geheimnisse.
Juni, die Enkelin, hat nach dem Tod der Mutter und Großeltern nun die Möglichkeit, den Ursachen auf den Grund zu gehen....

Die Geschichte wechselt gekonnt zwischen der Vergangenheit von Tekla und Junis Fortschritt bei ihren "Wurzelforschungen" ab.

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Inhalt lt. Verlag:
Als Juni ins Haus ihrer verstorbenen Großeltern auf der kleinen norwegischen Insel zurückkehrt, entdeckt sie ein Foto: Es zeigt ihre Großmutter Tekla als junge Frau mit einem deutschen Soldaten. Wer ist der unbekannte Mann? Ihre Mutter kann Juni nicht mehr fragen. Das Verhältnis zwischen ihrer Mutter und ihrer Großmutter war immer von etwas Unausgesprochenem überschattet.
Die Suche nach der Wahrheit führt Juni nach Berlin und in die kleine Stadt Demmin im Osten Deutschlands, die nach der Kapitulation von der russischen Armee überrannt wurde. Juni begreift, dass es um viel mehr geht als um eine verheimlichte Liebe. Und dass ihre Entdeckungen Konsequenzen haben für ihr eigenes Glück.
»Als Großmutter im Regen tanzte« erzählt davon, wie uns die Vergangenheit prägt bis in die Generationen der Töchter und Enkelinnen. Doch vor allem ist es eine Geschichte über die heilende Kraft der Liebe.


Mein Eindruck:
Ich beschäftige mich viel über den Zweiten Weltkrieg mit all seinen Auswirkungen für die Bevölkerung. Auswirkungen, die sich bis auf die Enkelgeneration erstrecken. Ursprünglich war meine Erwartung, dass es sich überwiegend in Norwegen abspielt und ausschließlich um die „Deutschenmädchen“ handelt. Erhalten habe ich ein Buch, das um so vieles weiter geht.

Juni möchte wissen was ihre Großmutter mit dem jungen deutschen Soldaten auf dem Foto zu tun hatte. Sie beginnt mit der Hilfe eines Nachbarn dem Geheimnis ihrer Großmutter Tekla nachzuforschen. Denn eigentlich weiß sie nicht viel über sie und ihrer Vergangenheit. Vieles wird in dieser Familie verschwiegen, was sich von einer Generation zur nächsten überträgt. Eine Aufarbeitung findet leider nicht statt. Parallel dazu erfährt man die Geschichte in Rückblenden aus der Sicht der Großmutter, Tekla. Das haucht den Fakten, die Juni herausfindet, Leben ein. Erstaunlich dabei ist, dass Trude Teige niemals abwertend oder verurteilend wird, egal was geschieht. Sie bleibt sehr empathisch bei ihren Figuren. Hin und wieder erschien mir mancher Fortgang der Geschichte -ob bei Juni oder Tekla- konstruiert, was beim Lesen allerdings nicht sehr störend ist. Man will wissen, wie es weitergeht und bleibt voller Interesse dran.


Fazit:
Trude Teige hat sehr sorgfältig recherchiert und konnte sogar noch eine der „Deutschenmädchen“ persönlich treffen. Man erfährt einiges über die Zeit nach Kriegsende. Unter anderem auch über die entsetzlichen Geschehnisse in Demmin, die mir nicht neu waren.
Man sollte sich unbedingt darüber klar sein, dass dieses Buch explizite Gewalt gegen Frauen enthält. Diese werden nicht effekthaschend gezeigt, ist aber vorhanden. Krieg ist immer schmutzig; auch nach dem Ende. Trude Teige war es ein ganz besonderes Anliegen diese Geschichte, aus der doch eher unbekannten Sicht von Frauen zu erzählen.

Mich hatte dieses Buch berührt, weil aus Fakten Geschichte wurde und ich wünsche ihm viele Leser.

Ich vergebe 4,5 Sterne

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Ich finde das Buch einfach nur mega. Es ist echt sehr interessant also ich kann’s nur weiter empfehlen

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Ja das sind die Bücher , für die es immer wieder Leserinnen gibt. Frau Teige erzählt mich leichter Hand eine faszinierende Geschichte, der man gerne folgt. Von der ersten Seite an ein großes Lesevergnügen.

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Trude Teige hat mit ihrem Buch "Als Großmutter im Regen tanzte" ein Stück Zeitgeschichte in Romanform herausgebracht. Es gibt nur wenige Bücher ,die sich mit dem Thema "Deutschmädchen" zur Besatzungszeit in Norwegen beschäftigen. Ein hochemotionales Thema - von beiden Seiten aus gesehen. Mit SIcherheit sind auch bis heute noch immer viele Vorurteile auf norwegischer Seite vorhanden.. Umso wichtiger ist es, diesen entgegenzutreten.Ein Dank an die Autorin für ihr großartiges Buch.

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Der Verlag kündigt diesen Roman an als „der bewegende Bestseller aus Norwegen um ein unbekanntes Stück deutscher Geschichte.“. Jetzt habe ich den Roman mehr oder weniger am Stück durchgelesen, und muss dem zustimmen. Es ist bewegend, es ist spannend, und ich muss gestehen, ich habe hier noch eine Nachhilfestunde in Geschichte erhalten.
Und hierum geht es: Juni, um die 30, flüchtet vor ihrem gewalttätigen Mann auf eine kleine Insel vor der norwegischen Küste. Dort hat sie das Häuschen ihrer Großeltern geerbt, das diese ein paar Jahre nach dem 2. Weltkrieg gekauft haben-. Die Großeltern sind vor ein paar Jahren gestorben, und Junis Mutter Lilla ist nun auch vor ein paar Monaten gestorben. Das Haus steht also leer, und Juni kann sich hier ein neues Leben aufbauen.
Junis Familiengeschichte ist nicht unbelastet. Es gab viele Dinge, die niemals ausgesprochen wurden, und Mutter Lilla hat ihr immer den Namen ihres eigenen Vaters vorenthalten. Beim Ausmisten des Häuschens findet Juni nun ein altes Foto, das unverkennbar ihre Großmutter mit der neugeborenen Silla zeigt – aber der Mann daneben ist nicht der geliebte Großvater, sondern ein fescher deutscher Soldat….Juni beginnt zu recherchieren, und damit beginnt eine faszinierende Reise in die Vergangenheit, sowohl in die ihrer Familie als auch in die deutsch-norwegische Vergangenheit der letzten Kriegsjahre und Nachkriegsjahre.
Das Buch wird abwechseln aus der Sicht von Juni im hier und jetzt und der Sicht ihrer Großmutter Tekla erzählt. Peu a peu bröselt Juni die Geschichte auf, peu a peu begleiten wir Tekla, die als junges norwegisches Mädel sich in einen Soldat der deutschen Besatzungsmacht verliebt und als „Deutschenhure“ ihm nach Kriegsende in dessen ostdeutsche Heimat folgt. Doch das Gut in Ostdeutschland wurde von den Sowjets besetzt, denn Demmin wurde nach der Kapitulation von den Russen überrannt. Anstatt in die geliebte Heimat zurück zu kehren, stehen Tekla und ihr Mann Otto vor Verwüstungen und Verzweiflung….
Das Buch stand lange auf norwegischen Bestsellerlisten, und nicht zu Unrecht: es ist einfach packend geschrieben, gut recherchiert, und rollt ein Kapitel in der Kriegsgeschichte auf, von der die meisten wohl wenig bis gar nichts wussten. In meiner Wahrnehmung hat der letzte Weltkrieg nur ganz am Rande Skandinavien involviert, aber ich muss revidieren, dieser Rand war groß. Wie überall bei jedem Krieg gab es Liebesgeschichten zwischen einheimischen Frauen und Soldaten der Besatzungsmacht, das kennen wir ja durchaus auch aus dem Nachkriegsdeutschland, und hier war die Konstellation mal umgekehrt. Eine Deutschenhure zu sein ruinierte Leben und Ruf in der Heimat sehr nachhaltig. Da überlegt man es sich schon drei Mal, was man erzählt, wenn man später mit Kleinkind zurück kommt…..und so entstehen dann die Löcher in den Familiengeschichten….. das war so der psychologische Aspekt, den ich echt interessant erzählt fand. Lilla ist an diesen schwarzen Löchern zerbrochen, und Juni will sich daraus befreien.
Ach ja, kurz zum Titel noch: Tekla tanzte ihr Leben gern im Regen. Am liebsten in einem roten Kleid, mit einem Hauch Chanel No 5. Der Regen war ihr Applaus und Elixier. Und kurz nach ihrem letzten Tanz dann legte sie sich in den Schnee und verstarb.
Ich fand den Roman sehr dramatisch, und immer dann am packendsten, wenn es um die schlimmen Schicksalsschläge geht: Leben und Tod in (Nach)-Kriegszeiten, aber es gibt immer, immer auch Hoffnung. Tekla lebt diese Hoffnung auch in ihren düsteren Momenten, eine richtig starke Frauenfigur.
Also, ich fasse zusammen: Bitte lesen. Das Cover ist nicht wirklich dolle und ansprechend, der Titel melodramatisch-merkwürdig, der Name der Autorin sagte mir gar nix, aber der Inhalt ist super!
Das ebook war in meinem Netgalley-Adventskalender, ansonsten hätte ich es echt übersehen. Was wirklich schade gewesen wäre. Vielen Dank an den Verlag und Netgalley.de für das Rezensionsexemplar!

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Schwanger und gefangen in einer gewalttätigen Ehe flüchtet Juni in das Haus ihrer Großeltern auf einer norwegischen Insel das sie nach dem Tod der Mutter geerbt hat. Beim Aufräumen entdeckt sie alte Fotos und stößt auf ein trauriges Familiengeheimnis. Die Großmutter war ein 'Deutschmädchen' eine Norwegerin die im Dritten Reich in einen Deutschen verliebt war.
Gemeinmsam mit dem alten Nachbarn begiebt Juni sich auf eine Reise in die Vergangenheit die bis in ein deutsches Dorf führt.

In zwei Zeitebenen und aus Sicht von Juni in der Gegenwart und ihrer Großmutter wir hier eine ergreifende Familiengeschichte erzählt und bietet zugleich eine mir bislang unbekannte Seite auf das Grauen des Krieges.
Der Schreibstil ist ruhig und einfühlsam, die grausamen Taten werden gut dosiert in die Erzählung eingeflochten. Eine gelungene Mischung aus Roman und Geschichte.

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Nach dem Tod ihrer Mutter und persönlichen Problemen kehrt Juni auf eine norwegische Insel in das geerbte Haus zurück, wo sie bei ihren Großeltern aufwuchs. Beim Aufräumen findet sie ein Foto, dass sie sich nicht erklären kann. Gemeinsam mit einem Nachbarn macht sie sich auf den Weg, Licht ins Dunkel der Vergangenheit ihrer Großmutter zu bringen. Dies führt sie in den Osten Deutschlands und zu einer wenig bekannten wahren Begebenheit kurz nach Beendigung des zweiten Weltkrieges.

Die Autorin schafft es, Realität und Fiktion logisch miteinander zu verbinden. Sie lässt auch schreckliche Szenen nicht aus, weiß sie aber gut zu dosieren, indem sie nur erzählt, was für die Geschichte relevant ist. Das Schicksal von drei Generationen norwegischer Frauen fließt in eine bewegende Geschichte ein. Mit ihrer packenden und kraftvollen Schreibweise hat die Autorin zudem fesselnd und zugleich einfühlsam erzählt. Hervorzuheben ist auch ihre detaillierte Recherche. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen jeweils aus der Sicht von Großmutter und Enkelin erzählt. Nach der Lektüre finde ich das Buchcover sehr passend, es gibt die Stimmung des Romans bestens wieder. Eine tolle Lektüre, die ich uneingeschränkt empfehlen möchte.

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Familiengeheimnisse
Um aus ihrer lieblosen Ehe auszubrechen flieht Juni in das Haus ihrer verstorbenen Großeltern und hofft, auf der kleinen der norwegischen Küste vorgelagerten Insel zur Ruhe zu kommen. Dort entdeckt sie beim Aufräumen ein Foto, das Großmutter Arm in Arm mit einem deutschen Soldaten zeigt. Als sie dann noch die Heiratsurkunde ihrer Großeltern findet wird ihr klar, dass in ihrer Familiengeschichte ein Geheimnis verborgen ist. War das vielleicht der Grund, warum ihre Mutter Lilla mit Großmutter immer Streit hatte? Und warum liebte es Großmutter Thekla so sehr, bei Regen im Freien zu tanzen? Junis Neugier ist geweckt, sie forscht weiter, unterstützt von Nachbar Georg. Die Spur führt die beiden nach Deutschland, wo sie auf die schrecklichen Nachkriegs-Ereignisse in der Stadt Demmin stoßen …
Die Autorin Trude Teige wurde 1960 in einem kleinen Ort an der Küste Norwegens geboren. Sie ist ausgebildete Übersetzerin und Journalistin und arbeitete viele Jahre als Reporterin, Nachrichtensprecherin und Programmmanagerin beim norwegischen Sender TV2. Als Schriftstellerin debütierte sie 2002 mit einem historischen Roman, in dem sie viele Erlebnisse ihrer Urgroßmutter verarbeitete. Das Original des Romans „Als Großmutter im Regen tanzte“ war bereits 2015 ein Bestseller in Norwegen, ist inspiriert von tatsächlichen Ereignissen und Menschen und wurde für den Bookstore-Preis nominiert. Trude Teige hat zwei Töchter und lebt in einem Vorort von Oslo.
Dass der Zweite Weltkrieg viel Leid über Europa brachte, dürfte allgemein bekannt sein. Dass aber auch norwegische Frauen, die sich in einen deutschen Besatzungssoldaten verliebten, Schreckliches durchmachen mussten, wusste ich bisher nicht. Von solch einem Schicksal erzählt dieser Roman, von Schande, Bloßstellung, Angst, Hoffnungslosigkeit, verdrängter Trauer und versuchtem Vergessen.
In sachlichem, beinahe als nüchtern zu bezeichnendem Schreibstil beschreibt die Autorin in zwei Zeitebenen abwechselnd Junis Suche nach der Wahrheit und Großmutter Theklas Erlebnisse im Nachkriegsdeutschland. Dabei schreckt sie auch vor gewalttätigen, brutalen Szenen nicht zurück und schildert diese ohne zu verurteilen. Wir erleben den Einzug der Roten Armee und erfahren vom Massensuizid in der Kleinstadt Demmin, bei dem sich aus Angst vor den russischen Soldaten mehrere Hundert Personen mit ihren Angehörigen das Leben nahmen. Die entsetzlichen Erlebnisse wirken nach und beeinflussen auch das Leben der nachfolgenden Generationen. Diese Einzelheiten lassen sich nur ertragen, weil wir immer wieder zur Enkelin Juni zurückkehren, sie bei ihren Recherchen begleiten, an ihrem neuen Leben auf der Insel teilhaben. Dass sie am Ende ein neues Glück findet, stimmt versöhnlich.
Fazit: Sehr gut recherchierte und spannend geschriebene Lebens- und Liebesgeschichte, bei der man viel über die unmittelbare Zeit nach Kriegsende erfährt – ein Buch, das noch lange nachhallt.

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„Als Großmutter im Regen tanzte“ erzählt auf zwei Zeitebenen die Geschichte der Großmutter Tekla und der Enkelin Juni.

Juni zieht in Norwegen in das geerbte Haus ihrer Großeltern. Dort stößt sie auf Fotos ihrer Großmutter. Auf einem ist Tekla als junge Frau mit einem deutschen Soldaten zu sehen. Wer ist er? Da auch die Mutter von Juni verstorben ist, kann niemand mehr diese Frage beantworten. Beim aufräumen findet sie weitere Informationen und mit dem, ebenfalls erst gerade auf die Insel gezogenen, Nachbarn George beginnt sie zu recherchieren.

Tekla verliebte sich als 18-jährige in Otto, einem deutschen Soldaten. Mit ihm verließ sie Norwegen, heiratete ihn und begab sich auf dem Weg zu seinem Gut in Demmin. Nun war sie ein Deutschenmädchen. So wurden die Frauen genannt, die sich mit deutschen Soldaten abgaben. Als sie ausreist, muss sie ihren norwegischen Pass abgeben. Gemeinsam machen sie sich auf dem Weg nach Demmin, der Stadt in der hunderte Einwohner Suizid begingen als die russischen Soldaten einmarschierten.

Doch der Mann, den Juni als ihren Großvater kennt, ist nicht Otto.
Juni erkennt, wie die Vergangenheit ihre Großmutter prägte, warum das Verhältnis zu ihrer Tochter Lilla so war, wie es war und warum diese im Regen tanzte, während sie Juni gleichzeitig einen neuen Weg beschreitet.

Die Erzählstränge von Großmutter und Enkelin verweben immer mehr, so dass ein sehr schöner Familienroman entstanden ist. Ein Liebesroman mit Happy End und teilweise ein historischer Roman. Sind einem die Vorgänge um Demmin und der Deutschenmädchen nicht bekannt, so lassen sie sich hier nachlesen.

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Die Autorin erzählt eine sehr bewegende Familiengeschichte aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. In der Gegenwart kümmert sich Juni um das Haus ihrer verstorbenen Großeltern in Norwegen. Dort entdeckt sie das Foto eines deutschen Soldaten und fängt an Nachforschungen anzustellen. In der Vergangenheit wird die Geschichte der Oma erzählt.

Ich fand die Geschichte sehr fesselnd. Man liest nicht oft etwas darüber, wie es war, als Norwegen besetzt war. Mir hat gut gefallen, dass Juni dann auch verschiedene Orte bereiste, wo ihre Oma mal war. Dies wird dann immer mit der Vergangenheit verknüpft, so dass man verstand, was sich nach dem Krieg dort abgespielt hat. Einige Szenen sind schwer zu ertragen, aber es war damals so. In dieser Familiengeschichte gibt es einige Geheimnisse zu entschlüsseln, was das Buch von Anfang bis Ende spannend zu lesen gemacht hat und auch einen Bogen schlägt, zu dem etwas ungewöhnlichen Buchtitel.

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Ein so spannender, wie bewegender Roman! Familiengeschichte und Zeitgeschichte werden toll miteinander verbunden. Es zeigt auf spannende und toll erzählte Weise, wie sehr die Geschichte uns beeinflusst und Auswirkungen auf die Generationen einer Familie hat!
Ein schöner Blick in das heutige Norwegen, ein fesselnder Bericht über einen erschreckenden Teil der Geschichte.

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Als Großmutter im Regen tanzte von Trude Teige - ein Stück Zeitgeschichte über die Nachkriegszeit in Norwegen und Deutschland.

Dieser sensibel geschriebene Roman über die "Deutschenmädchen" hat mich sehr berührt. Es ist keine Kriegsgeschichte im herkömmlichen Sinne. Es zeigt, dass Liebe immer und überall möglich ist und der Krieg Liebe und Heirat, auch zwischen Feinden, nicht verhindern kann. Die leidvollen Erfahrungen der Paare werden sehr berührend und mitreißend beschrieben. Ein Roman, der unter die Haut geht. Absolute Leseempfehlung!

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Juni erbt das Haus ihrer Großmutter. Es liegt auf einer norwegischen Insel, die nur wenig besiedelt ist. Als ihr Mann mal wieder die Hand gegen sie erhebt, flieht sie vor ihm in dieses Haus. Ihre Mutter Lilla starb vor wenigen Wochen und sowohl sie als auch Großmutter Tekla trugen schwer an Geschehnissen aus der Vergangenheit. Als Juni sich damit beschäftigt merkt sie rasch, dass auch ihr Verhalten eng mit jenem von Tekla und Lilla verknüpft ist. Sie begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit.

Der zweite Weltkrieg war grausam und hat die Wertschätzung gegenüber Deutschen beeinflusst. Die war nämlich nicht mehr vorhanden. Junge Frauen, die sich in einen deutschen Soldaten verliebten, wurden als „Deutschenhure“ bezeichnet und selbst von der Familie gemieden. Das war auch in Norwegen der Fall und dieses Kapitel deutscher Geschichte greift die Autorin Trude Teige in #AlsGroßmutterimRegentanzte auf. Es dauerte eine Weile, bis ich in das Buch eintauchen konnte. Aber es nahm dann doch noch Fahrt auf und je länger ich las, desto erschütterter war ich. Denn, auch wenn es kein Tatsachenbericht ist, die Ereignisse sind mit Sicherheit nicht an den Haaren herbeigezogen.

Der Massenselbstmord von Demmin zum Beispiel ist Fakt und das Ereignis wurde dokumentiert. Wie schrecklich muss ein Erlebnis sein, wenn als Ausweg danach nur noch der Tod gesehen wird? Anschaulich berichtet die Autorin von den Qualen der Frauen. Aber auch den Bogen zum Leben Junis spannt sie sehr gekonnt. Zeigt er doch eindeutig, wie sich Traumata der Eltern und Großeltern auf das Leben ihrer Nachkommen auswirken. Es gibt so viele Gräueltaten während und nach dem Krieg, die niemals in Vergessenheit geraten dürfen. Und ich danke jedem Autor, der sich auf Recherchereise begibt und alle Erkenntnisse in Buchform veröffentlicht. Klare Leseempfehlung von mir. #NetGalleyDE

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3 Generationen von Frauen in Norwegen. Großmutter Tekla, Mutter Lilla und Tochter bzw. Enkelin Juni. Doch das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter war in allen Generationen angespannt und von Unausgesprochenem überschattet. Tekla und Lilla sind bereits verstorben und Juni kehrt in das Haus ihrer Großmutter zurück. Dabei entdeckt sie ein Foto von Tekla mit einem ihr unbekannten Mann und begibt sich auf die Suche nach seiner Identität und in die Vergangenheit ihrer Großmutter.

Erzählt wird die Geschichte in zwei Strängen und Zeitebenen. Das Auseinanderhalten hat mir nie Probleme bereitet, da sie optisch durch unterschiedliche Schriftarten getrennt sind.
Die Gegenwart von Juni ist geprägt von ihrem Aufenthalt in Teklas Haus und ihrer späteren Reise nach Deutschland.
Der zweite Strang ist der von Tekla und führt uns in ihre frühen Jahre des Erwachsenwerdens. Ihre Liebe zu einem deutschen Soldaten soll ungeahnte Probleme und Hindernisse mit sich bringen.

Es ist vor allem das Leben von Tekla, welches berührt und ergreift. Es ist gespickt mit historischen Hintergründen. Welche Konsequenzen ergaben sich für norwegische Frauen, wenn sie einen deutschen Soldaten geheiratet haben und aus Norwegen ausreisen mussten. Auch das Leben in Deutschland war für viele nicht wie erwartet. Zwar war der Krieg vorbei, aber die Städte lagen in Schutt und Asche. Familienmitglieder waren verstorben. Er war nicht ausreichend zu Essen oder Heizmaterial vorhanden und das Überleben war ein täglicher Kampf. Und je mehr wir von Teklas Erlebnissen erfahren, umso verständlicher wird ihr späteres Schweigen gegenüber ihrer Tochter.

Ich habe einige Zeit gebraucht um in dieses Buch zu finden. Doch es ist die Schilderung der Nachkriegszeit, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Ist es doch ein Teil des Krieges der oft unerwähnt bleibt.

Fazit: sowohl Familienroman als auch Liebes- und Frauenroman, aber in erster Linie ein Kriegsroman.

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[Digitales Rezensionsexemplar] Diesen bewegenden Roman habe ich schon zu meinem Highlights im Januar zählen dürfen, heute nun erscheint das Buch auch auf dem deutschen Markt und ich kann euch die Geschichte wirklich ans Herz legen:

"Als Großmutter im Regen tanzte" von @trudeteige, aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob, erschienen bei @sfischerverlage

Trude Teige erzähl eine Geschichte vom Krieg und seinen Folgen, die noch Generationen nachwirken...
Dabei berichtet sie in zwei Zeitebenen. In der Gegenwart lesen wir in der Gegenwart von Juni, die zurück kehrt in das Haus ihrer Großeltern. Alina diesem Haus auf der norwegischen Insel hat sie ihre Kindheit verbracht, jetzt ist sie hier, um den Nachlass aufzulösen.
Beim Aufräumen findet sie ein Foto, das ihre Großmutter mit einem deutschen Soldaten zeigt.
Sie beginnt zu recherchieren...
In der Vergangenheit geht es um das Leben der Großmutter Thekla, die sich als Norwegerin in einen deutschen Soldaten verliebt hat. Daraufhin als „tyskerjentene“ („deutsches Mädchen“) von Familie und Landsleuten verachtet, geht sie mit Otto nach Deutschland.
Ottos Eltern besitzen einen Gutshof in Demmin....
Das junge Paar träumt von einer sicheren, glücklichen Zukunft, was sie aber erleben ist einfach grausam...

Eindrücklich aber mit viel Feingefühl erzählt Trude Teige diese Geschichte.
Die historischen Fakten sind gut recherchiert und in die Geschichte eingewoben.

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Ein wirklich sehr eindrucksvoller Roman, der anschaulich das Schicksal junger norwegischer Frauen beleuchtet, die der Liebe wegen ihrer Heimat den Rücken gekehrt haben und welche Konsequenzen das in letzter Instanz für sie haben konnte.
Die Autorin spart nicht mit großen Gefühlen, versteht es aber, diese zu keiner Zeit plakativ oder übertrieben einzusetzen.
Ein tolles Buch.

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Ein norwegischer Bestseller

Wenn ein Buch wochenlang auf der norwegischen Bestsellerliste steht, dann muss ich da auch mal die Nase reinstecken und es hat sich gelohnt! Eine wirklich gelungene Geschichte hat uns Trude Teige mit ‚Als Großmutter im Regen tanzte!‘ beschert.
Ich finde es wahnsinnig spannend nicht immer nur aus deutscher Perspektive die Vergangenheitsbewältigung des zweiten Weltkrieges in fiktiver Verarbeitung zu lesen sondern auch einmal aus einem anderen Blickwinkel. Und den bekommen wir hier mit Juni und ihrer verstorbenen Großmutter.
Juni flieht vor der Gewalt ihres Ehemannes in das geerbte Haus ihrer Großmutter Tekla nachdem ihre Mutter Lilla auch verstarb. Dort beginnt sie in den alten Unterlagen und Fotos zu kramen und entdeckt ein für sie unbekanntes Kapitel ihrer Familiengeschichte. Denn Oma Tekla war im zweiten Weltkrieg in einen Besatzungssoldaten Otto verliebt. Dem folgte sie sogar nach Deutschland und fand sich im Nachkriegsdeutschland wieder. Juni begibt sich auf Spurensuche und wir als Leser:innen kommen mit. Bis nach Demmin und dem Massensuizid folgen wir.
Der Roman ist aus meiner Sicht extrem gut recherchiert und wunderbar geschrieben. Dieses Thema der Norwegerinnen, die mit deutschen Besatzungssoldaten in Liebensbeziehungen steckten war mir nie so bekannt, aber klar. Wo Menschen aufeinandertreffen, spielt der Pass keine Rolle mehr. Es wird aufgearbeitet wie Traumata und Wunden über Generationen auch die Enkel noch belasten und wie ein Schmerz so lange im Familienverbund anhält.
Was als lockerer Titel daher kommt, ist eine tiefergreifende gute Geschichte. Ich mochte das Buch!

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Einfühlsam und gut recherchiert erzählt die Norwegerin Trude Teige in ihrem Roman die Geschichte um Tekla, Lilla und Juni.
Das Schicksal der 'Tyskerjentenen' , der drei Frauen und ein Dorf in MeckPom stehen im Vordergrund dieses Titels. Es beginnt mit der großen Liebe zwischen Tekla und Otto in Norwegen und spinnt sich über die Ereignisse des Ende des 2. Weltkriegs bis in die heutige Zeit.
Da die Geschichte sehr authenisch erzählt wird, wurde ich durch das Buch getragen, deshalb eine klare Leseempfehlung!

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Diese Buch behandelt für mich interessante Themen des. 2. Weltkrieges. Zu einen den Umgang mit den Frauen, die norwegischen Frauen, die sich mit deutschen Soldaten eingelassen haben. Zum anderen das Vergessen und Schweigen.

Die Geschichte wird aus zwei Pespektiven erzählt. Juni macht sich nach dem Tod ihrer Großmutter auf die Suche nach deren Vergangenheit. Und wir erfahren aus Teklas Geschichte sehr viel über die Ereignisse und die Reaktionen der Norweger auf Frauen, die mit deutschen Soldaten zusammen waren.

Für mich ein sehr ergreifender, schonungsloser Roman, der ein Stück Geschichte lebendig werden läßt. Sehr lesenswert.

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Teklas Geheimnis

Inhalt:
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Als Juni vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht und auch noch entdeckt, dass sie schwanger von ihm ist, flüchtet sie sich in das leer stehende Haus ihrer Großmutter Tekla auf eine kleine norwegische Insel. Als sie dort in alten Fotos stöbert, stößt sie auf eine Aufnahme, die ihre Großmutter glücklich an der Seite eines deutschen Soldaten sieht. Doch wer ist der Soldat? Junis Großvater ist es nicht und warum hatten Junis Mutter Lilla und Tekla so ein schwieriges Verhältnis zueinander? Gemeinsam mit Georg aus dem Nachbarhaus begibt sie sich auf Spurensuche und landet schließlich im deutschen Demmin.


Mein Eindruck:
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"Der Regen ist der Applaus des Lebens, hatte meine Großmutter immer gesagt.
[...]
Ich habe meine Großmutter nie so leichtfüßig erlebt wie an jenen Abenden, wenn sie durch den Garten tanzte. Ich schloss die Augen und nahm ihren Geruch wahr. Ihren Geruch, wenn sie glücklich war. An anderen Tagen roch sie anders. »Warum tanzt Großmutter im Regen?«, habe ich Großvater einmal gefragt, ich mag damals vielleicht acht oder neun Jahre alt gewesen sein.
»Weil sie das froh und glücklich macht«, sagte er."

Bisher hatte ich schon einiges über die Zeit des zweiten Weltkrieges in Form von Sachbüchern und Romanen gelesen. Die Massenselbstmorde von Demmin und das Schicksal norwegischer Frauen, die mit deutschen Soldaten liiert waren, war mir jedoch neu. Und so bin ich begierig in die Geschichte eingetaucht.
Die Handlung hat mich sofort gefesselt. Dadurch, dass sie auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielt und mal ein Stück aus dem Leben der jungen Tekla, mal aus der Gegenwartsperspektive Junis erzählt wird, entsteht ein permanenter Sog. Die Ausschnitte fügen sich nach und nach wie Puzzleteile zu einer unglaublichen Geschichte zusammen.
Man erfährt sehr viel über das Verhältnis der Norweger und der Deutschen zu Kriegszeiten und wie schwer es insbesondere die norwegischen Frauen hatten, die ihren Geliebten nach Deutschland gefolgt sind (sog. "Deutschmädchen"). Man durchlebt aber auch das Elend der Deutschen zu Kriegsende, als Deutschland in Trümmern liegt und alle Angst vor der Rache der Besatzer haben, insbesondere vor den Russen. Aber auch Junis Geschichte, bei der u. a. häusliche Gewalt thematisiert wird, hat mich sehr berührt. Man spürt, wie sie mit jedem Schritt, den sie ihren Familiengeheimnissen auf die Spur kommt, zu sich selbst findet.
Am Ende rundet das Dankeswort der Autorin mit Erläuterungen zu den Hintergründen des Romans das Ganze ab.

Fazit:
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Fesselnd geschriebene und berührende Familiengeschichte um das Thema "Deutschmädchen" und den Massensuizid in Demmin

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Unbekannte, erschütternde deutsch-norwegische Geschichte packend erzählt

„Sie ist verrückt“, sagte Lilla, wenn Großmutter ruhig durch den warmen Sommerregen tanzte.
„Nein, ist sie nicht“, verteidigte Großvater sie immer. „Sie ist glücklich.“

Juni hat einen gewalttätigen Ehemann und flüchtet vor ihm in das Haus ihrer verstorbenen Großmutter Thekla auf einer kleinen norwegischen Insel. Dort entdeckt sie Fotos, die Thekla mit einem deutschen Soldaten zeigen. Junis Neugier ist geweckt, sie beginnt mit Nachforschungen über das Leben ihrer Großmutter. Was sie herausfindet, betrifft auch sie selbst und rückt ihr gesamtes Leben in ein neues Licht.

Trude Teige erzählt in strukturierter, gut verständlicher, flüssiger Sprache auf verschiedenen Ebenen: In Ich-Form aus Junis Sicht und in der dritten Person, wenn es um Theklas Erlebnisse in den vierziger Jahren geht. Beide Erzählstränge werden nach und nach miteinander verbunden. Junis Sicht auf ihr Leben verändert sich, als sie von der Geschichte ihrer Großmutter erfährt.

Ein Haus, zwei Frauen: Juni flüchtet aus ihrem Leben. Sie weiß nicht mehr weiter und versucht im Haus der Großmutter, in der Einsamkeit, zur Ruhe zu kommen. Die Geschichte ihrer Großmutter weckt in der jungen Frau unerwartete Energien. Die Neugier führt Juni schließlich nach Berlin und in das Örtchen Demmin mit der grausamen Historie. Durch die Beschäftigung mit ihrer Großmutter fasst sie neuen Mut. Auch eine neue Bekanntschaft wirkt sich sehr positiv aus. Juni bleibt im Vergleich zu ihrer Großmutter allerdings als Charakter etwas blass.
Junis Großmutter Thekla wird als starke, leidenschaftliche Frau beschrieben, die für die Liebe alles tut und großes Leid erfahren muss. Für Juni ist sie allerdings die verrückte Oma, die im Regen tanzte. Theklas Schicksal fesselte mich, ließ mich nicht mehr los.
Zwischen Großmutter Thekla und ihrer Enkelin steht Theklas Tochter und Junis Mutter Lilla. Lilla, die mit ihrem Leben nicht zurechtkommt, die die Einsamkeit der Insel erdrückend findet, die die Stadt braucht wie die Luft zum Atmen, ihre Familie aber nicht. Im Verlauf der Handlung wird klar, warum Lilla sich genauso entwickelt, wie sie sich entwickelt.

Trude Teige schildert die traurige Geschichte einer Liebe, die nicht sein sollte, erinnert an ein kaum bekanntes, erschreckendes Ereignis in der Stadt Demmin, das auch Thekla indirekt betrifft. Geschichte wird hier nicht schwarz-weiß, sondern persönlich und differenziert betrachtet. Berührend, bewegend und schockierend. Das Buch endet bei aller Tragik zuversichtlich, für mich allerdings etwas zu glatt. Überhaupt hat mich der historische Teil rund um Thekla mehr gepackt als der aktuellere Part mit Juna. Dennoch ist auch dieser Part notwendig, denn alle Charaktere agieren nicht unabhängig von der Geschichte ihrer Familie, müssen lernen, damit umzugehen. Manche scheitern daran, anderen gelingt es hingegen irgendwie, mit der Bürde zu leben.
Unterm Strich ist „Als Großmutter im Regen tanzte“ ein fesselnder Roman, der stimmig und multiperspektivisch von Liebe, Identität, Familie und einer bedrückenden, übermächtigen Vergangenheit erzählt und seine Leserinnen und Leser sicher noch lange beschäftigen wird.

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Zum Inhalt:
Juni kehrt ins Haus der verstorbenen Großmutter in Norwegen zurück. Dort entdeckt sie ein Foto ihrer Großmutter Tekla mit einem deutschen Soldaten. Wer ist der Mann? Da sie weder Mutter noch Großmutter fragen kann, macht sie sich auf die Suche und der Weg führt sie nach Berlin und Demmin und das Geheimnis wird auch Auswirkungen auf sie haben.
Meine Meinung:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn auf historischem Hintergrund basierend erfahren wir von einer Lebensgeschichte, wie es sie wahrscheinlich nicht nur einmal gegeben hat. Auch dass man mal mehr über die Kriegsgeschichte in Norwegen erfährt, fand ich sehr gut. Die Geschichte um Demmin kannte ich gar nicht. Juni und Tekla fand ich als Figuren extrem interessant und ich habe sie gerne begleitet. Ich habe zu erst das Hörbuch genossen und hatte das Glück auch das Buch lesen zu können und fand beide ausgesprochen gut.
Fazit:
Hat mich berührt

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Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, in zwei Ländern(Norwegen und Deutschland) und wird aus zwei Perspektiven erzählt.

In der Gegenwart begleiten wir Juni, die nach dem Tod ihrer Mutter in das Haus der Großeltern auf einer kleinen norwegischen Insel kommt und beim Aufräumen Fotos und Aufzeichnungen findet, die Fragen aufwerfen.

Und wir erfahren die Geschichte von Tekla, der Großmutter von Juni, einer Norwegerin, die nach Ende des zweiten Weltkrieges mit einem deutschen Soldaten in dessen Heimat nach Demmin reist.

Wie so oft hat mich bei solchen Konstellationen die Vergangenheit mehr interessiert. Juni hat zwar ihre eigene Story, die verblasst jedoch gegenüber der Geschichte ihrer Großmutter, denn diese ist wirklich spannend und interessant. Das Leben unter den russischen Alliierten im Osten von Deutschland und den Überlebenskampf im zerstörten Berlin hat die Autorin anschaulich dargestellt. Warum Tekla so gern im Regen getanzt hat, ist wunderschön erzählt.
Das manche Erfahrungen generationsübergreifende Wirkung haben, wird hier gut aufgezeigt.
 Die Perspektiven wechseln sich ab und anfänglich habe ich mich mit dem schnellen Wechsel schwer getan, doch der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen.
 Ich hätte noch gerne mehr über Lilla, die Mutter von Juni, erfahren.
Der Konflikt mit Teklas Eltern und ihrem Bruder und die Heimkehr nach Norwegen fand ich zu kurz abgehandelt. Die Geschichte von Juni hätte auch mehr Potenzial gehabt.

Ich habe gesehen, dass die Autorin noch einen weiteren Roman geschrieben hat, in dem Konrad der Protagonist ist, vielleicht wird hier ein Teil von Teklas Geschichte fertig erzählt. Ich würde auf jeden Fall gerne weiterlesen und hoffe auf eine Übersetzung.  

Fazit: Wer gerne Familienromane liest, die in der Nachkriegszeit spielen, wird diesen Roman auch sehr mögen.

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Trude Teiges Roman:" Als Großmutter im Regen tanzte" erzählt eine bisher noch nicht dagewesene, sehr persönliche norwegische Sicht auf die Endphase des zweiten .Weltkrieges. Das Geheimnis der Großmutter, ihre Liebe zu einem deutschen Soldaten und ihre schrecklichen Erlebnisse im Nachkriegsdeutschland haben schwerwiegende Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen. .
Ein von der Autorin akribisch recherchierter Roman, sehr eindringlich und berührend formuliert; besonders die Passagen um die schlimmen Vorfälle in Demmin wirken lange nach.
Eine absolute Leseempfehlung!

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"Als Großmutter im Regen tanzte" ist die Aufarbeitung eines Stücks deutsch- norwegischer Geschichte nach dem 2. Weltkrieg. Trude Teige erzählt von drei Frauengenerationen, deren Leben durch die Ereignisse 1945 auf tragische Weise belastet ist. Die Großmutter, Tekla, verliebt sich 1945 in den deutschen Soldaten Otto. Als "Deutschhure" von ihrer Familie verstoßen, geht sie mit in das völlig am Boden liegende Deutschland. Hier landet das frisch verheiratete Paar in der ostdeutschen Stadt Demmin, deren Einwohner nach dem Einmarsch der Russen zu Hunderten Selbstmord begingen.
Als Juni nach dem Tod der Großmutter das Haus auf einer kleinen norwegischen Insel erbt, findet sie ein Foto, auf dem Tekla und Otto abgebildet sind. Damit beginnt ihre Suche nach der Geschichte, die sich dahinter verbirgt und erfährt nach und nach, was es mit dem großen Geheimnis auf sich hat, von dem niemand in der Familie sprechen wollte.
Einfühlsam erzählt Trude Teige Junis und Teklas Geschichte, springt von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück. Packend geschrieben und absolut lesenswert!

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Drei Generationen verbunden durch die Liebe und ein tragisches Geheimnis.

Wer einen emotional geschriebenen und mit historischen Begebenheiten gespickten Roman sucht, ist hier genau richtig

Trude Teige erzählt die Geschichte von Juni und ihrer Großmutter Tekla und wechselt dabei zwischen „damals“ und „heute“.

Tekla ist gestorben und beim „Haus ausräumen“ findet Juni plötzlich ein Foto von Tekla und einen anderen Mann. Es ist nicht Junis Opa, denn Tekla und ihr Ehemann waren ein Herz und eine Seele.
Ist dieser geheimnisvolle Mann vielleicht der Grund, warum Junis Mutter und Tekla immer ein schlechtes Verhältnis hatten. Junis Mutter ist aber auch verstorben, wen soll Juni also fragen? Als sie grade dabei ist zu verzweifeln, bekommt sie ungeahnte Hilfe und begibt sich auf Spurensuche, die sie von Norwegen nach Deutschland führt.

Das Buch schafft mit wenigen Worten eindrucksvoll, das Leben in Deutschland zu Kriegszeiten zu beschreiben, ohne dass man denkt „Oh, bitte. Nicht schon wieder dieses Thema.“ Und es zeigt, dass Geheimnisse auch über Generationen (unbewusst?) weitergegeben werden.


#AlsGroßmutterimRegentanzte #NetGalleyDE

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Du musst verzeihen

Juni hat das Haus auf der Insel von ihren Großeltern geerbt. Und nun erweist sich das Haus, von dem sie nicht wußte, was sie damit anfangen soll, als Zuflucht. Juni will zur Ruhe kommen und sonst eigentlich nichts. Es überrascht sie daher sehr, als sie ein altes Foto ihrer Großmutter findet, auf dem sie mit einem deutschen Soldaten zu sehen ist. Was gibt es da für eine Geschichte? Lilla, Junis Mutter, hat sich immer geweigert ihrer Tochter zu sagen, wer ihr Vater ist. Doch offensichtlich hat auch Tekla, die Großmutter einiges verschwiegen. Juni will mehr über das Leben ihrer Großmutter erfahren.

In diesem ungewöhnlichen Roman geht es um Frauen in Norwegen, denen es geschah, dass sie sich während oder nach dem zweiten Weltkrieg in einen deutschen Soldaten verliebt haben. Wenn sie zu ihrer Beziehung standen, wurden sie mitunter von Bekannten oder gar ihrer Familie verstoßen. Wenn sie dann mit ihren Partnern nach Deutschland gingen, verloren sie sogar die Norwegische Staatsbürgerschaft. Und man kann erahnen, dass es ihnen in Deutschland kurz nach dem Krieg auch nicht gut ging. Und vieles aus diesen Lebensgeschichten wird verschwiegen. Doch wie wirkt sich gerade dieses Schweigen auf Kinder und Enkel aus?

Mit großem Geschick verbindet die Autorin berührende Momente mit der spannenden Suche nach der Wahrheit. Kleine Hinweise geben Juni die Möglichkeit, ihre Mutter und ihre Großmutter neu zu entdecken. Während sie lernt zu verstehen, wieso das Verhältnis zwischen Lilla und Tekla so schwierig war, lernt sie auch etwas über sich, über sich und ihre Mutter. Wird es ihr helfen, mehr zu sich selbst zu finden. Leser und Leserinnen finden hier einen ausgesprochen le