Sisi

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Erscheinungstermin 22.09.2022 | Archivierungsdatum 01.04.2023

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Zum Inhalt

Karen Duves großer Roman über Sisi – zwischen Zwang und Freiheit. Bis ins kleinste Detail recherchiert und gnadenlos seziert: Karen Duve über eine Kaiserin, die ihrer Zeit oft weit voraus war und trotzdem bis heute unterschätzt wird.

Als Elisabeth (Sisi) durch Heirat zur Kaiserin von Österreich wird, betritt sie eine streng geordnete Welt voll steifer Konventionen und langweiliger Empfänge. Ausbrechen kann sie nur auf ausgedehnten Reisen und bei Aufenthalten auf ihrem ungarischen Schloss Gödöllö. Dort kann sie ungezwungen leben und ihrer größten Leidenschaft nachgehen: wilden Reitjagden. Kein Wassergraben ist der Kaiserin zu breit, kein Hindernis zu gefährlich – Sisi gehört zu den besten und tollkühnsten Reiterinnen ihrer Zeit. Der legendäre Jagd- und Rennreiter Bay Middleton bewundert die Kaiserin nicht nur für ihr reiterliches Können.

Bei einem Aufenthalt auf Gödöllö lädt Sisi ihre reit- und fechtkundige Nichte Marie Wallersee zu sich ein. Als Tochter einer Schauspielerin ist Marie eigentlich nicht standesgemäß, aber Sisi sieht in ihr ein freieres zweites Selbst und macht sie zur engen Vertrauten. Die 18-jährige Marie erliegt schnell dem Charme der kaiserlichen Tante und assistiert ihr nur allzu gerne, wenn diese die leidenschaftliche Reiterin und Femme fatale gibt. Doch bald wirkt auch Marie anziehend auf andere, besonders auf die männlichen Adligen.

Sisi, daran gewöhnt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, sieht sich nach einem Ehemann für die lästige Konkurrenz um und beginnt ein intrigantes Spiel aus Verführung und Verrat.

Karen Duves großer Roman über Sisi – zwischen Zwang und Freiheit. Bis ins kleinste Detail recherchiert und gnadenlos seziert: Karen Duve über eine Kaiserin, die ihrer Zeit oft weit voraus war und...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783869712109
PREIS 26,00 € (EUR)
SEITEN 416

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Gold

Karen Duve ist ein ganz wunderbarer, interessanter und im besten Sinn unterhaltsamer Roman gelungen. Die Lektüre macht einfach nur Freude und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Autorin hat exzellent recherchiert und präsentiert ihre Sisi mit einem Schleier von hauchfeiner Ironie. Sprachlich ist das wundervoll gelungen.

Deutlich werden Sisis Bestrebungen, das österreichische Kaiserreich zu einer modernen, parlamentarischen Monarchie zu führen, sie scheitert und zieht sich in eigene, glänzende Feenwelten zurück. Duves Blick hinter die schöne Fassade zeigt aber auch eine zu selbstbezogene, verwöhnte, manipulative Kaiserin, die bereits kleine Pflichten als unerträgliche Belastung und Einengung ihrer persönlichen Freiheit empfindet.
Ausgewählte, vermeintlich heikle Lebenssituationen erscheinen im Fortlauf des Romans immer mal wieder unter dem Titel ‶Die Sache mit …. ″, in ihnen stellt Karen Duve das Wesen Sisis ganz besonders gut dar, finde ich.

Kenntnisreich schildert die Autorin Vorlieben der Kaiserin für aufwendige Jagdveranstaltungen, Kunstreiten, Pferdezucht. Das Titelbild des Romans zeigt folgerichtig Sisis Schimmel Flick und Flock.
Außerdem interessant für mich sind bestimmte Rituale im Tagesablauf der Majestäten, Kleidung, Verwandtschaft und die politische Lage um das k.u.k. Riesenreich.

Der Roman spricht nicht nur Sisi-Fans an, er ist in jedem Fall die richtige Wahl für lange Sommertage und dunkle Winternächte. Er wird gelesen, geliebt und erfolgreich werden, denn er ist so gut – Gold eben.

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Karen Duve gibt mit ihrem neuen Roman "Sisi" intime Einblicke in das Leben der österreichischen Kaiserin, deren Schönheitskult und Pferdeverliebtheit im Mittelpunkt stehen. Das Tagebuch ihrer Hofdame Gräfin Marie Festetics diente der Autorin als Quelle für ihre Geschichte, in der sie die Kaiserin mit all ihren launischen Facetten und Eigenheiten beschreibt. Eine berechnende Monarchin, die ihre Reize und ihre Stellung geschickt einzusetzen wusste, um ihre ureigenen Interessen zu vertreten. Gleichzeitig malt Duve aber auch das Bild einer Frau, die um ihre Freiheit ringt, die sich dem strengen Wiener Hofzeremoniell entzieht und den größten Teil ihrer Zeit mit der Jagd verbringt. Eine herausragende Reiterin, kühn und ohne Angst. Als Sisi ihre junge Nichte Marie Wallersee zu sich auf Schloss Gödöllö einlädt, verfällt diese dem Charme und Liebreiz der Kaiserin und wird in die Intrigen am Hof hineingezogen. Sehr detailliert, mit klarer Sprache und atemberaubend erzählt, entführt uns Duve in Sisis Welt. Wer danach immer noch an die niedlich kitschige Kaiserin aus der Verfilmung mit Romy Schneider glaubt, verkennt diese Frau zutiefst, die mit ihrem Drang nach einem selbstbestimmten Leben ihrer Zeit voraus war.

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Eigentlich wollte die Autorin ein Buch über Pferde schreiben, dann sei es eines über Sisi geworden. Eigentlich ist es beides.

Es wird schon sehr viel geritten in diesem Buch, und auch sehr grausam. Die Peitsche ist allgegenwärtig, Hunde auch, aber im Namen der Jagd werden Füchse und Hirsche gehetzt und von den Jagdhunden zerfleischt – ein für uns höchst grausamer Vorgang, aber damals eben ganz normal. So geht eben eine richtige Jagd, die Sisi die Gelegenheit gibt, die Zwänge ihres Kaiserinnen-Daseins für kurze Zeit abzuschütteln. Und das tat sie scheinbar nur zu gerne.
Jagdsaison

Wir dürfen also Sisi und ihre Zeitgenossen in England während der Jagdsaison erleben. Ausführlich. Dazu gehört dann auch Sisis Schönheitskult und ihr Spiel mit der Bewunderung der Männer. Aber auch das Ausnutzen ihrer hohen Stellung als Kaiserin, wenn es ihr gerade besser passt. Denn dass sie die erste Dame der Gesellschaft ist, daran darf es natürlich gar keinen Zweifel geben.
Die Nichte

Nur eine gibt es, die es in der Kunst des Reitens und an Schönheit vielleicht mit ihr aufnehmen könnte: ihre 18-jährige Nichte Marie Louise. Ihre Mutter war Schauspielerin, deshalb ist sie trotz der Eheschließung der Eltern nicht ganz standesgemäß und wird gerne herablassend „die kleine Baronesse“ genannt. Sisi nimmt die Nichte zu sich, reitet mit ihr und umspinnt sie mit Charme und Anforderungen. Denn zu den Wünschen dieser kaiserlichen Tante kann man natürlich nicht Nein sagen, unvorstellbar. Und dass eine Kaiserin Intrigen spinnt oder Menschen schikaniert? Aber nein, alle sind doch ihrem Charme erlegen. Auch Nichte Marie genießt die Zeit der großen reiterlichen Freiheiten und der Gunstbezeugungen, bis sie den Preis dafür bezahlen muss: die Ehe mit einem despotischen Nichtreiter, den die Kaiserin in ihrer großen Gnade für sie ausgesucht hat. Widerstand zwecklos. Und Sisi ist wieder die unangefochtene Königin der Pferde und ihrer Entourage.
Facettenreich und faszinierend

Karen Duve zeichnet hier ein Porträt der bekannten Kaiserin, weitab von den süßlichen Verfilmungen, in denen wir alle glaubten, Sisi kennengelernt zu haben. Allerdings hütet Duve sich davor zu vereinfachen, sie präsentiert die vielen Facetten eines Menschen, so wie sie tatsächlich überliefert sind. Sie habe viele Zitate verwendet, sich auf die ausführlichen Tagebücher der Hofdame Festetics gestützt, die Literaturliste im Anhang bezeugt die ausführliche Recherche.

Entstanden ist ein Roman, der fasziniert, auch weil die Leserin auf der Suche ist: Wie ist sie denn nun eigentlich wirklich, diese Kaiserin? Aber so einfach ist es eben nicht. Und ganz nebenbei lernen wir noch sehr viel über die Zeit und ihre alltäglichen Gewohnheiten, nicht nur bei Kaisers. Ein großer Lesegenuss!

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Auf der Grundlage des Tagebuchs der Hofdame Marie Gräfin Festetics und vielen weiteren Berichten zeichnet die Autorin Karen Duve ein eindrucksvolles Bild der Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sisi. Das Leben der Kaiserin wird nicht chronologisch erzählt, sondern die Autorin nimmt verschiedene Ereignisse in der Zeit um die Mitte der 1870er Jahre als Grundlage für Erzählungen in Romanform .

Näher beleuchtet wird hauptsächlich das Verhältnis zu ihrer Hofdame Gräfin Festetics, die ihr treu ergeben ist und bis zur Selbstaufgabe dient, deren Dienste aber als selbstverständlich angenommen werden,und zu ihrer Nichte Marie Louise von Wallersee, die sie zu sich an den Hof holt, ihr ein privilegiertes Leben ermöglicht, sie aber in eine katastrophale Ehe zwingt.

Ausführlich beschrieben wird ihre Leidenschaft fürs Reiten. Ihr Aufenthalt in England zeigt sie als leidenschaftliche Parforce-Reiterin, die keine Schwierigkeit scheut, und alle übertrifft. Zusammen mit Captain Middleton, dessen Verhältnis zu ihr Anlass zu vielen Spekulationen gab, genießt sie halsbrecherische Ritte.

Viele interessante Ereignisse am Hof und in Gödöllö, Sisis Schloss in Ungarn, beschreiben ihr Leben am Hof und ihr Verhältnis zum Kaiser Franz Joseph.

So entsteht ein Bild von Elisabeth als einer Kaiserin, die ihre Stellung bewusst für ihre Vorteile nutzt, aber ihre Aufgaben vernachlässigt. Sie kann egoistisch und gleichgültig, aber auch überaus charmant und gewinnend sein.

Wer ein wenig Vorwissen über das Leben der Kaiserin hat, erhält auf unterhaltsamer Art viele interessante Informationen über Elisabeth.

Ein sehr lesenswertes Buch.

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Eine andere Sicht auf Siri als wie man sie in den bekannten Filmen gewohnt ist. Auch wenn ich eher selten historische Romane lese, fand ich dieses Buch echt gelungen.

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Da ich vor einigen Jahren "Fräulein Nette" mit großer Begeisterung empfohlen habe, interessierte mich natürlich auch Karen Duves neuer Roman "Sisi".
Und dieser kann locker mit "Nette" mithalten...
"Sisi" begleitet die berühmte Kaiserin für einige wenige Jahre aus der Sicht ihrer Lieblingsnichte Marie Louise von Wallersee. Dabei lernen wir eine vielschichtige Frau kennen, eine passionierte Jagdreiterin, eine Frau mit einem ambivalenten Verhältnis zu Männern, einem schwierigen Verhältnis zu den eigenen Kindern, die Konventionen und Grenzen hasste und schon zu Lebzeiten eine Ikone war. Sie war sich dessen durchaus bewusst und ihr Schönheits- und Jugendwahn erinnert an den einen oder anderen "Promi" unserer Zeit.
Karen Duve stützt sich bei ihrer Darstellung intensiv auf historische Quellen und schafft so ein Zeit- und Gesellschaftsporträt, das wunderbar spannend, unterhaltsam und humorvoll ist.
Eine der Top-Empfehlungen dieses Herbstes!

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Elisabeth oder Sisi, die Kaiserin von Österreich war noch sehr jung, als sie sich mit Franz Josef vermählte. Das Leben am Hof passte nicht richtig zu ihr. Sie war temperamentvoll und die steifen Regeln setzten ihr zu. Immer wieder, und das sehr gerne, brach sie aus. Unternahm reisen ohne ihren Mann und beteiligte sich an wilden Pferdejagden. Damit auch ihre Nichte diesem Hobby nachgehen kann, lädt Sisi sie ein und die junge Marie schaut mit großer Bewunderung zu Sisi auf. Dass sie dabei ihre eigenen Wünsche und Sehnsüchte hinten anstellen muss, wird sie später bitter bereuen.

Ein Buch, das durch die intensive Recherche der Autorin zu etwas Besonderem avanciert. Die extrovertierte Kaisern wird so ganz anders beschrieben, als in dem von vielen geliebten Mehrteiler „Sissi“ mit Romy Schneider. #Sisi zeigt den Menschen hinter der Fassade und das so lebendig, dass ich am Hofe schon fast zuhause bin. Und wie alle Menschen dieser Erde, so war auch die Kaiserin nicht frei von Fehlern. Zuweilen fällt es mir schwer, dabei eine Majestät zu sehen. Eigentlich stellte ich mir die Kaiserin ganz anders vor. Viel ruhiger, geradliniger und gelassener.

Sie war Hofdame am Wiener Hof und führte ein genaues Tagebuch über ihr Leben dort. Sie hieß Marie Gräfin von Festetics und ihr einziges Bestreben galt den Launen er Kaiserin gerecht zu werden. Das Tagebuch und viele Zeitungsartikel und Briefe waren Grundlage für diesen Roman. Das ist auch der Grund für die Authentizität des Romans. Und nicht nur das Leben am Hofe ist ein Thema. Auch die Unstimmigkeiten unter den Völkern Europas sowie diese arrangierten Ehen, kommen sehr gut zum Ausdruck. Kurze Kapitel, die nicht zwingend in der zeitlichen Reihenfolge geschrieben sind, bremsen den Lesefluss nicht.

Und dann das sehr schöne Cover. Zu sehen sind die beiden Schimmel Flick und Flock, die zum Steigen gebracht wurden. Es schaut aus, als würden sie sich umarmen. Wunderschön getroffen. Die Kaiserin trainierte diese beiden Pferde höchstpersönlich und das Bild wird im Sissi-Museum im Wien im Original gezeigt. Wer wissen möchte, worauf die Aussagen im Roman beruhen, der findet am Ende des Buches ein Literatur- und Internetverzeichnis. #NetGalleyDE

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Karen Duve unterhält! Ich habe es mit Freude gelesen. Toll, wie sie in den Alltag der Kaiserin hineinschaut und die Abläufe und Zwänge bei Hofe darstellt. Auch, was es für die sie umgebenden Menschen bedeutet in dieser Maschinerie eingezwängt zu sein. Zwar hat der Titel für mich keine wirkliche Handlung oder keinen Handlungsbogen, aber als Epochen- bzw. Milieustudie ist es sehr unterhaltsam geschrieben. Insgesamt muss man aber sicher sich etwas für die Monarchie als solche interessieren, um Gefallen an dem Titel zu finden.

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Ich war enttäuscht. Habe von Frau Duve eine andere Lektüre erwartet. Sehr speziell für Fans des Adels.

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Sisi ist der Kosename der Kaiserin Elisabeth von Österreich und König von Ungarn. An diesen beiden Titeln Sisi’s entlang, hat Karen Duve einen Roman geschrieben, der das facettenreiche Leben dieser Frau erzählt. Zahlreiche Romane und Biografien über Sisi sind bereits geschrieben worden, die meisten Leser:innen kennen wahrscheinlich die Sisi Filme mit Romy Schneider in der Hauptrolle.
Das Tagebuch ihrer Hofdame, der Gräfin Marie Festetics, bildet die Grundlage für diese Geschichte, die von den Launen, Eigenheiten der Monarchin erzählt. Und natürlich von ihrer Versessenheit auf Pferde und Parforcejagden in England und Ungarn.
Karen Duve hat sehr akribisch recherchiert und den Roman in eine „wilde Jagd“ nach der Persönlichkeit Sisi’s inszeniert. Ein angenehm und schnell zu lesendes Buch, das leider nichts Neues über den Wiener Hof beinhaltet und einer Romanbiografie nicht nahekommt.

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Ich habe mich sehr auf die Geschichte über die junge Kaiserin Elisabeth gefreut. Doch leider war mir hier im Roman zu wenig an Informationen die wirklich interessant gewesen wären. Es ging größtenteils um ihr Hobby und war deshalb ein wenig enttäuschend, da ich eher auf ihr Leben am Hof gehofft hatte. Der Schreibstil hingegen ist sehr gelungen, so dass ich mir vorstellen kann, weitere Bücher der Autorin zu lesen

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Dieses Buch räumt mit sämtlichen romantischen Vorstellungen über das Leben der Kaiserin Sisi auf. Es zeigt die Kaiserin wie sie wirklich war und wie schwer es die Menschen in ihrer Nähe hatten. Sisi ist in diesem Roman bereits 38 Jahre alt und bereits Großmutter, seid zwanzig Jahren ist sie Kaiserin und weiß ich zu behaupten. Ihre Nichte Marie Louise von Wallerstein dagegen ist eine junge Frau, derer sich die Tante annimmt und die sich in deren Alltag integrieren muss.

Der Roman basiert zum Teil auf den Tagebüchern der Ungarischen Hofdame Marie Gräfin Festetics und ist sehr gut recherchiert. Nicht nur das Leben der Kaiserin und des Kaisers wird beleuchtet, sondern auch das der Hofdame und einer jungen Frau die sich in n den Kaiser verliebt hat. So ergibt sich ein detailliertes Bild der damaligen Zeit.

Mir ist es etwas schwer gefallen in den Roman hineinzufinden, Sisi als Hauptperson war mir sehr unsympathisch, aber ich glaube das sie wirklich so war wie sie hier dargestellt war und das macht für mich das Buch sehr ehrlich und lesenswert. Ungeschönt wird eine Frau gezeigt die ihren Willen durchsetzt und sich ganz und gar der eigenen Schönheit unterworfen hat. Beispiele dafür geben die stundenlange Arbeit an den Frisuren der Kaiserin.
Der Roman ist perfekt für alle die sich mit der Geschichte der Herrscherhäuser auseinandersetzt und nicht auf romantische oder kitschige Verklärung der Welt des Adels hoffen, denn das kommt hier zum Glück nicht vor.

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Dass das Bild der österreichischen Kaiserin Elisabeth in dem Film „ Sisi“ nur einem Klischee entspricht, haben wir natürlich gewusst, aber bei der vermutlich sehr viel realistischeren Darstellung von Karin Duve in ihrem Roman „Sisi“ müssen wir dann doch ein bisschen schlucken:
Erzählt werden die Jahre und der Alltag der längst erwachsenen Elisabeth, die inzwischen ihre eigene politische Meinung, ihre ihr heiligen Nischen, in denen sie dem streng geregelten Hofzeremoniell entkommen kann, und eine Anhängerschaft, die sie anbetet, gefunden hat.
Elisabeth entflieht ihrem goldenen Käfig bei fast schon selbstmörderischen Jagdturnieren, vergöttert und verwöhnt ihre jüngste Tochter, schert sich überhaupt nicht um politische Auswirkungen und stößt die englische Königin vor den Kopf, tadelt einen Stallburschen, der einen Hund schlägt und reitet selbst in eine Hundemeute, um ja das größte Sprunghindernis nicht zu verpassen, verteilt ihre Gunst und entzieht sie auch wieder, kann voll Wärme und Liebe aber auch kaltem, abweisendem Kalkül sein.
Karin Duve versteht es wunderbar, Sisis Charakter durch die Beziehungen mit anderen Menschen widerzuspiegeln:
Da sind ihre Geschwister, denen sie nichts abschlagen kann, ihr Gemahl, von dem sie bekommt,, was sie will, ihre Nichte, die sie zu einer zweiten , aber deutlich unterstellten Sisi macht, ihre Dienerschaft, der sie mal ihre Gunst erweist und sie dann wieder gnadenlos auspresst, um ihre kapriziösen Wünsche erfüllt zu bekommen.

Ich liebe Karin Duves wunderbaren Schreibstil, spitzfedrig und leicht werden dem Leser die harten Brocken serviert!
Gleichzeitig ist dieser Roman akribisch recherchiert und gespeist aus unzähligen historischen Quellen.

Ein wunderbares Buch und Lesevergnügen für alle Fans von Karen Duve und von außergewöhnlichen historischen Biographien, die an den Menschen und dem Alltag ihrer Zeit interessiert sind.

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Mit "Sisi" hat Karen Duve einen spannenden Einblick in das Leben der "Feen"kaiserin gegeben. Aufwendig und gut recherchiert schildert sie wenige Jahre der Kaiserin aus ihrer und vor allem aus der Perspektive ihrer Begleiter. Bei vielem fühlt man sich tatsächlich als würde man mit am Tisch sitzen oder nebenan reiten.
Dabei ist der Text nie zu historisch und Lehrbuchartig sondern immer amüsant mit einem kleinen Augenzwinkern und lebhaft geschrieben.
Da ich auch schon Fr. Hamans Biografie kenne, hatte ich natürlich nochmal extra Interesse hier reinzuschnuppern.
Umso begeisterter war ich dann von diesem Buch, da es gut geschrieben und hervorragend recherchiert ist.

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Karen Duve hat es wieder einmal geschafft eine Persönlichkeit der Geschichte in einem Roman zu porträtieren, der farbiger nicht sein könnte. Sisi, die österreichische Kaiserin auf ihrem Ritt durchs Leben. Ritt ist hier wörtlich zu nehmen. Atemlos folgt man ihr mal entsetzt, oft amüsiert und immer ganz nah dran.
Ein großartiger Roman!

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Auf diesen Roman bin ich bei Netgalley aufmerksam geworden. Die Inhaltsangabe und das auffallende Cover, auf dem zwei steigende Pferde, die sich umarmen, zu sehen sind, haben mich sofort neugierig gemacht. In dieser Geschichte wird mal nicht die liebreizende Sisi, die bei allen beliebt und begehrt ist, beschrieben, sondern die Autorin schaut hinter die Fassade. Das erschien mir sehr interessant. Leider hat die Umsetzung des Themas nicht meine Erwartungen erfüllt.

Die Geschichte beginnt mit einer Fuchsjagd in England. Sisi gilt als herausragende Reiterin, die äußerst waghalsig über gefährliche Gräben springt und vor nichts bange ist. Außerdem ist sie betörend schön. Bis ins kleinste Detail beschreibt Karen Duve die Kleidung, die Frisuren, die Pferde und sämtliche Anwesenden. Bei dieser Jagd wird ihr Bay Middleton zur Seite gestellt. Auch er war eine real existierende Persönlichkeit. Zunächst ist er von seiner neuen Aufgabe, die Kaiserin zu begleiten, gar nicht angetan. Doch schon schnell schlägt sein Widerwillen in Bewunderung um.

Bei einem Familienbesuch wird Sisis 18-jährige Nichte Marie dieser vorgestellt. Natürlich wird auch hier wieder gejagt und alles bis ins kleinste Detail beschrieben und jeder Anwesende genannt. Sisi blüht förmlich auf, wenn sie auf einem Pferd sitzt. Ihre kaiserlichen Pflichten hingegen langweilen sie zu Tode.

Als Sisi zu einer Reise zu ihrer ungarischen Residenz Gödöllö aufbricht, darf Marie sie begleiten. Auch hier wird erneut gejagt. Jede Falte im Kleid, jedes Pferd und sämtliche Teilnehmer wurden wieder bis ins Kleinste dargestellt. Zu den ganzen englischen und deutschen Namen kamen nun noch eine Menge ungarischer Namen hinzu.

An dieser Stelle (etwa bei der Hälfte) habe ich das Buch abgebrochen. Karen Duve hat zweifellos sehr gut recherchiert für diesen Roman. Mich hätte aber eher der Charakter Elisabeths interessiert als ihre Kleidung (und die aller anderen Anwesenden) und ihre Pferde und deren Abstammung.

Einziger Lichtblick war für mich die Figur einer Arbeiterfrau, die ein Verhältnis mit dem Kaiser hat und von ihm ein Kind bekommt. Über diese Frau und deren Lebensumstände hätte ich gerne mehr erfahren. Auch Marie Louise von Wallersee, Sisis Nichte, war eine interessante (real existierende) Person. Vielleicht hätte ich in der zweiten Hälfte des Romans noch mehr über sie erfahren. Leider reichte dafür meine Geduld nicht aus.

In einem Interview mit der Autorin, das ich im TV gesehen habe, sagte sie, dass die Kaiserin unter Depressionen gelitten habe. Davon habe ich im Roman nichts gemerkt. Im Gegenteil, sie kam mir extrem überheblich und arrogant vor.

Fazit[:

Ein kritischer Roman über die legendäre Sisi, der mich leider nicht überzeugen konnte, da die Autorin für meinen Geschmack zu viele (unwichtige) Details aufgezählt hat.

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"Sisi" von Karen Duve umfasst einen kurzen Zeitraum im Leben der Kaiserin. Wir lernen eine Sisi kennen, die sich nicht an höfische Konventionen hält und sich größten Teils ihren größten Leidenschaften, dem Reiten und der Jagd widmet. Dabei nimmt sie weder Rücksicht auf ihre Familie noch auf Mitglieder des Hofes.
Die Autorin beschreibt teilweise alltägliche Situationen der Kaiserin sehr detailliert und auch von der Jagd bekommt man einen sehr genauen Eindruck ,was einem einen guten Einblick in die damalige Zeit gibt.
Basierend auf den Tagebüchern der Hofdame wird hier ein spannendes Bild einer Kaiserin ihrer Zeit gezeigt, das fernab von den rührenden Darstellungen ist, die in den Filmen gezeigt wurden.

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Wer Tiere liebt, sollte dieses Buch meiden. Es wird fast nur gejagt, und die hohen Herrschaften freuen sich darüber, wie Füchse von Hunden zerrissen werden oder angeschossene Gämse Berge runterfallen und sich das Genick brechen. Ab und an werden Pferde oder Hunde noch geschlagen, wenn sie nicht sofort gehorchen. Widerlich. Es mag ja sein, das gewisse Leute an so was Spaß haben und ihre Zeit so verbringen, aber ich möchte da nicht drüber lesen.

Dazu kommt, dass die Kaiserin und ihr Gefolge absolut schlecht wegkommen, und eigentlich nur existieren, um zu jagen, ihr Personal schlecht zu behandeln, und Intrigen zu spinnen. Wer Reality TV und so was mag, wird das Buch wahrscheinlich lustig finden, ich fand die Leute leider einfach nur widerlich und möchte meine Zeit nicht damit verbringen, über so dermaßen unsympathische Menschen zu lesen.

Die in der Beschreibung groß angekündigte Nichte Marie kam leider auch erst nach ca 30% dazu, bis dahin wurde wirklich genau gejagt, und sonst nichts. Schade eigentlich.

Da ich nur 43% gelesenen habe, gibt es keine Bewertung.

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Karen Duve hat nach ihrem historischen Roman über Annette von Droste-Hülfshoff erneut einen Roman über eine historische Person geschrieben, und zwar über die Kaiser Elisabeth, besser bekannt durch die Filme als "Sissi", von ihren Geschwistern allerdings "Sisi" genannt. Wie schon der Roman über Droste-Hülfshoff funkelt dieser Roman nicht nur von den historischen Kenntnissen der Autorin, sondern auch von der ganz wunderbaren Sprache und Erzählweise, die an die Personen sehr nah heranführen, aber zugleich in kritischer Distanz bleiben, sodass in lakonischer Eleganz auch raunende, ja witzige Bemerkungen gemacht werden können. Voller Freude und auch Anteilnahme liest man von Sisis Leben, folgt ihr auf vielen Wegen und erahnt am Ende das Leben der Kaiserin Österreich-Ungarns hinter den Filmen. Ein großes Zeit-, Personen- und Gesellschaftsporträt, bestimmt eines der großen Bücher der Saison!

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Kaiserin Elisabeth von Österreich ist vom steifen Wiener Hofzeremoniell gelangweilt und vertreibt sich die Zeit lieber mit ausgiebigen Reisen. Besonders in England gefällt es ihr gut, die risikoreichen Jagdgesellschaften lassen das Herz der passionierten Reiterin höher schlagen. Für ihre Reitkünste wird Sisi ebenso sehr bewundert, wie für ihre Schönheit, auch der legendäre Reiter Bay Middleton wurde nach anfänglicher Skepsis in ihren Bann gezogen. Als Sisi ihr Nichte Marie Wallersee, die aus einer nicht standesgemäßen Ehe ihres Bruders mit einer Schauspielerin entstammt, nach Schloss Gödöllö einlädt, steht diese zunächst im Schatten ihrer kaiserlichen Tante. Marie zeigt sich im Sattel genau so tollkühn wie Sisi und wird deren dauerhafte Begleiterin - so dauert es nicht lange, bis die adlige Gesellschaft der jungen Frau eben so viel Aufmerksamkeit entgegen bringt und damit Sisis Unmut erregt.

"Sisi" von Karen Duve ist ein Roman, der sich eng an realen Überlieferungen über die Kaiserin Elisabeth orientiert, allerdings beschränkt sich die Handlung auf einen relativ kurzen Zeitraum ihres Lebens. Zu Beginn der Geschichte ist Sisi bereits 38 Jahre alt und damit weit entfernt von dem kitschigen Backfisch, den uns die berühmte Filmreihe seinerzeit vorgeführt hat, die Autorin zeichnet ein weit weniger illusorisches Bild der schillernden geschichtlichen Figur. Dabei bedient sie sich einer Sprache, die für einen höfischen Chronisten jener Zeit angemessen gewesen wäre, selbstverständlich ist die Kaiserin wunderschön, unendlich liebenswürdig und nahezu unfehlbar, jede ihrer Handlungen wird aus dem Blickwinkel einer Person in Sisis Umfeld gezeigt. Nur mit kleinen, dezenten Sätzen am Ende des entsprechenden Abschnitts, wird der schöne Schein in Frage gestellt. (z.B. nach einer Jagd des Kaisers, als die getöteten Gämsen in einer Linie aufgereiht werden: "Achtunddreißig tote Tiere sind es diesmal. Das ist ein schöner Ausdruck repräsentativer Lebenslust,..")

Mit dieser feinen Ironie hat die Autorin die Schattenseiten des kaiserlichen Glanzes dargestellt, ohne die Kritik in direkte Worte zu fassen, den Schreibstil habe ich recht passend zur höfischen Etikette empfunden. Allerdings ist es mir durch die gestelzte Ausdrucksweise schwer gefallen, tiefer in die Geschichte einzutauchen, oder den Figuren gar emotional näher zu kommen. Wenn ich bedenke, dass es sich nicht um ein geschichtliches Sachbuch, sondern um einen Roman handelt, fehlte mir nicht nur bei der Protagonistin, sondern auch ihrem Umfeld die Lebendigkeit. Da die Kaiserin beinahe ausschließlich durch die Augen dritter betrachtet wurde, wirkte das Buch auf mich eher wie eine etwas ausführlichere Zusammenstellung historischer Fakten. Für eingefleischte Sisi-Fans zeigt Karen Duve sicherlich einen interessanten Ausschnitt aus ihrem bewegten Leben, für mich hatte das Buch leider kaum einen Unterhaltungswert.

Im Prinzip fasst der Klappentext bereits den kompletten Handlungsverlauf zusammen und für meinen Geschmack war der Rest umständliche Umschreibung. Besonders der Anfang hat sich meiner Meinung nach zähe in die Länge gezogen, bei aller Begeisterung, die Sisi selbst für die wilden Jagdritte empfunden haben mag, fand ich es kaum spannend, die ausführlichen Schilderungen der sich beinahe täglich wiederholenden Jagden zu lesen. Als Marie Wallersee in Erscheinung trat, kam mir das Handlungstempo schon angenehmer vor, nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch nur begeisterten Anhängern der Kaiserin Elisabeth empfehlen, für alle Anderen ist es eine recht langwierige Lektüre.

Fazit: Der gestelzte Schreibstil hat für mich den Unterhaltungswert des Romans deutlich geschmälert, auch die feine Ironie, mit der die Autorin ihre Abschnitte enden lässt, konnten das Leseerlebnis in meinen Augen nicht retten. Für eingefleischte Sisi-Fans mag dieser Ausschnitt aus ihrem Leben eine durchaus lesenswerte Lektüre darstellen, meine Begeisterung hielt sich leider in Grenzen.

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Zugegeben: Ich bin absoluter Sisi-Neuling. Keinen der berühmten Filme habe ich gesehen, keine Doku, nichts. Doch Karen Duves neuer Roman klang, als könnte er meine Wissenslücken unterhaltsam schließen.

Der Roman ist auch einnehmend geschrieben und sehr gut recherchiert. Duve hielt sich eng an originale Briefe, Zeitungsmeldungen und Tagebucheinträge aus der Zeit. Dazu gibt es hin und wieder wunderbar bissige Bemerkungen, die mich zum Schmunzeln brachten.

Aber was ist mit Sisi? Duve verliert kein schlechtes Wort über die legendäre Kaiserin, aber Elisabeths geschildertes Verhalten, ihre Befindlichkeiten, die ständig wechselnde Gunst und ihre Intrigen – nie offen angesprochen aber doch deutlich zu lesen – zeichnen das Bild einer Person, mit der man lieber nichts zu tun haben möchte. Zum Glück war ich vorher kein Sisi-Fan!

Ironisch deckt Duve höfische Missgünsteleien auf. Gerade die Frauen, die Sisi am meisten verehren, scheinen von ihr ins größte Unglück gestürzt zu werden. So musste ich mal grinsen über die Umtriebe der hohen Herrschaften, mal litt ich mit Mündel Marie oder mit Elisabeths ungarischer Hofdame Festetics und war entsetzt über gedankenlose Verschwendung und den Umgang mit manch einem Menschen und einigen Tieren.

Gerade am Punkt der Tiere hat Duve meines Erachtens die Kaiserliche Doppelmoral wunderbar herausgearbeitet. Sisi ist für ihre große Tierliebe berühmt. Sie ist umgeben von Massen an Hunden und Pferden und ist entsetzt, als sie mit ansehen muss, wie ein Hund von seinem Herrn geschlagen wird. Die Krux ist nur, dass bei Sisis größtem Privatvergnügen, der Jagt, die geliebten Pferdchen ohne Rücksicht auf Verluste zugrunde geritten werden. Oder die Hunde niedergetrampelt, wenn sie das Pech haben, im Weg zu sein.

Das Manko des Romans war für mich aber die Story. Jagten und dezente Flirts dominieren die Geschichte, sonst passiert kaum etwas. Widerworte gegen die Kaiserin wagt ohnehin niemand. So war es insgesamt doch recht unspektakulär.

Das höfische Leben ist anschaulich wiedergegeben und die ambivalente Kaiserin wirklich gut charakterisiert. Dennoch hätte es bestimmt einen spannenderen Zeitraum in Sisis Leben gegeben, aus dem man hätte berichten können. Ein Jagdunfall, Heirat mit oder Ehebruch durch Franz, die Ermordung; einfach irgendetwas Konkretes!

Aus Duves sprachlichem Talent, ihrer wunderbaren Bissigkeit und den umfangreichen Recherchen hätte man eigentlich mehr mache müssen. So ist es leider recht zäh und etwas langweilig geraten. Echt Zach!

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In SISSI gibt Karen Duve einen ungeschönten Eindruck von dem oft aufreibenden Alltag der höfischen Protagonisten und einen unverstellten Blick auf die östereichische Kaiserin Elisabeth.

Für ihren neuen Roman “Sisi” hat Karen Duve umfangreich zu der östereichischen Kaiserin Elisabeth (Sissi) recherchiert. Als Grundlage ihrer Story dienen ihr die historischen Tagebücher der Hofdame Marie Gräfin Festetics de Tolna, die eine glühende Verehrerin der Kaiserin war und alles für sie getan hat. So stehen auch gleich drei Frauen im Mittelpunkt dieser Geschichte: Neben der Kaiserin Sissi, über die es bändeweise Literatur und mehrere Filme gibt, und der Hofdame selbst ist dies vor allem ihre junge Nichte Marie Louise Wallersee. Sie wird von der Kaiserin zunächst wohlwollend als ihr jüngeres Ich betrachtet, doch als sie ihr zu nahe kommt, versucht sie sich die neue Konkurrentin durch ein Heiratsarrangement vom Leib zu schaffen. Duve schwankt in ihrem Roman zwischen der Schwärmerei für die selbstbewusste Monarchin, in der sich vor allem die Aufzeichnungen der Hofdame widerspiegeln, und der genussvollen Beschreibung des ebenso blasierten wir antiquierten, überbordenden Etikette bei Hofe. Insbesondere die erbarmungslosen Vergnügungsjagden, die damals veranstaltet wurden, schildert Duve auf ungeschönt-brutale Weise. So erhält man einen ungeschönten Eindruck von dem oft aufreibenden Alltag der höfischen Protagonisten und einen unverstellten Blick auf eine bekannte und vielfach verehrte Figur der österreichischen Geschichte.

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Eines der wenigen guten Sisi Bücher, dass ganz ohne Kitsch und Verklärung auskommt. Es zeigt eine Gesellschaft in der es nur Verlierer gibt

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Großartiges Lesevergnügen, das mit feiner Ironie die Wirren von Staatspolitik, die Zwänge am Hof und auch die inneren Zwänge Kaiserin Elisabeths widergibt. Frau Duve braucht nur wenige Sätze, z.B. dass der Kronprinz "2 Steinadler geschossen und einen Fischadler angeschossen" habe, damit die Leserin weiß, wie anders die Sitten vor 150 Jahren und wie absurd das ganze Hofbrimborium war. Und auch wenn man Pferde, Jagd, Intrigen nicht mag: das ist gut recherchierter Gossip auf höchstem Niveau.

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Knochentrockene biographische Fiktion

Kaiserin Elisabeth ist längst zum popkulturellen Phänomen avanciert. Es gibt die einigermaßen kitschigen Filme mit Karlheinz Böhm und Romy Schneider, unzählige Analysen und Werke zur Geschichte der Habsburger, die empfehlenswerte Biographie der renommierten Historikerin Brigitte Hamann (“Hitlers Wien.”) Ein Musical wurde auf die Beine gestellt und eine Netflix - Serie soll bald an den Start gehen. Karen Duve (‘Anständig essen') legt mit ‘Sisi’ eine Art Romanbiographie vor, die sich gut verkaufen dürfte. Besonders gut gefiel mir das Literaturverzeichnis im Anhang. Für diesen Quellennachweis vergebe ich Bonuspunkte.
Die Autorin möchte nicht das komplette Leben der Elisabeth von Bayern porträtieren, vielmehr konzentriert sie sich auf einen bestimmten Lebensabschnitt der Ikone. Man erfährt Dinge, die man als geschichtsinteressierte Leserin schon wusste, die eine oder andere Neuigkeit, vieles ist jedoch schlicht die Auslegung beziehungsweise die Interpretation der Autorin. Grob wird der Zeitraum von 1874-1877 abgedeckt.
In ‚Sisi‘ wird die Protagonistin als nicht mehr ganz junge(circa achtunddreissigjährige) Monarchin gezeigt, die so oft wie möglich aus Wien flieht, um sich ihrem großen Hobby zu widmen, dem Reiten. An Fuchs- und Treibjagden nehmen Adelige und Artisten teil, man erfährt etwas über Hofdamen, Bedienstete und über die Marotten (Jugendwahn und Diätorgien) der Kaiserin. Diese ist enttäuscht von ihrem untreuen Ehemann, daher liebt sie es, von ihren Beaus bewundert zu werden. Als sie jedoch ihre ( nicht standesgemäße)Nichte an den Hof holt, ist ihre Vormachtstellung in Gefahr. Marie Wallersee ist eine ebenso gute Reiterin wie ihre sportbegeisterte Tante, eine junge und hübsche Frau, die bald ins Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit gerät. Das kann Sisi natürlich nicht erlauben…

Karen Duve blickt mit Staunen und Unverständnis, teilweise mit Abscheu auf Hof und Zeremoniell, sie verurteilt die Fuchsjagd. Keine ihrer Figuren ist sympathisch, die Adeligen sind egozentrisch und wirklichkeitsfremd, den Bediensteten und Hofdamen ist kein autonomes Leben und erst recht kein persönliches Glück vergönnt.
Stilistisch und sprachlich habe ich definitiv mehr erwartet. Karen Duve reiht Hauptsatz an Hauptsatz an Hauptsatz, es gibt flapsige Formulierungen. Der Roman ist knochentrocken geschrieben, ehrlich gesagt habe ich schon wissenschaftliche Arbeiten gelesen, die spannender waren. Zwar gibt es interessante Schauplätze (Ungarn etc.) , die Autorin schafft es aber leider nicht, ein nuanciertes Bild zu zeichnen, sie macht auch markige Sprüche(„Rudolf ist glücklich, wenn er töten kann.“) und gruppiert Aussagen so, dass sie den Sprecher oder die Sprecherin selten sympathisch oder gar empathisch erscheinen lassen.
„Sisi" konnte mich leider nicht begeistern. Der Roman ist angenehm kitschfrei, aber leider auch langweilig und trocken konzipiert und simpel formuliert. Da greife ich lieber zu einem wissenschaftlichen Werk oder zu einem Roman, der gar nicht erst versucht, anspruchsvoll und seriös zu sein („ Die Kaiserin").

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Karen Duve porträtiert in Ihrem neuen Roman, die nicht mehr ganz junge, Kaiserin Elisabeth von Österreich.
Hochdramatisch und empartisch wird diese vielschichtige historische Persönlichkeit dargestellt.
Duve hat sich nicht zuletz, von Ihrer Liebe zu Pferden, zu diesen Roman insperieren lassen.
Ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten gefühlt

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"Sisi" von Karen Duve hat mir eine beeindruckende und neue Sichtweise auf Sisi eröffnet. Alleine die Beschreibung der Jagdszenen in England ist mitreißend im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe den Geschwindigkeitsrausch und die zugrundeliegende Erregung mitfühlen können.
Die Kaiserin von Österreich wird hier sowohl in der kaiserlichen Rolle, als auch in ihrer Menschlichkeit gezeigt. Sowohl die Zwänge bei Hofe, denen sie sich gerne entzieht, als auch ihre Obsession mit ihren Haaren werden realistisch geschildert. Das ist auch gut so.
Der Roman wird mich noch einige Zeit begleiten und ich werde ihn gerne wieder zur Hand nehmen und auch meinen Kunden ans Herz legen.

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Was für eine tolle Romanbiografie! Karen Duve hat mich in eine Welt hineingezogen mit ihren Details und Gestaltungen. Es zeigt eine Seite der Kaiserin, die mir nicht bekannt war. Einfach gelungen.

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Nach „Fräulein Nettes kurzer Sommer“, war dies mein zweites Buch von Karen Duve und ich bin erneut ganz begeistert!
Karen Duve erzählt hier die Geschichte von Sisis Nichte, die zunächst protegiert und verwöhnt wird, weil Sisi ihre Reitkunst bewundert und ihr wohltätig beim Einzug in die Gesellschaft helfen will, da ihre eigene Abstammung von einer Künstlerin ihr dies nicht ermöglichen würde. Entlang dieser Story werden viele einzelne Situationen beschrieben, die das Leben dieser sagenumwobenen Kaiserin schildern.
So muss die Schneiderin Sisi in ihr Reitkostüm einnähen, damit ihre zarte Figur perfekt zur Geltung kommt, jedoch ist es ihr untersagt, die Kaiserin dabei zu berühren. Oder es werden für eine Jagdgesellschaft Hirsche mit dem Zug eingefahren- von denen es die meisten nicht überleben -da es nicht genügend Hirsche im ausgewählten Jagdgebiet gibt. Die selbstverständliche Dekadenz ist in lauter kleinen Szenen toll dargestellt und der Charakter der Sisi wird fast beiläufig beschrieben. Wahnsinnig eitel und egozentrisch und auf der Suche nach ständiger Bewunderung, sind die Menschen um sie herum scheinbar nur Puppen, die ihrer Unterhaltung dienen. Dann und wann wendet Sisi sich ihnen Projekthaft zu, jedoch spielt der Wille des anderen dabei keine Rolle. Kleinster Widerstand wird narzisstisch persönlich genommen und kann zum Entzug jeder Aufmerksamkeit führen.
Zugleich ist Sisi außergewöhnlich schön und kann die Menschen mit ihrer Liebenswürdigkeit in ihren Bann ziehen. Die Selbstverständlichkeit mit der Sisi ihre Rolle definiert und ihre Interessen vertritt und zugleich ihre tiefe Gekränktheit, wenn sie einmal zurückgewiesen wird, zeigen ein höchst spannendes Portrait dieser ansonsten oft romantisierten Kaiserin.
Karrn Duve hat für dieses Buch aufwändigst recherchiert und das merkt man dem Roman in jeder Zeile an. Unbedingte Leseempfehlung!

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Ein wunderbares Buch über Sisi das Seiten der Kaiserin aufzeigt, die man noch nicht kennt. Hier steht das Reiten im Vordergrund, jedoch nicht nur. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist informativ, aber auch unterhaltsam und kurzweilig. Das Cover finde ich besonders gelungen und sehr schön. Der Schreibstil ist detailliert und schön. Ich habe viele neue Informationen bekommen und das auf angenehme Art und Weise, deshalb empfehle ich das Buch gerne weiter.

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Karen Duve hat hier ein ganz interessantes Buch geschrieben und ich bin meiner Freundin dankbar für die Empfehlung. Das Spiel zwischen Sisi und ihrer Nichte, die sie zuerst zu ihrer Vertrauten und dann Konkurrenz macht, war interessant mitanzusehen. Erzählt in einem Stil, der mich teilweise an Telegramme erinnert hat, berichtet Karen Duve die Ereignisse in Gödöllő schon beinahe nüchtern; wie ein Außenstehender, der einfach nur alle Ereignisse durch einen Spion beobachtet hat und dann niederschreibt.
Das tut der Emotionalität jedoch keinen Abbruch. Oftmals hatte ich Mitleid mit Sisi, manchmal fand ich sie richtiggehend unsympathisch und hatte Mitleid mit anderen Figuren. Immer jedoch habe ich eine hochinteressante Frau kennengelernt, die ihrer Zeit weit voraus und doch in ihrer Zeit gefangen war. Sie erscheint mir plötzlich viel interessanter als je zuvor.
Auch ihre Zeitgenossen werden in diesem Roman zu Persönlichkeiten, die fast mit einem am Tisch sitzen, immer im Schatten der hohen Frau. Und doch sind sie alle nur Spielbälle in diesem Buch.

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Diese Sisi hat so gar nichts mit der 50er Jahre-Filmidylle gemein. Karen Duve schildert die österreichische Kaiserin als egozentrische, eitle, manipulierende und intrigierende Person. Gefangen in einem starren Hofzeremoniell mit absurden Ritualen, geht sie immer öfter mit ihrer Entourage auf Reisen. England und Ungarn sind ihre Lieblingsziele, weil sie dort ihre Leidenschaft für das Parforcereiten ausleben kann. Tatsächlich war Kaiserin Elisabeth eine allseits anerkannte talentierte und furchtlose Reiterin. Sie genießt es, der strahlende Mittelpunkt dieser Reitgesellschaften zu sein und verdrängt jede Rivalin, z. Bsp. ihre eigene Nichte.
Ihrem Ruf als "schönste Frau Europas" trägt Elisabeth mit einem fast manischen Sport- und Ernährungsprogramm Rechnung. Jeden Tag verbringt sie Stunden mit der Pflege ihrer Haare, Anproben und kosmetischen Anwendungen.
Karen Duve hat viel recherchiert und zitiert aus zeitgenössischen Quellen. Sie zeigt uns eine Frau, die um ihre Selbstbestimmung kämpft und doch keine Chance hat.

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Ein interessanter Einblick in das Leben der alternden Kaiserin. Sisis Jungbrunnen ist das Reiten, je waghalsiger, desto besser. Neben den Pferden gereicht ihr auch Nichte Marie zur Freude. Zumindest bis diese anfängt, ihr Konkurrenz zu machen. Fernab jeder romantischen Verklärung zeichnet Karen Duve ein Bild der Kaiserin, deren Leben eine Kunst ist, die Opfer fordert.

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Leider fand ich das Buch jetzt nicht als mein Fall. Es lag nicht daran, weil es so geschrieben wurde, wie die Kaiserin Elisabeth tatsächlich lebte und fühlte. Das Ganze, was in den Filmen immer gezeigt wird, wusste ich schon, dass das nicht das echte Leben von Sisi war und nur ein Fünkchen Wahrheit in den Filmen steckt. Man muss dazu sagen, dass ich ein wahrer Sisi Fan bin und alles, was ich über sie finde, förmlich aufsauge. Aber leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Zum einen lag es an dem Schreibstil der Autorin, da er – finde ich – ziemlich hochgestochen ist und man sich da erstmal einlesen muss um mit dem klar zu kommen. Leider geht es in dem Buch auch hauptsächlich um ihre Lieblingsbeschäftigung – dem Reiten – und auch um ihre Nichte und deswegen finde ich das Buch ein bisschen einseitig und langweilig. Es passiert nichts sonderlich Spannendes darin und dementsprechend ist es auch weniger fesselnd. Es geht von einer Reitjagd zur nächsten und die Figuren wie ihre Nichte oder die Hofdame, über die viel geschrieben werden, bekommen wenig Gesicht. Es werden kaum Gefühle oder Gedanken zu den eigenen Personen geäußert und das finde ich ein bisschen schade. Die Handlungsverläufe in den einzelnen Kapiteln waren nur schwer nachvollziehbar für mich. Was ich gut an dem Buch finde ist, dass es die nackte Realität zeigt. Dass Sisi nicht immer die süße Träumerin wie aus den Filmen ist, sondern eher eine recht gefühlskalte, eitle Frau ist, die trotzdem jeden sofort mit ihrem Charme und ihrer Schönheit umhüllen konnte und so wollte zu der Zeit jeder ein Stück Sisi haben, das sie hinter ihrem Rücken auch schnell wieder wegwarfen.

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SISI - wer diesen Namen hört denkt unweigerlich an die Filme mit Romy Schneider. Sisi hat als junges Mädchen ihren Franz geheiratet. Freiheitsliebend und naturverbunden fand sie sich in einem goldenen Käfig wieder. Karen Duve beschreibt das Leben von Sisi um die 40, wobei sie keine eigene Meinung weitergeben wollte, sondern gut recherchiert einen Zeitabschnitt abbildet. Habe gelernt, dass Sisi eine hervorragende Reiterin war mit vielen Talenten, die sie offenbar nicht in eine für sie sinnvolle Beschäftigung leiten konnte.
Manchmal etwas lakonisch-distanzierter Schreibstil, aber gefallen hat mir das Buch schon.

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Diese Aufarbeitung einer zeitlosen Geschichte gibt einen tiefen Einblick in den Alltag dieser historisch bedeutenden Figur. Es herrscht in Österreich ein Mythos rund um diese spannende Frau. Dieses Buch schafft den Spagat zwischen realistischer Darstellung einer Person ihrer Zeit und Beschreibung warum sie so bewundert wurde und wird. Die Personen im Buch sind fehlerbehaftet und teilweise schrullig. So wie Menschen nun mal sind. Die Kulisse ist atmosphärisch und abwechsungsreich. Die Familiendynamiken erscheinen so lebendig, dass man tatsächlich das Gefühl hat dabei gewesen zu sein.
Eine Leseempfehlung für alle LieberhaberInnen des Genres und eine gelungener Einstieg für Personen die sich noch nie mit dieser Persönlichkeit vertraut gemacht haben.

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Karen Duve hat ganze Arbeit geleistet. Von der jungen, verspielten und teils eingeschüchterten jungen Kaiserin, die man aus den bekannten Filmen kennt, fehlt bei Duve jede Spur. Eher zeigt sie die Melancholische teils Zwanghafte Seite der jungen Kaiserin. Für Ihr Werk hat die Autorin nicht nur gut recherchiert, sondern es auch mit Lihrem Stil geschaft den Leser zu fesseln.

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Man muss kein Sisi-Fan sein, um dieses Buch zu lieben. Leichthändig entwirft Karen Duve ein lebendiges Portrait dieser außergewöhnlichen Frau und ihrer Lebensumstände, und wird ihr dabei in all ihrer Widersprüchlichkeit gerecht.
"SISI" ist erstklassige Unterhaltung und ich habe jede Zeile genossen.

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Was bleibt übrig, wenn man den Romy Schneider-Lack penibel wegkratzt und auf das Leben der realen Elisabeth von Österreich schaut. Zutage kommt eine ehrgeizige, sportbesessene, egozentrische, manipulative und zutiefst unglückliche Person, die im Korsett ihrer Zeit und ihrer Stellung gefangen ist. Karen Duve hat zahlreiche Quellen recherchiert, gesichtet und in die Dialoge eingebaut. Das macht die Biopic nicht immer einfach zu lesen, aber wer sich darauf einlässt, wird mit einer authentischen Zeitreise in die K. u. k.-Monarchie des 19. Jahrhunderts belohnt! Karen Duve kann einfach historisch Stoffe.

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Funkensprühender Parcours, dynamische Aneignung des Sis(s)i-Kultes im Galopp!
Die Kaiserin immer um Armeslängen voraus - charmant-gewitzte Vorführung des Scheiterns aller Annäherungsversuche in jeder Hinsicht.
Eine weitere, wahnsinnig unterhaltsame Vermessung der (österreichisch-ungarischen) Welt à la Kehlmann!

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Wenn ich Karen Duve im Interview mit Denis Scheck höre, frage ich mich, ob die Identifikation mit ihrer kaiserlichen Hauptfigur nicht schon recht weit fortgeschritten ist. Auf die Frage, warum sie in diesen Zeiten ein Buch über Sisi schreibt, sagt sie: »Ich hab' den Klimawandel vor der Tür, ich weiß nicht, womit ich meine Pferde füttern soll.« Eher royale Probleme, könnte man meinen.

Mir fehlt die alte Duve, die »Macht« geschrieben hat, mir fehlt der Drückerfisch aus »Miami Dream Men Show« und die dicke Anne Strelau in »Dies ist kein Liebeslied«.

Diese »Sisi« leistet etwas anderes. Das romantische Bild, das die Nachwelt von dem It-Girl in der Hofburg hat, ist noch einmal korrigiert und erweitert worden. Es gibt zwar keine schockierenden Neuigkeiten oder Entdeckungen. Man und hatte sich schon gedacht, dass die Kaiserin Essstörungen und Depressionen hatte und ihre Ehe als unbefriedigend empfand.

Bemerkenswert ist allerdings, dass Duve sich dagegen entscheidet das Leid und besonders den späteren gewaltsamen Tod von Sisi auszuwalzen. Stattdessen arbeitet sie die Freiheitsfelder heraus, die das Reiten bietet. Als Antidepressivum gegen eine erstarrte höfische Welt.

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Über die Kaiserin von Österreich gibt es unmengen von Büchern, Filmen, Artikeln und mehr. Muss man also noch einen Roman über "Sisi" lesen?
Unbedingt- wenn es sich dabei um diese äußerst vergnügliche Lektüre von Karen Duve handelt. Sie zeichnet ein Bild der berühmten Kaiserin jenseits aller süßlichen Sissi-Klischees und erzählt von einer exaltierten, hochgradig neurotischen und exzentrischen Frau, die einerseits süchtig ist nach der Anbetung der Massen, andererseits das Licht der Öffentlichkeit scheut. Allein zu ihrem persönlichen Vergnügen manipuliert Sisi die Menschen in ihrer Umgebung und bewegt sie wie Figuren auf einem Schachbrett. Auch ihre junge, bildschöne Nichte wird zum Spielpall ihrer Launen....
Humorvoll, atmosphärisch, sprachlich funkelnd- ein echter Buchgenuss!

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