In Putins Kopf

Logik und Willkür eines Autokraten

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Erscheinungstermin 01.04.2022 | Archivierungsdatum N/A

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Zum Inhalt

Wer die Gefahr durch Putin besser einschätzen will, sollte dieses Buch lesen.Putins Angriffskrieg auf die Ukraine hat alle überrascht. Dabei waren seine Ziele schon viel länger erkennbar. Zum Neujahrsempfang 2014 schenkte Putin seinen 5000 wichtigsten Beamten drei vielsagende philosophische Werke. Der französische Philosoph Michel Eltchaninoff entwickelt daraus eine hellsichtige Analyse von Putins Denken. Mit einer kruden Mischung aus Logik und Willkür und auf der Grundlage eines rückwärtsgewandten Weltbilds soll ein eurasisches Großreich unter russischer Hegemonie entstehen.»Eltchaninoff beschreibt präzise die Wandlung Putins vom pseudoliberalen Pragmatiker zum zynischen Kriegsherrn und Propagandisten einer neuen großrussischen imperialen Idee.«Die literarische Welt»Eine intellektuelle Biographie dieses Profis der Maskierung.« Frankfurter Allgemeine Zeitung»Die kleine Studie erklärt gut, in welchem geistigen Kräftefeld sich der russische Präsident bewegt. Natürlich ist Putin kein Intellektueller; er liest Bücher mit bewaffnetem Auge und nimmt sich je nach Weltlage die philosophischen Brocken, die er braucht.« Die Zeit

Wer die Gefahr durch Putin besser einschätzen will, sollte dieses Buch lesen.Putins Angriffskrieg auf die Ukraine hat alle überrascht. Dabei waren seine Ziele schon viel länger erkennbar. Zum...


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AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608501827
PREIS 12,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

"Hat Wladimir Putin den Verstand verloren?"

Diese konkrete Frage, nach dem Verstand, stellt der Autor Michel Eltchaninoff in seinem Buch "In Putins Kopf" ziemlich am Ende seines Werkes.

Er kommt dann zu folgendem Schluss:

"Jedenfalls hat er sich in einen abgeschlossenen, immer zwanghafteren und von der Realität abgeschnittenen Diskurs eingesperrt."

Ganz ehrlich, ich möchte aktuell weder in Putins Kopf noch in dessen Haut stecken.

Mich persönlich macht die Kriegsinvasion in der Ukraine dann mehr als betroffen.

Deshalb wollte ich explizit mehr darüber wissen, wie der russische Aggressor dann tickt und was ihn überhaupt bewegt, einen solchen Krieg vom Zaun zu brechen.

Das Buch von Michel Eltchaninoff selbst ist nicht neu und stammt bereits aus dem Jahr 2016 und wurde jetzt in einer Neuauflage mit einem neuen Kapitel rund um den Ukrainekrieg ergänzt.

Dem Autor gelingt es gut, den Weg und die Motivationen des "Irren Iwans" nachzuzeichnen.

Welcher Ideologie rennt Putin dann überhaupt hinterher, wenn er vom eurasischen Weltreich träumt, welches nach seinem Gusto von Wladiwostok bis Warschau reicht und auch gerne bis Paris ausgedehnt werden darf?

Wie sieht Putins Weltbild dahinter aus?

Wie legitimiert Putin sein barbarisches Vorgehen?

Geleitet fühlt sich Putin sehr häufig von russischen Philosophen (z.B. Iwan Iljins, Nikolaj Berdjajews und Wladimir Solowjows), die seine rückswärtsgerichtete Sichtweise dann untermauern. Und dort setzt dann das Werk von Michel Eltchaninoff an, um diese Bezüge offen zu legen.

Summa summarum ein hochinteressantes Buch zu Putins obskuren Beweggründen bzw. den Abgründen, die sich auftun, wenn man sich den langen Weg von Putins imperialistischer Politik nochmals zu Gemüte führt.

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Das Buch war sehr interessant und informativ. Der Autor hat mehrere wichtige Persönlichkeiten befragt und dadurch noch bessere Einblicke in die Gedankenwelt von Putin und dessen inneren Kreis gegeben. Zudem wird die Propaganda Russlands und der über Jahrhunderte schwelende Hass gegenüber der Ukraine und dem Westen intensiv dargestellt.

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Das Cover zeigt einen undurchdringlich blickenden Autokraten, der seit nunmehr fast drei Monaten die Welt, wie wir sie die letzten Jahrzehnte kannten, auf den Kopf stellt.
Aus diesem Grund habe ich mich für dieses Buch entschieden. Was geht in diesem Kopf vor? Warum macht er das?
Das Buch ist nicht komplett neu, es erschien 2015 bereits und wurde aus gegebenen Anlass lediglich erweitert.
Erstaunlich für mich war die Darstellung von Putins Reden, der Wortlaut, den wir heute der Presse entnehmen können und deren Begriffe ich mich hier weigere zu wiederholen, ist keineswegs neu, sondern entstammt diversen öffentlichen Bekanntmachungen aus der Vergangenheit. Zu einem gewissen Grad war das also alles bekannt, die Spitzzüngigkeit und Direktheit jedoch, hat in neueren Zeiten dazugewonnen. Er wurde einfach ignoriert bzw. nicht ernst genommen und hat in Ruhe sein Spinnennetz weiter ausgebaut.
Der Hass gegen den Westen und seine Ideologie mit samt der Propaganda wird ausführlich geschildert. Die russischen Philosophen und Schriftsteller, die sich nicht mehr wehren können, werden zum Phrasenschwein seiner Propaganda.
Fazit: durchaus lesenswert, auch wenn ich mir mehr davon erhofft hätte.

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Basierend auf der Analyse von Putins politischem Umfeld, seinen möglichen Lektüren und Zitaten aus seinen Reden, entsteht eine Skizze von Putins Weltbild. Der Versuch einer Einordnung, vom Beginn von Putins Präsidentschaft hin zum Krieg gegen die Ukraine.

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In der aktuellen Situation ist es extrem wichtig, zu verstehen, warum Wladimir Putin so handelt, wie er es tut, und welche Motivationen dem Krieg in der Ukraine zugrunde liegen.
Michel Eltchaninoff schafft es, mit diesem Buch, eben jenen titelgebenden Einblick in Putins Kopf zu geben - zu erklären, wie er den Aufstieg zum russischen Präsidenten schaffte und sicherte, aber vor allem, welche Philosophien und Ideologien seinen Blick auf die Welt und Russlands Rolle in ihr geprägt haben. Kein Buch wird es schaffen, jede offene Frage zu Russland und Putin zu beantworten, aber dieses Buch verschafft einen wirklich guten Einblick darüber, wie es im Kopf von Russlands Präsidenten wirklich aussieht und was seinen Entscheidungen zugrunde liegt.

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Eine interessante, sehr informative und ziemlich erschreckende Lektüre.
Das Buch vermittelt einen faszinierenden Einblick in Putins Denken und beschreibt den Einfluss diverser Philosophen auf sein Weltbild.

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Ich habe mich gerade durch den Ukraine Krieg sehr gerne mit dem Thema Putin auseinandergesetzt, dieses Buch war eines der Bücher, die ich mehrfach weglegen musste und zu einem anderen Buch gegriffen habe. Nicht weil es schlecht war oder schlecht geschrieben ist, sondern viel mehr weil mir viel Hintergrundwissen gefehlt hat. In diesem Buch erfährt man vieles über die Hintergründe Putins und wieso er sich wie verhält und welche Vorbilder er hat und wem er nacheifert. Dazu kommt aber, dass man sich in seinem innenpolitischen Konstrukt auskennen sollte um es nachvollziehen zu können. Was gut zeigt wie viel Recherchearbeit der Autor geleistet hat. Ein sehr eindrucksvolles Buch.

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Was geht nur im Kopf von Wladimir Putin vor? Seitdem Russland am 24. Februar die Ukraine überfallen hat, haben wir uns kopfschüttelnd diese Frage immer wieder gestellt. Viele Politiker sprechen sogar offen davon, dass Putin wohl den Verstand verloren habe. In seinem Buch zeigt Michel Eltchaninoff, dass dies keineswegs der Fall ist. Natürlich kann auch er nicht mit einem MRI in den Kopf von Putin schauen. Aber er hat Putins Reden genau untersucht und er zeigt, auf welche Denker und Philosophen sich Putin stützt. Das Resultat ist erstaunlich klar. In seinen Reden hat Putin immer wieder klar Position bezogen, den Westen kritisiert und die eigene Haltung ausgeführt. Putin habe in den letzten 20 Jahren seine Überzeugungen nicht geändert, «sondern sich in dem Masse, in dem sie sich herauskristallisierten und von neuen ideellen Bezügen profitierten, mehr und mehr getraut, sie zu äussern.» Der Blick in Putins Kopf ist atemberaubend. Das Buch zeigt, dass der Mann durchaus rational handelt – bloss auf Grundlagen, die völlig anders sind als alles, was wir gutheissen.

Anfang Januar 2014 erhalten hohe Funktionäre, Gouverneure der Regionen und Kader der Partei Einiges Russland von der Präsidialverwaltung ein besonderes Neujahrsgeschenk: philosophische Werke von Iwan Iljin, Nikolai Berdjajew und Wladimir Solowjow. Es sind Werke russischer Denker des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Würdenträger schwitzen über den Texten, aber da müssen sie durch. Präsident Putin höchstselbst zitierte die Werke in seinen Reden. Im Februar 2014 müssen Funktionäre aus den Abteilungen Innenpolitik und Soziales in der Präsidialverwaltung an Vorträgen zum Thema Konservatismus teilnehmen. Mitten in diese Nachhilfestunden in Philosophie platzt die Annexion der Krim.

Kein Grund für Präsident Putin, seine «konservative Wende» aufzuschieben. Im Gegenteil. Die Philosophie ist im Russland des Jahres 2014 allgegenwärtig. Und es ist der Präsident höchstpersönlich, der diese Bewegung mit seinen Zitaten philosophischer Denker prägt. Ist Putin also ein Philosoph? «Lassen wir die Kirche im Dorf. Der Mann ist kein Intellektueller», schreibt Michel Eltchaninoff. «Er hat eher eine Vorliebe für Geschichte, Literatur und vor allem für Sport.» Putin wolle keine Staatsideologie nach sowjetischem Vorbild durchsetzen. Im programmatischen Text «Russland an der Jahrtausendwende», den er 1999 veröffentlicht hat, «grenzt er sich von der kommunistischen Vergangenheit ab». Michel Eltchaninoff schreibt: «Wladimir Putin ist schliesslich und vor allem eines: Realist. Er legt keinen Wert darauf, an irgendein ideologisches Joch gekettet zu werden.» 

Tatsächlich ist Putin von Grund auf Sowjetmensch geblieben. «Wie alle Bürger der UdSSR wurde er zu einem quasireligiösen Respekt vor den Büchern und grossen Namen der Kultur erzogen.» Eltchaninoff schreibt, weder in der Sowjetunion noch in Russland «macht man sich über die Kultur lustig». In seinem Buch zeigt Eltchaninoff die grossen Linien auf, an denen sich Putin orientiert. Das ist seine Vergangenheit als Sowjetbürger, Immanuel Kant, Peter der Grosse und die Philosophie des Judo, der russische Weg zum eurasischen Traum in did konservativ Wende. 

Detailreich schildert Eltchaninoff den Weg zum Angriff auf die Ukraine. Dabei streicht er heraus, wie scharf Putin Position gegen den Westen bezieht. Er wirft ihnen vor, dass sie eine «umgekehrte Diskriminierung» der Mehrheit im Interesse der Minderheiten zelebrieren und so grundlegende Vorstellungen «wie Mama, Papa, Familie oder sogar Geschlechterunterschiede» ablehnen. Putin ist der Überzeugung, dass die Menschen des Westens orientierungslose, verwöhnte Kinder seien. Russland dagegen sei ein erwachsenes, verantwortungsbewusstes Land, das seine Zukunft noch vor sich habe. 

Den Entscheid, die Ukraine anzugreifen, fällt Putin laut Eltchaninoff im vollen Bewusstsein, dass er damit den Interessen von Russland schaden wird. Doch Putin ist konsequent im Hinblick auf seine Vision von der Geschichte der Welt, Russlands und der Ukraine. «Der Kriegseintritt ist vorbereitet gewesen, wahrscheinlich seit Jahren», schreibt Eltchaninoff. Es ist harter Tobak, den Eltchaninoff da serviert, aber sein Blick in Putins Kopf erklärt vieles – und lässt wenig Raum für Hoffnung.

Michel Eltchaninoff: In Putins Kopf. Logik und Willkür eines Autokraten. Tropen, 224 Seiten, 18.50 Franken; ISBN 978-3-608-50182-7

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Als Putin am 24. Februar 2022 mit seiner „Spezialoperation“ zum ersten Mal offiziell mit eigenen Truppen die Ukraine angriff, gehörte ich zu den Menschen, die völlig überrascht waren. Schon seit Wochen hatte Russland Truppen in der Nähe der Grenze zusammengezogen, aber ich hatte die Geschichte vom Manöver geglaubt, höchstens noch ein wenig kindisches Säbelrasseln dahinter vermutet. Als dann der Angriff geschah, stellten sich mir vor allem drei Fragen. Wozu? Warum gerade jetzt? Was geht in diesem Mann vor?

Besonders mit der letzten Frage setzt sich Michel Eltchaninoff, ein französischer Philosoph und Journalist, in seinem Buch „In Putins Kopf – Logik und Willkür eines Autokraten“ auseinander. Er hat zahlreiche Reden, Interviews und Handlungen Putins daraufhin untersucht, welche Philosophen, Schriftsteller und andere Denker der russische Präsident zur Untermauerung seiner Einstellungen und Handlungen heranzieht.

Vor allem die erste Hälfte des Buches hat mich mit der Vielzahl seiner Namen und Verweise erschlagen. Mein philosophisches Wissen ist höchstens – ich will es mal poetisch ausdrücken – eine von der Zeit erodierte Grundmauer mit viel Mut zu Lücken. Wenn es zu russischen Philosophen kommt, bin ich völlig raus. Die von Putin gerne herangezogenen Schriftsteller (allen voran Dostojewski) kenne ich zwar, habe aber nie ihre Lebenseinstellungen wirklich untersucht. Was ich aus „In Putins Kopf“ mitgenommen habe, ist, dass Putin sich nur dessen zu bedienen scheint, was er gerade gebrauchen kann, und dafür seine „Quellen“ auch gerne in ihre Einzelkomponenten zerlegt. Überraschend ist das vielleicht nicht, aber interessant, diesen Vorgang detaillierter zu betrachten.

Die Fragen „Wozu“ und „Warum gerade jetzt“ konnte mir „In Putins Kopf“ tatsächlich beantworten, auch wenn die vielen Informationen des Buches immer noch ein wenig hilflos in meinem Kopf herumschwirren. Zu Putins Inneren – Eltchaninoff geht auf viele Aspekte dieses Mannes ein, seiner Herkunft, Psyche, Entwicklung, politische Ideen, aber am Ende bleibt das Gefühl: Was in diesem Kopf vorgeht, weiß nur der Mann selbst.

Leseempfehlung für thematisch Interessierte!

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