Die Enkelin

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Erscheinungstermin 27.10.2021 | Archivierungsdatum 31.10.2021

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Zum Inhalt

Birgit ist zu Kaspar in den Westen geflohen, für die Liebe und die Freiheit. Erst nach ihrem Tod entdeckt er, welchen Preis sie dafür bezahlt hat. Er spürt ihrem Geheimnis nach, begegnet im Osten den Menschen, die für sie zählten, erlebt ihre Bedrückung und ihren Eigensinn. Seine Suche führt ihn zu einer völkischen Gemeinschaft auf dem Land – und zu einem jungen Mädchen, das in ihm den Großvater und in dem er die Enkelin sieht. Ihre Welten könnten nicht fremder sein. Er ringt um sie.

Birgit ist zu Kaspar in den Westen geflohen, für die Liebe und die Freiheit. Erst nach ihrem Tod entdeckt er, welchen Preis sie dafür bezahlt hat. Er spürt ihrem Geheimnis nach, begegnet im Osten den...


Eine Anmerkung des Verlags

Die deutsch-deutsche Vergangenheit und die deutsche Gegenwart. Drei Frauen, drei Generationen, drei Aufbrüche Ein Roman voller Wehmut und Hoffnung

Die deutsch-deutsche Vergangenheit und die deutsche Gegenwart. Drei Frauen, drei Generationen, drei Aufbrüche Ein Roman voller Wehmut und Hoffnung


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AUSGABE Hardcover
ISBN 9783257071818
PREIS 25,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Emotional aufgewühlt habe ich diesen Roman von Bernhard Schlink mit der letzten Seite verlassen müssen. Gedanklich wird er mich noch eine zeitlang begleiten. Anspruchsvoll, in einer, von ihm bekannten wortgewaltigen Sprache beschreibt er die gegenseitige Geschichte unseres Landes. Und Sigrun, die Enkelin kann auf ihren Großvater Stolz sein Noch einmal: tolles Buch, tolle Sprache. Bitte Platz 1 in diesem Bücherherbst

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Allein diese Tragik zu Beginn: Frau liegt tot in der Wanne und der Gatte erfährt nach und nach, welch Fremde da mit ihm gelebt hat. Nett, dass er auch Buchhändler ist. Ein nachdenklich machendes Buch, sehr schön. Wieder einmal ein Schlink, der mir gefällt!

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WUNDERBAR!!! Bin sowieso ein Fan von Bernhard Schlink, aber dieses Buch hallt nach. Kaspar findet nach dem Tod seiner Frau (die er zu Zeiten der Mauer kennengelernt und zur Flucht verholfen hat) heraus, dass sie eine Tochter im Osten gelassen hat. Er macht sich auf die Suche und findet Tochter und Enkelin in einem rechten Umfeld. Die Enkelin Sigrun kommt in den Ferien zu Besuch und er versucht ihren Blick zu weiten. In diesem Buch ist noch so viel mehr: also bitte lesen!

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Ein echter „Schlink“. Kaum waren die ersten Seiten gelesen, hatte mich die Geschichte eingesogen und nicht mehr losgelassen. Der Autor knüpft mit dem Thema an sein Buch „Das Wochenende“ an. Wieder steht Menschlichkeit gegen Fanatismus. Die handelnden Figuren wirken auf mich wahrhaftig und nachvollziehbar. Die Handlung hat mich auch an „American Idol“ erinnert. Ich werde das Buch sicher häufiger lesen.

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Als Birgit, die Frau, die Kaspar zu Zeiten der DDR in den Westen geholt hat, nach vielen Ehejahren plötzlich stirbt, erforscht er ihren Lebensweg bis zu ihrer Flucht in den Westen. Er lernt Menschen kennen, die bedeutsam für ihr Leben waren und trifft in einer völkischen Gemeinschaft schließlich ihre Tochter und ihre Enkelin. Diese Enkelin wird zum Teil seines Lebens. Mit großer Erwartung und Vorfreude gelesen, und wie immer von Schlink bewegt und beeindruckt. Vornehm, zurückhaltend in einer wunderbaren Sprache wird dieser Kontakt zwischen "Großvater" und Enkelin zum Hauptthema des Romans. Manchmal waren die Ansichten, die dieses Mädchen aus der völkischen Gemeinschaft und deren Gedankengut für mich als Leserin kaum auszuhalten, doch Schlink gelingt es mit bemerkenswerter Sensibilität und Zurückhaltung fast ohne Wertung diesen Konflikt zwischen den beiden zu schildern. Dieses Buch war wie eigentlich alle Bücher von Schlink für mich ein großes Leseerlebnis, und ich freue mich darauf, es meinen KundeInnen zu empfehlen. Ganz wichtiger Titel im Buchherbst..

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Tiefgründig Mich hat der Klappentext angesprochen und dabei war mir nicht bewusst, das Bernhard Schlink ein sehr erfolgreicher Autor ist. Das Buch hat meine Erwartungen übertroffen. Es teilt sich in drei Teile (Kaspar Geschichte, Birgits Geschichte und die gemeinsame Geschichte von Kaspar und der Enkelin) und ich fand alle drei sehr glaubhaft und nachvollziehbar erzählt. Alle Personen sind sympathisch, wenn auch innerlich mehr oder weniger zerrissen. Die Biografien decken viele Teile der deutschen Geschichte und Gegenwart ab. Das Cover fand ich etwas „altbacken“, aber nach dem Lesen macht es nun Sinn. Die Sprache ist sehr gut, das Buch liest sich flüssig weg und man mag es gar nicht aus der Hand lesen. Ich finde es sehr gelungen und lesenswert.

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Intimität in einer Beziehung bedeutet nicht nur Sex, sondern auch der Zustand tiefster Vertrautheit und Verbundenheit. Das erfordert allerdings auch, den anderen Einblick in die innersten Gedanken zu gewähren. Birgit hatte diese Kaspar nicht gewährt, sondern ihm von Anfang an ein wichtiges Detail ihres Lebens verschwiegen und dieses Geheimnis jahrzehntelang mit sich herumgetragen. Er entdeckte es erst nach ihrem Tod beim Sichten ihrer Unterlagen und als 71-Jähriger begibt er sich auf die Suche! Und ihm begegnen Menschen, die auch der Leser sofort ins Herz schließt, wie z.B. Paula, und Menschen, die es einem sehr schwer machen (wie z.B. Björn von der völkischen Gemeinschaft). Kaspar war allerdings meine Lieblingsfigur und ich bewunderte seine Engelsgeduld, ob mit seiner verstorbenen Frau oder später dann mit Sigrun. (Ich bezweifle ganz stark, dass ich diese Geduld gehabt hätte.) Das Buch erzählt auch eine Geschichte der Bewohner von zwei Staaten, die 40 Jahre getrennt waren und dann wieder verbunden wurden, was naturgemäß Schwierigkeiten bereitet, denn 40 Jahre prägen! Interessant fand ich Birgits Beobachtungen in ihren Aufzeichnungen, dass ihr nach ihrer Flucht in den Westen 1965 im Kleinen passierte, was nach der Wende im Großen passierte: ‚Zunächst wurden sie beglückt willkommen geheißen. Sie wurden auch interessiert gefragt, wie es im Osten zugegangen war, wie sie im Osten gelebt hatten. Aber sie wurden gefragt, wie man jemanden nach einer Reise fragt, die er gemacht hat. Als sich zeigte, dass sie nicht nur eine Reise gemacht hatten und jetzt wieder da waren, sondern aus einer anderen Welt kamen……….., war’s mit dem Interesse vorbei.‘ Wer - wie ich seit der Wende – ein großes Interesse an diesem Thema, an den Lebensgeschichten und Charakteren dieser Menschen hat, ist bei diesem Buch richtig! Ich lege es ihm wärmstens ans Herz! Viel Stoff zum Diskutieren bietet es zusätzlich! Schade, dass ich nur fünf Sterne von fünf für dieses großartige Werk vergeben kann!

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Familie kann man sich nicht aussuchen. Und dennoch heißt es: Blut ist dicker als Wasser. In Bernhard Schlinks ruhig und eindringlich erzählten Roman geht es um Familienbande und Verbindungen vor dem Hintergrund deutscher Teilung und Zeitgeschichte, um Loyalitäten und Liebe. Aus Liebe zu Kaspar, dem Studenten aus dem Westen, hat Birgit einst die DDR verlassen, auf abenteuerlichem Weg. Die Ost-West-Romanze endete glücklich und auch wieder nicht. Denn Kaspar, der für Birgit sein Studium aufgab und Buchhändler wurde und die Studentin aus der DDR heirateten zwar, liebten einander, doch für Birgit reichte das wohl nicht aus. Immer wieder bricht sie aus dem Alltag aus - ein anderes Studium, eine neue Ausbildung, eine zweite, eine Auszeit im Ashram. Sie kommt immer wieder zurück, aber sie trinkt viel, zu viel. Als Kaspar sie, beide sind mittlerweile in ihren 70-ern, eines Tages tot in der Badewanne findet, kommt zur Trauer die unbeantwortete Frage: War es ein Unfall oder ein Suizid? Als sich dann auch noch ein Verleger bei ihm meldet, erfährt er ganz Neues über seine Frau: Gedichte habe sie geschrieben, an einem Romanmanuskript gearbeitet, der Verleger würde die Arbeiten gerne veröffentlichen, lobt das besondere Talent Birgits. Für Kaspar, den Mann mit der Liebe zu Büchern, muss es sein, als ob er seine Frau noch einmal verliert: Birgit hat mit einem Fremden über ihre Arbeit an einem Buch gesprochen, aber nicht mit ihm. Auf der Suche nach Antworten durchsucht Kaspar, der Birgits Privatsphäre immer gewahrt hat, ihr Arbeitszimmer und stößt in der Tat auf ein Manuskript, dass ihm ein Geheimnis entschlüsselt, dass Birgit nie geteilt hat. Um in Birgits Interesse zu handeln und den Abschluss zu finden, den sie nicht geschafft hat, folgt Kaspar ihren Spuren vor der Flucht, findet die Freundin aus Jugendtagen, die Birgit zur Seite gestanden hatte, als diese noch vor der Flucht von einem anderen Mann schwanger war. Kaspar ist sicher, Birgit hätte ihre Tochte gesucht und auf eine Annäherung und Aussöhnung gehofft. Seine Suche führt den Mann, der Gedichte liebt, ausgerechnet in ein Siedlungsdorf von Rechtsextremisten und in die Familie der 14-jährigen Enkelin Birgits. Zwischen dem Mädchen und dem alten Mann ist fast von Anfang an eine Verbindung da, auch wenn die völkischen Parolen ihn schockieren. Kann er einen Weg finden, dem Mädchen einen Zugang zu einem anderen Denken zu zeigen, ohne dass die Verbindung sofort wieder abbricht? Kaspar entwickelt einen Plan, der das junge Mädchen zumindest zweitweise dem Einfluss ihrer Familie und Gemeinschaft entzieht. Haben junge Menschen, die in eine extremistische Gemeinschaft hineingeboren wurden und von frühester Kindheit an von deren Werten beeinflusst wurden, überhaupt eine Chance, ein eigenständiges Wertesystem zu entwickeln, oder wird das als Loyalitätsbruch gegenüber der Familie empfunden? Das ist eine der Fragen, die Schlink in diesem Roman umtreiben. Wie schon beim "Vorleser" geht es auch hier um Entscheidungen des Einzelnen und Verantwortung, um Werte, die je nach Perspektive ganz unterschiedlich beurteilt werden. Ein nachdenklich stimmendes und stimmiges Buch.

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Ein weiteres Buch von Bernhard Schlink, das mich unheimlich gefesselt hat. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und habe es in zwei Tagen durchgelesen. Da ich selber erst meinen Mann verloren habe, konnte ich die Gefühle so gut nachvollziehen. Schlink hat es sehr gut umschrieben. Ein Buch, das sicher eines meiner Highlights in diesem Herbst sein wird!

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Eine sehr einfühlsame Geschichte, die wunderbar zwei Leben darstellt, welche miteinander verbunden waren und doch so unterschiedlich sind. Mir gefiel, wie gut die Reflektionen geschrieben wurden und ist der Haldnung voller Spannung gefolgt. Schwieriger wurde es für mich als jemand Baujahr 1990 und aus dem Westen stammend, alle Gefühle und Gedanken, welche die DDR und die Flucht betrafen nachzuvollziehen und zu verstehen.

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Zwar hält der neue Roman die Lesenden in Bann, um zu erfahren, ob Sigrun aus ihrem völkischen Milieu durch die Obhut ihres Großvaters herausfindet, aber in weiten Teilen (insbesondere was die Erbschaft anbelangt) finde ich ihn doch zu konstruiert.

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Ein Buch über die DDR/BRD Zeit und die Spaltung von Familien, Geliebten und Bekannten. Schlink schreibt wie immer fantastisch, nur leider ist das Thema nicht meins.

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Eine ausgezeichnete Erzählung, ganz wie man es von Herrn Schlink gewohnt ist. Inhaltlich umfasst es das Leben als junger Student in Ost und West (Berlin), das Aufwachsen, aber auch das Schicksal und vor allem Familie. Gekonnt gespickt mit Informationen, die man aus den Medien kennt, aber vergessen hat. Wie zum Beispiel die Ausbreitung sogenannter völkischer Dörfer im ländlichen Ostdeutschland. Der Roman ist außerdem ein Spiel mit Kontrasten, schwarz und weiß. Ein Versuch zu erklären, wie rechtes Gedankengut vererbt wird und wie man in so einem Dunstkreis überhaupt lebt. Daneben der Großvater, ein gebildeter Buchhändler, Musikliebhaber aber einsam im Alter. Die Rebellion gegen die eigenen Eltern, Mutlosigkeit und Angst. Und natürlich gibt es auch überraschende und traurige Momente. Viel Emotionen bei klarem Schreibstil. Alles für mich nah an der Realität, einfach gut.

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Als Kaspars Frau Birgit unerwartet stirbt, entdeckt er sie noch einmal ganz neu nd muß einige seiner eigenen Erinnerungen infrage stellen. Zu Zeiten der DDR zu ihm nach West-Berlin geflüchtet, zeitlebens auf der Suche nach Sinn und stets etwas distanziert war sie. Nun findet er ein Textfragment, in dem sie ihre Sicht der Dinge und vieles aus ihrer Vergangenheit vor ihm aufschrieb. Kaspar macht sich auf die Suche nach Menschen aus dieser Vergangenheit und findet sie - wenn auch anders als erwartet. Das Buch ist interessant und berührend zu lesen, beide Perspektiven dieser Geschichte haben mich gepackt. Man wird als Leser mit überraschenden und auch heftigen Themen konfrontiert, sprachlich ist der Roman wie von ihm gewohnt gut. Nicht überzeugt hat mich die Figur der jugendlichen Hauptfigur, diese erschien mir doch etwas zu sehr aus der Zeit gefallen, unabhängig von Milieu und Lebensumständen. Auch die unendliche Geduld und Toleranz, die Kaspar Personen und Situationen gegenüber aufbringt, kam mir stellenweise unrealistisch vor. Für mich einer der etwas schwächeren Schlink-Titel - wobei selbst ein schwächerer von ihm immer noch ein starker Roman ist!

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Birgit, die Ehefrau des Berliner Buchhändlers Kaspar Wettner, verstirbt. nach langer Ehe. In den Unterlagen seiner Frau findet Kaspar Papiere aus ihrer Jugend in den 60iger Jahren. Birgit lebte damals in Ostberlin und kam mit Unterstützung von Fluchthelfern zu Kaspar in den Westen. Erstaunt erfährt Kaspar, dass seine Frau vor der Flucht noch ein Kind geboren hatte. Er macht sich auf die Suche. nach der Stieftochter und lernt sein Enkelkind kennen. Die beiden leben in einer völkisch ausgerichteten Gemeinschaft auf dem Land. Zwei Welten prallen aufeinander, Stadt und Land, liberales Bildungsbürgertum und militante Rechte. Sigrun, die Enkelin, darf .Zeit mit Kaspar verbringen und gerät zwischen die Fronten. Schlink erzählt wie immer flüssig. und gut lesbar. Er schlägt dabei den Bogen von der DDR bis in die Gegenwart. Er legt den Finger in die Wunde: Wie soll man dem Rechtsextremismus angemessen entgegentreten? Ist unsere offene Gesellschaft hilflos angesichts der überzeugten Fanatiker? Wie verschieden sind Ost und West heute noch? Viel Diskussionsstoff also ....

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Wer bist du? Birgit ist zu Kaspar in den Westen geflohen. Jetzt ist sie tot. Selbstmord, Unfall? Sie hat viel zurück gelassen im Osten, wieviel, erfährt Kaspar erst nach ihrem Tod. Er macht sich auf die Suche nach den Menschen, nach ihrem Leben dort. Findet ihre Tochter von der er nichts wusste und eine Enkelin. Damit beginnt eine Beziehung die er so vorher nicht kannte. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, für jede Frau eins, das Verbindende ist Kaspar, der Buchhändler, der Feingeist, der Liebende und Verständnisvolle. Alle Frauen bekommen den ihnen zustehenden Raum für Gefühle und Gedanken, ihre Handlungen werden beschrieben nicht bewertet. Nur Kaspar steht über allem, sein Gefühl und Denken wird seinem Handeln gleichgesetzt. Er ist Beobachter, Chronist, Mann, Großvater und vor allem für jeden der Halt in einer Welt die überfordert. Er kommt nicht zu kurz in diesem Roman, aber am Ende habe ich ihn lieb gewonnen und hätte ihm gern mehr Raum gegeben. Es ist auch ein Roman über uns Deutsche, wie wir mit der Teilung und Wiedervereinigung umgehen, auch über dreißig Jahre danach. Das leise Mitleid und Unverständnis mit denen aus und im Osten. Das manchmal von Oben herab, das Unverständnis von uns Wessis zu den Aussagen aus dem Osten ( besonders auffällig wieder nach der Bundestagswahl ). Der Autor beschreibt die Seele der Menschen. Er zeigt die Zerrissenheit zwischen dem Handeln und dem Denken. Er beschreibt, bewertet aber nicht. Er überlässt es uns Lesern unsere eigenen Schlüsse zu ziehen. Er fordert das Nachdenken noch lange nach dem Buch. Jedes mal wenn ich ein Buch von Bernhard Schlink gelesen habe, frage ich mich, wie macht er das, dass ich einerseits Mitleid mit den Protagonisten habe, sie andererseits auffordern möchte, tu endlich etwas und dann wieder frage, wie hättest du reagiert. Er fordert mich mit dem ersten Satz auf, nicht nur zu lesen, sondern mit zu denken vielleicht in Gedanken andere Wege zu gehen.

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Das Buch hat eine extrem spannende Thematik und einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann: Ein Mann der aktuellen Großelterngeneration ringt mit einem jungen Mädchen um die richtige Darstellung und Deutung der deutschen Geschichte während des Zweiten Weltkriegs. Dass sie aus einem völkisch-nationalen Elternhaus kommt und auf dieser Grundlage argumentiert, lässt einen erschaudern. Bei den Gesprächen zwischen Kaspar und Sigrun konnte ich seine Zurückhaltung kaum aushalten, habe mir aber gleichzeitig die Frage gestellt, ob diese vielleicht gerade der richtige Weg ist, weil man mit Argumenten (zunächst) nicht weiterkommt und sich ein echtes Gespräch erst ganz langsam entwickeln kann und vor allem erst dann, wenn man seinem Gegenüber die Chance gegeben hat, seine Sicht darzustellen. Auch wenn man dieser Sicht fassungslos gegenüber steht ... Spannend fand ich auch die Thematik der Flucht vom Osten in den Westen während der DDR, was für Opfer sie gefordert und wie sie Menschen gebrochen hat. Ein äußerst vielschichtiges Buch!

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Ungewöhnliche Geschichte Die Enkelin ist ein zweifellos toller Roman, der eine ungewöhnliche Geschichte erzählt. Kaspar findet seine geliebte Frau Birgit tot in ihrer Wohnung. Als er später ihren Nachlass sichtet, stellt er fest, dass Birgit Geheimnisse vor ihm hatte. Die Geheimnisse sind durchaus sehr gravierend und eröffnen Kaspar die Option, neue Menschen, darunter eine Enkelin, in sein Leben zu lassen. Dabei wird er allerdings mit einer Weltsicht konfrontiert, die mit seiner eigenen enorm kollidiert. Mir gefällt der ruhige Schreibstil des Buchs, der gut zu Kaspar passt. Die Charaktere sind durchaus unterschiedlicher Natur und längst nicht alle sympathisch – genauer gesagt, hat jeder der Charaktere seine Fehler und wird dadurch authentischer. Kaspar reflektiert viel und meistert den Zwiespalt, in dem er sich mit seiner Enkelin oft befindet, ziemlich souverän. Was mir nicht gut gefällt, ist, dass der Sprachstil Kaspars nicht von dem Birgits oder seiner Enkelin abweicht. Das macht das Lesen des mittlerein Parts teilweise anstrengend und verhindert etwas einen tieferen Inneneinblick in die Enkelin. Vor allem Kaspar und Birgit ähneln sich in ihrem Erzählstil zu sehr. Was mich ebenso verwundert, ist, dass Kaspar eine aus meiner Sicht nicht angemessene Reaktion auf die Offenbarungen Birgits Geheimnisse reagiert. Dass er besonnen ist und Birgit dennoch liebt – geschenkt, aber jeder Mensch wäre um einiges bestürzter und verletzter als er es war.

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