Barbara stirbt nicht

Roman

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Erscheinungstermin 09.09.2021 | Archivierungsdatum 02.02.2022

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Zum Inhalt

Herr Schmidt taut auf.

Walter Schmidt ist ein Mann alter Schule: Er hat die Rente erreicht, ohne zu wissen, wie man sich eine Tütensuppe macht und ohne jemals einen Staubsauger bedient zu haben. Schließlich war da immer seine Ehefrau Barbara. Doch die steht eines Morgens nicht mehr auf. Und von da an wird alles anders.

Mit bitterbösem Witz und großer Warmherzigkeit zugleich erzählt Alina Bronsky, wie sich der unnahbare Walter Schmidt am Ende seines Lebens plötzlich neu erfinden muss: als Pflegekraft, als Hausmann und fürsorglicher Partner, der er nie gewesen ist in all den gemeinsamen Jahren mit Barbara. Und natürlich geht nicht nur in der Küche alles schief. Doch dann entdeckt Walter den Fernsehkoch Medinski und dessen Facebook-Seite, auf der er schon bald nicht nur Schritt-für-Schritt-Anleitungen findet, sondern auch unverhofften Beistand. Nach und nach beginnt Walters raue Fassade zu bröckeln – und mit ihr die alten Gewissheiten über sein Leben und seine Familie.

»Barbara stirbt nicht« ist das urkomische Porträt einer Ehe, deren jahrzehntelange Routinen mit einem Schlag außer Kraft gesetzt werden, und ein berührender Roman über die Chancen eines unfreiwilligen Neuanfangs.

»Barbara war perfekt, dachte er überrascht. Natürlich gab es auf der Welt noch mehr alte Frauen, schon wegen der Statistik, aber Herr Schmidt hatte sie alle gesehen: kein Vergleich zu Barbara.«

Herr Schmidt taut auf.

Walter Schmidt ist ein Mann alter Schule: Er hat die Rente erreicht, ohne zu wissen, wie man sich eine Tütensuppe macht und ohne jemals einen Staubsauger bedient zu haben...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462000726
PREIS 18,69 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Das Buch war für mich ein großes Lesevergnügen. Wunderbar wie Herr Schmitt sich mit dieser für ihn ganz fremden Welt auseinandersetzt! Wie er Stück für Stück seiner Familie näher kommt!

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Der Hauptfigur des Herrn Schmidt ist aus der Zeit gefallen. Die Welt hat sich verändert, aber er nicht mit ihr. Er lebt immer noch in einer patriarchialischen Welt, in der der Mann der Ernährer der Familie ist und sich um nichts sonst kümmert. Geistige Flexibilität und Empathie gehen ihm weitgehend ab. Er weiß nicht, was für Menschen seine Frau und seine Kinder sind und eigentlich interessiert es ihn auch nicht. Erst als seine Frau Barbara krank im Bett liegt, beginnt sein Lernprozess. Er bringt sich das Kochen und Backen bei, weil Barbara nicht mehr so funktioniert wie üblich. Er stellt fest, dass Barbara ein eigenes Leben hatte und von vielen Menschen geschätzt wurde. An welcher Krankheit sie leidet, scheinen alle anderen Figuren zu wissen, nur Herr Schmidt nicht. Vielleicht will er es auch einfach nicht wahrhaben, dass sich seine Frau nicht mehr berappeln wird. Alnia Bronsky zeichnet hier ein scharfsinniges Portrait eines Mannes aus der heutigen Seniorengeneration, der sein rechts-konservatives Denken notgedrungen überprüfen muss.

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Selten habe ich bei der Lektüre der ersten Seiten eines Romans so gelacht wie bei "Barbara stirbt nicht" von Alina Bronsky. Herr Schmidt ist seit über 50 Jahren mit seiner Frau Barbara verheiratet. Er gehört zu der Generation Männer, die noch nie eine Kaffeemaschine bedient haben und sehr genaue Vorstellungen haben, wie die Welt funktionieren sollte. Eines Morgens ist alles anders: Das Frühstück ist nicht fertig als er aufwacht, und Barbara liegt auf dem Badezimmerboden. Wie der Titel sagt, stirbt sie nicht, sie steht aber auch nicht wieder aus dem Bett auf. Nun muss sich Herr Schmidt durch einen ihm völlig neuen Alltag kämpfen. Ein wenig fühlt man sich an Loriots "Papa ante Portas" erinnert. Doch der Leser ahnt schon früh, dass es nicht nur lustig wird. Hinter dem vordergründigen Witz verbergen sich auch Probleme und Geheimnisse, wie es sie in jeder Ehe und Familie gibt.. Ein wunderbarer Roman, vielschichtig, tragisch-komisch und doch sehr positiv.

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Alina Bronsky ist wieder ein außergewöhlicher Roman gelungen. Plötzlich sieht sich der Ehemann und "Patriarch"gezwungen, für sich selbst und seine kranke Frau den Alltag zu bewältigen. Ich habe mit Barbara mitgefühlt und hätte Herrn Schmidt ab und an am liebsten einen Tritt verabreicht. Bleibt er in seinem inneren Panzer gefangen? Am Ende der Geschichte wirds nochmal dramatisch und hochemotional... Ein ganz besonderes Buch!

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Zuerst fand ich die Hilflosigkeit von Herrn Schmidt ziemlich lustig aber irgendwann wird es ziemlich langweilig und die Geschichte plätschert so vor sich hin. Aber trotzdem Danke für das Leseexemplar

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Barbara kümmert sich um Haushalt, Kinder, Garten und engagiert sich sozial. Ihr Mann, Herr Schmitt, nimmt dies alles als gegeben hin. Bis zu dem Tag, an dem Barbara nicht mehr aufsteht und nicht mehr isst. Arzt und Krankenhaus verweigert sie, somit übernimmt Herr Schmitt das Ruder und wen wundert es, er ist damit heillos überfordert. Alle schleichen nur noch um Barbara herum und erwarten ihren baldigen Tod. Herr Schmitt ist aber felsenfest davon überzeugt: "Barbara stirbt nicht!" Kontakt zu seinen Kindern? Fehlanzeige! Herr Schmitt hat eine sehr direkte Art und sagt was er denkt. Dies stößt bei fast niemanden auf Gegenliebe. Der Umgang mit seinen Kindern ist dadurch eher schwierig, die Dialoge herrlich - für den Leser. Er ist genervt von ihren Besuchen und geht stur seinen Weg. Es ist ein witziges, anrührendes und nachdenkliches Buch über das Leben und darüber, dass es oft ganz anders kommt, als man es erwartet. Manchmal stimmt es eben doch: Harte Schale, weicher Kern.

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Ich habs auf einen Schlag im Urlaub verschlungen, obwohl ich gern länger etwas davon gehabt hätte: richtig gut!!!

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Herr Schmidt ist nicht Barbara Herr Schmidt findet seine Frau befremdlicherweise nicht bei der Kaffeezubereitung, sondern im Bad liegend. Er bereitet den Kaffee also selber zu, wie, liest man mit Grausen. Dass seine Frau sehr krank ist, bekommt er gar nicht mit, will es nicht wahrhaben. Seine Meinung über sie: „Aber sie tat einfach nie, was sie sollte und vor allem wann sie sollte.“ Herr Schmidt ist als Partner lange Zeit ein Totalausfall. Zudem ist er ein notorischer Besserwisser, Ignorant und Despot. Jagte die Kinder selbst am Wochenende um sieben aus dem Bett. Aber nun macht Herr Schmidt sich so seine Gedanken. Man merkt, bisher hat er sich nie gefragt, wie ein Haushalt funktioniert. Jetzt aber läuft gar nichts mehr. Er muss umdenken. Wie er das macht, schildert Alina Bronsky witzig, bitterböse und ironisch. Der Leser darf teilhaben an Herrn Schmidts Lernprozess, an seinen ersten Schritten online, als er sich traut, um Hilfe zu fragen (er ist der naive Unterhaltsame im Kochchat), an der Erkenntnis, dass Barbaras Lebensmitteleinkäufe mehr waren als planlos Dinge in den Wagen zu werfen. Frau Bronsky schafft es, dass der schrullige Herr Schmidt Verständnis findet. Ja, er hat seine Macken, aber immerhin merkt er, was er an seiner Barbara hat. Er gibt sich wirklich Mühe, das verdient Anerkennung. Sehr schön erzählt, glaubhaft, authentisch, echt, herzzerreißend. Tolles Buch, das mit Humor und wichtigen Erkenntnissen punktet. Bitte mehr davon! Verlegt von Kiepenheuer und Witsch.

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Alles Gewohnheit Inhalt: Herr und Frau Schmidt leben schon ihr ganzes Leben miteinander. Selbst die goldene Hochzeit haben die beiden erreicht. Doch eines Tages erkrankt Barbara Schmidt und steht nicht mehr auf. Jeden Tag wird sie schwächer. Walter Schmidt ist von nun an auf sich allein gestellt und versucht Barbaras Aufgaben zu erledigen. Meinung: Herr Schmidt ist ein griesgrämiger, starrsinniger, aber dennoch irgendwie liebenswerter Charakter. Als seine Frau nicht mehr kann, gibt er sich wahrlich Mühe all die Dinge zu lernen, die bis dahin seine Frau ganz selbstverständlich erledigt hat. Das Buch hat mich an einigen Stellen sehr amüsiert und an anderen wiederum zu tiefsten berührt. Der Schreibstil ist großartig gewählt und das Buch war von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Fazit: Ein wirklich tolles Buch, dass ich durch und durch empfehlen kann. Ganz unbestreitbar 5 von 5 Sternen wert.

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Walter ist Rentner und hat Zeit seines Lebens die Vollversorgung durch seine Ehefrau als Selbstverständlichkeit nicht nur hingenommen, sondern auch seine Standards definiert und abverlangt. Doch dann wird Barbara, seine Frau, krank und er muss von einer Minute auf die andere alles daheim wuppen. Er hat keinen blassen Schimmer und kann nicht mal Kaffee kochen. Walter ist einfach fürchterlich! Er ist unsympathisch, unfreundlich, unselbständig und ein Ignorant. Was er nicht wahrhaben will, gibt es nicht. Ob es die gleichgeschlechtliche Beziehungen der Tochter (die Partnerin ist für ihn die beste Freundin), die gescheiterte Partnerschaft des Sohnes oder eben Barbaras Erkrankung ist (ist ein bisschen schlapp, muss nur anständig was essen). Die Autorin schildert das alles so trocken und so real, als wären wir dabei. Und ja nun, so ein bisschen bis ganz schön viel Walter kennt man auch aus dem eigenen Familien- und Bekanntenkreis. Wir als Lesende nehmen dabei Walters Perspektive ein, wissen also nur das, was Walter als seine Wahrheit gelten lässt. Sein Umfeld weiß deutlich besser Bescheid. Interessante Herangehensweise, die das Lesen spannend macht. Im Laufe des Buches geschieht es dann - in ganz kleinen Schritten - Walter nimmt seine neue Rolle an. Natürlich bekommt er auch Hilfe, ganz viel aus dem von ihm bislang völlig unentdeckten Internet. Er entdeckt einen Fernsehkoch und mit dessen Facebook-Seite erobert er sich Zug um Zug die Kochwelt. Ganz köstlich zu lesen, wie Walter sogar eine kleine Internet-Berühmtheit wird. Ich habe das Buch verschlungen, der böse Witz der Autorin, gepaart mit der treffender Charakterstudie einer Generation von Männern (ja, ich weiß, natürlich sind nicht alle so und es ist etwas überzeichnet) - ein echter Lesegenuss. Sehr gelungen auch das Ende, nochmal ein Paukenschlag zum Abschluss.

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Es hat mich berührt, ich musste lachen, schmunzeln und weinen. Ein tolles Buch! Bronsky schafft perfekt die Balance, trotz des ernsten Themas, dass das Buch leicht lesbar daherkommt, ungemein gut unterhält und trotz allem nicht traurig zurücklässt. Mit viel Situationskomik und toll gezeichneten Familienmitgliedern. Das Buch würde ich gerne auch verfilmt sehen.

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Zeit des Erwachens Barbara stirbt nicht von Alina Bronsky, erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag am 9. September 2021. Walter Schmidt ist Rentner und betrachtet es als sein verbrieftes Recht als Mann sich weder um Haushalt noch um soziale Kontakte kümmern zu müssen. Als seine Frau Barbara eines Tages pflegebedürftig wird seine Welt von jetzt auf gleich völlig auf den Kopf gestellt. Alina Bronsky hat einen wunderbaren Roman mit viel Humor über die Chancen die Veränderungen bringen geschrieben. Walter ist ein Ehemann wie man ihn früher häufiger gesehen hat. Die Rasse beginnt aber langsam auszusterben. Wir lernen Barbara und Walter im Laufe des Buches immer besser kennen und beginnen ihn auch besser zu verstehen. Walter hat Schubladen. Die Lebensgefährtin der Tochter ist die Freundin, die farbige Ex-Frau des Sohnes hat er immer abgelehnt was sich schon darin ausdrückte, dass ihm deren Vorname schon zu kompliziert gewesen ist. Die Geschichte wird aus Walters Blickwinkel erzählt. Dabei wird aber behutsam so formuliert, dass der Leser aus dem Geschriebenen mehr herauslesen kann als Walter das macht. Die Geschichte ist angenehm geschrieben, komprimiert viele Vorurteile in kurzer Zeit und ist schnell gelesen, aber verändert auch etwas den Blickwinkel auf alte Ehepaare und deren Zusammenspiel. Klare Leseempfehlung.

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Barbara geht es nicht gut, das gab es doch noch nie. In 52 Ehejahren war sie ihrem Mann Walter Schmidt immer zu Diensten, hat morgens den Kaffee aufgebrüht und sich um Haus, Hund und die beiden Kinder gekümmert. Jetzt stimmt etwas nicht und Herr Schmidts Welt gerät aus den Fugen. Weder weiß er, wie er zu seinem Kaffee kommt, noch kann er irgendetwas aus der gut gefüllten Tiefkühltruhe auftauen und zubereiten. Langsam tastete er sich heran, an den Frauenjob, den er jetzt wohl übernehmen muss. Aber das ist ja nur vorübergehend, denn Barbara ist bestimmt bald wieder auf den Beinen. Warum alle um ihn herum deswegen so komisch reagieren, kann er nicht nachvollziehen. Sie muss nur wieder ein wenig Essen und dann ist alles wieder gut. Glaubt er. Auch in Alina Bronskys vorherigen Romanen „Der Zopf meiner Großmutter“ und „Baba Dunjas letzte Liebe“ standen die Erfahrungen älterer Menschen im Zentrum der Handlung. Mit Walter Schmidt hat sie dieses Mal einen mustergültigen urdeutschen Senior geschaffen, der nach Jahrzehnten in geordneten Verhältnissen unerwartet damit konfrontiert wird, dass seine Frau die Erwartungen nicht mehr erfüllen kann. Mühsam muss er sich seine Normalität erkämpfen und plötzlich öffnet dies ihm die Augen vor der Leistung von Barbara, für die er nie viel übrig hatte. Erst einmal in Gang gesetzt, kommen noch mehr Reflexionen, die ihn so manches anders sehen lassen. Der Protagonist ist zunächst kein wirklicher Sympathieträger, aber man hat doch auch ein wenig Mitleid ob seiner Hilflosigkeit und Überforderung. Liebevoll neckisch werden seine Unzulänglichkeiten offengelegt und man beobachtet amüsiert seine Koch- und Haushaltsorganisationsversuche. Er ist ein Mann seiner Zeit und kann sich von alten Rollenmustern kaum lösen. Aber er erkennt, dass so manches Urteil vielleicht voreilig und nicht gerecht war und gerade noch, bevor es zu spät ist, wird ihm auch klar, was er für tolle Jahrzehnte mit Barbara verleben durfte. Kein einfacher Erkenntnisgewinn, der jedoch immer wieder auch zum Schmunzeln einlädt und für Verständnis für jene wirbt, die nicht wirklich auch ihrer Haut können. Das Ende war mir ein wenig zu rabiat und offen, bis dahin jedoch gewohnt souverän von Alina Bronsky erzählt.

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Nicht nur unterhaltsam und amüsant, sondern auch ein Roman, der nachdenklich stimmt Worum geht’s? Herr Schmidt ist ein Mann, der sein Leben lang für die Familie gesorgt hat. Um Haushalt und Küche hat sich seine Frau Barbara gekümmert. Doch als Barbara nicht mehr aufstehen kann, fällt ihm dieses traditionelle Rollenverhalten auf die Füße. Nach 52 Jahren Ehe muss er versuchen, im Haushalt zurechtzukommen und sich gleichzeitig um Barbara zu kümmern. Meine Meinung: Mit „Barbara stirbt nicht“ (Kiepenheuer & Witsch, Ausg. 2021) hat Alina Bronsky einen Roman zu Papier gebracht, den das Leben nicht besser schreiben könnte. Auf eine lockere und amüsante Art beschreibt sie anhand vieler lustiger und tragischer Beispiele die Entwicklung von Herrn Schmidt. Und obwohl alle Personen in dem Buch mit Vornamen genannt werden, bleibt Walter Schmidt durchgehend Herr Schmidt. Was vielleicht auch ein bisschen verdeutlichen soll, dass er sich in seinen Augen von den anderen abhebt. Der Versorger ist, der Boss. Das Buch liest sich leicht, ist die perfekte Lektüre für zwischendurch, obwohl das Thema auch gleichzeitig nachdenklich stimmt. Hauptfigur ist Herr Schmidt, der sein Leben lang der Ernährer war. Er ging arbeiten, Barbara war für die traditionellen 3 K (Kinder, Küche, Kirche) zuständig. Alles wie selbstverständlich, bis Barbara im 52. Ehejahr nicht mehr aufstehen kann. Aus Altersschwäche? Herr Schmidt, der nie irgendetwas im Haushalt tun musste, ist plötzlich gezwungen, sich alles selbst beizubringen. Als Techniker möchte er genaue Anleitungen und es gelingt ihm tatsächlich, sich diese überall zu holen und sich so nach und nach Dinge beizubringen, vom Kaffee kochen bis hin zum Kuchen backen. Nebenbei kümmert er sich rührselig um seine Frau, sorgt sich um sie und versucht alles, um sie zum Essen zu bringen und wieder aufzubauen. An seiner Seite immer sein Hund Helmut, seine Kinder Kerstin und Sebastian und – ganz aus Versehen – plötzlich eine komplette Internetcommunity, die ihm mit Rat und Rezepten zur Seite steht. Auch die einzelnen Episoden gefallen mir gut. Die Geschichten sind warmherzig geschrieben und lustig. Zugleich zeigt einem Alina Bronsky aber auch auf, dass das Leben eben nicht endlos, sondern endlich ist. Keiner wird jünger und jeder kann zum Pflegefall werden. Das ist die traurige Seite der Geschichte. Und Herr Schmidt, der scheinbar als einziger die Augen vor der Realität verschließt und auf den Tag wartet, da Barbara wieder aufsteht. Auch wenn er manchmal ein bisschen ruppig oder bärbeißig ist, hat er dennoch ein gutes Herz und macht alles für seine Frau. Mir gefallen auch die Nebensätze, in denen er bemerkt, wie schön seine Frau ist, wie jung sie noch aussieht. Da merkt man, dass er sie wirklich liebt. Besonders die Szene am Schluss mit Arthur hat mir sehr gut gefallen – warum? Das müsst ihr schon selbst lesen! Fazit: Alina Bronskys Buch „Barbara stirbt nicht“ ist einerseits amüsant und unterhaltsam, auf der anderen Seite hat es mich jedoch auch zum Nachdenken gebracht. Über das Leben. Das Altwerden. Die plötzliche Hilflosigkeit. Mir hat es gefallen, wie die Autorin die Entwicklung von Herrn Schmidt dargestellt hat. Seine ersten Schritte beim Kochen, im Internet. Wie er sich um seine Frau Barbara gekümmert hat. Ein liebevoller Roman über zwei Menschen, die ein Leben teilen und in guten und schlechten Zeiten füreinander da sind. 5 Sterne von mir für dieses leider viel zu kurze Buch – ich hätte Herrn Schmidt gerne noch länger begleitet!

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Es ist ein Roman, bei dem ich dringend empfehle, hinter die Kulissen zu schauen, nachzudenken, sich die Fragen zu stellen usw., denn dann können sich ganz andere Dimensionen eröffnen, die dem Leser sonst verborgen bleiben, wenn man nur bei der Geschichte an sich und knapp am Text bleibt. Der Text ist schon an sich sehr unterhaltsam, mit guter Prise Ironie, die manchmal bis zur Groteske reicht. Gerade am Anfang musste ich bei Walter an Eckel Alfred aus der einst sehr populären Fernsehserie denken, die manchmal im Dritten immer noch am Silvester läuft. Bloß seine Elsa, Barbara in diesem Fall, kann nicht mehr wie früher. So muss Walter langsam aber sicher andere Wege gehen, sein bisheriges Verhalten umdenken, Neues erlernen und einiges wieder gut machen, wenn man an das Ende denkt, Stichwort Artur. Wenn man sich z.B. fragt: Wofür steht Barbara? Hier gibt es viele Aspekte. Eine Art Tipp: Was hat sie ihr Leben lang gemacht? Man lernt sie kennen. Wofür hat sie sich eingesetzt? Ich liefere hier keine Antworten. Diese sollte man bitte selbst finden. Deshalb ist dieser Roman so gut, weil er so viel Raum zur geistigen Arbeit schafft, dass es auch deshalb Spaß macht. War Walter immer so drauf? Z.B. so fremdenfeindlich? Oder hat ihn dazu etwas im Laufe seines Lebens gebracht? Wenn er wirklich so fremdenscheu wäre, hätte er Barbara nicht geheiratet. Und würde auch heute nicht so hinter ihr stehen. Ist hier, wie auch an paar anderen Stellen, Gesellschaftskritik versteckt? Denn Barbara bedeutet die Fremde. Und Walter erzählt immer noch, sehr oft, mit Stolz, dass Barbara seine Frau ist und zu ihm gehört. Klar ist, diese Fremde kam in sein Land vor vielen Jahren und engagierte sich wofür, statt woanders arbeiten zu gehen? Die Antwort bitte selbst liefern. Ich sage nur so viel: Barbara steht u.a. für etwas, was heute stark im Schwinden ist. Und es wäre schlicht Ende der Zivilgesellschaft, wenn all dies stürbe. In dem Sinne bleibt zu hoffen, dass Barbara, und alles, was sie verkörpert, am Leben bleibt. Zu weiteren Vorzügen dieses Werks zählt die wunderbar klare, griffige Sprache. Dieser minimalistische Ausdruck mit einer Prise Humor gefiel mit ausgesprochen gut. Mit nur wenigen Worten so viel liefern und so viel erreichen zu können, das ist wahre Kunst. Deshalb gibt es von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung. Und bitte das Nachsinnieren nicht vergessen. Oberflächlichkeit ist hier echt fehl am Platz.

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Barbara stirbt nicht, Roman von Alina Bronsky, EBook erschienen bei Kiepenheuer & Witsch Das Porträt einer Ehe, deren jahrzehntelange Routinen mit einem Schlag außer Kraft gesetzt werden, komisch und doch ganz tief ins Herz gehend. Herr Schmidt ist ein ganz seltenes Exemplar, er hat es geschafft, 52 Jahre lang verheiratet zu sein ohne ein einziges Mal einen Staubsauger bedient zu haben. Kaffee oder eine Tütensuppe zubereiten ist unmöglich, denn bei ihm würde sogar das Wasser anbrennen. Das hat ja schließlich immer Barbara für ihn gemacht. Doch eines Tages kann sie nicht mehr aufstehen und alles ändert sich. Das Buch ist aus der Sicht Walters geschrieben und doch habe ich es nicht geschafft, Ihm ganz tief ins Herz zu blicken. Geschrieben so typisch für Alina Bronsky kurz und klar, unaufgeregt und doch tief gehend, bildhaft und flüssig. Die schlagfertigen Dialoge fand ich unglaublich gut. Walter sagt was er denkt und stößt dabei seine Mitmenschen vor den Kopf, das belebt die Geschichte. Anfangs fand ich Walter einfach nur schrecklich, ein wahrer Pascha, ignorant, stur, direkt und ein Rassist. Als Mann unter seiner Würde sich an der Hausarbeit zu beteiligen, schließlich hat er jahrelang das Geld nach Hause gebracht, jeder hat wohl in seiner Umgebung einen Herrn Schmidt. Seine Bemühungen am Morgen nachdem er seine Frau im Bad liegend gefunden hat, waren mehr als halbherzig, ich hab mich nur gewundert warum er nicht sofort einen Arzt gerufen hat. Auch seine Kinder informiert er nicht, stattdessen kämpft er mit den Frühstücksvorbereitungen. Lässt Barbara trotz einer Platzwunde alleine im Bett liegen und geht mit dem Hund stundenlang im Wald Gassi. Doch je weiter die Lektüre fortschreitet desto dramatischer wird das Geschehen. Es scheint als ob Barbara wirklich unheilbar krank ist. Walter beginnt sich zu ändern. Er bemüht sich Mahlzweiten zuzubereiten, anfangs dilettantisch, doch mit Hilfe eines Fernsehkochs und einer Bäckereiverkäuferin wird er immer besser. Und langsam dämmert es dem Leser, für Walter gab es immer nur Barbara und ich hatte das Gefühl er will es nicht wahrhaben, wie krank sie wirklich ist. Er ignoriert einfach alle, die ihm die Wahrheit vermitteln wollen. Der Roman hat mich zutiefst berührt. Auch das Ende hält noch einige Überraschungen bereit. Die Figuren im Buch allen voran natürlich Walter sind gut charakterisiert, er ist kein Mann der großen Worte und versucht Barbara seine Fürsorge zu zeigen indem er z.B. für sie backt, weil Kuchen das einzige ist auf das sie noch Appetit hat. Immer wieder haben mich die Emotionen überwältigt. Ein Buch welches mir ganz tief ging, ich habe den Reader erst aus der Hand gelegt, als die letzte Zeile gelesen war. Leider kam das Ende sehr plötzlich und ich habe einige Informationen vermisst. Eine unbedingte Leseempfehlung für alle Alina Bronsky Fans und geeignet für die Leser die anspruchsvolle emotionale Unterhaltung suchen. Von mir 5 Sterne.

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Eigentlich müsste man mit Walter Schmidt mitfühlen. Seit Barbara seine Ehefrau krank im Bett liegt und nicht mehr aufsteht muss er den Haushalt schmeißen. Und er bemüht sich redlich. Dass Walter auch ein ziemlicher Kotzbrocken sein kann, mag man ihm mal verzeihen. Alina Bronsky hat ein überaus unterhaltsames Buch geschrieben , mit Hintersinn, Toll!!!

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Wieder ein großartiges Buch von Alina Bronsky! Ich liebe ihren extrem trockenen Humor, ihre kauzigen Figuren und ihre Kunst, mit wenigen Worten so viel zu sagen. Echte Sympathieträger sind ihre Hauptfiguren ja selten, aber mit Walter Schmidt hat sie schon ein ganz besonderes Exemplar erschaffen.

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Die schönste, ungewöhnlichste Liebesgeschichte seit langem! Selbst Borschtsch zu kochen und eine Weihnachtsüberraschung zu organisieren, sind Walters Liebesbeweise für seine Barbara nach 50 Jahren Ehe. Denn rote Rosen sind nur etwas für Heiratsschwindler. Eine bittersüsse aber auch humorige Geschichte, die mich begeistert hat!

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Barbara stirbt nicht, man erfährt auch nicht explizit, was sie hat - aber sie macht nicht mehr das, was sie sonst so tat. Im Gegenteil: Sie ist schwach, schläft viel, will nichts mehr essen. Wahrscheinlich ein Schlaganfall. Ihr Mann bekommt das, obwohl er alleine mit ihr zusammenlebt, nur so am Rande mit. Die erwachsenen Kinder kümmern sich zunächst um die Mutter, fahren mit ihr zum Arzt, wollen eine Betreuerin einstellen. Aber Herr Schmidt, ihr Mann, wehrt sich gegen diese Einmischung. Barbara ist halt ein bisschen müde und alles andere bekommt er schon irgendwie hin. Es fängt mit dem morgendlichen Kaffee an, den er irgendwann zubereiten kann. Die ehemalige Bäckereifachverkäuferin stellt er kurzerhand als Haushaltshilfe ein. Und er entdeckt das Kochen. Es ist keine Liebe zum Kochen selbst, sondern die Liebe zu Barbara, die ihn dazu bringt, immer mehr zu lernen, sogar Borschtsch! Denn Barbara isst nur Kuchen und Gerichte, die sie aus ihrer Kindheit kennt. Alina Bronsky schreibt schnörkellos aus der Perspektive von Herrn Schmidt, der in zwischenmenschlichen Situationen oft rätselt, was die anderen denn von ihm wollen. Die harte Schale von Herrn Schmidt wird mit jedem Satz weicher, er öffnet sich und entdeckt neue Seiten seines Lebens. Ein wunderbarer Text über Familie, Beziehungsdynamik und Perspektivwechsel. Einziger Wermutstropfen: das Ende kommt sehr abrupt. Ich hatte das Gefühl, Alina Bronsky wusste nicht so recht weiter - und dann war halt Schluss.

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Herr Schmidt hat eine Ehefrau Barbara, das reicht für alles. Putzen, kochen, Kinder großziehen, Nachbarschaftspflege, Unterstützung von sozialen Projekten und den Garten außer Rasen mähen, das können Frauen nicht. Eine "typische" Ehe die in die Jahre gekommen ist. Eines Morgens steht Barbara nicht mehr auf, warum, keine Ahnung, was nun, noch schlimmer. Sie kann einfach nicht mehr und Herr Schmidt, Walter muss sich kümmern. Überraschender Weise tut er das, auf seine Weise. Wie bei jedem Menschen der etwas im fortgeschrittenen Alter neu lernen muss, vor allem unter Druck, es fängt beim Kaffee kochen an. Geht alles schief was nur schief gehen kann. Mit seinen Kindern über Kreuz sind die zwar in Sorge um die Mutter aber nicht um ihn. Nach 52 Jahren Ehe erkennt Herr Schmidt, Walter was seine Frau alles gemacht hat und was viel wichtiger ist, was sie ihm bedeutet. Eine Frau die er heiraten musste, gegen den Willen seiner Mutter, weil sie ein Kind von ihm erwartete. Ich könnte das Buch als eine bitterböse Satire bezeichnen, aber das wird der Geschichte nicht gerecht. Es ist mehr. Besser spät als nie würde ich sagen, Herr Schmidt, Walter würdigt auf einmal seine Frau nach innen wie nach außen. Er gibt sich Mühe damit sie wieder zu ihrer alten Form zurück findet. Er richtet sich nach ihren Wünschen, unterlässt Dinge von denen er ahnt dass sie sie stören könnten. Die Autorin hat diese Wandlung von einen Misanthropen in einen erträglichen alten Mann sehr gut beschrieben. Vor allem an den Bemerkungen oder Reaktionen die in ganz kurzen Andeutungen vorhanden sind, konnte ich mir als Leserin sehr gut vorstellen was für ein Mann er vorher war. Um es kurz zu sagen, ich hätte ihn zum Teufel geschickt. Aber auch hier wieder, in zarten Andeutungen, wird gezeigt warum Barbara geblieben ist. Ein menschliches Buch, wir sind nicht immer nett und lieb, wir Menschen sind auch böse und unausstehlich. Die Autorin hat trotzdem viel Verständnis. Danke

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Ist Empathie erlernbar? Ich MUSS einfach alles lesen was die gute Frau Bronsky zu Papier bringt, denn sie schreibt einfach super gut. Auch ist sie eine überzeugende tolle Frau auf der Lesebühne, dürfte ich sie mit ihrem letzten Roman „Der Zopf meiner Großmutter“ im Literaturhaus Frankfurt erleben. Nun wieder ein neuer schmaler Band aus ihrer Hand: ‚Barbara stirbt nicht‘! Walter Schmidt ist ein alter Mann alter Schule. Er kann im Haushalt rein gar nichts! Weiß weder wie man kocht, noch Wäsche wäscht noch sonst irgendwas was ihn am Leben erhalten könnte. Brauch er ja auch nicht, denn er hat ja sein Rundum-Sorglos-Paket: seine Ehefrau Barbara! Aber die stürzt im Bad und Walter muss sich kümmern – oh schreck! Herrlich wie er sich durchwurtschtelt, dazulernt und eine neue Seite an sich und seiner Familie entdeckt. Alina Bronsky entwirft ein Portrait einer ausgestorbenen Gattung: die sich unfähiger und wenig mitfühlender Ehemann schimpfte. Aber ich glaube auch, dass es noch vereinzelte Exemplare in den höchsten Altersrängen gibt! Obacht, erkennt hier jemand seinen Vater oder Großvater? Keine Sorge es ist respektvoll, aber mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus und Seitenhiebe. Was die Geschichte so lesenswert macht ist Alina Bronskys bissiger Schreibstil, der so klasse pointiert ist. Das ist aus meiner Sicht ein klares Alleinstellungsmerkmal ihrer Romane! Sie greift Themen auf, präsentiert sie uns mit dem Schalk im Nacken, aber trotz aller Lacher ist meinst doch eine bittere Wahrheit erkannt. Man merkt, sie liebt das Schreiben und die Menschen und kombiniert es gekonnt. Was soll ich sage – lieber das tolle Buch lesen als zu viele Rezensionen! ;0)

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Alina Bronsky hat sich mit ihrem neuen Buch selbst übertroffen. Ein echter Unsympath, den man nur lieben kann, als Protagonist.. Mit viel Liebe zu ihren Figuren geschrieben und einer unglaublich berührenden Wendung, unbedingt lesen!

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Bloß weil der Protagonist eklig ist, ist das hier ein empfehlenswertes Buch. Der Herr Schmidt, der hier „Barbara stirbt nicht“ wird in eine Situation gezwungen, die er nicht kennt. Es fängt mit Kaffee an. Den muss er kochen, weil seine langjährige Ehefrau / Haushälterin nicht auf dem Bett aufsteht. Während Barbara in ihrem Bett bleibt und dem entgegenwartet, was unweigerlich kommt, entwickelt der alte Schmidt in der Küche ein verborgenes Talent. Dass er zu seinen Kindern weiterhin ekelig ist, nicht kapieren will, wie sie ihr Leben führen, seine Mitmenschen hasst, sich einem Fernsehkoch anbiedert etc. etc. werden die tagfüllenden Aufgaben, deren sich Schmidt akkurat widmet. Man kann ihn gar nicht mögen. Das Buch schon.

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Fesselnde Lektüre Die Schriftstellerin Alina Bronsky versteht es immer wieder mich mit ihren Romanen zu fesseln. Die Protagonisten sind oft etwas sperrig und eigenbrötlerisch. So sind die Menschen eben. Die Autorin kann diese Typen besonders treffend beschreiben. So ist es auch in dem Roman „Barbara stirbt nicht“.Walter Schmidt ist Rentner und von sich sehr eingenommen. Seiner Frau Barbara musste er erst mal alles mögliche beibringen. Er wurde immer Herr Schmidt betitelt. Erschreckend war, das er, als Barbara im Badezimmer lag und ein schiefes Gesicht hatte, nicht sofort den Notarzt gerufen hat. Er hat nie in der Küche geholfen, da sollte man als Frau doch drauf achten. Aber Herr Schmidt mausert sich, da muss ich ihn bewundern. Es war erfreulich, das er seine Frau langsam liebevoller beobachtet. Das hat die Autor richtig toll gestaltet. So lässt sie auch komische Dinge geschehen. Ich habe den Roman richtig gerne gelesen. Alina Bronsky hat da wieder ein kraftvoller Roman mit leichter Prosa gelungen.

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"Barbara stirbt nicht" ist ein sehr außergewöhnlicher Titel, der aber optimal zum Inhalt des Romans passt. Da ich schon von Alina Bronsky "Baba Dunjas große Liebe" und "Der Zopf meiner Großmutter" gelesen habe, weiß ich um die Vielschichtigkeit der Romane und auch hier wird schnell deutlich, das eine große Veränderung stattfinden wird. Schon die ersten Seiten des Romans zeigen einen Mann auf, der durch Erziehung und ein anderes Zeitalter sehr geprägt wurde und sich so verhält, wie er es gelernt hat. Mir ist dieses Verhalten nicht unbekannt, sind meine eigenen Eltern und Schwiegereltern doch ebenso geprägt worden und es ist einfach schwer sich verändern zu lassen oder umzudenken. Walter Schmidt zeigt nicht unbedingt seine besten Seiten und dennoch schließe ich ihn ins Herz, da ich erkenne, dass es den Lebensumständen der Nachkriegszeit geschuldet ist, das er sich verhält, wie er sich verhält und wie sehr es sein Denken und Handeln umschlossen hat. Es gibt allerdings Hoffnung und je mehr sich Walter offenbart durch seine Gedanken, an die er die Leserschar teilhaben lässt, zeigt sich, das er die Bettlägerigkeit seiner Frau kaum aushält und auch nicht verstehen kann. Selbst als Leserin, ohne eine Diagnose über Barbaras Zustand erhalten zu haben, kann ich nur in Mutmaßungen anstellen, die allerdings eher unbefriedigend sind, da zunächst Hoffnung auf Besserung besteht, was sich zum Ende hin dann allerdings als Trugschluss herausstellt, da Barbara schwächer und schwächer wird und es scheinbar das komplette Umfeld der Familie Schmidt wahrnimmt, nur Walter es verweigert einzugestehen, das seine Frau todkrank ist. Für Walter ist es ein Neubeginn, da er lernt sich zu öffnen und umzudenken. Er lernt kochen und backen, wobei er sich hierzu Ratschläge aus dem Internet holt. Das Internet wird für ihn eine Plattform, in der er seine Frau besser kennenlernt. Vielleicht hat er einfach nur die Augen verschlossen über das liebevolle Wesen seiner Frau oder er war viel zu oberflächlich in seinem Denken und Handeln? Klar zeigen sich seine Verhaltensweisen gegenüber Randgruppen, die sich vielleicht nicht ganz abstellen lassen, aber immerhin dafür sorgen, seiner Frau Borscht zu kochen. Eigentlich ist es zum Weinen zu sehen, wie verbohrt Menschen durch ihre Erziehung und Erfahrungen sind. Anhand des Beispiels dieses außergewöhnlichen Protagonisten, der auch durch seinen deutschen Schäferhund Helmut auffällt ,zeigt sich. dass es Hoffnung auf Veränderungen eines Lebensbildes gibt. Alina Bronsky nutzt hier einiges an Klischees, die einen sehr unangenehmen Menschen zeigen, der zum Ende des Romans um ein vielfaches umgänglicher erscheint. Der Roman ist zügig gelesen und endet sehr abrupt, was aber zum vorherigen Geschehen passend erscheint. Walter ist zum Ende hin nur noch darauf bedacht, seiner Frau nur das Beste zukommen zu lassen und daher hat es mich zwar erstaunt, dass das Ende offen bleibt, aber im Rückblick ist es genauso, wie es sein soll und nicht anders. Alles andere wäre jetzt doch unpassend! Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung, da ich quasi durch die Seiten meines Readers flog und erstaunt darüber war, wie verbohrt ein Mensch sein kann, der aber durch die Umstände der Erkrankung seiner Frau, fast schon "nett" zu nennen ist. Der Umgang mit Kindern und Enkel verbessert sich und auch innerhalb der Nachbarschaft und Freundschaften kann sich Walter nun anders öffnen, was mir sehr zugesagt hat.

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Erneut beweist die Autorin ihr feines Gespür/exzellente Beobachtungsgabe für Geschichten/Figuren, wie das Leben sie schreibt! HIGHLIGHT

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Der Rentner Walter Schmidt sieht sich eines Morgens in der Routine seines Alltags empfindlich gestört: seine angetraute Gattin Barbara findet er nicht in der Küche wie jeden Tag, sondern im Bad auf dem Boden liegend. Nachdem er sie in ihr Bett verfrachtet hat, bleibt Barbara dort liegen und steht einfach nicht mehr auf. Walter hat in seinem Leben noch keinen Kaffee selbst gekocht oder eine Suppe zubereitet. Nun sieht er sich in der Situation, sein ganzes Leben zu verändern, sich selbst und seine Frau zu versorgen und sich gegen die Kinder, Freunde ,, Nachbarn und Barbaras Internetbekanntschaften zur Wehr zu setzen. In diesem humorvollen Roman von Alina Bronsky begegnet dem Leser ein Mann alter Schule, der es gewohnt ist,, dass die Dinge des täglichen Lebens einfach funktionieren. Mitzuerleben wie Walter Schmidt seinen ersten Kaffee zubereitet, sich allmählich damit anfreundet zu kochen, eine Routine in Haushaltsangelegenheiten entwickelt und dabei doch so vieles einfach übersieht oder auf seine eigene Weise regelt hat mir viel Freude bereitet. Die Autorin beschreibt eine Familie, die es auch heute noch vielerorts gibt, von der man aber im Zuge der Emanzipation nicht allzu oft etwas wahrnimmt. Die Rollenverteilung wird in dieser Geschichte in Frage gestellt, der Protagonist handelt als Oberhaupt der Familie auch in dieser Situation nach eigenen Regeln und setzt sich mit seinen Kindern und den Freunden auseinander, die es nur "gut" meinen. Die Autorin zeichnet mit Biss und Witz eine Verwandlung eines unnahbaren Ehemannes in einen fürsorglichen Partner, der nach und nach Einblick in das Leben seiner Frau erhält. Alina Bronsky hat mit diesem Roman beschrieben, wie es gelingen kann in einer eingefahrenen Lebensroutine der Beziehung eine neue Chance zum Neuanfang zu finden. Ihr Schreibstil ist humorvoll, mit sarkastischem Biss und lässt an manchen Stellen nachdenklich werden. Das Ende der Geschichte lässt die weitere Entwicklung offen - der Leser bleibt jedoch hoffnungsvoll zurück. Ich gebe diesem Buch 4 Sterne.

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Was mir gefallen hat: Die Geschichte fand ich wunderbar und Alina Bronsky gelingt es gekonnt das Buch zwischen Humor und ernsthaften Themen auszubalancieren. Das Buch wird nie spannend, und obwohl Walter ein eher unsympathischer Charakter ist, kann man ihn trotzdem meist verstehen. Gerade die Episoden, in denen Walter versucht, Facebook zu navigieren, sind sehr unterhaltsam. Was mir nicht gefallen hat: Ich fand es leider sehr störend, dass Walter sich konsequent weigert, Namen zu benutzen, die er als zu fremd erachtet. Sei es die Schwiegertochter oder die Haushaltshilfe. Was für mich ein extrem verletzendes Verhalten ist. Fazit: Ein angenehm zu lesender Roman, den ich mir gut als Lektüre an einem regnerischen Tag vorstellen kann.

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Herr Schmidt und seine Frau Barbara sind seit Jahrzehnten verheiratet. Alles geht seinen Gang: Barbara ist für Haushalt und Küche verantwortlich und kümmert sich um die Mahlzeiten. Bis Barbara eines morgens (wahrscheinlich zum ersten Mal) krank wird und nicht mehr aufsteht und Herr Schmidt nichtmals weiß, wo in der Küche der Kaffee ist, geschweige denn, wie man ihn macht. Langsam erobert er sich mit Hilfe des Internets den Haushalt und kümmert sich, so gut er es kann, um seine Frau. Es ist das Portrait einer Ehe, in dem das klassische Rollenverständnis gelebt und auch nicht in Frage gestellt wird. Zum Teil komisch aufgrund der Schrulligkeit der Hauptfigur, aber auch sehr berührend und ein wenig traurig.

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Eine tragisch-komische Geschichte Eines Morgens wacht Walter Schmidt auf und wundert sich über den fehlenden Kaffeeduft, der ihn sonst dank seiner Frau immer schon erwartet. Zunächst noch verärgert über den nicht vorhandenen Kaffee, ist der aber bald sein geringstes Problem: Seine Frau Barbara steht nicht mehr auf und nichts ist mehr wie es einmal war. Eigentlich möchte man Walter Schmidt am Anfang nicht mögen – seine Gedanken und Äußerungen, was die Situation und insbesondere seine kranke Frau angeht, sind einfach zu krass – aber im Laufe der Geschichte kann man gar nicht anders. Er ist ein schrulliger, alter Mann mit scheinbar verbohrten Ansichten und es macht großen Spaß, zu beobachten, wie er durch die neue Situation mehr und mehr Abstand zu diesen gewinnt und tatsächlich eine große Entwicklung durchläuft. Es ist eine tragisch-komische Geschichte. Vor allem am Anfang habe ich, schon allein wegen der Episoden rund um seine Kaffeekochversuche (wer hätte gedacht, dass das so schwierig sein kann!), oft laut lachen müssen. Gleichzeitig gelingt es dem Buch aber, nicht nur mit schwarzem Humor an der Oberfläche zu kratzen, sondern Stück für Stück auch tiefer in das Leben und die Gedanken von Walter Schmidt vorzudringen. Alina Bronsky hat diesen Protagonisten brillant geschrieben – ohne Schnörkel, aber unheimlich plastisch und authentisch. Die zahlreichen Nebencharaktere empfand ich als ebenso gelungen. Für mich war das Buch von Anfang bis Ende ein großer Lesegenuss und ich werde Walter Schmidt bestimmt nicht so schnell vergessen.

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Mein Vater und Herr Schmidt kann man vielleicht nicht direkt so vergleichen, aber doch haben sich Herr Schmidt und seine Frau, Babara, mit meinen Eltern überlappt. Herr Schmidt, ein alter Herr, der als den urdeutschen Nörgler par excellence abgebildet wird, ist definitiv kein Sympathieträger und von alter Schule. Die Rolle von Mann und Frau ist klar getrennt, so kenne ich es auch von meinem Elternhaus. Vielleicht ist das auch der Grund gewesen, dass mich die Geschichte unerwartet getroffen und mich tief berührt hat? Und dann wird Babara auf einmal krank und die Welt steht auf dem Kopf. Die ersten Seiten ließen mich schmunzeln, wie Herr Schmidt sich durch die alltäglichen Hausarbeiten kämpft; es war auch ein bisschen Schadenfreude dabei, als Barbara dann plötzlich krank wird und Herr Schmidt leiden musste. Die Handlung selbst ist relativ geradlinig, aber die Autorin streut so viele Pointen zwischen den Zeilen, sei es in einem Nebensatz oder in den Gedanken von Herr Schmidt, dass die Geschichte tiefgründiger war als anfangs vermutet. Ganz beiläufig wird die Geschichte von Zugezogenen erzählt, das Alltagsleben von alten Menschen und ihrer Umgebung, und die Beziehung von einem Patriarchat zum Rest seiner Familie. Die unterschwelligen Details, die zusätzlich eingestreut sind, bereichern die Geschichte und geben dem Ganzen mehr Farbe und Glanz. Am besten fand ich aber Herr Schmidt selbst, der nicht mehr politisch korrekt und zeitgemäß handelt und komplett überfordert ist. Hand auf's Herz: Kann man das Buch als Teil der Weltliteratur sehen? Nein, wahrscheinlich eher nicht. Aber die Geschichte unterhält einen sehr, packt das Herz des Lesers und es floss auch mal eine Träne während der Lektüre. Wie oben erwählt, kann man trotz des leichten, scharfzüngigen Tons die Tiefe der Geschichte erkennen und auch mit wieviel Liebe der Charakter von Herrn Schmidt entworfen wurde. Die kleine Überraschung am Ende hätte zwar nicht sein müssen, aber trotzdem hat mir auch das Ende so gefallen. Insgesamt ein rundes Buch, was mich unterhalten und berührt hat, daher 5 Sterne.

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Seit dem ersten Buch von #alinabronsky bin ich Fan dieser Autorin und #barbarastirbt nicht ist nun schon das dritte Werk, was ich lesen durfte. Auch hier punktet die Autorin mit ihrem Schreibstil, der doch sehr "alltägliche" Geschichten einnehmend gestaltet und mit einer guten Brise trockenem Humor zu was besonderem macht. Ausserdem hat sie es wiedermal geschafft mir eine doch anfangs recht unsympathische Person im Laufe der Story ans Herz wachsen zu lassen. Denn unser Protagonist Walter ist hier alles andere als liebenswürdig 😅 Er ist der typische mürrische "Opa" der alten Schule und dementsprechend mit viel Bitterkeit, Trotz und politisch unkorrekten Denkweisen gesegnet. Und trotzdem merkt man einfach den Wandel, den seine Person durch die gegebenen Umstände vollzieht und er wächst einem immer mehr ans Herz. Der unbändige Wille die Umstände um seine Frau Barbara nicht akzeptieren zu wollen hat mich einerseits fasziniert, aber auch oftmals sehr traurig gemacht. Auch diesmal hat es Alina Bronsky geschafft mein Herz zu berühren und zum Schluss auch ein paar Tränchen in den Augen zu haben. Eine wundervolle und zugleich traurige Geschichte, die dem Leser aber auch Hoffnung gibt. Hoffnung in der Hinsicht, dass auch ein eingefahrener Mensch in der Not aus sich herauswachsen kann ❤️

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Walter und Barbara Schmidt sind ein älteres Ehepaar, so wie es vielleicht unsere Großeltern sind oder waren. Eine Generation mit einer Rollenverteilung, die wir heute nicht mehr häufig finden. Herr Schmidt kennt seine Barbara schon lange, gemeinsam sind sie alt geworden und haben Kinder aufgezogen. Herr Schmidt war dabei stets derjenige, der zur Arbeit ging und das Geld nach Hause brachte. Der Ernährer eben. Barbara kümmerte sich um den Haushalt, den Einkauf, die Kinder und wenn Herr Schmidt abends von der Arbeit kam, dann stand das Essen schon auf dem Tisch. Doch plötzlich ändert sich alles, Herr Schmidt wird aus seiner Routine gerissen und steht vor neuen Herausforderungen: Denn Barbara fällt ohne jede Vorwarnung aus. Und nun muss Herr Schmidt sich seinen Kaffee selbst kochen, für Essen sorgen und all das Schultern, das bisher ohne eine Bemerkung von seiner Ehefrau erledigt wurde. „Barbara stirbt nicht“ von Alina Bronsky ist ein Buch, das mich an den ein oder anderen älteren Herren aus meinem Bekanntenkreis erinnert. Das macht dieses Thema greifbar und so realitätsnah. Es ist eine Geschichte über einen Mann, der an seinen Herausforderungen wächst, sich beginnt zur reflektieren, sich entwickelt und Neuem öffnet. Diese Charakterentwicklung, die das gesamte Buch trägt, war großartig umgesetzt. Ich hatte Mitleid mit den Figuren, grinste manchmal über Herrn Schmidts verbohrte, brummige Art und wunderte mich über sein Talent einfach die Augen vor der Realität zu verschließen. Er will nicht sympathisch sein, er war auch bisher kein auffällig liebenswürdiger Ehemann und Vater, aber seine Geschichte fasziniert und fesselt. Einzig das Ende kam sehr abrupt und lässt für mich wichtige Fragen offen. Insgesamt ist Alina Bronskys „Barbara stirbt nicht“ ein Buch, das sich schnell liest und sich perfekt anbietet für ein verregnetes Wochenende auf dem Sofa. Kurzweilig, gekonnt erzählt, manchmal humorvoll, aber immer dicht am Leben.

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Walter Schmidt ist auf den ersten Blick beileibe kein sympatischer Mann. Und ach, wie bezaubernd, rührend entwickelt er sich im Laufe des Romans zu einem wider Willen fürsorglichen Zeitgenossen....und Ehemann. Alles dreht sich um (verleugnete) Krankheit, Alter, Tod, und doch ist dieser Roman so heiter und humorig, dass einem das Herz aufgeht. Ganz subtil erfahren wir viel darüber, was es bedeutet, als Umsiedler nach Deutschland zu kommen. Ein wundervolles Buch für alle!

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Plötzlich ist alles anders Herr Schmidt ist Rentner und als über Nacht sein Leben plötzlich auf den Kopf gestellt wird, ist er maßlos überfordert. Jahrzehntelang hat seine Frau Barbara den Haushalt organisiert und gewohnte Abläufe zählten zur Tagesordnung. Doch als Herr Schmidt nach dem Aufwachen keinen Kaffeeduft wahrnimmt und aus Barbaras Reich – der Küche – keine Geräusche hört, ist er alarmiert… Zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nicht, dass von nun an alles anders sein wird. Denn Barbara ist umgefallen und legt sich danach ins Bett, aus dem sie nicht mehr aufstehen wird. Anfangs schafft es Herr Schmidt nicht mal, Barbara einen Kaffee zu kochen und findet sich in ihrem Reich absolut nicht zurecht. Doch so nach und nach wächst er über sich hinaus und lernt. Immerhin will er nicht, dass Barbara verhungert. Im Laufe der Zeit erfahren wir einiges über das Leben der Eheleute und deren Herkunft, die anfänglichen Schwierigkeiten und über die drei Kinder. Das liest sich manches Mal ganz amüsant und dann wieder kann man nur den Kopf schütteln über gewisse Eigenheiten des Herrn Schmidt. Auch wenn es scheint, er würde die Krankheit Barbaras verdrängen und vor dem gesamten sozialen Umfeld verleugnen, merkt man seine Angst vor dieser neuen Situation. Das Kochen und Neuorganisieren des Haushalts hilft ihm, damit umzugehen. Und so zeigt er auch nach und nach eine charakterliche Veränderung, öffnet sich und wird schon beinahe ein umgänglicher, sympathischer Mensch. „Barbara stirbt nicht“ wird zu seinem Credo. Der Schreibstil Alina Bronskys ist flüssig und lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Das etwas abrupte Ende hat mich anfangs etwas gestört, rückblickend finde ich es passend. Der Roman ist trotz des ernsten Themas humorvoll und lässt auch die ernste Seite nicht ausgeklammert. Ein lesenswerter Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle und der natürlich 5 Sterne verdient.

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Wenn nach fünf Jahrzehnten auf einmal alles anders ist Barbara und Walter Schmidt sind ein altes Ehepaar, und sie leben wie viele ältere Ehepaare vor sich hin. Doch eines Morgens ist auf einmal alles anders, denn Barbara bereitet nicht wie sonst das gemeinsame Frühstück vor, sondern sie liegt im Badezimmer auf dem Boden, und es geht ihr gar nicht gut. Irgendwie schafft sie es zurück ins Bett, und dort bleibt sie dann einfach liegen. Walter weiß zunächst nicht, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Barbara war in ihrem ganzen Leben doch nie ernsthaft krank! Abgesehen von seinen Sorgen um Barbara weiß er auch sonst nicht, wie er mit klarkommen soll. Denn er ist alt geworden, ohne sich jemals mit dem Thema Haushalt zu beschäftigen. Selbst die Kaffeemaschine kann er nicht bedienen. Etwas muss sich ändern, Walter muss seine übliche Komfortszene verlassen. Und irgendwann weiß er nicht mehr, auf wen er sich überhaupt noch verlassen kann. Cover, Schreibstil, etc.: Das Cover passt sehr gut zum Buch, denn das Thema Kaffeekochen ist in „Barbara stirbt nicht“ tatsächlich ein zentrales Thema;) Alina Bronskys Schreibstil ist gekennzeichnet durch relativ einfache kurze Sätze. Fazit und Leseempfehlung: „Barbara stirbt nicht“ ist das erste Buch von Alina Bronsky, was ich gelesen habe, und ich bin ziemlich fasziniert davon, wie die Autorin diese Geschichte gleichzeitig so liebevoll und so sarkastisch erzählen kann. Beim Lesen von „Barbara stirbt nicht“ habe ich immer wieder Parallelen zu Ingrid Nolls, aber auch zu Loriots Schreibstil gesehen. Man ist auf der einen Seite schon ziemlich gerührt von dem älteren Ehepaar und der Hilflosigkeit des Herrn Schmidt, aber dennoch gefallen einem der Sarkasmus und das Morbide an der Geschichte irgendwie doch. Das Schlimme und gleichzeitig Komische daran ist: es gibt solche Männer wie Walter tatsächlich noch – sie sind unter uns. Das Ende des Buches ist leider relativ offen. Man weiß nicht, was an welcher Krankheit Barbara nun wirklich leidet und ob sie überhaupt wieder gesund wird. Ich empfehle „Barbara stirbt nicht“ in erster Linie natürlich allen, die sich bereits in einer ähnlichen Lebenssituation wie das Ehepaar Schmidt befinden und (hoffentlich!) noch darüber lachen können, und natürlich auch allen, die befürchten, sich irgendwann in einer solchen Situation zu befinden. 5 Sterne von mir! Die Dauerleserin

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Eine bittere und sehr unterhaltsame Geschichte über einen alten Mann, der zum ersten Mal im Leben den Haushalt meistern muss. Dabei lernt er viel - über die Zubereitung von Speisen und über das Leben an sich. Ein leises, großes Lesevergnügen!

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Als seine Frau Barbara nach einem Sturz das Bett hütet, ist Herr Schmidt völlig aufgeschmissen. Noch nie hat er einen Finger im Haushalt gerührt. Nun muss er plötzlich einen Weg finden, sich selbst und Barbara eigenständig zu versorgen. Nach dem unfreiwilligen Verlust seiner Komfortzone macht Herr Schmidt einige erstaunliche Entdeckungen und wird zwar nicht ein anderer Mensch, lernt jedoch viel dazu. Alina Bronsky hat einen ganz besonderen Erzählton, einerseits ist sie bissig und legt die Verbohrtheit des Protagonisten schonungslos offen. Andererseits sind Herrn Schmidts unbeholfene Bemühungen, einiges wiedergutzumachen, sehr berührend. Der Roman enthält viele wunderbare Szenen, von witzig bis bewegend ist alles dabei. Großartig!

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Hauptfigur Walter ist ein richtiger Stinkstiefel und wäre im echten Leben einfach nur eine Zumutung. Als Romanfigur ist er großartig! Als Barbara plötzlich krank wird, muß ihr Mann Walter von jetzt auf gleich den Haushalt übernehmen und ist als Mann alter Schule sowohl genervt als auch völlig überfordert. Doch er weiß sich grummelnd zu helfen und entdeckt ungeahnte Fähigkeiten, geht neue Wege und lernt Dinge zu schätzen, die er bisher für selbstverständlich hielt. Während die Geschichte eigentlich traurig ist, mußte ich doch immer wieder lachend den Kopf schütteln. Alina Bronsky schafft es immer wieder, schwere Themen in unterhaltsame und tolle Geschichten mit Tiefgang zu packen. Ein Lieblingsbuch im Herbst!

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Sprachgewandt, mit bitterem Humor und sehr viel Lebensklugheit zwischen den Zeilen hat mir das neue Buch von Alina Bronsky sehr gefallen, besonders dass nicht alles "auserzählt" wird und sich die Erkenntnis so schleichend entfaltet.

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Wenn die Ehefrau krank wird Jeden Morgen wurde Herr Schmidt vom herrlichen Kaffeeduft geweckt, den seine Frau Barbara für ihn kocht. An diesem Morgen aber fehlt der Kaffeeduft in der Wohnung. Irritiert entdeckt der Rentner seine Ehefrau Barbara im Badezimmer auf dem Fußboden liegend. Die Frau blutet an der Stirn, ist sehr schwach auf den Beinen und muss zurück ins Bett. Ab sofort ist Walter auf sich selbst gestellt, denn Barbara ist offensichtlich sehr krank. Der Hauptprotagonist dieses kurzweiligen Romans ist unbestritten der Rentner Walter Schmidt, von der Autorin stets Herr Schmidt genannt. Als Mann der alten Schule in der Buchbeschreibung dargestellt, ist er für mich alles andere als das. Er ist unsensibel, unhöflich, stur und irgendwie weltfremd geblieben. Er ruft nicht mal den Arzt, der Barbara untersuchen sollte. Es nur gut, dass diese Eheleute, das vor 52 Jahren geheiratet haben, erwachsene Kinder haben. Nicht nur vom Kaffeekochen hat der altmodische Walter keine Ahnung. Er weiß nicht mal, wie man die eingefrorenen Produkte auftauen und aufwärmen kann. Erst nach dem seine tüchtige Frau Barbara das Bett hüten muss, lernt er langsam sie als Hausfrau und patente Frau zu schätzen. Die neue Situation stellt ihn auf harte Probe und er muss sich als Ehemann, Vater und Hausmann beweisen. Auch die übrigen Protagonisten des Romans sind lebendig dargestellt. Hier beweist die Autorin ihre hervorragende Beobachtungsgabe. Sie schreibt fesselnd, liefert tolle Dialoge, die mal schmunzeln lassen, dann wieder die Tränen der Rührung in die Augen drücken. „Barbara stirbt nicht“ ist ein flüssig geschriebener und scheinbar leicht zu lesender Roman. Das täuscht aber, denn der Roman ist keine leichte Kost. Alle seine Figuren, aber vor allem die Hauptakteure der dramatischen Handlung, zeichnen mit ihren Verhalten und mit ihrer Denkweise großartige Bilder unserer so unterschiedlichen Gesellschaft. Viele aktuelle Probleme kommen in dem Buch zu Sprache und lassen mich, als Leserin, nachdenklich zurück. Fazit: eine klare Leseempfehlung!

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Vielleicht ein klein wenig übertrieben dargestellt, wie der alte Mann sein Leben ohne Rücksicht auf Frau oder Kinder lebt - aber Bronsky hat Humor und überzeichnet eh gerne! Sie kann das. Es gibt viel zu Schmunzeln und auch manchmal laut zu lachen - bis der verharzte Knochen endlich wahrnimmt, dass es auch andere Menschen ausser ihm mit Bedürfnissen gibt. Barbara stirbt nicht - sie ist nur einwenig unpässlich und steht blöderweise nicht mehr auf. Auch wenn es alle rund um ihn herum längst merken - Barbara wird sterben - er macht weiter wie bisher, allerdings je länger je weicher und ... herzlich ist zuviel gesagt sehr gerne gelesen

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Herr Schmidt ist wahrlich kein Mann, den frau sich als ihren Traummann aussuchen n würde. Nun in Rente lässt er sich von seiner Frau Barbara bedienen und krümmt keinen Finger. Als Barbara im Bad stürzt, muss Herr Schmidt sich plötzlich um Barbara und den Haushalt kümmern. Rabenschwarz und dich warmherzig

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Alina Bronsky wurde 1978 in Jekaterinburg/Russland geboren und lebt seit den Neunzigerjahren in Deutschland. Ihren Debütroman „Scherbenpark“ mochte ich sehr und fand auch „Baba Dunjas letzte Liebe“ großartig. Deshalb griff ich gespannt zu ihrem neusten Buch „Barbara stirbt nicht“ und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. Auf knapp 256 Seiten dreht sich alles um Herrn Schmidt. Der Rentner wacht eines morgens auf und vermisst den Duft frisch aufgebrühten Kaffees. Verwirrt steht er auf und findet seine Frau Barbara im Bad liegend vor. Er hilft ihr zurück ins Bett und muss sich fortan in völlig neuen Lebensumständen zurechtfinden. Denn Barbara funktioniert nicht mehr und er ist ab sofort für alles im Haushalt verantwortlich. Herr Schmidt, der nie auch nur den kleinen Finger krumm gemacht hat, steht plötzlich vor Problemen, wie z. B. wie man Kaffee kocht oder was der Hund zu fressen bekommt. Und nicht zuletzt, was und wie er für sich und Barbara kochen soll, damit sie wieder auf die Beine kommt. Es sei nur verraten, dass Herr Schmidt auf seine grantig schrullige Art Mittel und Wege findet mit seinen neuen Aufgaben irgendwie zurecht zu kommen. Dabei geht er sogar voller Abneigung in den Austausch zu seinen Mitmenschen und als Leser kann man kaum umhin zu erkennen, dass der alte Miesepeter doch über ein Herz verfügt. Doch das ist bei aller Grummeligkeit nur ganz leise und bei genauem Hinschauen in seinen Taten und keinesfalls in seinen Worten zu erkennen. Da der personale Erzählstil aus der Sichtweise von Herrn Schmidt geführt wird, muss man mit seiner unangenehmen egoistischen Denkweise zurechtkommen, auch wenn er eigentlich zu der Sorte Mensch gehört, mit der man lieber nichts zu tun haben möchte. Und doch ist es Alina Bronsky gelungen hier einen Charakter zu erschaffen, den man letztlich doch mag, weil er in seiner Ruppigkeit und nach all den Ehejahren endlich erkennt, dass Barbara die perfekte Frau für ihn war. Und zumindest insgeheim wird er in manchen Punkten einsichtig, zeigt sich sogar menschlich und beginnt über sich hinaus zu denken. „Barbara stirbt nicht“ ist ein bitterböse und dennoch warmherziges Buch, das ganz abrupt endet. Es lässt einen zunächst etwas ratlos zurück, weil das doch unmöglich der Schluss sein kann und man so gerne noch weitergelesen hätte. Aber das Ende erschließt sich dem Leser auch so und erzählt sich nach dem letzten Satz im Kopf weiter. Hoffnungsvoll und doch traurig. Ein wundervolles Buch.

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Das ist die felsenfeste Überzeugung von Walter, was nicht sein darf, gibt es nicht. Walter muss sich nach einer langen Ehe, in der er ordentlich betüdelt wurde, d.h. er verhungert vor dem überfüllten Kühlschrank. ein Handschlag in der Küche ist ihm bekannt, eine neue Welt erobern. Eines Tages ist Barbara gestürzt - kein Kaffeegeruch im Haus, hier läuft etwas schief. Herr Schmidt will Barbara unterstützen wieder auf die Beine zu kommen. Eine neue Welt eröffnet sich für ihn, die er sich mühsam erarbeitet. Er ignoriert die Krankheit seiner Frau und tut alles dafür, dass sie wieder auf die Beine kommt. Er nimmt nicht alle Hilfsangebote an, aber entdeckt das Kaffeekochen, Grießbrei zu kochen und das Backen. Dabei geht es selten tumb vor. Er ignoriert einfach seine Aussenwelt und baut sich eine neue. Das ist natürlich hinreissend komisch von Alina Bronsky erzählt mit den kleinen Unwägbarkeiten im Alltag, den liebevollen Beschreibung der Nebenfiguren. Die Geschichte macht Spass zum Lesen, obwohl die Geschichte ja eigentlich Anlass zum Ärgern ist, selbst sterben darf die unentbehrliche praktische Hausfrau an der Seite eines Mannes nicht ohne Erlaubnis :-)

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Einfach nur brilliant! Zugegeben, für Männer ist dieses Werk weniger geeignet, sie würden vermutlich die Komik darin nicht so ganz verstehen. OK, machen wir die Schublade wieder zu. Ich wurde für meinen Teil jedenfalls bestens unterhalten. Manche Szenen konnte ich auch nicht für mich behalten, der Humor ist so staubtrocken, dass ich oft vor Lachen meinen Bauch halten musste. Erinnert entfernt auch an Loriot. In jedem Fall ein guter Stoff um verfilmt zu werden. Vorausgesetzt, es hat die entsprechenden Schauspieler hinter dem Vorhang. Aber bei aller Leichtigkeit geht es im Kern um ein trauriges Thema. So nach und nach fühlt man sich ein und auch mit den Darstellern. Gerade die Flapsigkeit im Schreibstil legen den Fokus auf die Krankheit Barbaras und das, was die Frau ausgemacht hat, als sie noch gesund war. Durch diesen Kontrast wird die Traurigkeit verstärkt. Das Unveränderliche ist schwer zu akzeptieren. Ausgerechnet, wenn man über sein halbes Leben miteinander Seite an Seite gelebt hat.

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Walter Schmidt war bislang der Herr im Haus, was vor allem bedeutet, dass seine Frau Barbara sich immer um alles Notwendige gekümmert hat. Nun sind beide alt, die Kinder längst aus dem Haus. Walter ist das, was man im österreichischen Sprachraum einen "Grantler" nennen würde, ein unnahbarer, knorriger Typ mit notorisch schlechter Laune. Emotional warm und fürsorglich erlebt man ihn selten. Doch dann steht Barbara eines Morgens einfach nicht mehr auf. Was zunächst wie eine vorübergehende Unpässlichkeit aussieht, entpuppt sich als größeres Problem, das Walter nicht wahrhaben will. Er muss sich und Barbara pötzlich selbst versorgen und beginnt, mithilfe eines Fernsehkochs, zum ersten Mal in die Küche vorzudringen. Nur, bis Barbara wieder vernünftig isst. Alina Bronsky hat ein tragikomisches Beziehungsporträt geschrieben, charmant trotz aller Grantigkeit, empathisch und witzig trotz seines schweren Hintergrunds.

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Alina Bronsky ist eine Meisterin der tiefsinnigen Literatur. In ihrem neuesten Werk bekommt man es mit einem Mann zu tun, der so lebendig und klar dargestellt wird, dass man ihn zu kennen glaubt: der Schwiegerpappa, der ältere Nachbar zwei Häuser weiter - Walter Schmidt ist ein Abziehbild der Männer "alten Schlags". Kein Mann großer Worte, Haushalt war für ihn ein Fremdwort und "Frauensache" - aber seine Barbara, die liebt und verehrt er. Als Barbara plötzlich schwer krank wird, dreht sich Herrn Schmidts Leben auf den Kopf: wie soll er aufstehen, wenn seine Barbara ihm keinen Kaffee mehr kocht - alle Routine ist dahin! Aber Barbara hat vorgesorgt und die Kühltruhe vollgestopft mit vorgefertigtem Essen, das Herr Schmidt nur auftauen muss. So vergehen die ersten Tage mehr schlecht als recht und Herr Schmidt lernt das Kaffeekochen und noch viel mehr. Alina Bronsky zeichnet einen Mann, der nicht jammert und klagt, sondern Probleme anpackt und mit etwas Glück und wenig Hilfe von außen und viel Hilfe aus dem Internet seine Rolle in der Ehe ganz neu entwickelt. Vom alten Stiesel entwickelt er sich zum sympathischen Zausel - Barbara bleibt dabei als Person schemenhaft, auch ihre Krankheit spielt keine große Rolle für die Geschichte. Aber für Herrn Schmidt muss ihre Krankheit irgendwann enden, damit die alten Routinen wieder gelebt werden können. Nur langsam bemerkt und genießt er, über sich hinausgewachsen zu sein. Selbst seine erwachsenen Kinder, völlig überfordert mit der Situation, kommen aus ihren alten Rollenmustern - und Erwartungen an den Vater - nicht heraus. Bronsky hat wieder einmal mit wunderbar leichter Sprache eine Situation direkt aus dem Leben gegriffen. Zeigt, dass sich festgefahrene Strukturen ändern können, wenn es erforderlich ist. Und dass man jedem Einzelnen mehr zutrauen muss als die Rolle, in die er hineingewachsen ist. Tiefsinnig, hintergründig und mit viel Humor wieder einmal ein Buch, das man nicht aus de rHand legen mag, bevor die letzte Seite umgeblättert ist. Danke, Alina Bronsky, bitte mehr davon!

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Humorvolle, aber auch anrührende Geschichte. Sehr gut gezeichnete, authentische Charaktere. Den griesgrämigen Walter Schmidt muss man einfach mögen. Seine Entwicklung im Buch vom unselbständigen, von seiner Frau stets verwöhnten Rentner bis hin zum Ehemann, der seiner Frau nächtens ihr Lieblingsgericht kocht ist bemerkenswert. Am Stück durchgelesen. 👍🏻

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Ein aberwitziges Bild eines alten Ehepaares, bei dem von einem Tag auf den anderen nichts mehr so ist, wie es einmal war und dennoch sehr authentisch und lebensbejahend. Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und zugleich hat mich das Buch auch nachdenklich gemacht. Ein Ehemann, der sich plötzlich neu erfinden muss und dessen gesamtes Weltbild über den Haufen geworfen wird, ist interessant zu beobachten und skurril zugleich. Ich hatte spannende und unterhaltsame Lesestunden und kann das Buch empfehlen.

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Walter Schmidt, ein misanthropischer, alter Kauz, genießt sein sorgloses Rentendasein mit seiner Gattin und Schäferhund Helmut....bis eines morgens seine Frau Barbara nicht mehr aufsteht und das gab es in 52 Ehejahren noch nie. Was Barbara hat und wieso Walter sie morgens auf dem Badezimmerboden statt im Bett findet, weiß er nicht, aber es ist auch nicht der richtige Zeitpunkt sich direkt um die Ursache und möglichen Gründe den Kopf zu zerbrechen, denn die Kaffee-und Frühstücksfrage ist viel dringlicher. Denn egal was Barbara hat, nur mit Essen und Getränken kann sie fit werden, glaubt Walter. Ärgerlich ist allerdings, dass Walter weder weiß wo er in der Küche Kaffee findet, geschweige denn wie man überhaupt welchen kocht. Barbara geht es auch in den nächsten Tagen nicht besser, sie schläft viel, isst kaum, ist sehr schwach und sogar die mittlerweile erwachsenen Kinder kommen vorbei um nach der Mutter zu sehen, begleiten sie zum Arzt und machen sorgenvolle Gesichter. Walter interessieren Diagnosen nicht, denn er ist sich sicher...Barabara ist robust, Barabara stirbt nicht, solange sie nur isst und entdeckt so aus der Sorge heraus einen bekannten Fernsehkoch, wird auf Facebook aktiv und verfolgt jede Sendung und alle Tricks. Alina Bronsky nimmt Leser*innen mit auf eine ganz besondere Reise, einer Reise, die vor Augen führt, dass es nie zu spät ist die eigene Komfortzone zu verlassen, es 'nur' den richtigen Anlass/Auslöser braucht und dann alles seinen Lauf nimmt, das Leben ein Fluss ist. Dieser Roman hat mich sehr berührt, mit einem lachenden und weinenden Auge zurückgelassen. Die Figuren sind zum Greifen nah, lebendig, bunt gezeichnet. Besonders der Held des Romans, Walter, ist, von außen betrachtet der personifizierte Eisblock und Ekel, intolerant, dogmatisch, rassistisch, engstirnig und kein Menschenfreund, aaaaaaber bei ihm verhält es sich wie mit so manch einem Roman, der Schutzumschlag vermag nicht zu offenbaren, was einen zwischen den Buchdeckeln erwartet. Definitiv ein Highlight und ganz klar nicht mein letzter Roman dieser Autorin. Urkomisch, herzerwärmend, emotional und besonders. Unbedingt lesen.

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Unerwartet humorvoll! Alina Bronsky ist hervoragend darin, die Situationskomik im triesten Lebensalltag ihrer Protagonisten einzufangen.

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Herr Schmidts Welt gerät aus den Fugen, als seine Frau Barbara eines Morgens aufhört, ordnungsgemäß zu funktionieren. Was beginnt wie eine dieser lustigen Geschichten, in denen Männer der Generation 70 plus vorgeführt werden, weil sie noch nicht mal Kaffee kochen können, lässt einem bald das Lachen vergehen. Mit fasziniertem Grausen verfolgt man, wie in den erschreckend verkrusteten Emotionen Herrn Schmidts nach und nach Risse aufbrechen. Ein Buch, das leicht daherkommt und es dann faustdick zwischen den Seiten hat.

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Klasse Buch, wie alle Vorgängertitel! Und auch dieses konnte meine Erwartungen bestätigen. Bitterböse, schillernde Figuren und überhaupt einfach großartig!

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Sicher ein Buch für alle Ove-Leser. Typische Rollenverteilung. Der Hauptprotagonist entwickelt sich inder Geschichte auf eine warmherzige Art. Teils hat man Mitleid mit ihm und manchmal kann man nur mit dem Kopf schütteln. Sehr unterhaltsam.

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Ich habe schon lange kein so witziges Buch mehr gelesen! Mehr als einmal musste ich laut auflachen, das ernste Thema wird super behandelt und mit viel Witz und Komik behandelt. Absolut klasse!

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"Scherbenpark" von Alina Bronsky ist immernoch ihr bestes Buch. Doch auch "Barbara stirbt nicht" besitzt urkomische Szenen und ist eine berührende Geschichte.

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Ein Buch, das gleichsam komisch, nachdenklich machend, unterhaltend, anspruchsvoll und spannend ist. Toll. Schon das Cover fand ich toll, von der Autorin hatte ich schon ein anderes Buch gelesen. Nach der Besprechung von Christine Westermann habe ich dann sofort angefangen damit und es sehr gern und mit großem Vergnügen gelesen. Unbedingte Kaufempfehlung!

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War es der kryptische Titel des Buches, die quietschgelbe Farbe, die Illustration mit Kaffeekanne und Porzellanfilter einer international bekannten Firma aus meiner Heimatstadt Minden oder die sehr gelungene Kombination aus allen dreien, die mich neugierig gemacht hat? Die mich heute Mittag bewogen hat, das Leseexemplar herunterzuladen und dann auch komplett heute noch „einzuatmen“? Ich weiß es nicht und eigentlich ist es auch vollkommen egal, aber eins ist klar: Wenn man Spaß hat an skurrilen Geschichten und Familienkonstellationen, wenn man Szenen wie einst von Loriot mag und einen lakonischen, eher sachlich-distanzierten Erzählstil, dann ist man mit diesem Buch von Alina Bronsky bestens bedient. Beim Lesen marschierten mir tatsächlich bruchstückhaft immer mal wieder Personen und Orte (typische 60er Jahre Siedlungshäuser mit Möbeln im Gelsenkirchener Barock, Gobelinvorhängen und runden Buntglasfenstern neben der Eingangstür) durchs Hirn, die ich aus meiner Kindheit und Jugend kannte und die in den letzten Jahren alt geworden waren. Menschen, die das Rollenbild tatsächlich noch gelebt haben, das die Autorin hier genüsslich und mit der Faszination des leichten Grauens ausbreitet. Was am Anfang noch an Loriot und Evelyn Hamann denken lässt, entwickelt sich zum Psychogramm einer „normalen“ Familie, in der mit spießbürgerlicher Gründlichkeit alles unter den Teppich gekehrt wurde, was eben nicht normal war. Und da entwickelt sich im Lauf der Geschichte so einiges: vom Trauma der Nachkriegsidentität mit Migrationshintergrund aus den Ostgebieten, dem behinderten Sohn, der im Heim ein tristes Leben führt, vor allem vom gestrengen Vater lange verleugnet; vom zweiten Sohn, der eine „Exotin“ geheiratet hatte, deren Namen anscheinend unaussprechlich war; von der Tochter, die mit ihrer „besten Freundin“ zusammenlebt. Und von dem traurigen Alltag eines Ehepaares, das in (vor allem für den Mann) perfekter Aufgabenteilung jahrzehntelang nebeneinander her lebt. Obwohl es mich beim Lesen immer mal wieder etwas wohlig gegruselt hat vor lauter Vorspiegelung falscher Tatsachen und verdrehtem Spießbürgertum, hatte ich aber auch eine voyeuristische Freude daran, bei der Enthüllung aller Baustellen von außen zu beobachten und zu lauschen: Ich habe es genossen!

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Barbara und Walter Schmidt sind seit über 50 Jahren verheiratet und die Rollen waren immer klar verteilt: Herr Schmidt hat gearbeitet und das Geld ins Haus gebracht, Barbara war für Haushalt, Kochen und Kindererziehung zuständig. Doch eines morgens kann Barbara nicht mehr aufstehen und plötzlich muss sich Herr Schmidt um alles kümmern… Schon nach den ersten paar Zeilen war ich total drin in der Geschichte und hätte das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen. Es gibt keine Kapitel, nur Absätze und alles ist aus (der zugegebenermaßen doch recht beschränkten) Sicht von Herrn Schmidt geschrieben (der auch immer so genannt wird), allerdings mit einer gewissen Distanz. Herr Schmidt ist wirklich ein Grantler und ich schwankte ständig zwischen Fassungslosigkeit und Kopfschütteln, musste auf der anderen Seite aber auch immer wieder schmunzeln, weil die Autorin es schafft, selbst die größten potenziellen Aufreger total unterhaltsam und mit einer gewissen Leichtigkeit darzustellen. Ich konnte mir Herrn Schmidt wirklich bildlich vorstellen und auch wenn einiges überspitzt wirkt, gibt es sicher Ehen, in denen es genauso läuft. Und offensichtlich hat Barbara sich sogar so etwas wie ein eigenes, erfülltes Leben neben ihrem Mann aufgebaut, was ich irgendwie tröstlich fand. Überhaupt hat „Barbara stirbt nicht“ mich auch sehr berührt, womit ich gar nicht so wirklich gerechnet hatte. Auf jeden Fall hat es mich auch nach Abschluss der Lektüre noch eine Weile beschäftigt und nachgewirkt, was mir nicht so oft passiert. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für dieses außergewöhnliche Buch!

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Was sehr lustig und ein wenig makaber beginnt, wird zunehmend ernsthaft und berührend. Eine Geschichte, so liebevoll und humorvoll, sehr lesenswert. Absolute Empfehlung.

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Herr Schmidt ist vom Charakter ähnlich wie Ove aus Backmans "Ein Mann namens Ove", er ist der typisch grantige und verwöhnte Hausherr, dem man nicht zumuten kann, irgendeine Tätigkeit im Haushalt zu übernehmen, weil doch dafür die Hausfrau zuständig ist. Was aber, wenn die Frau plötzlich nicht mehr kann? Obwohl Walter Schmidts Handeln recht emotionslos dargestellt und mit einer Prise Humor beschrieben wird, hat mich die Geschichte sehr berührt und auch traurig gemacht. Denn auch so sachlich, wie Herr Schmidt vorgeht, spürt man doch seine Sorge um seine Frau, die immer schwächer wird, obwohl man vorrangig über seine Sorge um sich selbst liest. Wer kocht jetzt den Kaffee und wer soll jetzt einkaufen? Der grantige alte Herr findet tatsächlich Wege, sich selbst zu helfen und sich helfen zu lassen und traut sich immer mehr zu. Auch im Alter kann man gewohnte Wege verlassen und noch ganz viel lernen!

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Wieder mal eine lustige Bronsky mit ernster thematik. Werde ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Hat mir sehr gut gefallen.

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Das Buch hat mir sehr gefallen. Es ist berührend, wie diese tragische Situation konsequent aus Herr Schmidts Sichtweise geschildert wird. Wunderbar lakonisch, humorvoll und dabei tiefsinnig.

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Veränderungen - traurig und schön zugleich Der Roman erzählt in liebevoller, humorvoller Weise von einem Ehepaar, das ihre eigenen Rituale, Aufgabenverteilungen und Gewohnheiten hat, die dann von einem Tag auf den anderen aus dem Gleichgewicht geraten. Barbara erkrankt und wird dement, ihr Mann Walter will es lange Zeit nicht wahrhaben und glaubt, dass es nur eine kurze, vorübergehende Erkrankung ist. Zum ersten Mal sieht er sich gefordert, kümmert sich so gut er kann um den Haushalt und alle anderen Pflichten, die ansonsten immer seine Frau über hatte. Manche Szenen sind sehr humorvoll geschildert, z.B. dass Walter nicht einmal weiß, wie man einen guten Kaffee macht. Mit der Zeit wird er ehrgeizig und wagt sich auch an schwierigere Gerichte. Schön finde ich, dass sich Walter auch menschlich sehr stark verändert und sich nun vielmehr um das Soziale kümmern muss, das tut ihm sichtlich gut. Auch die Beziehung zu seinen erwachsenen Kindern verändert sich und nimmt eine neue Dynamik an. Ein ganz besonderes Highlight aber ist der Schluss, doch mehr möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Die Szenen haben mich sehr berührt und einen sehr schönen Abschluss für den Roman ergeben.

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Als Herr Schmidt aufwacht ist es still, zu still. Auch der Kaffeeduft, der sonst um diese Zeit längst durchs Haus zieht, fehlt. Ob Barbara tot ist? Oder gestürzt? Nein, er hätte es gehört. Was Walter Schmidt noch nicht ahnt, sein Leben hat bereits eine jähe Wendung genommen. Gleich wird er seine Frau auf dem Badezimmerboden finden und nach 52 Ehejahren herausfinden müssen, wie man Kaffee kocht. Oder eine Kartoffel. Der Haushalt war nie seine Aufgabe, er wollte auch nicht stören. Sein Tagesablauf war seit seinem Eintritt in den Ruhestand von den Geräuschen, die seine Ehefrau mit der täglichen Erledigung des Haushaltes hervorrief, getaktet. Allenfalls Schäferhund Helmut zwang ihn zur täglichen Pflicht. Aber nun war es Zeit, das Leben in die Hand zu nehmen, denn jetzt brauchte ihn Barbara. Lange Zeit hat es kein Buch mehr geschafft, mich gleich auf den ersten Seiten zum Lachen zu bringen. Walter Schmidt konnte mich mit seiner Unbeholfenheit und seinem schwarzen Humor sofort für sich gewinnen. Aber der Hintergrund des Romans ist ein ernster und so durften auch die nachdenklichen, leisen Töne nicht fehlen. Alina Brodsky ist es ganz charmant gelungen, die Geschichte einer Ehe zu erzählen, die nicht mit der großen Liebe begann und auch im Laufe der Zeit Barbara und Walter Schmidt große Zugeständnisse abverlangt hat. Doch für Walter ist es keine Frage, er wird Barbara zur Seite stehen. „Ja, vielleicht war er der Einzige der glaubte, dass die Dinge verschwinden konnten, wenn man nur lange genug wegsah.“ Für mich war besonders bewegend der Schluss. Verraten wird natürlich nichts, schließlich sollen alle den Roman lesen. Absolute Leseempfehlung von mir!

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Walter und Barbara: Barbara ist die Person im Haus, die alles im Griff hat. Da will sich Walter nicht einmischen. Doch eines Tages wendet sich das Blatt, denn Barbara steht einfach nicht mehr auf. Was hat sie, ist sie krank? Walter ist überfordert, denn nicht mal Kaffee kann er kochen. Er springt über seinen Schatten und bemüht sich, zumindest den kleinen Dingen gerecht zu werden. Am Anfang fällt es ihm schwer, Hilfe anzunehmen, aber mit der Zeit gelingt im alles leichter. Warmherzig, witzig, sehr gut geschrieben. Danke Alina Bronsky!

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Berührende, manchmal sehr situationskomische Familiengeschichte, die berührt, ohne seicht zu sein. Ein typsches Alina Bronsky-Buch.

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Walter Schmidt hatte immer seine Ehefrau, die sich um alles gekümmert hat. Und plötzlich ist er auf sich allein gestellt… vieles geht schief aber er wächst auch mit seinen Aufgaben. Das Buch hinterlässt mich verwirrt, aber auch nachdenklich. Das Ende ist sehr offen, hier hätte ich mir tatsächlich ein Ende gewünscht wo mehr preisgegeben wird, auf der anderen Seite ist das Buch ein super Beispiel, manche Dinge im Leben nicht rauszuzögern…. Allerdings ist das für mich ein ernstes Buch und kein humoristisches.

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Was passiert, wenn der Mittelpunkt des Haushaltes nicht mehr dieser sein kann, erzählt Alina Bronsky wieder auf eine Art und Weise, die einen fesselt. Man möchte Walter einerseits schütteln, andererseits einfach in den Arm nehmen, weil er doch so rührend sein kann. Tragisch, witzig und einfach aus dem Leben gegriffen. Toll!!

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Großartig! Bronsky schafft es erneut, bei allem bitterbösen Witz die Würde ihrer Charaktere zu wahren. Man regt sich zwar Seite für Seite auf über Walter, der sich als Ehemann, Vater Nachbar und Freund einfach unmöglich benimmt - aber dennoch muss man ihn einfach irgendwie auch gernhaben.

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Herr Schmidts Leben gerät aus den Fugen. Seine Frau Barbara wird krank. Sie, die ihn bekochte, die putzte, einkaufte, die Kinder erzog und hinter ihm her räumte, Fast 50 Jahre lang. Er hat hart gearbeitet und das Geld nachhause gebracht. Doch jetzt lernt er aus der Not heraus zu kochen, schafft es sogar mit dem PC umzugehen. Zuerst ist er grantig aber dann wird er etwas weicher , widmet sich den neuen Aufgaben mit Eifer. Der Autorin gelingt es ein warmherziges Bild des Ehepaars zu zeichnen. Was bedeutet Altwerden ? Der Roman hat Humor und ist kurzweilig. Trotzdem klingen ernste Töne an. Was bedeutet es alt und schwach zu werden ? Unser Leben ist endlich, wie füllen wir es aus ?

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Herr Schmidt lernt dazu Herr Schmidt und seine Barbara sind ein eingespieltes Ehepaar............seit vielen Jahren läuft alles "nach Plan". Frau Schmidt macht den Haushalt und Herr Schmidt geht arbeiten bzw. ist nun Rentner. Als es eines Morgens nicht nach Kaffee riecht und Frau Schmidt, also Barbara, auf dem Boden im Badezimmer liegend gefunden wird ändert sich alles. Aus der Sicht von Herrn Schmidt wird beschrieben, wie sein gesamtes Weltbild ins Wanken kommt und er lernen muss den Haushalt zu schmeißen. Denn Barbara verlässt das Bett so gut wie nicht mehr. Herr Schmidt irrt durch diese für ihn neue Welt und leistet in seinen Augen Übermenschliches. Zudem ist er gut im Verdrängen der Wahrheit und der Situation. Aber auch hier lernt Herr Schmidt dazu. Nach und nach kann er Hilfe annehmen, Hilfe weiter geben, so manchem ins Auge sehen und entsprechend handeln. Mir hat der Schreibstil ausgesprochen gut gefallen und ich habe das Buch sehr, sehr gerne gelesen. Das Ende kommt zwar etwas abrupt und lässt auch Raum für Spekulationen - aber es passt.

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Ein typischer „Bronsky“: Tieftraurig, schräg-komisch, berührend - einfach grandios „Seine nächste Idee war, Karin anzurufen und zu fragen, wie man Kaffee kocht. Als Frau musste sie so was wissen.“ Walter Schmidt ist es gewohnt, dass seine Frau Barbara immer da ist und alle Aufgaben im Haushalt erledigt. Doch eines Tages fühlt sich Barbara so müde, dass sie nicht mehr aufstehen kann. Wohl oder übel muss Walter nun selbst ran: Kaffee kochen, Frühstück machen, einkaufen…Da es Barbara auch in den nächsten Tagen nicht besser geht, ändert sich Walters Leben von Grund auf. Jeden Tag warten neue Herausforderungen auf ihn, gleichzeitig setzt er sich zwangsläufig mit seinem Leben und der Beziehung mit Barbara auseinander. Alina Bronsky schildert die Geschichte aus Walters Sicht als auktoriale Erzählerin in der dritten Person. Sie schreibt direkt und klar, in einfachen Sätzen, teils in Umgangssprache. Die Autorin „spricht“ Walters Sprache, formuliert so, wie sich Walter ausdrücken würde, genau so, wie er denkt. Das macht die Geschichte für mich sehr authentisch. Walter Schmidt, meist im Buch nur bezeichnenderweise Herr Schmidt genannt, ist alles andere als angenehm. Er selbst ist wie Barbara „Zugezogener“ mit osteuropäischen Wurzeln, lehnt aber alles nicht-deutsche erst einmal ab. Er denkt oft rassistisch, frauenfeindlich, stockkonservativ, zeigt sich als ein absoluter Ignorant. Ein Unsympath, der mir im Laufe des Buchs aber dennoch immer sympathischer wurde. Walter kann nicht aus seiner Haut, ist unglaublich unbeholfen und überspielt das mit Selbstbewusstsein, Sturheit und Strenge. Aber die Situation zwingt ihn, sich anzupassen, sich weiter zu entwickeln, Dinge zu tun, die er eigentlich nicht tun will, wie Kochen. Er wertet seine Frau Barbara permanent ab, kritisiert sie als „unscheinbar“ und nicht „robust“, doch es wird immer klarer, wie sehr er sie wirklich braucht und schätzt. Das erstaunt ihn selbst: „Barbara war perfekt, dachte er überrascht.“ Barbara, die wenig aktiv ins aktuelle Geschehen eingreift, ist eine warmherzige, geduldige, mitfühlende, sensible und tolerante Figur. Eine Sympathieträgerin, die im Leben viel geleistet hat und bei anderen sehr beliebt ist. Das Verhältnis von Barbara und Walter wird klar und nachvollziehbar dargestellt. Wie die „alltägliche Zweck-Beziehung“ der beiden wirklich aussieht, überrascht Walter selbst am allermeisten. Die Autorin hat sich sehr gründlich mit ihren Charakteren auseinandergesetzt und eine interessante, intensive und eindrucksvolle Figurenkonstellation konstruiert. „Barbara stirbt nicht“ ist ein außergewöhnliches Buch, das nahegeht und zum Nachdenken zwingt. Eine Geschichte, die deprimiert, aber auch gleichzeitig zum Lachen bringt, ist es doch urkomisch und schräg, wie Walter beispielsweise versucht, Kaffee zu kochen. Angesichts Walters Lebensuntüchtigkeit kann man als Leser nur fassungslos staunen und sich fragen, ob man lachen oder weinen soll. Alina Bronsky hat eine tragische Familiengeschichte verfasst und gleichzeitig eine besondere, bodenständige, fast „derbe“, aber tiefgründige Liebesgeschichte. Dass sich während Barbaras Krankheit etwas in Walter bewegt, dass er erkennt, was wirklich wichtig ist, wie er auf seine ganz eigene, unbeholfene Art versucht, Barbara glücklich zu machen, ist rührend. Und je mehr Walter betont, dass Barbara nicht stirbt, sondern gesund wird, desto deutlicher wird, dass er sich etwas vormacht. Manchmal weiß man eben leider erst, was man hat, wenn es zu spät ist. Ein absolut lesenswerter Roman mit unbequemer, streitbarer, herausfordernder Hauptfigur, der mich stark beeindruckt hat. Ein Roman, der Verständnis auch für solche Menschen aufbaut, die nicht den moralischen Ansprüchen der Mehrheit genügen. Vielleicht ist gerade aber das in unserer Gesellschaft besonders wichtig?

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Dass Barbara nicht stirbt, steht für Walter zweifelsfrei fest: Da erkundigt er sich auch gar nicht weiter nach einer genaueren Diagnose, nachdem ihre Kinder darauf bestanden haben, sie zu einer fachärztlichen Untersuchung zu bringen. Barbara bleibt nun halt einfach liegen, isst kaum mehr, nimmt ihre Umwelt immer weniger wahr… aber während immer mehr Bekannte der einst sehr umtriebigen und engagierten Barbara vorbeikommen, um diese „noch einmal zu sehen“, bleibt Walter weiterhin überzeugt, dass Barbara eben nicht stirbt und dass er auch es auch alleine schaffen kann, sowohl Barbara zu versorgen wie auch sich um Haushalt, Garten und Hund zu kümmern. In „Barbara stirbt nicht“ bleibt man perspektivisch dicht an Walter, wobei der Erzähler faktenbasiert bleibt und neutral beobachtet; Einblicke in Walters Gefühlsleben erhält man kaum. Er ist eher von der Fraktion „oller Grantelkopf“; seine Kinder können ihm generell nichts richtig machen und ohnehin drängen sie sich Barbara und ihm für sein Empfinden nun zu sehr auf: Während er noch behauptet, alles im Griff zu haben und keine Probleme sieht, reagiert vor Allem seine Tochter entsetzt auf „Ordnung und Sauberkeit“ im Haushalt und dass sich die Wäsche längst türmt, ist Walter noch gar nicht aufgefallen, denn schließlich lägen noch genug Klamotten im Schrank. Häufig erkennt man nur durch diese Scharmützel, wie überfordert Walter mit der Situation tatsächlich ist – das Einzige, bei dem er wirklich heraussticht, ist beim Kochen und Backen. Ausgerechnet er, der zunächst nicht einmal Kaffee kochen kann und sich in der nächstgelegenen Bäckerei von einer Mitarbeiterin erklären lässt, wie man das eigentlich macht – und besagte Mitarbeiterin kurzerhand als eine Art persönlichen Erklärbär anerkennt, an die er sich in Sachen Haushaltsfragen fortan regelmäßig wendet. Mittels Barbaras Facebook-Konto, in dem sie auf ihrem PC immer noch eingeloggt ist und das er kurzerhand okkupiert, dringt er in die Community rund um einen Fernsehkoch ein, dessen Rezepte für ihn völlig klar und verständlich sind, weswegen er sie gerne nachbereitet und wird da als „Herr Barbara“ , von dem sich niemand sicher zu sein scheint, ob er nicht bloß ein Troll ist, zu einer kleinen Kultfigur ohne dass es Walter bewusst wird. Denn auch das Internet ist für ihn Neuland; Walter ist eine Figur, die auf sehr (wirklich seeeeehr!) brummige Weise ihren ganz ureigenen Charme besitzt; er nimmt kein Blatt vor den Mund und prinzipiell stellt sich hier beim Lesen ständig die Frage, wen er wohl als Nächstes brüskieren wird. Es gibt bislang wenig derart unsympathische Protagonisten, von denen ich so gerne wie von Walter gelesen habe. Dieser eher kurze Roman ist so wunderbar tragikomisch, da sich der Ernst der Situation auch erst im Verlauf Stück für Stück enthüllt, während Walter zum Beispiel immer wieder verblüfft feststellt, wie alt auch die Kinder seiner gleichaltrigen Freunde bereits sind und dass sogar jene teils schon stark ergraut sind, und wie doch mehr und mehr helfende Hände ins Haus gelangen. Ich fand es wunderbar, wie wenig schwermütig dieser Roman trotz des bedrückenden Hintergrundes doch blieb und wie immer wieder auch ein „Walter kommt klar“ durchblitzte. „Barbara stirbt nicht“ zeigt auf eindrückliche Weise, wie sehr sich der Alltag verändern kann, wenn der Partner oder in diesem Fall eben die Partnerin, nach Jahren plötzlich nicht mehr präsent ist und man sich plötzlich auch mit Aufgaben und Tätigkeitsfeldern konfrontiert sieht, an die man selbst zuvor womöglich seit Jahrzehnten keinen einzigen Gedanken verschwendet hat, weil da im gemeinsamen Haushalt die Aufteilung so klar und strikt war. Da spiegelt der Inhalt sehr schön wider, wie bewundernswert es eigentlich ist, wenn alte Menschen, die plötzlich keinen mehr neben sich haben, sich doch noch wieder in einen eigenen, geregelten Alltag hineinfinden können und sich selbst ebenfalls nicht einfach aufgeben. Dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen, mich nachdenklich gemacht, mich tief berührt… leider endet es sehr abrupt und an der Stelle habe ich mich wirklich beim Lesen gestört gefühlt; ich hätte da doch sehr gerne noch zwei, drei Kapitelchen mehr gehabt.

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Wie schon so oft, habe ich den Klappentext nicht komplett gelesen. Die ersten 4 Zeilen zusammen mit dem Autorinnenamen haben für meine Leseentscheidung schon gereicht. Doch gingen meine Erwartungen an die Geschichte deshalb auch ein bisschen in eine andere Richtung: ich nahm an, dass der Protagonist einfach ignoriert, dass sein Frau im Bett liegt und längst tot ist. Ganz so ist es nicht, aber dennoch muss sich Herr Schmidt (wieso wird er von Alina Bronsky eigentlich durchgehend nur so bezeichnet, während seine Frau bei ihr und allen anderen Barbara ist?) vielen alltäglichen Dingen widmen, um die er sich sein Lebtag lang nie zu kümmern brauchte. Meine Gefühle ihm gegenüber waren ziemlich wechselhaft. Einerseits zeigen seine Bemühungen, seiner Frau etwas zu kochen was sie dann auch isst, seine liebevolle und fürsorgliche Ader. Die scheint auch im Umgang mit 'Heike' durch. Dann aber ist er auch ein totaler Sturkopf (es ist schade, welches Verhältnis er zu Sebastian und auch Karin hat) und manchmal sogar regelrecht griesgrämig (im Supermarkt zum Beispiel). Doch trotz meiner recht unbeständigen Gemütslage Walter Schmidt gegenüber, war ich durchgehend begeistert von der ganzen Geschichte - und wie Alina Bronsky sie erzählt hat. Ich konnte die Personen regelrecht sehen. Für meine Begriffe war das Ende ein bisschen zu offen, da hätte ich mir mindestens noch ein weiteres Kapitel gewünscht. Aber die Autorin lässt die LeserInnen wahrscheinlich lieber selbst überlegen, was noch so geschehen könnte. Oder sie lässt Spielraum für eine Fortsetzung?

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Schmidt Walter ist ein Mann der alten Schule. Jahrzehntelang hat sich seine Frau Barbara um alles gekümmert: den Haushalt, die Küche und den Hund. Und das hat sie auch gut gemacht, findet er. Zumindest irgendwann. Anfangs war er noch nicht so zufrieden mit ihr, aber sie mussten sich ja auch erstmal aneinander gewöhnen. Jetzt aber steht Barbara nicht mehr auf. Sie sei müde, sagt sie. Und Walter muss auf einmal für alles sorgen. Barbara ist ganz schön undankbar, findet Walter. Und dann kommt auch noch sein Sohn Sebastian zu Besuch. Der ist für Walters Geschmack ein bisschen zu sensibel. Dauernd muss man aufpassen, was man sagt, weil Sebastian alles persönlich zu nehmen scheint. Natürlich mischt er sich auch gleich in alles ein. Barbara schleppt er zum Arzt, obwohl die gar nicht will, und Walter sagt er, er solle besser putzen. Ein Gutes hat sein Besuch aber: kürzlich hat Walter beim Fernsehen den Fernsehkoch Medinski entdeckt. Dank Sebastians Hilfe kann er dessen Videos jetzt jederzeit im Internet sehen. So steht Walters Leben auf einmal auf dem Kopf. Er wäscht, putzt, kocht und backt - eigentlich alles Weiberkram, aber was soll er machen, wenn seine Frau einfach nicht mehr aufstehen möchte? Alina Bronskys neuer Roman "Barbara stirbt nicht" erzählt die Geschichte einer Ehe, die sich neu sortieren muss und die einer Familie, die ohne ihr Bindeglied auskommen muss. Es geht um den Umgang mit Krankheit, Veränderung, Anpassung - und Zusammenhalt. Alles verpackt in einem wunderbar humorvollen Roman.

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Eine berührende Geschichte voller Witz und Tiefgang Walter Schmid genießt seine Zeit als Rentner. Seine Ehefrau Barbara hat immer für ihn gesorgt, er musste sich nie mit all den Arbeiten im Haushalt auseinandersetzen, da sie diese übernommen hatte. Doch dann steht sie eines Morgens nicht mehr auf. Nun muss er sie beide versorgen. Dies ist die Ausgangssituation, die zunächst viel Raum gibt für Szenen voller Situationskomik. Doch Walter erhält die einmalige Chance, über sich hinauszuwachsen, und das tut er: als Pflegekraft, als Hausmann, als fürsorglicher Partner. Neben den humorvollen, teils bitterbösen Szenen über einen Mann, der nie gelernt hatte, eine Tütensuppe zu kochen, gesellen sich nun sehr warmherzige Momente, wenn der Leser liest, wie Walter seine Chance zur Veränderung nutzt. So vereint die Autorin Alina Bronsky Witz und Tiefgang in einer Geschichte, die nach und nach immer mehr berührt. Und Herr Schmidt, den ich (und nicht nur ich) anfangs so gar nicht gut leiden konnte, hat sich unversehens in mein Herz geschlichen. Dieses Buch hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern auch tief berühren können. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sterne und empfehle die Geschichte unbedingt weiter.

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Mehr als ein halbes Jahrhundert nichts dazugelernt Walter Schmidt ist ein ganz besonderes Kaliber. An seiner Seite immer Barbara. Aber die steht eines Tages nicht mehr auf. Für Walter Schmidt eine völlig undenkbare Situation, die er nicht so leicht meistern kann. Aber er kämpft sich durch … Ist dies ein schönes Buch? Nein. Ist dies ein gutes Buch? Ja! Ist dies ein wichtiges Buch? Ich finde schon! Allerdings finde ich den Werbetext nur bedingt stimmig. „Urkomisch“ ist es meiner Meinung nach nicht. Ja, es hat Stellen, bei denen man schmunzeln kann. Aber ab dem Moment, in dem einem klar wird, was wirklich läuft und was gelaufen ist, finde ich gar nichts mehr komisch. Das macht das Buch aber nicht schlecht, im Gegenteil. Gerade diese nicht schönen und nicht witzigen Dinge sind es, die viel zu selten angesprochen werden und hier endlich mal genannt und gezeigt werden. Im Grunde ist Walter Schmidt nämlich ein noch weniger netter Mann, als es schon auf den ersten Seiten zu erkennen ist. Er ist ein böser Mann in meinen Augen, ein schrecklicher Mann. Warum ihm alle alles durchgehen lassen, warum man ihm sogar hilft und beisteht, obwohl alle – außer dem Leser – Bescheid wissen, erschließt sich mir nicht so ganz. Wenigstens ein, zwei Figuren hätten mal auf den Tisch hauen müssen, Tacheles reden, den alten Mann zurechtweißen, ihm ins Gesicht knallen, was für ein Scheusal er ist. Am Ende bleibe ich traurig zurück. Traurig aus vielen Gründen. Auch über mich selbst, weil ich nicht so großherzig sein kann, wie die Figuren im Buch. Weil mir Barbara unendlich leid tut. Weil sich dieses Leidtun nicht auf die aktuelle Situation, sondern ihr ganzes Leben bezieht. Ganz klar – das Buch muss man verkraften und verdauen. Es geht unter die Haut. Alles, was nicht schön ist, kommt hier auf den Tisch. Dinge, die in unserer Zeit längst gar nicht mehr existieren sollten. Einstellungen, die enorm vorgestern sind. Und all das zusammen beutelt, packt, bewegt. Nein, man mag dieses Buch nicht. Aber es ist genial. Fünf Sterne.

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Herr Schmidt, seine Frau und das Leben – Eine Geschichte mit Humor und Tragik Inhalt siehe Klappentext. Meinung: Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der Sicht des allwissenden Erzählers geschrieben, wobei der Fokus auf Herrn Schmidt liegt. Die authentischen und (mehr oder weniger) sympathischen Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen sowie Gefühlen gut dargestellt und beschrieben worden, so dass ich nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufühlen. Das Buch hat sich sehr gut lesen lassen, die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich habe auch immer wieder Lachen müssen. Herr Schmidt ist ein mürrischer Zeitgenosse und macht es einem weder beim Lesen leicht, noch seiner Familie. Stellenweise hätte ich mir mehr Details bzw. Infos gewünscht. Die Nebencharaktere runden die Geschichte sehr gut ab. Die Autorin glänzt wieder mit ihrem komödiantischen Talent und den herrlich skurrilen Charakteren, so dass es aufgrund des oben genannten Kritikpunkts wunderbare 4 von 5 Sternen gibt. Fazit: Eine einerseits sehr humorvolle Geschichte, die aber auch tragisch und schmerzhaft ist.

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In seiner Tragik umwerfend komisch 52 Jahre Ehe, da hat doch jeder seine Rolle und die muss ja schließlich auch erfüllt werden. Doch da ist Barbara, die sich plötzlich morgens im Bad hingelegt hat. Ja, warum das denn? Sie sieht auch ein bisschen komisch aus… Herr Schmidt muss heute den Kaffee selber zubereiten!? Dabei hat er ihr doch zur goldenen Hochzeit extra die neue Küche gekauft. Und überhaupt, wo ist denn das Kaffeepulver, wie funktioniert die Kaffeemaschine??? Probleme über Probleme! Soziale Intelligenz: auch hier bei Herrn Schmidt Fehlanzeige! Dem Leser ist schnell klar, dass mit Barbara etwas so gar nicht in Ordnung ist und Herr Schmidt extrem unter Verdrängung leidet. Trotzdem ist dieser Roman in seiner Tragik ganz umwerfend komisch. Ein Buch, das ich in einem Rutsch gelesen und mich köstlich dabei amüsiert habe. Einzig das Ende hätte ich persönlich mir anders gewünscht, darum „nur“ 4 anstatt 5 Musen.

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Normalerweise liebe ich Alina Bronskys Romane, Aber die Beschreibung dieses vollkommen verpfuschten Frauenlebens tat mir weh. Soll es lustig sein oder tragikkomisch? Ich kann darüber nicht lachen.

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kein schönes Thema - langjährige Ehe wird durch Krankheit der Frau "durcheinandergebracht". aber: aus der Perspektive des Ehemanns so genial als "coming of age" erzählt, dass es jede/n tief berührt. und mit viel Situationskomik....

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Ein Bronsky-Roman wie man es liebt. Etwas ruppig und kantig, aber immer authentisch und mit Zuneigung zu den Hauptfiguren geschrieben, wo immer es sie auch hinführt.

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Zwiegespalten Die Idee an sich ist sicher nicht neu. Ein Mensch muss aufgrund gewisser Umstände plötzlich Dinge machen, die er vorher nicht machen musste und in ein völlig neues Leben wachsen. In diesem Fall eher in einen normalen Alltag. Denn Barbara wird krank und kann ihren Mann Walter nicht mehr von vorn bis hinten bedienen. Dieses Rollenbild ist heutzutage sicher nicht mehr gegeben und dennoch war es viele Jahre/Jahrzehnte völlig normal. Auch möchte ich dazu gar nicht viel diskutieren, dennoch fand ich die Art wie Walter über seine Frau gedacht und gesprochen hat sehr fragwürdig. Auch erfährt man kaum etwas über die Frau die ihn jahrelang alles abgenommen hat. Der arme Mann der nun ein selbstständiges Leben erlernen muss steht im Vordergrund und die Frau ist irgendwie vergessen. Warum dennoch 3 Sterne? Weil unabhängig davon der Schreibstil gut und kurzweilig zu lesen war.

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