Die Teehändlerin

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Erscheinungstermin 25.08.2021 | Archivierungsdatum 30.05.2022

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Zum Inhalt

Die große Welt des Tees, das bewegende Schicksal einer starken Frau und der Aufstieg einer berühmten Kaufmannsfamilie: Teil 1 der Ronnefeldt-Saga

Frankfurt 1838: Als Kaufmannstochter und Ehefrau des Teehändlers Tobias Ronnefeldt genießt Friederike es sehr, ab und an hinter der Theke ihres Geschäfts zu stehen – sie liebt den blumigen, leicht erdigen Duft der dunklen Teeblätter. Doch tiefere Einblicke in den Handel bleiben ihr verwehrt. Das ändert sich, als Tobias 1838 zu einer monatelangen Reise nach China, dem Land des Tees, aufbricht. Ausgerechnet jetzt, wo sie schwanger ist. Bald merkt sie, dass sie dem neuen Prokuristen, den Tobias eingestellt hat, nicht trauen kann. Das ganze Unternehmen ist in Gefahr. So bleibt Friederike nichts anderes übrig, als die Geschicke des Hauses selbst in die Hand zu nehmen. Um diese Herausforderung zu bestehen, muss sie neue Kräfte entwickeln – und den Mut, sich zu behaupten.

 

»Eine sinnliche Zeitreise ins 19. Jahrhundert. Toll recherchiert und liebevoll erzählt. Zum Eintauchen und Wegschmökern.« Miriam Georg

Die Ronnefeldt-Saga von Susanne Popp

Band 1: »Die Teehändlerin«

Band 2: »Der Weg der Teehändlerin« (Erscheinungstermin 30.03.2022)

Die große Welt des Tees, das bewegende Schicksal einer starken Frau und der Aufstieg einer berühmten Kaufmannsfamilie: Teil 1 der Ronnefeldt-Saga

Frankfurt 1838: Als Kaufmannstochter und Ehefrau des...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783596706037
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Die Frau, die mehr kann
Frankfurt 1838, Friederike ist jung und schön, hat vier Kinder und ist mit dem fünften schwanger. Ihr Mann, mehr oder weniger erfolgreicher Teehändler, wird bald auf eine nicht ungefährliche einjährige Reise nach China aufbrechen. Forschung, Einkauf und Anerkennung in der Wissenschaftsszene sind sein Ziel. Sein Prokurist, der ihn vertreten soll, hat ganz eigene, eigennützige Pläne. Jedoch verunfallt er und eine unliebsame Jugendbekanntschaft soll ihn ersetzen. Tobias, sturer Esel der er ist, reist trotzdem. Naiv verteilt er auch noch Darlehen, gönnt seiner Frau aber keine Hilfe, sieht ihre Sorgen nicht. Dafür jammert er in ellenlangen Briefen.
Friederike allerdings ergreift Initiative. Ihre Zweifel werden nachvollziehbar beschrieben, die Lösung ist einfach. Dann ist da ja auch noch der kluge und sympathische Paul. Bahnt sich da etwas an? Dramatisch wird es auf jeden Fall.
Susanne Popp schildert anschaulich das bürgerliche Leben in Frankfurt, Wohnverhältnisse, Sehenswürdigkeiten, sogar das Frankfurter Sängerfest, spart aber auch politische Hintergründe nicht aus. Unterschiedliche Religionen bereiten Probleme. Zudem trifft man auf interessante Namen bekannter historischer Personen der Biedermeierzeit. Sehr gut nachvollziehbar wird Friederikes Kampf um Selbstbestimmung aufgezeigt, eng verbunden mit demAufstieg einer berühmten Kaufmannsfamilie, den Ronnefeldts, die auch heute noch auf dem Teemarkt eine Rolle spielt.
Teil 1 der Ronnefeldt-Saga, die auf historischen Gegebenheiten beruht, läßt auf Fortsetzung hoffen.
Herausgegeben vom Fischer Verlag.

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Zum Inhalt:
Friederike liebt es sehr ab und an hinter der Theke des Teeladens zu stehen, sie liebt den Duft des Tees. Ahnung vom Handel mit Tee hat sie kaum. Als ihr Mann sich auf eine lange Reise nach China aufbricht, muss sich das ändern, denn sie merkt schnell das man dem neuen Prokuristen nicht trauen kann. Zudem ist sie auch noch schwanger, wie wird sie die neuen Herausforderungen meistern?
Meine Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich zunächst ein wenig zäh und es dauerte ein wenig bis ich in die Geschichte hinein gefunden hatte, aber irgendwann hatte mich die Geschichte dann doch. Zwischendurch gab es zwar immer mal wieder ein paar Längen. Der Schreibstil ist dennoch ganz gut wenn auch ein wenig Straffung der Geschichte gut getan hätte. Ich würde aber trotzdem der Fortsetzung eine Chance geben, weil die Geschichte dennoch interessant sein.
Fazit:
Einstieg in eine große Familiengeschichte

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Die Teehändlerin ist der Auftaktband zur Familiengeschichte der Familie Ronnefeldt. Die Autorin Susanne Popp vermischt in ihrer Geschichte historisch belegtes rund um die Familie mit fiktionalen Elementen. Tobias Ronnefeldt gründete im Jahr 1823 ein auf Tee spezialisiertes Unternehmen das noch heute existiert. In diesem Roman geht es um die Zeit von Frühjahr 1838 bis zum Sommer 1840.

Die Autorin fängt die damalige Zeit und die Rechte und Pflichten der Frauen sehr gut ein. Fredericke Ronnefeldt wird als starke Frau gezeichnet die ihren Weg trotz etlicher Widrigkeiten geht. Die Charaktere sind gut gezeichnet und im vorangestellten Personenverzeichnis erfährt man, welche Personen fiktiv und welche wirklich gelebt haben. Ein ausführliches Nachwort zu Wahrheit und Fiktion ergänzt das Leseerlebnis. Der Schreibstil ist gut lesbar und die Autorin ergeht sich nicht in langatmigen Situations-oder Landschaftsbeschreibungen. Die Charaktere hätten an einigen Stellen mehr Tiefe vertragen. Insgesamt ein Buch das mir gut gefallen hat und das ich mit Vergnügen gelesen habe.

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Die Autorin nimmt ihre Leser in das Frankfurt von 1838 mit. Dort lebt Tobias Ronnefeldt mit Ehefrau Friederike und den gemeinsamen Kindern. Er betreibt einen Teehandel und importiert feine Seidenstoffe aus China. Just zu jener Zeit als er nach China, zu einer Expedition aufbrechen will, entdeckt Friederike, dass sie abermals schwanger ist. Gleichzeitig hat der Prokurist der Firma einen schweren Unfall, den er nur knapp überlebt. Da die Reise nicht mit verschiebbar ist, stellt Tobias seinen wie zufällig vorbeikommenden ehemaligen Schulkameraden Julius Mertens als Prokuristen ein. Er ahnt nicht, dass er sich mit diesem Mann eine intrigante Laus in den Pelz setzt.
Julius Mertens ist auch Friederike nicht ganz unbekannt, weshalb sie ihm nicht trauen kann.

Meine Meinung:

Dieser historische Roman ist stark an die Familiengeschichte derer von Ronnefeldt angelehnt. Die Firma feiert 2023 ihr 200-jähiges Bestehen.

Dieser Roman ist aber auch die Geschichte von enttäuschten Hoffnungen. So wollte Tobias eigentlich Forscher werden und muss sich ebenso wie sein Bruder Nicolaus dem Willen des Vaters beugen, der eine Tischlerei übernimmt. Friederike wiederum ist musikalisch, intelligent und möchte mehr sein, als Hausfrau, Mutter und schmückendes Beiwerk ihres Mannes. Die Gelegenheit ihre Fähigkeiten bekommt bald. Sie kommt Mertens, einer zwielichtigen Gestalt, auf die Schliche und wirft ihn ohne Wissen ihres Mannes aus dem Geschäft.

Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen. Hin und wieder schleichen sich ein paar langatmige Passagen ein, die meiner Ansicht nach ein wenig gestrafft hätten werden können.

Gut gefällt mir, dass sich die Autorin gesellschaftspolitischer Themen widmet. Da ist zum einem die nach wie vor bestehende Abneigung und Ausgrenzung von Juden in Frankfurt. In anderen Ländern und Städten ist man da schon toleranter. Dann die 1838 leise dahin köchelnde Idee der einer Republik. Und das Thema rund um jene Frauen, die ihren Mann stehen wollen anstatt sich mit Stick- und Strickarbeiten beschäftigen zu müssen. Einzig der Tee kommt ein wenig zu kurz.

Die Autorin hat viel recherchiert und das Nachwort enthüllt, was Fakt und was Fiktion ist.

Fazit:

Ein gut gelungener historischer Roman, dem ich gerne 4 Stern gebe. Ich freue mich auf die Fortsetzung im Frühjahr 2022.

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It‘s teatime …! und das natürlich mit einer guten Tasse Tee aus dem Hause Ronnefeldt.

Der exquisite Tee des Hauses Ronnefeldt begleitet mich persönlich und mein Geschäft in seinen unterschiedlichen Kompositionen schon viele Jahre und kann natürlich auch bei uns erworben werden.

Ich freue mich nun in dem Historienroman „Die Teehändlerin“ von Susanne Popp mehr über die Familie Ronnefeldt und die Entstehungsgeschichte des Handelshauses zu erfahren. All das, was wir heute kennen, begann bereits im frühen 19. Jahrhundert und ist mit viel Mühe, Entbehrungen, Gefahr und nicht zuletzt auch viel harter Arbeit zu der heutigen bekannten edlen Marke für feinen Tee geworden.

Wenn man heute viele familiengeführte Unternehmen sieht, glaubt man, das schon immer Alles so war, wie wir es heute kennen, was natürlich ein Trugschluss ist. Lesen Sie hier bei einer dampfenden Tasse feinen Tees über die Geschichte des Hauses …

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Frankfurt 1838, Tobias Ronnefeldt hat einen Teehandel und plant eine monatelange Reise nach China. Er möchte alles über den Tee lernen und Samen und Pflanzen mitnehmen, um den Tee in seiner Heimat anzubauen. Seine Frau Friederike Ronnefeldt, Mutter von drei Kindern, ist wieder schwanger und sieht der Abfahrt ihres Mannes mit gemischten Gefühlen entgegen. Als der Prokurist des Geschäftes einen Unfall hat, stellt Tobias kurzfristig einen Ersatz ein. Als der später als Betrüger entlarvt wird, steigt Friederike ins Geschäft ein, obwohl Frauen der Handel untersagt ist.
Mit den Protagonisten wird man schnell warm. Die Handlung liest sich flüssig und unterhaltend. Die Handlungsorte auf der Reise des Ehemannes werden sehr anschaulich beschrieben. Man erfährt viel über China und deren Einwohner. Der Tee mit seinem Anbau und der Aufbereitung und Haltbarmachung der Blätter war für mich als Laien sehr interessant. Ich freue mich schon auf den 2. Teil.

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Eigentlich lebt Frederike Ronnefeldt das typische Leben einer Ehefrau und Mutter eines Kaufmanns Mitte des 19. Jh. Als ihr Mann allerdings auf eine monatelange Reise nach China aufbricht, fängt sie immer stärker an sich für das familieneigene Teegeschäft zu interessieren. Besonders als der neue Prokurist dem Geschäft eher schadet als nützt, sieht Friederike die Chance sich stärker zu engagieren und eigene Ideen für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Geschäftes zu entwickeln und umzusetzen.

Frederike Ronnefeldt erkämpft sich ihren eigenen Weg in einer Zeit, wo es für Frauen noch deutlich schwerer war sich in der Unternehmenswelt irgendwie durchzusetzen. Frauen wurden als Geschäftspartner nicht ernst genommen und auch Friederike muss diese Erfahrung machen. Frauen sollten sich ausschließlich zu Hause um den Ehemann und die Kinder kümmern und keine eigene "Karrierepläne" verfolgen.

Susanne Popp vermischt gekonnt in ihrer Buch "Die Teehändlerin" die wahre Geschichte der Teefamilie Ronnefeldt mit einem fiktiven Roman. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Frederike, so dass man einen guten Einblick in die damalige Lebens- und Arbeitsumstände bekommt.

Ich kann eine klare Leseempfehlung mit einer guten Tasse Tee aussprechen und freue mich auf den 2. Band ("Der Weg der Teehändlerin") der voraussichtlich Ende März 2022 erscheint

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Als Teeliebhaberin ist mir dieses Buch sofort ins Auge gestochen. Frankfurt ist gar nicht so weit weg von wo ich lebe. Und als ich dann auch noch gelesen habe, worum es geht, war ich wirklich neugierig.

Auch das Cover ist mir mit seinen eher frühlingshaften Pastelltönen sofort ins Auge gestochen. Die Rosen, die Altbauten im Hintergrund, das Cover hat mich sehr angesprochen. Der Schriftzug, so schön er auch ist, hat jedoch ein kleines Manko: Am Buchrücken ist bei mir während des Lesens ein Teil des Titels fast vollständig verblasst.

Der Stil von @susannep0pp war wirklich angenehm und flüssig zu lesen. Durch ihre bildhafte Sprache, die Details und die Ausarbeitung der Charaktere hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl eine "trockene" Autobiographie zu lesen, sondern wurde wirklich gut unterhalten.

Die Charaktere sind sehr detailliert ausgearbeitet. Auch die eher unsympathischen Figuren - ich mochte den Prokuristen von Anfang an nicht - bekommen Tiefe und Facetten. Doch gerade Friederikes Entwicklung im Verlauf der Geschichte fand ich spannend und eindrucksvoll. In der damaligen Zeit war es nicht üblich, dass Frauen, gerade wohlhabendere, gearbeitet haben. Stattdessen gehörte die Frau hinter den Herd, vor ihre Stickarbeit oder zu ihren Kindern. Doch im Laufe der Geschichte entwickelt sich Friedrike zu einer starken und durchaus emanzipierten Frau, die sich auch gegen Widerstände behauptet.

Inwieweit alles historisch korrekt ist, kann ich nicht sagen, dafür kenne ich mich in der damaligen Zeit zu wenig aus. Mir persönlich hat die Welt, in die "Die Teehändlerin" den Leser entführt wirklich gut gefallen. Und auch ein wenig Neugierig gemacht. Wenn wir das nächste Mal in Frankfurt sind, werde ich vielleicht mal nach neuen Teesorten stöbern gehen.

Ab der Hälfte nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und ich wollte das Buch kaum mehr weglegen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Klappentext von der Verlagsseite:


Die große Welt des Tees, das bewegende Schicksal einer starken Frau und der Aufstieg einer berühmten Kaufmannsfamilie: Teil 1 der Ronnefeldt-Saga


Frankfurt 1838: Als Kaufmannstochter und Ehefrau des Teehändlers Tobias Ronnefeldt genießt Friederike es sehr, ab und an hinter der Theke ihres Geschäfts zu stehen – sie liebt den blumigen, leicht erdigen Duft der dunklen Teeblätter. Doch tiefere Einblicke in den Handel bleiben ihr verwehrt. Das ändert sich, als Tobias 1838 zu einer monatelangen Reise nach China, dem Land des Tees, aufbricht. Ausgerechnet jetzt, wo sie schwanger ist. Bald merkt sie, dass sie dem neuen Prokuristen, den Tobias eingestellt hat, nicht trauen kann. Das ganze Unternehmen ist in Gefahr. So bleibt Friederike nichts anderes übrig, als die Geschicke des Hauses selbst in die Hand zu nehmen. Um diese Herausforderung zu bestehen, muss sie neue Kräfte entwickeln – und den Mut, sich zu behaupten.


»Eine sinnliche Zeitreise ins 19. Jahrhundert. Toll recherchiert und liebevoll erzählt. Zum Eintauchen und Wegschmökern.« Miriam Georg


Die Ronnefeldt-Saga von Susanne Popp


Band 1: »Die Teehändlerin«

Band 2: »Der Weg der Teehändlerin« (Erscheinungstermin 30.03.2022)


Autoreninfo von der Verlagsseite:


Susanne Popp, geboren 1967, ist die Tochter von Jugendherbergseltern – Hagebuttentee, serviert in großen Metallkannen, gehört daher zu ihren Kindheitserinnerungen. Heute bevorzugt sie jedoch eine Tasse Darjeeling oder Oolong, und sie liebt es, in die Teeregionen der Welt zu reisen. Mit der Schriftstellerei begann sie als Verfasserin von Privatbiographien. Die Geschichte der Familie Ronnefeldt zu erzählen, war ihr daher ein ganz persönliches Anliegen, denn in diesem Traditionsunternehmen verbindet sich die Sehnsucht nach fernen Ländern mit dem Schicksal einer Familie im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Die Autorin lebt heute mit ihrem Mann und ihrer Tochter am Zürichsee in der Schweiz.


Erster Satz:


Friederike stand vor ihrem Laden in der Neuen Kräme und betrachtete die Schaufensterauslage.


Meinung:


“Die Teehändlerin” von Susanne Popp erzählt einen Teil der Firmengeschichte der Teemarke Ronnefeldt. Sie existiert noch heute und macht auch sehr guten Tee. Als passionierte Tee-Trinkerin war es für mich ein schönes Lesevergnügen in die Welt der Ronnefeldts einzutauchen.

Susanne Popp erzählt im auktorialen Stil zwei Jahre aus dem Leben der Friederike Ronnefeldt, die zusammen mit ihrem Mann Tobias Ronnefeldt den Kolonialwarenhandel mit Tee und Stoffen aus China betreibt. Für die Biedermeier-Zeit in den Jahren 1838 bis 1840 sehr ungewöhnlich, sollten sich doch die Frauen aus dem Geschäft heraushalten und eher sich um die Kinder, Haushalt und um die schönen Künste kümmern. So wurde Friederike auch erzogen, dennoch hat die kluge und willensstarke Frau, als die ich sie in diesem historischen Roman kennengelernt habe, ihre eigenen Ideen wie das Teegeschäft geführt werden soll. Dieses Engagement passt weder ihren Mann Tobias, als er 1840 von seiner langen China-Reise wieder kommt noch in der Zwischenzeit seinem Prokuristen Mertens, der ein wahres Schlitzohr und Gauner ist. Aber Friederike setzt sich durch.

Friederike war mir über den gesamten Roman sehr sympathisch, eine patente, aufgeweckte und engagierte Frau, die sich im Getümmel der hektischen Zeit in Frankfurt mit dem Wunsch der Bürger nach mehr Demokratie zurechtfinden muss und auch ihren Kolonialwarenhandel vor den Machenschaften von Mertens schützen muss.


Ein Problem hatte ich mit ihrem Mann Tobias. Sicher war die Zeit damals so, dass der Mann im Geschäft und auch sonst zu bestimmen hatte. Aber das er einfach so, als Friederike mit dem vierten Kind schwanger war, die lange Schiffsreise nach China auf sich nahm und das Geschäft Mertens überließ, konnte ich nicht verstehen. Die China-Reise fand in der Realität nicht statt und ich fand den Kniff von Susanne Popp für den Spannungsbogen der Geschichte sehr gelungen.


Denn so kam Julius Mertens ins Spiel. Ein alter Freund von Tobias und der ehemalige Hauslehrer von Friederike, der ein richtiger Ganove ist. Aber davon weiß Tobias natürlich nichts und vertraut ihm sein Geschäft an. Wahrlich keine gute Entscheidung und Friederike muss ganz schön kämpfen, den Kolonialwarenhandel zu retten.


Alle Figuren sind schön differenziert ausgestaltet, alle mit Ecken und Kanten und auch die Nebenfiguren, teils haben sie wirklich gelebt, sind liebevoll gestaltet.

Sprachlich zog mich der Roman schon mit den ersten Zeilen in seinen Bann. Sie ist nicht nur bildreich, sodass ich immer das Gefühl hatte das Leben in Frankfurt am Main zu der Biedermeier-Zeit mitzuerleben, sondern einfach leicht zu lesen. Dabei ist der Roman in keiner Weise seicht und einfach geschrieben, es gibt auch einiges an Schachtelsätze, welche aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch tun. Gerade der auktoriale Erzählstil bewirkt, dass man sowohl von Tobias Reise nach China, als auch von Julius Mertens Schandtaten sowie von Friederike und ihrem Leben ohne ihren Mann mitbekommt. Diese Sprache ist wirklich bildhaft und man bekommt dadurch auch einen guten Einblick in das Leben der Frauen um 1840.


Susanne Popp erzählt nicht nur eine Familiengeschichte um eine Tee-Dynastie, sondern sie flechtet auch gekonnt die damaligen politischen und historischen Geschehnisse der Biedermeier-Zeit historisch genau ein. Ein Beispiel dafür ist das Sängerfest, dass wirklich stattfand und die Diskussionen der Bürgerschaft für mehr Mitsprache und deren Angst vor Armut durch die Industrialisierung. Auch die unterschiedlichen Religionen, die miteinander ihre Schwierigkeiten haben, das Bürgerrecht und die Kultur mit ihrer Musik, Lyrik und Kunst wird angesprochen.


Aber nicht nur das historische wird thematisiert, was wäre ein historischer Roman mit dem Titel “Die Teehändlerin”, wenn nicht auch über Tee gesprochen wird. Sehr gekonnt verwebt erfuhr ich einiges über den Teeanbau in China, die Teezeremonie und die verschiedenen Teesorten, ebenso über die langen Wege bis der Tee von China nach Europa kam.


Neben der gelungenen Sprache und der spannenden, teilweise auch ereignislosen Handlung, die ab und an dahin plätschert, birgt gerade die Aufmachung des Buches ein genauerer Blick. Aber dazu nach meiner kurzen Einlassung: Manchmal hat man einfach das Gefühl es gelingt Friederike zu leicht wieder Ordnung im Kolonialwarenhandel zu schaffen, gerade wo es damals unüblich war, das Frauen, die Verhandlungen im Geschäft führten, aber ich fasse diesen sehr leichten Kritikpunkt unter schriftstellerischer Freiheit und es ist für mich kein großes Manko. Denn der historische Roman hat mich gut unterhalten.


Das Cover mit der jungen nachdenklichen Frau am Fenster, die auf die Altstadt ihrer Stadt blickt, hat mich direkt angezogen. Ein weiteres Highlight der Gestaltung ist der Stadtplan auf der Innenseite der vorderen Klappenbroschur mit den wichtigsten Kennzeichnungen der Handlungsorte in Frankfurt am Main. Dann findet man in der hinteren Klappe noch Bilder der Ronnefeldts. Gerade diese liebevolle Aufmachung des Buches ist ein großer Pluspunkt des Buches, denn wer mag nicht eine gute und schöne Gestaltung der Lektüre. Hinzu kommt ein Personenverzeichnis zu Beginn, welches explizit die real existierenden Personen der Handlung und die erfundenen unterscheidet. In dem Nachwort, welches ich sehr gerne gelesen habe, klärt Susanne Popp uns auf, was historisch belegt ist und was dichterische Freiheit ist, ohne die ein historischer Roman nicht leben kann.


Im Übrigen hat Ronnefeldt eine Teesonderedition zum Buch gemacht: Friederieke Feinste Teeselection, genauer Jasmine White Downey. Als passionierte Tee-Trinkerin wird dieser Tee bald bei mir einziehen und dann werde ich wieder an die willensstarke Friederike denken.


Fazit


“Die Teehändlerin” von Susanne Popp ist ein schöner und in sich stimmiger historischer Roman zur Biedermeier-Zeit zu den Ronnefeldts. Ein gelungenes Setting mit gut dargestellten Charakteren und schöner Sprache lässt die Seiten nur so dahin fliegen, auch wenn es zwischendurch etwas gemütlich und ruhig weitergeht. Das Buch macht Lust auf die Fortsetzung, die im März 2022 unter dem Titel “Der Weg der Teehändlerin” erscheint

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Eine sehr interessante Zeitreise des 19. Jahrhunderts rund um das Thema TEE
In der Freien Stadt Frankfurt im Jahre 1838 spielt sich das Leben der Kaufmannsfamilie Johann Tobias Ronnefeldt und seiner sehr musikalischen Ehefrau Friederike ab. Man lernt nicht nur einiges über die Kulturgeschichte des Tees, den noch heute gebräuchlichen Unterschied zwischen Grün- und Schwarztee. Auch wirklich stattgefundene kulturelle Ereignisse wie das dreitägige Frankfurter Sängerfest von 1838 wie die Gutenbergfeier von 1840, zu der immerhin 30000 Menschen kamen, ein bedeutendes Ereignis für die liberaldemokratische Bewegung, sind effektvoll eingeflochten. Zeitgeschichtlich treffend erwähnt wird auch die Geschichte der Frankfurter Juden inmitten der christlichen Mitbürger.
Am meisten interessiert mich jedoch die Rolle der Frauen, die mehr als eine Muse oder Salonière zur Zeit der Frankfurter Nationalversammlung sein wollen: im Unterschied zu den hart arbeitenden Frauen in der Unterschicht arbeitet Friederike Ronnefeldt nicht nur an ihrer partnerschaftlichen privaten Beziehung, sondern auch besonders hart an ihrer beruflichen Akzeptanz, wenn sie im Teeladen agiert und über den Kontobüchern sitzt.

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Biedermeier

Tobias Ronnefeldt plant eine Chinareise zu Forschungs- und Handelszwecken, wodurch seine Frau Friederike, bereits zum fünften Male schwanger, allein mit den Kindern und einem Prokuristen für den Teeladen in Frankfurt zurückbleibt. Wie es das Schicksal so will, verläuft in Deutschland nicht alles ganz nach Plan, und so setzt die junge Mutter Mut und Talent ein, um die Geschicke des Handelshauses Ronnefeldt in die richtigen Bahnen zu lenken.

Mit ruhigen, aber doch sehr bildhaften und eindrücklichen Worten schildert Autorin Susanne Popp diesen ersten Band der Ronnefeldt-Saga. Nicht nur Friederike als Hauptfigur ist detailreich charakterisiert, sondern auch alle anderen Personen sind liebevoll und klar gezeichnet, sodass man schnell mitten unter ihnen ist und das Leben im Jahre 1838 genau mitverfolgen kann als Leser. Das Biedermeier mit all seinen Facetten der Musik, der Kunst, der Dichter wird wunderbar beschrieben, die Rolle der Frau mit ihrem Platz im Haushalt und bei geselligen Kaffee- und Teerunden, während Männer mit Geld und Politik beschäftigt sind. Allerdings kann und will sich Friederike nicht in diese vorgegebene Aufteilung einfügen, sie ist zur damaligen Zeit schon sehr emanzipiert und fortschrittlich in ihrem Denken und Handeln und schafft sich auch mit einem Juden als Bekannten nicht nur Applaus aus der Gesellschaft.

An der einen oder anderen Stelle wäre wohl mehr Kürze angebracht, dennoch ist die Stimmung der Zeit sehr gut eingefangen und so interessant dargestellt, dass man den Weg der Teehändlerin selbstverständlich gerne weiterverfolgen möchte. Vier Sterne für den Auftakt und Vorfreude auf Teil 2!



Titel Die Teehändlerin

Autor Susanne Popp

ISBN 978-3-596-70603-7

Sprache Deutsch

Ausgabe Flexibler Einband, 560 Seiten

ebenfalls erhältlich als ebook und Hörbuch

Reihe Die Ronnefeldt-Saga, Band 1

Erscheinungsdatum 25. August 2021

Verlag Fischer

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Teil 1 der Ronnefeldt-Saga spielt im Jahr 1838. Im Mittelpunkt steht Friederike, die Frau eines Teehändlers ist und selbst großes Interesse an dem Geschäft hat. Zunächst bleibt ihr das verweht, aber als sie Unregelmäßigkeiten eines Mitarbeiters feststellt, nimmt sie doch die Zügel selbst in die Hand. Ich fand das Buch spannend und interessant. Die Welt des Tees ist besonders und ich habe beim Lesen viel darüber gelernt. Auch die Figuren haben spannende Hintergründe. Dazu kommt ein schöner Schreibstil und ein tolles Cover. Ich kann das Buch empfehlen.

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Frankfurt, Ende der 1830er Jahre. Friederike und Tobias Ronnefeldt führen eine glückliche Ehe und Tobias steht kurz davor sich seinen Lebenstraum zu verwirklichen. Er wird nach China reisen und dort den Tee erforschen, den er in Deutschland verkauft. Als dann allerdings sein Prokurist kurz vor der Abreise verunglückt, ist Not am Mann. Da scheint der alte Schulkollege Julius Mertens ein Geschenk des Himmels zu sein. Allerdings hat der einige Geheimnisse, die das Geschäft in Gefahr bringen könnte. Doch Friederike weiß sich zu helfen und bekommt Unterstützung sowohl von ihrem Schwager als auch von Paul Birkholz, einem Arzt.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es gelingt der Autorin die gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit lebendig zu machen. Man bekommt als Leser ein gutes Gefühl dafür, wie die Gesellschaft damals funktioniert hat. Friederike hat schwer zu kämpfen in der Zeit, in der Tobias auf Reisen ist. Sich selbst ums Geschäft zu kümmern ist kaum möglich, wird dies doch gesellschaftlich geächtet. Doch eigentlich bleibt ihr nichts anderes übrig, nachdem sie feststellen muss, dass Mertens sich nicht wirklich um den Teehandel kümmert.

Doch das Buch umfasst auch die Zeit, nachdem Tobias aus China zurückgekommen ist. Hier zeigt sich, wie die Eheleute sich weiterentwickelt haben. Tobias‘ Erfahrungen lassen ihn nicht unbeeindruckt und Friederikes neues Selbstbewusstsein ist für ihn sehr ungewohnt. Ich fand es schön, wie die beiden versuchen wieder zueinander zu finden und Kompromisse zu schließen.

Am Ende bleiben einige Fragen offen und daher freue ich mich auf die Fortsetzung der Reihe, in der wir erfahren werden, wie es mit der Familie Ronnefeldt weitergeht. Von mir hier eine Leseempfehlung, nicht nur für Teefreunde.

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Nach der wahren Geschichte, des noch heute bekannten Ronnefeldt Tees.

Friederike Ronnefeldt hat als Frau in der damaligen Welt wenig zu sagen. Als ihr Mann Tobias jedoch auf Geschäftsreise geht und Friederike merkt, dass sie dem neuen Prokuristen nicht trauen kann, kümmert sie sich selbst ums Geschäft. Trotz Widerstands verliert sie ihren Mut nicht.

Sehr bewegende und spannende Einblicke in das frühere Frankfurt und in die Welt des Tees.

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Teil 1 dieser Tee-Trilogie hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Friederike ist eine "Heldin", wie ich sie mag. Sie setzt sich für Dinge ein, die sie selbst nicht geglaubt hätte. Sie emanzipiert sich Schritt für Schritt und schafft sich ein Leben, das halt nicht allen Konventionen entspricht, gerade in Anbetracht der Zeit in der die Geschichte spielt.
Die Autorin gewährt einem guten Einblicke in die Zeit, das Frankfurt dieser Zeit und auch sie Menschen.
Ich freue mich auf Band 2.

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Eine starke Frau geht ihren Weg…

Friederike ist eine äußerst sympathische und loyale Frau. Sie sorgt für ihre Familie und obwohl sie sich ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter zu fügen scheint, weiß sie ihren Weg selbstbewusst und auch selbstständig zu gehen. Zwar versucht ihr Ehemann und auch die Gesellschaft sie in die gegebenen Normen zu zwängen, doch sie ist intelligent genug, um eigene Strategien zu entwickeln und sich damit zu verwirklichen.

Tobias hat mir nicht ganz so gut gefallen. Leider wirkt er auf mich wie ein „großer Junge“, der sehr auf sich bedacht ist, auch wenn Susanne Popp versucht hat, ihn als Familienmenschen darzustellen. Bei mir kam das so leider nicht an. Er geht auf eine Exkursion und lässt seine Familie aus meiner Sicht im Stich. Und als er zurückkommt, mosert er nur rum, und es wirkt, als wäre das, was Friederike erreicht hat, ihm ein Dorn im Auge. Da scheint es an Selbstbewusstsein zu fehlen. Das wird umso deutlicher, als er einen Freund Friederikes (der ihr immer zur Seite gestanden hat) aus Eifersucht auch noch körperlich angreift. Bei mir kam einige Male die Frage auf, was willst du mit diesem Mann, Friederike?

Trotzdem fand ich beide Figuren gelungen und durch ihre Schwächen eben auch sehr authentisch.

Auch alle anderen Figuren fand ich gelungen. Besonders gut gefallen hat mir, dass jeder seine eigene (kleine) Geschichte hatte.

Die Handlung war insgesamt auch nach meinem Geschmack, nur hätte es zum einen gern etwas spannender sein können. Ich hatte immer das Gefühl, wenn ein Konflikt entstand, musste der irgendwie wieder ganz schnell verschwinden, meist ohne groß etwas dafür bzw. dagegen tun zu müssen. Zum anderen hatte ich mir mehr über die „Teegeschichte“ der Familie Ronnefeldt erhofft, aber das findet sich vielleicht in den Folgebänden. Es gab trotzdem eine ansteigende Spannungskurve, wenn auch nur gering. Wie schon erwähnt hätte ich mir mehr Konflikte und vor allem das Aushalten der Konflikte gewünscht.

Der Schreibstil war wundervoll. Alles hat sich sehr flüssig und auch angenehm gelesen. Susanne Popp hat mir mit ihren Beschreibungen der Settings und der atmosphärischen Beschreibungen ein Bild vor mein inneres Auge gezaubert und ich konnte mir alles sehr bildlich vorstellen. Der Ausdruck hat sehr gut ins Genre und zu den einzelnen Figuren gepasst. Jeder hatte eine eigene Stimme. Und auch die Darstellung der emotionalen Ebene war für meinen Geschmack perfekt portioniert.

Von mir erhält dieses Buch eine klare Kaufempfehlung, weil Friederike für die vorherrschende Zeit eine sehr starke und mutige Frau ist, die sich von Rückschlägen nicht entmutigen lässt. Überhaupt ist ihre Geschichte interessant und etwas Besonderes. (Ich hätte mir mehr Liebesglück für sie gewünscht, vor allem mit einer bestimmten Person, aber vielleicht passiert das ja noch.) Außerdem ist dieser Schreibstil einfach lesenswert. Ein Sternchen ziehe ich ab für die aus meiner Sicht ausbaufähige Spannung und die sich schnell auflösenden Konflikte. Trotzdem ist es ein sehr gelungener Roman.

Vielen Dank an Susanne Popp und den FISCHER Verlag für diese Geschichte.

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Es gibt diese Bücher, unter denen man sich etwas anderes vorstellt. Bücher, bei denen man von gewissen Gegebenheiten ausgeht. Wenn man diese Bücher dann liest und feststellt, dass diese Gegebenheiten nicht so sind, wie man es sich erhofft hat, neigt man dazu das Buch zu beschuldigen, doch liegt es am Buch oder eher am Leser?
Gerade ist es mir mit "Die Teehändlerin" passiert.
Mit diesem Buch entführt uns die Autorin nach Frankfurt. Genauer gesagt in das Frühjahr 1838, als der Kaufmann Tobias Ronnefeldt sich vorbereitet die Anbaugebiete des von ihm importierten Tees in China zu besuchen. Ein Prokurist ist eingestellt, alle Vorbereitungen laufen, doch dann fällt der Prokurist plötzlich aus, ein neuer muss daher und nichts von dem Besprochenen läuft in Abwesenheit von Tobias so, wie er es für richtig erachtet hätte. Da muss seine Frau Fredericke doch eingreifen, oder?
So kommt sie als Frau eines Kaufmanns hinter die Ladentheke und auf den ersten Spott braucht der Leser nicht lange zu warten. Doch wird sie sich durchsetzen?
Und nun? Was war mein Problem? Nun es waren zwei Dinge. Zum einen kam mir, und dabei blieb es bis zum Schluss, zu wenig über Tee vor. Natürlich wurde über Tee geschrieben und er kam auch nicht nicht vor, aber ich hätte mir mehr Details gewünscht:
Wieviel Tee verwendete man damals für die Herstellung einer guten Tasse Tee?
Wie lange brauchte es von China über England oder die Niederlande nach Deutschland etc.?
Wieviel Tee verkaufte sich am Tag?
Interessant fand ich, dass auch schon damals nicht nur Tee sondern auch anderweitige ostindische Artefakte im Laden erwerblich waren.
Zum anderen trägt das Buch den Titel "Die Teehändlerin". Lange Teile des Buches beschäftigen sich mit der Zeit bevor sie hinter die Theke geht und auch sonst wird berichtet über ihre Schwestern, über ihren Schwager, über einen Arzt, über andere Frauen, kurzum "die Teehändlerin" kam mir zu kurz. Allerdings muss ich sagen, als ich das Buch zu Ende gelesen habe, das vieles, obwohl es nicht "die Teehändlerin" ist, "die Teehändlerin" formt. Alle Figuren begleiten sie auf dem Weg, alle Figuren beeinflussen sie und das Buch zeigt ein Frankfurt in der Biedermeier-Zeit, in der es zum Umbruch kam, wie eine Frau gesellschaftlich wahrgenommen wurde. Somit war der Begriff der Teehändlerin hier weiter gefasst, als ich es erst für mich wahrgenommen hatte.
Abschließend gibt das Nachwort Aufschluss, was wahr und was Fiktion ist, ein wichtiges Element für mich bei historischen Büchern.

4 von 5 Teetassen

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Spannender Einblick in die Anfänge der Ronnefeldt-Familienhistorie (19. Jhd.)

Susanne Popp schreibt einen tollen Roman über die Anfänge der Familienhistorie der Ronnefeldts – eine Teegeschichte. Wenn natürlich auch hier und da der Geschichte wegen Figuren hinzuerfunden wurden, gibt die Geschichte trotzdem einen tollen Einblick in die damalige Welt.

Frankfurt und Umgebung. Einblicke in die Geschäftswelt, die Familienmodelle, die Rolle der Frau, in die Politik und soziale Schichten. Und das Reisen. Und den Tee! Eine Zeit, knapp 170 Jahre her, die mit unseren heutigen, wenig aber doch noch zu tun hat. Während des Lesens habe ich mich immer wieder ertappt und gedacht: „Ach, so war das früher!“ Super spannend!

Das Buch liest sich ziemlich interessant. Der Schreibstil nimmt einen mit. Ich wollte immer mehr über die Figuren und Geschehnisse erfahren und so bin ich durch das Buch geglitten… bis es plötzlich durchgelesen war. Es gibt viele kleine Nebengeschehnisse, was ich aber gelungen eingebunden fand!

Ich freue mich sehr auf Teil 2!

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Warum ich das Buch lesen wollte

Die meisten Bücher, die ich lese, kommen aus dem Genre Krimi/Thriller . Hin und wieder brauche ich aber die Reise in eine vergangene Zeit, die sich aus heutiger Sicht so viel friedlicher, ruhiger und harmonisch anfühlt. Dabei ist das überhaupt nicht so gewesen und das spiegelt sich in den historischen Romanen wieder. Bei diesem Buch kommt noch dazu, dass es die Familie Ronnefeldt tatsächlich gibt. Die persönlichen Aufzeichnungen von Friederike und Johann Tobias Ronnefeldt bilden das Fundament der Geschichte. Mehr dazu findet der Leser im Anhang des Buches.

Inhalt/Klappentext des Verlages

Frankfurt am Main, 1838. Als Kaufmannstochter und Ehefrau des Teehändlers Tobias Ronnefeldt genießt Friederike es sehr, ab und an hinter der Theke ihres Ladens zu stehen. Doch sie ist auch Mutter von vier Kindern. Es könnte dem Ansehen des Geschäfts schaden, wenn sie sich den allgemeinen Gepflogenheiten widersetzt und sich nicht ausschließlich ihrem Haushalt widmet. Trotz Interesse und Talent bleiben ihr daher tiefere Einblicke in den Handel verwehrt. Doch dann bricht Tobias zu einer monatelangen riskanten Reise nach China auf, um die Ursprünge des Tees zu erforschen. Friederike merkt bald, dass sie dem neuen Prokuristen, den Tobias eingestellt hat, nicht trauen kann. Das ganze Unternehmen ist in Gefahr. So bleibt ihr nichts anderes übrig, als die Geschicke des Hauses selbst in die Hand zu nehmen. Um diese Herausforderung zu bestehen, muss sie neue Kräfte entwickeln – und den Mut, sich zu behaupten.

Was mir gefällt/nicht gefällt

Zu Beginn des Buches gibt es ein Personenverzeichnis. Im Gegensatz zu anderen historischen Romanen brauchte ich es nicht. Die Personen sind so gut ausgearbeitet und durch die tolle Art zu schreiben verwirrten die Namen nicht.

Die einzelnen Kapitel sind angenehm zu lesen, das sie nicht zu lang sind und die Geschichte ist spannend geschrieben. Allerdings hatte ich so meine Probleme mit den Kapitelüberschriften.

Das Thema Tee hatte für mich nicht den gewünschten Raum. Da ist noch Luft nach oben, wie man so schön sagt.

Die Protagonisten

Friederike Ronnefeldt steht im Mittelpunkt dieser Erzählung. Eine engagierte Frau in einer Zeit, in der Frauen keine eigene Meinung haben durften. Das folgende Zitat aus dem Buch bringt es auf den Punkt.

Die Rolle der Frau in dieser Zeit findet sich sehr deutlich im folgenden Zitat: „…Um die Gemüter zu beruhigen, hat sie sich sogar angewöhnt, bei Familienzusammenkünften stets eine Handarbeit dabeizuhaben. Sie stickt oder strickt in der Öffentlichkeit, um von ihrer Tätigkeit als Geschäftsfrau abzulenken „

Auszug aus dem Gespräch zwischen Franziska Ronnefeldt und Clotilde Koch. Frau Koch spricht über ihre Kusine Cäciöie Gontard, die als Witwe das Geschäft ihres Mannes übernahm

Tobias Ronnefeldt, ihr Ehemann, befindet sich auf einer langen Reise nach China. Er denkt, er hat sein Kontor guten Händen übergeben und kommt nach seiner Rückkehr nur schwer damit klar, dass die Rolle seiner Frau innerhalb der Familie, sich verändert hat.

Schreibstil

Die Reise nach und durch China ist ein Nebenschauplatz und doch so spannend geschrieben, dass ich es kaum erwarten konnte weiterzulesen Die Autorin Susanne Popp schreibt fesselnd, so dass ich mich auch bei alltäglichen Ereignissen im Leben von Friederike Ronnefeldt nie gelangweilt habe.

Fazit

Eine wunderbare Geschichte. Band 2 erschien am 30.03.2022 und wird meine nächste Lektüre sein.

Eine klare Leseempfehlung für alle die historische Romane lieben.

Danksagung

Vielen Dank an #netgalleyde, dass sie mir das Buch im Zuge des Adventskalenders 2021 zur Verfügung gestellt haben und an den #fischerverlag. Vielen Dank Frau Popp, dass sie sich so eine wundervolle Geschichte rund um die persönlichen Aufzeichnungen der Familie Ronnefeldt einfallen ließen.
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Rezensionstitel: Eine Frau, die Stärke zeigt

Das Cover:
Ein wunderschönes Cover, das mich sofort angesprochen hat. Gemeinsam mit dem Klappentext ist es eine perfekte Einladung, das Buch lesen zu wollen.
Die Geschichte:
Friederike Ronnefeldt liebt es, im Teeladen ihres Mannes hinter der Theke zu stehen, was im Jahre 1838 keine Selbstverständlichkeit ist. Als er auf eine lange Reise nach China aufbricht, während sie gerade wieder schwanger ist, beginnen die Probleme. Sie merkt, dass der Prokurist nicht vertrauenswürdig ist, und sieht das Unternehmen in Gefahr. Sie beginnt mutig und kraftvoll zu handeln.

Meine Meinung:
Ich hatte bis dato nichts von der Familie Ronnefeldt und Ronnefeldt-Tee aus Frankfurt gehört. Umso gespannter war ich auf die Saga. Die Protagonisten sind allesamt wunderbar ausgearbeitet und haben mich sehr überzeugt. Allen voran Friederike Ronnefeldt, die als Frau und Mutter sehr viel kämpfen, leisten und auch Stärke zeigen musste.
Die Autorin schreibt in einer leicht verständlichen, flüssigen und unterhaltsamen Sprache. Neben der Familiengeschichte ist auch die nicht einfache Zeitgeschichte rund um die Jahre 1838 eingebunden. Das aber finde ich in der Breite etwas zu viel, da es den Fortgang der Geschichte immer wieder stoppt und die Nebenschauplätze in den Vordergrund schiebt. Sehr interessant finde ich die Reise von Tobias Ronnefeldt nach China, der in dieser Zeit, mit diesen Umständen und den Problemen versuchte, den Tee nach Europa zu holen. Zahlreiche Perspektivwechsel sorgen dafür, dass die Lust weiterzulesen erhalten bleibt.
Mein Fazit: Gelungener Auftakt einer Familiensaga. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Meine Leseempfehlung spreche ich gerne aus.

Heidelinde von friederickes bücherblog

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