Die Shitstorm-Republik

Wie Hass im Netz entsteht und was wir dagegen tun können

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Erscheinungstermin 06.05.2021 | Archivierungsdatum 01.03.2022

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Zum Inhalt

Im Auge des Zorns.

Seit dem kaltblütigen Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke durch einen Neonazi im Sommer 2019 ist klar: Die Sozialen Netzwerke sind brandgefährlich – ob wir sie nutzen oder nicht. Der Hass und die Hetze von dort schwappen längst über in unseren Alltag. Was können wir dagegen tun? Ende 2019 erlebt der WDR einen riesigen Shitstorm – wegen eines umgedichteten Kinderlieds in einer Satiresendung im Radio (Omagate). Wer steckt hinter solchen Kampagnen? Wie werden sie inszeniert? Welche Ziele sollen damit erreicht werden? Und was muss getan werden, damit Einschüchterung und Gewalt keine Chance mehr haben? Nicole Diekmann zeigt in diesem Buch, wie Politik und Journalismus dazu beigetragen haben, dass Facebook, Twitter & Co, kaum etwas gegen den Mob unternehmen, der das Netz mit Hass flutet. Sie schildert, wie sich ein enorm brutaler Shitstorm am eigenen Leib anfühlt, warum die Öffentlichkeit die Netzwerke noch immer unterschätzt, wie die Tech-Riesen ungehemmt Profit daraus schlagen – und welche Wege aus diesem riskanten Dilemma herausführen.

Im Auge des Zorns.

Seit dem kaltblütigen Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke durch einen Neonazi im Sommer 2019 ist klar: Die Sozialen Netzwerke sind brandgefährlich – ob wir sie nutzen oder nicht...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462000801
PREIS 12,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Dass soziale Medien mitunter alles andere als sozial sind, musste der eine oder andere schon schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Eine derer ist Nicole Diekmann, Journalistin beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen und kämpft für Minderheiten. Der Einstieg ins Buch sind ihre eigenen Erfahrungen, die sie Anfang 2019 sammeln „durfte“, als ein Twitter-Post nach hinten losging und sie sich im Zentrum eines Shitstorms wiederfand. Im weiteren Verlauf geht sie der Frage nach, wie die einst sozialen Medien zur hässlichen Version ihrer selbst wurden, in der Hass dominiert, aber auch, ob die Facebooks und Twitters dieser Welt einfach tun und lassen können (dürften) oder ob man ihnen nicht Einhalt gebieten sollte – und warum Minister, die in puncto soziale Medien so viel Ahnung haben wie ein Karnickel von Astrophysik vielleicht nicht besonders hilfreich sind. Überhaupt beschäftigt sich Diekmann mit der Politik, dem Journalismus und den sozialen Medien, aber auch, welcher Weg noch aus diesem Dilemma führen könnte. Abgerundet wird das Ganze durch ein Literaturverzeichnis. Die Schilderungen Diekmanns sind so klar wie erschreckend, um nicht „krass“ zu sagen. Wer glaubt, dass soziale Medien sozial sind, wird hier eines Besseren belehrt; wer schon immer der Meinung war, dass sie eher „asoziale Medien“ heißen sollten, wird sich bestätigt sehen. Man lernt die Prinzipien und Mechanismen kennen, wie das System funktioniert und wie riskant es wirklich ist, die Unternehmen hinter den sozialen Medien gewähren zu lassen – und nein, die sind nicht sozial, sondern klar gewinnorientiert. Nach Lektüre des Buches kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen: Tut was – und sei es in eurem eigenen Interesse! Das Buch liest sich gut, ist verständlich und wäre es nicht so traurig sogar quasi unterhaltsam. Es sei jedem ans Herz gelegt – denen, die sich fast ausschließlich auf sozialen Medien bewegen ebenso wie denen, die sie ohnehin kritisch sehen, kurz jeder der die Mechanismen verstehen will …

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Das richtige Buch zur richtigen Zeit. Zumindest für mich. Wenn man sich die Frage stellt, ob man sich eventuell aus sozialen Medien zurückziehen sollte, weil man den Ton nicht mehr erträgt, der anscheinend mehrheitlich vorherrscht, dann ist der Zeitpunkt gekommen, wo man dieses Buch zur Hand nehmen muss. Rau, aber herzlich gilt schon lange nicht mehr: Wem ist es noch nicht so gegangen, dass man sich wundert über Aufrufe zur Lynchjustiz, wenn in der eigenen Stadt ein Kapitalverbrechen verübt wurde? Oder wenn User wegen Grammatikfehlern, Rechtschreibung oder LRS ( die manchmal eher auf die Autokorrektur als auf die Person zurückgeht) zur Sau gemacht werden? Woher kommt solch ein Hass, warum konnte diese Entwicklung sich so ungehindert verbreiten wie eine Pandemie, was können wir dem entgegensetzen? Für alle, die sich diese Fragen stellen, ist dieses Buch gerade richtig. Achtung: es kommt nicht ganz ohne viel statistisches Material aus, was aber wichtig ist, um Sachverhalte richtig zu gewichten statt sich auf diffuse Bauchgefühle zu verlassen.

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