New York Ghost

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Erscheinungstermin 23.03.2021 | Archivierungsdatum 31.08.2021

Zum Inhalt

Ist es das Ende der Welt oder nur ein ganz normaler Tag im Büro?

»Das Beste, was ich bisher über das Lebensgefühl junger Großstadtmenschen gelesen habe – über die Entfremdung und Entmenschlichung, die damit einhergehen, ein funktionierendes Rädchen im globalen Kapitalismus zu sein.« Jia Tolentino, The New Yorker

Candace Chen arbeitet für einen Verlagsdienstleister am Times Square – zuständig für die Herstellung von Themenbibeln in Asien. So hingebungsvoll folgt sie ihren täglichen Routinen, dass sie erst gar nicht bemerkt, wie tödliche Pilzsporen über New York hereinbrechen – ins Land gekommen durch billige, in China hergestellte Konsumgüter. Das Shen-Fieber greift rasant um sich. Geschäfte schließen. U-Bahnen stehen still. Menschen fliehen. Bald ist sie fast ganz allein in New York.

Doch dann muss auch Candace die Stadt verlassen und schließt sich einer Gruppe Überlebender an – in Sicherheit ist sie damit aber noch lange nicht, wie sie bald erfahren wird.

Dieses preisgekrönte, noch vor Corona in den USA erschienene Debüt ist eine bewegende Familiengeschichte, eine originelle Endzeiterzählung und ein aufschlussreicher Pandemieroman. Die beißende Satire auf den modernen Kapitalismus entwirft eine erschreckende Vision dessen, was danach kommen könnte … »Klug, witzig, menschlich und außerordentlich gut geschrieben.« Kirkus Review

Originaltitel: »Serverance« (USA, 2018), übersetzt aus dem Amerikanischen von Zoë Beck.

Ling Ma wurde in China geboren, wuchs in den USA auf und lebt in Chicago. Ihr Debütroman »New York Ghost« (Severance, 2018) gewann zahlreiche Preise (u. a. den mit 50.000 Dollar dotierten Whiting Award, den Young Lions Fiction Award und den Kirkus Prize), stand auf der Shortlist des PEN/Hemingway Award for Debut Novel und auf diversen Bestenlisten.

Ist es das Ende der Welt oder nur ein ganz normaler Tag im Büro?

»Das Beste, was ich bisher über das Lebensgefühl junger Großstadtmenschen gelesen habe – über die Entfremdung und Entmenschlichung...


Vorab-Besprechungen

»Ling Mas Debütroman behandelt eine ganze Reihe von Themen – Migration, Arbeitskultur, Familie, Liebe, Apokalypse, Kapitalismus und die verwirrende Ziellosigkeit, mit der Endzwanziger durch ihr Leben driften. Und er tut dies mit einem trockenen Witz, der einen nur so durch die Seiten fliegen lässt.« Marie Claire

»Eine großartige satirische Endzeiterzählung – als träfe The Office auf The Leftovers.« Elle

»Ein intelligenter und witziger Roman, der das Ennui junger Großstadtmenschen mit einer dezenten Zombie-Apokalypse kombiniert und dabei einen aus China eingeschleppten Erreger als Metapher der Kritik am Spätkapitalismus, der Globalisierung und der kulturellen Nostalgie nutzt.« Matt Stowe, Brooklyn Paper

»New York Ghost, bereits vor Corona in den USA erschienen, ist der Roman der Stunde, er hilft uns dabei, unsere Lehren aus dem Leben während einer Pandemie zu ziehen.« Jane Hu, The Ringer

»Ling Mas Debütroman behandelt eine ganze Reihe von Themen – Migration, Arbeitskultur, Familie, Liebe, Apokalypse, Kapitalismus und die verwirrende Ziellosigkeit, mit der Endzwanziger durch ihr Leben...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783959881524
PREIS 23,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Dieses Buch ist das reinste Überraschungsei, denn es steckt so viel darin: Auf den ersten Blick eine beklemmende Beschreibung der post-apokalyptischen Zustände der Welt nach einer verheerenden Seuche, dem aus China stammenden Shen-Fieber. Die Infrastrukturen, allen voran das Internet, sind zusammengebrochen und nur eine Handvoll versprengter Überlebender schlägt sich durch. Die Originalausgabe des Buches ist 2018 erschienen, wurde also lange vor Corona verfasst, die Parallelen zur zwei Jahre später ausbrechenden Pandemie sind verblüffend und erschreckend. Doch in dieser Geschichte verbirgt sich noch mehr: Eine Biographie der Eltern der Ich-Erzählerin Candace - diese sind aus China in die USA eingewandert und konnten die Tochter erst später nachholen. Ihr Kampf um Erfolg und Anerkennung in den USA und die Geschichte der Familie bilden eine zweite Ebene des Romans. Daneben eröffnen die Schilderungen der Lebensumstände Candaces eine weitere Dimension des Buches: Die junge Frau ist alleine nach New York gekommen und in den Jahren vor Ausbruch der Seuche schlägt sie sich als Verlagsmitarbeiterin durch und zeigt uns so die Licht- und vor allem Schattenseitens des Lebens in der Metropole und das von Karrieredenken und Konsum geprägte Lebensgefühl der "young urban professionals". Ihr Job im Verlag bringt es mit sich, dass Candace engen Kontakt zu den chinesischen Druckereien hat, in denen die Bücher, für die sie zuständig ist, gefertigt werden - ironischerweise handelt es sich ausgerechnet um Bibeln! Die Heiligen Bücher werden unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt und Candace muss dies verantworten, um mit ihren Produkten konkurrenzfähig zu bleiben und ihren Job zu behalten, Hier verbirgt sich nicht nur viel Wahrheit, sondern auch eine ordentliche Portion Kapitalismuskritik. Vielschichtig und spannend erzählt ist das Buch auf jeden Fall sehr lesenswert!

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Candace Cheng ist in den postapokalyptischen USA mit einer kleinen Gruppe Überlebender unterwegs nach Chicago. Bob, ihr autoritärer, oberlehrerhafter Anführer will dort unbedingt in einer Einkaufsmall unterkriechen, an der er angeblich Anteile besitzt und in der er praktisch seine Kindheit verbracht hat. Das Überleben von Menschen nach einer Apokalypse hängt davon ab, wie lange Wasser, Strom und Nahrung aus Lagerräumen verlassener Geschäfte noch verfügbar sind. Ob sich die Investition in Treibstoff für die geplante Strecke nach Chicago lohnt, ist ein reines Rechenexempel. Candace erzählt die Geschichte abwechselnd mit einer neutralen Erzählerstimme. Ihre Gruppe Überlebender hat zu Beginn ihres Trips erst einmal gegoogelt, wie man „in der Wildnis überlebt“. Als Kind chinesischer Einwanderer aus Fujian kam die junge Frau Anfang der 90er erst als 6-Jährige in die USA und hat sich leichter integriert als ihre Eltern. Mit einem sich abrackernden Vater und einer wegen schlechter Sprachkenntnisse isolierten Mutter wird Candace wie ein Kleidungsstück von der Stange ein geradezu klischeehafter Lebenslauf eines Einwanderer-Kinds verpasst. Candaces Vater floh vor Bespitzelung und Familientratsch aus China in die Freiheit, das hoffte er jedenfalls. Doch er geriet vom Regen in die Traufe, wie Candace im Rückblick erkennt. Nach dem frühen Tod beider Eltern bricht sie das College ab und nimmt einen Verlegenheitsjob in einem Verlag an, der Billig-Bibeln in China produzieren lässt. Zuverlässig, gehorsam und ohne weitere Qualifikation, scheint Candace für ihren Job als Produktionsassistentin die ideale Besetzung zu sein. Sie sorgt für die reibungslose Versorgung mit Plastikschund, den niemand braucht. Offen bleibt, ob Candace irgendwann erkannte, dass ihre bi-kulturelle Erziehung ihr eine weit lukrativere Karriere ermöglicht hätte, wenn sie sich denn je für ihre Herkunft interessiert hätte. Mit welchen Werten die junge Frau aufwuchs, wirkt so banal wie ironisch überzeichnet. Ihre chinesischen Verwandten hofften durch die Auswanderer in der Heimat Gesicht/Ansehen zu erhalten und Candaces Eltern erwarteten von ihr, dass sie etwas Nützliches leistet. Wie sie jedoch herausfinden kann, was sie glücklich macht, davon war nie die Rede. Als die USA vom Shen-Fieber getroffen werden, einer heimtückischen Pilzinfektion, die auf Waren aus China ins Land gelangt, zeigt Candice sich nicht gerade fix im Erkennen des Zusammenhangs zwischen Billiglöhnen in Asien, massenhaften Geschäftsreisen und den Folgen für die ausgedehnte asiatische Community einer Großstadt. Mit der Tour zu Bobs angeblichem Besitz in Chicago als Rahmenhandlung erzählt „New York Ghost“ rückblickend Candaces Familiengeschichte und wie die Stadt New York schließlich unbewohnbar wurde. Das Original "Severance" erschien 2018. Wer schon irgendeinen Roman über chinesische Einwanderer in die USA gelesen hat, wird sich möglicherweise durch die Rückblenden hindurch langweilen. Eine streng erzogene Einwanderin der 2. Generation steht im Mittelpunkt der spekulativen Fiktion; das Versprechen eines Romans über die Generation der Millennials finde ich zu hoch gegriffen. Ein origineller Debütroman, dessen Übersetzung an einigen Stellen holpert.

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Ling Mas NEW YORK GHOST ist ein feinfühliger Roman über ein Virus, das sich über Pilzsporen verbreitet, die Menschheit an einem Fieber erkranken und nach geraumer Zeit sterben lässt. Irgendwann ist Candace Chen, welche die Herstellung von Bibeln u. a. in China betreut, allein im "Big Apple" und berichtet von der Einsamkeit und dem Verfall einer Stadt, deren Gesicht wir alle zu kennen meinen; in so eindringlichen Bildern, dass man sich dem auf drei Zeitebenen spielenden Roman, kaum entziehen kann. Es geht um Herkunft, Integration, Glauben, Poesie und dem Verfall der modernen Welt. Dass hier natürlich auch die ein oder andere Kritik am Kapitalismus versteckt ist, lässt sich nicht vermeiden. Vor allem als Protagonistin Candace auf Überlebende trifft, deren Anführer nicht nur Gutes im Sinne zu haben scheint, überzeugt die Atmosphäre. Ein interessantes Debüt, dass vor allem in einigen Zeilen von der poetischer Ader sowie einem romantisch verklärten Blick der Autorin auf die Vergänglichkeit lebt.

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New York Ghost handelt von der Geschichte um Candace Chen - Es geht um eine tödliche Pandemie, welche aus Asien, in Folge der Globalisierung, bis nach Amerika eingeschleppt wird. Wir erfahren sowohl Hintergrundinformationen zu der Pandemie selbst, als auch zu Candaces' Leben vor, zu Beginn und während der Pandemie. Der Plot verläuft recht ruhig und wird immer wieder von Zeitsprüngen durchzogen. Wir erfahren eine Menge aus dem Alltag von Candace und ihrem Alltag in New York. Gerade diese zeitlichen Passagen wissen m.E. nach zu überzeugen. Der Charakter unserer Hauptprotagonistin wird sauber und bildlich beschrieben, sodass man von Anfang an eine gewisse Symphatie zu ihr aufbauen kann. Vielleicht auch gerade deshalb, weil sie in mitten der ganzen Hipster und Models in New York, so schön Bodenständig und einfach dargestellt wird. Als dann die Pandemie so langsam immer mehr Einzug ins alltägliche Leben nimmt, springt das Buch gekonnt von Roman zu Dystopie und wieder zurück. Es wäre fatal, New York Ghost einem bestimmten Genre zuzuordnen, da es wirklich vielseitig aufgebaut ist. Gerade jetzt passen das Thema und die im Buch beschriebenen Schutzmaßnahmen auf erschreckende Art und Weise, wie die bekanntliche Faust aufs Auge. Ich hätte mir aber von den weiteren Charakteren, neben Candace, etwas mehr Tiefe und Seele gewünscht. Gerade im späteren Verlauf der Geschichte blieben diese recht blass. Der Schreibstil ist selbst einfach, modern und passend. Auch die Länge des Buches selbst ist angemessen. Mir hat New York Ghost ganz gut gefallen, beaonders die Passagen, die ihren Blog beschreiben. New York Ghost kann man auf jeden Fall gelesen haben, aber es ist kein zwingendes Muss, da doch, gerade in der Charakterzeichnung noch gewisse Schwächen vorhanden waren.

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„New York Ghost“ erzählt von Candace Chans Lebensabschnitt in New York. Sie ist im Kindesalter durch ihre chinesischen Eltern in Berührung mit den USA gekommen und für sie war klar, dass sie später dort leben wollte. Nun treibt sie mit selbst heraus gerissenen Wurzeln durch die Stadt und alles, was sie zunächst tut, ist die Stadt fotografisch und später auf ihrem Blog „New York Ghost“ festzuhalten. Als ihr aus heiterem Himmel ein Job angeboten wird, greift sie nach kurzem Zögern zu – und fängt an, sich zu verändern. Sie passt sich an, automatisch, ohne ihren neuen Lebensstil zu reflektieren und verliert für mein Empfinden nach den Wurzeln nun auch ihre Seele, ihre Überzeugungen, wird zu einer leeren Hülle, einer oberflächlichen Marionette, so wie ein Großteil der anderen Großstädter. Als das Unheil beginnt und schließlich auch Candace selbst immer näher erreicht, reagiert sie auf ihre ganz persönliche Weise und trifft Entscheidungen… Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch den Titel. Das Cover veranlasste mich schließlich, den Rückentext zu lesen und auch dieser sprach mich sehr an. Denn die Situation rund um die aus China eingeschleppte Pandemie erinnert zwar sehr an unsere derzeitige Lage, andererseits bildet dies nur den Dreh- und Angelpunkt, der wahre Kern der Geschichte liegt für mich ganz woanders. Nein, ganz woanders ist nicht richtig, denn beim Lesen legte sich mein persönlicher Fokus ganz gewiss auf eine Pandemie, aber nicht auf die durch das Shen-Fieber verursachte, sondern vielmehr auf das der modernen Lebensführung, um es einmal derart lapidar auszudrücken. So wie die Autorin ihre erkrankten Protagonisten beschreibt, sind sie alle schon längst, wenngleich im übertragenen Sinne. Denn das grobkörnige Leben der Großstadt, das sich im Dreieck zwischen Arbeit, emotional einsamen Feierabenden und der dazwischen tot geschlagenen Zeit bewegt, ist bereits seelenlos, lieblos, wie ein Virus, das um sich greift – zielsicher und vor allem, ohne dass die Befallenen sich dessen bewusst sind. Materielle Dinge werden überbewertet, aber wen wundert das, Emotionen und ausdauernde, ernsthafte Beziehungen müssen irgendwie kompensiert werden. Layout, Design und Verpackung stehen nicht nur in Candaces Job an erster Stelle, aber was ist mit dem Inhalt? Sollte er nicht vordergründig sein? Mir kam immer wieder die Zeile eines Gedichtes von Theodor Fontane in den Sinn: „Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand.“ Das routinierte Marionetten-Leben der New Yorker wird zunehmend vom um sich greifenden Shen-Fieber unterjocht. Die Städter erkranken entweder, oder sie fliehen – oder bleiben in ganz seltenen Fällen, so wie Candace, in New York und harren der Dinge, die da kommen. Das unvermeidliche Ende ist sinnvollerweise offen, für meinen Geschmack jedoch viel zu dunkel und hoffnungslos gezeichnet. Auch der Schreibstil trifft nicht ganz meinen Geschmack, er ist dennoch gut gewählt, denn seine eher sachliche als emotionale Art der Beschreibung und des Erzählens stützt gut die Oberflächlichkeit der Protagonisten und ihres Lebensstils, denn an Tiefe fehlt es beiden oft. An einigen Stellen hätte ich mir zudem mehr Hintergründe zu einigen Figuren und Erklärungen zu ihrer Entwicklung respektive ihres Verhaltens gewünscht – aber auch diese vermeintliche Oberflächlichkeit unterstreicht die Message des Romans. Alles in allem hat mir „New York Ghost“ aber gut gefallen – nicht nur durch die Mehrdeutigkeit des Titels. Die Dystopie nähert sich der Krankheit eines Teils unserer Gesellschaft sehr individuell und interessant an und mahnt zum Umdenken. Das Buch habe ich gern gelesen und möchte es trotz meiner Kritikpünktchen gern empfehlen. Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite „Irve liest“ und dem Instagram-Account „irveliest“ zu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und geben dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

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Das Lebensgefühl junger Großstadtmenschen wird hier sehr schön beschrieben. Obwohl sich durch eine tödliche Krankheit alles verändert, bleiben die wenigen Überlebenden in ihren Konsumwünschen und Erinnerungen gefangen. Dieses Buch eignet sich als Lektüre für junge Erwachsene, die gerade zum ersten Mal erleben, dass es im Leben auch unerwartet schwere Krisen zu meistern gibt.

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Ein Buch, das bereits 2018 in den USA erschien, aber aktueller scheint denn je. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart befinden wir uns mitten in der Apokalypse. Während ein Fieber, das durch Pilzsporen übertragen wird, die Menschheit lahmlegt und auslöscht, ist dieses Buch trotzdem ein sehr ruhiges. Der Roman gewährt Einblicke in die Einwanderungsgeschichte und das Schicksal der Familie Chen, aber auch Einblicke in die amerikanische Büro- und Arbeitswelt. Erzählt wird vom Finden und Halten der Liebe und der entstehenden Gruppendynamik, überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen und sich organisieren müssen. Beim Lesen war es mir an einigen Stellen zu ruhig – allerdings verliert sich dieses Gefühl vollständig, wenn man mit ein wenig Abstand nach dem Lesen noch einmal über den Roman nachdenkt. New York Ghost ist das großartige vielschichtige Debüt von Ling Ma.

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Diese gelungene Mischung aus Migrationsgeschichte und Dystopie hat mich sehr beeindruckt und berührt!

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Ein sehr gelungenes Debüt, das durch sein düsteres Setting, den Sarkasmus und die Aktualität überzeugt.

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Nach dem ENDE kam der ANFANG. Und am ANFANG waren wir acht, dann neun – das war ich -, eine Zahl, die nur abnehmen würde. Wir fanden einander, nachdem wir aus New York in die sichereren ländlichen Gefilde geflohen waren. Das hatten wir so in Filmen gesehen, auch wenn niemand sagen konnte, in welchen genau. Vieles verlief nicht so, wie wir es von der Leinwand kannten. Anfang Ling Mas bereits 2018 in den USA erschienenes Debüt erzählt von einem fiktiven Virus, der sich durch Globalisierung von Asien ausgehend schnell über den Erdball ausbreitet. Das aus China eingeschleppte sogenannte Shen-Fieber wird von Pilzsporen ausgelöst, die in die Atemwege gelangen. Die Infizierten sind dazu verdammt, bewusstlos gefangen in den immer gleichen Routinen ihres Lebens dahinzuvegetieren, bis sie schließlich verhungern. Der Verlauf ist meist tödlich, eine Heilung gibt es bisher nicht. Einige wenige Menschen bleiben verschont. Eine davon ist die Ich-Erzählerin Candace Chen. Ein tödlicher Virus legt die US-Metropole lahm In New York erlebt Candace, wie das tödliche Fieber über die Metropole hereinbricht, wie Geschäfte schließen, die U-Bahnen stillstehen und schließlich die Menschen fliehen. Seit einigen Jahren arbeitet sie im Verlagswesen und ist zuständig für die Produktion von Bibeln. Um die Herstellungskosten niedrig zu halten, wurde der Druck in Billiglohn-Länder im südlichen China ausgelagert. Die regelmäßigen Dienstreisen nach China nutzt Candace zu hemmungslosen Shoppingtouren in Hong Kong. Ihre Vorgesetzten überreden sie mit der Aussicht auf Beförderung, als Letzte die Stellung im Büro zu halten. So bleibt Candace in dem großen Büroturm in Manhattan und erledigt pflichtbewusst ihre eintönige Arbeit, obwohl diese ihr nie viel bedeutet hat. Vielmehr gibt die alltägliche Routine ihr Halt und sie benötigt scheinbar die auferlegten Rituale, um irgendwie weiterzumachen. Ihre Leidenschaft ist die Fotografie und so streift sie nach der Arbeit ziellos durch die fast ausgestorbenen Straßen von New York City und hält in Fotos den Zustand der sich immer mehr verändernden Stadt fest. Indem sie auf ihrem anonymen Blog NY Ghost diese Aufnahmen postet, ist sie für viele Menschen die einzige, die die aktuellen Entwicklungen dokumentiert. Aufgrund des Klappentextes hatte ich erwartet, dass dieser Erzählstrang im Vordergrund stehen würde, aber das nimmt nur einen kleinen Teil der Geschichte ein. In Rückblicken erfahren wir, wie Candace als 6-jährige mit ihren Eltern aus China emigriert ist. Hier ist der Roman eine interessante Migrationsgeschichte und gewährt Einblicke in die Einwanderungsprobleme der Familie Chen. Die Eltern hofften auf ein besseres Leben und tun alles, um sich der neuen Kultur anzupassen sowie sich in der amerikanischen Arbeitswelt zurechtzufinden. Besonders die Mutter kämpft mit der Rolle der migrantischen Ehefrau, wirkt wie zerrissen zwischen den kapitalistischen Verlockungen und dem Wunsch, die eigenen Wurzeln nicht zu verlieren. Vielleicht greift die Autorin auch auf eigene Erfahrungen zurück, denn hier ist der Roman richtig stimmig und bewegend. Candace schlingert irgendwie plan- und orientierungslos durch ihr Leben. Sie studiert Kunst und lebt nach dem frühen Tod ihrer Eltern in einem kleinen Kellerappartement in New York, verliebt sich in den Nachbarn und verliert sich in den Routinen ihres Jobs und im Shopping. Ling Ma trifft den richtigen Ton um das Lebensgefühl der Mittzwanziger in einer Großstadt zu beschreiben, die Suche nach Liebe und Geborgenheit, den Einstieg in die Arbeitswelt, Enttäuschungen und Frustrationen. Flucht aus New York Irgendwann muss auch die junge Frau fliehen und schließt sich einer Gruppe Überlebender an. Die Truppe hat ihre eigenen, fast sektenähnlichen Regeln und wird von dem IT-Techniker Bob angeführt. Der selbsternannte Chef will sie zu einer „Anlage“ in der Nähe von Illinois führen, die sich als Shopping-Mall entpuppt, in der sie laut dem dominanten Bob alles zum Überleben finden. Hier ist der Roman richtig düster und dystopisch und beinhaltet auch Elemente eines Road-Movies. Die Szenen sind teilweise morbide und verstörend, wenn die Gruppe beispielweise auf ihrem Weg in Häuser einbricht um zu plündern und Bob sie zwingt, vom Fieber Befallene zu erlösen sprich zu töten. Wobei von den Fieberzombies selbst gar keine Gefahr ausgeht. Suspense entsteht eher dadurch, weil es in der Gruppe zunehmend zu Spannungen bis zur Gewalt kommt, auch weil Bob absolut keinen Widersprich duldet. Das ist aber nicht besonders innovativ, hat man so schon gelesen und ich musste an The Walking Dead denken. Meine Meinung New York Ghost bietet viele Themen an wie Kapitalismus – und Konsumkritik, Herkunft und Identitätssuche, Entmenschlichung, Leistungsdruck, Familie und erste Liebe, die aber gar nicht dröge, sondern raffiniert miteinander verknüpft werden. Die Endzeitgeschichte vor New Yorker Kulisse ist intelligent geschrieben mit gut beobachteten Figuren, der Ton ist ironisch-distanziert. Ein visionärer Roman, in dem sich vieles wie Homeoffice, Masken und Quarantäne gespenstisch vertraut liest und der von der Realität überholt wurde. Als melancholischer Endzeitthriller bietet er nur beliebiges, dafür funktioniert er als Drama, bissige Satire und als originelle Gesellschaftskritik. Einige Doppeldeutigkeiten wurden mir erst nach dem Lesen richtig bewusst. Ling Ma wurde wie ihre Romanheldin 1983 in der chinesischen Provinz Fujian geboren und ist in den USA aufgewachsen. Ihr Debütroman, der von Zoë Beck übersetzt wurde, gewann zahlreiche Preise.

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Ling Ma schreibt über eine Frau, die nach Amerika emigriert und sehr bald ihre Eltern verliert und allein zurück bleibt, trotzt ihrer Einsamkeit und ihrer Familie in China und sucht ihre Nische, ihre Chance, ihre Heimat. Diese Hauptperson heißt Candance Shen und gibt sich fortan jung, cool und frei. Sie macht die Nächte durch, mit quatschen oder mit Sex. Sie fühlt sich einsam, verletzlich und unverstanden. Es gibt Menschen, die möchte sie für sich gewinnen und nie wieder verlieren, aber es fällt ihr schwer, ihren Gefühlen so nah zu sein, dass sie diese ausdrücken kann. Sie schweigt lieber auch als sie Jonathan kennenlernt, der genauso stillschweigend mit seinen Gefühlen umgeht wie sie selbst. Candance Shen eignet sich das Land an über ihre Stadtwanderungen durch New York, die sie in einem Block, New York Ghost veröffentlicht und ihren Job, bei einer Firma, die Bibeln vertreibt, die sie in Asien fertigen lässt. Und dann kommt die Pandemie, das Shen Fieber und sie verliert vieles und lässt einiges zurück. Sie lernt das Leben und die Menschen von einer ganz anderen Seite kennen und am Ende findet sie ihren Weg. Man würde sagen: ganz großes Kino. Sehr empfehlenswert.

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Großartig! Ich finde es verstörend, dass sie das Buch vor der Pandemie geschrieben. So vieles ist ähnlich zu unserer" Pandemie. Aber ihre Szenarien schießen übere unsere Hinaus und so konnte ich es als Dystopie lesen und die starken Bilder "genießen", ohne dass es mich zu sehr belastet hat.

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Einen Pandemie-Roman während einer Pandemie zu lesen ist halt auch ziemlich hardcore. Besonders wenn man bedenkt, dass das Buch bereits Jahre vor dem Beginn von Corona im Original erschienen ist. Gruselig. New York Ghost von Ling Ma hat mir insgesamt gut gefallen. Der Plot war komplex und interessant, die Geschichte war sehr kurzweilig und man konnte sie gut weglesen. Mir hat besonders der Kommentar zu den Themen Klasse und Race gefallen und dabei insbesondere deren Überschneidungen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir noch mehr auf den religiösen Aspekt der Geschichte eingehen, insbesondere in der post-apokalyptischen Zeitlinie. Das Buch hat mich insgesamt sehr von der Geschichte und auch von der Atmosphäre her an "Das Licht der letzten Tage" von Emily St. John Mendel erinnert, welches mir auch sehr gut gefallen hat. Insgesamt eine klare Empfehlung!

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New York Ghost – Ling Ma Das hier ist eine Dystopie, die gerade in Corona-Zeiten sehr bedrückend wirkt. Nein, es geht hier nicht um einen Virus, sondern um einen tödlichen Pilz, der das Shen-Fieber hervorruft und nahezu die gesamte Bevölkerung ausgelöscht hat. Hat man sich erstmal infiziert, gibt es keine Hoffnung mehr. Jeder Leser muss selbst wissen, ob er in der aktuellen Situation Lust auf eine derartige Story hat. Candace Chen lebt und arbeitet in der Metropole New York. Obwohl das Shen-Fieber um sich greift und viele Überlebende aufs Land fliehen, bemerkt sie kaum, wie sich die Stadt rapide leert. Aus einer chinesischen Einwandererfamilie stammend, besitzt sie keine Wurzeln in der neuen Heimat. Als eine der allerletzten verlässt sie schließlich doch New York und schließt sich einer Gruppe von Überlebenden an. Dieser Roman ist in drei Erzählsträngen angelegt. Die Gegenwart behandelt die Flucht aus New York und die Reise mit der Überlebendengruppe, deren Konflikte, etc. Es ist knallhart erzählt mit einigen recht brutalen Szenen. Dann gibt es noch einen Strang, der nur wenige Wochen, bzw. Monate früher angesiedelt sein dürfte. Hier wird das (Arbeits-)Leben von Candace skizziert. Man erfährt, wie das Fieber um sich greift, die Stadt immer leerer wird. Ein dritter Handlungsstrang geht zurück bis in die Kindheit von Candace in China und die Umsiedlung mit den Eltern. Diesen dritten Teil, der auch immer wieder eingeflochten wird, hätte ich persönlich jetzt nicht gebraucht. Es hat sich mir nicht erschlossen, warum die Infos über ihre Herkunftsfamilie für das weitere Geschehen relevant sein sollten. Besonders interessant fand ich, dass diese Pilzsporen über billige chinesische Konsumgüter in die ganze Welt verteilt wurden. Zum Einen natürlich doch wieder der chinesische Ursprung des Corona-Virus, vor allen Dingen aber ist es eine beißende Kritik am Kapitalismus der immer wieder ganz deutlich zur Sprache kommt. Obwohl Candace sich des Problems durchaus bewusst ist, hält sie, scheinbar mangels Alternativen, bis zum Schluss verbissen an ihrem Job fest. Angesichts der leeren Stadt eine groteske Vorstellung. Idee und Hintergrund fand ich also extrem interessant und lesenswert. Bereits des Öfteren ist es mir allerdings passiert, dass ich beim Lesen asiatischer Autoren eine gewisse Distanz nicht überbrücken konnte. Candace blieb mir fremd, ihre Gefühle spielen nur eine untergeordnete Rolle, ihre Handlungen sind von daher nicht immer nachvollziehbar. Die Handlung ist spannend, teils brutal, oft recht offenherzig erzählt (gerade was sexuelle Kontakte in der Großstadt betrifft), trotzdem ist da eine Sachlichkeit, die mich zum Außenstehenden machte, mich nicht so ganz in die Geschichte hineinließ. Wer Endzeitstorys und Geschichten über Pandemien mag, ist hiermit sicherlich gut bedient. Ling Ma hat eine kluge und anspruchsvolle Dystopie geschrieben, der ich noch viele Leser wünsche. 4 Sterne.

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Ich habe dieses Buch als digitales Leseexemplar vom CultureBooks Verlag über Netgalley zur Verfügung gestellt bekommen und bedanke mich ganz herzlich beim Verlag und bei Netgalley. Ling Ma wurde in China geboren, wuchs in den USA auf und lebt heute in Chicago. Dies ist ihr Debütroman in dem sie verschiedene Themen behandelt, wie Migration, Familie, Werte und Arbeitsmoral und sie hat mit diesem Buch zahlreiche Preise gewonnen. Zum Inhalt: Candace Chen kommt als Kind mit ihren Eltern in die USA. Ihre Eltern bauen sich in den USA eine neue Existenz auf. In das Buch steigen wir ein, als Candace als junge Frau für einen Verlagsdienstleister am Time Square arbeitet. Wir lesen in Rückblicken über ihr vertraut werden mit der amerikanischen Kultur und vom sich finden im Leben. Sie findet ihren Platz im Job und auch die Liebe. Dann bricht jedoch das Shen-Fieber in New York aus. Eine Krankheit, die sich über Pilzsporen, die über Konsumgüter aus China eingeschleppt werden, verbreitet und unweigerlich tötlich endet. Das Fieber greift rasant um sich und so wird das öffentliche Leben mehr und mehr eingeschränkt. Geschäfte schließen nach und nach, U-Bahnen fahren nicht mehr und mehr und mehr Menschen verlassen New York. Candace aber fühlt sich verpflichtet zu bleiben, da sie mit ihrer Firma einen Vertrag geschlossen hat. Da es aber auch in ihrer Firma bald nichts mehr zu tun gibt und sie irgendwann die Einzige ist, die noch im Büro erscheint, streift sie durch die fast ausgestorbene Stadt und dokumentiert in Bildern, die sie auf ihren Blog "New York Ghost" hochlädt, die Lage in einer der größten Metropolen der Welt. Doch bald ist auch für Candace das Leben in New York nicht mehr möglich und sie muss die Stadt verlassen. Sie schließt sich einer Gruppe Überlebender an, stellt aber bald fest, dass die Gruppe, rund um den charismatischen Anführer Bob, keine Sicherheit für sie bietet. Mein Fazit: Ein gutes gesellschaftskritisches Buch. Es bietet Einblicke in die Kultur und Beweggründe von Migranten, warum sie ihr Land verlassen, wie sie sich fühlen im Gastland, auch über die Arbeitsmoral, gerade auch von chinesischen Einwanderern. Über das Shen-Fieber erfährt man auch einiges und obwohl das Fieber im Buch eine fiktive Krankheit ist macht es uns jetzt zu Corona-Zeiten deutlich klar, wie schnell es jederzeit zu solchen pandemischen Ausbrüchen kommen kann. Erschreckende Ähnlichkeiten zur Corona-Pandemie, obwohl Ling Ma ihr Buch bereits 2018 im Amerika veröffentlicht hat. Wer jetzt ein absolutes Endzeitdrama erwartet, der wird das in diesem Buch eher nicht finden. Ich hatte mir auch etwas mehr Endzeitstimmung erwartet, allerdings hat mich das Buch trotzdem nicht enttäuscht. Mir hat der Schreibstil gut gefallen, die Beschreibungen der sich mehr und mehr leerenden Stadt und auch die Familiengeschichte von Candace und Candaces Eltern hat mir sehr gut gefallen. Sehr gut beleuchtet fand ich auch den Reifeprozess von Candace, von einer gut betuchten Tochter, die sich Zeit nimmt ihren Platz im Leben zu finden bis hin zu einer Überlebenden die Verantwortung übernehmen muss. Für mich ein sehr gelungener und unterhaltsamer Debütroman und sehr gern würde ich mehr von Ling Ma lesen. 4,5*/5*

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Endzeit in New York "New York Ghost" von Ling Ma ist ein Endzeitroman, in dem es um die rasante Ausbreitung einer Erkrankung geht, die hier sehr stark an Covid 19 erinnert. Im Mittelpunkt steht Candace Chen, die als Kind mit ihren Eltern in die USA eingewandert ist. In Rückblicken erfährt man, wie schwer es für sie war, sich ihren Platz im amerikanischen System zu erarbeiten. Jetzt hat sie es geschafft, sie hat ihre eigene Wohnung in New York und arbeitet in einem Buchverlag und sie ist zuständig für den Bereich mit den Bibeln. Nach und nach ist sie auch an ihrem Arbeitsplatz betroffen vom Rückgang und dann des Stillstands des Lebens in der Metropole. Es gibt nur noch vereinzelte Überlebende, da die Pilzsporen, einmal eingeatmet, tödlich wirken. Candace bleibt erstmal in der Stadt und betreibt weiter ihren Blog als "New York Ghost" , den sie auch mit beeindruckenden Fotos von der momentanen Situation füllt. Irgendwann muß aber auch sie die Stadt verlassen und schließt sich einer kleinen Gruppe an. In dieser Gruppe gibt es einige sehr skurrile Erlebnisse und Entscheidungen und auch sehr schreckliche Szenen. Der Roman lebt auch von diesen Szenenwechseln zwischen dem früheren Leben in China, der Anpassung an das Leben in Amerika und dann dem langsamen Aussterben der Metropole. Die Erzählweise der Protagonistin wirkt etwas kühl, was aber zu der ganzen gesellschaftlichen Situation sehr gut paßt. Es werden sehr viele Themen angeschnitten und besprochen und es ist schon fast etwas gruselig zu sehen, was auch in der Realität davon angekommen ist.

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Ein hellsichtiger, kluger, hervorragend geschriebener Endzeit-Roman, der heute vermutlich ganz anders gelesen wird als zu seinem Erscheinen im Jahr 2018.

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Kurzmeinung: New York Ghost von Ling Ma ist ein gesellschaftskritischer Endzeitroman, der viele verschiedene Themen anspricht, gut geschrieben ist und erschreckend gut in unsere aktuelle Zeit passt (Seitenblick auf die Pandemie). Meine Meinung: Dieser postapokalyptische Roman von Ling Ma passt thematisch natürlich sehr gut in unsere aktuelle Zeit, ist in den USA aber tatsächlich schon vor der Corona Pandemie erschienen. In New York Ghost geht es um Candace Chen, deren Eltern aus China in die USA ausgewandert sind. Sie selbst lebt in New Yorkt und arbeitet für einen großen Verlagsdienstleiter. Ihr Spezialgebiet ist etwas skurril: sie ist zuständig für die Produktion von Bibeln. Neben dem Job, der für sie nicht der Traumjob ist, widmet sie sich ihrem Hobby, der Fotografie. Ihr Motiv: New York, die Stadt die niemals schläft. Ihre Bilder veröffentlicht sie auf ihrem Blog New York Ghost. Als ein tödliche Pilzsporen eine landesweite Epidemie auslösen, die die betroffenen Menschen zu Zombies werden lässt, ist sie eine der letzten, die New York verlässt und ihr Blog New York Ghost wird für viele Leser*innen zur letzten Informationsquelle über die Zustände in der Stadt und ihre dort lebenden Angehörigen. Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Auf einer begleiten wir die Protagonistin Candace durch diese Apokalypse. Sie ist eine der wenigen Überlebenden und muss mit einer kleinen Gruppe anderer Menschen nun das Leben in dieser veränderten Welt bestreiten. Wir lernen die anderen Mitglieder der Gruppe kennen und es entwickeln sich interessante Synamiken zwischen diesen willkürlich zusammengewürfelten Menschen, die nun so sehr von einander abhängig sind. In Rückblicken begleiten wir Candace durch ihre erste Zeit in New York: bei ihren Streifzügen mit der Kamera, zu ihrem Job in der Bibel- Abteilung, auf Parties mit Freunden und auf Treffen mit Männern. Auf einer dritten Zeitebene erfahren wir von Candace Eltern, von Candace Kindheit in China, von der Migration der Eltern in die USA, welche Vorteile, aber auch viele Schwierigkeiten mit sich brachte. Ihr merkt schon: in diesem Roman steckt viel drin. Es ist eine Mischung aus Gesellschaftskritik und Zombie-Apokalyspe. Es geht um Migration, unterschiedliche Kulturen, Rassismus, Familie und Beziehungen. Mir haben alle drei Zeitebenen gut gefallen. Der Roman ist spannend, gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Ich konnte das Buch teilweise gar nicht aus der Hand legen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Immer wieder musste ich aber auch innehalten und über das Gelesene nachdenken. Spannend fand ich auch immer wieder die Bezüge zu unserer aktuellen Lage. Fast schon beängstigend, wie gut dieser (ich erinnere euch: VOR der Pandemie entstandene) Roman zu unserem neuen Alltag in der Corona-Pandemie passt. Eine Krankheit, die ihren Ursprung in Asien zu haben scheint. Dessen wahres Risiko zunächst unterschätzt wird. In dessen Bekämpfung Quarantäne, Reiseverbote und FFP2 Maskenpflicht verhängt wird. Fazit: New York Ghost von Ling Ma ist ein sehr lesenswerter Endzeitroman, in dem viele interessante Themen behandelt werden und der einen durch den spannenden Schreibstil nur so durch die Seiten fliegen lässt. Wenn er Lust auf Zombie-Apokalypse und Gesellschaftskritik habt, dann ist New York Ghost definitiv das richtige Buch für euch.

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Ein lesenswerter Endzeitroman mit vielen interessanten Themen und einem spannenden Schreibstil, ich bin nur so durch das Buch geflogen. Mal was ganz anderes, eine Zombieapokalypse und viel Gesellschaftskritik. Für mich das richtige Buch

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