Sterben im Sommer

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Erscheinungstermin 09.09.2020 | Archivierungsdatum 09.11.2020

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Zum Inhalt

Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen werden kann. Es sind die heißesten Tage des Sommers, und die Tochter setzt sich ans Krankenbett. Mit Dankbarkeit erinnert sie sich an die gemeinsamen Jahre, mit Verzweiflung denkt sie an das Kommende. Sie registriert, was verloren geht und was gerettet werden kann, was zu tun und was zu schaffen ist. Wie verändert sich jetzt das Gefüge der Familie, und wie verändert sie sich selbst? Was geschieht mit uns im Jahr des Abschieds und was im Jahr danach? In »Sterben im Sommer« erzählt Zsuzsa Bánk davon.

Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber...


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AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783103970319
PREIS 22,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Zsusa Bank hat mich schon immer durch ihre Sprache fasziniert. Ihr Buch "Die hellen Tage" klingt bis heute in mir nach und das ist die größte Anerkennung, die ich für ein Buch aussprechen kann. So war ich neugierig auf das neue Buch von Frau Bank. Dies ist allerdings kein Roman, sondern der Bericht über den Sommer, in dem ihr eigener Vater stirbt. Mit der ihr eigenen eindrücklichen Sprache erzählt sie von den letzten Wochen, die sich für sie selbst zwischen Ungarn, Österreich und Deutschland abspielen. Sie selbst wird zerrieben durch Fahrten zwischen den Ländern, durch Entscheidungen und Erinnerungen. Sie versucht für den Vater selbst, aber auch für die ganze Familie da zu sein. Die ganze kräftezehrende Zeit schildert sie fast minutiös bis hin zum Sterben und Abschiednehmen. Dieser autobiografische Bericht wird es schwer haben, da das Thema Tod und Sterben kein leichtes ist. Jeder, der einen Menschen schon auf eine ähnliche Art begleitet hat, wird aber sich selbst und die eigenen Gefühle wiedererkennen. Eine Auseinandersetzung, mit dem ja an sich fremden Schicksal, kann eigene Erinnerungen wieder hervorbringen und neue Sicht ermöglichen. Vor allem in den Erinnerungen an Urlaube in Ungarn mit der weltweit verstreut lebenden Familie kommt ihre Sprache aus den Romanen durch und die ungarischen, heißen Sommer entstehen plastisch vor dem inneren Auge.

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Trotz des bedrückenden Themas ist dieses Buch ein Muss eigentlich für jeden. Wenn eine Literatin wie Szusza Bank über so existentielle Erfahrungen wie das Sterben eines Elternteils reflektiert, kann der Leser dabei nur gewinnen. Auch und gerade weil jeder Einzelne diese Erfahrungen machen muss oder schon gemacht hat, sind die Bezüge sehr präsent. Berührend, ehrlich und trotz allem ein wunderbares Leseerlebnis.

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Zsursa Bank erzählt nicht nur vom Sterben ihres Vaters sondern auch von seinem Leben und dem Zusammenleben mit ihm. Ihre Schilderung der Krankheit und ihren Folgen sind intensiv und schonungslos und trotzdem unaufgeregt und ohne unnötige Dramatisierung. Die Beziehung zu ihrem Vater beschreibt sie voller Wärme ohne dabei ins Sentimentale abzugleiten. Ein sehr persönliches Buch, durch das man die Autorin besser kennen lernt als in jeder Biografie.

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Ein sehr berührendes tiefgehendes Buch über den Tod, den Umgang und die Gedanken der Hinterbliebenen, die Erinnerungen an gemeinsame Zeiten, den Urlaub in der Heimat des Vaters. Ein Buch, dass mich sehr ergruffen hat.

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Zum Inhalt: Wie geht man damit um, wenn man weiß, dass der eigene Vater sterben wird? Wird erlebt man die Zeit bis zum Tod und auch die Zeit nach dem Tod? Meine Meinung: In einem sehr persönlichen Buch lässt uns die Autorin die letzen Tage gemeinsam mit ihrem Vater miterleben und auch die Zeiten davor und danach. Sie teilt viele Erinnerungen mit uns und es ist einfach berührend wie sie davon erzählt. Man spürt den Verlust, aber auch die große Liebe, die die beiden verbunden hat. Jeder, der mal ein solches Erlebnis hatte, kann die ganze Palette der Gefühle nochmal besser verstehen. Das Buch berührt und bestärkt aber auch darin, Gefühle während aller Phasen zuzulassen. Fazit: Berührt sehr

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In diesem Buch verarbeitet die Autorin den Tod ihres Vaters. Die Gefühle, die Sorge, die Angst um den geliebten Vater und die Sehnsucht nach dem Ort ihrer Kindheit in Ungarn, der zugleich die Heimat ihrer Eltern ist, versteht Zsuzsa Bànk in der ihr eigenen Sprache meisterhaft darzustellen. Ihre Schilderung berührt und geht unter die Haut, sie macht traurig und sie lässt die Sonne durchblinzeln, weil das Leben doch so viel Schönes bietet.

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Der heiße Sommer 2018, der Vater verbringt ihn in der alten Heimat, in Ungarn, am Balaton, sitzt unter der knorrigen Akazie, schwimmt, liest, versucht, seine Schmerzen vor der Familie zu verbergen. Aber das Leben trickst ihn aus – oder ist es der Krebs, der nach fünf Jahren wieder zuschlägt, der Tod, der sich unbarmherzig nähert, gegen den auch die angesehene Klinik in Frankfurt am Main nichts mehr unternehmen kann? Die Tochter versucht Mögliches von Unmöglichem zu unterscheiden, wird mit Fragen konfrontiert, die bisher nur „die anderen“ betroffen haben, versucht, die letzte verbleibende Zeit zu nutzen mit dem Vater, der Familie, das Vergangene ins Jetzt zu holen, das Künftige zu meistern. Der Tod ist Teil unseres Lebens, mit Wehmut, Dankbarkeit und viel Melancholie erzählt Autorin Zsuzsa Bánk vom Jahr des Sterbens der Väter und von der Zeit danach. Deutliche und klare Erinnerungen und Erzählungen von früher bis zurück ins schicksalhafte Jahr 1956 ziehen durch ihre Gedanken, die sie der Reihe nach zu Papier bringt, bunte Bilder vom Paradiesgarten, von der Familie, die zerstreut über die ganze Welt immer wieder zusammentrifft, vom Vater zusammengehalten wird, den Sommer im Dorf verbringt. Kleine Details halten die Zeit von damals lebendig, sorgen dafür, dass auch die Enkel noch teilhaben an Liedern, Spielen und spannenden Begebenheiten. Der Duft nach Gulyás und Sauerkraut hält Traditionen aufrecht. Mit viel Gefühl und Liebe füllt Bánk dieses wunderbare Buch vom Leben und Sterben, zeigt auf, wie verwundbar wir sind und wie unvorbereitet wir mit dem Tod von nahen Angehörigen konfrontiert werden, auch wenn das der unaufhörliche Fluss unserer Existenz ist. Krankheit und Tod stellen uns vor völlig neue Aufgaben – warum ist nicht alles wie bisher, welche Entscheidung ist die richtige, wie soll es weitergehen, wann trocknen die Tränen? Auch wenn der Anlass ein unendlich trauriger ist, so zeigt die Autorin aber auch auf, wie man Kraft schöpfen kann aus der gemeinsamen Vergangenheit, aus Erinnerungen, Bildern im Kopf, aus gelebten Gewohnheiten und Ritualen, die mit Nichten, Neffen und Enkeln fortgeführt werden, die dem Toten immer einen Platz in ihrer Mitte gewähren. Sterben im Sommer ist eine berührende Familiengeschichte, die Gänsehaut beschert, die uns vor Augen hält, dass der Tod allgegenwärtig ist und zu unserem Leben dazugehört, dass das Sterben zwar einen Schlussakkord spielt, aber gleichzeitig ermutigt, in die Zukunft zu sehen und der kommenden Generation Kraft und Stütze zu sein, wie es der Vater und zuvor der Großvater schon waren. Lesenswert.

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Zsuzsa Bank, die ich seit ihrem Roman „Helle Tage“ sehr schätze, hat mich mit ihrem neuen Buch tief berührt. Wie der Titel schon sagt, kreist es um den Tod ihres Vaters. Wie jedes Jahr will er mit seiner Familie die Heimat Ungarn sehen, ein Sommer im Dorf, die Wärme spüren, die Gerüche atmen, die Erinnerung aufleben lassen. Doch er wird krank und nun beginnt eine Odyssee für die Autorin und die Familie. Zuerst das Krankenhaus gleich hinter der österreichischen Grenze, da fühlt man sich besser aufgehoben, als in einer ungarischen Klinik. Dann nach bangen Wochen der Transport ins Uniklinikum Frankfurt, immer mit dem Wissen, dass die letzten Tage angebrochen sind. Vor dem Sterben, beim Sterben, nach dem Sterben – sie erzählt von Gefühlen, Ängsten und Überforderung. Gleichzeitig blättert sie das Leben der Eltern auf, die nach dem Ungarn-Aufstand nach Deutschland flohen und eine neue Heimat fanden ohne die alten Bindungen je kappen zu können. Auch wenn die Klinikszenen manchmal kaum auszuhalten waren, wenn Frau Bank offen von der Überforderung des Personals spricht, von unsensiblen Ärzten berichtet, die wenig Zeit für den Patienten und die Angehörigen finden. In der Maschinerie des Klinikbetriebs bleibt die Menschlichkeit oft auf der Strecke. Trotz des ernsten Themas schwingt eine spätsommerliche Stimmung durch das Buch, manchmal traurig und fast immer melancholisch, doch auch mit der Gelassenheit, die schöne Erinnerungen mit sich bringen. Es ist ein autobiografischer Bericht, in einer wunderbar sensiblen Sprache erzählt, die mir ein Genuss war. Ich habe das Buch mit großer Empathie gelesen, es hat mich angerührt, doch wurde es nie sentimental.

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Frau Bánk nimmt den Tod persönlich Zsuzsa Bank, die sich vor einigen Jahren mit "Die hellen Tage" direkt und für alle Zeiten in mein Herz geschrieben hat, legt nun mit "Sterben im Sommer" ein sehr persönliches Buch vor: Mit 85 Jahren erliegt ihr geliebter Vater seinem Krebsleiden. Gerade als die Familie gemeinsam noch einmal einen Sommer am Plattensee, in der alten Heimat, verbringen möchte, macht die fortschreitende Krankheit allen einen Strich durch die Rechnung. Die unbeschwerten Sommertage werden abgelöst durch eine quälende Odyssee durch verschiedene Krankenhäuser, die Betreuung und Begleitung des Vaters zusammen mit ihrem Beruf und familiären Pflichten verlangen Frau Bánk alles ab. Belastend ist nicht nur das auf und ab zwischen Hoffnung und Verzweiflung und die medizinische Maschinerie der Krankenhäuser, in der wenig Platz ist für Verzweifung, Trauer und die völlige Erschöpfung der Angehörigen. Die Autorin leidet besonders darunter, dass sie Krankheit und Sterben des Vaters so persönlich nimmt. Natürlich ist ihr klar, dass dies der Lauf des Lebens ist, trotzdem hadert und kämpft sie bis zur letzten Minute. Offensichtlich hat sie Schwierigkeiten, sich mit dem Unvermeidlichen abzufinden, auch die Organisation der Bestattung des Vaters, das Aufarbeiten seines Nachlasses und die Trauerphase fallen ihr unendlich schwer. Und gerade dies macht dieses Buch so wertvoll und persönlich: Dass Zsuzsa Bank den Vater so sehr liebt, dass das Ende seines Lebens für sie geradezu unfassbar ist. Dass sie genau schildert, wie hilflos,erschöpft und verzweifelt Angehörige häufig die letzte Krankheitsphase und das Sterben eines geliebten Menschen erleben. Und wie sehr und lange man einen geliebten Menschen vermisst, wenn er nicht mehr da ist. Solange der Tod eine abstrakte Größe ist, kann man sich rational wohl mit ihm abfinden. Wenn er einem jedoch einen geliebten Menschen nimmt, so wird die Auseinandersetzung mit ihm höchst persönlich und schmerzhaft. Dies offen, voller Liebe und eben ganz persönlich zu schildern, ist in diesem Buch das Verdienst von Frau Bánk.

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Es ist der heiße Sommer 2018, der für die Ich-Erzählerin aus #SterbenimSommer viele Tränen, Leid und Trauer bereit hält. Sie erlebt die letzten Tage an der Seite ihres Vaters, der seit Monaten gegen eine unheilbare Erkrankung kämpft. Es ist wie ein letztes Aufbäumen und alle Familienmitglieder klammern sich an eine vage Hoffnung, dass er doch noch weiter leben darf. Zsuzsa Bánk berichtet, wie sie an seinem Bett sitzt und die Vergangenheit Revue passieren lässt. Es sind die schönen Erinnerungen, welche ihr Trost und Zuversicht vermitteln. Doch, was bringt die Zukunft und wie erträgt die Mutter den Verlust? „Weihnachtshaus“ war das erste Buch, welches ich von der Autorin las. Ich wusste also schon, worauf ich mich einlasse. Ihr Schreibstil ist nicht alltäglich und das macht ihre Romane für mich so lesenswert. #SterbenimSommer ist ein sehr persönliches Buch. Die Eltern kamen im Jahr 1956 nach Deutschland und waren die erste Generation der Banks, die sich hier niederließen. Die Heimat Ungarn konnten sie erst nach einigen Jahren wiedersehen. Zsuzsa Bánk lässt viele Stunden der Vergangenheit, die sie mit dem Vater erleben durfte, noch einmal an ihrem inneren Auge vorbeigleiten. Sie hatte ein inniges Verhältnis zu ihm und die Sommertage am Balaton gehörten zu den schönsten Tagen ihres Lebens. #SterbenimSommer schildert die Zeit von der schmerzhaften Diagnose „Krebs“ bis zum Tod. Die Erschütterung, das Nichtwahrhabenwollen, die Verdrängung. Viele Sätze konnte ich doppelt unterstreichen und immer wieder denken: Ja, so war es bei mir auch. Die Gewissheit, die Eltern abgeben zu müssen und die nächste Generation zu sein, ist schwer auszuhalten. Niemand nennt einen mehr „Kind“ und wo soll man anrufen, wenn einem etwas ganz Tolles gelang? Die Zeit vor der Beerdigung und dann dieser Akt, es ist schwer aber auch ein wichtiger Teil des Abschiednehmens. Ich gebe fünf Sterne und empfehle das Buch allen, die ein Elternteil zu Grabe tragen mussten. Ja, ich denke, dass die hier niedergeschriebenen Gedanken Trost und Hilfe sein können. Zumindest helfen sie, dass sich der Blickwinkel ändert. #NetGAlleyDE

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Als sie im Januar die Diagnose bekommen, dass der Krebs zurückgekehrt ist, wollen sie den Sommer noch einmal in Ungarn verbringen. Dem Land, aus dem die Eltern 1956 geflohen waren und das doch immer sommerlicher Sehnsuchtsort geblieben ist. Die Erinnerungen an heiße, fröhliche, unbeschwerte Sommer kommen wieder hoch, doch der Vater schafft es nicht, zu krank ist er und wird im Drei-Länder-Eck zwischen Slowakei, Österreich und Ungarn von Krankenhaus zu Krankenhaus gebracht. Die letzten Tage in der Klinik, die Onkologie ist die letzte Station vor – ja vor was? Dem Hospiz? Aber ist das nicht schon aufgeben? Die Autorin schildert den heißen Jahrhundertsommer 2018, der sich ihr vor allem wegen des Verlusts des Vaters eingebrannt hat. Langsam zeichnet sich über Monate ab, was unausweichlich ist und dennoch ist sie emotional nicht vorbereitet auf das, was sie erlebt. Zwischen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit und den bürokratischen Hürden der letzten Tage oszilliert der Bericht und fängt die emotionale Achterbahn der Tochter ein. Was kann man über ein so persönliches Buch sagen? Es erschien mir sehr authentisch, gerade in der Schilderung der gleichzeitig auftretenden, widersprüchlichen Empfindungen. Zwischen großer Zuneigung, die sich aus den Kindheitstagen und vor allem den Sommern am Balaton speist, Angst vor dem, was kommt, Wut auf die Bürokratie, die Unmenschliches verlangt und so fast zynisch macht, Trauer, die schon einsetzt, als der Vater noch lebt, und der Verzweiflung, jetzt weiterleben zu müssen mit dieser Lücke, die da gerissen wurde. „Aber das Leben geht überhaupt nicht weiter, nein, es bleibt auch nicht stehen, es steht einfach nur herum, das trifft es mehr. Es wird zu einer schwachen Kopie seiner selbst, blass und leer,“ Eine literarische Verarbeitung der Trauer, die gar nicht die großen Fragen nach dem Dasein aufreißt, sondern durch die kleinen Banalitäten des Alltags, die sich plötzlich als große Hürden auftun, überzeugt. Und am Ende kommt ein neuer Sommer, der nicht ist, wie die davor, aber eben auch ein Sommer ist.

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Kurzmeinung: Authentischer Text über den Schmerz, den es bereitet, die Eltern zu verlieren. Man fragt sich, ob „Sterben im Sommer“ im eigentlichen Sinne ein Roman ist. Ist der Text nicht eher ein innerer Monolog, in dem die Autorin die Krebserkrankung ihres Vaters zu verarbeiten sucht und sein Verschwinden begreifen will? „Sterben im Sommer“ ist eine Auseinandersetzung mit dem Verschwinden der Eltern, deren Ausgeliefertsein an den Tod, eine Auseinandersetzung mit Tod und Sterben schlechthin, eine sehr persönliche Auseinandersetzung und ein sehr persönliches Erleben. Anders als viele Autoren, die eine Elternbeziehung im Nachhinein aufarbeiten, ist die von Szusza Bánk ohne Groll, erfüllt von tiefer Dankbarkeit für die gemeinsamen Jahre. Die ungarisch stämmige Autorin erlebt mit den in den 50ern aus Ungarn geflüchteten Eltern nach dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs viele Sommer in der alten Heimat der Eltern. Sie lernt die Großeltern kennen. Diese alte Heimat ist irgendwie auch die ihre. Dennoch ist sie bereits weiter entfernt als ihr lieb ist, die Fachbegriffe für die spezifische Krankheit sind in ihrem Ungarisch nicht vorhanden. Sie muss sie im Gespräch mit den Verwandten suchen. Und mit dem Vater verliert die Familie auch den Familiensommersitz, an dem Vater, Mutter, Kind(er) und Enkel beieinander waren. Abschied auf vielen Ebenen steht an. Davon schreibt die Autorin. Sie ist ganz nah und ungeschminkt und dennoch in all ihrem Schmerz nie peinlich. Als der Vater während des letzten Sommerurlaubs in Ungarn so krank wird, dass ein Krankenhausaufenthalt nicht mehr aufschiebbar ist – und es der Familie der Autorin klar wird, dass der Abschied unabänderlich bevorsteht, versuchen alle, noch so viele Stunden des Beieinanderseins herauszuholen wie nur möglich. Szusza Bánk hat mit „ Sterben im Sommer“ einen sehr persönlichen Text, sogar einen schönen Text geschrieben, der berührt und mitnimmt und eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzt, weil alle Menschen ihre Eltern an den Tod verlieren werden oder bereits verloren haben, sofern kein Unglück geschieht, das die natürlichen Verhältnisse umkehrt. Man hätte allerdings ein wenig mehr in die Familiengeschichte eintauchen wollen, das hätte den Text mehr zu einem „richtigen“ Roman gemacht. Fazit: Dieser Text wäre noch besser geworden, wenn man mehr Hintergründe geliefert bekommen hätte, einen Hauch weniger Trauer und ein klein bisschen Nähkästchen. Wie ist es den Eltern ergangen im „Ausland“. Wie weit sind sie heimisch geworden, welche Rolle hat die ungarische Herkunft für die Autorin selber gespielt? So ist dieser der Text eine Spur zu gefühllastig für fünf Sterne. Aber vier sind allemal drin. Kategorie: Anspruchsvoller Roman Verlag: S.Fischer, 2020

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Tod und Trauer Zsuzsa Bank erzählt in ihrem autobiografischen Bericht vom Sterben ihres Vaters. Er stammte aus Ungarn, war ein 56ziger, der beim Aufstand in den Westen flüchten musste. Trotzdem war der Balaton immer ein Stück von ihm. Es wird ein langer schwerer Abschied. Die Autorin schreibt ausführlich über die Details, die dazu gehören, z.B. bei den Klinikaufenthalten, später auch über die Trauer. Obwohl das Buch teilweise wirklich schmerzhaft ist, bereue ich nicht, es gelesen zu haben. Zsuzsa Bank überzeugt einmal mehr mit ihrer sprachlichen Qualität.

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Inhalt: Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen werden kann. Es sind die heißesten Tage des Sommers, und die Tochter setzt sich ans Krankenbett. Mit Dankbarkeit erinnert sie sich an die gemeinsamen Jahre, mit Verzweiflung denkt sie an das Kommende. Sie registriert, was verloren geht und was gerettet werden kann, was zu tun und was zu schaffen ist. Wie verändert sich jetzt das Gefüge der Familie, und wie verändert sie sich selbst? Was geschieht mit uns im Jahr des Abschieds und was im Jahr danach? In »Sterben im Sommer« erzählt Zsuzsa Bánk davon. Das Buch ist aus der "Ich Perspektive" erzählt, normalerweise macht mir das nichts aus und ich lese gerne solche Bücher. In diesem Fall hat es etwas gedauert, bis ich mich damit anfreunden konnte... Es geht um die Begleitung des Vaters in seinen letzten Tagen, der schon seit längerem gegen eine unheilbare Krankheit kämpft. Hierbei ist jedem klar, dass es sich um ein schwieriges Thema handelt, das man nicht so einfach "weglesen" kann... Aber die Autorin hat es geschafft den Leser sehr einfühlsam, verständlich und realistisch mit durch das Thema zu nehmen. Wie oft hab ich schlucken müssen und das ein oder andere Tränchen ist auch geflossen... Das lässt sich bei den vielen Emotionen in dem Buch fast gar nicht vermeiden... Ich hab gelitten und es genossen... Eine klare Leseempfehlung, jedoch sollte man sich vorher damit auseinandersetzen ob die Thematik für einen geeignet ist. Ich denke, dass es für Betroffene recht schwierig sein kann, sich emotional so damit auseinander zu setzen!?

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Zsuzsa Bánks Vater László, geboren 1933 in Ungarn, starb im September 2018. Ihr neues Buch „Sterben im Sommer“ schildert den Umgang der Familie mit der Krebserkrankung und dem Tod des Vaters über den Zeitraum von gut einem Jahr. Zsuzsa Bánk hat ein intensives, eindringliches Buch geschrieben. Sie beschreibt, was sie beobachtet, wie sie es wahrnimmt. Die Realisierung der Krankheit mit ihren Folgen, das Gefühl, hilflos ausgeliefert zu sein. Die Bedeutung des Vaters für die Familie, die Erinnerung an das gemeinsam Erlebte. Die Erfahrungen im Krankenhaus von Frankfurt-Höchst. Und immer wieder: das Klären von Fragen innerhalb der Familie. Der unerfüllbare Wunsch des Vaters, in Ungarn begraben zu werden. Das, was als Erinnerungsstücke bleiben soll, das was nach dem Tod des Vaters aufgelöst, weggegeben wird. Das Loslassen. Zsuzsa Bánk hat kein Buch über den Tod geschrieben. Es ist ein Buch über das Abschiednehmen, über den Verlust eines Elternteils. Sie beschreibt das Abschiednehmen im Alltäglichen: Der Tod schneidet sich durch unser Leben, etwas müssen wir loslassen, in dieser sich weiterdrehenden Welt müssen wir etwas verlassen und hergeben. Gekleidet hat Zsuzsa Bánk all dies in eine Sprache, die ohne allzuviel Metaphorik, dafür aber durch ihre vielen Wiederholungen und Wortverknüpfungen mit einem intensiven Sprachduktus versehen ist. Ein Selbstgespräch, in das man sich als Leser immer mehr hineinbegibt. Wer selbst schon den Verlust eines Elternteils erlebt hat, wird sich in Zsuzsa Bánks Buch wiederfinden.

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Ich war mir nach den ersten Seiten gar nicht sicher, ob ich das Buch überhaupt weiter lesen möchte, weil es einfach so traurig und vor allem so persönlich ist. Ich habe mich dann dafür entschieden und bin froh darum. Zsuzsa Bánks erzählt in „Sterben im Sommer“ nicht nur die Geschichte des Todes ihres Vaters, sondern auch ganz viel Familiengeschichte. Von der Flucht der Eltern 1956, von der dementen Tante, von Familienorten und –stücken in Ungarn, die nach dem Tod des Vaters noch wichtiger geworden sind. Viele Erinnerungen an ihren Vater und an verschiedene Situationen gehören ebenso dazu wie all die schrecklichen Momente, in denen sie und ihre Familie Hoffnung hatten, Angst oder Sorgen. Der Leser bzw. die Leserin begleitet die Autorin bis zum ersten Jahr nach dem Tod des Vaters und erlebt auch die große Trauer und Fassungslosigkeit mit. Das Buch liest sich fast wie ein Tagebuch, allerdings in ausformulierter und romantauglicher Form. Ihre Gedanken springen immer mal wieder zurück in die Vergangenheit und auch dahin, was in der Zukunft sein könnte, wenn der Vater nicht mehr da ist. Mich hat beim Lesen etwas verwirrt, dass es keine Kapitel in dem Sinne gab, die man sich so vorstellt. Allerdings kann es auch an der E-Book-Version liegen. Dies hat mir noch mehr das Gefühl gegeben, dass ich das Buch in einem weg lesen muss und nicht mittendrin stoppen darf. Alles in allem ist das Buch unglaublich traurig, aber durch die schönen Sätze, die Zsuzsa Bánks verwendet hat, etwas ganz besonderes. Zitat: „Mein Vater war ein Bahnhofskind gewesen, ein Kind der Abfahrten und Ankünfte, der Signale und Trillerpfeifen, die Züge und Waggons waren seine Spielgefährten, sein Kumpane und Wegbegleiter. Seine frühen Jahre rankten sich über Bahnhöfe, waren um Schienen gebaut, um sie herum geflochten, ohne sie undenkbar.“ Die große Liebe zu ihrer Familie, zu Ungarn und auch zu ihren Freunden kann man aus jeder Zeile herauslesen. Trotz des so schrecklichen Themas empfand ich das Buch als wunderschön, aber es macht einem auch bewusst, dass man selber und seine Lieben nicht ewig leben werden. Wenn ihr mit dem Thema Tod nicht umgehen könnt, würde ich von dem Buch abraten. Ansonsten bekommt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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Zum Sommer passt das Sterben nicht Im engen Sinn ist dieses Buch kein Roman, sondern ein Erfahrungsbericht. Zsuzsa Bánk als Ich-Erzählerin erzählt darin von ihrer Familie, ihren Eltern und insbesondere ihrem betagten Vater, der im heißen Sommer 2018 einer Krebserkrankung erlag. Wer die Autorin kennt, weiß, dass sie dies in einer einzigartig sensiblen und poetischen Sprache tun kann. Eigentlich dachte die Familie, den Krebs besiegt zu haben, nach einigen Jahren der Ruhe tritt er jedoch mit Heftigkeit wieder hervor. Unheilbar lautet die Diagnose. Einmal noch will man wie so oft zuvor einen gemeinsamen Ungarnsommer am Balaton erleben. Doch es kommt anders: Dort angekommen geht es dem Vater schlechter, er bekommt hohes Fieber, muss operiert werden. Eine Odyssee durch die Krankenzimmer beginnt. „Obwohl wir in Ungarn den hell erleuchteten Sommer gesucht haben, finden wir auch diesmal Krankheit und Tod, dieses sich fest umschlingende Paar, es drängt sich auf, und man wird es nicht los, wie eine Klette haftet es, klebt an einem, es will dazugehören und tanzt mit, krallt sich fest, löst sich nicht aus seiner Umarmung.“ (Epub S. 9) Jeder, der bereits einen lieben Angehörigen auf ähnliche Weise verloren hat, wird sich von dieser Erzählung berührt fühlen. Die Bilder gleichen sich: Die Diagnose, die Endlichkeit der Zeit, der Wunsch, noch viel davon miteinander zu verbringen, das Bangen, das Hoffen um einen Aufschub, Gespräche mit Ärzten, das Organisieren des Sterbens… Während die Familie um den Vater bangt, werden auch Erinnerungen wach. Die Eltern der Autorin stammen aus Ungarn und müssen 1956 aus politischen Gründen fliehen. In Deutschland finden sie eine neue Heimat, gründen eine Familie. Sobald man wieder unbehelligt nach Ungarn reisen kann, werden die Sommer im Kreis der Großfamilie am Balaton verbracht. Herrliche Sommer sind das. Das Verhältnis der einzelnen Familienmitglieder zueinander ist gesund, die Vater-Tochter-Verbindung ungetrübt. Selbstkritisch hinterfragt sich die Ich-Erzählerin, warum ihr der Abschied vom Vater so schwer fällt, warum der Gedanke des „nie mehr wieder“ ihr so weh tut. „Jeden Tag geschieht es, jeder stirbt, und jeder verliert eines Tages seine Eltern. Es ist nichts Besonderes, uns allen widerfährt es. Wir werden geboren und sterben, wir verlieren jemanden ans Sterben, und eines Tages verliert uns jemand ans Sterben. Warum mache ich es zu etwas Herausragendem?“ (Epub, S. 67) Doch man kann der Trauer um einen geliebten Menschen nicht mit Vernunft begegnen. „Es zählt, dass wir es erleben. Nur wir erleben es so, nur wir erleben es auf unsere Art.“ (Epub, S.67) Bánk erzählt von dieser Zeit des Abschiednehmens unglaublich empathisch. Sie findet genau die richtigen Worte: „Irgendwann ist der Tod deutlicher als das Leben, sagt sie (ihre Freundin), das Leben weicht dem Tod, irgendwann ist der Zeitpunkt da, und man sieht, der Tod hat übernommen, das Leben wird weniger.“(Epub, S. 28) Sie schildert den Sterbeprozess eines Menschen, sie schildert die Veränderungen, die der Tod mit sich bringt, die Gedanken, die man sich machen muss, um dem Leben auch nach seinem Ende einen würdigen Abschluss zu geben, die Formalien, die nun einmal zu tun sind, das Auflösen des Nachlasses. „Wir vernichten die Konstante unseres Lebens. Die immer da war, als wir geboren wurden, mit der wir aufwuchsen, die unsere Kindheit, unser Großwerden, unser Erwachsensein, sogar unser Älterwerden begleitet hat.“ (Epub S. 107) Das Leben muss weitergehen. Die zweite Hälfte des Buches ist der Trauer gewidmet, die man zulassen muss, die bei jedem Menschen ihr eigenes Tempo, ihre eigene Rhythmik hat. Da kann ich der Ich-Erzählerin zugegebenermaßen nicht immer folgen, manche Szene gerät da für mein Empfinden etwas pathetisch. Doch dieses Buch ist ein Memoir, ein sehr persönliches dazu, jeder erlebt solche Situationen anders. Auch die Ich-Erzählerin hat das Jahr der Trauer überwunden: „Die Toten sind nie tot. Aber wir weinen nicht mehr um meinen Vater, das Weinen um meinen Vater ist versiegt. Wir weinen über den Tod, ganz allgemein und groß. Darüber, dass die Geliebten gehen. Unsere Zeit mit ihnen begrenzt ist. Dass sie verschwinden. Nicht wieder auffindbar verschwinden.“ (Epub, S. 233) Dieses Buch ist sprachlich ein Kleinod, man darf sich die Sätze auf der Zunge zergehen lassen. Sie sind so treffend, so herzerwärmend. Es ist sicherlich kein Buch, das man eben so weg liest, doch es widmet sich sehr wahrhaftig einem Thema, das zum Leben gehört und dem man sich stellen sollte. Mich hat dieses Buch sehr berührt und ich empfehle es jedem, der ohne Groll an seine verstorbenen Lieben denken kann und möchte.

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EIN EINDRINGLICHES, POETISCHES, INTIMES BUCH ÜBER ABSCHIED UND TRAUER... Schon der Klappentext verrät, dass dies kein leichtes Buch ist. Aber bereits mit ihrem Buch "Weihnachtshaus" hat Zsuzsa Bánk bewiesen, dass sie das Thema 'Trauer' sensibel und zart-melancholisch behandelt ohne sentimental zu werden, und so wurde ich neugierig. Hier schildert die Autorin das letzte Jahr im Leben ihres Vaters, im Januar die Diagnose, dass der besiegt geglaubte Krebs zurückgekehrt ist, unheilbar. Noch einmal will die Familie einen Sommer in Ungarn genießen, der Heimat der Eltern, aus der sie 1956 geflohen sind. Heiße, flirrende Tage am Balaton, Schwimmen am See, das Sommerhaus der Familie, ein kaltes Soproni in der Hand. Doch wird der Vater vor Ende des Urlaubs mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen, das Sterben beginnt - mit einer Odyssee an Krankenhausaufenthalten aber auch mit liebevollen Momenten. Dieses Buch ist ein Erfahrungsbericht, eine Familiengeschichte, eine Liebeserklärung, eine Trauerverarbeitung, eine zart gewobene Komposition aus überwältigenden Gefühlen, zermürbendem Alltag, kleinen Inseln der Ruhe, Rückblenden in die Vergangenheit, biografischen Anteilen, sehr persönlichen Einblicken. Es endet nicht mit dem Tod des Vaters, sondern zeigt auch das Jahr danach, das erste Trauerjahr. Eine durchaus schwere Kost, die ich oft nur in kleinen Häppchen lesen mochte, die mich aber durch die poetische Note immer wieder in den Bann zog. Wer wie ich selbst schon Eltern verloren hat, wird sich in vielen Punkten wiedererkennen, vergleichen: wie war es bei mir, bei uns? Auch dafür brauchte ich Pausen bei der Lektüre. Aber die Stärke Zsuzsa Bánks ist tatsächlich, dass sie Gefühle einerseits klar transportiert, dass die poetische Sprache jedoch andererseits ein Überbordern der Gefühle verhindert. Dadurch entsteht zwar ein Berührtsein, jedoch ohne Überschwemmung mit Trauer, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit. Ein eindringliches, poetisches, intimes Buch über Abschied und Trauer, das sicher Menschen in ähnlichen Lebenssituationen oder mit ähnlichen Erfarhungen anspricht. Für mich ein ganz besonderes Buch. © Parden

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Bei diesem Buch möchte ich trotz des traurigen Themas des letzten Abschieds sagen , dass es ein schönes Buch ist. Aufgrund der Sprache aber vor allem wegen der sehr persönlichen Art über das zu frühe Ableben des Vaters zu schreiben. Berührend, einfühlsam, schön...

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Und wieder ein sprachliches Meisterwerk aus der Feder von Zsuzsa Bànk! Ein letzter Urlaub mit dem Vater in seinem Geburtsland Ungarn und ein Erinnern an gute und schlechte Tage, in Ungarn und Deutschland. Ein Genießen der der Landschaft rund um den Balaton, der in späteren Jahren das jährliche Urlaubsziel für die Familie war. Dieser Sommerurlaub soll eigentlich ein Abschiednehmen des Vaters von seiner Heimat werden, ein Abschiednehmen der Familie von dem Mann, der eigentlich in Ungarn sterben wollte.- Es kommt halt immer anders als man denkt. Zsuzsa Bánk verarbeitet das Sterben ihres Vaters auf eine leise und feine Art, in einem Roman der uns still werden und innehalten lässt.

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Eine berührende, ehrliche und eindringliche Hommage an einen Vater Mit ihrem Buch „Sterben im Sommer“, das 2020 im S.Fischer Verlag erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 240 Seiten umfasst, ist Zsuzsa Bánk eine feinfühlige und ehrliche, auf ihren Erinnerungen beruhende Hommage an ihren Vater gelungen. Die Autorin Zsuzsa Bánk erzählt als Ich-Erzählerin von ihrem Vater, der aufgrund einer Krebserkrankung im Sommer 2018 stirbt. Der Vater möchte ein letztes Mal einen Sommer in Ungarn am Balaton verbringen, jedoch geht es ihm dort kurz nach der Ankunft schlechter als erhofft. Es beginnt eine Odyssee durch viele Krankenhäuser, bevor er letzlich in einem solchen verstirbt. Die Autorin berichtet von ihrer Zeit am Krankenbett, von ihren Hoffnungen, Ängsten, dem Verdrängen der Wahrheit, ihrer großen Liebe zu ihrem Vater, ihren Erinnerungen, all ihren Emotionen und vielem mehr. Sie lässt den Leser teilhaben an ihrem Trauerprozess, an der Organisation der Trauerfeier und an der Zeit im ersten Jahr nach dem Tod, aber eben auch am Leben ihres geliebten Vaters. Zsuzsa Bánk gelingt es in ihrem Buch den Leser durch ihren poetischen, feinfühligen und dabei so schonungslos ehrlichen und offenen Schreibstil in den Bann zu ziehen und, wie in meinem Fall, ihn mitten ins Herz zu treffen. Ich fühlte ab der ersten Seite mit und konnte mich gut in die Ich-Erzählerin hineinversetzen und deren Gefühle und Gedanken nachvollziehen und teilen. Zsuzska Bánk setzt sich so ehrlich mit der Frage auseinander, was denn mit uns Menschen passiert, wenn ein geliebter Mensch stirbt, welche Prozesse wir hier durchlaufen, welche Gedanken dabei aufkommen, welche Hoffnungen und Ängste wir haben, die „Wahrheit“ verändern wollen oder verdrängen und mit welcher Heftigkeit die Traurigkeit und Verzweiflung ausbricht und sich der Dankbarkeit „unterordnet“. Fazit: Ein sprachlich wunderbarer, authentischer, feinfühliger und sehr lesenswerter Roman, der nicht nur an der Oberfläche bleibt. Man merkt dem Buch an, dass es mit ganz viel Herzblut verfasst worden ist. Es war für mich ein wirkliches Erlebnis, dieses Buch zu lesen.

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Kurze Rezension: Dieses Buch ist eine Widmung an die Trauer, so poetisch und aufwühlend dargestellt, das man bis zum Ende nicht anders kann als es zu lesen. Nichts für schwache Nerven. Lange Rezension: Das Abstraktum Trauer wird in diesem Buch wiedergegeben. Was es heißt langsam von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen und trotzdem beim letzten Abschied sich vollkommen darin zu verlieren. In der Trauer danach teilweise zu versinken. Es ist ein Buch gerichtet an den Tod und den Verbliebenen, wo die Einen es mit Fassung tragen und die Anderen im Schmerz sich auflösen. Das sogar die geliebten Orte der gemeinsamen Erinnerungen, nur noch die Orte des innerlichen Schmerzes sein können. Zsusza Bánk hat mit diesem Buch eine Ode an die Trauer geschrieben, so wortgewand und voller Fülle, das mich Seite für Seite in sich verschlungen hat. In diesem Buch gibt es keine Highlights, keine Climax. Dieses Buch ist voll und ganz die Spiegelung einer Frau, die nicht anders kann als auf die Art zu Trauern wie nur sie es kann, da kein Mensch gleich trauert. Tagespausen halfen mir das Gelesene zu verarbeiten, zu verinnerlichen und bereiteten mich auf das Kommende vor. Manchmal hat ich das Gefühl ich sollte dieses Buch nicht lesen, da es sich so intim angefühlt hat. Auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl ich helfe der Protagonisten, mit jeder Zeile die ich gelesen habe, sie ein bisschen mitzuheilen. Was mir zuzüglich besonders gefiel, waren die kleinen Erzählungen über ihre Eltern, warum sie nach Deutschland gekommen sind - 1956 als ungarische Flüchtlinge - und wie die Erinnerungen der Eltern, mit der ihrigen verpflochten sind. Was es heißt noch überall bei den Nachbarn willkommen zu sein, die näher als die eigene Familie standen, da alle das gemeinsame Schicksal teilten,-ihre geliebten Menschen in ihren Ländern zurückgelassen zu haben. Zsuzsa Bánk hat es geschafft zwei anspruchsvolle und heikle Themen elegant, mit malerisch unterstrichenen Ortsbeschreibungen, auf Papier festzuhalten und ein zeitloses Werk zu schaffen. Definitiv empfehlenswert.

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Die Bücher von Z.Bank liebt man oder liest sie nicht: die Autorin schreibt so dicht an ihren Protagonisten, daß es manchmal nur schwer zu ertragen ist. Wenn man sich aber darauf einläßt, bereichern sie das eigene Leben. Ihr neuer Roman handelt vom Tod des Vaters. Ich mußte das Buch zeitweise zur Seite legen, weil ich die geschilderte Situation selbst gerade erlebt hatte - aber es war ein Genuss, es zu lesen.

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Vor wenigen Wochen hat mir eine frühere Freundin, deren Vater in diesem Sommer verstorben ist, gesagt: Die eigenen Eltern sind für einen doch immer irgendwie unsterblich." Und genauso geht es mir auch. Natürlich weiß ich, dass auch meine Eltern irgendwann nicht mehr sein werden, aber ich fühle es nicht. In Bezug auf die Sterblichkeit meiner eigenen Eltern habe ich tief in mir noch immer die kindliche Hoffnung, dass es meine Eltern nicht betrifft, dass meine Eltern unsterblich sind. #zsuzsabánk beschreibt in ihrem Buch #sterbenimsommer genau diese Situation, das Sterben ihres eigenen Vaters, das sie hart und unvermittelt getroffen hat, obwohl es sich angekündigt hat, obwohl sie, wie wir alle, wusste, dass auch ihr Vater nicht unsterblich ist. Trotzdem erwischt uns der Tod der eigenen Eltern eiskalt. Dieses Buch ist unglaublich persönlich, fast intim. In einem inneren Monolog teilt Zsuza Bánk ihre Gedanken und Gefühle als ihr Vater im Sterben liegt, während der Beerdigung und noch ein Jahr danach. Ich habe eine Ahnung davon bekommen wie es sein kann... und trotzdem werde ich nicht darauf vorbereitet sein, wenn es so weit ist, weil man das niemals ist... "[...] ist es nicht das traurige Los aller Kinder, eines Tages ihre Eltern zu verlieren? Unser Schutzwall bricht ein, der sichere Platz verschwindet, der uns ohne Gegenleistung zustand."

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Nachdem Zsuzsa Bánk mich schon mit „Die hellen Tage“ so sehr begeistern konnte, musste ich ihren neuen Roman „Sterben im Sommer“ natürlich auch lesen. Und wieder bin ich hellauf begeistert. Es gibt nicht die richtigen Worte, um das zu beschreiben, was ihre Worte in mir auslösen. Aber hier bin ich keine Randfigur, die die Ereignisse beobachtet. Hier bin ich mittendrin. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, denn die Autorin verarbeitet hier ihre eigenen Erlebnisse um den Verlust ihres Vaters László. Das Schöne und, wie ich finde, Einzgartige an ihren Büchern: Einzelheiten spielen keine Rolle. Sie schafft es, viele Details einzustreuen, ohne dafür allzu sehr ins Detail zu gehen. Es geht um den Vater, um die Tochter, um die Familie. Trotz dieser Distanz, die durch die Worte sickert, spürt man doch die enge Verbindung, die die beiden haben. Der gemeinsame Sommer, der heiße Jahrhundertsommer, soll noch einmal die unbeschwerte Zeit hinaufbeschwören bevor klar wird, dass der Krebs zurück ist und dieses Mal bleiben wird. Doch der Vater ist gesundheitlich so angeschlagen, dass er die Zeit nur im Krankenhaus verbringt, zwischen den Welten, die er während seines Lebens bereist hat. In ihrer intensiven und trotzdem poetischen Sprache beschreibt die Autorin nicht nur ihre eigenen Gefühle, sondern auch die der Familie. Nach dem Tod des Vaters geht die Achterbahnfahrt erst richtig los, in Schwung gekommen durch den Papierkram, der zwangsläufig erledigt werden muss. Sie schildert ihren Gemütszustand so authentisch, ihre innere Zerrissenheit, dass man mit ihr mitfühlen kann. Die persönliche Erfahrung in diesem Text macht alles noch eine Spur emotionaler, sensibler. Die Autorin kann diese Schwere jedoch durch ihre schöne Wortwahl auffangen.

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Zsuzsa Bánk hat mich mit „Die hellen Tage“ schon so sehr gefangen, dass ich ihren neuen Roman „Sterben im Sommer“ unbedingt lesen wollte. Wieder einmal konnte ihr Buch mit abholen, mitnhemen, ein Teil davon werden lassen. Da sie hier den Verlust ihres Vaters verarbeitet, könnte man fast sagen, dass das Buch autobiographische Züge aufweist. Sie beschreibt den letzten Sommer, den sie als Familie verbringen wollten, nachdem klar war dass der Krebs bei ihrem Vater zurück ist,. Der Leser erfährt viel über iihre Beziehung zueinander, insbesondere als sich herausstellt, dass der Vater zu schwach ist, um den Sommer über nicht im Krankenhaus zu bleiben. Immer wieder gibt es Erinnerungen, die aufflackern, die zu weiteren Erinnerungen führen. So wird der Leser durch die gemeinsame Zeit geführt, sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Das Besondere an ihren Büchern ist, wie ich finde, ihre Sprache. Sie schafft es, alles detailliert zu beschreiben, ohne dass es langweilig wird. Zwar erscheint der Schreibstil kurz und prägnant, doch die Intensität ihrer Worte lässt immer viel zwischen den Zeilen lesen, da sie viel in Bildern schreibt. Dass es sich hier nicht um Fiktion, sondern um die Realität handelt, macht die Lektüre nicht einfacher. Dennoch war ich wieder gefangen in ihren Worten und kann auch dieses Buch jedem ans Herz legen.

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“Sterben im Sommer” ist ein Roman der Autorin Zsuzsa Bánk. Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, weil ich schon lange mal etwas von der Autorin lesen wollte und dieses hier vom Inhalt her, nach einem tiefgründigen und nachdenklich stimmenden Buch klang. Und wie es mir gefallen hat, erzähle ich euch jetzt. Zsuzsa Bánk tritt in dieser Geschichte als Ich – Erzählerin auf und berichtet von ihrem Vater. So erfahren die Leser*innen wie ihr Vater seinen letzten Sommer verbringt, wie seine Krebserkrankung ihn immer schwächer werden lässt und wie es schließlich für seine Tochter und andere Angehörige ist, mit seinem Verlust weiterleben zu müssen. Der Einstieg in dieses Buch ist mir sehr gut gelungen. Es war ja für mich das erste Buch von Zsuzsa Bánk und ich muss gestehen, dass ich direkt begeistert von dem grandiosen Schreibstil der Autorin war. Frau Bánk schreibt warmherzig, bildhaft und poetisch und hat mich mit ihren Beschreibungen mehrmals direkt ins Herz getroffen. Die Worte der Autorin sind so präzise, wie auch einfühlsam gewählt und ich habe durchgehend mit ihr mitfühlen können. Die Charaktere sind gut gezeichnet und ich mochte die Mischung aus Gedanken an die Vergangenheit und der sehr schwerwiegenden Gegenwart. Frau Bánk gelingt es sehr gut das Thema Trauer zu beschreiben und auch dem Leser/der Leserin näherzubringen. Ich hatte durchgängig einen Kloss im Hals und ich werde sicher auch noch lange an das Buch denken. Neben den großen Emotionen, gibt es aber auch Momente, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Das fand ich wirklich toll. Was macht die Trauer mit einem Menschen und was bewirkt ein Verlust innerhalb einer Familie? Zsuzsa Bánk schreibt nicht nur über Gefühle, sondern bringt Leser*innen dazu, sie ebenfalls zu fühlen. Ein wunderbares Buch, welches noch lange nachhallt! Meine Bewertung: 5 von 5

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Zum Inhalt: Ungarn 1956: Die Panzer rollen, der Aufstand schlägt fehl, die Hoffnung scheitert, daß die Welt eine andere hätte werden können. Ohne ein Wort verläßt Katalin ihre Familie und flüchtet über die Grenze in den Westen. Ihr Mann Kálmán verkauft Haus und Hof und zieht fortan mit den Kindern Kata und Isti durch das Land. Der genaue Blick der Kinder trifft auf eine Welt, die sie nicht verstehen. Nur wenn sie am Wasser sind, an Flüssen, an Seen, wenn sie dem Vater zusehen, wie er seine weiten Bahnen zieht und wenn sie selber schwimmen – nur dann finden sie verzauberte Momente der Leichtigkeit und des Glücks. Beide ahnen, dass ihr Leben erst beginnt. Meine Meinung: Dies ist mein erstes Buch der Autorin, was ich gelesen habe. Sie erzählt von dem Krebstod ihres Vaters und damit verbunden, ihrer Trauer. Mich hat das Buch sehr bewegt.

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Selten habe ich ein Buch zum Thema Tod gelesen, das mich so berührt hat. Zsuzsa Bánk schafft es, diesem schweren Thema eine literarische Tiefe zu geben.

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Zsuzsa Bank verarbeitet in diesem Buch den Krebstod ihres Vaters und beschreibt, in ihrer wie immer schönen Sprache, ihre Gedanken und Gefühle im Trauerjahr. Es hat mich sehr berührt.

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In diesem Titel beschreibt die Autorin den Abschied von ihrem krebskranken Vater und all den Emotionen, die solch ein Verlust mit sich tragen. Sehr einfühlsam und bewegend geschrieben.

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