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Die Bernsteinfischerin
Roman | Wenn die Welt zu eng wird, bleibt das Meer. Der große Sommerroman von Lisa Quentin
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Erscheinungstermin 17.07.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Da waren nur noch sie beide, ihre erschöpft schlagenden Herzen, das Meer, das sie trug, die Bucht, die sie umarmte.
Tagsüber taucht Julika als Bernsteinforscherin in längst vergangene Welten ein, die sich ihr unter dem Mikroskop eröffnen – Farne, Echsen, alles Leben, das vor Millionen von Jahren vom Harz der Urzeitwälder eingeschlossen wurde. Am Abend, bei der Pflege ihrer kranken Mutter, steht ihr eigenes Leben still. Bis Julika in einem Bernstein einen außergewöhnlichen Fund macht, der sie an die Ostsee führt, zu Ebba, einer Frau, die immer ihren eigenen Weg gesucht hat. An der Steilküste, hoch oben über dem Meer, erfährt Julika dann von einer Liebe, die Jahrzehnte, Stürme, Schicksalsschläge überdauerte und die ihr den Mut gibt, an einen Neuanfang zu glauben ...
Ein so poetischer wie kraftvoller Roman über zwei Frauen und ihre Suche nach innerer Freiheit.
Da waren nur noch sie beide, ihre erschöpft schlagenden Herzen, das Meer, das sie trug, die Bucht, die sie umarmte.
Tagsüber taucht Julika als Bernsteinforscherin in längst vergangene Welten ein, die...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | E-Book |
| ISBN | 9783841241191 |
| PREIS | 4,99 € (EUR) |
| SEITEN | 397 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 596528
Das Geheimnis der Bernsteine
Die junge Forscherin Julika reist an die Ostsee, um die Herkunft eines geheimnisvolles Bernsteins, in den eine Wespe eingeschlossen ist, zu erkunden. Dort begegnet ihr die 90-jährige Ebba, die zeit ihres Lebens Bernsteine gesammelt und zu Kunstwerken verarbeitet hat. Bald stellt sich heraus, dass die beiden mehr gemeinsam haben, als sie ursprünglich dachten ...
Das Buch ist auf zwei Zeitebenen angesiedelt.
Die eine Ebene behandelt das Leben Ebbas, beginnend mit ihrer Kindheit, bis zur Gegenwart. Die Familie wurde im Osten vertrieben und siedelte an der Ostsee an, wo die Eltern eine Pension eröffneten. Ebba fühlte sich nie richtig angekommen in der neuen Heimat, hasste die Arbeit in der Pension. Sie lebte für ihre Kunstwerke, die sie aus Naturmaterialien aus dem Meer schuf.
Die zweite Ebene spielt in der Gegenwart und erzählt Julikas Geschichte. Nach einem schweren Schicksalsschlag lebt die junge Frau nur noch für ihre Arbeit, ein Privatleben hat sie keines. In jeder freien Minute kümmert sie sich um ihre depressive Mutter. Die Reise an die Ostsee ist die erste Flucht, die sie sich erlaubt.
Ebbas Geschichte im Lauf der Jahrzehnte ist fesselnd zu lesen, auch wenn es traurig stimmt, dass diese willensstarke Frau ihre Visionen und ihre Kunst immer zugunsten der Familie und der Pension hintanstellen musste. Edda ist eine starke Frau, die weiß, was sie will, auch im hohen Alter noch.
Auch Julikas Geschichte stimmt beim Lesen traurig. Eine junge Frau, die lebens- und unternehmungslustig sein sollte und doch aufgrund der familiären Notlage auf so vieles verzichten muss.
Eindrucksvoll schildert die Autorin Julikas Weg aus ihrer Not, erschafft Hoffnungsschimmer.
Ein schön erzählter Roman über die Liebe zum Meer, zur Kunst und über zwei Lebenswege, die sich kreuzen.
Rezensent*in 1519782
Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin erzählt die Geschichte von Julika, einer Bernsteinforscherin, deren eigenes Leben durch die Pflege ihrer kranken Mutter stillzustehen scheint. Ein besonderer Fund führt sie an die Ostsee, wo sie von einer Liebe erfährt, die Jahrzehnte überdauerte und ihr schließlich Mut für einen Neuanfang schenkt. Das Cover ist passend zum Titel gestaltet und strahlt eine angenehme Ruhe aus. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und bildhaft. Man findet schnell in die Geschichte hinein und kann sich die Schauplätze gut vorstellen. Besonders schön fand ich, dass die Kapitel abwechselnd aus der Sicht der beiden Frauen erzählt werden. So begleitet man sowohl Julikas Gegenwart als auch Ebbas Geschichte und erlebt nach und nach wie sich ihre Wege kreuzen. Der Roman ist eher ruhig erzählt, dennoch bleibt es interessant, beide Lebenswege zu verfolgen. Julikas Ehrgeiz und ihr Forschungsfieber haben mir besonders gut gefallen, da ihre Leidenschaft für Bernstein sehr authentisch wirkt. Ebbas Geschichte empfand ich als berührend und voller Gefühl. Vor allem der Gedanke an inneren Frieden hat mir in ihrem Erzählstrang gut gefallen. Insgesamt ist das Buch ein toller Wohlfühlroman für einige schöne Lesestunden.
Hier kommt viel raube Ostsee rüber, nicht die touristisch geglättete. Über Bernsteine lernt man einiges. Und lernt Paare kennen die sich zu ihren Zeiten. Vieles gaben.. Die Beziehungen der unterschiedlichen Charaktere untereinander berühren, ich konnte mich gut in die Geschichte hineinversetzen. Eine feine Lektüre nicht für den Strand aber für kalte Tage auf dem Sofa oder im liebsten Lesesessel.
Buchhändler*in 551975
Die Begegnung zweier Frauen, die eine am Ende ihres Lebensweges, die andere noch jung. Bernstein als Begegungsgrund, alt, viele Transformationen durchlaufen, durch viele Meere geschwommen, Insekten eingeschlossen, geheimnisvoll. Vielleicht ein Symbol auch unserer Weisheiten, unserer Leben ?! Ein wundervolles Buch mit der Erkenntnis, dass wir das was wir sind und leben möchten nie verraten dürfen, sondern dass es immer Lösungen gibt nach vorne zu gehen, wenn wir uns dem Leben stellen. Dieses Buch macht Mut und öffnet das Herz!
Henrike H, Buchhändler*in
Ein sehr anrührendes Buch. Ein Buch über Lebensschicksale im 2. Weltkrieg und Nachkrieg. Aber es werden Einzelschicksale erzählt, der historische Hintergrund wirkt in diese hinein, ohne dass der moralische Zeigefinger gehoben wird. Man fühlt mit den Protagonisten und versteht.
Was ist das: ein gutes, sinnerfülltes Leben? „Es ist tragisch. Schrecklich. Schön … Wie es dieses Leben so oft ist, seitdem ich genauer hinschaue.“ Und man denkt über die Kürze dieses Lebens nach, wenn man die Erzählerin gedanklich begleitet, eine Forscherin, auf der Zeitreise Millionen Jahre rückwärts.
Jutta H, Buchhändler*in
„Die Bernsteinfischerin“ von Quentin ist für mich das absolute Lesehighlight des Jahres. Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite verzaubert. Die Geschichte ist voller Gefühl, wunderbar atmosphärisch und so lebendig erzählt, dass ich beim Lesen das Rauschen des Meeres und den Wind an der Küste förmlich spüren konnte.
Besonders begeistert hat mich die Verbindung aus starken Figuren, bewegender Geschichte und dieser einzigartigen Küstenstimmung. Wer Bücher wie Die Muschelsucher liebt oder sich nach Meer, Weite und einer Geschichte mit Herz sehnt, wird dieses Buch ebenso lieben wie ich.
Für mich ein Roman, der alles mitbringt: Tiefgang, Emotionen, eine wunderschöne Sprache und eine Atmosphäre, die noch lange nach dem Zuklappen des Buches bleibt. Ein absolutes Herzensbuch und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Bärbel K, Rezensent*in
Zwei Frauen stehen in diesem sehr bewegenden Roman im Mittelpunkt und beide verbindet eines – ihre Liebe und ihr Interesse an Bernsteinen.
Da ist die achtjährige Ebba, die 1943 noch vor Sonnenaufgang mit ihrem Vater Kasimir im Samland bei stürmischer See in den Wellen nach Bernsteinen sucht. Ungewöhnlich für ein Mädchen. Sie hat bereits sehr schöne Steine auch mit Einschlüssen gefunden und sie gemeinsam mit ihrem Freund Leo sicher versteckt. Ein Stein ist besonders groß und hat, Ebba vermutet einen Mausschwanz, in seinem Inneren eingeschlossen.
Die andere Frau ist Bernsteinforscherin am Lichtenberg Institut in Frankfurt. Sie schreibt gerade ihre Doktorarbeit und hat gerade einen sehr interessanten Stein dafür in der Analyse. Wenn es stimmt, was Julika Lukas vermutet, dann würde die Bewertung dieser Inkluse das bisherige erdgeschichtliche Wissen auf den Kopf stellen.
Für mich war dieser Roman Lesevergnügen pur. Denn das Schicksal der beiden Frauen, die sich immer wieder zwischen der familiären Pflicht und Verantwortung und ihren Träumen entscheiden müssen, ist von der Autorin ganz wunderbar beschrieben. Ebba hat nach Jahren den Ort gefunden an dem sie sich frei fühlt und an dem sie, genau wie in ihrer Kindheit in Ostpreußen, den Naturgewalten und dem Meer sehr nahe ist. Der Bungalow über der Steilküste ist der Ort, wo sie ihre Gedanken kreisen lassen kann und ihre Kunstwerke entstehen können. Auch wenn Ebba beim ersten Treffen mit Julika sehr abweisend ist, muss sie, wenn sie ehrlich zu sich selbst ist, zugeben, dass es zwischen ihnen beiden sehr viele Gemeinsamkeiten gibt. Beide fühlen sich der Familie verpflichtet und beide haben einen beruflichen Traum. Die Begegnungen mit Julika haben bei Ebba nicht nur alte Erinnerungen wachgerufen, sie weiß jetzt auch wie sie diese junge Frau unterstützen wird. Dieser Roman erhält von mir eine 100%ige Leseempfehlung und wohlverdiente 5 Lese-Sterne.
"Und dann weine ich um mich, weil ich zwar lebe und all das tun könnte, mich verlieben, reisen, feiern, aber hier bei Mama und Papa bleibe, zu ängstlich, auch sie zu verlieren."
Julika ist nicht zum Studieren weggegangen, wie sie es eigentlich mal vorhatte. Aufgrund ihrer pflegebedürftigen Mutter hat sie in der Nähe Geowissenschaften studiert und ist nun Bernsteinforscherin. Eines Tages stößt sie auf einen interessanten Fund, der sie an die Ostsee führt. Genauer gesagt zu Ebba, die Tochter eines Fischers, die Julikas Faszination für Bernstein teilt. Als das Schicksal die beiden Frauen verbindet, stellen sich für Julika wichtige Fragen: Darf sie es wagen, eigene Spuren in die Welt zu setzten und sich von ihren Eltern zu lösen? Kann Julika über sich hinauswachsen?
Mir hat der Roman mit seinen zwei Zeitebenen sehr gut gefallen! Ich war bereits von den ersten paar Kapiteln sehr begeistert! Wir begleiten Ebba beim Aufwachsen, von 1943 an und Julika in der Gegenwart. Beide Frauen sind mit Herausforderungen konfrontiert, haben Schicksalsschläge erlebt und gehen stark ihren Weg. Ich mochte beide sehr, auch wenn ich für Julika noch mehr Sympathien hatte.
Mir hat der Roman sehr zugesagt, ich fand Ebba und Julika toll und habe ihre Geschichte sehr gerne gelesen! Große Leseempfehlung für alle, die gerne historische Romane lesen.
4,25/5 Sterne
Lehrende*r 1190115
In dem Roman erforscht Julika als Bernsteinforscherin längst ausgestorbene Arten, die durch den Bernstein konserviert wurden. Am Abend, bei der Pflege ihrer kranken Mutter, ist auch ihr eigenes Leben wie eingefroren. Als Julika in einem Bernstein einen außergewöhnlichen Fund macht, sucht sie dessen ursprüngliche Besitzerin Ebba, die ihr Leben lang ihren eigenen Weg gesucht hat. Dafür reist Julika zur Lübecker Bucht an die Ostsee.
Beide Protagonistinnen fand ich direkt sympathisch, aber unperfekt und gerade dadurch authentisch. Aus meiner Sicht ist diese Geschichte viel weniger kitschig, als das schone, aber kitschig anmutende Cover vermuten lässt. Sie wird in zwei Zeitebenen erzählt und liest sich sehr flüssig und unterhaltsam. Außerdem ich fand es toll, wie viel ich nicht nur über Bernstein, sondern auch über das Flüchtlingsleben an der Ostsee nach dem Zweiten Weltkrieg, die Entwicklung des Tourismus dort und unterschiedliche Perspektiven auf Pflege gelernt habe. Für mich ist das Thema der pflegenden Angehörigen in verschiedenen Lebenssituationen fast das eigentliche Zentrum des Romans und gar nicht die enthaltene Liebesgeschichte. Besonders gut gefallen haben mir auch die Beschreibungen der Lübecker Bucht. Da ich selbst gern dort bin, konnte ich alles bildlich vor mir sehen.
Alles in allem war der Roman genau das, was ich von einem historischen Unterhaltungsroman erwarte, nur deutlich weniger kitschig als sonst im Genre. Außerdem ist er fast ein Muss für alle, die die Lübecker Bucht lieben!
Buchhändler*in 405648
Zwei Frauen, fasziniert von Bernstein, sind die Heldinnen dieses von einer zarten Melancholie getragenen Sommerromans. Ein Roman, wie ihn das Leben nicht besser schreiben hätte können. Beide Frauen sind eingebunden in Konventionen, hinzu kommen hilfsbedürftige Eltern. So ist es ihnen über weite Strecken nicht möglich, das Leben zu führen, nach dem sie dürsten. Aber alles im Leben hat seine Zeit, und genau das zeigt diese Geschichte. Eine Buch tiefgründig wie die Ostsee. Tragende Themen sind Pflichtgefühl, das Verlangen nach Freiheit, Demenz, Depression und Liebe. Die Sprache ist klar und flüssig, durchzogen von eindrucksvollen Naturbeschreibungen. Die Gefühle der beiden Protagonistinnen werden bis in die letzten Winkel durchleuchtet, das erzeugt Authentizität. Empfehlung für alle, die einen Sommerroman mit Substanz suchen.
Buchhändler*in 956792
Ein schöner Roman über Liebe und Verlust. Davon dass es nie zu spät ist noch einmal neu zu beginnen.
Zwei Frauen und ihre Erinnerungen. Deren Lebenswege sich spiegeln.
Und die Geschichte des Bernsteins wird faszinierend geschildert.
„Die Bernsteinfischerin“ von Lisa Quentin hat mir sehr gut gefallen, vor allem weil ich so gern in das Leben von Edda und Julika eingetaucht bin. Die beiden Frauenfiguren stehen im Mittelpunkt und könnten auf unterschiedliche Weise kaum spannender sein.
Besonders gelungen fand ich, wie Lisa Quentin die Lebensgeschichten von Edda und Julika miteinander verknüpft. Beide Frauen erleben, dass Erwartungen anderer Menschen ihr Leben zunächst stark beeinflussen. Gerade dadurch wirken ihre Entscheidungen später umso glaubwürdiger: Schritt für Schritt finden sie den Mut, sich davon zu lösen und ihren eigenen Weg einzuschlagen.
Auch das Thema Bernstein sammeln fand ich sehr spannend. Es ist etwas Besonderes, weil es nicht nur um einen schönen Fund am Strand geht, sondern auch um Wissen, Geduld und das Leben an der Küste. Dadurch bekommt die Geschichte eine eigene Atmosphäre, ohne dass dieser Aspekt zu sehr im Vordergrund steht.
Man begleitet Edda und Julika durch schwierige Situationen, erlebt ihre Zweifel, Hoffnungen und Wendepunkte mit und möchte immer wissen, wie es weitergeht. Die Figuren wirken nicht übertrieben perfekt, sondern menschlich und nahbar. Genau das hat mir besonders gefallen.
„Die Bernsteinfischerin“ ist für mich ein spannender und emotionaler Roman über Familie, Vergangenheit, Erwartungen und den Mut, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Besonders Leserinnen und Leser, die starke weibliche Figuren und Geschichten mit einem besonderen historischen Thema mögen, werden an diesem Buch ihre Freude haben.
Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus.
Buchhändler*in 2057187
Diese Geschichte zweier ganz unterschiedlicher, aber ganz ähnlicher Frauen hat mich tief berührt. Beide Leben und die Parallelen darin werden glaubhaft und nahbar gezeichnet. Zudem geht es mit dem Bernsteinfischen um ein tolles Thema - und die gründliche Recherche der Autorin zahlt sich aus!
Die Lebensgeschichte der achtjährigen Ebba beginnt am Rande des 2. Weltkrieges an der Ostpreußischen Bernsteinküste. Die Fischer, die eine Lizenz besitzen, sammeln Bernstein an der Küste, der dann eingeschmolzen wird und für Kriegszwecke verwendet wird. Ebba sammelt mit ihrem Vater zusammen diese Steine und behält heimlich sehr große Stücke mit Einschluss für sich, die sie Leo bringt und sie dann gemeinsam verstecken. Später flüchtet Ebba mit ihren Eltern und landet in Niendorf an der Ostsee.
In der Gegenwart arbeitet Julika an einem Frankfurter Institut für Bernsteinforschung und macht einen interessanten Fund. Sie reist an die Ostsee und lernt Ebba kennen. Zwei außergewöhnliche Frauen, die viel gemeinsam haben.
Das Cover ist sehr romantisch und der Titel pass zu diesem Roman. Die Protagonisten werden sehr warmherzig beschrieben und gefallen mir sehr gut. Es gibt sehr viel wissenswertes über Bernstein und ihre Entstehung. Darum herum wird die Geschichte von Ebba und Julika erzählt. Der Erzählstil nimmt mich gefangen und wird aus der Sicht von Ebba in Rückblicken erzählt. Die Handlungsorte an der Ostsee sind sehr gut beschrieben und beschreiben die Entwicklung der Tourismusbranche sehr anschaulich.
Julika widmet ihr Leben der Bernsteinforschung und kümmert sich gleichzeitig um ihre kranke Mutter. Als ein außergewöhnlicher Fund sie an die Ostsee führt, begegnet sie Ebba, deren Vergangenheit eng mit dem Meer verbunden ist. Nach und nach verweben sich ihre Geschichten zu einem berührenden Roman über Neuanfänge, Familie und den Mut, den eigenen Weg zu gehen.
Dieses Buch war für mich etwas ganz Besonderes. Nicht nur wegen der Geschichte, sondern auch, weil sie in Niendorf an der Ostsee spielt, quasi direkt vor meiner Haustür. Das Brodtener Steilufer, die Promenade oder die Wege entlang der Küste kenne ich seit meiner Kindheit. Lisa Quentin erzählt ruhig, einfühlsam und mit einer fast poetischen Sprache. Ohne große Dramatik entwickelt sich eine Geschichte, die mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Vor allem Ebba ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ihre Lebensgeschichte hat mich stellenweise an meine Großmutter erinnert, deren Familie nach der Flucht aus dem heutigen Polen hier im Norden ein neues Zuhause gefunden hat. Vielleicht hat mich ihre Geschichte auch deshalb so berührt. Auch Julikas Arbeit als Bernsteinforscherin fand ich unglaublich spannend. Als Kind habe ich selbst am Strand nach dem Gold der Ostsee gesucht. Wie faszinierend die Welt ist, die sich in diesen kleinen Steinen aus Harz verbirgt, war mir vorher allerdings nicht bewusst.
Für mich ist dieser Roman viel mehr als eine Geschichte über zwei Frauen. Er erzählt von Heimat, Erinnerungen, Familie und davon, dass es nie zu spät ist, noch einmal neu anzufangen. Emotional, atmosphärisch und mit ganz viel Herz. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung!
Heike R, Rezensent*in
Dieses Buch verbindet Geschichte, Wissenschaft und Natur auf eine ganz besondere Weise.
Lisa Quentin erzählt hier die Geschichte zweier Frauen. Julika ist eine junge Wissenschaftlerin, die sehr große familiäre Probleme hat und persönlich sehr eingebunden ist und Ebba ist eine Künstlerin, geflüchtet aus Ostpreußen mit ihrer ganz eigenen Lebensgeschichte.
Im atemberaubenden Setting der Ostseeküste nähern sich diese beiden Frauen an und versuchen das Geheimnis der Inkluse im Bernstein zu entschlüsseln.
Aus unterschiedlichen Perspektiven wird hier ein atmosphärisches Buch gewebt, das sowohl die moderne Wissenschaft als auch die Geschichte der Flüchtlinge und deren Probleme an der Holsteinischen Küste darstellt.
Freundschaft, Hoffnung, Trauer, Emanzipation. Dieses Buch ist warmherzig geschrieben und sehr vielschichtig. Ich habe es sehr gerne gelesen.
Buchhändler*in 825721
Tolles packendes Buch zweier Frauen. Bei Emma spürte ich die Kraft ihres Willen, das Rauschen des Meeres. Schön dass Julika ihren Weg gehen konnte. Einfühlsam geschrieben, lesenswert.
Zum Inhalt:
Tagsüber ist Julika Bernsteinforscherin und lebt in ihrer Tätigkeit vollkommen auf und ist begeistert von all den eingeschlossenen Dingen im Bernstein. Abends jedoch endet ihr eigenes Leben, denn dann kümmert sich sich um ihre kranke Mutter. Als sie ein besonderen Fund macht, führt sie dieser zu einer besonderen Frau, die immer ihren eigenen Weg gegangen war und ihr selbst auch den Mut gibt an einen Neuanfang zu glauben.
Meine Meinung:
Das war mal so ein richtig schönes Buch, dass ich gleich zweimal genießen durfte als Buch und als Hörbuch. Mir hat die Stimmung im Buch ungeheuer gut gefallen. Die Erzählstränge greifen fast wie von allein ineinander und zeigen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch so viel gemein haben. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich die Seeluft förmlich spüren konnte. Es ist ein Geschichte, die einem so viel über das Leben erzählt, Mut macht und zeigt, dass es nie zu spät ist. Mir hat das Buch und auch Hörbuch extrem gut gefallen.
Fazit:
Tolles Buch
"Die Mädchen an der Küste des Samlands sollten Bernsteinschnitzerinnen werden oder Dreherinnen. Am Strand und auf der See hatten sie nichts verloren. Doch Ebba war mit Salzwasser in den Adern auf die Welt gekommen."
Kapitel "Ebba - Ostpreußische Bernsteinküste, 1943"
Ja, Ebba ist anders als die anderen Mädchen und ihr Vater nimmt sie mitten in der Nacht mit ans Meer. Mit den anderen Bernsteinfischern suchts sie nach dem wertvollen fossilen Harz. Doch manche besonderen Stücke versteckt sie bei ihrem Freund Leo, damit diese nicht für Kriegsmaterial eingeschmolzen werden ...
Frankfurt heute: Julika entdeckt in einem Bernstein ein unbekanntes Fossil, eine Wespe, die es in dieser Art von Bernstein noch nie entdeckt wurde. Eine große Chance für die junge Forscherin, die ihr wohl weltweit Türen öffnen könnte. Doch abends, wenn sie nach Hause kommt, reduziert sich ihre Welt auf das kleine Elternhaus, in dem sie gemeinsam mit ihrem Vater ihre kranke Mutter pflegt. Forschungsreise? Unmöglich!
Als Finderin des besonderen Bernstein wird eine Ebba Bredow angeführt. Um sie zu finden, muss Julika ihr gewohntes Leben und ihre Eltern für ein paar Tage verlassen. An der Ostsee trifft sie tatsächlich auf die mittlerweile 90jährige Ebba. Doch ihre Begegnung ist ganz anders als erwartet ...
In "Die Bernsteinfischerin" führt uns Lisa Quentin in längst vergangene Zeiten, ins Samland und bringt uns den Beruf der Bernsteinfischer nahe. Das Gold des Meeres hat eine besondere Magie, die sie geschickt einfängt. In zwei Erzählsträngen erleben wir Ebbas Aufwachsen im Samland, die Flucht an die Ostsee, wo alles so anders ist als die Freiheit und Ungezähmtheit vorher. Stück für Stück begleiten wir sie durch ihr Leben, leiden und lieben mit ihr und entdecken verborgene Talente.
Die Zeitspanne, in der wir Julika begleiten, ist etwas kürzer, aber nicht weniger packend. Vom Entdecken des eingeschlossenen Lebewesens, über die Enge zu Hause, die drückende Vergangenheit und enge Gegenwart. Ein wenig ist Julika wie das Fossil selbst, das sie untersucht. Eingesperrt in einem golden wirkenden Käfig, der in zwei Teile geschnitten wurde. Ihre zweite Hälfte fehlt schmerzlich. Bis Julika sich doch dazu entscheidet, an die Ostsee zu reisen und Ebba zu suchen. Julika ist fasziniert von der alten, starken Frau. Auch wenn sie gar nicht so detailliert wie wir erfährt, welch langen Weg Ebba hinter sich hat, um zu der Person zu werden, die sie heute ist. Wild und frei wie das Meer ... Julika sprengt ihre engen Fesseln und stellt fest, dass die Folgen nicht so vorhersehbar sind, wie sie immer geglaubt hat.
Auch wenn ich noch nicht oft dort war, bin ich ein großer Fan der Ostsee, liebe Lübeck und bin selbst schon an der Steilküste entlanggewandert. Ein faszinierender Ort, den die Autorin mehr als gelungen beschrieben hat. Die wilde Ungezügeltheit des Meeres, dazu der mystische Bernstein und zwei starke Frauen, denen wir zusehen dürfen, wie sie Schritt für Schritt ihren eigenen Weg kennenlernen dürfen. Faszinierend von der ersten bis zur letzten Seite!
Fazit:
Ein bewegender Roman über Relikte der Vergangenheit, Wege der Zukunft, die Kraft des Meeres und besondere Begegnungen.
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