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So leicht kommen wir nicht davon
Ein Roman über das Ankommen in der BRD, traumatische Fluchterfahrungen und das Echo der Zurückgelassenen. Mit Glossar. Geeignet als Schullektüre
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Erscheinungstermin 03.08.2026 | Archivierungsdatum 01.09.2026
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Zum Inhalt
Flucht und Ankommen, Sehnsucht und die Vergangenheit im Gepäck. Und immer wieder der Geschmack der Ostsee im Mund.
Dorit Linke schreibt berührend von Hannas innerer Zerrissenheit zwischen Schuld und Hoffnung. Eine authentische Geschichte über ein Land im Umbruch und mutige Menschen, die ihren Platz in der neuen Freiheit suchen.
Hanna ist nach ihrer Flucht bei ihrer Tante in der BRD angekommen. Sie muss lernen, dass Freiheit nicht nur Aufbruch bedeutet, sondern auch, sich mutig der Vergangenheit zu stellen. Während sie versucht zwischen Schwimmtraining und Party eine neue Normalität zu leben, fällt die Mauer. Sie kehrt in die DDR zurück. Dort trifft sie bei ihren Eltern, Freunden und alten Bekannten auf Hoffnung, Orientierungslosigkeit und auch Misstrauen. Hanna fühlt sich zusehends zerrissen zwischen neuen Bekanntschaften, den Erinnerungen an Andreas und den Erlebnissen in der Nachwendezeit. Einige Jahre später erlebt sie die entfesselte Gewalt beim Pogrom in Rostock-Lichtenhagen, die das vermeintlich antifaschistische Selbstbild ihrer früheren Heimat brutal zerstört.
Erst als sie ihr Weg weiter führt, von Bremen, nach Berlin und schließlich nach Schottland, kann sie endlich wieder atmen, findet ihre Liebe und gewinnt die Leichtigkeit im Leben zurück.
Dorit Linke ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes für ihr Engagement in der Politischen Bildung.
Für diesen Titel stehen Unterrichtsmaterialien zum kostenlosen Download auf der Verlagswebsite arena-verlag.de zur Verfügung.
Gedruckt auf Recycling-Umweltschutzpapier, zertifiziert mit dem „Blauen Engel“.
Außerdem von der Autorin bei Arena:
Jenseits der blauen Grenze
Jenseits der blauen Grenze. Ausgabe in Einfacher Sprache
Flucht und Ankommen, Sehnsucht und die Vergangenheit im Gepäck. Und immer wieder der Geschmack der Ostsee im Mund.
...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Hardcover |
| ISBN | 9783401608532 |
| PREIS | 16,00 € (EUR) |
| SEITEN | 248 |
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Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Isabelle O, Buchhändler*in
Hanna und Andreas flüchten über die Ostsee zu Hannas Tante Brigitte in die BRD, doch nur Hanna überlebt. Sie macht sich Vorwürfe, denn nur Wochen später fällt die Mauer. Was wäre passiert, wenn sie gewartet hätten? Hätten sie überhaupt warten können?
Bei einem Besuch bei Hannas Mutter werden Hanna und Brigitte mit Vorwürfen überhäuft, die Familie im Stich gelassen zu haben. In den Monaten darauf merkt Hanna, dass nicht alle den Mauerfall feiern. Ihre Familie bricht endgültig auseinander, ihre Eltern lassen sich scheiden und Hanna zieht es nach England, wo sie neu anfangen und die Spaltung der deutschen Gesellschaft hinter sich lassen will.
In diesem autobiografischen Roman stellt die Autorin die Reaktionen der Ostdeutschen auf den Mauerfall dar. Das Buch richtet sich an Jugendliche, die mehr über diesen wichtigen Teil der deutschen Geschichte erfahren möchten, ist aber auch für Erwachsene geeignet.
Bärbel K, Rezensent*in
Es hat einige Zeit gedauert, ehe ich im Buch richtig angekommen bin, was sicher an den sprunghaften Gedanken von Hanna gelegen hat, die hier geschildert wurden. Hanna hat es mit letzter Kraft geschafft von Kühlungsborn gen Westen zu schwimmen. Im August 89, nicht ahnend, dass es im November bereits zur Öffnung der Mauer kommt und eine legale Einreise in die BRD möglich ist. Sie ist zu dem Zeitpunkt 17 Jahre, kommt bei ihrer Tante Brigitte in Bremen unter. Immer wieder spricht Hanna gedanklich mit jemanden. Mit wem, bleibt anfangs lange offen. So richtig angekommen ist Hanna in ihrem neuen Leben nicht, hadert noch immer mit ihrer Entscheidung über die Ostsee die Flucht gewagt zu haben wie auch mit den Folgen daraus.
Dieses Buch ist leise in seiner Erzählweise und hat doch gleichzeitig ganz viel zu erzählen. In meinen Augen passt der Erzählstil zu Prozent zur Handlung. Leise musste man in der DDR sein, denn ein eigener laut geäußerter Standpunkt wurde nicht geduldet. Schon gar nicht kritisch gegenüber der staatlichen Politik und Ordnung. Das konnten Hanna und ihr Schuldfreund Andreas am eigenen Leib spüren.
Doch auch in Bremen kann Hanna nicht richtig Fuß fassen, fährt zwischendurch immer wieder in ihre alte Heimat Rostock. Da findet sie aber auch keine Antwort darauf, wie sie ihr Leben weiter gestalten soll. Einige Menschen dort sind voller Hoffnung, andere mutlos, haben Angst vor einer unsicheren Zukunft und auch Ausländerhass macht sich breit. Gerade hier, wo das friedliche Miteinander zum Wohle des Volkes Jahrzehnte „gepredigt“ wurde. Viele Schilderungen im Buch haben bei mir alte Erinnerungen geweckt, manchmal auch Widerspruch. Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne.
Ob es in einer Diktatur Menschen geben kann, die unschuldig bleiben?
Kurz vor dem Fall der Mauer flieht die 17jährige Hanna aus der DDR. Ihr Freund Andreas starb bei der dramatischen Flucht in der Ostsee. Das Trauma sitzt tief in Hanna, die zu ihrer Tante Brigitte nach Bremen zieht. Der dritte der Freunde, Jens, war zuvor schon mit seinen Eltern aus der DDR in den Westen ausgereist. Dass die Grenzen sich bald öffnen würden, konnte niemand ahnen.
„‘Ist es wahr?‘
Ich sah dich vor mir, direkt vor mir, klar und greifbar.
Und da war dieser eine Gedanke.
Alles umsonst.
Unsere Flucht, das ganze Theater.
Alles umsonst.
Und ja, in diesem Moment dachte ich dann auch, was vielen immer als Erstes einfällt. Wir hätten warten sollen, alle beide. Ein paar Wochen, mehr nicht.
Einfach nur warten.“
Hannah kehrt nach Rostock zurück, möchte ihre Freunde und Familie wiedersehen.
„Brigitte fuhr sich hektisch durchs Haar. Auch sie war nervös, logisch, nach all der Zeit. Über zehn Jahre hatte sie ihre Schwester, meine Mutter, nicht mehr gesehen [...].
Meine Mutter wartete nicht auf dem Bahnsteig, obwohl Brigitte uns angekündigt hatte. Hatte sie uns vergessen? War etwas passiert?
[...]
Vor meinem alten Wohnhaus wurde mir schwindelig, ich musste mich an Brigitte abstützen, als wäre ich ein alter Mensch.
Wäre dir vielleicht auch so gegangen.
‚Zurückkommen ist manchmal schwerer als weggehen.‘ Brigitte hatte offenbar meine Gedanken gelesen.“
Doch alles ist verändert, Hanna schlägt Misstrauen und Hass entgegen, die Menschen in der ehemaligen DDR sind orientierungslos und misstrauisch. Und auch Hanna muss sich erst neu finden. Das ersehnte Studium und die ungewohnte Freiheit bleiben überschattet von ihren Schuldgefühlen wegen Andreas‘ Tod.
Als es 1992 in Rostock-Lichtenhagen zu rassistischen Anschlägen kommt, wird ihr Weltbild tief erschüttert. Hanna zieht nach Berlin, gemeinsam mit Jens. Doch erst auf einer Reise nach Schottland findet sie Heilung - und Liebe.
„So leicht kommen wir nicht davon“ von Dorit Linke ist ein Jugendroman, der auch mich als Erwachsene sehr berührt und mitgenommen hat. Ich war sofort gefesselt von dieser Geschichte, konnte mich so gut in Hannas Gedanken und Gefühle hineinversetzen.
„‘Weißt du, was ich mir manchmal wünsche?‘
Susan schaut mich aufmerksam an, wartet geduldig.
‚Dass ich mir wie Jens einbilden könnte, Andreas hätte überlebt.
Ein wenig Hoffnung würde mir ganz guttun.‘
[...]
‚Doch leider weiß ich es besser‘, sage ich leise. ‚Er hatte keine Kraft mehr. Ich musste es tun. Ich konnte nicht mit ihm über Wasser bleiben.‘
Susan stellt ihre Tasse, aus der sie gerade trinken wollte, wieder zurück auf den Tisch und verschränkt die Arme vor ihrem Körper.
‚Ob es in einer Diktatur Menschen geben kann, die unschuldig bleiben?‘, frage ich sie.“
Meiner Meinung nach ist dieses Buch auch sehr gut als Schullektüre (ab 12 Jahren) geeignet, aber auch Erwachsenen kann ich diesen intensiven, nachdenklich stimmenden Roman bedingungslos empfehlen!
Vielen Dank an den Arena Verlag & an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚
Anja N, Buchhändler*in
So leicht kommen wir nicht davon
Ein Roman über das Ankommen in der BRD, traumatische Fluchterfahrungen und das Echo der Zurückgelassenen. Mit Glossar. Geeignet als Schullektüre
von Dorit Linke
Die Geschichte von Hannah geht weiter. Nach ihrer Flucht aus der DDR 50 km schwimmend durch die Ostsee kommt sie alleine in der BRD bei ihrer Tante in Bremen an. Aufgebrochen ist sie gemeinsam mit Andreas. Mit dem alleine Ankommen muss sie klar kommen, mit den Schuldgefühlen, damit anders zu sein, mehr erlebt zu haben als die Jugendlichen in Bremen. Und dann nur ein Jahr nach der Flucht fällt die Mauer.
Hannah erzählt uns ihren Weg und ihre Gefühle bis hin zur Isles of Sky, wo sie als Erwachsene lebt.
Es geht unter die Haut und lässt einen nicht kalt. Gänsehaut und fassungsloses Kopfschütteln gehören ebenso wie Bewunderung für Mut und Hoffnung zu den begleitenden Emotionen beim Lesen.
Auch hierfür gibt es eine absolute Leseempfehlung von mir!!!
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