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Der Portier
von Chris Pavone
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Erscheinungstermin 20.08.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Chicky, der Portier des Bohemian, hat immer ein Lächeln auf den Lippen, ist nie krank, kommt immer pünktlich und lässt sich auch von den unhöflichsten Bewohner*innen des luxuriösen Gebäudes in der...
Eine Anmerkung des Verlags
Bitte beachten Sie die Sperrfrist für Rezensionen (außerhalb von NetGalley) vom 20. August 2026.
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Vorab-Besprechungen
»Zynisch, feinfühlig, scharfsinnig, dicht, witzig und voller Insiderwissen über New York.« Stephen King
»Eine nahezu perfekte Mischung aus einem cleveren Plot, bissiger Gesellschaftskritik, einem unwiderstehlichen Setting, Figuren, die im Gedächtnis bleiben, und fesselnder Spannung. Ein echtes Vergnügen!« John Grisham
»Sensationell gut, weise, ironisch und hellsichtig.« Lee Child
»Intelligent, spannend und pointiert geschrieben. Der Portier lässt sich kaum aus der Hand legen und noch schwerer vergessen. Ein Genuss.« Karin Slaughter
»Chris Pavones provokanter Einblick in die Stadt, die niemals schläft, hält Leser*innen bis in die Morgenstunden wach.« Publishers Weekly, New York
»Zynisch, feinfühlig, scharfsinnig, dicht, witzig und voller Insiderwissen über New York.« Stephen King
»Eine nahezu perfekte Mischung aus einem cleveren Plot, bissiger Gesellschaftskritik, einem...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Paperback |
| ISBN | 9783311121374 |
| PREIS | 22,90 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Kurt L, Buchhändler*in
Chris Pavones „Der Portier“: Ein messerscharfes Porträt der US-amerikanischen Zerrissenheit
Es gibt Wahrheiten über den Zustand einer Nation, die sich nicht in Wahlstatistiken oder soziologischen Daten einfangen lassen. Während politische Kommentierung oft an der Oberfläche tagesaktueller Erregungen verharrt, legt der große Gesellschaftsroman die tieferliegenden tektonischen Verschiebungen einer Kultur frei. Chris Pavone, bisher vor allem für elegante Spionagethriller wie „The Expats“ bekannt, vollzieht mit „Der Portier“ eine bemerkenswerte Wendung hin zum gesellschaftlichen Roman. Der Thriller dient ihm dabei nicht als Selbstzweck, sondern als Seziermesser für eine „State of the Union“-Analyse der USA.
Der Schauplatz ist das luxuriöse Apartmenthaus „Bohemia“ an der Park Avenue – eine steinerne Metapher für die soziale Erstarrung Amerikas. Hinter schmiedeeisernen Zäunen und goldenen Spitzen lebt eine Elite, deren Realität längst vom Alltag der Mehrheit entkoppelt ist. Mittendrin steht Chicky Diaz, Ex-Marine und seit Jahrzehnten Portier des Hauses: ein stiller Beobachter, der als menschlicher Puffer zwischen Reichtum und Straße fungiert.
Pavone macht die soziale Kluft mit brutaler Präzision greifbar. Während in den Wohnungen des Bohemia beiläufig Geschäfte über Dutzende Millionen Dollar abgeschlossen werden und die Flure mit Picassos und Renoirs dekoriert sind, kämpft Chicky mit 300.000 Dollar Schulden – dem Erbe der Krankheitskosten seiner verstorbenen Frau. Das gnadenlose US-Gesundheitssystem wird so zum unsichtbaren Hintergrundrauschen des Romans.
Besonders scharf gerät Pavones Satire auf das liberale Großbürgertum New Yorks. Figuren wie Emily Longworth verkörpern eine politische Moral, die oft nur noch der Selbstvergewisserung dient. Während das Familienvermögen auf Geschäften mit High-Tech-Waffen basiert, kreist die moralische Empörung um korrekte Pronomen oder symbolische Gesten. Pavone zeigt dabei eine Gesellschaft, in der „Wokeness“ zunehmend zur Camouflage für exzessiven Reichtum wird.
Ebenso präzise schildert er die zerstörerische Dynamik des amerikanischen Kulturkampfes. Ein missglückter Witz genügt, um Emilys Vater - einen liberalen Demokraten - sozial zu ruinieren und ihn in die Welt von Fox News und reaktionärer Verbitterung zu treiben. Pavone beschreibt eine Gesellschaft, die keine Nuancen mehr kennt und dadurch ihre eigenen Feindbilder hervorbringt.
Während sich hinter den Mauern des Bohemia neurotische Machtspiele abspielen, dringt draußen die Realität mit Gewalt herein: Proteste gegen Polizeigewalt, MAGA-Gegendemonstrationen und die Angst der Elite vor Kontrollverlust bilden den permanenten Hintergrund des Romans. Besonders eindringlich wirkt dabei die Figur des Sicherheitschefs Olek, eines ukrainischen Einwanderers, der die amerikanische Dekadenz mit bitterem Realismus betrachtet.
Der Portier ist weit mehr als ein perfekt konstruierter Thriller. Pavone gelingt ein präzises Porträt der modernen Klassengesellschaft und der moralischen Orientierungslosigkeit der USA. Trotz aller Schärfe verfällt der Roman nie in bloße Karikatur; seine Figuren bleiben widersprüchlich und menschlich.
Das Buch hinterlässt den Eindruck einer Gesellschaft, die so sehr mit ihren inneren Abgrenzungen beschäftigt ist, dass sie das heraufziehende Unwetter jenseits ihrer goldenen Zäune nicht mehr erkennt. Ein spannender, kluger und bemerkenswert entlarvender Roman über die amerikanische Gegenwart.
Kurt Lhotzky
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