Gestalten der Tiefe
von Julia Armfield
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Erscheinungstermin 02.09.2024 | Archivierungsdatum 31.05.2026
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Zum Inhalt
Meeresbiologin Leah sinkt bei einer Forschungsreise im U-Boot mit ihrem Team auf den Ozeanboden ab und bleibt nach dem Unfall sechs Monate lang verschollen. Als Leah wieder nach Hause kommt, ist ihre Frau Miri überglücklich. Doch schnell wird Miri klar, dass Leah sich verändert hat.
Die Geschichte wird abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt: Leahs Stimme in Form eines Tagebuchs, das sie während des Tiefseetauchgangs geführt hat; und die Stimme von Miri, die Leah nach ihrer Rückkehr beobachtet und kaum noch erkennt. Die Geschichte reist mit Leah und dem U-Boot durch die Vergangenheit, die fehlenden sechs Monate und die vertikalen Zonen des Ozeans (Sonnenlicht, Dämmerung, Mitternacht, Abyssal, Hadal). Miri verfolgt an Land, wie sich ihre Beziehung wegen des Unfalls in der Tiefe in der Gegenwart verändert. Angesichts der langen Zeit des Schweigens wäre es selbst unter den besten Umständen nicht einfach, dort weiterzumachen, wo sie beide als Paar aufgehört haben; aber auch Leah hat sich in grundlegender Weise verändert, und Miri ist gezwungen, sich einer neuen Realität zu stellen.
In der Geschichte gibt es einige Momente blanken Horrors. Diese Elemente halten den Roman in Bewegung. Doch die Essenz des Romans fühlt sich größer an: Sie ist eine Art Orpheus-Geschichte über Verwandlung und Rückkehr, ein Anliegen der Autorin, das durch ein Zitat aus Moby-Dick beschrieben wird.
Armfield greift auf kollektive und archaische Ängste des Menschen zurück: das Meer, aber auch der Weltraum, andere Menschen, Gott, Wahnsinn, das Unbewusste (unsere „versunkenen Gedanken“) und Demenz. Das Unbekannte wird als körperliche Idee verkörpert, das U-Boot oder Miris und Leahs Wohnung, welche - umgeben von einer dahin plätschernden Dunkelheit - unheimlich und unergründlich erscheint.
Wie in ihren Erzählungen (Salt Slow) gelingt es Armfield hervorragend, die Beziehung der Frauen darzustellen: die Verleumdung aus Selbstschutz, die zarten Empfindungen, Rituale, Wut und Trauer um entschwundene Freuden – all die kleinen Momente, aus denen eine innige und dauerhafte Liebe besteht.
Meeresbiologin Leah sinkt bei einer Forschungsreise im U-Boot mit ihrem Team auf den Ozeanboden ab und bleibt nach dem Unfall sechs Monate lang verschollen. Als Leah wieder nach Hause kommt, ist ihre...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Hardcover |
| ISBN | 9783905574388 |
| PREIS | 26,00 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 2000288
Inhalt:
Auf einer Forschungsreise verschwindet die Meeresbiologin Leah auf unerklärliche Weise und bleibt für sechs Monate auf dem Meeresgrund verschollen. Als sie plötzlich wieder auftaucht, freut sich ihre Frau Miri zunächst riesig. Doch nach und nach fallen ihr unerklärliche Veränderungen an ihrer Frau auf.
Meine Meinung:
Der Roman erzählt eine faszinierende und einzigartige Geschichte, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Handlung ist unglaublich abstrus, aber innerhalb nur weniger Seiten konnte sie eine richtige Sogkraft auf mich aufbauen. Auf diese besondere Reise muss man sich definitiv einlassen können, aber dann macht es richtig viel Spaß, die beiden Charaktere dabei zu begleiten.
Besonders gut hat mir gefallen, wie der Roman die Beziehung zwischen Leah und Miri erkundet - erzählt durch viele Vignetten, die sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Die Essenz von dem, was es bedeutet, einen anderen Menschen zu lieben, wird dabei unglaublich gut erfasst. Auch die Trauerbewältigung von Miri fand ich sehr interessant zu lesen und war in all seiner Vielschichtigkeit dargestellt. Neben der romantischen Beziehung zwischen den beiden spielten auch ihre Beziehungen zu ihren bereits verstorbenen Eltern eine große und zentrale Rolle. Auch die Erkundung dieser Dynamiken fand ich richtig spannend und gut umgesetzt.
Innerhalb weniger Seiten schafft es der Roman, unglaublich tiefgründige und greifbare Charaktere zu schaffen, mit denen ich gerne Zeit verbracht habe!
Auch die Sprache der Autorin ist sehr schön und fängt die unheilvolle und mysteriöse Stimmung am Meeresgrund sehr gut ein. Insgesamt ist der Roman sehr atmosphärisch.
Man sollte sich definitiv bewusst sein, dass man am Ende des Romans mehr offene Fragen haben wird als davor. Das hat mich zwar nicht wirklich gestört, tatsächlich hätte aber auch ich mir gewünscht, dass sich das Buch an der einen oder anderen Stelle noch ein bisschen mehr Zeit nimmt, um bestimmte Themen zu erkunden. Das Ende fühlte sich leider auch etwas abrupt an.
Alles in allem kann ich den Roman aber nur empfehlen! Man muss sich auf das Buch einlassen können, aber dann ist es eine absolut einzigartige Erfahrung, die richtig Spaß macht!
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