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Buchcover für Gemalte Feuer

Gemalte Feuer

Roman

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Erscheinungstermin 13.08.2026 | Archivierungsdatum 30.11.2026


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Zum Inhalt

»Gemalte Feuer« ist ein soghafter Roman über Freundschaft, Schicksal, Selbstbestimmung und eine künstliche Befruchtung. Mit hypnotischen Sätzen und feinem Humor erzählt Eva Hegge von einer Frau, die sich auf der Suche nach einem Kind in einer Zwischenwelt wiederfindet, und stellt die Frage, wie wir ausbrechen können aus Ordnung und Norm.

Rebekka ist Mitte dreißig, studiert, und Verkäuferin in einem Möbelgeschäft. Sie lebt in einer Beziehung, sehnt sich nach einem Kind, das nicht kommt, und fragt sich, warum dieser Wunsch so stark ist und weshalb er nicht einfach verschwinden kann.

Als ihre beste Freundin Jenny schwanger wird, zieht sich eine Schlinge um Rebekkas Herz. Und es überkommt sie das Gefühl, dass sich nun alles in ihrem Leben in eine schicksalhafte Ordnung fügt. Sie begibt sich auf eine Odyssee – in fensterlose Arztpraxen, in Bibliotheken, an die Orte ihrer Kindheit und der Freundschaft zu Jenny, zu ein paar Nonnen und in die rätselhaften Mythen einer fernen Vergangenheit.

Währenddessen fließt der Fluss unter ihrem Fenster weiter träge durch die Stadt, und in den Bergen hängt in einer Höhle vielleicht ein Embryo aus Eis.

»Gemalte Feuer« ist ein soghafter Roman über Freundschaft, Schicksal, Selbstbestimmung und eine künstliche Befruchtung. Mit hypnotischen Sätzen und feinem Humor erzählt Eva Hegge von einer Frau, die...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462012507
PREIS 22,00 € (EUR)
SEITEN 192

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Ganz gut

Gemalte Feuer, ist der erste Roman der Filmemacherin Eva Hegge.
Sie schreibt mit ruhigem Ton.
Es geht um Freundschaft und Kinderwunsch.

Rebecca ist Mitte Dreißig, sie erzählt aus ihrem Leben. Man erfährt aus ihrer Kindheit mit ihrer Freundin.
Dann büffelt sie an ihrem Studium.
Dann gibt es einen Sprung und Rebecca versucht mit allen Mitteln ein Kind zu bekommen. Zwischendurch fantasiert Rebecca von einer Nonne.
Das alles ist ganz gut dargestellt. Mir fehlt ein wenig Schwung in dem Roman.
Ich gebe dem Buch 4 ½ Punkte.

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Eve Hegges Debütroman „Gemalte Feuer“ ist ein ungewöhnlicher und atmosphärischer Roman über einen Kinderwunsch, Freundschaft und die Frage, wie viel Raum ein Wunsch im eigenen Leben einnehmen darf.

Rebekka ist Mitte dreißig, lebt mit ihrem Partner Bernard zusammen und arbeitet in einem Möbelgeschäft. Eigentlich ist ihr Leben in geordneten Bahnen – nur eines fehlt: das Kind, nach dem sie sich so sehr sehnt. Als ausgerechnet ihre beste Freundin Jenny schwanger wird, wird Rebekka schmerzhaft mit ihrer eigenen Situation konfrontiert. Aus Sehnsucht werden Eifersucht, Verzweiflung und das Gefühl, dass das eigene Leben stillsteht, während sich bei allen anderen alles weiterentwickelt.

Besonders eindrücklich fand ich, wie Eva Hegge dieses Gefühl des Wartens beschreibt. Rebekka befindet sich geradezu in einem Niemandsland: zwischen Kinderwunsch und Kinderlosigkeit, zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Die Kinderwunschbehandlung wird dabei nicht nur als medizinischer Prozess erzählt, sondern vor allem als psychischer Ausnahmezustand. Das ständige Hoffen, Warten, Kontrollieren und Bangen wird zu einem Kreislauf, aus dem Rebekka kaum noch herausfindet.

Gleichzeitig ist „Gemalte Feuer“ kein klassischer Roman über eine Kinderwunschbehandlung. Eva Hegge erzählt viel verschlungener und poetischer. Erinnerungen, alte Mythen, Orte aus Rebekkas Vergangenheit und beinahe rätselhafte Bilder verbinden sich miteinander. Besonders die Motive rund um das alte Ägypten und die Vorstellung eines Embryos aus Eis verleihen der Geschichte etwas Traumartiges und Unwirkliches. Dadurch entsteht eine ganz eigene Atmosphäre, die nicht immer leicht greifbar ist, aber lange nachwirkt.

Interessant fand ich auch die Freundschaft zwischen Rebekka und Jenny. Jennys Schwangerschaft ist für Rebekka gleichzeitig Freude für die Freundin und eine schmerzhafte Erinnerung an das, was ihr selbst fehlt. Diese widersprüchlichen Gefühle werden sehr nachvollziehbar dargestellt. Man kann sich darüber freuen, dass ein geliebter Mensch glücklich ist, und trotzdem gleichzeitig von Neid und Traurigkeit überwältigt werden. Gerade diese unangenehmen Gefühle bekommen in dem Roman ihren Platz.

Allerdings blieb Rebekka für mich trotz der intensiven Innensicht ein Stück weit auf Distanz. Sie denkt und reflektiert sehr viel, kapselt sich aber auch stark von ihrer Umwelt ab. Dadurch konnte ich ihre Situation verstehen, ohne mich ihr immer wirklich nahe zu fühlen. Auch Bernard bleibt erstaunlich blass. Gerade weil der Kinderwunsch und die Behandlung so viel Raum einnehmen, hätte ich mir mehr Einblick in ihre Beziehung und in seine Gefühle gewünscht.

Dennoch fand ich gerade die ungewöhnliche Erzählweise interessant. „Gemalte Feuer“ gibt keine einfachen Antworten darauf, woher unser Kinderwunsch eigentlich kommt, wie weit man für ihn gehen sollte oder wann es Zeit ist, einen Wunsch loszulassen. Stattdessen zeigt der Roman, wie irrational und mächtig Sehnsüchte sein können – und wie sehr sie unsere Wahrnehmung der eigenen Lebenssituation verändern.

Ein leiser, eigenwilliger und poetischer Roman über einen sehr persönlichen Wunsch, der das gesamte Leben aus den Angeln heben kann. Nicht jede Passage hat mich gleichermaßen erreicht, aber die Gedanken über Kinderwunsch, Freundschaft, Selbstbestimmung und die Erwartungen an ein vermeintlich „geordnetes“ Leben fand ich sehr lesenswert.

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Schon die erste Szene des Buches setzt den Ton für die ganze Geschichte: die junge Frau Rebekka ist zu diesem Zeitpunkt noch Studentin, oft besucht sie die Bibliothek, um zu lernen und an ihrer Abschlussarbeit zu schreiben. Detailliert beschreibt sie jedes Detail dort, die Bücher, die Bibliothekarin, den Tag, an dem diese nicht da ist, sondern eine Aushilfe, den Tag, an dem die Bibliothekarin aufgewühlt wirkt und noch so einiges mehr. Viele Details, viel Atmosphäre, wenig voranschreitende Handlung. Aber dafür ein tiefer Blick ins Innenleben von Rebekka und wie sie die Welt wahrnimmt. Zu diesem Zeitpunkt träumt sie noch von einer strahlenden Zukunft, die sich dann nicht erfüllen wird.

Im weiteren Verlauf des Buches ist Rebekka fertig mit dem Studium und wünscht sich ein Kind. Sie ist in einer Beziehung mit Bernard, aber diese Beziehung wird nur am Rande erwähnt. Mehr Raum nimmt die Freundschaft zu Jenny ein, mit der Rebekka schon als Säugling gemeinsam auf einer Matte gelegen hat. Denn Jenny wird erfolgreich schwanger, einfach so, und Rebekka nicht. So beobachtet Rebekka weiter ihr Leben.

Auch beruflich hat sie es nicht zu viel gebracht: nach abgeschlossenem Studium im Literaturbereich kann sie dort nicht so wirklich Fuß fassen, macht nur nebenbei kleinere Aufträge im Bereich Lektorat, ansonsten arbeitet sie als Verkäuferin in einem Möbelgeschäft. Und beobachtet dabei die Welt und macht sich Gedanken über alles Mögliche. Geht zur Frauenärztin und in die Kinderwunschpraxis und wird und wird nicht schwanger, während Jennys Schwangerschaft voranschreitet.

Wie ich dieses Buch bewerten soll, habe ich länger überlegt. Am Anfang schienen mir viele Szenen viel zu belanglos, viel zu detailliert beschrieben, und ich spürte eine Ungeduld, weil die Handlung so gar nicht wirklich vorankam und so vieles erzählt wurde, das mich nicht wirklich interessierte.

Im weiteren Leseverlauf wurde mir bewusst, dass all diese Banalität des Alltags, all diese scheinbar unwichtigen Details wohl spiegeln sollen, wie es Rebekka mit der erfolglosen Kinderwunschbehandlung geht: der Alltag zieht weiter, es passiert dieses und jenes, es gibt keine großen, beeindruckenden Veränderungen im Leben, andere werden schwanger und sie wird einfach nur älter, aber hat keine wirklichen Erfolge vorzuweisen.

Dieses Gefühl schafft das Buch durchaus eindringlich zu vermitteln und kann damit einen Einblick darin geben, wie es sich vielleicht anfühlen kann, wenn sich all die eigenen Träume so gar nicht verwirklichen und man in keinem Lebensbereich merklich voranschreitet, das Gefühl hat, wenig unter Kontrolle zu haben und das Leben dabei weiter an einem vorbeizieht.

Insofern war das Buch für mich zwar kein großer Lesegenuss, aber psychologisch betrachtet durchaus ein interessantes Psychogramm einer Frau, die ein Problem hat, das gerade in der heutigen Zeit sehr viele betrifft.

Hier noch zwei Zitate, die ein bisschen zeigen, wie unsere Hauptfigur Rebekka so drauf ist:

"Ich verstand nicht, dass Musik der Feinheit und der Zartheit bedurfte. Zartheit war etwas, das mir widerwärtig schien, denn es hatte etwas mit Liebe zu tun. Ich hasste jedoch alles in dieser Richtung, und das leise, einfühlsame Spielen hätte Geduld und Genauigkeit erfordert, und so kam es mir gar nicht erst in den Sinn." (S. 80 im E-Book)

"Ich dachte an den alten grünen Fluss vor unserem Fenster. Er hatte in den letzten Jahren mehrmals im Jahr Hochwasser gehabt, es kam mir nicht so vor, als handelte es sich um einen vorbestimmten Kreislauf mit einem festen Rhythmus, mal kamen die Hochwasser im Winter, mal im Frühjahr, dann zweimal hintereinander im Herbst, und sogar im Sommer hatte es eins gegeben, das mehrere Wochen andauerte, im Jahr darauf jedoch gab es überhaupt kein Hochwasser, sondern ein langes Niedrigwasser während einer großen Hitze. Der Nil im alten Ägypten hingegen schien damals zu funktionieren wie ein Uhrwerk und war heilig. Er war der längste Fluss der Erde und floss schon seit dreißig Millionen Jahren in dieselbe Richtung. Die Magie heilte die Kranken und spendete Trost, wenn alles fehlschlug und ein Ausweg verschlossen schien." (S. 95 im E-Book)

Um dieses Buch zu genießen, sollte man sich also auf die Hauptfigur Rebekka und ihre Sicht auf die Welt einlassen können. Wenn man das einmal geschafft hat, ist es ein durchaus interessantes Leseerlebnis und ein Einblick in die Psyche einer jungen Frau. Empfehlen würde ich das Buch aber nur allen, die selbst gerade kein akutes Thema mit unerfülltem Kinderwunsch haben, denn viel Hoffnung zu diesem Thema vermittelt es nicht, sondern könnte vorhandene eigene Ängste und herausfordernde Gefühle nur noch verstärken.

4 stars
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