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Alleinruhelage
Roman
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Erscheinungstermin 13.08.2026 | Archivierungsdatum 28.02.2027
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Zum Inhalt
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.
Die nötige Hilfe ist quasi vom Himmel gefallen, Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Renovierungen und Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der benachbarten Schrebergärtner lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus – und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin womöglich genauer wahr, als Wienerin in der doppelten Fremde. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer »stabilen Alleinruhelage«.
Eva Menasse hat einen vielschichtigen Roman über die Zwischenbilanz eines Lebens geschrieben, eine gewitzte Reflexion über Fremdheit und Heimat – und das Abschiednehmen.
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.
Die nötige Hilfe ist quasi...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783462002621 |
| PREIS | 23,00 € (EUR) |
| SEITEN | 224 |
Links
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Caroline S, Buchhändler*in
Ein Selbstgespräch?
Was für ein nachdenklich, schön lesbares Buch der oft sonst so spröden Autorin!
Die beiden "Helfer" tragen natürlich ihr Übriges dazu bei, dass man auch mal eine gewisse Leichtigkeit erlebt, denn ansonsten macht man ja alle Schritte mit durch: Scheidung und Verwahrlosung, berufliche Probleme und Identifikationsnotstände... die Außenwahrnehmung und Innensicht verwischen doch manchmal und ich bleibe als Leser nachdenklich zurück. Sehr schön und ich denke, ideal für Diskussionsrunden oder Gute-Freundinnen-Geschenke.
Claudia B, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Ganz wunderbar finde ich den neuen, sprachlich feinen Roman von Eva Menasse!
Diesmal verbindet sich eine speziell besiedelte Landschaft samt Haus im Osten mit flüchtenden, die Stille suchenden Menschen aus dem Westen. Szenen der alltäglichen Begegnungen, filmisch beschrieben, wechseln sich ab mit Erinnerungen an familiäre oder freundschaftliche Beziehungen. Dieser Fundort in ruhiger Lage verspricht viel, erfüllt nicht jede Erwartung, bleibt standfest trotz unberechenbarer Vorkommnisse und steckt voller besonderer Überraschungen.
Rezensent*in 1900875
Ein wunderbar feinfühliger Roman über Neubeginn und Abschied: Alleinruhelage verbindet Nostalgie, leise Melancholie und Aufbruchsstimmung auf kluge und berührende Weise. Eva Menasse erzählt mit Witz und Tiefgang von Fremdheit, Heimat und dem Mut, noch einmal neu anzufangen. Sehr zu empfehlen!
Rezensent*in 427080
Hallo Haus
Alleinruhelage ist der ungewöhnliche Titel des neuen Romans der österreichischen Schriftstellerin Eva Menasse.
Eine Frau kehrt zu ihrem Wochenendhaus zurück. Es stellt sich die Frage: renovieren oder verkaufen. Die Erzählerin steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Eine Trennung beschäftigt sie sehr. Es sind Entscheidungen für einen Neuanfang zu treffen.
Sie erinnert sich an die alten Zeiten, z.B. an die Zeit mit ihren Kindern und Freunden, dann auch an ihre eigene Kindheit.
Es dauert nicht lange, bis man in den Sog des Erzählflusses hinein gesogen wird. Das Ganze ist sehr intensiv!
Es wird ein Buch der Erinnerungen und des Bilanz-ziehens.
Eva Menasse verfügt über eine Sprache, die es ihr ermöglicht, den Text so klar und dicht zu gestalten.
Buchhändler*in 2014546
Wie der Titel schon impliziert, es geht um Frau allein !!
Nach Ehe Ende zieht die Protagonistin allein in das ehemals gemeinsame
Wochenendhaus.
Sehr subtil, es geht um Aufarbeutung - Alleinsein---Reflexion..
Empfehlenswerte Lektüre.
Elvira S, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Allein Ruhelage von Eva Minasse. Der Roman hat mich im Anfang etwas verwirrt die Autorin spricht immer mit dem Haus, aber es geht um das Ende einer Ehe und ein Wochenendhaus bleibt übrig, was wo sehr emotional ist. Es ist ein Deutsch Deutscher Roman, der mich sehr beeindruckt hat, von der Sprache. Man fühlt mit der Protagonistin, Sie hängt sehr an dem Haus, dass es finde ich der Hauptvielschicht ist der Roman auch, ich würde habe nur 3 Sterne gegeben, es hat mich ein bisschen verwirrt, die verschiedenen Zeiten aber sonst breite Empfehlung..
Claudia F, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Im Mittelpunkt des Romans ‚Alleinruhelage‘ ist ein einsam gelegenes Haus und die Geschichten, die die Besitzerin hier erlebt.
Zunächst mit Familie,später allein verbringt die Protagonistin unzählige Sommertage in dem Haus uns seinem Garten. Es sind einfühlsam erzählte Geschichten, empathisch erzählte Leben. Ein kurzweiliges Buch mit vielfältigen Facetten
Birte W, Buchhändler*in
Eine Frau entscheidet sich nach dem Ende ihrer Ehe, das einst gemeinsame Haus zu verkaufen. Bei dem langsamen Abschied von dem Haus rekapituliert sie nicht nur ihre Ehe, sondern auch die Nachbarschaft und das Leben als Österreicherin in der ehemaligen DDR nach der deutschen Wiedervereinigung.
Die Gedanken und Beobachtungen zu den vielen Zuzügen von West-Europäern in die neuen deutschen Bundesländer und die Kontroversen, die diese ausgelöst haben, sind besonders interessant und gut herausgearbeitet.
Buchhändler*in 920656
Alleinruhelage - so hatten sich die Ich- Erzählerin und ihr Mann sich ihr Häuschen im Grünen in guten Zeiten erträumt und verwirklicht. Nun steht sie vor diesem Haus und nimmt Abschied, um nach einer beendeten Beziehung und einem beendeten Lebensabschnitt noch einmal neu anzufangen. Dieser Roman ist ein Rückblick auf ein Leben, in dem Kinder geboren wurden und groß gezogen, aufgewachsen sind, auf eine zunächst ziemlich heile Welt, die jedoch nach und nach Risse bekommen hat. Und auch das Versprechen der Alleinruhelage des Hauses, stellte sich schnell als hohl dar.
Das Haus liegt mitten in einer Schrebergartenanlage. Und daß die Kleingartenbesitzer ihren ganz eigenen Kodex haben, musste die Protagonistin und ihre Familie erst schmerzhaft lernen. Wer seinen Garten, und nicht nur den, nicht in Ordnung hielt, fiel unangenehm auf und musste mit Kommentare und Beschimpfungen rechnen.
Ihre österreichische Herkunft und Prägung lässt die Ich-Erzählerin auch tiefergehende Beobachtungen bei den Bewohnern der Gartenkolonie machen, die nicht gerade vom Sympathie geprägt sind.
Ich habe dieses Buch weniger als Roman empfunden, als eine Sammlung von Beobachtungen und Gedanken einer Österreicherin, die es mit ihrer Familie in eine Berliner Schrebergartenkolonie verschlagen hat. Nur was auch witzig hätte sein können, wirkt auf mich wie eine Mischung aus Arroganz und (berechtigter) Genervtheit, jedenfalls bar jeglichen Humors oder einer tieferen Erzählung.
Das Haus und sie
Jetzt soll das abgelegene Haus am See verkauft werden. Viele Jahre wurde es bewohnt, geliebt, umgebaut. Viele Erlebnisse und Geschichten hängen daran. Z.B. die von Alla und Bolek, zwei absoluten Originalen. Beide werden anerkannt, gelobt. Authentisch beschriebene Alleskönner. Aber es ist auch Überheblichkeit seitens der Besitzerin zu spüren, Unverständnis für die Lebensweise Anderer, sogar abwertende Urteile für geschätzte Dinge der Einwohner. Die sie fast alle so gar nicht mag und auch nicht zu verstehen versucht. Mit ihren Mitmenschen verfährt sie oft ungnädig, urteilt intolerant. Einiges an ihrem Wohnort ist gut, einiges missfällt, u.a. der nicht immer schöne See, die unbekannte Vergangenheit einiger Ansässiger. Nun zieht sie weiter.
Positiv anzumerken ist: Eva Menasse schreibt in angenehmen Erzählfluss, setzt Worte geschickt. Sie vermittelt Stimmungen und zeichnet anschauliche Bilder. Ein Blick aus einer in eine andere Welt.
Buchhändler*in 1904532
Ein wunderbarer Roman, fast eine Art Selbstgespräch, das die Autorin führt. Es werden sehr viele Themen aufgemacht, die aber auch alle ineinander führen und sich miteinander verweben. Es geht um Abschiede und Neuanfänge, Freundschaft, Liebe, Familie und das Älterwerden. Sehr dicht und fein beschreibt Eva Menasse diese Zustände der Veränderung. Sprachlich eine wahre Freude und umbedingte Empfehlung.
Buchhändler*in 1112220
Die Protagonistin erzählt ihre Familiengeschichte, die sich in einem nach der Wende gekauften Ferienhaus in der Nähe Berlins überJahrzehnte abspielt. Über die Renovierung, die Kinder, die gescheiterte Ehe, die Nachbarn (Scht‘is), politische Entwicklung und vieles mehr.
Der neue Roman von Eva Menasse kam mir eher wie eine Aneinanderreihung von Geschichten/Kolumnen vor, in der die zeitliche Einordnung des jeweiligen Kapitels schwierig wird. Das im Klappentext beschriebene Pärchen kommt witzig rüber, bleibt aber wie viele nur Randfiguren und bedarf garnicht dieser expliziten Erwähnung.
Auf der einen Seite einfühlsam und humorvoll beschrieben, auf der anderen Seite ploppen Vorurteile auf, die garnicht nötig wären.
Buchhändler*in 1985408
Der ungewöhnliche Titel "Alleinruhelage" hat mich sofort angesprochen. Gerne wollte ich wissen, was es damit auf sich hat und ich wurde nicht enttäuscht.
Sprachlich sehr fein beschreibt Eva Menasse einen Abschied und Neubeginn. Das Haus in Alleinruhelage wird zum Wegbegeliter und Ort, an dem verschiedene Menschen zusammentreffen. Mit einer priese Humor, aber auch Tiefgang behandelt dieses Buch die Themen Heimat, Mut und Nostalgie. Auch die Ost-West Dynamik war sehr gut ausgearbeitet. Die Szenen beinahe filmisch.
Sehr empfehlenswert und sicher eine gute Wahl für den Leseclub.
Buchhändler*in 383994
Nach der früheren Büchern von Eva Menasse, die mich begeistert hatten, bin ich von diesem hier etwas enttäuscht. Die Autorin erzählt aus ihrem Leben als Hausbesitzerin einer alten Villa in Brandenburg, von den Nachbarn mit DDR-Biografie, den Problemen während der Renovierung, ihrer gescheiterten Partnerschaft und ihren Freundinnen. Nicht besonders interessant. Das kennt man schon aus vielen anderen Büchern und Julie Zeh beschreibt den Clash der Kulturen weitaus spannender.
Jonah R, Rezensent*in
Was zunächst wie die Geschichte eines Wochenendhauses klingt, wird bei Eva Menasses 'Alleinruhelage' schnell zu einer vielschichtigen Erzählung über Abschied, Beziehungen, Heimat und die Frage, was von einem vergangenen Leben eigentlich bleibt. Die namenlose Ich-Erzählerin steht nach dem Ende ihrer Ehe vor der Entscheidung, sich endgültig von dem Haus in Brandenburg zu trennen, das sie gemeinsam mit ihrem damaligen Mann nach der Wende gekauft und über Jahre hinweg renoviert hat. Beim Ausräumen kommen nicht nur allerlei kuriose Hinterlassenschaften zum Vorschein, sondern vor allem Erinnerungen an die Familie, vergangene Lieben, Konflikte und Neuanfänge.
Besonders gelungen ist dabei die besondere Erzählweise. Die Protagonistin spricht das Haus immer wieder direkt an und lässt sich von einer Erinnerung zur nächsten treiben. So entsteht ein mäandernder Gedankenstrom, der gelegentlich assoziativ von einem Gedanken zum nächsten übergeht und gerade dadurch sehr lebensnah wirkt. Menasse verbindet dabei Melancholie und Nachdenklichkeit mit einem feinen, teilweise wunderbar trockenen Humor. Gerade die Episoden rund um die Renovierung und die beiden polnischen Handwerker Alla und Bolek sorgen für einige amüsante Momente.
Überhaupt lebt der Roman weniger von einer großen Handlung als von Beobachtungen, Erinnerungen und den Gedanken seiner Protagonistin. Dabei geht es um das Ende einer Ehe, Familie und das Älterwerden, aber auch um Fremdsein, Heimat und die deutsch-deutsche Geschichte. Besonders interessant fand ich den Blick einer Österreicherin auf das Leben in Ostdeutschland und die damit verbundenen Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ablehnung.
Nicht alles hat mich dabei gleichermaßen überzeugt. An manchen Stellen verliert sich die Erzählerin etwas in ihren Gedankengängen, und auch einige politische Ausführungen waren mir persönlich etwas zu ausführlich. Gleichzeitig ist gerade diese Abschweifung Teil des besonderen Erzähltons des Romans.
Insgesamt hat mir 'Alleinruhelage' vor allem sprachlich sehr gut gefallen. Eva Menasse erzählt klug, pointiert und mit einem wunderbaren Gespür für die kleinen Absurditäten des Lebens. Ein ruhiger, melancholischer und zugleich humorvoller Roman über das Loslassen und darüber, dass manche Orte eben doch viel mehr sind als nur Häuser.
Ulrike B, Buchhändler*in
Die Ich-Erzählerin adressiert ihr Ferienhaus - ihre Beziehung ist sichtbar am Ende. Sie hatten gute Zeiten gemeinsam, Ups und Downs wie in jeder menschlichen Beziehung, aber jetzt steht die endgültige Trennung, der Verkauf, bevor. Ich mochte diese Erzählung - Eva Menasses Roman macht Räume auf für vieles, das unerzählt bleibt. Das kann irritierend sein, aber Menasses Sprache und die vielen herrlichen Details trösten über diese Irritationen leicht hinweg.
Karin J, Buchhändler*in
In dem Buch "Alleinruhelage" von Monika Maron erinnert sich die Ich-Erzählerin aus Anlass des Verkaufes ihres Hauses an die letzten 20 Jahre mit diesem Haus, das für sie eine große persönliche Bedeutung hat. Das Haus wurde von ihr und ihrem Mann in Ostdeutschland nach der Wende erworben und unter Schwierigkeiten renoviert. Bei der Gelegenheit und im Laufe der Zeit lernt sie hilfreiche Polen und unzugängliche Ostdeutsche kennen, die in der Nachbarschaft in renovierten Datschen leben. Obwohl sich die Ich-Erzählerin bemüht, schafft sie es nie, als Nicht-Ostdeutsche in die "Gemeinschaft" integriert zu werden. Das alles ist interessant zu lesen und letztendlich muss sie eine Entscheidung bezüglich des Hauses treffen, da ihr Mann und sie sich getrennt haben nach 20 Jahren Ehe, über die sie im Laufe des Buches ebenfalls berichtet. Schön geschriebene Einblicke in die Gedankenwelt der nachdenklichen Ich-Erzählerin.
"Damals galt eisern der Grundsatz Rückgabe vor Entschädigung, der der Bundesrepublik an einer Stelle Geld und Umstände sparte, an der sie, von den späteren Verwerfungen her betrachtet, besser mit beidem geprasst hätte."
Um Grundstück in den sogenannten neuen Bundesländern geht es oft in Eva Menasses neuem Roman "Alleinruhelage". Das Buch der Wienerin, das bereits vor Erscheinen auf der Longlist des deutschen Buchpreises erschienen ist, stellt ein Haus in den Mittelpunkt. Oder besser gesagt die Beziehung der Bewohnerin zu ihrer Zweitimmobilie. Eine Wienerin zieht nach Deutschland und kauft gemeinsam mit dem (damaligen) Ehemann ein Haus in Mecklenburg. Als Zugezogene, dazu noch aus dem Westen, stehen ihnen die Altansässigen eher kritisch gegenüber. Mit dem Platzwart der Gartenkollonie, Selbstbezeichnung Rote Socke, verstehen sie sich aber gut. Das bringt ihnen immerhin eine gewisse Akzeptanz ein. Die Nachwendejahre sind zu Beginn des Romans aber schon lange vorbei. Die Ehe ist geschieden, das Haus hat keinen Nutzen mehr für die darin lebende Schriftstellerin und so soll es verkauft werden. Gleichsam einem letzten Rundgang erinnert sich die Schriftstellerin nun an die Zeiten, die sie in dieser ehemaligen Waldschänke verbracht hat - vom Erwerb bis hin zum endgültigen Verkauf.
Der Klappentext von Alleinruhelage liest sich vielversprechend. Auch die Themen, die der Roman behandelt, sind hoch aktuell. Geht es doch um nicht weniger als die Frage, wie sich der Osten entwickelt hat. Damit verbunden sind viele kluge Einsichten, die sich zwischen den Erinnerungen der Frau verbergen, und als Kommentar zur aktuellen politische Situation verstanden werden können. Auch die Idee, die Beziehung zu einem Haus ins Zentrum einer Erzählung zu stellen, ist innovativ. Allerdings gehen damit auch Abstriche einher. So werden viele, viele Lebensgeschichten nur angerissen. Da es ja (auch) um Erinnerungen der Protagonistin geht, wird natürlich wenig Kontext erklärt. So tauchen Figuren auf, Episoden in der Zukunft angerissen, aber nicht vollendet usw. Das sorgt dafür, dass fast alle Figuren im Leben der Frau blass bleiben. Ihre Geschichten werden nicht nur nicht zu Ende erzählt, sondern geradezu fragmentarisch herausgerissen. Wann es nur um Namen geht, die am Rand erwähnt werden, mag das weniger dramatisch sein. Bei engen Bezugspersonen hat es mich aber doch gestört. Warum lese ich seitenweise über die Geschichte einer Nymphenstatue, aber kaum etwas über die Tochter, die offensichtlich unter psychischen Störungen leidet?
Mir hat "Alleinruhelage" aufgrund der vielen losen Erzählfäden weniger gut gefallen.
Diese Geschichte trifft mich, weil sie zeigt, wie radikal sich ein Leben verschieben kann, wenn ein vertrauter Rahmen plötzlich wegbricht. Die Frau, die nach dem Ende ihrer Ehe im Wochenendhaus steht, wirkt auf mich wie jemand, der inmitten der Überreste eines früheren Glücks versucht, sich selbst neu zu erfinden. Das Haus ist nicht nur ein Ort, sondern ein Echo jeder geplatzte Wasserhahn, jede schiefe Wand erinnert daran, wie viel Mühe man in ein Leben gesteckt hat, das nun nicht mehr existiert. Dass ihr die Hilfe vom Himmel fällt in Gestalt von Alla und Bolek, diesen rauchenden Alleskönnern hat für mich etwas Tröstliches. Sie bringen eine andere Welt mit, eine andere Geschichte, und plötzlich wird das Haus zu einem Ort, an dem Fremdheit und Nähe sich mischen. Die Konflikte mit den Schrebergärtnern, die kleinen Gemeinheiten, die Missverständnisse zwischen Ost und West, zwischen Herkunft und Gegenwart, all das wirkt wie ein Brennglas auf die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet. Der Entschluss, das geliebte Haus zu verkaufen, ist für mich kein Scheitern, sondern ein Akt der Selbstbehauptung. Ein leises, aber entschlossenes „Ich gehe weiter“. Eva Menasse zeigt in diesem Roman, wie Abschied nicht nur Verlust bedeutet, sondern auch Klarheit. Wie man in der Fremde sich selbst schärfer sieht. Und wie ein Haus, das man loslässt, manchmal der erste Schritt in ein Leben ist, das endlich wieder offen vor einem liegt.
Ein kluger Roman über Abschied und Neuanfang
Alleinruhelage hat mir vor allem sprachlich sehr gut gefallen. Eva Menasse erzählt klug, pointiert und mit feinem, trockenem Humor von einer Frau, die nach dem Ende ihrer Ehe auch von einem Haus Abschied nehmen muss, das über viele Jahre mit ihrem Leben verbunden war.
Besonders schön fand ich, wie sich Gegenwart und Erinnerungen miteinander verweben und aus der Geschichte des Hauses nach und nach die Geschichte eines ganzen Lebens entsteht. Ein ruhiger, nachdenklicher und gleichzeitig sehr unterhaltsamer Roman über Abschied, Heimat und die Möglichkeit eines Neuanfangs.
Buchhändler*in 895389
"Alleinruhelage", schon der Titel hat mich neugierig gemacht uns natürlich die Autorin. Menasse schreibt detailliert und auch ironisch über die Situation der Hauptfigur, plötzlich mit dem Wochenendhaus in der ostdeutschen Provinz allein gelassen. Das Haus wird Zeuge ihres Lebens und es scheint auch mit ihr zu kommunizieren oder sich gar zu widersetzen. Mit den Schikanen des täglichen Wahnsinns Schikanen umzugehen, muss sie lernen und findet kurzzeitig Hilfe von zwei patenten Polen. Auch die piefigen Kleingartenbesitzer machen ihr das Leben in der scheinbaren Idylle unnötig schwer.
Ein ironisch-melancholischer Zwischenbericht eines Lebens, sehr eindringlich und genau beschrieben.
Buchhändler*in 772537
Für die Erzählerin in diesem Roman wird es Zeit, sich nach zwanzig Jahren von ihrem Wochenendhaus in einer Waldsiedlung in Vorpommern zu trennen. Sie erinnert sich an die verheißungsvollen Anfänge, die Konflikte mit der benachbarten Datschensiedlung, die Zeit mit der Familie, fröhliche Feste und zupackende Hände bei Reparaturarbeiten, an ein gestohlenes Boot und den sterbenden See. Sie reflektiert das Ende ihrer Ehe, eine gescheiterte neue Liebe und verschiedene andere Beziehungen.
All das wird nicht chronologisch erzählt, sondern bruchstückhaft und assoziativ, teilweise anekdotisch, in einem sehr persönlichen Ton und mit leisem Humor.
Mir wurde das Buch als unterhaltsame, leichte Geschichte empfohlen, aber es ist viel mehr als das. Es ist intelligent, unsentimental und wunderbar komponiert und wirft immer wieder nachdenkliche Schlaglichter auf die deutsch-deutsche Geschichte. Ich fand es nicht nur unterhaltsam, sondern auch anregend und authentisch, vielschichtig und komplex – ein meisterhaftes Stück Literatur.
Wer eine durchgehende, detailliert erzählte Handlung erwartet, wird in diesem Buch nicht fündig. Aber Leserinnen und Leser, die Freude an schöner Sprache, interessanten Gedankengängen und einer assoziativen Erzählweise haben, werden hier reich belohnt.
Ein Haus, ein Lebensabschnitt und die Frage, was bleibt, wenn man noch einmal neu anfangen möchte.
„Alleinruhelage“ ist ein ungewöhnlicher und zugleich sehr passender Titel für Eva Menasses Roman. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die nach dem Ende ihrer Ehe vor ihrem einst gemeinsamen Wochenendhaus steht. Was früher Rückzugsort für die Familie war, ist nun zu einem Ort des Abschieds geworden. Renovieren oder verkaufen? Bleiben oder weiterziehen? Diese scheinbar praktischen Fragen werden für die Erzählerin zu einer persönlichen Bilanz ihres bisherigen Lebens.
Dabei ist das Haus weit mehr als nur ein Schauplatz. Es wird zum stillen Gegenüber der Protagonistin, zu einem Speicher von Erinnerungen. Die Kinder, die Familie, Freunde, die gescheiterte Ehe, unzählige Sommertage und viele Begegnungen sind mit diesem Ort verbunden. Während sie sich langsam von dem Haus löst, blickt sie zurück und versucht gleichzeitig, ihren eigenen Platz in der Welt neu zu bestimmen.
Interessant fand ich die Perspektive der österreichischen Erzählerin, die in einer Schrebergartenkolonie im Osten Deutschlands auf eine für sie zunächst fremde Welt trifft. Eva Menasse beobachtet die Menschen und ihre Eigenheiten sehr genau und lässt dabei auch die deutsch-deutsche Geschichte immer wieder in den Alltag einfließen. Die Spannungen zwischen Ost und West, zwischen Zugezogenen und Alteingesessenen und die unterschiedlichen Vorstellungen von Heimat werden auf subtile Weise sichtbar.
Eine besondere Rolle spielen Alla und Bolek, die polnischen Helfer, die mit ihrer praktischen Begabung und ihrer unverwechselbaren Art für einige der leichteren und humorvolleren Momente sorgen. Überhaupt gelingt es Menasse, neben Melancholie und Nachdenklichkeit immer wieder kleine Momente von Witz und Absurdität einzubauen.
Sprachlich ist der Roman für mich die größte Stärke. Eva Menasse schreibt präzise, dicht und ausgesprochen bildhaft. Viele Szenen wirken beinahe filmisch, und ihre Beobachtungen sind oft so fein, dass hinter einer scheinbar nebensächlichen Alltagssituation plötzlich ein größerer Zusammenhang sichtbar wird. Es geht um Familie, Freundschaft, Liebe, Alter, Fremdheit, Heimat und natürlich um das Abschiednehmen – Themen, die sich miteinander verweben und immer wieder neue Perspektiven eröffnen.
Die Erzählerin selbst ist nicht immer eine Figur, mit der man uneingeschränkt sympathisiert. Ihre Beobachtungen über andere Menschen sind mitunter scharf und teilweise durchaus überheblich. Gerade dadurch entsteht allerdings ein interessantes Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenperspektive: Man muss nicht jede ihrer Einschätzungen teilen, um sich mit ihren Gedanken auseinanderzusetzen.
Allerdings verlangt „Alleinruhelage“ auch etwas Aufmerksamkeit. Die Zeitebenen wechseln, Erinnerungen und Gegenwart gehen ineinander über und nicht jedes Kapitel lässt sofort erkennen, wann genau es spielt. Dadurch kann der Erzählfluss stellenweise etwas verwirrend wirken.
Nichtsdestotrotz ist „Alleinruhelage“ ein ruhiger, sprachlich sehr feiner Roman über Abschied und Neuanfang. Das Haus wird zum Spiegel eines Lebens, das sich verändert hat, und zum Ausgangspunkt für Erinnerungen an Familie, Beziehungen und eine besondere deutsch-deutsche Wirklichkeit. Wer sich auf einen eher nachdenklichen, beobachtenden Roman einlässt und Freude an genauer Sprache und vielschichtigen Gedanken hat, findet hier eine lohnende Lektüre.
Auch das Hörbuch, das von der Autorin selbst eingelesen wurde, kann ich wärmstens empfehlen. Eva Menasse ist eine wunderbare Erzählerin/ Vorleserin!
Buchhändler*in 1454805
Eine namenlose Frau und Mutter spricht mit ihrem Wochenendhaus und lässt ihr Leben Revue passieren. Die Kinder sind groß, die Ehe gescheitert, das Haus ist geblieben. Es wird ausgeräumt, Bäume werden gefällt, man blickt zurück aber euch in die Zukunft.
Eva Menasse behandelt in diesem Buch Vergangenheit und Neuanfang, auch die der deutschen Geschichte.
Norbert W, Buchhändler*in
Ein wunderbares Buch über den Lebensabschnitt der Protagonistin, mit allem, was mehr oder weniger dazugehört.
Im scheinbaren Mittelpunkt steht ein Haus in den Tiefen Brandenburgs, umgeben von unglaublich viel Landschaft aber auch von Nachbarn, die mit Argusaugen beobachten und kommentieren, was die Wessis in und an ihrem Haus machen. Die Protagonistin, aus Wien kommend, nach Berlin gezogen hat das Haus gemeinsam mit ihrem Mann erworben und nun, da die Beziehung zu Ende ging, das Haus behalten. Es ist ein immerwährendes hin und her, ob das Haus nicht doch verkauft werden soll und das Wochenend- und Ferienleben in Brandenburg beendet wird. Doch bislang hat das Haus immer gewonnen. Menasse beschreibt auf sehr eindrucksvolle Weise das Leben der Frau, ihre Beziehungen, ihre Freundschaften, ihre Familie, die Nachbarn und ihre DDR-Vergangenheit und ihre Gedanken. Das alles allerdings in immer wieder überraschenden Sprüngen, die über den gesamten Roman einen Spannungsbogen legen.
Ein schon besonderer Stil des Erzählens, aber packend und mitnehmend.
Wanda L, Rezensent*in
Kurzmeinung: Wunderbare Schreibweise! Ein Memoir. Eine Erinnerung. Kann man mögen, nichts spricht dagegen.
Nostalgische Erinnerung an Brandenburg
Die namenlose Icherzählerin erwarb vor vielen Jahren, relativ kurz nach der Wende zusammen mit ihrem damaligen Ehemann sehr günstig in Brandenburg ein renovierungsbedürftiges Wochenendhaus in Seelage. Ein Schnäppchen. Wie es dazu gekommen ist, dass sie es nun loslässt und sich sozusagen im zweiten Anlauf von ihm trennt, erzählt „Alleinruhelage“.
Der Kommentar und das Leseerlebnis:
Es ist ein ruhiges Buch. Es ist ein privates Buch. Eva Menasse erzählt virtuos aber kurzgefasst von Erinnerungen an zwei Männer in ihrem Leben und dem Aufwachsen der Kinder aus zwei Ehen. Nun sind sie groß, haben viele Sommer auf dem Land mit ihr und den Männern verbracht und viel erlebt, mit den Nachbarn, mit der Ruhe, mit dem Abenteuer auf dem Land. Die Icherzählerin, das Alter Ego der Autorin, hat viel Herzblut in das Anwesen gesteckt, es ist ihr ein Gegenüber geworden.
Fazit: Das muss man mögen. So viel Ruhe. Und so viel Haus in Alleinruhelage als einzigem wahren Protagonisten. Ich mochte es in Ton und Stil, doch da und dort fehlte mir ein wenig Fleisch auf den Rippen.
Kategorie: Erzählung
Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2026
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