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Ausreden
Elfriede Blauensteiner - Ein Bekenntnis
von Florian Klenk
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Erscheinungstermin 27.01.2026 | Archivierungsdatum 16.02.2026
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Zum Inhalt
»Wir alle haben, sensationsgeil, wie wir sind, die Augen nicht von dieser Frau und ihren gleichzeitig raffinierten wie ungeheuerlichen Morden lassen können, aber die Augen sind zu schwach. Es muss...
Eine Anmerkung des Verlags
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Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783552076211 |
| PREIS | 23,00 € (EUR) |
| SEITEN | 144 |
Links
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 861419
Kurz, aber tiefgehend und sehr besonders;
Dieses kurze Buch ist schnell gelesen. Es besteht aus zwei Teilen, zu Beginn ein Monolog der Elfriede Blauensteiner, vom Autor zusammen gestellt aus Gutachterprotokollen, Gesprächen, usw. und im zweiten Teil ein Text des Autors, basierend auf Gesprächen, die er mit Verwandten der Täterin geführt hat. Da mir der Fall nicht bekannt war, hat der Monolog großen Eindruck auf mich gemacht. Der Buchtitel ist passend, es ist eine Mischung aus Bekenntnissen, Ausreden, Tatbeschreibungen, Beschönigungen, beeindruckend und verstörend. Gleichzeitig erzählt sie auch ungerührt von ihrer grausamen Kindheit, was Informationen zutage bringt, die den Blickwinkel erweitern und einen nachdenklich werden lassen. Durch den zweiten Text steigt man dann tiefer in die Taten und die Persönlichkeit der Elfriede Blauensteiner ein. Am Ende fand ich die Mischung dieser beiden Teile sehr gelungen. Der raue Monolog und die reflektierte Betrachtung bilden einen Gegensatz, der eindringlich ist. Dieses Buch hebt sich von der Masse der True Crime Literatur angenehm ab, besticht durch seine soziologische Betrachtung und lässt einen darüber nachdenken, wie das Leben in den Nachkriegszeiten war und wie die Gesellschaft Menschen formt. Ich fand auch den Blickwinkel der Familie auf den Medienzirkus Ende der 1990er Jahre beeindruckend, da sich darin eine gewisse Rohheit spiegelte.
Birte W, Buchhändler*in
Florian Klenk lässt zunächst die Frau zu Wort kommen die Ende des vergangenen Jahrhunderts in Österreich diverse Morde verübte, indem sie sich als Pflegekraft ihrer Opfer ausgab. Dies tat sie so geschickt, dass selbst ihre Familie nichts ahnte.
Am Ende der Mitschriften von Aussagen der Täterin ordnet Klenk das Gesagte ein und erklärt Hintergründe.
Interessanter Blick auf Kriminalfälle, die von sich Reden machten und nun sowohl aus der subjektiven (verklärenden) Sicht der Täterin als auch aus objektiver Sicht wiedergeben werden.
Elfriede Blauensteiner wurde 1996 bekannt als »schwarze Witwe«. Sie wurde wegen mehrfachen Mordes an Pflegefällen und Partnern verhaftet und verurteilt. Was man hier liest, ist kein Roman, kein Krimi, sondern ein aufgeschriebenes Leben. Dieses Buch liest man nicht um sich zu unterhalten. Es ist ein Buch, das man aushält, das nicht erklärt, sondern aussetzt, das nicht urteilt, aber auch nicht entschuldigt. Es ist die Stimme einer Täterin und eines beschädigten Lebens. Elfriede Blauensteiner, spricht hier als reale Person, deren Worte aus Protokollen, Gutachten, Befragungen und Selbstaufzeichnungen montiert wurden. Das Ergebnis ist ein verstörend authentischer Monolog, der weder dramaturgisch geglättet noch moralisch kommentiert wird. Es ist ein Text, der nicht versucht, Sympathie zu erzeugen, aber Verständnis für die Mechanismen, die Menschen zerstören und zu Tätern machen. Das Buch stellt einige unbequeme Frage. Das Buch zeigt, wie Gewalt weitergegeben wird, wie emotionale Verwahrlosung zu moralischer Blindheit führt, wie Täterbiografien oft aus jahrzehntelanger Unsichtbarkeit entstehen. Es ist ein Blick auf Schuld, der nicht relativiert, aber vertieft. Man liest weiter, weil man verstehen will. Weil man wissen will, wie ein Mensch so wird. Weil man spürt, dass die Grenze zwischen Täter und Opfer manchmal dünner ist, als wir glauben möchten. Sehr empfehlenswert.
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