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Buchcover für Wenn die Sonne untergeht

Wenn die Sonne untergeht

Familie Mann in Sanary | Der Nr. 1-Bestseller über Thomas Mann und seine Familie im Exil

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Erscheinungstermin 22.10.2025 | Archivierungsdatum 21.12.2025


Zum Inhalt

Im glühend heißen Sommer 1933 spitzt sich die politische Lage in Europa zu - und die der Familie Mann: Thomas und Katia Mann und ihre sechs Kinder sind nach abenteuerlichen Fluchten im Juni in dem verträumten Hafenort Sanary am französischen Mittelmeer gestrandet. Und jetzt wissen sie alle weder vor noch zurück.

Ein Ort, eine Familie, drei Monate bei dreißig Grad – »Wenn die Sonne untergeht« ist eine große Familienaufstellung: Kaum im unsicheren südfranzösischen Exil angekommen, will Thomas Mann eigentlich sofort wieder zurück in seine edle Münchner Villa. Sein Bruder Heinrich hingegen genießt die Freiheit des Südens. Dazwischen die sechs Kinder von Thomas und Katia: Der eine, Michael, spielt Tag und Nacht Geige, der zweite, Klaus, gründet eine Exil-Zeitschrift, die dritte, Elisabeth, badet und genießt die Zeit ohne Schule. Erika, die älteste, führt Regie und schmuggelt den Besitz der Manns aus München über die Grenze, Golo holt das Geld von den Konten und versorgt den vergessenen Hund. Und Monika? Sie bleibt einfach am Strand von Sanary liegen.

Florian Illies erzählt von der Trauer um den Verlust der Heimat und des Besitzes, der Angst vor den Plünderungen der Nazis, von Trotz und Leidenschaft. Von Wehmut und vom Überlebenswillen, obwohl die alte Welt einzustürzen droht. Und er erzählt von der großen Zerreißprobe zwischen Klaus und Erika und ihrem Vater Thomas.

»Ich glaube«, sagte Marcel Reich-Ranicki, »dass es in Deutschland im 20. Jahrhundert keine bedeutendere, originellere und interessantere Familie gegeben hat als die Manns.« In Sanary ist diese außergewöhnliche Familie in einem absoluten Ausnahmezustand – alle werden das erste Mal gezwungen, sich zu bekennen. Zueinander. Zu Deutschland. Oder auch, so traurig es ist: Dagegen.

Im glühend heißen Sommer 1933 spitzt sich die politische Lage in Europa zu - und die der Familie Mann: Thomas und Katia Mann und ihre sechs Kinder sind nach abenteuerlichen Fluchten im Juni in dem...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783103971927
PREIS 26,00 € (EUR)
SEITEN 336

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Es ist immer wieder schön, ein Buch von Florina Illies in der Hand zu halten und sich in ein Stück deutsche Geschichte hineinziehen zu lassen. Dass es diesmal die Familie Mann ist, die ihren ersten Exilsommer in Frankreich am Meer verbringt, passt natürlich in das Jubiläumsjahr des Schriftstellers Thomas Mann. Eine wunderbare Lektüre, deren einziges Manko für mich darin bestand, dass eine große Anzahl an Charakteren darin vorkommt und man teilweise etwas ins Schleudern gerät, der vielen Namen und Verbindungen wegen. Aber ansonsten war es auch diesmal für mich sehr aufschlussreich und ich habe die Familie Mann von einer neuen Seite kennengelernt.

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Nach vielen Mann Biographien ist dieses Buch eine sehr lebendige Schilderung des Lebrns der Familie Mann im Exil im südfranzösischen Sanary.Das Buch spielt hauptsächlich 1933 zu den Anfängen von Hitlers Machtergreifung. Im Exil fürchtet T.Mann um seine Tagebücher u das Familienvermögen, dass die Familie in München zurückgelassen hat.Golo Mann gelingt es die Gunst seines Vaters zu erlangen, indem er es tatsächlich schafft, beides ausser Landes zu bringen.Illies gelingt es ,mit unter auch sehr humorig, das Leben der Manns und das der anderen deutschen Exilanten sehr eindrücklich zu schildern.Sehr lesenswert

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Meine Rezension ist am 14.11.2025 im TITEL Kulturmagazin erschienen
https://titel-kulturmagazin.net/2025/11/14/sachbuch-florian-illies-wenn-die-sonne-untergeht/

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Ein sehr empfehlenswerter Roman mit vielen gut recherchierten Fakten über das Leben der Familie Mann, auch der etwas unbekannteren Kinder der Manns und wie alle diese Personen das Exil erleben. Klare Leseempfehlung!

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Florian Illies versteht es auch mit diesem Buch wieder, historische Fakten und Ereignisse in wunderbaren Geschichten zu erzählen.
Seine Bücher zu lesen ist immer wieder ein Genuss.

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Wenn die Sonne untergeht von Florian Illies hat mich tief beeindruckt. Die Familie Mann mit allen Migliedern als Biographie ihrer Zeit in Südfrankreich. Großartige Sprache. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Spannend bis zum Schluss.

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Illies schildert atmosphärisch dicht das Exil der Familie Mann 1933 an der Côte d’Azur und verbindet historische Quellen mit lebendigen Szenen. Besonders stark ist seine Fähigkeit, Kultur- und Zeitgeschichte in fein beobachtete Miniaturen zu verwandeln: das Schweben zwischen Sommeridylle und politischer Bedrohung, die inneren Spannungen Thomas Manns und das pulsierende intellektuelle Umfeld. Ein elegantes, klug komponiertes Buch, das Geschichte unmittelbar fühlbar macht.

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Wieder ein großartiger Titel von Florian Illies. Diesmal geht es um die Familie Mann im französischen Exil in Sanary-sur-Mer.
Es geht dabei um die gesamte Familie Mann (Thomas und Heinrich mit ihren Frauen und die Kinder von Thomas und Katia, allen voran Klaus und Erika. Aber auch Thomas Manns Schwiegereltern Pringsheim spielen eine Rolle.) sowie einige weitere Künstler und Literaten, die sich im Exil befinden und in Sanary aufeinandertreffen.
Dabei spielt auch die Flucht der Familie aus Deutschland eine Rolle sowie das Verhalten gegenüber der Nazi-Politik in Deutschland (Thomas Manns langes Schweigen dazu, das Klaus und Erika ihm vorwerfen). Interessant wird auch die Rolle der Schriftsteller und Künstler beleuchtet, die in Nazi-Deutschland bleiben und versuchen, sich mit den Nazis zu arrangieren (Gottfried Benn, Gustav Gründgens).

Ein hervorragendes Sachbuch, so spannend erzählt wie ein Roman auf die Florian-Illies-unnachahmliche Weise.
Ein sehr empfehlenswerter Titel.

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Thomas Mann, der 1929 den Nobelpreis für Literatur erhalten hat, kehrt 1933 nach einer Vortragsreihe und einem Winterurlaub in Arosa in der Schweiz, nicht mehr in seine Heimatstadt München zurück. Die politische Lage spitzt sich zu und Thomas Mann strandet mit seiner Frau Katia und drei der sechs Kinder in einem kleinen Fischerdorf Sanary-sur-Mer. Ihr Ort des Exils. Er glaubt zu Beginn, dass es sich um eine "Verrücktheits-Episode" bei den Nationalsozialisten handelt. Diese würde auch wieder schnell vorbeigehen. Doch mit der Zeit ist sich Thomas Mann nicht mehr sicher. Seine Kinder Erika, Klaus und Golo ( selbst alle Literaten) wollen, dass er sich zum Exil bekennen soll. Sein Verleger Fischer hingegen beschwichtigt ihn. Es wäre alles nicht so schlimm, es würde auch nicht lange dauern. Mann soll sich nicht politisch äußern.
"Und so verliert er sein Heimatland an einen Ort, über den er schreibt " Übrigens, das herrliche Wetter, das ich trotz vielfachen Elendsbefindens von Herzen zu bewundern bereit bin, hält an.
Florian Illies hat einen wunderbar ausdruckstarken Roman über den Jahrhundertschriftsteller Thomas Mann geschrieben. Mit seiner unverkennbaren Schreibweise hat mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen.

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Ein Sommer, in Szenen aufgereiht wie eine Perlenkette.
Man folgt den Manns sowie den anderen Exil-Suchenden durch die heißen Tage, staunt wie sehr es die älteren Kinder sind, die sich vielfach kümmern und wartet darauf, dass Thomas Mann endlich Position beziehen - und alle seine Kinder lieben möge.
Es liest sich für mich wie hingetupft, das Dunkle in Deutschland ebenso wie die Tage im Exil. Auch weil es so viele Personen sind, zwischen denen gesprungen wird.
Mir hat es gefallen.

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Wenn die Sonne untergeht
Familie Mann in Sanary
Es ist Sommer 1933 und in Deutschland wird es zusehends schwieriger für Familien wie die Manns. Thomas und Katia Mann erreichen mit ihren Kindern nach ihrer Flucht im Juni den französischen Ort Sanary, der in diesem Sommer zu einer kleinen Kolonie der deutschen Künstler wird.
Florian Illies erzählt mit seiner wundervollen Art vom Verlust der Heimat, der Angst vor dem Nichts und der Neuorientierung, so als ob er in ein direktes Gespräch mit seiner Leserschaft ginge.
Von der ersten Zeile war ich in diese Zeit/Welt hineingezogen, ich konnte mir bildhaft alles vorstellen.

Ein absolut empfehlenswertes Buch um diese Jahrhundertfamilie und das Zeitgeschehen besser verstehen zu können. Florian Illies zieht seine Informationen aus hunderten von Tagebuchseiten, nicht nur der ganzen Familie Mann, sondern auch der Personen, die in diesem Sommer in Kontakt mit ihnen standen.

Zum Ende des Mann Jahres mein persönliches Highlight!

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Sanary-sur-mer, noch nicht Pacific Palisades

Das Thomas-Mann-Jubiläumsjahr neigt sich langsam dem Ende zu, das neue Buch von Florian Illies habe ich lang erwartet. Nach so viel Thomas Mann und Anhang in einem Jahr werden die Details rarer, die ich noch nicht kenne. Umso mehr freute es mich, dass vom sonst oft vernachlässigten Golo Mann gleich wahre Heldentaten berichtet wurden. Ich habe fast zeitgleich auch das Hörbuch genossen. Aber selbst lesen ist auch sehr schön!

Während des Lesens dieses Buches holte ich einige andere Veröffentlichungen zum Thema Mann, die ich in diesem Jahr auf meiner Leseliste hatte, noch einmal hervor. Sie passten ganz hervorragend zu Illies „Sanary-sur-mere“-Erzählungen. Da war Kerstin Holzer mit dem Buch „Thomas Mann macht Ferien“, das das absolute Gegenteil von erzwungenen Exilferien beschreibt. Oder Volker Weidermann, der sich das Thema „Mann vom Meer“ auserkoren hat. Auch bei ihm taucht einmal Sanary auf, und der schöne Klaus findet Erwähnung. Wer etwas Fiktionales mit Thomas Mann in der Hauptrolle sucht, dem seien die Krimis von Tilo Eckardt nahegelegt. Aber nicht nur der Vater findet sich in der aktuellen Literatur wieder, auch Erika, seine Tochter, macht wieder Furore. Zum Beispiel im Roman „Ins Dunkel“ von Angela Steidele.
Florian Illies, auf dessen Bücher ich seit „1913“ schon immer sehr gespannt bin, enttäuscht auch diesmal seine Anhängerschaft nicht. Die Kritiker werden ihm wieder vorwerfen, dass er seine Bücher immer nach dem gleichen Muster schneidert, aber mir gefällt sein Stil, seine Ironie, seine Suche nach pikanten Details ebenso wie seine Art, die von ihm beschriebenen Personen niemals zu beleidigen, auch wenn er sie doch recht oft bloßstellt. Bei Illies bekommt fast jeder sein Fett weg, mal mehr mal weniger. Und das nicht nur in der Familie, auch die anderen in Sanary-sur-mer den Sommer 1933 verbringenden Gäste sind höchst amüsant beschrieben. Drogensüchtige kennt man ja bereits, Klaus und Erika Mann, das Beinahe-Zwillingspaar, haben einen gewaltigen Hang zu jeder Art von Rauschmitteln, aber die befreundeten Damen übertreffen die beiden um Längen. Der Schriftsteller Aldous Huxley, er ist in der Sommerfrische, nicht im Exil, neigt zu Alkohol und Damen. Eine wird von seiner schönen Terrasse durch ein vom Himmel fallendes Tier vertrieben, wie unangenehm. Auch Lion Feuchtwanger, der mit Ehefrau Marta hier sein Exil beginnt, tönt noch sehr selbstverliebt vor sich hin, lässt möglichst keine Dame aus und schreibt wie verrückt an seinen „Geschwister Oppermann“. Mit der Mann’schen Familie und deren Freunden und Bekannten ist das „Personal“ im Buch also weit gefächert.
Doch es gibt nicht nur Amouröses zu berichten, denn nach der Machtübernahme und dem Reichstagsbrand ist es für die Manns wirklich brandgefährlich geworden in Deutschland. Man wagt nicht zu fragen, was wäre passiert, wären Thomas und Katia Mann nicht gerade auf einer Vortragstournee unterwegs gewesen. Es lässt sich nur schwer erkennen, ob sie jemals Erika und Klaus dankbar waren für die Sturheit, ihnen die Rückkehr nach Deutschland tatsächlich auszureden. Dass sich das sogenannte Dritte Reich an den Manns, den Pringsheims (Katias Eltern) und Tausenden anderen bereichert hat, wie es das vorher noch nie gab, das steht auf einem anderen Blatt. Mit einer gehörigen Portion Chuzpe gelingt es aber tatsächlich, viele Manuskripte, Bücher, Möbel und anderes aus Deutschland herauszubekommen. Auch hier ist das mit dem Dank, der besonders Golo für seine Husarenstücke gebührt, auch so eine Sache. Thomas Mann ist und bleibt ein norddeutscher Stiesel, davon können seine Kinder ein Lied singen. Katia Mann hat ihn trotzdem überlebt.
Die sechs Kinder der Eheleute Mann haben ihren Herrn Papale aber doch gern, sie äffen ihn nicht nach, sie lachen ihn nicht aus, sie nennen ihn der Zauberer. Dass er sich im Jahr 1933 aber zugleich als ein Zauderer erweist, das liegt besonders Klaus und Erika schwer auf der Seele. Zur offenen, öffentlichen Konfrontation Thomas Manns mit dem Dritten Reich wird es erst viel später kommen, wenn er bereits in den USA sein Exil genommen hat. Ab Herbst 1940 wendet er sich über die BBC an die deutschen Hörer und versucht auf seine Art Einfluss auf die geistige Haltung in Deutschland zu nehmen. Ob er Erfolg hatte, ist fraglich.
Als eine Art Nachwort erhält man Einsicht in die Schicksale der wichtigsten Protagonisten dieses Buches, sie sind nicht immer fröhlich und glücklich verlaufen. Vielleicht ist es die Lieblingstochter Medi, Elisabeth Mann, die das meiste Glück davongetragen hat. Das Glückskind der Familie verstarb erst nach den Dreharbeiten zum Film „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ von Heinrich Breloer.

Fazit: Diesen Sommer 1933 in Sanary-sur-mer werde ich so schnell nicht vergessen. Florian Illies' Schreibstil und Detailreichtum machen Freude und lassen kaum eine Pause zu.

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„Die Gefahr ist sicherer als die Sicherheit!“

Zu Autor Florian Illies habe ich, ebenso wie zur Familie Mann ein zwiespältiges Verhältnis. Der Besuch der Buch Wien, bei der ich Florian Illies bei einem Interview zu seinem neusten Buch erleben durfte, hat mich dazu bewogen, mich sowohl mit ihm selbst, als auch mit der Familie Mann nochmals zu beschäftigen.

Florian Illies lässt in diesem, seinem neusten Buch die Monate Februar bis September 1933, die für die Familie Mann (und Tausende andere) weitreichende Folgen haben wird, Revue passieren. Er lässt uns einen Anteil haben am Leben der Familie Mann, das in diesen Monaten zu einem Leben in absoluter Fassungs- und Hilflosigkeit erstarrt. Dabei verabsäumt er nicht, darzustellen, wie sich - vor allem Thomas Mann - in einer Blase von Egozentrik und Selbstgefälligkeit befindet, aus der es kaum ein Entrinnen gibt. Wie ein Herrscher gebietet er seinen Kindern Erika und Golo, Manuskripte, Briefe, Geld sowie zahlreiche Wertgegenstände aus der Münchener Villa nach Sanary-sur-Mer, wo sie aktuell leben, zu schaffen. Beide bemühen sich, stets auch in Gefahr zu sein von der Gestapo verhaftet zu werden, doch der Dank oder wenigstens eine Anerkennung ihrer Leistungen seitens des Vaters bleibt aus.

Obwohl die Familie Mann ihr Schicksal mit Dutzenden anderer Literaten wie Eva Herrmann, Aldous Huxley, Lion Feuchtwanger, Arnold Zweig usw. teilt, scheint Thomas Mann vor allem persönlich beleidigt zu sein. Er, der Literaturnobelpreisträger von 1929 wird einfach ausgebürgert und mit Verhaftung bedroht! Manns Empörung ist deutlich spürbar, gleichzeitig verschließt er, im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich seine Augen vor den politischen Umwälzungen in Deutschland. Dies führt letztendlich zu einem Konflikt zwischen Thomas Mann und seinem Sohn Klaus, für dessen Empfinden Thomas nicht eindeutig genug Stellung gegen das NS-Reich bezieht.

Geschickt zeigt uns Autor Florian Illies wie die Mitglieder der Familie Mann mit dem Gefühl der Entwurzelung umgeht. Dazu zitiert er aus zahlreichen Briefen und Tagebüchern, anhand derer er die Charaktere der Familienmitglieder beschreibt. Das schließt unter anderem die Drogensucht von Klaus mit ein. Ehrlich gesagt ist mir nach wie vor kein Familienmitglied so richtig sympathisch, am ehesten Katja Mann, geborene Pringsheim, die im Hintergrund die Fäden in der Hand hält.

Das Buch ist keine durchgehende Biografie der Familie Mann. Eine solche würde wohl den Rahmen sprengen. Das Buch ist eine mehrmonatige Momentaufnahme, die manchmal kühl beobachtend und durchaus ironisch ist. Immer wieder sorgen Aussprüche von Thomas Mann bei mir für Kopfschütteln, wenn er sich beinahe weinerlich um seinem zurückgelassenen Besitz sorgt und die verlorene Bequemlichkeit beklagt. Schmunzeln musste ich bei der Vorstellung, Thomas und Heinrich Mann gehen hanseatisch, sommerlich gekleidet am Stand von Sanary spazieren - weißer Dreiteiler bei 30 Grad im Schatten.

Sehr gut gefällt mir der Abschnitt „danach“, in dem die weiteren Lebenswege der einzelnen Familienmitglieder gut und prägnant zusammengefasst sind. So wird Thomas Mann später in Zürich alle seine Bücherkisten und (fast) all seine geliebten Dinge wiederfinden. Nur seine Heimat, die hat er verloren.

„Wir sind eine erlauchte Versammlung - aber einen Knacks hat jeder.“ schreibt Thomas Mann in seinem Tagebuch.

Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.

Fazit:

Ich bin nach wie vor kein großer Fan der Familie Mann, doch diese unterhaltsame Lektüre hat sie mir ein wenig zugänglicher gemacht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

5 stars
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Die Geschichte erstreckt sich über den Sommer 1933. Ziemlich eindrücklich wird dargestellt, wie schnell sich 1933 das Leben von vielen Intellektuellen verändert hat. Thomas Mann und seine Frau, die nicht mehr aus dem Urlaub nach München zurückkehren können. Ihre Kinder, die unterschiedliche Wege finden, mit dem System der Nationalsozialisten umzugehen. Thomas Mann der sich schwer tut, zu aktzeptieren, dass er nach den Vorstellungen der Nationalsozialisten nicht mehr "deutsch" genug ist. Interessante Anekdoten, sehr gut recherchiert, aber hat seine Längen.

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Schweren Herzens sagt Thomas Mann ja, als seine Frau und die Kinder ihn überredeten, Deutschland zu verlassen. Er konnte es nicht verstehen. Als über die Grenzen des Reiches geschätzter Autor und Nobelpreisträger muss er seine Heimat verlassen? Das Haus an der Poschingerstraße in München war das Zuhause der Familie Mann. Und das seit etlichen Jahren. Was für Thomas Mann und seine Frau absurd und nicht realistisch war, erkannten ihre Kinder Erika und Klaus sehr schnell. Deutschland wurde zunehmend faschistisch und Hitler sowie seine Anhänger wollten alle Juden vertreiben. Es spielte dabei keine Rolle, ob sie wohlhabend oder geschätzt waren. Sobald sich bei Nachforschungen herausstellte, dass sie in ihrer Ahnenreihe einen Menschen jüdischen Glaubens hatten, wurden sie gedemütigt und verfolgt.

Thomas Mann kann sich nur schwer mit seiner gezwungenen Ortsveränderung abfinden. Er glaubt fest daran, dass dieser „verrückte Hitler“ und seine Anhänger nicht lange ihr Unwesen treiben werden. Wenn er jedoch die Gespräche seiner Nachbarn und Autorenkollegen so hört, dann wird ihm Angst und Bange. Nicht nur sein Bruder Heinrich und Lion Feuchtwanger sprechen aus, was eigentlich alle fürchten. Deutschland ist dem Niedergang geweiht.

#WenndieSonneuntergeht beschreibt eindrücklich, was 1933 im kleinen Fischerort Sanary sur Mer vor sich ging. Der Autor versteht es ausgezeichnet, das Seelenleben des großen Autors zu offenbaren. Alleine das Wort „Behagensminderung“ kannte wohl kaum jemand vor dem Lesen des Buches. Herr Mann war ein Mensch, der seine Marotten hatte und nur eine sehr geduldige Ehefrau kam damit klar. Die Kinder hatten Respekt vor ihm. Nur Erika wusste, wie sie dem „ Zauberer“ begegnen konnte.

Wieder einmal hat mich der Autor Florian Illies ausnahmslos überzeugt. Seine Recherchen waren mit Sicherheit sehr umfangreich. Immer mal wieder würzte er das ernste Thema von Verfolgung und Flucht mit seinem unvergleichlichen Humor. Beim Lesen war mir nicht nur die Familie Mann sehr nahe. Auch alle, die in diesem Sommer 1933 Zuflucht in Frankreich suchten. #NetGalleyDE

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"Wenn die Sonne untergeht" ist eine Erzählung über die berühmte Schriftstellerfamilie des Thomas Mann und behandelt besonders die 1930er Jahre, insbesondere die Zeit, die die Familie im Exil im französischen Ort Sanary verbringt.
Sie trifft dort auf weitere schillernde SchriftstellerInnen und KünstlerInnen, die ebenfalls ihre Heimat wegen des grausamen Naziregimes verlassen mussten.
Sehr eindrücklich wird die Betroffenheit über die Entwicklung in Deutschland und darüber wie sich ehemalige Freunde und Geliebte dem Nationalsozialismus mit Begeisterung zuwenden, beschrieben. Sehr spannend sind auch die einzelnen Fluchtgeschichten, man liest sie mit angehaltenem Atem.
Auch die komplizierten Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder zueinander werden durchleuchtet. Bis auf Elisabeth leiden alle Kinder unter der Strenge des Vaters und wünschen sich doch so sehr seine Aufmerksamkeit.
Berichte über heiße Affairen und kleine Skandale unter den KurzzeitbewohnerInnen von Sanary kommen nicht zu kurz und sorgen trotz des erschütterten Hauptthemas (Vertreibung) für Unterhaltung.
Ich habe in diesem Buch sehr viel über die damalige Zeit und deren Künstler erfahren und möchte es unbedingt weiterempfehlen!

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Exil unter Palmen

Wer kennt sie nicht, die Familie Mann. Florian Illies nimmt sich ihrer während einer Zeit an, in der die Nationalsozialisten alles Jüdische verbannen, ja ausrotten wollen. Thomas Mann, der deutsche Schriftsteller, wurde 1929 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, schon 1901 erschien Buddenbrooks, weitere bekannte Werke folgten.

Katia und Thomas Mann sind bald unterwegs nach Amsterdam, es ist Februar. Der 11. Februar des Jahres 1933, um genau zu sein. Noch sitzen sie mit drei ihrer sechs Kinder beim Mittagessen. Golo, 23, ist noch in Göttingen, er bereitet sich auf sein Staatsexamen vor. Michael, 13, ist in Neubeuern im Internat und Monika, 22, in Berlin. Mit leichtem Gepäck will das Ehepaar Mann reisen, die Wintersachen sollen direkt nach Arosa geschickt werden, hier werden sie in ihrem geliebten Waldhotel wohnen, das in Thomas „Zauberberg“ eine tragende Rolle spielt. Wir lesen noch öfter davon, wie Thomas Manns Werke direkt in diese Geschichte einer Vertreibung mit einfließen.

Nun, sie werden den Sommer 1933 im südfranzösischen Exil verbringen - es gibt beileibe schlechtere Orte, dem NS-Regime zu entfliehen. Im Mai kommen Thomas und Katia nach Bandol, hier wohnen sie zunächst in einem Hotel, um dann in ein Haus in Sanary-sur-Mer zu wechseln. Dort treffen sie sich alle, auch Thomas Bruder Heinrich ist zuweilen zu Gast, auch er musste Nazi-Deutschland verlassen. Lion Feuchtwanger, Stefan Zweig, Bertold Brecht und wie sie alle heißen - für Deutschlands Dichter und Denker war die Côte d'Azur Zufluchtsort, bevor sie weiterziehen mussten.

Illies gewährt tiefe Einblicke in das Innenleben dieser so exzentrischen Familie Mann im Ausnahmezustand, jeder für sich ist eine Persönlichkeit. „Ein Thomas Mann lässt sich von niemandem sagen, an welchem Ort er zu sein hat!“ Ja, natürlich weiß er, dass er nicht zurück kann. Er wird vom Rotary-Club ausgeschlossen, hat Probleme mit der Pass-Verlängerung, seine Münchner Villa wird durchsucht, später konfisziert, um nur einige der Repressalien zu benennen.

„Wenn die Sonne untergeht“ ist trotz der Schwere des Themas ein leichtes Buch voller Leben und auch voller Tragik. Man spürt die bedrohliche Situation, in der sie sich befinden und doch sind sie hier, im Exil, frei. Der Autor geht ganz nah ran, fängt sinnliche Momente genauso ein wie die kritischen Augenblicke, er hält den prominenten Exilianern, auch den Dichterkollegen mitsamt Ehefrauen und Geliebten, den Spiegel vor.

Es ist heiß in diesem Sommer. „Waldbrand in der Nähe, wovon abends eine rosige Rauchwolke über Sanary schwebte. Dazu Feuerwerk“ notiert Mann in diesem in jeglicher Hinsicht heißen August. Bis September erzählt Florian Illies von ihnen, vom Verlust der Heimat, vom Exil dieser außergewöhnlichen Familie Mann. Es ist ein lesenswertes Buch geworden, das ich gerne gelesen habe, das ich nicht missen möchte.

5 stars
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