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Hustle
Roman | Ein kluges und schwarzhumoriges Buch über das prekäre Leben junger Frauen in der modernen Konsumgesellschaft
von Julia Bähr
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Erscheinungstermin 26.09.2025 | Archivierungsdatum 01.02.2026
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Zum Inhalt
»Bildet Banden - lest dieses Buch!« ALENA SCHRÖDER
Wer sich an die Regeln hält, hat das Spiel nicht verstanden
Leonie handelt nach ihren eigenen Vorstellungen von Moral. Sie verwüstet das Büro ihres Chefs, sie prellt die Zeche, sie lügt im Bewerbungsgespräch - aber sie hat stets gute Gründe. Als ihr das Geld ausgeht, nimmt sie einen Job in München an. Doch die Stadt ist zu teuer für ein normales Gehalt. Als sie drei Frauen kennenlernt, die sich ihren Lifestyle mit zweifelhaften Methoden finanzieren, ist sie fasziniert. Schnell findet Leonie ihr eigenes Geschäftsfeld: Menschen mit frisch gebrochenem Herzen bezahlen sie für raffinierte Racheaktionen. Doch nach einer Weile kommen ihr Zweifel: Wie viel Geld braucht man wirklich für ein gutes Leben? Und wie viel Risiko ist sie bereit, dafür einzugehen?
»Dieses Buch ist die witzigste Antwort auf die Frage, wie wir im Kapitalismus überleben können: Wer gründet jetzt eine kriminelle Freundinnengruppe mit mir?« MAREIKE FALLWICKL
»Bildet Banden - lest dieses Buch!« ALENA SCHRÖDER
Wer sich an die Regeln hält, hat das Spiel nicht verstanden
Leonie handelt nach ihren eigenen Vorstellungen von Moral. Sie verwüstet das Büro ihres...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783759600288 |
| PREIS | 22,00 € (EUR) |
| SEITEN | 320 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Dieser Roman ist, besonders weil ihm Rache als Businessidee zugrunde liegt. Beim Lesen befindet man sich in einer moralischen Grauzone. Leonie agiert jenseits klarer Gut-und-Böse-Schemata und genau das macht sie so spannend. Rache ist süss und manchmal lukrativ. Leonie ist wütend, klug, moralisch flexibel und sie hat genug davon, sich kleinzumachen. Als das Leben in München sie finanziell an die Wand drückt, entdeckt sie eine Marktlücke: Rache als Dienstleistung. Für Menschen mit gebrochenem Herzen inszeniert sie kreative Vergeltungsaktionen. Mal subtil, mal spektakulär. Doch je erfolgreicher ihr Geschäftsmodell wird, desto lauter werden die inneren Zweifel. Die Geschichte ist rasant erzählt, mit pointierten Dialogen und einem modernen, flüssigen Stil. Leonies Widersprüche, ihre Wut, ihre Kreativität machen sie greifbar. Für mich ist keine Sympathieträgerin im klassischen Sinn, aber sie ist echt. Meine Meinung ist, wer Geschichten liebt, die mit psychologischer Tiefe, gesellschaftlichem Biss und einer Prise schwarzem Humor spielen, sollte dieses Buch nicht verpassen.
Rezensent*in 1050239
Großes Lesevergnügen
Das Buch hat wirklich so viel Spaß beim Lesen gemacht! Die Protagonistin Leonie war mir von Beginn an total sympathisch und auch, wenn sie natürlich nicht alle moralisch einwandfrei sind, mochte ich auch ihre Freundinnen sehr. Besonders dieses Support-System und diese Frauenfreundschaft fand ich richtig toll dargestellt. Und auch die Kritik an den Mietpreisen, insbesondere in München fand ich einen guten Aspekt, der auch elementar für die Handlung war. Die Geschäftsidee der Rache war sehr erfrischend und ich mochte, dass Leonie auch manchmal gezweifelt hat und nicht total bedenkenlos war und vor allem die verschiedenen Fallgeschichten waren sehr unterhaltsam. Auch die immer wieder Thema werdenden Insekten-Exponate und Schleimpilz-Experimente haben zu dieser coolen Geschichte beigetragen. Und auch den Humor mochte ich sehr.
Insgesamt eine sehr erfrischende feministische Geschichte, die ich mit viel Freude gelesen habe.
Eine humorvolle, aber auch brisante Geschichte
Im Zentrum steht die Biologin, Pflanzengenetikerin Leonie, eine junge, verloren wirkende Frau aus Bocholt, Anfang 30. Neben ihrer teils illegalen Racheaktion im Ruhrgebiet folgen wir ihren ernüchternden beruflichen wie rechtlich grenzwertigen Nebenjob-Aktivitäten in München. Die dortige angespannte Immobiliensituation mit bezahlbarem, properem Wohnraum schädigt das Image der Stadt des Oktoberfestes mit Attraktionen wie z.B. dem Teufelsrad und landschaftlich reizvoller Umgebung. Sehr informativ ist ihre mittelmäßig bezahlte, wenn auch langweilige Arbeit des Kategorisierens und Katalogisierens in der Zoologischen Staatssammlung über verstaubten Schaukästen mit Käfern, Libellen, Heuschrecken und Schmetterlingen. Auch ihre privaten Experimente mit Schleimpilzen gefallen. Aus Geldmangel und Einsamkeit erwachsen schließlich ihre illegalen Machenschaften wie Sachbeschädigung. Hausfriedensbruch oder üble Nachrede, ein Service für Menschen, auf der Suche nach ausgleichender Gerechtigkeit. Kreativ und raffiniert sind ihre gut bezahlten Racheaktionen für Interessenten aus Liebeskummer- und Mobbingforen im Internet. Eingeflochten sind hier auch sozialkritische Überlegungen unter ethischen und moralischen Gesichtspunkten. Leonie stellt sich dabei schließlich die Frage, wieviel Risikobereitschaft sie eingehen will mit wieviel notwendigem Geld für ein zivilisiertes Leben. Neben sympathischen männlichen Randfiguren wie Steffen, Nam oder Alfred Mayer treten drei junge Frauen mit vergleichbaren Talenten und unkonventionellen bis illegalen Machenschaften recht früh in Leonies bescheidenen, tristen Alltag. Die Darstellung ihrer echten Freundschaft überzeugt, wirkt authentisch. Besonderen Thrill rund um diesen Mädels-Club wird besonders durch eine Verhaftung und die Aufdeckung eines bis zum Schluss geheimnisvollen, nicht alltäglichen Nebenjobs erzeugt. Der Schreibstil fasziniert durch Esprit, Kreativität und Bodenhaftigkeit.
Insgesamt interessante, wenn auch ungewöhnliche Protagonisten, platziert in nicht alltägliches, teils liebevolles Ambiente mit offenem Ende. 4*
Johanna M, Rezensent*in
Herrlich leicht und mit viel Humor schreibt Julia Bähr über Leonie, die es mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt. Auch kleine Racheaktionen führt sie gerne durch, jedoch beides nur wenn es einen guten Grund dazu gibt. Als Leonie nach München zieht und merkt, wie absurd teuer dort alles ist, baut sie sich einen lukrativen Nebenverdienst auf - die Moral ist dabei etwas flexibler zu sehen.
Ich habe dieses Buch mit viel Freude gelesen. Die Figuren waren mir sympathisch und greifbar - auch wenn ihre Tätigkeiten das nicht immer waren. Ich mochte den Schreibstil und die subtile Gesellschaftskritik, denn letztendlich könnte man Leonies Nebenjob als eine kleine Rebellion gegen den Kapitalismus und ein Engagement für Gerechtigkeit sehen. Lediglich zum Ende hin hätte mir noch irgendwas gefehlt, eine Wendung oder ein Höhepunkt. Alles in allem war es für mich aber ein sehr rundes, humorvolles und empfehlenswertes Buch!
Noch nie zuvor habe ich soviel über Schleimpilze gelernt. Sie mögen kein Licht, sonst entwickeln sie Fruchtstände und außerdem lieben sie sowohl Haferflocken und Trauben. Soviel dazu…. Dazu lernt man auch viel über verschieden Käferarten, das immer wieder Artefakte aus dem Museum verschwinden und nur dieselben Forschergruppen sich gemeinsam zum Mittagessen treffen.
Und auch die unterschiedlichsten Rachepläne für verschmähte ehemalige Liebende , unzufriedene Kunden , nachtragende Chefs und mehr entdecken wir in diesem großartigen Buch. Auch eine tolle Frauenfreundschaft kommt nicht zu kurz.
Ich liebe einfach alles daran, die Schleimpilze, die Käfer und Schmetterlinge, aber auch die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Frauen, denn jede von ihnen verbirgt ein Geheimnis.
Dringende Leseempfehlung für alle die gern lachen und skurriles lieben.
Schrecklicher Verdacht: Ich bin gar nicht besser als alle anderen
Bei diesem Roman haben mich die Kurzbeschreibung und das Kommentar auf dem Cover "Bildet Banden!", zum Lesen animiert!
Schon nach den ersten Kapitel hatte mich der nüchtern, ironische Schreibstil der Autorin Julia Bähr total gefangen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der kritische Angriff auf gesellschaftliche Themen wie Kapitalismus, die falsche Welt der High Society oder den wahnsinnig überteuerten Wohnungsmarkt von Zentraleuropa ist gespickt mit schwarzem Humor und ließ mich etliche Male auflachen.
Die Geschichte führt hauptsächlich durch das Leben von Leonie, die mit ihrem Umzug nach München neue Freundschaften mit einer "Ladysgang" macht, Genevieve, Kim und Yasmin, die alle auf legal/illegalen Wege zusätzlich Geld verdienen. Sehr unterhaltsam fand ich hierbei die Abschnitte über Leonies Haustiere, den Schleimpilzen, das Kennenlernen mit Genevieve und ihrer Erklärungsversuche der bayrischen Art von der Uhrzeitbenennung.
Zudem war es ein sehr interessanter Aspekt, dass die männlichen Charaktere in Leonies Umfeld (Nam, Steffen,..) äußerst sympathisch dargestellt wurden, im Gegenzug zu den ebenfalls überwiegend männlichen Übeltätern, denen sie in ihrem Nebenjob begegnet.
Meiner Meinung nach hatte der Roman einen sehr starken Einstieg, ließ jedoch leider im Laufe der Handlung ein wenig nach und am Ende waren ein paar Handlungsstränge unzureichend und unbefriedigend aufgeklärt.
Fazit: Trotzdem kann ich "Hustle" nur empfehlen- ich hatte das Buch rasch ausgelesen und vergnügliche Lesestunden!
Magdalena L, Rezensent*in
Hustle von Julia Bähr habe ich sehr gern gelesen. Über die Aktionen der Protagonistin in München habe ich mich köstlich amüsiert.
Leonie, 30, zieht nach München. Sie ist Biologin, arbeitet aber bei der Zoologischen Staatssammlung im Archiv. Sie digitalisiert und katalogisiert tote Insekten. Der Job ist schlecht bezahlt, für ihr kleines Zimmer mit Bad zahlt sie eine horrende Miete, doch der Wohnungsmarkt ist leergefegt, sie kann froh sein, überhaupt eine Bleibe zu haben.
Sie findet heraus, dass es auf Vernissagen gratis Häppchen und Sekt gibt und besucht eine nach der anderen, um Geld für Lebensmittel zu sparen. Auf einer solchen Veranstaltung lernt sie Geneviève kennen, die ihre Mentorin wird. Sie macht sie mit ihren Freundinnen Yasmin und Kim bekannt. Alle drei verdienen viel Geld, wenn auch nicht immer auf legalem Wege. Sie bringen Leonie auf eine Geschäftsidee: „Eine Bekannte von mir hat seit ein paar Monaten Liebeskummer, seitdem ist sie in so einem Liebeskummerforum. Sie hat mir erzählt, dass sie sich da gemeinsam ausmalen, was ihren Exen für schlimme Dinge passieren sollen. Damit die auch leiden. Hättest du Ideen für kleine Racheaktionen? Spontan ungefähr zwanzig, sagte sie.“
Leonies neues Geschäft läuft super, sie verdient damit mehr Geld als im Archiv, genau wie Yasmin, die offiziell als Buchhändlerin arbeitet und Kim, die Krankenschwester ist.
Wir erfahren einiges über München und die Wiesn, Leonies Eltern, ihren besten Freund Steffen, ihre Kollegen und Bekanntschaften und nicht zuletzt über ihre größte Leidenschaft: Schleimpilze.
Ich fand das Buch kurzweilig und unterhaltsam. Über einige der Racheaktionen habe ich mich köstlich amüsiert, witzig fand ich die Enthüllung des Geheimnisses um Kims Nebenerwerb. Wenn ihr ins Leben junger Menschen im heutigen München eintauchen und dabei gut unterhalten werden möchtet, dann lest diesen Roman, für den ich gerne fünf Sterne vergebe.
Carolin F, Rezensent*in
💭 M E I N U N G
Das Buch startete direkt mit einem tollen Streich von Leonie, der einfach so absurd und verrückt war, dass ich an dieser Stelle schon gemerkt habe, dass mir ganz viele Lacher bevorstehen! Die Protagonistin war von Anfang an greifbar und sympathisch, vermutlich auch, weil sie vom Alter in etwa meinem entspricht und sie auch aus einer ländlichen Umgebung kommt. Umso schöner fand ich es dann ihre anfänglichen Struggles am Münchner Leben und auch die Entstehung und Veränderung der gefundenen Freundes-Clique mitzuverfolgen, die ihren sonst so tristen Alltag spannend machen und auch für etwas Thrill sorgen, was mir als Thriller-Fan sehr gut gefallen hat.
Der Schreibstil war flüssig und hat es mir sehr schwer gemacht das Buch zur Seite zu legen. Auch wenn die Erzählform für mich zunächst ungewohnt war, habe ich mich durch die Dialoge schnell eingefunden und finde, dass dadurch die Distanz vom Leser zur Protagonistin gut umgesetzt wurde.
Was mir persönlich gefehlt hat, ist ein Höhepunkt/Wendepunkt direkt an Leonie selbst, aber das ist Jammern auf hohem Niveau, sie hat sich schließlich im Laufe des Romans weiterentwickelt und ist an sich und ihrem Umfeld gewachsen.
⭐️ F A Z I T
Ein ganz tolles Buch mit viel Witz, was spannend geschrieben ist und trotzdem auch Tiefgang besitzt. Von mir gibt’s 4,5 ⭐️ und eine große Leseempfehlung an alle, die nach einem unterhaltsamen Buch über Female Rage und Frauenfreundschaften suchen ✨
Ich hoffe, wir hören noch mehr von 🫶
Sarah �, Beschäftigte*r in der Buchbranche
Hustle von Julia Bähr ist ein klug beobachteter, rasanter Gesellschaftsroman über Moral, Geld und Selbstbestimmung in einer Welt, in der alles zur Ware werden kann. Die Hauptfigur Leonie ist keine klassische Heldin – sie lügt, täuscht und überschreitet Grenzen, doch gerade ihre Widersprüche machen sie faszinierend. Als sie sich in München mit fragwürdigen Racheaktionen über Wasser hält, verschwimmen für sie die Linien zwischen cleverem Unternehmergeist und moralischem Abgrund.
Bähr erzählt die Geschichte mit spitzer Ironie, Tempo und einem feinen Gespür für den Zeitgeist. Sie zeigt, wie Leistungsdruck, Geldsorgen und Selbstoptimierung junge Menschen in eine Grauzone drängen, in der Moral oft nur noch eine Verhandlungsfrage ist. Dabei bleibt der Ton unterhaltsam und scharf zugleich – zwischen Satire, Gesellschaftskritik und emotionaler Selbsterkenntnis.
Hustle ist witzig, modern und nachdenklich zugleich – ein Buch über die Versuchung, sich selbst zu verkaufen, und die Frage, was Erfolg im Leben wirklich bedeutet.
Lehrende*r 1190115
Julia Bährs Debütroman „Hustle“ ist eine ebenso unterhaltsam leichtfüßige Lektüre wie bittere Bestandsaufnahme des Lebens im Spätkapitalismus. Im Zentrum steht Leonie, die für einen neuen Job nach München ziehen muss und dort schnell merkt, dass man mit einem akademischen Abschluss in Biologie dort keine Miete zahlen kann. Bald merkt sie, dass sie in München nur gut leben kann, wenn sie aufhört, sich an die Regeln zu halten. So findet sie Anschluss an eine Freundinnenbande, die mit Kreativität und krimineller Energie ihre Ziele verfolgt.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen: Er liest sich leicht, ist zügig und locker erzählt und trifft den Ton unserer Zeit erstaunlich genau. Bährs Sprache ist pointiert und ironisch, ohne die sozialen Probleme zu verharmlosen. Besonders gelungen fand ich, wie sie humorvoll, aber scharf beobachtet zeigt, dass in Großstädten selbst ein solides Gehalt kaum noch für eine Wohnung reicht. Das Thema hat mich persönlich sehr angesprochen – die Wohnungsnot, das Dauerhustle, der Druck, immer mehr leisten zu müssen.
Der Roman bietet damit nicht nur Unterhaltung, sondern auch Kapitalismuskritik für den Alltag: klug, charmant und mit viel Gespür für die Widersprüche moderner Lebensentwürfe. Ein kurzweiliger, relevanter Roman, der Spaß macht und gleichzeitig zum Mitdenken und Mitfiebern anregt. Ich werde die Autorin definitiv im Auge behalten!
Rezensent*in 1900875
„Hustle“ ist ein frecher, kluger und überraschend tiefgründiger Roman über Moral im Kapitalismus. Leonies rebellischer Pragmatismus macht Spaß, regt zum Nachdenken an und trifft den Nerv unserer Zeit. Sprachlich pointiert, rasant erzählt und voller Witz – ein Buch, das man in einem Zug verschlingt und danach unbedingt mit Freundinnen diskutieren will.
Racheengel
Leonie ist ziemlich sauer, als sie erfährt, dass ihr Chef ihre Arbeit einfach als die seine verkauft. Kurzentschlossen kündigt sie und hinterlässt ihm ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk. Ihre neue Arbeitsstelle führt sie nach München. Es ist nicht ihr Traumjob und das Geld reicht eigentlich auch kaum zum Überleben in der luxusverwöhnten Stadt. Der geliebten Pflanzengenetik musste sie auch Lebewohl sagen, dafür hat ihr ehemaliger Chef nach ihrem finalen Auftritt gesorgt. Nun archiviert sie in einem Kellerraum des Staatsmuseums für Zoologie Schmetterlinge, Käfer und dergleichen. Ihre Wohnung gleicht eher einem Loch. Aber mehr kann sie sich nicht leisten. Bis sie eines Tages die Bekanntschaft einer Frau macht, die ihr einen Weg eröffnet, der ihr viel Geld einbringt. Nun trifft sie sich regelmäßig mit ihren drei neu gewonnen Freundinnen, die ebenso ihren kleinen Nebenerwerbsmöglichkeiten haben, die ihnen ein angenehmes Leben ermöglichen.
Julia Bähr erzählt witzig, frech und erfrischend in ihrem Roman ‘Hustle‘ wie man mit zum Teil recht unkonventionellen Ideen zu einem gewissen Reichtum kommen kann. Besonders amüsant ist die Beschäftigung der Protagonistin mit einem Schleimpilz, der stets mit besonderem Interesse gehegt und gepflegt wird, unter ständiger Beobachtung steht. Die Autorin vertieft sich in Themen der Moralvorstellungen, des Konsumverhaltens und freundschaftlicher Beziehungen, die sie mit einer gewissen Portion Ironie betrachtet, dabei die Lachmuskeln nicht selten strapaziert.
Rezensent*in 370237
Leonie arbeitet als Biologin. Als ihr Chef ihre Forschungsergebnisse als die seinen ausgibt übt sie auf kindliche Art Rache. Sie befeuchtet alle Oberflächen und streut Kressesamen. Als sie daraufhin ihren Job verliert und ihr das Geld ausgeht zieht sie nach München. Schon die Wohnungssuche ist schwierig und es wird schnell klar, mit einem normalen Einstiegsgehalt ist das Leben in der Großstadt unerschwinglich. Sie findet gleichaltrige Freundinnen die sie in ihrem Kreis aufnehmen. Alle haben einen nicht immer legalen Nebenjob um sich das teure Leben leisten zu können.
Es geht um die allgemeinen Alltagsfragen, wieviel Geld brauche ich um im Großstadtjungle zu überleben, wieviel Miete ist noch normal und ist moralisch noch vertretbar.
Der Schreibstil ist modern, humorvoll, teilweise etwas überspitzt. Die Personen werden gut eingeführt, die Aktionen, nicht immer legal, gut dargestellt. Ein Buch das gut in die heutige Zeit und die Gesellschaft passt.
Rezensent*in 1726233
Ein wunderbares Buch, das klug den Zeitgeist trifft und Menschen im 21. Jahrhundert in vielen Lagen darstellt. Ein spannendes und interessantes Buch.
Hustle handelt von der Geschichte einer jungen Frau, Leonie, die sich durch Gelegenheitsjobs über Wasser hält, um in München leben zu können. Wer sich denkt, dass das „einfache“ Arbeiten wären liegt leider falsch. Sie hat sich als Rächerin für Betrüger einen Namen gemacht. Alle Partner die betrogen worden können sich bei ihr melden, wenn sie richtige Beweise vorweisen können. Leonie denkt, dass einfache Straftaten ja nicht verwerflich sind. Doch ist es wirklich so einfach immer alles in schwarz und weiß einzuteilen?
Es ist ein sehr besonderes Buch nicht nur die Idee sich an den Personen, die einen weh getan haben jemanden zu engagieren, der ihnen einen Streich spielt ist wirklich lustig und oft wirklich ironisch. Des Weiteren konnte mich die Beschreibung von München wirklich für sich einnehmen, man hat oft das Gefühl, dass man selbst durch die Straßen spaziert. Es ist eine psychologische Überlegung von Leonie, die dadurch selbst ins Wanken gerät. Leichten schwarzen Humor, Ironie und Kurzweile in Buchform.
Rezensent*in 1780445
Ich fand das Buch sehr originell und kreativ. Das Thema war spannend und mal was Neues. Durch den angenehmen Schreibstil, war es für mich leicht zu lesen. Die Geschichte ist lustig, ironisch, gesellschaftskritisch und schonungslos ehrlich. Mich hat die Darstellung von Freundschaft und sonstigen zwischenmenschlichen Beziehungen berührt. Die teilweise skurrilen Eigenheiten der Charaktere haben sich realistisch angefühlt und Abwechslung in die Geschichte gebracht.
3.75*
Vielen Dank an "Pola" für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars über NetGalley. Diese Rezension ist meine freie Meinung in eigenen Worten.
Das Buch könnte man so in einem Satz zusammenfassen: „Rache schmeckt süß - aber nicht jedem.“
Die Geschichte über eine Frau und der modernen Konsumgesellschaft ist klug erzählt und lädt zum Schmunzeln ein. Außerdem erfährt man viel Wissenswertes über Insekten und allerhand unnützes Wissen nebenbei.
Ich hatte viel Spaß beim Lesen.
Rezensent*in 1923384
Ich habe Husten von Julia Bähr gelesen und der Schreibstil hat mich sofort überrascht.
Er ist locker, humorvoll und sehr alltagsnah, sodass man direkt in diese leicht chaotische, warmherzige Atmosphäre rutscht. ✨
Man merkt schnell, dass das Buch ein besonderes Setting hat und absolut seinen eigenen Ton trifft. Die Charaktere wirken lebendig, die Dialoge sind frisch und die Situationen haben etwas sehr Menschliches, das viele bestimmt sofort abholt.
Ich glaube, wer gerne reale, leicht schräge und humorvolle Geschichten liest, wird hier richtig Spaß haben. 📚💛
Hustle, Roman von Julia Bähr Ebook, Pola
Nachdem Leonie das Büro ihres Chefs in eine Kressewüste verwandelt hat, bekommt sie in ihrem Job keinen Fuß mehr auf den Boden. Sie zieht nach München und merkt bald, dass dort das Leben mit ehrlicher Arbeit nicht zu finanzieren ist. Sie bekommt Kontakt mit einer Clique von Frauen die mit Betrügereien und illegalen Methoden ihr Luxusleben finanzieren. Und auch sie findet eine Möglichkeit, mehr Geld zu verdienen. Sie bietet Menschen, denen das Herz gebrochen wurde ihre Dienste an, um sich zu rächen.
Das schwierige Leben junger Frauen in der modernen Konsumgesellschaft.
Das Buch besteht aus 46 Kapiteln, in idealer Leselänge. Die Sprache ist modern und frech. Der Schreibstil ist raffiniert, aufregend flüssig und sehr schwarzhumorig. Der Beginn hat mich sofort in die Handlung hineingezogen, leider hat sich nach der Hälfte eine gewisse Eintönigkeit eingestellt. Im letzten Drittel hat die Spannung wieder angezogen. Insgesamt habe ich mich einigermaßen gut unterhalten gefühlt. Mir fällt es schwer das Buch zu beurteilen, denn ich fühle mich bei der Beurteilung zwiegespalten.
Die Racheaktionen der Protagonistin fand ich klug und witzig ausgeführt, da musste ich immer wieder schmunzeln. Wobei ich mir mehr davon gewünscht hätte.
In München führt die Gentrifizierung zu steigenden Mieten und zur Verdrängung einkommensschwächerer Bewohner, dies wurde hier sehr deutlich angesprochen, auch ist mir bekannt, dass eine einigermaßen menschenwürdige Wohnung, für einen Normalverdiener kaum zu bezahlen ist. Doch was diese Mädels-Clique anstellt um sich der Schickeria anzupassen, finde ich komplett übertrieben. Das Wohndilemma in München sollte hier im Buch auch keine so große Rolle spielen, ich habe eigentlich eine nicht ganz ernstzunehmende „Gaunerkomödie“ erwartet. So eine sozialkritische Lektüre habe ich nicht erwartet. Interessant fand ich die Arbeit der Protagonistin, auch durch ihr Hobby, habe ich über Schleimpilze einiges erfahren. Sehr gerne hätte ich ihre Racheakte ausführlicher beschrieben haben wollen, da war mir manchmal nicht so alles klar.
Mit keiner der einzelnen Figuren, auch mit der Protagonistin nicht, bin ich warm geworden. Ihr Freund Nam und warum das nicht geklappt hat, habe ich nicht ergründen können, die Situation mit ihren Eltern, auch dafür bekommt der Leser keine befriedigende Antwort, was die Mädels der Clique genau anstellten, habe ich nicht so richtig herausgefunden, Ausnahme später Kim. Wer hat in der zoologischen Staatssammlung, was gestohlen? Was ist mit Alfred Mayer? Für meinen Geschmack blieben einfach zu viele Fragen offen. Die Protagonistin hat sich im Laufe des Buches kaum weiterentwickelt, zumindest nicht im Guten, dabei hätte sie genügend Möglichkeiten gehabt.
Mir war alles zu skurril, auch nicht witzig genug. Von mir 3 Sterne.
“ich glaube, ich hab außer einer handvoll menschen nicht viel zu verlieren.”
beim lesen von hustle hat es sich zu einem richtigen highlight entwickeln und ich liebe alles daran!
von anfang an war der roman super unterhaltsam, sodass ich jedes mal wusste, dass mich gleich eine gute zeit erwartet! der plot war spannend und hat tolle wendungen genommen. klar, es ist alles sehr überspitzt dargestellt, das ist letztendlich auch der sinn dahinter und macht deshalb so viel spaß.
leonie war eine tolle protagonistin und auch jede nebenfigur hatte ihre eigenen ecken und kanten, wodurch sie nicht zu kurz kamen und definitiv im kopf bleiben!
4.5 stars
Lehrende*r 1906297
Sehr unterhaltsam. Der Roman zeigt eindrücklich die prekäre Situation junger Menschen in Großstädten, die versuchen, mit einem durchschnittlichen Gehalt zu überleben sowie die mangelnde Wertschätzung akademischer Forschung. Insofern erinnert die Hauptfigur an die Protagonistinnen aus den gleichnamigen Büchern von Maria Reva und Jasmin Schreiber „Endling“, beides etwas schrullige Biologinnen, versuchend, die kleinen Spezies zu schützen und zu verstehen, auch das teillegale Bemühen um Zusatzeinkommen findet sich bei Maria Reva. Bei Julia Bähr überwiegt hingegen die Satire und dabei der Blick in menschliche Bedürfnisse und Abgründe - tongue in cheek.- und es fällt nicht schwer, mit Leonie mitzufühlen, die aus ihrem Dasein als vermeintlich graue Maus entkommen möchte. Auch die weiteren Figuren sind nahbar und finden sich in ähnlicher Weise im eigenen Bekannten- bzw. Verwandtenkreis. Als Erstling verwundert nicht, dass einige Handlungsstränge diffus bleiben, auch das Ende ist offen und etwas abrupt, als hätte die Autorin keine bessere Lösung gefunden. Schade, denn lesend erwartet man eigentlich auf das große Fiasko am Ende.
Ulrike H, Rezensent*in
In "Hustle" erzählt Julia Bähr die Geschichte von Leonie, einer Biologin, die nach einer Racheaktion ihren Job verliert und in München neu anfängt. Doch mit einem normalen Gehalt ist das Leben dort kaum bezahlbar. Sie findet Anschluss an eine Gruppe von Frauen, die sich mit fragwürdigen Methoden über Wasser halten. Gegen Bezahlung beginnt sie, kreative Racheaktionen durchzuführen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und zeitgemäß, teils zynisch und recht humorvoll. Die Grundidee ist originell und die gesellschaftliche Kritik an Kapitalismus, Wohnungsmangel und Erfolgsdruck trifft den Nerv der Zeit. Auch die Frauenfreundschaften sind überzeugend und angenehm frei von Konkurrenzdenken dargestellt.
Gleichzeitig bleibt vieles oberflächlich. Leonies moralische Einstellung und ihre persönliche Entwicklung bleiben für mich schwer greifbar, die Handlung wirkt eher episodisch. Eine Wendung oder ein größeres Dilemma bleiben aus. Das Ende kommt abrupt und lässt viele Fragen offen.
Insgesamt ist "Hustle" eine unterhaltsame Lektüre mit Witz, die ihr Potenzial jedoch nicht vollständig ausschöpft, da sie erzählerisch zu unverbindlich ist, um mich nachhaltig zu überzeugen.
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