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Buchcover für Der Sohn und das Schneeflöckchen

Der Sohn und das Schneeflöckchen

»Ein Roman gegen den Krieg und für die Liebe. Ein großes Glück!« Saša Stanišić

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Erscheinungstermin 04.09.2025 | Archivierungsdatum N/A


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Zum Inhalt

Vernesa Berbo erzählt mit eindringlicher Kraft und atemberaubendem Tempo vom Schicksal zweier Schwestern während der Belagerung Sarajevos.

»An dem Tag, an dem Dada verschwand, habe ich alles verloren. Alles, was ihr zugestoßen ist, geschah, weil sie vor mir fliehen musste. Um verstehen zu können, was sich damals zwischen uns in den Ruinen abgespielt hat, muss ich zum Anfang gehen. Ich muss mich an Dinge erinnern, die ich vergessen will, aber bis jetzt noch nicht geschafft habe, zu vergessen. Ich muss zurück, zurück zum Krieg und noch weiter. Lange zurück, bevor die Einsamkeit da war, zu dem Moment, in dem wir glaubten, dass uns nichts je trennen könnte.«

Dijana ist Schwester, Tochter und Soldatin. Auf die Frage, warum sie »Sohn« genannt wird, lächelt ihr Vater nur geheimnisvoll, als wüsste er etwas über sie, das früher oder später alle sehen würden. Dijana ist selbstbewusst und leidenschaftlich, vor allem aber ist sie die Beschützerin von Dada, ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester. Die sensible und aufgeweckte Dada kam 1976 bei Eiseskälte zur Welt, wie eine Schneeflocke, die im letzten Moment in den Raum schwebt, bevor man das Fenster zuschlägt. Mit Beginn der Belagerung Sarajevos im Jahr 1992 wird Dijana klar: Es ist an ihr, ihre Schwester, das »Schneeflöckchen«, lebend durch den Krieg zu bringen. Schon bald landet Dijana mit ihrem Vater an der ersten Frontlinie, und während Dijana dem Krieg mit Härte begegnet, klammert sich Dada an Mirza, ihre erste große Liebe – bis fatale Ereignisse den Schwestern alles zu nehmen drohen.

So zärtlich, dennoch kompromisslos und zugleich voller erzählerischer Kraft ist selten über den Krieg und die Liebe entgegen allen Widrigkeiten geschrieben worden. Vernesa Berbo ist selbst Überlebende der Belagerung Sarajevos und stößt uns mitten hinein in jene Realität des Krieges, die noch immer zu wenig Beachtung findet: das Schicksal der Frauen, ihre tiefe seelische Verwundung, aber auch ihre große innere Stärke. Ein mitreißender Roman von atemloser Spannung.

»Ein Roman gegen den Krieg und für die Liebe. Ein großes Glück!« Saša Stanišić

»Vernesa Berbos Debütroman ist ein Aufschrei gegen den Wahnsinn des Krieges und hilft, zu verstehen, wie unfassbar grausam die Auswirkungen sind. Ein beeindruckendes Buch.« Klaus Werner, Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung Flensburg 

Vernesa Berbo erzählt mit eindringlicher Kraft und atemberaubendem Tempo vom Schicksal zweier Schwestern während der Belagerung Sarajevos.

»An dem Tag, an dem Dada verschwand...


Eine Anmerkung des Verlags

Die vergessenen Frauen des Bosnienkriegs: Berührender Debütroman einer Zeitzeugin und Überlebenden des Bosnienkriegs. Ein mitreißender Roman über Geschwisterliebe und Überlebenswillen inmitten des Krieges.

Die vergessenen Frauen des Bosnienkriegs: Berührender Debütroman einer Zeitzeugin und Überlebenden des Bosnienkriegs. Ein mitreißender Roman über Geschwisterliebe und Überlebenswillen inmitten des...


Vorab-Besprechungen

»Vernesa Berbo weiß, wovon sie schreibt, denn sie war selbst während der Belagerung in Sarajewo. Eindringlich und minutiös beschreibt sie, wie der Krieg nach und nach in das Leben der beiden vermeintlich gegensätzlichen Schwestern Dana und Dijana dringt. Erst sind es nur Hetzreden im Fernsehen und skurrile musikalische Propaganda. Freundschaften zerbrechen, Nachbarn werden Feinde, die Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt. Doch plötzlich sind wir mittendrin in einer Welt mit Scharfschützen, Bombardierung, Hunger, Tod und Gewalt.

Dijana, die von klein auf ›Sohn‹ genannt wird, härtet sich immer mehr ab und wird zur Kämpferin. Dana, das ›Schneeflöckchen‹ leidet eher still und ist vom Hunger völlig geschwächt. Am Anfang des Buches erfahren wir, dass sie in der Jetzt-Zeit in Berlin lebt und den Kontakt zu ihrer Familie verloren hat. Wie es dazu kommt, ist einer der vielen Spannungsbögen in diesem Roman, der es bei aller Grausamkeit des Themas versteht, auch gute Geschichten zu erzählen und einprägsame Bilder zu schaffen.

Was Krieg für das eigene Leben bedeuten kann und wie gewalttätig er in den Alltag und die intimsten Beziehungen eindringt, aber auch, wie widerständig Solidarität und Lebenswille sein können, das wird hier erfahrbar. Vernesa Berbos Debütroman ist ein Aufschrei gegen den Wahnsinn des Krieges und hilft, zu verstehen, wie unfassbar grausam die Auswirkungen sind. Ein beeindruckendes Buch.«

Klaus Werner, Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung Flensburg 

»Vernesa Berbo weiß, wovon sie schreibt, denn sie war selbst während der Belagerung in Sarajewo. Eindringlich und minutiös beschreibt sie, wie der Krieg nach und nach in das Leben der beiden...


Marketing-Plan

  • Spitzentitel im Herbst

  • AGM-Titel; Aufnahme bei BuchMedia in Österreich; Empfehlung bei Herbstrascheln. Das digitale Treffen des unabhängigen Buchhandels

  • Für Leser:innen anspruchsvoller Gegenwartsliteratur mit Interesse an authentischen Kriegserfahrungen, historischen Romanen und starken Frauenfiguren; Kulturinteressierte mit Affinität zu osteuropäischer Geschichte und Literatur. Für Leser:innen von Nino Haratischwili, Saša Stanišić und Sasha Marianna Salzmann.


  • Spitzentitel im Herbst

  • AGM-Titel; Aufnahme bei BuchMedia in Österreich; Empfehlung bei Herbstrascheln. Das digitale Treffen des unabhängigen Buchhandels

  • Für Leser:innen anspruchsvoller...

Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783627003319
PREIS 26,00 € (EUR)
SEITEN 448

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Sarajevo

Vernesa Berbo wurde in Jugoslawien geboren, wohnt aber schon lange in Berlin.

Ihr Roman, Der Sohn und Schneeflöckchen, führt uns 1992 nach Sarajevo und wir können den Bosnienkrieg genau miterleben.
Die Autorin hat ihn miterlebt.

Der Sohn und Schneeflöckchen sind Kosenamen zweier Schwestern, Diana und Dana.
Der Krieg macht alles kaputt. Diana will Dana beschützen, wird dabei aber auch brutal. So fühlt Dana sich schlecht und flieht nach Deutschland.
Mit Sprachgewalt lässt die Autorin die verschieden Szenen geschehen.
Es ist ein Roman gegen den Krieg, aber leider gibt es ja immer wieder Neue.
Ich war von den Schicksalen gefesselt und kann den Roman nur empfehlen.

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Der Klappentext machte mich neugierig, da ich tatsächlich viel zu wenig über den Balkankrieg weiß.
Beim Lesen durfte ich mich dann über ein unglaublich eindringliches Buch freuen.
Zuerst begegnen wir Dada, dem Schneeflöckchen, 2022 in Berlin, wo sie nun bei Isolde wohnt, die sie aus dem Flüchtlingsheim mit nach Hause nahm, um sich um sie zu kümmern. Das ist nun 30 Jahre her. Dada ist Übersetzerin und übersetzt das Unübersetzbare, sie dolmetscht in Kriegsverbrecherprozessen. Immer wieder erinnert sie sich an die Vergangenheit - Kindheitserinnerungen, Erinnerungen an ihre Großmutter, an ihre Schwester Dijana - den Sohn, an Mirza - ihre große Liebe, an den Krieg. Wir erfahren auch, dass sie ihre Familie nie wissen ließ, dass sie noch lebt.
Danach lernen wir Dijana und ihre Eltern kennen, die nie aufgehört haben, nach ihr zu suchen.
Ein Zeitsprung versetzt uns in das Familienleben in Sarajevo vor dem Krieg, danach erfahren wir wie es der Familie ab März 1992 erging. Immer abwechselnd aus Dadas und Dijanas Sicht, wobei Dadas Sicht von einem Erzähler in der 3. Person erzählt wird und nur Dijana als Ich-Erzählerin auftritt.
Wir erfahren über die Vorboten des Krieges, wie sich plötzlich Freunde, die zusammen in derselben Stadt aufgewachsen sind, zu Feinden wandeln, und wie der Krieg beginnt. Anfangs mutet die Erzählung trotz der schrecklichen Kriegsereignisse noch leicht an, was wohl daran liegt, dass die Familie der beiden Schwestern trotz Hunger wohlauf und beisammen ist, Dijana mit ihrem Erfindungsreichtum und ihrem Mut irgendwie immer Lösungen findet, alle noch voller Hoffnung sind und die beiden Mädchen sich verlieben, in Mirza und Zuka.
Doch je länger der Krieg andauert, als desto schrecklicher empfindet ihn auch der Leser. Nun ist die Familie direkt betroffen, Vater und "Sohn" sind an der Front, Mirza verschwindet, die Hoffnung schwindet immer mehr. Dabei sind nicht die direkten Kampfhandlungen das Bedrückenste sondern andere Ereignisse, die der Krieg mit sich bringt, die alle Hoffnung zunichte machen, die ein "normales" Leben - auch nach dem Krieg - unmöglich machen und einen mit Trauer über verpasste Chancen und verlorene Jahre zurücklassen. Auch die Kriegsverbrecherprozesse 30 Jahre später können daran nichts ändern.
Besonders erschreckend fand ich auch die Erkenntnis, wie schwer das Leben für Menschen meinen Alters dort heute noch ist, in Ländern, in denen viele Menschen heute unbeschwert Urlaub machen, ohne sich über das Trauma der Bewohner Gedanken zu machen.
Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch.

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Vernesa Berbos Debütroman „Der Sohn und das Schneeflöckchen“ überzeugt durch eine eindrucksvolle und nuancierte Darstellung der Belagerung Sarajevos, wobei die Autorin gezielt eine weibliche Perspektive einnimmt, die in der Literatur bislang eher selten beleuchtet wurde. Besonders hervorzuheben ist die Charakterisierung der beiden Schwestern Dijana und Dada: Dijana fungiert als resolute Beschützerin, während Dada – als fragiles „Schneeflöckchen“ – inmitten von Krieg und Zerstörung nach menschlicher Nähe und Geborgenheit sucht. Berbo, selbst Überlebende der Belagerung, lässt in die Erzählung zahlreiche persönliche Erfahrungen einfließen, wodurch eine dichte, atmosphärisch aufgeladene Erzählwelt entsteht.

Die enge, von Verlust und Trennung geprägte Beziehung der Schwestern wird mit großer Eindringlichkeit und psychologischer Genauigkeit nachgezeichnet. Der Roman versteht sich dabei nicht nur als literarische Verarbeitung traumatischer Erlebnisse, sondern auch als Plädoyer für Humanität und zwischenmenschliche Solidarität. Insgesamt hinterlässt „Der Sohn und das Schneeflöckchen“ einen nachhaltigen Eindruck und empfiehlt sich insbesondere für Leserinnen und Leser, die an tiefgründiger und emotional vielschichtiger Literatur interessiert sind.Vernesa Berbos Debütroman „Der Sohn und das Schneeflöckchen“ überzeugt durch eine eindrucksvolle und nuancierte Darstellung der Belagerung Sarajevos, wobei die Autorin gezielt eine weibliche Perspektive einnimmt, die in der Literatur bislang eher selten beleuchtet wurde. Besonders hervorzuheben ist die Charakterisierung der beiden Schwestern Dijana und Dada: Dijana fungiert als resolute Beschützerin, während Dada – als fragiles „Schneeflöckchen“ – inmitten von Krieg und Zerstörung nach menschlicher Nähe und Geborgenheit sucht. Berbo, selbst Überlebende der Belagerung, lässt in die Erzählung zahlreiche persönliche Erfahrungen einfließen, wodurch eine dichte, atmosphärisch aufgeladene Erzählwelt entsteht.

Die enge, von Verlust und Trennung geprägte Beziehung der Schwestern wird mit großer Eindringlichkeit und psychologischer Genauigkeit nachgezeichnet. Der Roman versteht sich dabei nicht nur als literarische Verarbeitung traumatischer Erlebnisse, sondern auch als Plädoyer für Humanität und zwischenmenschliche Solidarität. Insgesamt hinterlässt „Der Sohn und das Schneeflöckchen“ einen nachhaltigen Eindruck und empfiehlt sich insbesondere für Leserinnen und Leser, die an tiefgründiger und emotional vielschichtiger Literatur interessiert sind.

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"Der Sohn und das Schneeflöckchen" ist der Debütroman der deutsch-bosnischen Schauspielerin und Autorin Vernesa Berbo. Als ich diesen großartigen Roman gelesen habe, konnte ich kaum glauben, dass das ihr allererstes Buch sein soll: so spannend geschrieben, so authentische Figuren, denen man sich nahe fühlt und mit denen man mitfiebert, vor einem zutiefst bestürzenden und tragischen Hintergrundsetting, das vom ersten Augenblick an lebendig wird.

Ich habe nun beim Lesen mehrere Tage innerlich mit der Autorin und ihren Figuren im besetzten Sarajevo der 1990er Jahre verbracht und bin zutiefst berührt. Das Thema ist kein neues für mich, ich habe selbst kurz nach dem Krieg diese Gegend mehrmals bereist, mit vielen Menschen darüber gesprochen und spreche die Sprache(n). Und doch schreibt Vernesa Berbo in einer Art darüber, die mich noch einmal auf eine neue Art und Weise zutiefst im Herzen erreicht hat.

Während es in den 1990er Jahren in vielen Ländern Europas unglaublichen Wohlstand, Demokratie, Freiheit und Frieden gab, Deutschland sich wiedervereinigte und die Tschechoslowakei sich friedlich in zwei neue Länder aufspaltete, tobte am Balkan ein erbarmungsloser Bürgerkrieg, von dem Bosnien-Herzegowina und insbesondere Sarajevo besonders schwer betroffen war. Die Stadt liegt in einem Tal, umgeben von Bergen, und war ein Musterbeispiel für das multiethnische und multireligiöse Jugoslawien, in dem Serben, Kroaten, Bosnier, Roma, Juden und weitere Nationalitäten und Religionsangehörige friedlich zusammenlebten, miteinander befreundet waren, zusammen arbeiteten, nebeneinander lebten und sogar einander heirateten. Wer was war, das spielte lange keine Rolle, so dachten viele Menschen... bis es auf einmal anders war.

Sarajevo wurde mehrere Jahre lang belagert, in den Bergen lauerten unzählige Scharfschützen, die auf die Menschen zielten, sobald sie auf der Suche nach Nahrung oder Wasser ihre zerstörten Häuser verließen. Menschen wurden verschleppt, vergewaltigt, umgebracht. Und lange gab es für die Eingekesselten kaum eine Möglichkeit, die Stadt zu verlassen und zu fliehen.

Wir erleben die Zeit vor dem Krieg, die Belagerung aus Sarajevos und die Perspektive dreißig Jahre später durch die Augen zweier Schwestern: die ältere Dijana, immer schon tough gewesen und von ihrem Vater "Sohn" genannt, und ihre geliebte Familie und Heimat verteidigen, wird sich als Freiwillige den Soldaten anschließen, in die Wälder gehen und für Sarajevo kämpfen. Suada hingegen, genannt "Dada", wirkt zarter und zerbrechlicher, wird deshalb "Schneeflöckchen" genannt. Die Schwestern lieben sich inniglich und doch wird der Krieg vieles mit sich bringen, das das Potential in sich trägt, sie voneinander zu entfernen.

Das Buch hat über 400 Seiten, durch die ich nur so geflogen bin. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, so gut geschrieben und spannend war die Lektüre und so sehr habe ich mit den Schwestern, den anderen Menschen im belagerten Sarajevo und ihrem Schicksal mitgefiebert. Trotz der tragischen Hintergrundkulisse ist es nicht nur ein trauriges Buch, sondern auch voll Humor, Warmherzigkeit und berührender Momente zwischenmenschlicher Begegnungen. Es ist ein großartiges Buch zu einem äußerst wichtigen Thema, das zu Unrecht viel zu wenig Platz im Bewusstsein vieler Europäerinnen und Europäer hat.

Es geht auch um das sehr wichtige Thema Trauma und innere Abspaltung, die es mit sich bringen kann, Täter/in oder Opfer zu werden, und um die Frage, ob und wie wir uns dabei unseren innersten Kern bewahren können. Damit haben beide Schwestern auf ihre Weise zu kämpfen, diese Stelle zeigt, was Dijana vermittelt wird, als sie sich entscheidet, mit der Waffe, die sie "Jana" nennt, um ihre Heimatstadt zu kämpfen:

"Jana denkt für dich, sie entscheidet für dich, sie tötet, nicht du. Ohne Waffe bist du wieder das friedliche Wesen von früher, unschuldig, gut, das Wesen, das liebt und beschützt. Du verteidigst nicht nur unsere Frontlinie und dein nacktes Leben, sondern auch dieses unschuldige Wesen, du bewahrst es für später, als Reserve, damit du, wenn du überlebst, weiterleben kannst. Pass auf dich auf, töte nicht aus Lust." (S. 219 im E-Book)

Ich kann dieses großartige Buch allen, die sich für das Thema interessieren nur wärmstens empfehlen, denn es hilft, zu verstehen, wie viel Trauma Menschen aus dieser Zeit bis heute mitschleppen, es lehrt Dankbarkeit für das, was uns in Mitteleuropa erspart blieb und Mitgefühl mit den Menschen in der Ukraine und weiteren Kriegsgebieten, die gerade in diesem Moment ähnliche Traumata erfahren müssen. Persönlich wünsche ich mir weitere Bücher von dieser tollen Autorin, die so gut schreiben kann und so viel zu sagen hat.

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Noch ein Buch über die Belagerung Sarajewos? Dieses Buch ist anders. Schonungslos beschreibt es die Geschichte zweier Schwestern und deren Familie die sich im Kosovo Krieg durchschlagen. Die eine kämpferisch und tatkräftig die ander schutzbedürftig. Sie wird vom Vater Sohn genannt, später wird sie eine Kriegerin. Auch die Blauhelme kommen nicht unbedingt gut weg in dieser Geschichte. Die Traumatisierung hält bis heute an. Ein durchaus lesenswertes Buch.

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Ein gewaltig beeindruckendes Buch über den Krieg im ehemaligen Jugoslawien! Hier wird ein leider viel zu schnell vergessener Krieg aus sehr persönlicher Sicht in allen grausamen Details geschildert. Und doch sind da Momente großer Zuneigung, Liebe und Hoffnung. Ein unbedingt empfehlenswertes Buch!

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Ein großartiges Buch. Wenn aus Nachbarn über Nacht Feinde werden, die Stadt zum Parcours ums eigene Leben und der Hunger und der Verlust von Mensch und Heimat dich zerstört, bleibt am Ende nur die Familie. Die ganze Geschichte fühlt sich so echt an, dass es wehtut. Absolut empfehlenswert!!

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Jeder Mensch, der schon einmal auch nur am Rande von den Jugoslawien-Kriegen gehört hat, weiß, worauf er sich einstellen muss. Es gab Momente, in denen mir danach war, mich zu übergeben, zu schreien oder vor Wut zu weinen. Doch ich konnte nicht aufhören zu lesen. Dieses Buch ist so unglaublich fesselnd, obwohl es im Kern „nur“ eine Familiengeschichte erzählt.

Und obwohl ich so heftig auf die Dunkelheit in diesem Buch reagiert habe, muss ich sagen: Es ist alles andere als trost- und hoffnungslos. Ganz im Gegenteil. Manche Stellen haben mich zum Schmunzeln gebracht, andere sogar zum Lachen. Glücklicherweise weiß ich nicht, wie es ist, einen Krieg zu erleben. Doch so, wie es hier beschrieben ist, stelle ich es mir vor – kleine Strahlen der Hoffnung und des Alltags, des Lebens, die durch die dunklen Wolken der Grausamkeit hindurchbrechen.

Ich weiß nicht, wem ich dieses Buch empfehlen soll. Es ist kein einfaches Thema, und nahezu alle gängigen Trigger sind hier vorhanden. Und trotzdem möchte ich es eigentlich jedem Menschen ans Herz legen – sofern die eigene mentale Verfassung es zulässt. Denn diese Geschichte ist zu zart und zu wertvoll, um ungelesen zu bleiben.

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Als am 4. Mai 1980 Josip Broz Tito, der Staatspräsident Jugoslawiens, stirbt, weiß noch niemand, dass zehn Jahre später, der Staat, den die Person Tito mit eiserner Klammer zusammengehalten hat, auseinanderbrechen wird. Leider wird die Trennung nicht so friedlich wie bei der Tschechoslowakei, die sich in Tschechien und die Slowakei trennt, erfolgen. Auf Grund der verschiedenen Ethnien, Sprachen und Schriften, Religionen und vor allem gemischten Dörfern und Städten wie Sarajevo, in den man meist friedlich nebeneinander lebt, zetteln Anführer unterschiedlicher Parteien eine Reihe von (Bürger)Kriegen an, die uns als Jugoslawien- oder Balkankriege der Jahre 1991 bis 2001 bekannt sind. Sie scheuen dabei weder ethnische Säuberungen, noch andere Kriegsverbrechen.

Vernesa Berbo, 1968 in Proboj, im heutigen Serbien geboren, lebte während der Belagerung Sarajevos einige Zeit in der Stadt und ist selbst als Kriegsflüchtling 1992 nach Deutschland gekommen. In ihrem Debütroman schildert sie an Hand von Dijana (Sohn) und Dada (Schneeflöckchen) die Belagerung Sarajevos (5. April 1992 bis 29. Februar 1996), die rund 11.000 Menschen das Leben kostete.

Wir erfahren von diesen Jahren der Belagerung aus der Sicht von Dada, die von ihrer Familie Schneeflöckchen genannt worden ist, seit ihrer Flucht aus Sarajevo nun in Berlin wohnt und als Dolmetscherin in den Kriegsverbrecherprozessen übersetzt. Es sind Dadas Erinnerungen an ihre Familie, speziell an ihre Schwester Dijana, die allgemein nur Sohn gerufen wird, an das unbeschwertes Leben bevor der Krieg alle Pläne zunichte gemacht hat und an Mirza, ihre große Liebe.

Es sind aber auch die Erinnerungen Dijanas an die große Scham, die sie empfindet, die wir lesen. Die eine, weil sie ihre Familie nicht wissen lässt, dass sie ein anderes Leben führt und die andere, weil sie sich die Schuld gibt, die kleine Schwester im Stich gelassen zu haben.

Die Erinnerungen versetzen uns in den März 1992 als sich die Lage in Sarajevo zuspitzt und die Belagerung beginnt. Wir erleben die Ereignisse aus den Perspektiven von Dada und Dijana hautnah mit. Ein genialer Schachzug ist, Dada in der dritten Person erzählen zu lassen und Dijana als Ich-Erzählerin.

Zunächst scheinen die Berichte wie aus großer Distanz. Erst als Vater und Sohn (also Dijana) an die Front müssen und Mirza, Dadas große Liebe, nicht mehr zurückkehrt, ändert sich die Stimmung in der Familie. Es sind nicht die direkten Gefechte, die Eindruck hinterlassen, sondern die Verwandlung der Menschen. Die Rückschau auf verpasste Gelegenheiten und die Trauer, die sich stellenweise in Trotz und Wut verändern.

Viele Ereignisse sind ob der Brutalität und der Gräuel nur angedeutet.

„Sie [Dada] landete alleine direkt in einem Krankenhaus. Ab da erinnerte sie sich mehr an vieles. Bruchstückhaft weiß sie noch, dass sie sich wunderte, dass nur schwangere Frauen um sie herum waren. Dass in diesem Monat in dem sie da war, viel zur Entbindung gebracht wurden, aber alle mit leeren Händen und geschwollenen Brüsten zurückkamen, ohne ihre Kinder. Keine sprach jemals über die Entbindung oder ihr Baby. Man gab ihnen Schmerzmittel und Medikamente gegen die Brustentzüdnung, dann verschwanden sie aus dem Zimmer. Wie am Fließband kam neue Frauen mit prallen Bäuchen, neue leere Hände, neue entzündete Brüste, neue Verzweifelte, die sich wie Tauben aus dem Krankenhausfenster in die Tiefe stürzten.“ (S. 305)

Meine Meinung:

Die Autorin lässt in ihren Debütroman zahlreiche persönliche Erfahrungen einfließen, wodurch das Buch eine beklemmende Sogwirkung entfaltet. Es überzeugt durch die weibliche Sicht der Belagerung Sarajevos und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Gerne gebe ich diesem Debüt, das sich sowohl als Aufarbeitung eines Traumas, als auch als Plädoyer gegen den Krieg versteht, 5 Sterne. Allerdings ist es nichts für Zartbesaitete.

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Die Geschichte überrascht durch seine ausdrucksstarke Sprache die eine Verbindung - Brücke- zwischen Krieg und Liebe spannt. Die Wendungen in der Geschichte bahnen sich geschickt an, sind aber nicht hervorsehbar, wodurch es zu sehr ansprechenden Spannungsbögen kommt.
Eine tolle Geschichte, die ich gerne empfehle.

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Zwischen Grausamkeit und Hoffnung

Dieses Buch hat mich sehr bewegt und zugleich erschüttert. Vernesa Berbo schildert in ihrem Debütroman nicht nur die Schrecken des Krieges, sondern auch die unerschütterliche Bindung zweier Schwestern, die inmitten von Gewalt, Verlust und Angst ihren eigenen Weg finden müssen. Gerade die Gegensätzlichkeit der beiden – Dijana, die mit Härte reagiert, und Dada, die sich an ihre Liebe klammert – macht die Figuren so lebendig und nahbar. Der Erzählstil ist eindringlich, manchmal fast poetisch, und doch bleibt er kompromisslos klar in der Darstellung der Grausamkeiten. Besonders bedrückend war für mich, wie realistisch gezeigt wird, was Menschen einander antun können, und wie tief die seelischen Spuren bleiben. Dennoch spürt man immer auch Stärke, Hoffnung und Menschlichkeit. Ein Roman, der lange nachhallt und den man nicht vergisst – für alle, die sich mit Krieg, Verlust und der Kraft der Geschwisterliebe auseinandersetzen möchten.

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Eine schreckliche und gleichzeitig wunderbare Geschichte, die uns die Autorin in die Hand gibt.
Von großer Härte, grauenhaften Taten während des Kriegs in unserem Nachbarland, aber auch von wunderbarer, unerschütterlicher Liebe, von wunderschönem Zusammenhalt und Hilfe in Familien und weit darüber hinaus.

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Die Geschichte zweier Schwestern während der Belagerung Sarajewos im Bosnienkrieg ist keine leichte Kost. Warum sollten man einen Roman mit solch einem traurigen Inhalt lesen? Weil er trotz aller Dramatik und Grausamkeiten das Leben, die Liebe und die Solidarität feiert. Weil er universelle Themen des Menschseins behandelt, indem er zeigt, wie dünn unser Anstrich von Zivilisation ist. Wie schnell Hass geschürt werden kann und was dieser Hass anrichtet. Der Roman zeigt, was schon einmal passiert ist und auch künftig wieder passieren kann. Aber er zeigt auch den Lebensmut und die Widerstandskraft der Menschen, die unvorbereitet in ein solches Leben geworfen werden. Diese Geschichte berührt, erschüttert und hallt noch lange nach.

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Ein poetischer Roman über zwei Schwestern im belagerten Sarajevo, der sowohl zeitlich nach vorne als auch nach hinten entwickelt wird. Die Sprache ist wunderschön und die Geschichte erzählt uns den Schrecken des Krieges und seinen Einfluss auf die Betroffenen. Sehr empfehlenswert.

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Was für ein starkes Buch. Dieses Buch hat einen Sog auf mich ausgeübt. Sprachgewaltig und tiefgreifend. Es spielt im belagerten Sarajevo zu Beginn der 1990er Jahre. Man erlebt mit zwei Schwestern den Krieg - grausam, kalt, dreckig und menschenverachtend. Sie gehen sehr unterschiedlich mit der Situation um. Diese Geschichte bleibt und wirkt nach. Ganz wichtiges Buch.

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In ihrem Debütroman erzählt Vernesa Berbo die Geschichte zweier Schwestern in Sarajewo vor dem Hintergrund des eskalierenden Jugoslawienkriegs 1992. Mit ihrer bildgewaltigen Sprache erzeugt Berbo eine bedrückende Atmosphäre, die den Leser unmittelbar in die Schrecken des Krieges eintauchen lässt. Die Unsicherheit und Angst kurz vor Ausbruch des Krieges, die Frage, wer von den Freunden und Nachbarn morgen schon Feind sein könnte, ist spürbar nachvollziehbar.

Der Roman schildert die Angst der Soldaten vor einem Gefecht, die ständige Furcht vor Scharfschützen, die verzweifelte Suche nach Nahrungsmitteln und den täglichen Verlust geliebter Menschen. Gleichzeitig gibt es aber immer wieder Momente, in denen Menschen selbstlos handeln.

Der Roman hat mich emotional sehr bewegt und mir vor Augen geführt, wie schnell ein Krieg in Vergessenheit geraten kann.

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Vernesa Berbos Debütroman klingt kein bisschen nach Debüt. Er wirkt reif, klar und erstaunlich kraftvoll. Die Autorin führt uns in die frühen 90er Jahre, eine Zeit, die für viele von uns Erinnerungen weckt. 1992 war ich selbst zwölf, wir lebten in einer Nachbarschaft voller Kinder und meine Tagesmutter stammte aus Jugoslawien. Damals nannte man es einfach so. Heute heißen dieselben Menschen Serben oder Bosnier. Genau diese Verschiebung der Identitäten, die plötzlich harte Grenzen zieht, spiegelt der Roman eindrucksvoll wider.

Im Zentrum steht eine kleine Familie aus Sarajevo: die Schwestern Dijana und Dada. Dijana, von ihrem Vater liebevoll „Sohn“ genannt, weil er in ihr Stärke und Nachfolge sieht. Dada, das späte, zarte Kind, ein Schneeglöckchen, so überraschend wie ein Wintereinbruch. Das Leben dieser Familie verläuft zunächst ganz normal, bis der Krieg alles zerschneidet. Freunde werden zu Fremden. Nachbarn zu potenziellen Feinden. Sarajevo wird über Nacht zum belagerten Brennpunkt Europas.

Beim Lesen tauchten bei mir immer wieder eigene Erinnerungen an Nachrichten, Gespräche und Gesichter von damals auf. Berbo beschreibt, wie diese Familie in den Krieg hineingezogen wird, surreal, erschreckend und emotional kaum auszuhalten. Besonders Dijanas Weg trifft hart, ein Teenager, der zur Soldatin wird, der in den Vater begleitet zum Schutz und weil es keine Alternative gibt.

Der Roman beginnt im Jahr 2022, blickt zurück auf die Kriegsjahre und erzählt die Schicksale dieser Familie mit einer sprachlichen Klarheit, die einen packt und nicht loslässt. Neben Gewalt, Verlust und Angst beschreibt die Autorin aber auch das Band zwischen Schwestern und wie selbst dieses Band irgendwann reißen kann.

Ein facettenreiches, echtes, zutiefst emotionales Buch, das mich vollständig mitgerissen hat.
Und ein Geschenk, auf das ich nicht vorbereitet war.

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