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Buchcover für Kultur

Kultur

Eine neue Geschichte der Welt

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Erscheinungstermin 12.04.2025 | Archivierungsdatum 15.08.2025


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Zum Inhalt

Eine triumphale Neuerzählung der Menschheitsgeschichte

»Und so ist in dieser anderen Art der Kulturgeschichte auch eine zeitgemäße kleine, rebellische Kulturtheorie eingeschmuggelt, die uns vor dem Irrtum bewahren kann, dass mit der Kultur etwas nicht stimmt.« Thorsten Jantschek, Deutschlandfunk Kultur

Auf einer Reise von der Chauvet-Höhle in Frankreich durch Nofretetes Ägypten, das klassische Griechenland, die Bibliotheken der Azteken, Ashokas Indien, das China der Tang-Dynastie und weitere Epochen: Diese leicht verständliche und unterhaltsame Big History des deutschamerikanischen Literaturwissenschaftlers Martin Puchner enthüllt die Entstehung und Gründe menschlicher Kultur – und wie kulturelle Aneignung dies ermöglichte.

Wozu brauchen wir Kunst und Kultur überhaupt? Warum sollten wir uns mit unserer Vergangenheit beschäftigen? Martin Puchner erzählt mitreißend, warum wir nur durch Kultur in der Lage waren, unsere Fähigkeiten zu entwickeln, und wie sie durch unsere Begegnungen, kollektiven Verluste und Wiederentdeckungen, Innovationen, Nachahmungen und Übernahmen Gesellschaften über die Jahrhunderte vorangetrieben und unser Überleben gesichert hat. Kultur kann daher nicht als Ressource einer einzelnen Gruppe gesehen werden, sondern entsteht im Austausch mit anderen, als geliehene Form und Verschmelzung von Ideen – durch Zeichnen, Sprechen, Speichern von Wissen. Wie ein riesiges Recyclingprojekt werden kleine Fragmente aus der Vergangenheit hervorgeholt und neu genutzt. Anhand bisher unbekannter Beispiele ermöglicht Puchner einen spannenden, neuen Blick auf die Menschheit und liefert ein wichtigen Beitrag zur Debatte über Originalität und kulturelle Aneignung.

»Eine deutliche Absage an diejenigen, die behaupten, dass Kultur Eigentum von Gruppen, Nationen, Religionen oder Ethien sein kann.« The New York Times

»Dieses Buch ... ist ein Geschenk, das man genießen sollte.« The Boston Globe

»Ein bemerkenswertes Buch.« Kwame Anthony Appiah

»Ein halsbrecherischer, äußerst fesselnder Überblick über die Wege kultureller Überlieferung - wie Ideen, Geschichten und Lieder überleben, sich verändern, verschwinden, geliehen, verfeinert, übernommen und verbessert werden. Die Lektüre dieses Buches war wie ein Kurs in Geschichte der Geisteswissenschaften bei einem Weltklasse-Professor ... Ich habe auf jeder Seite Sätze unterstrichen.« Anthony Doerr

Eine triumphale Neuerzählung der Menschheitsgeschichte

»Und so ist in dieser anderen Art der Kulturgeschichte auch eine...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783608966596
PREIS 35,00 € (EUR)
SEITEN 432

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Lehrreich und unterhaltsam, was will man mehr!
Ich finde, der Autor schafft es ganz hervorragend, Tatsachen, die man kennt oder von denen man bereits gehört hat in einen Zusammenhang zu bringen, der dann nicht nur das Highlight auf einen bestimmte Kulturkreis verortet, sondern globale Zusammenhänge zeigt, die vielleicht nicht so präsent sind.
Gute Beispiele sind Kapitel 7, in dem Bagdad als Schmelztiegel für Wissenschaft, Literatur und Baukunst etwa im 9. Jahrhundert einen Bogen zu den griechischen Philosophen genauso schlägt, wie zum Erstarken des muslimischen Glaubens oder aber das Kapitel 10, in dem es um die Hochkultur der Azteken und ihre "Wunderstadt" Tenochtitlan geht, während zeitgleich in Europa die Pest wütet und Düren und Luther versuchen, die Neuzeit einzuläuten.
Sehr spannend und zum Glück kein "Fussnoten"-Buch, gut lesbar und mit einigen alten Stichen bzw Abbildungen genau richtig dosiert "gewürzt" . Ich könnte es mir auch gut schon als Lektüre für Jugendliche ab 16 Jahren vorstellen.

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🌍 Rezension: Kultur – Eine neue Geschichte der Welt von Martin Puchner
🧠 Warum Kultur uns rettet – und warum sie niemals jemandem allein gehören kann.

Worum geht’s?
Martin Puchner, Literaturwissenschaftler mit deutsch-amerikanischen Wurzeln, entwirft eine völlig neue Perspektive auf die Geschichte der Menschheit. Nicht aus Sicht der Eroberer, Staatenlenker oder Erfinder – sondern aus Sicht der Kultur.

Auf einer Reise, die von der Höhlenmalerei der Steinzeit über die Bibliotheken der Azteken, das Indien des Kaisers Ashoka bis hin zur Moderne reicht, zeigt Puchner, wie Ideen, Geschichten, Lieder und Kunst über Jahrtausende überliefert, übernommen, adaptiert und manchmal vergessen wurden – nur um später erneut aufzutauchen.

Sein zentrales Argument: Kultur ist kein Besitz – sie ist ein globales Recyclingprojekt.

Was dieses Buch besonders macht:
📚 Big History trifft auf Storytelling:
Puchner verbindet fundierte Geschichtskenntnis mit einem packenden Erzählstil. Es fühlt sich an, als würde man einem leidenschaftlichen Professor lauschen, der zwischen antiken Schriften, Ruinen und Spotify-Playlists mühelos hin und her springt.

🌐 Kulturelle Aneignung mal anders erklärt:
Das Buch liefert keine plakativen Schlagzeilen, sondern tiefergehende Gedanken: Kultur entsteht immer im Kontakt mit anderen. Ohne gegenseitige Inspiration, Migration, Krieg, Verlust – keine Innovation. Das bedeutet nicht, dass alles erlaubt ist, aber dass der Dialog entscheidend ist.

🎨 Kunst und Kultur als Überlebensstrategie:
Puchner zeigt, dass Menschen nicht trotz, sondern wegen ihrer kulturellen Ausdrucksformen überlebt haben. Zeichnen, Erzählen, Musik machen – das alles war nie Luxus, sondern essenziell, um Identität, Wissen und Gemeinschaft zu formen.

🧩 Kleine Fragmente, große Wirkung:
Ob Tonscherbe, Wandmalerei oder altes Gedicht – Puchner zieht aus kleinsten kulturellen Spuren große Erkenntnisse. Und genau das macht die Lektüre so faszinierend: Geschichte wird greifbar, lebendig und überraschend modern.

Für wen ist dieses Buch?
Für alle, die sich für Weltgeschichte jenseits von Schulbuch-Klischees interessieren

Für Leser*innen, die Kultur in ihrer Tiefe und Vielfalt verstehen wollen

Für Menschen, die über Originalität, Aneignung, Identität und Austausch diskutieren wollen

Für Fans von Yuval Noah Harari, Neil MacGregor oder Kwame Anthony Appiah

Fazit:
Kultur – Eine neue Geschichte der Welt ist ein grandioser Ritt durch die Menschheitsgeschichte. Puchner beweist mit jeder Seite, dass Kultur nichts Starres ist, sondern ein lebendiger Prozess, der unser Denken, Fühlen und Überleben formt.

Ein inspirierendes Plädoyer für Offenheit, Neugier und kulturellen Austausch – und ein kraftvolles Gegenargument gegen nationalistische und identitäre Engführungen.

📖 5 von 5 Sternen – ein Must-Read für Weltdenker*innen.

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Kultur wird vom Autor Martin Puchner nicht nur als etwas sich ständig änderndes, sondern auch als etwas verstanden, dass auf realen Ereignissen und sopmit auch auf dem Zusammentreffen verschiedener Kulturen basiert.
Es ist ein interessantes Buch, das gegen die Abschottung und krampfhafte Bewahrung der eigenen Kultur steht, sondern zeigt, wie sich Kultur weiterentwickelt und verändert. Sowohl heute, wie auch in der Geschichte der Menschheit.

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Der Autor schafft es, Jahrtausende der Kulturgeschichte der Welt in ein Buch zu packen.
Es ist eine Schatzkammer voller wertvoller Erkenntnisse und beinhaltet wesentlich mehr Informationen, als ich beim Lesen des Buches erwartet hatte.
Es ist ein spannender Überblick darüber, wie anscheinend belanglose Schöpfungs- und Bewahrungsakte die Kultur und die Art, wie wir diese heute sehen, geprägt haben
Das gesamte Buch ist in Kapitel aufgeteilt, in denen verschiedene historische Persönlichkeiten zu diversen kulturellen Themen behandelt werden
Das Buch regt zum Nachdenken an
Es ist ein sehr interessantes Buch, ich hab gern reingeschaut und empfehle es den Lesern

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Das Buch ist ein richtig erfrischendes Sachbuch. Erfrischend vor allem aufgrund des angenehmen Schreibstils. Gute Kapitellänge. Toller Inhalt. Tatsächlich rundum gelungen.

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Was ist Kultur? Was macht sie aus? Was bleibt der Nachwelt erhalten? Wird es in 100 Jahren noch Bibliotheken geben? Martin Puchner stellt sich diesen Fragen und versucht Antworten hierauf zu liefern. Das Werk ist gut gegliedert und verständlich, nicht trocken, geschrieben. Die unterschiedlichen Zeiten und Orte der Vergangenheit sind dazu gut gewählt. Ich mochte viele der Geschichten. Ob alles so war, wie vermutet, sei dahin gestellt. Was bleibt ist der Wunsch, zu verstehen, wo sind die eigenen Wurzeln und was bleibt übrig? Gepaart mit der Neugier und dem Wunsch sich Wissen anzueignen. Das wird sich hoffentlich nie ändern.

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Dieses Sachbuch bildet eine spannende ausgewählte Übersicht über die Entstehung von Kulturen. Sie ist gut geschrieben und ausführlich genug, um dem Inhalt zu folgen, aber eben nicht zu lang.

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Wo kommen wir her? Was macht uns aus?

Wie haben unsere Vorfahren ihre Kultur gelebt und weiterentwickelt?

Ich fand es schon immer spannend, wie es rund um die Welt zu so verschiedenen Kulturen und Glauben gekommen ist. Was haben sie gemeinsam und was unterscheidet sie? Wie hat sich all das entwickelt und was ist heute veraltet? So viele Fragen und so viele Antworten gibt es in diesem tollen Buch.

Es ist ein Sachbuch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann. Ich habe mir dafür Zeit gelassen, denn ich wollte es verstehen und mich damit auseinandersetzen. Es gibt wahnsinnig viele Informationen, aber sie sind alle so geschrieben, dass es nie langweilig wird und ich dann noch zusätzlich manche Sachen recherchiert habe. Denn der Autor schafft es, große historische Zusammenhänge verständlich und gleichzeitig spannend darzustellen.

Puchner versteht es zudem, den Inhalt so wiederzugeben, dass man nicht das Gefühl hat, einen alten Schinken zu lesen. Nein, es ist auch für absolute Laien zu verstehen und nachzuvollziehen. Zudem finde ich es spannend, dass Anekdoten eingebunden werden, um dem Leser aufzuzeigen, auf was so manche Beziehungen und Kulturen aufgebaut wurden.

Gerade bei dem, was aktuell alles auf der Welt geschieht, sollten wir uns darauf besinnen, dass wir am Ende alle Menschen sind. Ja, wir mögen an verschiedene Dinge glauben und andere Erziehungen genossen haben - aber am Ende sind wir alle Menschen, die leben und ihre Kultur ausleben wollen.

Daher möchte ich eigentlich jedem das Buch ans Herz legen. Zum Lernen, Reflektieren und Nachdenken. Über die eigenen Vorurteile und Gedanken. Ein Buch, das zeigt, wie sehr Geschichten, Ideen und Kunst unser Zusammenleben prägen und verändern können. Wer sich für Kulturgeschichte interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen.


ISBN: 978-3608966596
Umfang: 432 Seiten
Autor: Martin Puchner
Verlag: Klett
Erscheinungsdatum: 12.04.25

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Ich habe mit diesem Titel viele interessante Stunden verbracht und einiges dazu gelernt.
Der Titel ist auch für geschichtsinteressierte Laien gut geeignet und schon das faszinierende Cover macht neugierig.
Als Nürnberger hat mir natürlich besonders das Kapitel über Albrecht Dürer total gut gefallen.
Den Ansatz von Autor Martin Puchner kulturelle Aneignung in Hochkulturen als Chance und Wachstum für gewaltige Zivilisationen zu sehen, finde ich absolut nachvollziehbar.
Auch die ausgewählten Epochen fand ich sehr gut gewählt.
Für diesen Titel sollte man sich Zeit nehmen und auch Kopf dafür haben, dann kann man durch die Lektüre den eigenen Horizont sehr erweitern und vorhandenes historisches Wissen prima ergänzen.

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Einfach nur richtig richtig gut!!! Das Buch lässt sich super lesen, ist sehr informativ und spannend. Puchner gewährt uns einen anderen Blick auf die Menschheit und leistet einen Beitrag zur Debatte über Originalität und kulturelle Aneignung. Ein spannender neuer Ansatz, der es lohnt, kennengelernt zu werden.

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Diese Reise durch die Kulturgeschichte ist nicht nur lehrreich und faszinierend in ihrer Auswahl von Kulturereignissen und Kulturreisenden, sondern auch sehr unterhaltsam in der Beschreibung derselbigen. Außerdem spricht sie sich deutlich für die kulturelle Vielfalt aus.

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Der Literaturwissenschaftler Puchner geht in seinem Buch auf die Entwicklung der menschlichen Kultur ein und zeigt sie in ihrer ganzen Pracht und unter neuen Gesichtspunkten. Er arbeitet dabei nicht eurozentristisch, sondern bezieht den globalen kulturellen Austausch über eine lange Zeitdauer hinweg mit ein. Von den Ägyptern über die Griechen hinweg zu den Azteken, nach Amerika und Afrika und sogar mit einem Blick in die Zukunft.
Dem Autor gelingt es, über viele Seiten den Text spannend zu halten und überrascht oft mit neuen Beispielen und Theorien. Das Buch ist nichts für zwischendurch, aber für kulturhistorisch-interessierte durchaus ein lohnenswertes Buch.

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Eine etwas andere Kulturgeschichte

Blicke auf die verschiedenen Kulturen unserer Erde begeistern und interessieren mich schon eine recht lange Zeit. Diese ethnographischen und historischen Sichten in Verbindung zu den kulturellen Leistungen dieser Kulturen zu bringen ist für mich absolut interessant, da es für mich persönlich alte Interessen in Verbindung bringt zu meinen jetzigen Sichten, in denen die Literatur eine größere Rolle spielt als noch vor ein/zwei Jahrzehnten.

Besonders gereizt hatte mich in dem Buch der Blick auf die Azteken, da mich gerade die autochthonen Bewohner der Amerikas in der Ethnographie am meisten faszinieren, ebenso aber auch die Bewohner des ethnographischen Gebietes Sudan, die Adivasi-Gruppen Indiens, die Bergstämme in Südostasien und die australischen Ureinwohner. Aber nicht nur auf die Azteken blickt Martin Puchner in seinem Buch. Die Reise in dem Buch beginnt in der Chauvet-Höhle in Frankreich, blickt auf eine Zeit vor 35000 Jahren, weiter geht es ins alte Ägypten, zu den alten Griechen, zu König Ashoka ins alte Indien, ins alte Rom, nach China und Japan, in den Irak zu den Kalifen in Bagdad, ins alte Äthiopien, zu Hildegard von Bingen, in die Zeit der Entdeckungen mit einem besonderen Blick auf die Rolle Portugals, in die Zeit der Unabhängigkeitsbestrebungen von Haiti, dann wird es besonders interessant mit einem Blick auf George Eliot, einem Blick auf die japanische Kunst und einem Blick auf die Unabhängigkeitsbestrebungen in neuerer Zeit mit einem besonderen Blick nach Nigeria. Der Epilog dann erzählt von dem Projekt der Future Library und ich bin nach der Lektüre des Buches absolut begeistert.

Denn Martin Puchner beschreibt hier nicht einfach trocken und etwas verstaubt diese Blicke in die Vergangenheit. Er vermag es diese Sichten recht modern und absolut interessant zu vermitteln. Martin Puchner zeichnet Zusammenhänge, die die Kulturen verbanden, die auch später noch nachwirkten. Er zeichnet ein ganzheitliches Bild, welches unsere Erde zusammenhängender erscheinen lässt. Denn Begegnungen und Austausch fanden schon immer statt und hatten natürlich Folgen, ließen Verbindungen zu. Der Literaturwissenschaftler blickt in seinem Buch dabei auch recht kritisch auf unsere westliche Kultur und ihre Übernahmementalität, was mir ebenfalls sehr gefallen hat. Und er blickt ebenso auf Männer und Frauen, stellt auch weibliche Blicke zentral, was in unserer doch recht patriarchal geprägten Welt weniger zu finden ist. Denn Frauen waren in der Kultur auch früher schon aktiv, siehe George Eliot und viele andere, die weniger Erwähnung finden als ihnen eigentlich zustände. Insgesamt betrachtet ist das Buch „Kultur“ ein Buch, welches ich sehr gern empfehle. Es ist modern und klug geschrieben, vermittelt ein ungeheures Wissen in einer absolut gelungenen Form. Liebe ich! 432 Seiten, die im Flug an mir vorbeirauschten. ❤

Und dieser Blick im Epilog auf die Future Library. Einfach Zucker. Denn wo steht die Welt dann im Jahre 2114, wenn die Future Library geöffnet wird, wir zu Staub zerfallen sind und unsere Nachfahren darauf schauen, so wie wir heute auf die Vergangenheit schauen? Was werden Margaret Atwood, Tommy Orange und viele andere wohl unseren Nachfahren sagen? Eine geniale Idee. Kunstprojekt und eigentlich auch so viel mehr.

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