Der falsche Vermeer

Roman

Sie müssen sich anmelden, um zu sehen, ob dieser Titel für Anfragen zur Verfügung steht. Jetzt anmelden oder registrieren
NetGalley-Bücher direkt an an Kindle oder die Kindle-App senden.

1
Um auf Ihrem Kindle oder in der Kindle-App zu lesen fügen Sie kindle@netgalley.com als bestätigte E-Mail-Adresse in Ihrem Amazon-Account hinzu. Klicken Sie hier für eine ausführliche Erklärung.
2
Geben Sie außerdem hier Ihre Kindle-E-Mail-Adresse ein. Sie finden diese in Ihrem Amazon-Account.
Erscheinungstermin 06.03.2024 | Archivierungsdatum N/A

Sprechen Sie über dieses Buch? Dann nutzen Sie dabei #DerfalscheVermeer #NetGalleyDE! Weitere Hashtag-Tipps


Zum Inhalt

Ein unbekanntes Gemälde Vermeers und eine junge Reporterin auf der Jagd nach der Story ihres Lebens

Nach der Befreiung der Niederlande 1945 herrscht ein Klima des Aufbruchs. Jetzt sind neue Stimmen gefragt: So wie die der Reporterin Meg van Hettema, die ihren Mut schon im Untergrund unter Beweis gestellt hat und sich jetzt keineswegs mit dem Schreiben von harmlosen Alltagsgeschichten zufrieden geben will. Bei Recherchen stößt sie auf den brisanten Fall des Malers Jan van Aelst, dem vorgeworfen wird, niederländische Kunst an Nazis verkauft zu haben. Doch van Aelst besteht darauf, die Nazis in Wahrheit raffiniert ausgetrickst zu haben. Um sich in diesem Labyrinth aus Geheimnissen zurechtzufinden, braucht es einen unbestechlichen Blick, Hartnäckigkeit und keine Scheu vor Autoritäten – genau die Qualitäten, für die Meg steht.


Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt Patrick van Odijk nicht nur von einem der größten Kunstskandale der Nachkriegszeit, sondern vermittelt auch einen Einblick in die faszinierende Welt der Malerei, Fälscherwerkstätten und Zeitungsredaktionen.

»In seinem Debütroman vermischt Patrick van Odijk äußerst klug und spannend Fakten und Fiktion über den Meisterfälscher Han van Meegeren, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in einem viel beachteten Prozess gestand, mehrere ›Vermeers‹ gemalt zu haben.« Jan Pieter Ekker | Het Parool Amsterdam (über die niederländische Ausgabe)
Ein unbekanntes Gemälde Vermeers und eine junge Reporterin auf der Jagd nach der Story ihres Lebens

Nach der Befreiung der Niederlande 1945 herrscht ein Klima des...

Eine Anmerkung des Verlags

Ein spannender historischer Roman, der Fakt und Fiktion gekonnt miteinander verschmelzt.
Meg ist eine taffe Frau, die sich in einer männerdominierten Gesellschaft mit Charme und Biss durchzusetzen weiß.
Das Buch basiert auf der Geschichte von Han van Meegeren, ein Niederländer, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in einem viel beachteten Prozess gestand, mehrere Vermeers gemalt zu haben.
Der Autor steht für Lesungen zur Verfügung

Ein spannender historischer Roman, der Fakt und Fiktion gekonnt miteinander verschmelzt.
Meg ist eine taffe Frau, die sich in einer männerdominierten Gesellschaft mit Charme und Biss durchzusetzen...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783865328649
PREIS 26,00 € (EUR)
SEITEN 520

Auf NetGalley verfügbar

NetGalley Bücherregal App (EPUB)
An Kindle senden (EPUB)
Download (EPUB)

Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ist er ein verabscheuungswürdiger Kollaborateur, ein Nationalheld, ein skrupelloser Fälscher oder ein verkannter, begnadeter Maler?
Dieser Roman erzählt auf fesselnde Weise die Geschichte des größten Kunstskandals der Niederlande.
Wie Konnte er alle täuschen: Goebbels, Museumskuratoren, Vermeerexperten?
Kunst- und Zeitgeschichte auf das Gelungenste kombiniert!

War diese Rezension hilfreich?

Nach einer realen Vorlage einen wahren Kunstkrimi der Nachkriegszeit geschrieben- Chappeau, der ist gelungen, spannend und unterhaltsam!

War diese Rezension hilfreich?

„Ein unbekanntes Gemälde Vermeers und eine junge Reporterin auf der Jagd nach der Story ihres Lebens“, so steht es im Klappentext. Und das stimmt auffallend. Die blutjunge Journalistin Meg von Hettema trägt mit ihren Bildern von der Jagd auf Juden während der Besetzung der Niederlande durch die Nazis zur Aufklärung der Amsterdamer Bürger durch eine Untergrundzeitung bei. Dabei steigt sie zum Leserliebling auf. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges will Meg weiter hochbrisante Themen aufgreifen und damit für Schlagzeilen sorgen. Doch sie soll in die hinteren Reihen zurücktreten und „Frauenthemen“ journalistisch aufbereiten.
Damit findet Meg sich nicht ab. Als der Maler Jan van Aelst in den Fokus des Ermittlers Rosendahls gerät, wittert Meg einen brisanten Fall und ermittelt ebenfalls. Aelst soll Bilder an die Nazis verkauft haben und deshalb vor Gericht. Doch der Maler leugnet alles. Im Gegenteil, er will die Nazis veräppelt haben.
Ein spannender Fall entwickelt sich, der immer wieder neue, überraschende Wendungen bereit hält.
Der Leser bekommt nicht nur einen spannenden Roman zu lesen, die niederländische Aufarbeitung der Nazizeit wird aufgezeigt und Maltechniken von Kunstfälschern beschrieben. Vermeers Bilder, von einem der berühmtesten Maler des goldenen Zeitalters, spielt natürlich auch eine nicht unwesentliche Rolle.
5 Sterne von mir!

War diese Rezension hilfreich?

Meg van Hettema ist Reporterin bei der Zeitung Het Parool und immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Geschichten. So stößt sie 1945 auf den Fall des Malers Jan van Aelst, der einen Vermeer an Herrmann Göring verkauft haben soll. Er behauptet allerdings, es handele sich bei dem Kunstwerk um eine Fälschung, der eigentliche Künstler wäre er, van Aelst.

Patrick van Odijk hat den Kunstskandal der Niederlande um einen Veermer, den es tatsächlich gab, aufgegriffen und einen spannenden Kunstkrimi darum gewoben, der zugleich auch den Umgang mit der Nazizeit in den Niederlanden zeigt.

"Der falsche Vermeer" ist eine sehr gut recherchierte Geschichte mit einer starken Frau als Protagonistin, in der die Zeit während und nach dem zweiten Weltkrieg überzeugend eingefangen ist. Durch immer wieder neue Wendungen entsteht ein fesselnder Krimi, der trotz leichter Längen zwischendurch, bis zum Schluss spannend ist.

War diese Rezension hilfreich?

Die junge Reporterin Meg van Hettema hat genau die richtigen Qualitäten, die eine gute Reporterin ausmachen: Mut, Hartnäckigkeit, einen unbestechlichen Blick und keine Scheu vor Autoritäten. Mit Reportagen für eine bekannte Tageszeitung und eine ebenso bekannte Untergrundzeitung hat sie den Beweis dafür angetreten. Nach der Befreitung der Niederlande stößt sie auf den Fall des Malers Jan van Aelst, dem der Verkauf niederländischer Kunst an Nazis vorgeworfen wird. Er hingegen behauptet, diese ausgetrickst zu haben. Was wird Meg herausfinden?

Patrick van Odijk legt mit seinem Debütroman eine fulminante Geschichte vor. Inspiriert von der Geschichte des Meisterfälschers Han van Meegeren, vermischt der Autor Fakten und Fiktion über einen der größten Kunstskandale der Nachkriegszeit.

Der Autor versteht es, seine Charaktere authentisch und lebendig wirken zu lassen. Die junge Meg kann schreiben, sie ist unerschrocken und scheut für eine gute Story keine Gefahr. Aber sie ist auch empathisch und hat ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt und die richtige Dosierung der Wahrheit. Natürlich ist sie dem Neid weniger erfolgreicher Kollegen (männlich) ausgesetzt.
Die zweite Hauptfigur Jan van Aelst ist nicht weniger lebendig dargestellt. Nach einem ausschweifenden Leben den Drogen verfallen, lässt er sich nicht unterkriegen und triumphiert über seinen schwachen Körper. Alle anderen sind ebenso gut vorstellbar wie diese beiden.

Patrick van Odijk lässt seine Leser im Unklaren: ist Jan van Aelst ein Nazi-Kollaborateur, ein gewiefter Taktiker, ein verkannter Maler, ein Täuscher oder ein geniales Fälscher? Meg hat ihn bereits zu Besatzungszeiten kennengelernt und will nun unbedingt die Wahrheit über diesen Mann herausfinden. Dies nutzt van Odijk geschickt, um die Lebensumstände 1945 lebendig werden zu lassen. Viele gut recherchierte Fakten über das Zeitungswesen, aber auch über die Herstellung der gefälschten Gemälde sind unterhaltsam in die Geschichte eingewoben.

Für alle, die sich weiter informieren wollen, rundet eine Literaturliste den Roman ab.

Das Cover passt perfekt zum Titel und ist sehr auffällig.

Fazit: ein gut recherchierter, lebendig geschriebener Roman, eine Leseempfehlung

War diese Rezension hilfreich?

„Man sieht nur, was man sehen will und was man zu sehen gelernt hat.“

Dieser Kunstkrimi, der in Han van Meegeren ein historisches Vorbild hat, entführt uns, wenige Monate nach dem Ende der Nazi-Herrschaft, in die Niederlande.

Magriet „Meg“ van Hettema, eine junge Reporterin, die ab 1941 heimlich für die Untergrundzeitung „Het Parool“ arbeitet und Fotos von der Jagd der Nazis auf Juden gemacht hat, soll nun im Mai 1945 statt brisanter Themen nur mehr „Frauenthemen“ bearbeiten. Doch der Chefredakteur hat nicht mit dem Ehrgeiz und der Chuzpe seiner Mitarbeiterin gerechnet. Als der Maler und dem Maler Jan van Aelst in den Fokus des Ermittlers Aaron Rosendahls gerät, wittert Meg einen brisanten Fall und ermittelt ebenfalls. Van Aelst soll Bilder, darunter einen Vermeer an die Nazis verkauft haben. Der Hass auf alle, die mit den deutschen Besatzern Geschäfte gemacht haben ist groß und deshalb jagen die Polizei und die kanadische Militärpolizei Kollaborateure, um sie vor Gericht zu stellen. Doch an Van Aelst, der alkohol- und drogenabhängig ist, beißen sie sich die Zähen aus. Er leugnet, mit den Nazis Geschäfte gemacht zu haben und gibt nur das zu, was man ihm wirklich beweisen kann. Doch blöderweise glaubt ihm niemand.

Meg heftet sich an die Spuren van Aelsts und seiner Weggefährten. Sie findet immer wieder brisante Details, die in der Zeitung veröffentlicht werden. Als er behauptet, das Gemälde, das Hermann Göring als Vermeer um eine Unsumme gekauft hat, sei eine vom ihm angefertigte Fälschung, wird er für kurze Zeit zum Nationalheld. Den dicken Hermann mit einem gefälschten Vermeer um Millionen Gulden bringen? Was für eine Tat! Doch wenig später wendet sich das Blatt, denn die Zeitungskonkurrenz, behauptet, van Aelst wäre ein Freund Hitlers gewesen und fordert Lagerhaft und Todesurteil.

Meine Meinung:

In diesem Debütroman zieht Autor Patrick van Odijk alle Register. Ich habe noch selten so ein gelungenes Debüt gelesen. Der Autor vermischt gekonnt und äußerst klug Fakten und Fiktion über den Meisterfälscher Han van Meegeren, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in einem viel beachteten Prozess gestand, mehrere ›Vermeers‹ gemalt zu haben, in diesem historischen Roman. Dieser größte Kunstskandal der unmittelbaren Nachkriegszeit ist fesselnd geschrieben und überrascht die Leserschaft durch zahlreiche Wendungen. Auch die Manipulation der Menschen durch Zeitungsschlagzeilen finden hier Platz. Einmal verabscheuungswürdiger Kollaborateur und gleich darauf ein Nationalheld bzw. umgekehrt. Die Schlagzeilen, die Meg liefert, lassen viele Möglichkeiten zu.

Ob van Alst ein verabscheuungswürdiger Kollaborateur, ein Nationalheld, ein skrupelloser Fälscher oder ein verkannter, aber begnadeter Maler ist? Darüber dürfen die Leserinnen und Leser selbst spekulieren.

Letztlich kommt auch Meg in die Bredouille, denn es tauchen Fotos auf, die sie halbnackt auf einem der opulenten Feste van Aelsts während des Krieges zeigen. Seine Gäste und er prassen, während die Menschen kaum genug Lebensmittel oder Brennholz finden. Gehört Meg auch zu den „Falschen“, wie man die Kollaborateure nennt? Plötzlich ist Meg nicht nur Jägerin, sondern selbst Gejagte.

Die Charakter sind gekonnt und authentisch beschrieben. Fast jede Figur hat während des NS-Besatzung Angehörige verloren. Meg genauso wie Aaron Rosendahl oder van Aelsts Freund Pieter.

Dieser Kunstkrimi entwickelt eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte. Wie kann es sein, dass für ein Stück bemalte Leinwand solch aberwitzige Preise bezahlt werden? Krimiautor Martin Suter hat es in seinem Krimi „Der letzte Weynfeldt“ auf den Punkt gebracht:

„Allein dadurch, dass jemand für ein Bild so viel bezahlt, wird es echt.“

Sehr gut hat mir dann auch das „Schaumalen“ gefallen: Van Aelst überzeugt vor Publikum durch das Anfertigen eines weiteren „Vermeers“.

Von Jan Vermeer (1632-1675) sind nur 37 Bilder bekannt. Das hat natürlich schon früh zu allerlei Spekulationen und Falschzuschreibungen geführt. Dazu passt, wie im Roman beschrieben, dass Kunsthistoriker, eine einmal gefasste Meinung zu einem Werk, nicht revidieren wollen oder können. Sie würden dadurch an Reputation und Glaubwürdigkeit verlieren. Doch das Deklarieren von Fälschungen als echte Werke eines Malers, egal ob mit Absicht oder Geltungssucht, ist nicht tolerierbar. Siehe auch den Prozess um den gewerbsmäßigen Fälscher Wolfgang Beltracchi.

Schmunzeln musste ich ein wenig, als aufgedeckt wird, wie der eine oder andere Kunstexperte zu seiner Expertise zur Echtheit der van Aelstschen Vermeers gekommen ist.

„Man sieht nur, was man sehen will und was man zu sehen gelernt hat.“

Die abfällige Meinung van Aelsts zu Pablo Picasso und seine Zeitgenossen. Seine Aussagen zur modernen Malerei rückt ihn in die Nähe der Nationalsozialisten, die sie Picasso, Max Ernst & Co als „Entartete Kunst“ bezeichneten und zahlreiche dieser Werke vernichtet haben. Gerade ein Künstler sollte doch das Werk eines anderen Künstlers akzeptieren. Es muss ihm ja nicht gefallen.

Auf dem Cover ist ein Ausschnitt aus „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“, Jan Vermeer wohl berühmtesten Gemälde abgebildet.

Für alle jene, die mehr über Han van Meegeren und die Zeit der NS-Besatzung der Niederlande lesen wollen, gibt es im Anhang eine Literaturliste (teilweise in Englisch und Niederländisch verfasste Bücher).

Fazit:

Diesem fesselnden historischen Roman, der die niederländische Aufarbeitung der NS-Besatzung sowie die Maltechnik von niederländischen „Alten Meistern“, die Praktiken von Kunstfälschern sowie die Expertisen von Kunstexperten aufzeigt, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

War diese Rezension hilfreich?

Patrick van Odijk greift in seinem Debütroman „Der falsche Vermeer“ auf historische Ereignisse zurück und vermischt dabei gekonnt Fiktion und Fakten. Sein Roman beruht auf einem der größten Skandale der Kunstgeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Es geht um den holländischen Meisterfälscher Han van Meegeren, der hier in der Person Jan van Aelsts erscheint. Dieser hatte in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche Gemälde alter holländischer Meister gefälscht und diese an Nazis verkauft. Eine zentrale Rolle in diesem Roman nimmt dabei das Gemälde „Christus und die Ehebrecherin“ ein, dass er an Göring verkaufte, Die junge engagierte Journalisten Meg van Hettema möchte diesem Geschäft in den Wirren der Nachkriegszeit auf die Spur kommen Dabei stößt sie auf ungeahnte Widerstände…
Gekonnt und mit viel Sachwissen erzählt Odijk die Geschichte Megs, die sich in ihrer Rolle als Frau in dieser Zeit auch noch mit vielen anderen Proplemen herumschlagen muss, Sie findet jedoch Hilfe beim jüdischen Kommissar Rosendal.
Sehr spannend wird hier erzählt, wie die Reporterin den Fälschungen Jan van Aelsts auf die Spur kommt, wobei gleichzeitig Verständnis für den Fälscher erweckt wird. Mir hat diese Geschichte gut gefallen, aber teilweise schienen mir die Personen und ihre Motivation nicht so recht nachvollziehbar,

War diese Rezension hilfreich?

Klappentext:

„Ein unbekanntes Gemälde Vermeers und eine junge Reporterin auf der Jagd nach der Story ihres Lebens



Nach der Befreiung der Niederlande 1945 herrscht ein Klima des Aufbruchs. Jetzt sind neue Stimmen gefragt: So wie die der Reporterin Meg van Hettema, die ihren Mut schon im Untergrund unter Beweis gestellt hat und sich jetzt keineswegs mit dem Schreiben von harmlosen Alltagsgeschichten zufrieden geben will. Bei Recherchen stößt sie auf den brisanten Fall des Malers Jan van Aelst, dem vorgeworfen wird, niederländische Kunst an Nazis verkauft zu haben. Doch van Aelst besteht darauf, die Nazis in Wahrheit raffiniert ausgetrickst zu haben. Um sich in diesem Labyrinth aus Geheimnissen zurechtzufinden, braucht es einen unbestechlichen Blick, Hartnäckigkeit und keine Scheu vor Autoritäten – genau die Qualitäten, für die Meg steht.



Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt Patrick van Odijk nicht nur von einem der größten Kunstskandale der Nachkriegszeit, sondern vermittelt auch einen Einblick in die faszinierende Welt der Malerei, Fälscherwerkstätten und Zeitungsredaktionen.“



Autor Patrick van Odijk hat mit „Der falsche Vermeer“ eine besondere Geschichte aufgegriffen die auf wahren Begebenheiten beruht. Erzählt wird hier die Geschichte der Reporterin Meg, die die Geschichte des vermeintlichen Kunstfälschers Jan van Aelst näher beleuchten will. Warum dies interessant ist? Nun van Aelst soll mit den Nazis Geschäfte gemacht haben und somit mit ihnen sympathisieren. Van Aelst erzählt hier auch seine Geschichte und Meg versucht die Wahrheit ans Licht zu bringen doch was ist Wahrheit und was ist Lüge? Hintergrund dieser Geschichte ist das Leben des wohl begabtesten Kunstfälschers des 20. Jahrhunderts: Han van Meegeren. Van Meegeren hatte ein besonderes Talent und nutzt dies für seine Zwecke mehr als reichlich aus. Er fälschte u.a. mehrere Vermeers und erlangte damit stattliche Geldsummen. Er kam aber auch dadurch ins Gerede und seine Fassade konnte nur bis zu einem gewissen Punkt aufrecht erhalten werden. Was über diesen Kunstfälscher alles bekannt ist, wird selbst heute noch in Frage gestellt, da dieser ein sehr konspiratives Leben geführt hat. So blieb unserem Autor Patrick van Odijk nichts anderes übrig als hier Fiktion und Realität zu vermischen. Ich muss klar sagen, dies ist ihm wirklich sehr gut gelungen. In einer Art Kriminalgeschichte diese Story mit einzubinden ohne dabei sich zu verzetteln ist schon beachtlich. Ja, hier und da driftet van Odijk ab und fischt etwas im Trüben aber dennoch steht diese Geschichte mit der Realität doch recht im Einklang. Der Tenor der Geschichte ist ebenfalls klar: ein Mensch hat seine Talente genutzt und somit große Größen der damaligen Zeit komplett geblendet. Ihm wurde alles im wahrsten Sinne abgekauft und er hat sich in seinem eigenen Glanze gesonnt. Dass dies nicht bis in alle Ewigkeit gut gehen konnte, ist zwar abzusehen aber die Art und Weise wie dahinter gekommen wurde, ist schon wirklich lesenswert und sehr gut hier verpackt worden. Meg ist einem von der ersten his zur letzten Seite an sympathisch und man fiebert als Leser mit ihr mit. Aber auch das Leben unseres Kunstfälschers ist auf groteske Art und Weise spannend zu verfolgen. Was hier ganz wichtig zu erwähnen sei: unser Autor beschreibt den sehr flüssigen Lebensstil unseres Kunstfälschers mehr als intensiv. Wer glaubt hier wurde übertrieben, der irrt. In der Realität war van Meegeren in extremen Maße nikotinsüchtig, alkoholsüchtig und auch abhängig von Morphin. Uns zwar so extrem, dass es fast nicht zu glauben ist. So zumindest aus den heutigen Quellen zu entnehmen. Dass unser Autor dann eben in gewisser Weise improvisieren musste, ist ihm nicht zu verübeln. Es ist ihm wahrlich gut gelungen und dafür gibt es 4,5 Sterne von mir für dieses Debüt!

War diese Rezension hilfreich?

Patrick van Odijk - Der falsche Vermeer

Meinung
Han von Meegeren gilt als der bedeutenste Kunstfälschen des 20. Jahrhunderts.
In diesem Buch heißt er Jan van Aelst
Der Verfasser schafft es, seine Protagonisten lebendig und glaubwürdig wirken zu lassen.
Und die Reporterin Meg van Hettema. schreibt spannend, sie ist furchtlos und scheut die Gefahr nicht, um einer guten Geschichte willen.
Dabei ist sie aber auch mitfühlend und besitzt das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt und die angemessene Portion Wahrheit
Der Autor des Buches stellt uns Leser vor das Rätsel: Ist Jan van Aelst ein Mitarbeiter der Nazis, ein gewiefter Stratege, ein verkannter Maler, ein Schwindler oder ein brillanter Fälscher
Das Buch ist spannend geschrieben, ich hab es in einem Rutsch gelesen und bin begeistert

War diese Rezension hilfreich?

Dieses Buch basiert auf wahren Gegebenheiten (Google: Han van Meegeren).
Es ist nach Ende des 2. Weltkrieges und wir befinden uns in Holland. Meg, umtriebige Reporterin einer ehemaligen Untergrundzeitung, ist einer großen Sache auf der Spur. Ein Maler soll niederländische Kunst an die Nazis verkauft haben und landet im Gefängnis. Er könnte die Sache aufklären, hat aber seine Gründe zu schweigen.
Ein exaltierter Maler, ein echter (oder falscher) Vermeer und die Konkurrenz im Zeitungswesen. Daraus mach Patrick van Odijk eine unterhaltsame Geschichte. Gut zu lesen!

War diese Rezension hilfreich?

Ein Kunstkrimi-Roman über einen der größten Kunst-Skandale der Niederlande. Jan van Aelst hat angeblich Originale der Alten Meister an die Nationalsozialisten übergeben. Jahre später deckt eine junge Journalistin die Prozessakten wieder auf und ist fasziniert von seinem Geheimnis: Jan van Aelst ist ein überaus geschickter Fälscher, der seine Werke zum Schutz der Originale an die Nationalsozialisten verkaufte und nach dem Prozess mit seinen angefertigten Fälschungen reich wurde. (Sein Sohn fälschte später übrigens die Werke seines Vaters, um reich zu werden).
Bisher literarisch kaum beachtetes Kapitel der modernen Kunstgeschichte kongenial als Roman umgesetzt. Vor allem für Kunst- und Kunstkrimi-Fans sehr zu empfehlen.

War diese Rezension hilfreich?

Der Autor Patrick van Odijk hat einen interessanten, flüssigen und spannenden Schreibstil. Die Protagonisten, sowie die Umgebung sind gut recherchiert und bildhaft dargestellt. Man könnte meinen, man steht daneben und erlebt alles hautnah mit.Es ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend.

Niederlande 1945, nach der Befreiung herrschte Aufbruchstimmung. Meg van Hettemar ist zu dieser Zeit Reporterin. Sie war schon im Untergrund beschäftigt. Sie will sich auf keinen Fall mit dem Schreiben von Alltagsgeschichten zufriedengeben.
In den dreißiger Jahren trat Jan van Aelst in Erscheinung, indem er als Maler gefälschter Meisterwerke an die Nazis verkaufte. Somit ist er sehr reich geworden und besitzt mehrere Häuser auch in Frankreich. Nun wird ihm dies zum Verhängnis. Meg möchte an dem Maler dranbleiben, denn sie vermutet eine heiße Story.
Als Macherin der Kunstszene wird sie zur Top-Journalistin. Aber irgendetwas stimmt nicht mit Jan van Aelst. Sie recherchiert weiter und besucht ihn auch im Gefängnis für ein ausführliches Interview, was nicht an Bedingungen geknüpft wird. Entdeckt sie das Geheimnis.

Dieser Debütroman ist ein gelungenes Werk von Patrick van Odijk, ich hoffe wir werden von Ihm noch mehr zu lesen bekommen. Es sollte auf keinen Fall in einem Bücherregal fehlen.

War diese Rezension hilfreich?

Dieses Buch ist für Kunstliebhaber:innen einfach perfekt. Historisch akkurat und toll geschrieben. Fiktion und Fakten werden von Patrick van Odijk meisterhaft verwoben.

War diese Rezension hilfreich?

An diesem Buch liebe ich eigentlich alles.
Das Cover, das eines meiner Lieblingsgemälde ist.
Der Plot, der auf wahren Begebenheiten beruht, die sich lesen, als wären sie frei erfunden.
Die Hauptdarstellerin, die eine energische junge Reporterin voller Elan und Neugierde ist.
Das Setting das kurz nach dem Krieg spielt.
Die Sprache des Autors, die nie profan wird, die immer versucht Bilder zu malen und hinter Fassaden zu schauen.
Das Thema Kunstfälscher, welches bis dato noch völlig an mir vorbeigegangen ist und mich faszieniert, weil ich so gar nicht Malen kann.

Ein rundrum gelungenes Buch. Für mich das richtige Lesefutter zur richtigen Zeit.

War diese Rezension hilfreich?

Amsterdam 1945. Die Nazis sind weg und mit ihnen sehr viele Werke alter Meister.
Der exzentrische Maler Jan van Aelst sitzt im Gefängnis. Er soll Hermann Göring ein bedeutendes Werk des Künstlers Vermeer verkauft haben.
Durch Zufall erfährt die junge Reporterin Meg van Hettema von seiner Verhaftung und wittert ihre große Chance. Verbirgt sich hinter dem scheinbar eindeutigen Fall ein Skandal, dessen Aufdeckung gravierende Folgen für die weltweite Kunstszene hätte? Wie ist van Aelst zu seinem sagenhaften Reichtum gekommen? Was hat er zu verbergen?
Van Odijk gibt uns einen farbigen Eindruck der Nachkriegszeit in den Niederlanden, als das Volk zerrissen ist zwischen Vergessenwollen und dem Bestreben, die Kollaborateure hart zu bestrafen.
Schade, dass der Titel des Buches so viel verrät.

War diese Rezension hilfreich?

1945, Amsterdam. Der Krieg ist vorbei, die Besatzer verjagt. Aufbruchstimmung. Aber die Freude ist nicht ungetrübt. Es ist auch eine Zeit der Abrechnung: Wer hat mit den Deutschen kollaboriert, gar profitiert? Ein großes Aufräumen beginnt.
In dieser spannenden Situation bewegt Patrick van Odijk sein Personal: Die junge, ehrgeizige Reporterin Meg van Hettema, die im Widerstand ihren Mut bewiesen hatte und sich nun nicht minder mutig gegen die Dominanz der Männer behaupten muss. Den Maler Jan van Aaelst, der im Verdacht steht, sich mit den Nazis gemein gemacht zu haben. Hat er Göring holländische Meisterwerke verkauft? Oder hat er ihm - wie er behauptet - einen gefälschten Vermeer untergejubelt?
Ein echter Kunst-Krimi, für den sich der Autor in seinem Debütroman an der wahren Geschichte des Kunstfälschers Han van Meegeren orientiert. Van Odijk ist Journalist, für diese Mischung aus Fakten und Fiktion hat er gründlich recherchiert. Sein Zeitgemälde ist bunt und glaubwürdig. Ich habe meinen Blick für Zeitgeschichte erweitert und einiges über die Kunst des Kunstfälschens gelernt.
Wusstet Ihr z.B., dass man ein Ölgemälde zwei Stunden bei 105 Grad im Ofen backen sollte, um anschließend die Alterunsrisse herzustellen?
Also, ich bin der Geschichte gern gefolgt (eine kleine Liebesromanze gibt es übrigens auch). Manchmal hätte ich mir noch einen Hauch mehr Poesie und etwas weniger Erklärungen und Wiederholungen gewünscht. 520 Seiten hat das Buch, es hätten für mich rund hundert weniger sein dürfen.
Dennoch: Alles in allem eine spannende Geschichte, ein lesenswertes Buch. Vom zweisprachigen Autor selbst ins Deutsche übertragen.

War diese Rezension hilfreich?

Meine Liebe zu den Bildern von Vermeer und insbesondere zum Mauritshuis in Den Haag machen mich natürlich empfänglich für das Thema, das der Autor in einer Mischung aus Fakten und Fiktion literarisch umgesetzt hat. Erzählt wird eine spannende Geschichte, die außerdem interessante Einblicke in die Zeitgeschichte gibt. Lediglich die junge unerschrockene Reporterin Meg ist mir zuweilen zu idealtypisch gezeichnet.

War diese Rezension hilfreich?

1945 Amsterdam, der Zweite Weltkrieg ist vorbei, die Niederlande rechnen ab: Wer war im Widerstand und wer hat sich den Nazis angeschlossen? Da taucht ein Gemälde von Vermeer auf, der Besitzer niemand anderes als Hermann Göring. Der Vermeer soll nun den eigentlichen Besitzern zurückgegeben werden. Maler Jan van Aelst hat diesen und andere Käufe vermittelt, das macht ihn natürlich zum Kollaborateur. Oder? So einfach wie es scheint, ist es natürlich nicht.

Ein überaus spannend geschriebener Roman! Beim Lesen erfährt und lernt man sehr viel über das Fälscherhandwerk.
Die Figur des Jan van Aelst ist dem Maler, Restaurator und Fälscher Han van Meegeren nachempfunden.

Lässt sich flüssig lesen und ist sehr zu empfehlen!

War diese Rezension hilfreich?

Sie erinnern sich sicher an den Fall Beltracchi, den grössten Kunstfälscherskandal der Nachkriegszeit: Der deutsche Kunstmaler Wolfgang Beltracchi hatte jahrelang Gemälde von über 50 Künstlern der klassischen Moderne gefälscht. Dabei hat er Maler wie Max Ernst oder Fernand Léger nicht einfach kopiert, sondern neue Werke im Stil seiner Vorbilder geschaffen und so, wie er sagte, Lücken in deren Werk aufgefüllt. Jahrelang ging das gut, doch 2010 flog Beltracchi auf und wurde verhaftet. Dieser Wolfgang Beltracchi war nicht der erste, der sich die Eitelkeit von Kunstexperten und die Gier des Kunstmarks zu Nutzen machte. Der niederländische Kunstmaler Han van Meegeren hat bereits in den 30er- und 40er-Jahren neue Werke eines alten Meister kreiert. Dabei hat er sich niemand Geringeren vorgenommen als Jan Vermeer. Zehn Jugendwerke des grossen holländischen Meisters hat Han van Meegeren gefälscht und sie in den 1930er und 1940er Jahren für sehr viel Geld an grosse niederländische Museen und bekannte Privatsammler verkauft. Sein prominentester Kunde war Nazi-Reichsmarschall Hermann Göring. Nach dem Krieg wurde van Meegeren deshalb in den Niederlanden wegen Kollaboration angeklagt. Weil er beweisen konnte, dass er Göring einen falschen Vermeer untergejubelt hatte, wurde er zum holländischen Nationalhelden. Diese Geschichte erzählt Patrick van Odijk in einen Roman verpackt. «Der falsche Vermeer» heisst das Buch. In meinem 209. Buchtipp sage ich Ihnen diese Woche, warum das Buch auch dann lesenswert ist, wenn Sie von Anfang an wissen, dass das Vermeer-Bild eine Fälschung ist.

Han van Meegeren, geboren 1889 im niederländischen Deventer, war schon als Kind ein begabter Zeichner, litt aber unter einem äusserst autoritären Vater. Der verbot dem jungen Han, die Kunstakademie zu besuchen. Immerhin durfte Han in Delft Architektur studieren. Der berühmteste Sohn der Stadt Delft ist das Malergenie Jan Vermeer. Ihm eiferte Han van Meegeren nach. Wie sein Vorbild zeichnete und malte er Porträts vor allem von Damen. Die moderne Kunst war ihm ein Gräuel. Künstlerisch war van Meegeren ein Reaktionär: Er träumte von der Malerei des 17. Jahrhunderts, dem goldenen Zeitalter der niederländischen Kunst. Der Erfolg blieb ihm aber verwehrt, mindestens mit seinen eigenen Bildern. Denn Han van Meegeren entdeckte, dass im Werk von Jan Vermeer eine Lücke klafft. Es fehlt das Frühwerk des Malers – und es gibt keine biblischen Motive. Also machte sich van Meegeren daran, seinem Vorbild unter die Arme zu greifen und die Lücken im Werk von Jan Vermeer zu füllen. So kam es dazu, dass die Fachwelt in den 30er-Jahren eine ganze Reihe Gemälde von Jan Vermeer «entdeckte». Die beiden bekanntesten Werke waren «Christus und die Jünger in Emmaus» und «Christus und die Ehebrecherin». Dieses Bild der Ehebrecherin wurde berühmt, weil es für viel Geld während des Zweiten Weltkriegs von Reichsmarschall Hermann Göring gekauft worden war. Han van Meegeren wurde deshalb nach dem Krieg in Holland als Kollaborateur verhaftet. Schliesslich hatte er niederländisches Kulturgut an die Nazis verhökert und sich dabei eine goldene Nase verdient. Um sich zu retten, gab Han van Meegeren den Betrug zu – und wurde über Nacht zum niederländischen Helden, der Göring über den Tisch gezogen hat.

Das ist der reale Hintergrund, auf dem der Roman von Patrick van Odijk basiert. In seiner Version heisst der Maler Jan van Aelst. Er ist reich – und versoffen. Von Morphium ganz zu schweigen. Sein Geld hat er gut angelegt: Er besitzt über 50 Häuser in Amsterdam und bewohnt ein grosses Stadtpalais. Das nützt ihm allerdings grad nichts: Zu Beginn des Romans sitzt Jan van Aelst in der Patsche. Die Amerikaner haben Görings Kunstschätze entdeckt. Darunter befindet sich ein prächtiges Gemälde von Vermeer. Samt Kaufquittung: Göring hat das Gemälde ganz offiziell in Amsterdam gekauft. Für die unglaubliche Summe von 1 650 000 Gulden. Der Titel des Gemäldes: «Christus und die Ehebrecherin».

Kapitein Rosendahl, Kommissar bei der Militärverwaltung, verhaftet Aelst, weil er mit den Nazis Geschäfte gemacht haben soll. Er wirft ihm vor, Reichsmarschall Hermann Göring ein Gemälde von Jan Vermeer verkauft zu haben. Das ist in den Niederlanden etwa so schwerwiegend, wie wenn er die Kronjuwelen verscherbelt hätte. Doch Jan van Aelst leugnet: Er habe einen Vermeer vermittelt, aber nicht an Göring, sondern an einen holländischen Kunsthändler. Er habe das Bild einer jüdischen Familie abgekauft und ihr so die Flucht in die USA ermöglicht. Wer diese Familie war, will er nicht sagen, weil er versprochen hat, sie nicht zu verraten. Bis dahin decken sich Roman und Realität.

Patrick van Odijk erzählt die Geschichte aber nicht einfach nach. Er hat eine junge Reporterin erfunden, die sich auf die Recherche über den reichen Kunstmaler und seine Nazifreunde stürzt. Margriet van Hettema, kurz Meg, hat als junge Frau während des Kriegs bei der gleichgeschalteten Tageszeitung Telegraaf begonnen. Heimlich hat sie daneben aber für das Blatt des holländischen Widerstands fotografiert und geschrieben: Die illegale Untergrundzeitung Het Parool brachte ihre Reportagen unter Pseudonym. Nach dem Krieg ist Het Parool jetzt eine der wichtigsten Zeitungen und Meg arbeitet als eine der wenigen weiblichen Journalistinnen auf der Redaktion. Auch wenn die meisten wissen, dass sie im Krieg der rasende Reporter war, muss sie sich erst noch durchsetzen. Sie braucht deshalb unbedingt gute Geschichten – und ist bereit, dafür einiges zu tun.

Patrick van Odijks Buch ist deshalb nicht nur ein Roman über einen Kunstskandal, sondern auch eine Auseinandersetzung mit den Mechanismen der Medien und die Aufarbeitung der niederländischen Besatzungszeit. Er schildert gut nachvollziehbar die Achterbahn, auf die Reporterin Meg und ihre Journalistenkollegen van Aelst schicken. Zuerst ist er der böse Kollaborateur. Er ist in den Niederlanden ein Promi, weil der vor vielen Jahren das Rehkitz der niederländischen Prinzessin zeichnete. Reproduktionen dieser Zeichnung von «Bambi» hängen seither in jedem holländischen Wohnzimmer. Meg titelt deshalb: «Bambis Vater ein Verräter».

«‹Das Rehkitz› machte Johannes van Aelst berühmt. Er malte das Bambi der damals zehnjährigen Prinzessin Juliana als Zeichenlehrer. Es wurde das bekannteste Bild in den Niederlanden und hängt in fast jedem Haushalt. Jetzt sitzt van Aelst wegen des Verdachts der Kollaboration im Gefängnis. Er soll ein bisher unbekanntes Gemälde des Delfter Meisters Jan Vermeer an den Nazimörder Hermann Göring verkauft haben. US-Soldaten fanden das Bild mit dem Namen ‚Christus und die Ehebrecherin‘ in Görings Besitz. Das berichtete The Times am 22. Mai. Unsere Reporterin Margriet van Hettema hat die Spur des Bildes bis nach Amsterdam verfolgt.» (Seite 116)

Kommissar Rosendahl setzt den Kunstmaler unter Druck. Er soll ihm endlich verraten, wem er das wertvolle Bild abgekauft hat. Doch der Maler hält dicht. Er will seine jüdischen Freunde nicht verraten. Die Strasse tobt. Sie hält den Maler für einen Kollaborateur. So kurz nach dem Krieg kennen die Niederländer kein Pardon mit Landsleuten, die mit den Nazis zusammengearbeitet oder sogar von ihnen profitiert haben. Dann wird auch noch ruchbar, dass van Aelst in seinem Stadtpalais rauschende Feste gefeiert hat. Als in den Niederlanden die Menschen hungerten, liess er von halbnackten Mädchen Delikatessen servieren. Die Strasse und die Presse ist sich einig: van Aelst ist ein übler Nazifreund und Kollaborateur.

Doch dann kommt die Wende: Meg findet heraus, dass es sich bei dem Gemälde von Vermeer um eine Fälschung handelt. Über Nacht mutiert van Aelst zum Helden: Jetzt ist er plötzlich der patriotische Holländer, der Hermann Göring über den Tisch gezogen hat. Doch damit ist die Achterbahn nicht zu Ende. Einige Kollegen von Meg sind eifersüchtig auf die Erfolge der jungen Reporterin. Sie finden heraus, dass sie einmal als eines der leichtbekleideten Mädchen an einer Party von van Aelst teilgenommen hat. Sie wird von der Story abgezogen und mutiert vom Star zur Persona non grata, van Aelst wird wieder zum Nazi-Freund. Doch eine ehrgeizige Reporterin lässt sich nicht so einfach abservieren. Meg recherchiert weiter. Und was sie dann herausfindet, verschlägt nicht nur ihr den Atem.

Patrick van Odijk zeigt in seinem Roman, wie die Sucht der Medien nach Scoops und Schlagzeilen und das Schwarzweiss-Denken der Massen sich gegenseitig hochschaukeln und zu dieser Achterbahn der Gefühle und Verurteilungen führen. In Wirklichkeit ist der Maler weder Schuft noch Widerstandskämpfer. Er hat jüdischen Familien und hungernden Niederländern geholfen und gleichzeitig mit Göring Geschäfte gemacht. Er verabscheute die Nazis, fand ihre reaktionäre Kunstauffassung aber gut und richtig. Als Kommissar Rosendahl den Maler wieder einmal besucht, gibt der zu, dass er in einer Nazi-Galerie ausgestellt hat.

«Ich konnte da nicht einfach wegbleiben. Außerdem, im Mesdag auszustellen, mein Gott! Davon träumt jeder Künstler.»
Rosendahl unterbrach van Aelst. «Auch wenn die Ausstellung von Nazis organisiert wurde?»
Der Maler lächelte. «Gerade weil es die Nazis waren. Was glauben Sie, was passiert wäre, wenn ich gesagt hätte ‹Mit euch will ich nichts zu tun haben, da komme ich nicht.› Ich bin doch nicht blöd.»
«Also haben Sie von den Nazis profitiert», setzte Rosendahl nach.
«So ein Quatsch. Ich habe mich ihnen nur nicht ausgeliefert. Wie viele andere brave Niederländer auch. Schon vergessen?» Van Aelst stand auf und ging zu einem geschnitzten Buffetschrank, wo er sich einen Genever eingoss. «Wollt ihr auch einen? Wird so langsam anstrengend mit euch. Und das noch vor dem Frühstück.» Er kippte das Glas in einem Zug hinunter. «Natürlich waren die Nazis Verbrecher. Aber in Kunstdingen waren sie weniger verkehrt als diese ganzen verrückten Modernisten der letzten 20, 30 Jahre. Sie liebten die gute, ehrliche und handwerklich saubere Kunst, wie wir sie hier in den Niederlanden seit Jahrhunderten fertigen und nicht diese chaotische oder kubistische Kleckserei der Moderne. Das hat mir gefallen. Sie schätzten meine Bilder und stellten sie aus. Warum sollte ich da etwas dagegen haben? Deshalb bin ich noch lange nicht so schlimm wie viele andere. Jedenfalls nicht schlimmer als all die braven niederländischen Beamten, die auch unter den Nazis einfach weitergearbeitet haben. Die Lehrer und Straßenbahnfahrer. Die Geschäftsleute, Hoteliers und Restaurantbesitzer, die mit den Nazis gutes Geld verdient haben. Natürlich gab es ein paar Mutige, die sich gewehrt haben. Viele haben mit ihrem Leben dafür bezahlt. Aber ich bin kein Held. Ich habe das Beste daraus gemacht und ich habe dabei niemandem geschadet.» Lächelnd stand der Maler in seinem Salon und deutete auf die Tür. «Jetzt würde ich mir gerne von Nelly Lunch bringen lassen. Ihr seid nicht eingeladen.» (Seite 263)

Nein, van Aelst ist kein Held. Trotzdem wird er einem bei der Lektüre fast schon sympathisch, gerade weil er kein einfacher Mensch ist und sich zuweilen in seinen Widersprüchen verstrickt. Das gilt übrigens auch für Reporterin Meg: Auch sie ist keineswegs die reine Heldin. Sie ist bereit, wenn nicht alles, so doch viel für eine gute Schlagzeile zu tun. Im Unterschied zum Kunstmaler hat sie aber während der Besatzung Leib und Leben riskiert, als sie für die illegale Untergrundzeitung Het Parool arbeitete. Die gibt es übrigens wirklich. Sie ist tatsächlich im Widerstand gegen die Nazis entstanden und ist bis heute eine gut gelesene Tageszeitung.

War diese Rezension hilfreich?

LeserInnen dieses Buches mochten auch: