Ich hätte da ein paar Fragen an Sie

Roman | Der brandaktuelle neue Pageturner von der Autorin des Bestsellers „Die Optimisten“

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Erscheinungstermin 28.09.2023 | Archivierungsdatum 07.01.2024

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Zum Inhalt

Der New-York-Times Bestseller endlich auf Deutsch!

„Ein wendungsreicher, fesselnder Krimi, perfekt für Fans von Donna Tartts ‚Die geheime Geschichte‘.“ People Magazine

"Faszinierend." New York Times

"Ein unwiderstehlicher literarischer Pageturner." The Boston Globe

Eigentlich wollte Bodie Kane ihre Zeit am Internat in New Hampshire für immer hinter sich lassen. Zu schmerzhaft ist die Erinnerung an vier Jahre als Einzelgängerin und an den Mord an ihrer Zimmergenossin Thalia Keith. Trotzdem kehrt Bodie als Dozentin für Medienwissenschaften zurück an das College. Als eine ihrer Schülerinnen beginnt, an einem Podcast über Thalias Tod zu arbeiten, gerät sie in einen obsessiven Strudel aus Erinnerung, nächtlicher Internetrecherche und imaginären Gesprächen mit ehemaligen Zeitgenossen. Immer deutlicher steht die Frage im Raum, ob mit dem Sporttrainer Omar Evans damals der richtige Täter gefasst wurde – und Bodie wird klar, dass sie etwas über den wahren Mörder weiß, etwas, das schon seit den 90er Jahren in ihrem Unterbewusstsein verschüttet liegt. 
Rebecca Makkais neuer Roman handelt von einem Mordfall, wie er täglich in den Nachrichten steht – und ist dabei ebenso fesselnder Campuskrimi wie Pychogramm einer Frau, die mit ihrer Vergangenheit abrechnet. 

Der New-York-Times Bestseller endlich auf Deutsch!

„Ein wendungsreicher, fesselnder Krimi, perfekt für Fans von Donna Tartts ‚Die geheime Geschichte‘.“ People Magazine

"Faszinierend." New York Times

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Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783961611737
PREIS 28,00 € (EUR)
SEITEN 560

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Rebecca Makkai, a deserving Pulitzer finalist for her moving second novel The Great Believers, achieves something quite extraordinary with I Have Some Questions For You.

She manages to write an entertaining page-turner about our obsession with true crime that shows both complete command of the genre - this is a whodunnit that kept me awake past 1 a.m. on a school night - and an ability to critique it, and in doing so unpacks the sexism, classism and racism that still define our relationship to crime.

A film critic and podcaster returns to the elite boarding school of her youth to teach a seminar on podcasting. Haunted by the murder of her then roommate Thalia, which resonates with her own personal trauma, she becomes obsessed with proving the convicted killer’s innocence.

Makkai’s brilliance lies in making Thalia a stand-in not just for every beautiful young dead girl that our true crime addiction problematically revolves around, but a prompt to consider all of the women who are abused, still, every single day.

It lies in making her male suspects examples of all of the micro-aggressions and dangerous attitudes we turn a blind eye on, which together create a permission structure that enables violence against women.

It lies in turning her story into an uncomfortable challenge to the reader’s own biases and complicit behaviours. The titular ‘You’ in I Have Some Questions For You refers to a particular suspect, but it may as well refer to the reader.

Makkai thus works against the tendencies of true crime: she de-objectifies the victim, questions our need for sensationalism and the effectiveness of outrage, and seeks out systemic failures over individual ones.

That the novel works both as entertainment and as informed, thoughtful and angry social commentary (including on what we choose to be entertained by) confirms Makkai as a true master of her craft.

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Ein Collegeroman in dem ein Mord,der vor vielen Jahren passierte eine zentrale Rolle spielt.
Die ehemalige Schülerin Bodie, des renommierten Internats Granby,die mittlerweile Dozentin für Filmwissenschaften ist, kehrt mehr als zwanzig Jahre später an ihre ehemalige Schule zurück,um zwei Filmkurse,unter anderem einen Kurs über Podcastproduktion, zu geben.Eine Kursteilnehmerin sucht sich ein true crime Thema aus.Ein Mord,der vor mehr als 20 Jahren im Internat passiert ist.Die Ermordete war die Zimmergenossin von Bodie. Die Teilnehmerin glaubt nicht,dass der wahre Mörder hinter Gittern sitzt.Der Podcast ,der eigentlich nur als Kursthema gedacht war,löst eine Lawine los und nichts ist mehr wie vorher.
Ich mochte den Roman,obwohl ich kein Fan von Collegegeschichten bin.Mir hat sehr gefallen,wie Rebecca Makkai Kritik am amerikanischen Rechtssystem deutlich werden lässt.Es geht außerdem um Machtmissbrauch,Rassismus,Sexismus und Klassismus.Die Handlung ist spannend aufgebaut und bis zum Schluss fragte ich mich,wer denn nun wirklich der Mörder von Thalia war.

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Leute, das müsst ihr lesen!

Ich las die Buchbeschreibung, dachte „Versuchst du mal!“ UND: Ich wurde NICHT enttäuscht. Einfach nur Wow!

Ein bisschen erinnerte mich der Roman an HOW TO GET AWAY WITH MURDER, aber unabhängig davon, dass ich diese Serie toll fand, hält dieses Buch mit seinen unerwarteten Wendungen und Vermutungen die Spannung aufrecht. Das Ende … ich muss zugeben, es war unbefriedigend. Aber auch das muss es geben 😜 Wichtig ist: Der Krimi ist fesselnd!

Von mir eine klare Empfehlung.

Bodies Internatszeit war kein Zuckerschlecken. 4 Jahre lang war sie die Einzelgängerin und ein Mobbingopfer. Auch der Mord an ihrer Zimmergenossin Thalia hinterließ einen faden Beigeschmack. Trotzdem kehrt Bodie als Dozentin für Medienwissenschaften zurück. Ausgerechnet das Podcast-Projekt einer Schülerin über den Mord an Thalia setzt bei Bodie einen Strudel an Erinnerungen und Zweifel frei. Was, wenn der derzeitig Verurteilte Omar Evans doch unschuldig ist? Der Fall wird fast zum Wahn für Bodie und plötzlich wird ihr klar, dass sie schon seit Jahren etwas über den wahren Mörder weiß. 😱

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In Rebecca Makkais neuem Roman kehrt die Podcasterin und Amateurdetektivin Bodie Kane zum Ort der Granby School zurück, um den Mord an ihrer ehemaligen Mitbewohnerin Thalia Keith aufzuklären. Die Rückkehr an das Internat in New Hampshire weckt viele Erinnerungen an die Zeit an der High School. Kane erinnert sich an den Ort, an die Menschen, an Gerüche, an das Licht, an vieles dass sie und ihre Geschichte geprägt hat.
"Ich hätte da ein paar Fragen an Sie" ist mehr als ein Krimi. Es ist eine Ode an die Orte, an denen wir aufgewachsen sind, und an die Schulen, die uns gezeigt haben, wer wir werden könnten.

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Ein fesselnder Schmöker, perfekt um abzutauchen. Dabei werden aktuelle Debatten mit eingebunden ohne langweilig oder belehrend zu sein. Ich werde es sehr gerne empfehlen, an alle Spannungsliebhaber*innen, die keinen gewöhnlichen Krimi lesen wollen.

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Die erfolgreiche Podcasterin Bodie Kane erhält die Gelegenheit, als Dozentin an ihrem ehemaligen Internat Granby in New Hampshire zu unterrichten. Auf der Suche nach spannenden Themen für ihre Studenten stößt sie dabei auf den Mord an ihrer Zimmergenossin Thalia Keith im Jahr 1995. Bei ihren Recherchen werden immer mehr Zweifel laut, ob mit dem Sporttrainer Omar Evans wirklich der wahre Täter gefasst wurde.

Durch die Auseinandersetzung mit den Rechercheergebnissen wird Bodie immer mehr mit ihrer Jugend konfrontiert, die sie in den 1990ern an diesem elitären Internat verbracht hat. Sie erinnert sich an verunsichernde Situationen, an Erlebnisse, die ihre Persönlichkeit erschüttert haben und die man heute durchaus als Mobbing bezeichnen würde. Sie gehörte zu den Mädchen, die eher Außenseiter waren, eine Wednesday Addams, wie sie von Mitschülern in einer Mischung aus Abschätzigkeit und Bewunderung genannt wurde.

Der Roman setzt sich damit auseinander, wie Erinnerungen entstehen und inwieweit man diesen vertrauen kann, denn Erinnerungen sind oft nur fragmentiert und von Gefühlen und eigenen Unsicherheiten überlagert. Bodies Stärke ist jedoch das Beobachten und Zuhören, und so kommt sie im Laufe des Romans der Wahrheit immer näher.
Unglaublich faszinierend ist die Authentizität dieses Werks, sodass man stellenweise vergisst, dass es sich um Fiktion handelt, wie die Autorin im Nachwort ausdrücklich klarstellt. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich strahlt der Roman einen geradezu verblüffenden Realismus aus. Dies wird nicht nur durch den Detailreichtum bei beschreibenden Passagen oder das Fachwissen über Gerichtsprozesse deutlich, sondern vor allem in der Art, wie die Gedanken der Protagonistin wiedergegeben sind. Man bekommt wirklich den Eindruck, hier Einblick in das Leben einer real existierenden Person in all ihrer Vielschichtigkeit zu erhalten. Es ist teilweise wie ein Flashback in die Jugend der 1990er-Jahre, denn die Jugendlichen in Granby richten beispielsweise einen „Kurt Cobain-Schrein“ ein, nachdem er sich das Leben genommen hat.

Der Roman weist auch eine interessante Struktur auf. Er ist in zwei große Teile unterteilt, die wiederum in viele, meist recht kurze Kapitel aufgeteilt sind. Der Text hat dabei einen tagebuchartigen bzw. teilweise auch briefartigen Charakter. In knappen, jeweils äußerst realitätsnahen und detailreichen Gedankenexperimenten werden verschiedene Mordszenarien sozusagen durchgespielt, indem immer eine andere Person in den Fokus gerückt wird. Dadurch wird deutlich, dass im Grunde genommen fast jeder zum Täter werden kann. Dies wiederum ermöglicht die Anknüpfung an eine im Hintergrund mitschwingende Anspielung auf die vor allem Frauen betreffende, häufig sexualisierte Gewalt. Ihre alltägliche Präsenz in den Nachrichten verleitet trotz der Verbesserungen hinsichtlich der Situation von Frauen immer noch dazu, dies quasi als so „normal“ zu empfinden, dass die Einzelheiten der jeweiligen Gewalttaten wie zu einer beständig bedrohlich mitschwingenden Grundmelodie verschmelzen.

Also insgesamt von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Bodie Kane wollte die Zeit im Internat in New Hampshire nicht mehr hervorholen. Zu schmerzlich waren die die Erinnerungen an die vier Jahre. Zu schaffen machte ihr der Mord an ihrer Zimmergenossin Thalia Keith. Und doch kehrt sie als Dozentin für Medienwissenschaften ans College zurück. Als eine Schülerin beginnt an einem Podcast über Thalias Tod zu arbeiten, kommen die Gefühle von damals erneut hoch. Bald einmal muss man sich die Frage stellen: Wurde mit dem Sporttrainer Omar Evans der richtige gefasst? Sie merkt, dass sie etwas weiss über diese Geschichte das in ihrem Unterbewusstsein schlummert. Als ich den Titel dieses Buches las, konnte ich mir wenig darunter vorstellen. Doch je länger ich in dem Buch las, desto mehr fesselte mich die Geschichte. Es werden Sexismus, Klassismus und Rassismus deutlich. Das Lesen wird immer spannender je länger man mit dem Lesen vorwärts kommt. Für mich war der Roman Unterhaltung als auch eine Geschichte, die mich Nachdenklich gestimmt hat. Nach dem Ende der Geschichte musste ich wirklich über einiges nachdenken, was uns Leser tagtäglich an Informationen vorgesetzt wird. Sehr empfehlenswertes Buch.

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Die erfolgreiche Bloggerin Bodie Kane kehrt für kurze Zeit als Dozentin zurück nach New Hampshire. Sie war selbst auf der Grandby School und hat gemischte Gefühle, war sie doch seinerzeit eher eine Einzelgängerin und nicht besonders beliebt. Zudem wurde ihre Mitschülerin Thalia, mit der sie ein Zimmer teilte, umgebracht.
In einem Podcast-Projekt nimmt sich eine Schülerin dieses Themas an: War der damals verurteile Omar Evans wirklich der Täter?
Es geht um Vergangenheitsbewältigung. Was verdrängen, erinnern oder verändern wir gar.
Vielschichtig, gut und spannend geschrieben.

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Rebecca Makkai, die Autorin des Welterfolgs "Die Optimisten", greift in ihrem neuen Roman das MeToo-Thema auf. In der Form eines literarischen Krimis erzählt sie von der Journalistin Brodie Kane, die in ihrem True-Crime-Podcast Gewalt an Frauen anprangert. Als sie nach über 20 Jahren als Dozentin an ihr altes College zurückkehrt, nutzt sie die Chance, um den Mord an ihrer damaligen Zimmerkollegin aufzuklären.
Wir erfahren die Geschichte aus Brodies Perspektive und es wird schnell klar, wie Erinnerung trügen kann. Das College in den Wäldern von New Hampshire hat eine leicht gruselige Atmosphäre, die diese Unsicherheit verstärkt. Nicht alle sind begeistert, dass Brodie ihre Student*innen auf den alten Fall ansetzt. Viele wollen die Geschichte einfach ruhen lassen, auch wenn ein Unschuldiger all die Zeit im Gefängnis sitzt. Und dann fragen wir uns, welche Agenda Brodie eigentlich verfolgt...
Ein spannender Roman, viele unerwartete Wendungen, psychologisch glaubwürdige Personen und alles großartig übersetzt von Bettina Abarbanell.
Mein Lesetipp für alle, die einen spannenden Roman suchen, der gut unterhält und trotzdem viele aktuelle Themen anspricht.

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Ohh! Mein erster Titel von Makkai. Ein echter Wälzer, aber ich fand ihn sehr spannend! Eine große Liebe zum Detail bringt Makkai mit, die manch einen vielleicht nerven könnte, ich fand es unter.
Zugegebenermaßen hätte das Buch auch mit weniger Details ergo weniger Seiten funktioniert aber andererseits sind Krimis, in denen Gerichtsverhandlungen beschrieben werden auch kleinteilig und man nennt sie dann Pageturner.
Spannend, immer wieder unerwartet. Gerne empfehle ich es weiter!

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Ein spannendes Buch, das mit dem Begriff „Campuskrimi“ nicht ausreichend beschrieben ist. Bodie Kane kehrt als Dozentin für ein Podcast-Seminar zurück in das Internat, wo zwanzig Jahre zuvor ihre Mitbewohnerin Thalia Keith ermordet wurde. Eine von Kanes Studentinnen will im Kurs einen Podcast über den Mordfall machen. Je mehr sie recherchiert, desto mehr Erinnerungen hat Kane an ihre Zeit als Studentin im Internat. Der Verdacht, dass der Falsche für den Mord verurteilt wurde, wird stärker und führt, im zweiten Teil, zum Versuch das Verfahren zur Wiederaufnahme zu bringen. Im Buch wird nicht nur der Mord verhandelt. Es geht vor allem um Erinnerungsvermögen, Sexismus und Rassismus und der Kritik am US-amerikanischen Justizwesen.
Makkai verliert sich häufig in allzu vielen Details und Nebensträngen, was den starken Ideen im Buch etwas ihre Stringenz nimmt.
Trotzdem spannend und lesenswert.

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Als Bodie Kane noch am College war, wurde ihre Mitbewohnerin Thalia ermordet und der Täter nach einem Geständnis verhaftet. Heute, mehr als 20 Jahre später, hat sie zwei Kinder, lebt von ihrem Ehemann getrennt und hostet einen True Crime-Podcast. Doch dann wird sie als Dozentin an ihr altes College eingeladen und eine ihrer Studentinnen will sich im Kurs unbedingt mit Thalias Mord beschäftigen. Denn sie ist überzeugt, dass der falsche Täter verurteilt wurde und so setzt sich eine ganze Lawine an Ermittlungen und Verdächtigungen in Bewegung.

„Ich hätte da ein paar Fragen an Sie“ ist der vierte Roman der US-Autorin Rebecca Makkai. Erzählt wird aus Bodies Perspektive in der Ich- und Vergangenheitsform. Besonders ist dabei, dass sie sich dabei an eine bestimmte Person wendet, nämlich Mr. Bloch, ihren damaligen Lieblingslehrer. Außerdem spielt die Protagonistin im Verlauf der Handlung die unterschiedlichsten Szenarien durch, wer Thalia getötet haben könnte und nähert sich so nach und nach der Wahrheit an.

Was die Verurteilung von Thalias Mörder so problematisch macht, ist die Tatsache, dass damals eigentlich immer nur in eine Richtung ermittelt wurde: die des Schwarzen Sportlehrers Omar Evans. Sein Geständnis, scheinbar erzwungen, nahm er nach einigen Tagen zurück, doch es war schon zu spät. Das alles hat Bodie bisher eigentlich nur wenig interessiert, aber als sie gemeinsam mit ihren Student*innen recherchiert, wird sie immer tiefer in den Fall hineingezogen. Doch haben ihre Ermittlungen überhaupt einen Nutzen oder reißen sie nur alte Wunden wieder auf?

Bodie Kane ist eine ungemein unsympathische Hauptfigur. Sie und Thalia waren nie wirklich Freundinnen und wären da nicht gewisse Schuldgefühle, die sie in sich trägt, hätte sie den Fall wohl gar nicht wieder aufgenommen. Zudem präsentiert sie sich oft moralisch überlegen – was jedoch entlarvt wird, als ihr eigener (Noch-)Ehemann in einen Skandal verwickelt wird. Grundsätzlich eine gute Geschichte mit wichtigen Ansätzen (Rassismus, Vorverurteilung, Kritik am True Crime-Format), aber im Ganzen etwas zu lang und konstruiert.

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Spannende Cold Case Story
Die 40-jährige Universitätsprofessorin Bodie kehrt für wenige Wochen an ihr altes Internat, die Granby School in New Hampshire, zurück. Dort unterrichtet sie einige Jugendliche in Podcasting. Bodie sieht mit gemischten Gefühlen auf ihre Schulzeit zurück, denn in ihrem letzten Jahr wurde ihre ehemalige Zimmergenossin Thalia tot im Schwimmbad aufgefunden. Der afro-amerikanische Sporttrainer Omar Evans wurde für schuldig befunden, sie getötet zu haben. Doch es bestehen Zweifel an seiner Schuld. Eine Schülerin von Bodie nimmt dieses Thema nun auf, um einen Podcast darüber zu produzieren. In Bodie kommt alles wieder hoch …

Von Anfang an mochte ich die Internatsatmosphäre und die eisige Winterlandschaft. Man fühlt sich richtig auf das Gelände des Internats versetzt. Bei der Beschreibung und Darstellung der Protagonistin Bodie geht die Autorin sehr in die Tiefe, ihr Charakter und ihre Gefühle werden stark durchleuchtet.
Es geht in dem Roman nicht nur um den damaligen Mord und die Frage, wer denn nun letztendlich der Schuldige war, sondern um weitaus umfassendere Themen wie Rassismus, Sexismus, Machtmissbrauch. Sehr wichtige Themen, die die Autorin sehr subtil darstellt.
Trotz all dieser guten Ansätze war mir das Buch viel zu langatmig. Es hätte dem Text sicherlich gut getan, ihn um 150 Seiten zu kürzen, da der repetitive Charakter – Bodies Vergangenheit, ihre Gefühle, die Darstellung sämtlicher damaliger Mitschüler – das Ganze unnötig in die Länge zog. 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.

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Beeindruckend! Ich hatte Rebecca Makkais Vorgängerroman über Kunst und Krankheit und ihre Stigmatisierung mit Begeisterung gelesen und war deshalb gespannt auf diesen neuen Roman. Wieder hat sie sich in ein komplexes Thema hineingearbeitet und hineingefühlt, diesmal in das vielgestaltige Thema Me too mit all seinen Konsequenzen und Verwicklungen, privat, öffentlich, rechtlich und medial.
Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Elizabeth/Bodie Kane, die viele Jahre später, als sie selbst als Lehrbeauftragte an das Internat ihrer Jugend zurückkehrt, zusammen mit ihren Studenten einen Fall wieder aufrollt, der sich ereignet hatte, als sie selbst dort zur Schule ging. Eine Schülerin wurde ermordet in der Schwimmhalle aufgefunden, der schwarze Sporttrainer wurde beschuldigt und nach schludrig geführten Ermittlungen zu lebenslanger Haft verurteilt. Nicht nur Bodie drängt sich der schreckliche Verdacht auf, dass seit Jahren der falsche Mann im Gefängnis sitzt.
Die Autorin hat einen kritischen, Ambivalenzen zulassenden Gesellschaftsroman geschrieben, der sich stellenweise wie ein Krimi liest, dann wieder wie ein Internatsroman und vor allem gegen Ende wie ein Justizroman; ein Roman, der die Lebensgeschichte einer Frau in den Vordergrund stellt, mit ihr verknüpft aber zahlreiche weitere weibliche Lebensgeschichten mit ihren Beschädigungen, Verletzungen, Rissen, Wunden, Traumata um sie herum auffächert. So gelingt es ihr, ein großes gesellschaftliches Thema mit der fiktionalen Kraft des Romans auszuleuchten, der Individuen und ihre persönlichen Erlebnis- und Gefühlswelten in den Vordergrund stellt, An keiner Stelle hat man das Gefühl, dass die Handlung nur zur Illustration einer These oder einer Figur nur zu der einer zu demonstrierenden Haltung da wäre, und trotzdem bringt sie mit ihrer bunten Figurenwelt eine schillernde Palette an Positionen ein, die zeigen, dass die Geschichte lange durchdacht und das Ergebnis intensiver Recherche ist.

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Gerechtigkeit auf dem Campus

Wie gefällt es Ihnen, so direkt angesprochen zu werden? Und zwar andauernd, aber dann für lange Zeit nicht. Und Sie tauchen in eine Geschichte ein, bis Sie plötzlich durch die direkte Anrede herausgerissen werden. Dadurch, dass im Deutschen das „sie“ und „Sie“ nur durch Mikrometer voneinander zu unterscheiden sind und ein „Du“ á la Joe Goldberg/Caroline Kepnes nicht in Frage kommt, ist es leider sehr schwer, die Anrede überhaupt als solche direkt zu erkennen.

Nun ja, was soll’s. Wenn das der einzige Kritikpunkt an einem Roman ist. Halb so wild, oder was meinen Sie? Rebecca Makkai hat mit „Ich hätte da ein paar Fragen an Sie“, in dessen Titel sich hin und wieder ein „mal“ einschleicht oder sich das „da“ hinausschleicht, eine grandiose Kriminalgeschichte geschrieben. Andauernd bleiben Sie in Bodies Kopf. Sie ist diejenige, die als Dozentin an das Granby Internat zurückkehrt, wo sich zu ihrer Schulzeit der Mord an Thalia ereignet hat. Und nun wollen einige ihrer Schüler diesem auf den Grund gehen. Eine eigenartige, aber klug gewählte Perspektive. Bodie war nie die beste Freundin, nie die Verdächtige, sie ist als Podcasterin viel mehr versucht, eine objektive Sichtweise einzunehmen. Seite an Seite erleben Sie das, was Bodie erlebt. Sie sind aber nicht nur stummer Beobachter, sondern „Denny Bloch“, ein ehemaliger Mörder. Brodie richtet das Wort an Sie und hat ein paar Fragen parat.

In bester Joel Dicker-Manier jongliert Makkai viele Charaktere, mehrere Zeitebenen und arbeitet das Geschehen minutengenau auf. Mit einer wunderbaren Prosa und schreckenerregenden Vorkommnissen werden Sie diese Geschichte lesen. Rund 40-50 Seiten hätten getrost gekürzt werden können. Mehrere Einzelheiten der Vergangenheit werden wieder und wieder erwähnt, Sie als Leser können da schnell müde werden, doch festigt es die Erinnerungen an das Vergangene. Nicht ganz Donna Tartts „Die geheime Geschichte“, mit der das Buch häufig angepriesen wird, aber allemal ein würdiger, moderner Genrevertreter.

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Ein spannender Roman, der sich mit Lüge, Wahrheit und der Konstruktion von Wirklichkeit bei Kriminalfällen beschäftigt und dabei viele zeitgenössische Themen – race, gender, me#too – anschneidet.
Die erfolgreiche Podcasterin und Filmwissenschaftlerin Bodie Kane wird für eine Sommervorlesungsreihe an ihre alte Hochschule nach New Hampshire eingeladen. Ihre Vergangenheit war nicht immer sehr glücklich, doch inzwischen hat sie ihren Weg gemacht. Als sich eine Studentin im Rahmen eines „True-Crime-Podcasts“ mit einem Verbrechen beschäftigt, das an genau diesem Ort stattgefunden hat, wird Bodie Kane unfreiwillig mit alten Erinnerungen konfrontiert. Sie war selbst hier im Internat, als der Mord an einer äußerst beliebten Schülerin – zugleich ihre Zimmergenossin – stattfand. Ist damals bei der Verurteilung des Sporttrainers Omar Evans alles mit rechten Dingen zugegangen? Wurden offensichtliche Ungereimtheiten übersehen? Und welche Rolle spielte und spielt Bodie Kane selbst in diesem Suchen und Herantasten an eine mögliche Wahrheit?
Der Autorin gelingt es sehr gut, die besondere Atmosphäre des Internats in New Hampshire und die feinen sozialen Unterschiede innerhalb der Schüler:innengemeinschaft, ihre Rituale, ihre Abgrenzungsstrategien herauszuarbeiten. Auch die vielfältigen Ambivalenzen in der Beziehung von Lehrpersonen und Studierenden wird gekonnt dargestellt. Die Figuren sind sehr facettenreich; die Handlung ist komplex, aber zugleich spannend, da sich auch der Prozess des Erinnerns, Rekonstruierens und Aufdeckens erst allmählich und Schritt für Schritt vollzieht.

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Rebecca Makkai wurde mir bekannt durch ihren fantastischen Roman “Die Optimisten”, der mich nachhaltig beeindruckt hat.
Umso mehr freute ich mich, dass mit “Ich hätte da ein paar Fragen an Sie” ihr neuer Roman in diesem Herbst erscheint (28.09.2023, Eisele Verlag, HC 26 €).
Uns Leser:innen erwartet hier eine Mischung aus einer College-Geschichte und einem Kriminalfall, der auch Themen wie die MeToo-Bewegung mit aufgreift. Und auch True-Crime Podcast Liebhaber:innen kommen hier auf ihre Kosten.
Insgesamt ein interessanter Mix, der mich gerne am Lesen hielt.
Inhaltlich geht es um einen zurückliegenden Todes-(Mord-)fall an der Zimmernachbarin unserer Erzählerin. Schnell wurde nach Befragungen und kurzen Ermittlungen der Student:innen ein Schuldiger gefunden - aber hat er auch wirklich die Tat begangen?
Rebecca Makkai schafft es, zwischen der Gegenwart und Vergangenheit und einem interessanten Themenmix einen spannenden Roman abzuliefern. Besonders stark habe ich das erste und das letzte Drittel des Buchs empfunden - die Mitte etwas schwächer. Allerdings kann man aufgrund des besonders starken Endes hierüber hinwegsehen.
Im Fazit ein guter Roman für Liebhaber:innen von Kriminalromanen und/oder spannenden Collegeromanen ohne kitschige Stories.

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Bodie Kane wollte die Zeit im Internat in New Hampshire nicht mehr erleben. Zu schmerzlich waren die Erinnerungen an die vier Jahre im Internat. Der Mord an ihrer Zimmergenossin Thalia Keith machte ihr sehr zu schaffen, es war so schrecklich. Und doch kehrt sie als Dozentin für Medienwissenschaften an ihr altes College zurück. Als eine Schülerin beginnt an einem Podcast über Thalias Tod zu arbeiten, kommen die Gefühle von damals erneut hoch. Sie muss sie sich die Frage stellen: Wurde mit dem Sporttrainer Omar Evans der richtige Täter gefasst? Sie merkt, dass sie etwas weiß über diese Tat, das in ihrem Unterbewusstsein schlummert. Als ich das Cover und den Titel dieses Buches gesehen habe, konnte ich mir sehr wenig über dieses Buch vorstellen. Doch je länger ich in dem Buch las, desto mehr fesselte mich die Geschichte. Die Geschichte wurde immer spannender je länger ich mit dem Lesen vorwärts kam. Für mich war der Roman Unterhaltung und Spannung pur. Das Ende der Geschichte hat mich wirklich nachdenklich gemacht. Ein sehr empfehlenswertes Buch. Ich vergebe hier 4 Sterne.

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Was habe ich mich auf diesen neuen Roman von Rebacca Makkai gefreut - und ich wurde nicht enttäuscht! Denn dieses Buch überzeugt auf mehreren Ebenen: Sprachlich, inhaltlich, thematisch und ein spannender Krimiplot ist auch noch dabei - what's not to love? Rebecca hat's einfach drauf!

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Rebecca Makkai ist ein weiteres Highlight gelungen! Spannend, gesellschaftskritisch, perfekt zum Schmökern im Winter. Ein absoluter Lieblingstipp.

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Bodie Kane ist eine bekannte Podcasterin. Sie lebt getrennt von ihrem Mann, gemeinsam kümmern sich um die Kinder, sie haben ein gutes Verhältnis. Sie hostet zusammen mit einem Geschäftspartner einen True Crime-Podcast, in dem sie sich mit ungelösten Frauenmorden befasst. Die Alltäglichkeit von Gewalt gegen Frauen und die geringe Aufklärungsquote sind ihr Thema. Vielleicht, weil während ihrer Collegezeit vor 20 Jahren ihre Zimmergenossin Thalia ermordet wurde. Der Täter war damals bald gefasst und sitzt im Gefängnis.

Dann wird sie als Dozentin für Medienwissenschaften an ihr altes College eingeladen, und eine ihrer Studentinnen will sich in ihrem Podcast-Kurs ausgerechnet mit dem Mord an Thalia beschäftigen. Britt ist überzeugt, dass der falsche Täter verurteilt wurde. Im Internet wird schon lange diskutiert, dass die Polizei damals schlampig und einseitig ermittelt hat und sich schnell auf den schwarzen Sportlehrer als Täter festlegte. Bodie teilt diese Einschätzung und gerät in einen obsessiven Strudel aus nächtlicher Internetrecherche und Gesprächen mit ehemaligen Mitschülern, Lehrern und Familienangehörigen. Eigene Erinnerungen an ihre Schulzeit kommen hoch, an ihre Unsicherheit, an Erlebnisse, die man heute als Mobbing bezeichnen würde.

Während sie an der Schule unterrichtet, bricht derweil ihr Privatleben auseinander. Ihr Ex-Mann wird des Mißbrauchs beschuldigt, sie verteidigt ihn und der folgende Shitstorm zwingt sie, ihren Podcast aufzugeben. Außerdem geht Ihr derzeitiger Liebhaber auf Distanz. Sie ist am Limit ihrer Belastbarkeit.

Die Geschichte wird aus Bodies Perspektive erzählt. Eine stilistische Besonderheit ist, dass sie ab und zu eine bestimmte Person direkt anspricht, nämlich Mr. Bloch, ihren damaligen Lieblingslehrer, der Musik unterrichtete und die Schulaufführungen betreute, in denen Thalia meist die Hauptdarstellerin war.

Zwischen den Kapiteln werden in durchnummerierten Einschüben unterschiedliche Szenarien des Mordes mit jeweils anderen möglichen Tätern durchgespielt: mal ist es der Mitschüler, mal Thalia selbst, oder der Freund, dann der Lehrer. Jeder von ihnen kann es gewesen sein. Nach und nach nähern sie und Britt sich der Wahrheit.

Das Setting auf einem College-Campus erinnert ein wenig an Donna Tarts „Geheime Geschichte“. Rebecca Makkai erzählte in einem Interview, dass sie schon immer einen Roman schreiben wollte, der in einem Internat spielt, weil dort so eine faszinierende Art von Gemeinschaft entstehe. Allerdings lebt sie selbst auf einem Campus, ihr Mann arbeitet an einer Schule, und sie musste unbedingt vermeiden, dass dort alle denken, sie seien gemeint. Die Schule im Roman ist nun wohl so anders, dass sich niemand darin erkennt, hofft sie.
Ein spannender Krimi und durch die darin angesprochene Social-Media-Problematik sehr heutig.

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Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, denn mich haben sowohl der Titel wie auch der Klappentext neugierig gemacht.

Die Grundstory ist auch ziemlich spannend: Bodie Kane kehrt nach 20 Jahren an ihre alte Schule zurück. Dort gibt sie einen Kurs für Podcasts. Doch das ist noch längst nicht alles. Sie versucht nach all den Jahren auch das Verbrechen um den Mord von Thalia Keith zu klären. Bei ihren Recherchen stößt sie auf ein rätselhaftes Netz, das die Autorin kunstvoll spannend und atmosphärisch intensiv knüpft.

Die Autorin erschafft eine komplexe Geschichte, die mir vor allem dank der vielschichtigen Charaktere und der einnehmenden Atmosphäre sehr gut gefallen hat. Bodie ist ein interessanter Charakter mit sehr viel Tiefe, die man gerne auf ihrer Mission begleitet. Man lernt viel über ihre Schulzeit kenne, alte Bekannte aber auch neue Schüler, die sich für ihren Kurs interessieren. Hierbei sorgt die Location für eine besondere Stimmung, denn man kann sich das Geschehen sehr gut vorstellen. Leider geht zwischenzeitlich der rote Faden etwas verloren und die Autorin verliert sich teilweise in Erzählungen, die von der eigentlichen Handlung etwas abweichen. Das sorgt für leichte Irritationen und hat auch den Lesefluss etwas gehindert. Die Vergangenheit holt Bodie immer wieder ein und das ist sehr authentisch, kann aber auch etwas verwirrend sein. Nichtsdestotrotz habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen und bin von der mitreißenden Handlung völlig begeistert. Ein tolles Buch das ich nur weiterempfehlen kann.

Die Autorin hat ein Händchen für vielschichtige Charaktere und erschafft auf dem Papier eine mitreißende Stimmung, die einen nicht mehr loslässt. Für mich war dieses Buch eine sehr lesenwerte Lektüre und ein Lesehighlight, dass mich trotz einiger Schwächen schwer begeistern konnte.

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1995 wird die damals 17-jährige Thalia Keith tot im Schwimmbad des Granby-Internats gefunden. Nachdem die Ermittlungen zu ihrem Tod nur sehr schleppend angelaufen sind, wird wenige Wochen später der Sporttrainer Omar Evans als vermeintlicher Täter verhaftet. Seitdem sitzt er im Gefängnis. Viele Jahre später, im Jahr 2018, kehrt Bodie Kane an ihre ehemalige Schule als Gastdozentin zurück und prompt kommen alte Erinnerungen auf: Bodie als unangepasste Teenagerin, das Leben auf Granby und Thalia, mit der sie im Jahr vor ihrem Tod das Zimmer geteilt hat. Als dann Bodies Schülerin Britt für ihr Podcast-Schulprojekt den Tod von Thalia aufgreifen will, gerät Bodie vollends in einen Strudel der Erinnerungen und immer größer werden ihre Zweifel, dass Omar eventuell unschuldig im Gefängnis sitzt...

Zwar hat es ca. 50 Seiten gedauert, bis ich vollends in der Geschichte war, aber dann konnte ich „Ich hätte da ein paar Fragen an Sie” von Rebecca Makkai kaum noch aus der Hand legen. Durch die kurzen Kapitel entwickelt sich der Plot zu einem richtigen Pageturner. Die Zwischensequenzen, in denen mögliche Tathergänge skizziert werden, fand ich gelungen und abwechslungsreich, wenn auch nicht immer ganz realistisch bzw. überzeugend, da ich einige Varianten als zu konstruiert empfand. Auch Makkais kritischer Blick auf die Fetischisierung von True Crime-Geschichten fand ich sehr erfrischend. Die Kritik anderer Leser:innen, dass sich die Autorin zu sehr in detaillierten Erinnerungen verliert, kann ich bedingt zustimmen. Ja, einiges hätte durchaus schneller und konzentrierter abgehandelt werden können, aber aufgrund des angenehmen Schreibstils und der besonderen Erzählperspektive, hat mich das nicht wirklich gestört. Die Passagen, in denen es um Bodies Erinnerungen und um ihr eigenes Erwachsenwerden auf Granby geht, sind sehr anschaulich beschrieben. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Makkai heute selbst auf dem Campus ihrer ehemaligen Schule lebt und vieles in den Roman mit einfließen lassen hat. Den Handlungsstrang rund um Bodies Ex-Mann fand ich hingegen total unnötig, da dieses Thema (sexuelle Gewalt/Machtmissbrauch) bereits in ähnlicher Form ausführlich thematisiert wird und sogar essentiell für den Hauptplot ist. Die Auflösung kam für mich dann doch eher überraschend, da ich die ganze Zeit eine andere Person unter Verdacht hatte. Das Ende wiederum ist eher offen gehalten, meiner Meinung aber durchaus realistisch, weil das Rechtssystem, wie andere Bereiche auch, von Rassismus, Klassismus, Gewalt, Sexismus und ,weißen’ Privilegien etc. infiltriert ist... Obwohl es für mich kein perfektes Buch ist, finde ich es dennoch sehr gut gelungen und vor allem spannend.

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Ein Truecrime Podcast vor interessante Kulisse, nämlich einem Internat in New Hampshire, an dem damals Thalia Keith, Body Kanes Kommolitonin, ermordet wurde.

Bodie, die als Dozentin für Medienwissenschaften zurück an dieses College geht, gerät erneut in einen Strudel aus Erinnerungen, dem sie sich nicht entziehen kann und hat als gereifte Frau einen neuen Blick auf die damalige Situation.

Rebecca Makkai verknüpft geschickt verschiedene Zeitebenen und es wird deutlich, das Misogynie und Rassismus, nach wie vor ein aktuelles Thema in den Staaten sind.
Der mittlere Teil des Buches hätte m.E. etwas gekürzt werden können, da das erzählte Campusleben doch sehr vom Plot ablenkt.

„Ich hätte da ein paar Fragen an sie“ ist ein etwas anderer Kriminalroman, der mit erhobenem Zeigefinger in Richtung amerikanisches Rechtssystem blickt und für mich viele Fragen in der Hinsicht Vorverurteilung wirft.

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Und dann die Art, wie Thalia starb – wie ihr Körper misshandelt worden war – und ins Wasser geworfen – jedes Mädchen bloß ein Körper, den man benutzen und entsorgen konnte – einen Körper zu haben schon genug, um von ihnen begrapscht zu werden – einen Körper zu haben schon genug, um von ihnen vernichtet zu werden – Auszug Pos. 5064

Vor über zwanzig Jahren wurde in einem Internat in New Hampshire die Schülerin Thalia Keith ermordet, der mutmaßliche Täter sitzt seitdem in Haft. Bodie Kane, die die Tragödie hautnah miterlebte, ist mittlerweile eine erfolgreiche Medienwissenschaftlerin. Zusammen mit einem Co-Moderator betreibt sie einen bekannten Podcast, in dem sie sich mit Frauen im Filmgeschäft beschäftigt, die einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind. Als sie eingeladen wird, an ihrem ehemaligen College als Gastdozentin zwei Wochen lang einen Kurs übers Podcasten zu geben, tut sie das mit gemischten Gefühlen. Anfang der 90er Jahre war sie 4 Jahre in dem elitären Internat Granby. Diese Zeit war von schrecklichen Ereignissen überschattet. Da sie nicht zur Upperclass der US-Gesellschaft oder zu den wohlhabenden Auslandsstudenten gehörte, hatte sie es als Außenseiterin mit DocMartens und schwarz umrandeten Augen nicht leicht und wurde von einigen Jungs gemoppt. Trotzdem war das tief in den Wäldern gelegene Internat auch eine Heimat in Zeiten schwerer privater Krisen. Erinnerungen kommen hoch an den Mord an ihrer Zimmergenossin Thalia Keith, als eine ihrer Schülerinnen sich genau diesen Mord als Thema ihres Podcasts aussucht.

Unschuldig im Gefängnis?

Trotz dünner Beweislage wurde damals der schwarze Sporttrainer Omar Evans festgenommen. Sein Geständnis, scheinbar erzwungen, nahm er nach einigen Tagen zurück, doch da war es schon zu spät. Er wurde verurteilt und sitzt seit 20 Jahren hinter Gittern. Die Ereignisse werden auch durch ein Video wieder aufgewühlt, das Thalia Keith während einer Schulaufführung des Musicals Camelot zeigt. Es ist das letzte Mal, dass die beliebte Schönheit lebend zu sehen sein wird, denn kurz darauf wird sie ermordet im Schwimmbad aufgefunden. Bodie gerät zunehmend in einen Sog, der sie über die vergangenen Ereignisse nachdenken lässt. Sie vermutet, dass bei der Aufklärung nicht alle Details geklärt wurden. Sie hinterfragt auch ihre eigene Rolle bei den Befragungen im Umfeld des Opfers nach der Tat, denn eventuell hat sie durch ihre Aussage die Ermittlungen in eine falsche Richtung gelenkt. Zweifel werden geweckt, ob der richtige Täter verurteilt wurde und ihre Schüler*innen wollen das Verbrechen in dem Podcast neu aufrollen und beweisen, dass der Inhaftierte unschuldig einsitzt. Bodie ermutigt ihre Schüler*innen dabei und wird wieder mit ihrer Schulzeit konfrontiert, die sie als scharfe Beobachterin verbracht hat.

True-Crime-Podcasts

Die Geschichte wird allein aus Bodies Blickwinkel erzählt. Wir erfahren nur, was Bodie weiß oder uns wissen lässt. Das macht die Geschichte zu einer sehr persönlichen Angelegenheit, denn sie rechnet erbarmungslos mit ihrer Zeit im College ab. In unregelmäßigen Abständen spricht sie einen ihrer ehemaligen Lehrer in direkter Rede an. Dieser Dennis Bloch war ein bei allen beliebter Musiklehrer, doch in der Rückschau bekommt sein Verhalten für die erwachsene Bodie eine andere Bedeutung und sie findet sein Verhalten im Nachhinein teilweise verdächtig. Bloch ist der Angesprochene im Titel, den Bodie immer wieder in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit rückt. Da ich das oft sehr spät erkannte, wurde ich immer wieder durch diese Anrede aus dem Lesefluss gerissen. Ein interessantes Stilmittel, das für mich leider nicht ganz funktionierte. Auch wenn sie spekulative Szenarien durchspielt, die jeden möglichen Verdächtigen, inklusive ihrer selbst, als Mörder dastehen lassen, bedeutete das für mich hohe Konzentration. Alte Fotos, zeitliche Abläufe und Einträge in Planers werden betrachtet und neu bewertet und wechseln sich ab mit Szenen aus dem Gefängnis und Einblicke, wie Omars Familie seinen Verlust erlebt und für seine Rehabilitation kämpft.

Ich habe eine Meinung zu ihrem Tod, eine Meinung, die mir nicht zusteht. Gleichzeitig ist mir etwas mulmig dabei zumute, dass die Frauen zum Gemeingut geworden sind, der kollektiven Fantasie ausgeliefert. Dass die Frauen, mit deren Tod ich mich beschäftige, zumeist schön und reich waren. Dass die meisten jung waren, wie uns Opferlämmer am liebsten sind. Dass ich mit dieser Fixierung nicht alleine bin. Auszug Pos. 370

Von der Autorin Rebecca Makkai hatte ich vor einiger Zeit „Die Optimisten“ gelesen. Der für den Pulitzer Preis und den National Book Award nominierte Roman war für mich ein Lebenshighlight. Umso gespannter war ich auf den vorliegenden Roman. „Ich hätte da ein paar Fragen an Sie“ befasst sich nur vordergründig mit einem Cold Case in einem verschneiten amerikanischen Campussetting. Vielmehr thematisiert die Autorin aktuelle sozialkritische Themen, die von sexueller Belästigung, Misogynie über Rassismus bis hin zum längst veralteten amerikanischen Klassensystem reichen. Dabei kritisiert sie auch die Ausbeutung echter Menschen zur reißerischen Unterhaltung und dass Opfer zu öffentlichem Eigentum werden.
Ich habe Makkais literarischen Schreibstil bis zum überraschenden Ende sehr genossen, auch wenn die vielen Themen den Spannungsroman grade im Mittelteil etwas überfrachten. Kein Werk, das man schnell weg lesen kann.

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Eine College-Geschichte der anderen Art. Im Mittelpunkt der Mord an der Schülerin Thalia, der zwar als aufgeklärt gilt, aber Jahrzehnte später noch immer Fragen aufwirft.

Es ist kein angenehmes Buch und trotzdem wichtig. Eine Geschichte, die viele aktuelle Themen vereint: struktureller Rassismus, das amerikanische Rechtssystem, Männern, die zu Tätern werden und #metoo.

Keine leichte Kost, aber spannend zu lesen!

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„Die Optimisten“ von Rebecca Makkai war eines meiner Lesehighlights 2020. Also war es logisch, dass ich ihr neuer Roman „Ich hätte da ein paar Fragen an Sie“ sofort lesen musste.
Bodie Kane kehrt seit 1995 das erste Mal zurück ans Internat in Granby. An die Stätte ihrer Jugend, wo sie als Aussenseiterin ihre letzte Schuljahre verbrachte. Inzwischen ist sie ein bekannte Podcasterin, die sich vor allem Femizid und Gewalt an Frauen widmet. In ihrem Podcast Seminar will sich eine Schülerin mit dem Mord an Thalia Keith, Bodies Mitbewohnerin und Mitschülerin.

Sofort wird Bodie in den Strudel ihrer Erinnerungen gezogen. Zumal ihre Freundin Fran in der Nähe des Campus‘ wohnt und sie jemand hat, mit dem sie in den in den Erinnerungen schwelgen kann und die neuen Erkenntnisse ausdiskutieren kann.

Rebbecca Makkai verstrickt die Vergangenheit geschickt mit der Gegenwart. Integriert der gesellschaftliche Wandel der letzten 30 Jahre. Femizid, Gewalt gegen Frauen, Rassismus und Machtmissbrauch wird heute anders begutachtet und mit den Sozialen Medien werden solche Missstände heute eher aufgedeckt.

Beim Lesen begleitet man Bodie auf der Suche nach der Wahrheit, geht mit ihr durch einige Wellenbäder der Gefühle, durchgeht mit ihr den Kampf für die Gerechtigkeit. Damit sie schlussendlich mit der Vergangenheit abschliessen kann.

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Zum Inhalt: eigentlich hatte Bodie nie vor nach Granby zurückzukehren, denn ihre Jahre dort sind ihr eher negativ behaftet im Gedächtnis geblieben und in Bodies letztem Jahr ereignete sich ein tragischer Mordfall. Aber nun kehrt sie doch zurück, als Lehrkraft, und wird schnell wieder von ihren Erinnerungen eingeholt. Als eine der Studentinnen aus Bodies Kurs einen Podcast über den damaligen Mordfall machen wird, kommt für Bodie wieder alles hoch. Und sie gerät ins Zweifeln, ob damals der richtige für die Tat verurteilt wurde.

Die Geschichte ist sehr kleinteilig und detailliert erzählt und beschäftigt sich mit den verschiedenen Theorien und Verdächtigen, die Bodie zu dem Mord an ihrer ehemaligen Mitbewohnerin hat. Bemerkenswert finde ich, dass Bodie dabei nicht mal sich selbst als potentielle Verdächtige ausschließt, natürlich hat sie aber einen ganz klaren Hauptverdächtigen, den sie auch immer wieder in imaginären Gesprächen adressiert. Erzählerisch war das nicht ganz so mein Geschmack, passte aber irgendwie zum Buch und zur fast schon manisch obsessiven Protagonistin.

Spannend fand ich neben dem Cold Case eher, wie sehr Bodies Privatleben die öffentliche Meinung zum Fall und dessen Wiederaufgreifen mitbeeinflusst. Und wie eng verstrickt Bodies Image mit ihrer Glaubwürdigkeit gegenüber der Öffentlichkeit verbunden ist. Das sollte nicht so sein, spielt hier aber immer viel mit rein. Generell werden in diesem Buch einige öffentlichkeitswirksame Themen aufgegriffen, wie unangemessene Beziehungen zu Schutzbefohlenen, PoC, Grooming. Nicht alles davon spielt für den eigentlichen Fall eine Rolle, beeinflusst aber stark die Stimmung im Buch.

Bodie selbst fand ich irgendwie unnahbar. Das mag daran liegen, wie sie sich selbst und ihre Unierfahrung sieht. Was sie da schildert, wie sich bestimmte Leute ihr gegenüber verhalten haben, ist auch wirklich erschütternd. Insgesamt fand ich Bodies Besessenheit von diesem Fall und von ihrer Mitbewohnerin auch ein bisschen beunruhigend. Aber auch wenn es in dem Fall eigentlich um Thalia geht, so stellt Bodie sich selbst immer in den Mittelpunkt ihrer Erzählung.

Gegen Ende hat mir stilistisch vor allem gefallen, wie Bodie andere Fälle von Gewalt gegen Frauen referenziert und wie erschütternd wenig oft getan wird, um solche Fälle überhaupt aufzuklären. Für mich war das nochmal besonders eindringlich und hat Thalias Fall nochmal zusätzlich emotional aufgeladen.
Das Buch war besonders durch seine eigenwillige Erzählart und den Detailreichtum vielleicht nicht immer ganz kurzweilig und leicht zu lesen, hat mir aber trotzdem gut gefallen, eben weil es aus der Masse heraussticht.

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Bodie ist Crime Podcasterin und Filmwissenschaftlerin und kommt für eine paar Wochen für zwei Seminare an ihr altes Eliteinternat.
Dort ging sie selbst vier Jahre bis zu ihrem Abschluss zur Schule.

In ihrem letzten Schuljahr 1995 zwanzig Jahre zuvor wurde ihre Mitschülerinnen Thalia ermordet. Es wurde zwar der schwarze Sportlehrer Omar für den Mord verurteilt, aber Bodie ist nicht sicher, ob er es wirklich gewesen ist.

Daher ermutigt sie eine ihrer Schülerinnen sich dem Fall in einem Podcasts zu widmen und stößt damit so einiges an.

Zusätzlich zu der wirklich spannend geschrieben Krimigeschichte schaffte es die Autorin noch Themen, wie Rassismus, Femizide sowie Corona in die Geschichte zu verweben.
Mir hat der Roman wirklich sehr gut gefallen und trotz der über 500 Seiten war er sehr kurzweilig.

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Kann ich der Autorin das Ende verzeihen? Als Leserin, die vor allem auch unterhalten werden möchte... nein. Denn es ist ziemlich unbefriedigend. Viele Fragen, die die Autorin in Bezug auf den Fall aufwirft, werden nicht geklärt. Manches hängt also für mich für immer in der Schwebe. Aber ich kann gleichzeitig sehr gut verstehen, weshalb Makkai ihre Geschichte eben nicht so beendet, das ein wohliger Schauder zurückbleibt, der einen gut schlafen lässt. Denn darum geht es einfach nicht.

Der Roman hinterlässt genau dieses Unbehagen, das Fälle wie die von Ormar im Roman hinterlassen sollten.

Die Autorin nutzt einige Strickmuster, die momentan in aller Munde sind. In dieser Hinsicht ist der Roman auch eine perfekte Komposition aus gutem Marketing und der Tatsache, das Makkai einfach eine sehr gute Autorin ist. Sowohl in dem, was sie erzählerisch kann, als auch handwerklich. Persönlich fand ich, dass es manchmal zu deutlich herauskam, das sie definitiv auch in der Masse mit schwimmt und das schreibt, was sich auch verkaufen lässt. Tatsächlich hat der Roman auch wirklich einiges, das ich definitiv mag. Die Verbindung zu True Crime Podcasts, einen gewissen Dark Academia Vibe und in diesem Zusammenhang eine weibliche Hauptfigur und ein weibliches Opfer. (Die ganz bekannten Romane in der Hinsicht haben alle Männer im Fokus z.B. Die geheime Geschichte von Donna Tartt, und auch If We Were Villains von M.L.Rio).

Es geht aber nicht so sehr um einen Kriminalroman oder um die Frage, wer Thalia ermordet hat. Der Rahmen suggeriert einen Krimi. Doch es geht viel mehr um die Fragen, die eben nicht gestellt wurden. Fragen nach dem Motiv, aber auch, warum der einzige Mann angeklagt wurde, der Schwarz war, nicht zum eigentlichen Lehrstab gehörte und damit als Außenseiter angesehen werden konnte.
Es geht aber auch um die vielen Faktoren, die dafür sorgen können, weshalb ein Wiederaufnahmeverfahren in den USA so schwierig ist. Gleichzeitig kann man sich auch überlegen, weshalb Bodie eigentlich so fest davon überzeugt ist, das einer der Lehrer der wahre Täter sein könnte. Da hätte ich mir tatsächlich noch mehr Informationen gewünscht. Ich finde Makkai bleibt hier zu wage, um mich davon zu überzeugen, das Bodie damit richtig liegen könnte. Sie ist von dieser Idee sogar ziemlich besessen, aber ich finde, sie liefert keinen echten Beweis. Nur Erinnerungen, Bodie ist daher auch eine unzuverlässige Erzählerin, auch wenn sie das nicht mit Absicht ist.

Rassismus, Sexismus, für wen ist es bequem, das Thalias Fall nicht wieder aufgerollt wird. Aber auch die Gefühle ihrer Familie spielen mit in die Handlung. Ist Gerechtigkeit zu Recht das höchste Gut, aber was ist, wenn dadurch die Wunden der Familie immer und immer wieder aufgerissen werden, bis sie es kaum noch ertragen können? Makkai wirft auch Fragen auf, die höchst unbequem stehen bleiben.

Am Ende bleiben so viele Fragen offen und ungeklärt. Dadurch ist die Handlung zwar realistisch gelöst, aber trotzdem bleibt für mich manches wie erwähnt unbefriedigend zurück.

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Rebecca Makkai entwickelt sich zu einer Autorin, deren Bücher ich wohl in Zukunft automatisch kaufen muss! Fans von Campusromanen und True-Crime-Podcasts sollten diesem Buch unbedingt eine Chance geben. Der perfekte Read für regnerische Sonntagabende auf der Couch.

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Bodie Cane ist eine erfolgreiche Podcasterin, die sich für die Metoo Bewegung einsetzt. Sie erhält die Chance, einen Workshop an ihrer alten Schule zu leiten, dem renommierten Elite-Internat Granby in New Hampshire. Dort hat sie als Stipendiatin aus einer armen Familie keine guten Erinnerungen, denn sie wurde oft von ihren reichen Mitschüler/innen schikaniert und ausgegrenzt. Doch sie lässt sich von dem Projekt überzeugen, das ihr erlaubt, mit jungen Menschen über ihre eigenen Podcasts zu sprechen und sie zu fördern. Außerdem hat sie noch eine offene Rechnung mit Granby: Vor mehr als 20 Jahren wurde ihre damalige Zimmergenossin Thalia Keith ermordet im Pool aufgefunden, und der einzige Verdächtige war der schwarze Sporttrainer Omar Evans, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Bodie glaubt nicht an die offizielle Version des Falls. Sie weiß, dass die Schule alles getan hat, um den Skandal zu vertuschen und die Ermittlungen zu behindern. Sie weiß auch, dass Thalia keine Affäre mit Omar hatte, wie die Anklage behauptete, und dass die Beweise gegen ihn sehr dünn waren. Sie fragt sich, ob sie selbst ihn unwissentlich belastet hat, als sie damals als Zeugin aussagte. Sie beschließt, den Fall neu aufzurollen, als eine ihrer Studentinnen ihn als Thema für ihren Podcast wählt. Gemeinsam beginnen sie, nach Hinweisen zu suchen, die sie zu dem wahren Täter führen könnten.

Dabei muss Bodie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, die sie in vielen Rückblenden mit dem Leser teilt. Wir tauchen ein in die Campuswelt der 1990er Jahre, die von Konflikten, Freundschaften, Feiern, Mobbing, Sexismus und Rassismus geprägt war. Wir lernen Thalia und ihre Mitschüler/innen näher kennen und erfahren mehr über ihre Geheimnisse, Motive und Beziehungen. Wir folgen den Spuren, die Bodie zu einem anderen Verdächtigen führen, den sie immer wieder direkt anspricht und mit „Sie“ anredet – ein ungewöhnliches Stilmittel, das dem Roman seinen Titel gibt.

Der Roman ist spannend und aktuell. Er zeigt, wie Misogynie und Rassismus das amerikanische Justizsystem beeinflussen und wie sich die moralischen Maßstäbe in den letzten 20 Jahren gewandelt haben. Er zeigt auch, wie Bodie selbst in einen moralischen Konflikt gerät, als ihr Ex-Mann Jerome, der Vater ihrer beiden Kinder, von einer jungen Mitarbeiterin beschuldigt wird, sie sexuell ausgenutzt zu haben. Bodie muss sich fragen, ob sie ihm glaubt oder nicht, und wie sie mit dem medialen Druck umgeht.

Die Autorin verknüpft geschickt die verschiedenen Ebenen und Perspektiven und schafft eine lebendige Atmosphäre. Sie lässt den Leser miträtseln, wer Thalia getötet hat, und hält die Spannung bis zum Ende aufrecht. Ich habe den Roman gerne gelesen und kann ihn empfehlen.

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Bodie Kane war selbts Schülerin in Granby. Jahre später kehrt sie mit gemischten Gefühlen als Dozentin an das Internat zurück - hatte sie dort doch nicht die besten Erfahrungen gemacht. In ihrem Podcasting-Kurs widmet sich eine Schülerin dem Mord an Thalia, Bodies Zimmergenossin zu Collegezeiten, der damals die ganze Schule in Aufregung versetzte und zur Verhaftung und Verurteilung von Omar Evans führte.

"Ich hätte da ein paar Fragen an Sie" ist Krimi, Collegegeschichte und Gesellschaftsstudie in einem. Bodies gemeinsame Recherchen mit ihren Schülerinnen und Schülern führt sie immer wieder zurück in ihre Vergangenheit der 1990er Jahre. In Rückblenden lässt Rebecca Makkai Bodie sich an ihre Schulzeit erinnern, dabei kommen ihr immer mehr Zweifel, ob wirklich der Richtige für den Mord büßt. Sie hat einen Verdacht und führt einen inneren Dialog mit "ihrem" Täter. An mancher Stelle ist es schwierig, auf Anhieb zu erkennen, ob es gerade um Vergangenheit, Gegenwart oder das Zwiegespräch mit Bodies Verdächtigen geht. Das erschwert den Lesefluss etwas.

Die Protagonisten sind detailreich gezeichnet. Dennoch fehlt mir insbesondere bei Bodie die Authentizität. Ihre Entwicklung von der Einzelgängerin, unbeliebten Schülerin und dem Mobbingopfer zur bekannten und beliebten Podcasterin und Influencerin vermag mich wenig überzeugen.

"Ich hätte da ein paar Fragen an Sie" ist insgesamt trotz dieser Schwächen eine tolle spannende und mitreißende Geschichte, gespickt mit Überraschungen.

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Mitte der 90er-Jahre. Bodie ist eine Außenseiterin in einem schicken Internat in New Hampshire. Im Anschluss an eine Musicalaufführung geschieht die Tragödie: Bodies Zimmernachbarin Thalia wird auf dem Schulgelände tot aufgefunden. Die Ermittler sind sich schnell sicher: Es war Mord. Und auch der „perfekte Täter” ist schnell gefunden.

Gegenwart: Mittlerweile ist Bodie eine erfolgreiche Podcasterin und wird für zwei Wochen als Dozentin in ihre ehemalige Schule gerufen, um einen Podcast-Kurs zu leiten. Wie es der Romanverlauf so will, entscheidet sich eine der Teilnehmerinnen dafür, sich in ihrem Podcast-Projekt dem Mord an Thalia Keith zu widmen.
Nach anfänglicher Skepsis beginnt auch Bodie, zu dem Fall zu recherchieren und findet sich schnell in einer regelrechten Ermittlung wieder.

Es entsteht eine rasante Kriminalgeschichte, die sich wie eine Welle immer mehr und mehr auftürmt, bis sie sich schließlich überschlägt. Während die Aufklärung des Falls – nicht nur Bodie hat Zweifel daran, dass der richtige Mann für den Mord im Gefängnis sitzt – im Mittelpunkt steht, befasst sich Rebecca Makkai fortlaufend mit den Schwächen des Rechtssystems und der patriarchalischen Gesellschaft. Eine große Rolle in verschiedensten Formen und mit Hilfe zahlreicher Stilmittel spielt das Thema Gewalt an Frauen – eindrücklich, bedrückend und wütend.

Müsste ich den sehr gelungenen Roman so kurz wie möglich beschreiben, würde ich sagen: „Die geheime Geschichte” von Donna Leon trifft auf „Die Wut, die bleibt” von Mareike Fallwickl.

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Nachdem "Die Optimisten" der Autorin für mein Lebenshighlight war, musste dieses hier natürlich auch gelesen werden.Da ich es nicht in einem Rutsch durchgelesen habe, ist die Bewertung ein wenig schwierig bzw. wird der Geschichte nicht ganz gerecht. 
Bodi Kane kommt nach vielen Jahren wieder zurück in ihr College, um zu unterrichten und erinnert sich an ihre Mitschülerinnen, an die Lehrer und ihre Studienzeit. Eine Zeit, die nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen war. Eine ehemalige Mitbewohnerin wurde ermordet und sofort ein Schuldiger gefunden. Ein kurzer Prozess besiegelte schnell das Schicksal des Verurteilten.Ihre Erinnerungen werden zusätzlich durch eine ihrer Studentinnen geweckt, die genau diesen Fall der ermordeten Frau näher beleuchten will und damit in ein Wespennest sticht.
Hat sich Rebecca Makkai in ihrem ersten Buch vor allem mit den 80er Jahren beschäftigt, liegt dieses Mal der Focus auf den 90ern. Dieser intensive Blick zeigt unheimlich viele Ungereimtheiten, Ungerechtigkeiten auf. Ein System der Verachtung gegen Frauen wird aufgezeigt. Die Hauptfigur befasst sich mit ihrer Vergangenheit und fühlt ihrer eigenen Stimme, ihrem Gefühl nach. Was dadurch ans Licht kommt, hat mich sehr an meine eigenen Erfahrungen erinnert. Nicht der Mord und die damit zusammenhängenden Ereignisse, sondern der Umgang mit Mädchen und die dazu gehörende Sprache.Die Entwicklungen seither sind eklatant und dennoch nicht genug. 
Die Autorin hat einen außergewöhnlichen Roman geschrieben. Ich musste mir selbst oft heikle Fragen stellen und diese auch beantworten.

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Die Amerikanerin Rebecca Makkai hat ihren 4. Roman veröffentlicht, der in Deutschland im September 2023 erschienen ist und begibt sich mit ihrem High-School-Roman mitten in die MeeToo-Debatte und die unterschiedlichen Dimensionen sexueller Belästigung.
Die Ich-Erzählerin „Bodie“ besucht ihre ehemalige High-School und erinnert sich an den Todesfall einer Mitschülerin, Thalia, der sich vor 20 Jahren nach einer Theateraufführung ereignet hat.
Beschuldigt und verurteilt wurde ein farbiger Sporttrainer der Schule.
Bodie betreibt einen Podcast über ungeklärte Mordfälle und unterrichtet nun an ihrer ehemaligen High-School Schüler*innen, die selber Podcasts zur Geschichte der Schule erstellen.
Britt und Alder, nehmen den Fall der getöteten Mitschülerin wieder auf und die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Verurteilung des Täters wachsen immer mehr.
Es gelingt, eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu erwirken.

Die Ich-Erzählerin spricht in ihren Erinnerungen, die durch die Ereignisse und ihre eigen Recherchen wachgerüttelt werden, mit „Mr Bloch“, dem Musiklehrer. Sie erinnert sich, dass er eine enge Beziehung zu Thalia hatte und fragt sich, welche Schuld ihn trifft.
Bodie hat als Teenagerin keine angenehme Zeit an-der High-School erlebt, in der Begegnung mit den ehemaligen Mitschüler*innen im Laufe des Verfahrens wird ihr jedoch deutlich, dass viele von ihnen eine Geschichte mitbringen und merkwürdige Verwicklungen in dem Fall aufweisen.
Der Roman ist mit seinen 560 Seiten an einigen Stellen recht langatmig, nimmt aber zum Ende hin deutlich an Fahrt auf und gewinnt an Spannung.
Männer und Jungen, die sich schuldig machen im Umgang mit Mädchen und Frauen, Wut, Rache und der Wunsch nach Gerechtigkeit sind jedoch so wichtige und zentrale Themen, dass man die kleinen Exkurse in die Campus-Welt gern verzeiht.

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Wie gut, ich meine WIE GUT ist dieses Buch bitte?! „Ich hätte da ein paar Fragen an Sie“ erzählt die Geschichte von Bodie - oder die von Thalia? Oder Robbies? Oder die eines Eliteinternats mitten in den Wäldern New Hampshires? Egal wie man es dreht, es ist die Geschichte eines ermordeten Mädchens, ihrer Mitbewohnerin, die den Fall nie ruhen lassen konnte und die Geschichte einer verpfuschten Ermittlung. Bodie ist über 40 als sie als Lehrkraft an das Internat zurückkehrt, wo sie in den späten 90er Jahren ihren Abschluss machte. Oder eher an den Ort, an dem ihre Mitbewohnerin im Abschlussjahr ermordet im Schulpool gefunden wurde. Es gab eine Ermittlung, einen Prozess, ein Urteil und damit einen Täter, der seine Strafe im Gefängnis absitzt - und doch kann Bodie einfach nicht von dem Fall ablassen und bringt mit einem Schulprojekt Dinge zu Tage, die viele lieber im Dunkeln gelassen hätten.. Rebecca Makkai hat einen Roman geschaffen, der mich unfassbar in seinen Bann gezogen hat - allein der Stil, in dem die ganze Erzählung verfasst wurde - nämlich adressiert an einen Lehrer des Internats - macht das Buch irre spannend. Ständig gerät man ins Wanken, glaubt zu wissen, nur um sich wieder zu täuschen. Was passierte also damals in der Schwimmhalle, was passierte mit Thalia? Unbedingte Leseempfehlung!

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Worum geht es?
Vor Jahren wurde ein Mädchen getötet und ein Mann verurteilt. Doch nach vielen Jahren zweifelt die damalige Mitschülerin Bodie an dieser Entscheidung und für ein Schulprojekt begibt sie sich auf die Suche nach den wahren Geschehnissen.

Worum geht es wirklich?
Reue, Verdrängen und Gerechtigkeit.

Lesenswert?
Ja, trotz schwierigem Beginn konnte mich das Buch dann noch voll überzeugen. Generell stehen die Geschehnisse von damals im Mittelpunkt, erzählt aus der heutigen Perspektive von Bodie. Diese war damals Mitschülerin des getöteten Mädchens und hegt nach all den Jahren Zweifel am Ablauf der Ermittlungen.
Der Einstieg ist mir schwer gefallen, da sich Bodie beim Erzählen an eine zunächst namenlose Person richtet, diese anspricht und mit ihr in ein einseitiges Gespräch tritt. Dies fand ich zunächst schwer lesbar und distanziert. Nach ungefähr 10% hat mich der Sog dann aber gepackt und ich bin Bodie sehr gerne bei all den Erlebnissen, bei all den Geheimnissen gefolgt.
Die Kategorisierung als Dark Academia finde ich jedoch nicht so richtig passend und auch den Vergleich zu Donna Tartt nicht zutreffend.
Der Erzählstil ist wie gesagt ungewöhnlich, der Schreibstil an sich aber angenehm.
Mir hat an diesem Buch imponiert, wie kleine Feinheiten mitgedacht wurden, wie Diskriminierung zur Sprache kam und auch vorsichtig damit umgegangen wurde. Man hat sich hier wirklich gut aufgehoben gefühlt und das Patriarchat wurde recht oft in Frage gestellt, ohne dass dies sonderlich provokativ geschah. Vieles war eher nebenbei, auch Diskriminierung wurde nebenbei erwähnt oder Gedankengänge hinterfragt. Zu keinem Zeitpunkt fand ich dies belehrend. Außerdem sind die Figuren eben auch nicht perfekt, sondern machen Fehler.
Das Cover wirkt eher unaussagekräftig und nicht besonders auffällig.
Ich bin froh, dass ich die anfängliche Skepsis überwunden habe und mich das Buch dann doch noch packen konnte. Während ich sonst oft flüchtig lese, habe ich hier jeden Satz aufgesogen und wollte keine Wendung verpassen.
Der Erzählstil wird nicht für jede Person etwas sein, daher würde ich eine Leseprobe empfehlen.

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Vor zwei Jahren ist an einer angesehenen Internatsschule ein grausamer Mord verübt worden. Dabei ging es um die Zimmergenossin von Bodie Kane, die als eine Dozentin in dieses Internat zurückkehrt. Als einer ihrer Schülerinnen, eine Podcastherausgeberin, über diesen Fall zu berichten beginnt, muss die Hauptdarstellerin erneut sich dem schmerzenden Thema stellen und sich mit ihrer Erinnerungen auseinandersetzen. Der Roman beginnt vielversprechend, sehr spannend und weckt Interesse des Lesers. Doch mittendrin verliert sich die Autorin ein wenig in Nebenhandlungen und Episoden aus der Vergangenheit, die für das eigentliche Theme wenig von Bedeutung sind. Zugegeben, die Themen, die Rebecca Makkai für diesen Roman ausgewählt hat, beispielsweise Rassismus, Machtmissbrauch, Gewalt an den Frauen usw., fand ich sehr interessant. Doch leider hatte ich das Gefühl, dass die Anzahl für einen Roman zu groß war. Dennoch würde ich diesen Roman weiterempfehlen, denn gegen das Ende hin wurde die Geschichte erneut sehr fesselnd und emotional.

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Ein absolut fesselnder Roman mit Krimi-Charakter, den man nicht mehr wegelegen möchte und das Metoo-Thema facettenreich beleuchtet.

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