Weiße Tränen

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Erscheinungstermin 16.08.2023 | Archivierungsdatum 31.10.2023

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Zum Inhalt

Lenni und Serkan sind die besten Freunde. Bis der neue Mitschüler Benjamin auftaucht, die Theater-AG fast sprengt, einen beliebten Lehrer kritisiert und Rassismus offen anprangert. Lennis Welt steht Kopf. Er soll plötzlich Stellung beziehen. Aber für wen? Wer hat hier eigentlich recht? Und was haben Elif und ihr Kopftuch damit zu tun?

Eine hochaktuelle, aufrüttelnde Geschichte über Freundschaft und Liebe, über Leben und Tod – und über den Alltagsrassismus überall.

Kathrin Schrocke greift das Thema der unsichtbaren Privilegien mit großer Expertise, Empathie und ohne erhobenen Zeigefinger auf.

Lenni und Serkan sind die besten Freunde. Bis der neue Mitschüler Benjamin auftaucht, die Theater-AG fast sprengt, einen beliebten Lehrer kritisiert und Rassismus offen anprangert. Lennis Welt steht...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783958542051
PREIS 17,00 € (EUR)
SEITEN 240

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Dieses Jugendbuch hat mir wahnsinnig gut gefallen, weil es der Autorin darin gelingt, den Lesern die Augen zu öffnen für Alltagsrassismus - ohne dabei mit erhobenem Zeigefinger zu belehren! Es ist geschrieben für Jugendliche ab 13 Jahren, und genau diese Zielgruppe wird sich mit dem Buch auch tatsächlich identifizieren können. Es geht um Freundschaft, um erste Liebe, um Schule, Leben und Tod.

Lenni ist die Hauptperson dieser Geschichte. Als plötzlich Benjamin neu auf die Schule kommt und die Theater AG damit sprengt, dass er dem Lehrer Rassismus vorwirft und auch das Stück als rassistisch anprangert, findet Lenni das erst falsch, dann völlig übertrieben. Aber es macht ihn aufmerksamer für seine Umwelt und plötzlich nimmt er tatsächlich Alltagsrassismus wahr, den er bisher einfach übersehen hat. Sei es, dass Elif keinen Praktikumsplatz bekommt, weil sie Kopftuch trägt oder Lehrer unüberlegte Äußerungen machen. Sogar seine Eltern, von denen er es nie gedacht hätte, denken teilweise rassistisch, auch wenn sie es nie so nennen würden. Und selbst er ertappt sich dabei.....

Das ist wirklich großartig an diesem Buch. Es wird ein Bewusstsein geweckt für die Art Rassismus, die man selbst als gar keinen wahrnimmt, weil man sich so daran gewöhnt hat, weil man damit aufgewachsen ist oder weil er nicht laut "schreit" und auf den ersten Blick sichtbar ist. Und es wird deutlich, dass man etwas daran ändern kann und muss, und dass man mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen und sein eigenes Denken und Handeln reflektieren sollte. Das alles gelingt der Autorin aber ohne Vorwürfe oder Verurteilungen, und das hat mir wahnsinnig gut gefallen. Ein Buch, das meiner Meinung nach unbedingt zur Schullektüre werden sollte!

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Dieses Buch hinterlässt Eindruck.
Und den dringenden Wunsch, etwas zu verändern.
Alltagsrassismus steckt durch unsere Erziehung und die Gesellschaft, die uns geprägt haben tief in jedem von uns.

Ich denke, dass sich jeder "Bio-Deutsche" Leser früher oder später auf eine sehr unangenehme Weise ertappt fühlen wird, beim Lesen dieses Buches.

Und auch wenn das weh tut, ist das gut so!
Denn nur wenn wir wissen, welche Fehler wir machen, und diese als Teil von uns anerkennen, können wir unser Verhalten und unser Umfeld verändern.

Ich wünsche den SchülerInnen an unseren weiterführenden Schulen mutige und starke Lehrer, die die Courage haben, dieses Buch zur Schullektüre zu machen.


Vielen Dank an Kathrin Schrocke für dieses tolle Bach, dass ganz ohne erhobenen Zeigefinger auskommt.

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Diese Buch hat richtig "was mit mir gemacht"!
Anfangs dachte ich noch "naja, die Geschichte wirkt ein bisschen konstruiert und aufgesetzt". Man merkte früh, dass uns Kathrin Schrocke mit diesem Text etwas sagen will, ernsthafter als gewöhnlich. Dann entdeckte ich das Nachwort (im Print-Maxireader). Mein "Verdacht" wurde also bestätigt, doch gleichzeitig (mit diesem neuen Hintergrundwissen) zog mich auch die Geschichte immer mehr in ihren Bann. Langsam dämmerte mir, was das ist: versteckter Rassismus, und wie stark wir alle, die wir uns völlig frei davon fühlen, direkt damit zu tun haben - wir in unserem "weißen" Denken und unserem priviligierten Leben, deren Kinder auf "Schulen ohne Rassismus" gehen... Das Gefühl des "Ertapptseins" und das anschließende "Sich-Rechtfertigen-Wollen" erwischte mich nicht nur einmal bei der Lektüre, und auch im Alltag bin ich nun viel aufmerksamer nicht in entsprechende "Fettnäpfchen" zu treten.
Die Story ist im "Schrocke-Stil" wie immer erfrischend zu lesen, wenn auch ernsthafter, aber dennoch mit witzigen Seitenhieben und gut beobachteten Szenen aus dem wahren Leben.
Ein Buch das bewegt, Spaß macht und hoffentlich auch verändert! Stark!!

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Ein Thema mit dem ich mich ehrlicherweise bisher zu wenig auseinandergesetzt habe - Alltagsrassismus. In weiße Tränen geht es um Freundschaft unter Schülern, die erste Liebe aber eben auch um Rassismus. Was ist das eigentlich und wo fängt Rassismus an? Nämlich schon da, wo viele ihn nicht sehen (wollen). Das Buch gehört auf die Schulliteratur-Liste aller Schulen und gibt wirklich einen guten Einstieg in das Thema!

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Dieses Werk von Kathrin Schrocke, ist sehr gut. So vieles trifft gleichzeitig auf einander, Spannung, berührend, sehr aufwühlend und ab und an sitz man schockiert da. Trotzdem wird weiter gelesen, einfach weil es so gut ist. Es beschreibt die momentane Situation in unserer Gesellschaft sehr gut, es ist die ideale Lektüre um auf Rassismus und Diskriminierung Aufmerksam zu machen.

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Die Autorin kann einfach toll schreiben! Auch dieses Buch von ihr habe ich verschlungen.
Es handelt vom alltäglichen Rassismus und der Tatsache, dass privilegierte weiße Menschen diesen Rassismus nicht mit selber erdulden müssen, ihn bei anderen oft nicht bemerken und sich ihrer Privilegien gar nicht bewusst sind. Das ist ein hochaktuelles und spannendes Thema, bei dessen Diskussion die Meinungen weit auseinanderdriften und es emotional hoch hergeht, da es recht schwer fällt, dem eigenen Rassismus auf die Spur zu kommen, wenn man sich immer um politisch korrektes Verhalten bemüht. Um so besser ist es hier verpackt in einem Jugendbuch, das die SchülerInnen in ihrem Alltag abholt und auch im Unterricht gut platziert wäre.
Das Problem ist anhand eines konkreten Beispiels in einer Schule sehr gut dargestellt. Der Leiter der Theater-AG möchte King Kong aufführen und neben des sowieso problematischen Inhalts geht es dann noch konkret um die Besetzung der Rollen. Außerdem macht der Lehrer seit Jahren Terroristen-Witze gegenüber Schülern mit Migrantenhintergrund, findet das aber nicht im geringsten schlimm und fühlt sich ungeheuer angegriffen, wenn das kritisiert wird. Die Betroffenen brauchen sehr viel Mut, nur um zu sagen, dass sie sich gerade falsch behandelt fühlen - denn oft ist das Verhalten sogar wohlmeinend und trotzdem rassistisch. Hier braucht es einen Anstoß von außen, um jahrelange Gewohnheiten neu zu bewerten.
Ich halte die Sprache des Buches für sehr nah an den Jugendlichen, hätte da aber gerne noch die Meinung der Testleser gehört. Ich bin sehr gespannt, ob die Jugendjury für den Jugendliteraturpreis dieses Buch zu gegebener Zeit auf die Liste setzen wird.
Sehr geschickt ist das Setting in einer kleinen Stadt in ländlicher Gegend gewählt - das macht die Geschichte übersichtlich und bringt die Handlung mitten in durchschnittliche Familien. Ich mag den Erzähler und wie er das Familienleben beschreibt (die Eltern haben ein Bestattungsunternehmen!). Ich mag es, wie er seine Gefühlsachterbahn in Worte fasst und wie er an dem Lehrer, den er immer furchtbar gerne mochte, allmählich zweifelt und doch auch das Gute nicht vergisst. Ich mag Serkan und Elif und ihre Familie und die Tatsache, dass sie ihren eigenen Freunden die Augen dafür öffnen, was sie tagtäglich erleben und wie das ihr Denken und Handeln beeinflusst. Ich mag die Sozialarbeiterin mit ihrer schnodderigen Art und dem mutigen Auftreten. Ich mag die zarte Liebesgeschichte. Ich mag den Prolog und die Schlussszene sehr, weil es offen lässt, wie es weitergeht. Ich finde es spannend, wie unterschiedlich die verschiedenen Generationen rassistische Vorkommnisse bewerten - kennt man doch selber, dass ältere Generationen das N-Wort einfach noch gewohnt sind und nicht für schlimm hält.
Im Nachwort wird klar, dass die Autorin das Buch mit einer bestimmten Intention verfasst hat, dass es ihr um dieses Thema gehen sollte und jeder Handlungsstrang und jeder Satz wohlüberlegt ist. Sie hat es auch gegenlesen lassen, um falsche Darstellungen und Formulierungen zu vermeiden. Doch wirkt die Geschichte in keiner Weise künstlich oder weit hergeholt, sondern sie trifft im Gegenteil mitten ins Herz. Alle Charaktere sind sehr glaubwürdig dargestellt und jede Meinung wird dargestellt, ohne zu verurteilen - eher wird auf viele Dinge aufmerksam gemacht, die wir mühelos auch in unserem Umfeld finden.
Dies ist eine gut lesbare Geschichte, der man in alle Richtungen gerne folgt, deren Figuren einem ans Herz wachsen, die man cool und aktuell findet und die auch sprachlich Spaß macht, die zum Nachdenken bringt und Lesegenuss garantiert.
Rundum gelungen!

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Als Benjamin neu an die Schule kommt, gerät die heile Welt plötzlich aus den Fugen. Er sagt was er denkt und vor allem, was er von Rassismus hält. Das bringt nicht nur die Theater AG durcheinander, sondern auch die Freundschaft von Lenny und Serkan.
Das Thema Rassismus wird von verschiedenen Seiten beleuchtet und regt zum Überdenken des eigenen Handels an.,

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Eine sehr gute Heranführung an das Thema des strukturellen Rassismus. Aus Sicht eines weißen Jungen erzählt, der sich zunächst gegen einen Rassismusvorwurf wehrt und langsam lernt, welchen Strukturen er und seine Mitschülerinnen verhaftet sind. Der Ich-Erzähler macht dabei alle Höhen und Tiefen durch, die eine solche Auseinandersetzung mit sich bringen kann und erlaubt eine hilfreiche Identifikation. Schön auch, dass es ein hoffnungsvolles Ende gibt.

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Super Buch zum Thema Rassismus und warum ich keine Ahnung davon habe beziehungsweise, warum es uns alle angeht. Schrocke wechselt kurzerhand die Perspektive und macht den weißen Freund zum naiven Begleiter durch dessen Augen die Lesenden warhnehmen, wo, wann und wie sich täglich Rassismus und Ausgrenzung ereignen. Sehr beeindruckend und klar. Besonders empfehlenswert auch als Schullektüre.

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Wie kann ich in wenigen Worten weidergeben, welche Gefühle dieses Buch in mir ausgelöst haben?
Wut, Verzweiflung, Hass, Hoffnung, Freude, Trauer, Liebe. Und dass alles zeitgleich und abgetrennt voneinander.
Das Buch zeigt uns privilegierten weißen knallhart auf, was wir uns selbst oftmals nicht eingestehen wollen. Uns geht es gut, wir haben echte Vorzüge und sind trotzdem unzufrieden. Whit washing, #whataboutism wird oftmals ganz groß geschrieben. Viel zu viele akzeptieren Alltagsrassismus. Viel zu viele Menschen müssen sich diese und ähnliche Szenen, wie im Buch beschrieben, täglich aussetzten. Und wir rufen nur " Ja, aber was ist mit uns?".
"Sie nehmen unsere Jobs weg!". Es sind nicht unserer Jobs, oder ihre Jobs. Wenn du die Stelle nicht bekommst, liegt es in der Regel nicht an deiner Hautfarbe, wenn diese denn weiß ist. Es liegt aber leider zu häufig an ihrer Hautfarbe / Religion / Orientierung dass sie, trotz besserer Qualifikation, den Job nicht bekommen.
Aussprüche, welche mit "Das war doch nur ein Scherz" abgetan werden, sind kein Scherz, sondern verletzend und hässlich. Lass es einfach, anstatt deinen "Scherz" dann noch erklären zu müssen.
Täter-Opfer Umkehr, sowie die sogenannten weißen Tränen wurden in diesem Buch sehr eindrücklich beschrieben. Und das nicht immer zwischen den Zeilen, sondern sehr offensichtlich. Es wurde laut angesprochen dass das so nicht weitergehen kann. Das man Rassismus im kleinen bekämpfen kann, dass man seinen Alltag anpassen kann ohne jedem zu zeigen was für ein Arsch man ist.
Das was Benjamin, Serkan und auch Elif hier geleistet haben, ist großartig. Dies sollten auch andere endlich begreifen und umsetzten.

Um mit den Worten einen zauberschönen Frau zu schließen
"Sei laut, und dann nie mehr leise!" Brigitte Lunguieki Malungo

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Wenn man sechzehn ist, hat sich die ganze Welt gegen einen verschworen. Zumindest empfindet das Lenny so. Zum Glück hat er gute Freunde, zum Beispiel Serkan und dessen Schwester Elif, die er schon so lange kennt und die plötzlich neue Gefühle in ihm auslöst. Doch alles ändert sich, als Benjamin neu an die Schule kommt. Der Schwarze Jugendliche spricht Alltagsrassismus knallhart an, lässt sich nicht in Schubladen einsortieren, bringt die Theater-AG zum Kochen und zeigt die Denkweise eines beliebten Lehrers auf, der deutsche und weiße Kinder immer bevorzugt. Und plötzlich weiß Lenny nicht mehr, was er denken soll: Wie kann er ein Rassist sein, wenn doch sein bester Freund Türke ist?

Wow. Dieses Buch hat mich echt mitgenommen, aufgerüttelt, direkt ein bisschen durchgeschüttelt. Ohne erhobenen Zeigefinger und tatsächlich ohne, dass Benjamin überhaupt viel tut in diesem Buch, wird anhand von Lenny und seinem Entwicklungs- und Lernprozess auf kristallklare Weise gezeigt, wie extrem privilegiert wir sind, die wir weiß und deutsch sind. Was es bedeutet, eine andere Hautfarbe zu haben oder auch mit einer anderen (zweiten) Kultur aufzuwachsen, Anfeindungen ausgesetzt zu sein, benachteiligt zu werden, ohne dass sich jemand Gedanken darüber macht. Ganz besonders auch der positive Rassismus hat etwas in mir zum Klingen gebracht; dessen habe ich mich sicher nicht nur einmal schuldig gemacht. In diesem Buch wird so viel angesprochen, das man durchdenken sollte, macht es meiner Meinung nach zu einer perfekten Schullektüre mit Charakteren, wie sie überall und in jedem Umkreis auftauchen und mit denen man sich identifizieren kann.

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Weiße Tränen
von Kathrin Schrocke

Was für ein Buch. Kathrin Schrocke hat mit ihrer Geschichte heftig an mir gerüttelt und mich das Thema Alltagsrassismus mit ganz anderen, wacheren Augen betrachten lassen. Ich hoffe und wünsche mir, das über dieses Buch viel gesprochen wird und es zu guten Diskussionen anregt und die Leserschaft genauer. und sensibler hinschauen lässt.. Hoffentlich nehmen es ganz viele Schulen in ihre Lektüre-Listen auf.

Die 16jährigen Schüler der Theater AG des Schwarzwälder Kant-Gymnasiums erleben eine regelrechte eiskalte Dusche durch den neuen Mitschüler, der allen vor allem dem Lehrer, Rassismus und Nazitum vorwirft.
Die unterschiedlichsten Gefühle und Reaktionen werden bei den Jugendlichen ausgelöst.
Schock, Verletztheit, Wut, Ablehnung, Zustimmung und Wegducken um ein Paar zu nennen.

Wichtig und sehr beeindruckend finde ich diese Lektüre.

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Lenni kommt an seiner Schule eigentlich gut zurecht und ist bei den Lehrern und seinen Mitschüler*innen beliebt. Doch als plötzlich ein neuer Schüler auftaucht, der offen Alltagsrassismus anspricht und kritisiert, gerät die heile Welt ins Wanken. Auch Lennis bester Freund Serkan schlägt sich schon bald auf die Seite des Neuen. Zum ersten Mal ist Lenni mit dem Vorwurf des Rassismus konfrontiert und muss plötzlich entscheiden, für wen er Stellung bezieht und was er selbst ändern muss.
Ein brandaktueller, tiefgründiger Jugendroman über Diskriminierung, Rassismus und Vorurteile. Super auch als Schullektüre geeignet!

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Das Buch packt das Thema Rassismus im Alltag von einer ganz neuen Seite an: es wird aus dem Blickwinkel von Lenny erzählt, der mit seinem besten Freund Serkan und dessen Schwester Elif auf die Kant-Schule geht, die sich das Motto 'Schule ohne Rassismus' auf die Fahne geschrieben hat. Dass Serkan und Elif in dem kleinen Ort trotzdem schiefe Blicke ernten und jeden Tag auf die ein oder andere Weise mit Rassismus konfrontiert werden, darauf wäre Lenny nie im Leben gekommen. Erst als Benjamin als erster Junge mit schwarzer Hautfarbe an die Schule kommt und ausgerechnet Lennys Lieblingslehrer Rassismus vorwirft, zieht das einen Riesenwirbel nach sich, in dessen Folge nicht nur Lenny sein Weltbild hinterfragen muss.
Besonders gut gefallen hat mir der Wiedererkennungswert - wie würde man selbst in bestimmten Situationen reagieren und wie unbedacht lässt man einen Satz fallen, der einem selbst harmlos vorkommt, der auf andere aber sehr verletzend und vorurteilsbehaftet wirkt.
Es gibt viele auf den ersten Blick alltägliche Situationen, die das Buch in einem neuen Licht erscheinen lässt, denn Rassismus begegnet den Menschen vor allem auch im Kleinen und Alltäglichen - nur dass es hier vor allem den Betroffenen auffällt, nicht aber den weißen Menschen drumherum, egal für wie tolerant und aufgeschlossen diese sich halten. So kann jeder wie Lenny seine eigene Wahrnehmung sensibilisieren sowie Handeln und Kommunikation überdenken.
Auch wenn mir der Schreibstil an manchen Stellen etwas sprunghaft vorkam und eine wesentliche Wendung im Buch leider absolut vorhersehbar war, konnte mich das Buch als Ganzes überzeugen.
Gut gefallen hat mir, dass das Buch das Thema Rassismus vor allem beobachtend angeht, immer verschiedene Meinungen wiedergibt und die Leserschaft animiert das Geschehen selbst zu reflektieren, anstatt vorgefertigte Lösungen zu präsentieren. Auch das Ende lässt viel Spielraum für Diskussionen, wie es weitergehen wird. Somit ist das Buch hervorragend als Schullektüre geeignet, die ein altes, aber nach wie vor aktuelles Thema auf moderne und ansprechende Weise neu in Szene setzt.

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Kathrin Schrockes Jugendroman hat mich sehr beeindruckt. Ich habe mich gefragt, wo fängt Rassismus an und wie oft übersieht man ihn im täglichen Leben. Viele Dinge und selbst einige Filme sehe ich nun mit andere Augen. Wenn der nächste Lehrer ein Schullektüre sucht, werde ich dieses Buch mit Sicherheit empfehlen.

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„Weiße Tränen“ ist ein tolles Buch, die Geschichte ist sehr flüssig zu lesen und spricht ein wichtiges, oft vernachlässigtes Thema in unserer Gesellschaft an: die Subtilität von Alltagsrassismus - vor allem, weil das Problem in seiner Subtilität oft den Ausübenden nicht einmal bewusst ist.

Die Sprache ist gut verständlich und für die SuS zu handeln.

Mir war die Figur des neuen Schülers etwas zu überspitzt, etwas zu „drüber“, aber ich denke, dass gerade diese Figur im Klassenverbund sehr fruchtbar zu machen ist.

Der Roman biete viele hervorragende Anknüpfungspunkt für die Diskussionen im Klassenplenum, von Theater-AG zu Religionskonflikten, von Rassismus zu Homophobie - für mich eine ideale Besetzung für eine Klassenlektüre.

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Lenni hat Probleme. Sein Urlaubsflirt hat ihn abblitzen lassen, er muss vorübergehend das Fahrradschloss seiner Schwester benutzen und wenn seine Eltern ihn im Wagen ihres Bestattungsunternehmens wo hinfahren, gucken die Leute komisch.
Aber dann kommt Benjamin an seine Schule und Lenni merkt langsam und mit Widerwillen, dass seine Probleme vielleicht gar nicht so schlimm sind im Vergleich zu Benjamins oder denen seines besten Freundes Serkan. Die haben nämlich täglich mit Rassismus zu kämpfen, versteckt hinter einem Witz oder einer vorurteilsbelasteten Anmerkung. Und Benjamin lässt sowas nicht mehr auf sich sitzen. Benjamin macht den Mund auf und steckt damit auch Serkan an und die ganze kleine idyllische Schwarzwaldgemeinde in Brand.
Lenni versteht zuerst mal gar nicht, worüber die sich denn so aufregen, zumal er zwischen den Stühlen sitzt. Zum einen ist er Serkans bester Freund, zum anderen ist der Leiter der Theater-AG, der am meisten von Benjamin beschuldigt wird, wie ein Mentor für ihn. Langsam aber sicher, durch Diskussionen mit Serkan, durchs eigene Nachforschen im Netz und durch eigene Erfahrungen an der Seite von Elif, Serkans Schwester, erkennt Lenni, wie Alltagsrassismus funktioniert.
Total realitätsnah mit viel Alltagssprache aus der Sicht eines Teenagers erzählt, regt dieses Buch zum Nachdenken an. Über die eigenen Privilegien, über das eigene Verhalten. Und wie man es in Zukunft besser machen kann.

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