Samson und Nadjeschda

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Erscheinungstermin 27.07.2022 | Archivierungsdatum 26.07.2022

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Zum Inhalt

»Ein später Bulgakow, ein ukrainischer Murakami.«
Phoebe Taplin / The Guardian, London

In den Wirren nach der Russischen Revolution stößt der junge Samson, gerade zum Vollwaisen geworden, beinahe durch Zufall zur neuen sowjetischen Polizei in Kiew. Sein erster Fall ist gleich äußerst mysteriös: Ein abgeschnittenes Ohr, ein Knochen aus reinem Silber und ein sehr merkwürdiger Anzug aus feinem englischen Tuch geben ihm Rätsel auf. Zum Glück lernt Samson die patente Nadjeschda kennen, die ihm bei den Ermittlungen hilft.

»Ein später Bulgakow, ein ukrainischer Murakami.«
Phoebe Taplin / The Guardian, London

In den Wirren nach der Russischen Revolution stößt der junge Samson, gerade zum Vollwaisen geworden, beinahe durch...


Eine Anmerkung des Verlags

Der Auftakt zu einer historischen Krimiserie, in einer hochinteressanten Zeit, die von Umbrüchen und Herausforderungen geprägt ist

Der Auftakt zu einer historischen Krimiserie, in einer hochinteressanten Zeit, die von Umbrüchen und Herausforderungen geprägt ist


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Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783257072075
PREIS 24,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Kiew 1919: Samson hat bereits Mutter und Schwester begraben, nun wird seit Vater auf offener Straße von einem russischen Säbel niedergestreckt und verstirbt in seinen Armen. Samson selbst verliert bei diesem Angriff nicht nur ein Ohr, sondern auch zunächst den Halt im Leben. Er holt noch den bestellten Mantel ab und findet den Weg nach Hause, wo ihm seine Nachbarin unter die Arme greift. Vor allem mit dem guten Rat, sich rasch um eine Frau zu kümmern, damit niemand seine Wohnung besetzt, doch hast du nicht gesehen sind schon zwei Offiziere einquartiert. Trotzdem freut sich Samson auf das Rendezvous mit Nadjeschda, einer jungen Frau, die burschikoser ist, als er es sich vorgestellt hatte, aber die ihm dennoch gut gefällt.
Schaurig schön, weil man in diesen Kriegstagen die Aktualität des Gelesenen spürt. Der Autor ist hart und einfühlsam zugleich, am Puls dessen, was man wohl Geschichte nennt, die sich wiederholt.

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Rätsel um einen silbernen Oberschenkelknochen und einem Anzug aus gutem Stoff
Polizeiliche Ermittlungen in den Wirren nach der Russischen Revolution in Kiew um 1919 erfolgen durch Samson, der gerade zum Vollwaisen geworden ist. Durch Zufall gelangt er als Vollwaise zur neuen sowjetischen Polizei, gerade mal mit einer Schießübung vor Waffenaushändigung und grob zusammengestellter Uniform, denn er kann gut schreiben und formulieren. Nadjeschda lernt er kennen, die ganz in der Nähe im Amt für Statistik arbeitet. Sie wohnt in seinem elterlichen Schlafzimmer quasi zur Untermiete. Sehr gerne würde Samson sie heiraten. Sein abgeschnittenes, linkes Ohr verwahrt er in einer Blechdose. Seine Hörfähigkeit ist keineswegs eingeschränkt, ganz im Gegenteil.
Anfangs ist der Schreibstil etwas langwierig, zu ausladend, erfährt aber eine gewisse Verdichtung durch die Auflösung einiger Rätsel. Jedoch steht noch eine Fortsetzung hier aus.

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Seine Mutter und seine Schwester sind bereits verstorben und nun hat auch sein Vater den Überfall auf sie beiden nicht überlebt. Der 17-jährige Samson ist auf sich allein gestellt und das mit nur noch einem Ohr. Als das Geld knapp wird - wie alles andere in den Wirren der Revolution von 1919 - stellt er sich bei der Miliz vor und erhält den Job, jemand, der schreiben kann, ist eindeutig nützlich. Kiew versinkt langsam im Chaos und Samsons erster Fall ist mehr als mysteriös: Diebstähle von Silber, während das Gold und Diamanten nicht angetastet werden, ein unfertiger Anzug in seltsamem Format und der ermordete deutsche Schneider Balzer. Samson stürzt sich in die Arbeit, wenn sein Vorgehen auch für Verwunderung sorgt.

Andrej Kurkows Roman „Samson und Nadjeschda“ ist der Auftakt einer historischen Krimiserie um den cleveren Samson Koletschko, der zur unübersichtlichen Zeit der Revolution spielt. Plötzlich auf sich allein gestellt muss er das Beste aus seiner Situation machen, mit der Hausmeisterwitwe und mit Nadjeschda hat er jedoch auch zwei patente Frauen an seiner Seite.

Samson löst den Fall mit Beharrlichkeit und guter Beobachtungsgabe. Dass er dabei von den üblichen Wegen abweicht und seinen Vorgesetzten mehr als einmal verwundert, erstaunt nicht, er hat die Ermittlungsarbeit ja nicht gelernt, bringt aber alles mit, um mit den richtigen Fragen und Schlüssen dem Geheimnis auf die Schliche zu kommen.

„Wenn ein Mensch sich in sein Gegenteil verkehrt, kann er auch mit Gut und Böse durcheinanderkommen.“

Neben der Kriminalhandlung überzeugt der Roman vor allem durch die Atmosphäre. Das Chaos der Revolution wird greifbar, Freund und Feind reichen als Kategorien nicht mehr aus und Sicherheit wird ein rares Gut. Redlichkeit und Gerechtigkeitssinn, wie Samson sie zeigt, werden immer seltener. Er ist zwar nicht ganz unbezwingbar wie sein biblischer Namensvetter und seine Liebe zu Nadjeschda wird ihm hier auch nicht zum Verhängnis, aber seinem Volk Gerechtigkeit zu verschaffen, ist auch sein Ziel.

Eine überzeugende Geschichte, mit ungewöhnlicher Falllösung, die atmosphärisch sofort verfängt.

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Ein Kriminalroman in einer überaus spannenden Zeit angesiedelt.
Kiew 1919 - der Protagonist Samson, ein eher unscheinbarer und naiv wirkender junger Mann, stolpert durch Zufall auf seinen Posten als Protokollant und Ermittler bei der Miliz. Nadjeschda wird ihm auch mehr oder weniger an die Seite gestellt. Zusammen mit seinem Vorgesetzten ergibt sich ein interessantes Team.

Für mich stellt die Zeit und der Ort den großen Reiz dieser Geschichte dar.

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Dieses Buch zur heutigen Zeit zu lesen geht noch mehr unter die Haut als sonst. Es ist als wäre es ein Deja-vu, eine Bestätigung, dass Geschichte sich wiederholt und leider die Leidtragenden die einfachen Bürger sind. Die Geschichte ist allerdings mehr als nur eine Geschichte über den Krieg und einem armen Jungen, der seine Familie verloren hat. Sie ist eine Mischung aus Drama-Coming-of-Age-Krimi. Ich hatte zwar das Gefühl, dass die Geschichte nicht so ein starkes Ende hatte wie der Anfang, trotzdem war es ein lesenswertes Buch. Man bekommt ein Gefühl für den ständigen Zustand von Angst und Terror. Und wie man trotzdem versucht den Alltag zu leben, auch wenn der Tod dein ständiger Nachbar ist.

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Andrej Kurkow - Samson und Nadjeschda

Meinung
Ich mag den Schreibstil.
Kiew, 1919, eine Welt im Umbruch -
Samson ist alleine, der letzte seiner Familie.
Die Kosaken haben den Vater getötet und ihm das Ohr abgeschnitten.
Der neuen Alltag von Samson zeigt die bedrückende Armut des russischen Volks
Die Rotarmisten ziehen durch die Stadt, um Dinge zu konfiszieren.
Auch bei dem Waisen Samson.
Die Hausmeisterwitwe will ihn verkuppeln...
So lernt er seine Nadjeschda kennen.
In einer einfachen und klaren Sprache beschreibt Andrej Kurkow das Leben im damaligen Kiew..
Ein tolles Buch, das ich gern empfehle

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Eine Zeit des Umbruchs
Mit dem Roman „Samson und Nadjeschda“ startet der in Russland geborene und heute in der Ukraine lebende Schriftsteller Andrej Kurkov eine eine neue Krimiserie um das junge Paar Samson und Nadjeschda. Die Serie spielt in Kiew in der Zeit nach der Ablösung des zaristischem Reiches durch die kommunistische Revolution 1918. Der Roman spiegelt die damaligen Lebensverhältnisse sehr realistisch wieder. Auf der einen Seite die bedrückenden materiellen Lebensumstände , auf der anderen Seite die politischen Unterdrückungsmechanismen. Der Schauplatz Kiew wird ebenfalls sehr realistisch dargestellt, man könnte auf einem alten Stadtplan die Wege der Romanfiguren nachverfolgen. Dies alles ist sehr beeindruckend dargestellt und gerade unter dem Aspekt des aktuellen totalitären russischen Systems sehr aktuell.
Auch die Hauptfigur Samson ist gut für den Leser nachvollziehbar gestaltet. Er ist ein junger Mann, der eigentlich Elektrotechniker werden will, dann aber miterleben muss, wie sein Vater auf der Straße von der Miliz erschlagen und ihm selbst ein Ohr abgehauen wird. Er bekommt, mehr oder weniger ohne eigenes Zutun, einen Posten bei der örtlichen Polizei und soll im Folgenden einen Mordfall aufklären. Dies gelingt ihm dank seiner Hartnäckigkeit, trotz seiner Unerfahrenheit und gegen vielerlei bürokratische Hindernisse. Er lernt die junge Nadjeschda kennen, die dann aber, entgegen der Ankündigung des Buchklappentextes, nur eine sehr unbedeutende Rolle in dem Roman spielt. Hier wird man abwarten müssen, wie sich im Verlaufe der Serie das Verhältnis der beiden entwickeln wird.
Die Kriminalhandlung selbst ist weniger überzeugend, der Roman lebt vielmehr von der Milieuschilderung und der Gestaltung der unterschiedlichen Figuren, die jeweils für bestimmte Aspekte des politischen Systems stehen.
Eine Leseempfehlung für diejenigen, die sich weniger für einen spannenden Kriminalroman als vielmehr für die literarische Darstellung historischer Epochen interessieren.

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Vom Diogenes-Verlag wird "Samson und Nadjeschda" auch als Krimi angekündigt. Ein Krimi ist es aber nur bedingt. Der Protagonist Samson wird zwar im Laufe des Buches Polizist und beschäftigt sich dadurch mit einer Einbruch- und Mordserie, aber vor allem nimmt der Autor Andrej Kurkow sich Zeit, seine Charaktere einzuführen (es soll wohl eine Krimiserie werden) und den Handlungsort Kiew im Jahr 1919 zu beschreiben. Für mich ist das Buch deshalb in erster Linie eine Charakterisierung der Zeit, in der die Bolschewiken auch in Kiew die Macht übernahmen. Die Beschreibung des fragilen Alltags der Menschen in Kriegszeiten lässt einen beim Lesen auch immer wieder an die derzeitige Situation der Menschen in der Ukraine denken, was die Lektüre manchmal bedrückender macht, als sie wahrscheinlich vom Autoren während des Schreibens gedacht war. In jedem Fall fand ich die Beschreibung der Nöte, der Unsicherheiten, der Kuriositäten, der Zufälle in Zeiten des Umbruchs sehr interessant dargestellt.
Wer in erster Linie einen spannenden Krimi sucht, ist mit diesem Buch schlecht beraten. Wen auch die historischen Hintergründe interessieren, wird hier intelligent unterhalten.

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Ein Zeit des Umbruchs, eine gefährliche Zeit, das Leben kann von jetzt auf gleich zu Ende sein. 1919 in Kiew, vorher russisches Zarenreich jetzt auf dem Weg zur Sowjetunion. Keiner weiß so genau was richtig und was falsch ist, jeder handelt nach Gefühl oder hängt sein Fähnchen in den Wind.
Samson ist ein intelligenter junger Mann, friedlich und seit kurzen ganz allein. Mutter und Schwester starben in den Kriegsjahren an Krankheiten und der Vater wurde auf offener Straße erschlagen. Er verliert dabei ein Ohr. Seitdem hört er anders und denkt anders.
Nadjeschda ist eine junge Frau die er durch Zufall kennen lernt. Sie ist zielstrebig und von der neuen Ordnung restlos überzeugt, Wo Samson zweifelt, zeigt sie die Richtung gemeinsam machen sie das Beste aus der Situation. Samson landet bei der Miliz weil er schreiben und lesen kann. Dann hat er seinen ersten Fall. Ein silberner Knochen und ein qualitativ sehr guter Anzug.
Die Atmosphäre ist düster, passt zu den Vorstellungen die man von dieser Zeit hat. Schwermütig wie russische Geschichten, Romane oder Musik. Ein Hauch von Traurigkeit gepaart mit einem Jetzt erst recht.
Der Kriminalfall ist ungewöhnlich, was Samson alles bedenken muss und wo er sich Informationen beschafft. Wie Nadjeschda hinter ihm steht, immer geradeaus blickend, während Samson auch hinten Augen und vor allem Ohren hat.
Die Zeit an sich ist schwer vorstellbar, der Autor vermittelt aber mir als Leserin ein leises Gefühl das ich die beiden ein Stück weit begleite. Ich bekam eine Ahnung davon was ich als Nächstes erwarten durfte und war dann trotz der so verschiedenen Umstände ( meine Behaglichkeit gegen die Ungewissheit und Angst ) mitten im Geschehen.
Weitere Fälle von diesem Paar würde ich mir wünschen.

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Der russische Autor Andrej Kurkow, der in der Ukraine lebt, entführt seine Leser in eine Zeit des Umbruchs. Schauplatz ist die Stadt Kiew im Jahr 1919. Das Zarenreich ist Geschichte, doch eine neue Ordnung hat sich noch nicht so recht etabliert. So kämpfen verschiedenste Gruppierungen gegeneinander. Samson gerät gemeinsam mit seinem Vater in einen dieser Straßenkämpfe. Der Vater wird getötet und Samson verliert ein Ohr. Dieses abgetrennte Ohr bewahrt er in einer Blechdose auf und es scheint, als höre dieses Ohr und kommuniziere mit Samson.

Durch einen Zufall, der möglicherweise auch durch seine Hausmeisterin ein wenig gesteuert ist, lernt Samson Nadjeschda kennen. Sie ist, anders als der intelligente, aber zurückhaltende Samson, eine die Nägel mit Köpfen macht. Wenig später erhält Samson eine Arbeit als Schreiber bei der Miliz und stolpert in einen Kriminalfall in dem ein Knochen aus massivem Silber und ein Maßanzug von bester Stoffqualität eine große Rolle spielen.



Meine Meinung:

Autor Andrej Kurkow versteht es sehr gut, diese düstere Zeit des Umbruchs mit allen ihren gewalttätigen Ausprägungen darzustellen. Man ist seines Lebens nicht mehr sicher. Willkür seitens der wechselnden lokalen Machthaber sowie kriminelle Elemente tyrannisieren die Menschen. Der Hass auf vermögende Personen, und sei das Vermögen auch noch so gering, lässt den Mob wahllos Menschen töten. Keiner weiß so genau was richtig und was falsch ist, jeder handelt nach Gefühl oder hängt sein Fähnchen in den Wind.

Der Kriminalfall entpuppt sich als sehr interessante Geschichte, hinter der mehr steckt, als „nur“ der Raub von Gold und Silber.

Authentisch wirkt die Schilderung, wie Samson von Pontius zu Pilatus laufen muss, um Informationen, Erlaubnisscheine oder andere Dokumente, die er für seine Ermittlungen benötigt, zu erhalten. Manchmal hat es den Anschein, als ob sich Samson im Dickicht der Bürokratie des Umbruchs verlieren würde. Doch der klare, analytische Blick von Nadjeschda hilft ihm immer wieder, den roten Faden aufzunehmen. Gerne würde ich einen weiteren Fall mit diesen beiden gut gelungenen Charakteren lesen.

Fazit:

Ein historischer Roman, der als Krimi endet. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Der Kriminalroman "Samson und Nadjeschda" von Autor Andrej Kurkow ist der Auftakt zu einer Reihe an Büchern und dieser Auftakt ist durchaus gelungen. Wenngleich ich einige Schwierigkeiten hatte in die Handlung hinein zu kommen, hat mich das Buch insgesamt überzeugen können.
Die Handlung beginnt mitten im Geschehen, Samsons Vater wird getötet, ihm selbst ein Ohr abgetrennt. Das Ohr wird für den weiteren Verlauf des Buches von hoher Wichtigkeit sein. Doch dann dümpelt die Story einige Zeit vor sich hin, ich hatte den Eindruck, dass nicht wirklich etwas nenneswertes passiert. Die wichtigsten Charaktere wurden gemächlich eingeführt, als Leser:in hatte man etwa die Hälfte des Buches Zeit diese gut kennen zu lernen. Erst in der zweiten Buchhälfte nahm die Story deutlich an Geschwindigkeit und Dynamik zu.
Sprache und Schreibstil haben mir durchweg gut gefallen, ich habe mir die Szenen allesamt gut vor meinem inneren Auge vorstellen können. Auch die Charaktere sind allesamt realistisch und ausreichend detailiert beschrieben. Der Autor hat es insbesondere geschafft Kiew im Jahre 1919 lebendig erscheinen zu lassen, ich konnte mir die damaligen Umstände sehr bildlich vorstellen.
Nachdem die Handlung an Fahrt aufgenommen hat, habe ich mit Samson auf die Auflösung um den Fall hingefiebert. Dabei ist jedoch der Kl,appentext des buches ein wenig irreführend, denn Nadjeschda spielt keine nennenswerte Rolle bei den Ermittlungen.

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Vor wenigen Monaten las ich "Graue Bienen" von Andrej Kurkow und war ziemlich hingerissen. Als nun "Samson und Nadjeschda" als neuester Roman Kurkows erscheint, war für mich klar, dass ich ihn unbedingt lesen wollte. Gleich vorneweg - die Bücher unterscheiden sich beträchtlich, sowohl vom Zeitgefüge als auch in der Erzählweise. Eine Enttäuschung ist "Samson und Nadjeschda" allerdings dennoch nicht, sondern für sich ein spannender und erhellender Roman, für den Kurkow allerdings in die Vergangenheit eintaucht, als gäbe es aus seiner ukrainischen Heimat nicht aktuell unendlich viel Material für einen Schriftsteller.

Wobei: Die Unsicherheiten, die Gewalt, der Überlebenskampf, mit dem sich Samson im Kiew nach dem ersten Weltkrieg konfrontiert sieht, ähnelt dem vieler Kiewer gut 100 Jahre später. Wie allgegenwärtig der Tod ist, bekommt Samson gleich auf den ersten Seiten zu spüren. Kosaken töten seinen Vater, als er gemeinsam mit Samson unterwegs zum Schneider ist. Samson hätte ein ähnliches Schicksal erlitten, doch der Kosakensäbel traf "nur" sein Ohr, das künftig in einer Bonbondose ruht und noch eine ganz besondere Rolle spielen wird.

Samson bleibt alleine zurück in der großen, bürgerlichen Wohnung - Mutter und Schwester sind schon vor Jahren gestorben, Die Hausmeisterwitwe will ihn verkuppeln - einerseits, damit er jemand in seinem Leben hat, andererseits, weil sonst schon die neue Sowjetmacht jemanden in der für Samson viel zu großen Wohnung einquartieren dürfte. Mit Nadjeschda hat sie schon jemanden im Auge. Doch die junge Frau, deren Name "Hoffnung" bedeutet, hat ein ganz anderes Ziel als Amouren, will sie doch ein neuer Mensch sowjetischer Prägung sein und mit ihrer Arbeit im Amt für Statistik zum Erfolg der Weltrevolution beitragen.

Eher zufällig stolpert auch Samson in die Arme der Staatsmacht und wird in einem Schnellkurs sowjetischer Milizionär. Ein Kriminalfall, mit dem er es zu tun bekommt, hat indirekt auch mit ihm zu tun. Bei seinen Ermittlungen bewegt er sich in allen Gesellschaftsschichten, sucht in einer Welt, die sich noch selbst erfindet, nach Anhaltspunkten und Verlässlichkeiten. Das Kiew des Jahres 1919, es ist von Gewalt, Umsturz und Versorgungsknappheit gekennzeichnet. Auch ein historischer Roman kann recht aktuell klingen.

Wie es weitergeht mit Samson und Nadjeschda, den Rätseln eines Schneiders und eines Silberdiebstahls. das soll hier nicht verraten werden. Doch Kurkow hat schon angedeutet, dass weitere Abenteuer und Herausforderungen auf den Milizionär und die Statistikerin warten.

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Es fing sehr spannend an. Ich mag Romane bzw Krimis mit denen man in eine andere Zeit, ein anderes Land abtauchen kann. Ich bin aber ausgestiegen, als ich merkt dass der Protagonist noch mit seinem abgeschlagenen Ohr hört, dass in der Schreibtischschublade liegt obwohl er weit entfernt ist. Vielleicht probiere ich es später noch einmal.

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Zum Inhalt:
Samson landet eher durch Zufall bei der sowjetischen Polizei und gleich sein erster Fall ist äußerst seltsam. Ein abgeschnittenes Ohr, ein silberner Knochen und ein feinster Anzug geben Rätsel auf. Wie gut dass Samson Nadjeschda kennen lernt, die ihn tatkräftig bei den Ermittlungen hilft und die auch sein Herz berührt.
Meine Meinung:
Diogenes Bücher sind meist etwas besonderes, sei es durch ungewöhnliche Themen, Orte oder auch besondere Schreibstile. Hier trifft gleich alles zusammen auch wenn man sich schon eine ganze Weile fragt, wann die Geschichte denn so richtig losgeht. Aber es lohnt sich dran zu bleiben, denn insgesamt ist das mal wieder so ein besonderes, dass es länger im Kopf bleiben wird. Ich musste mich zwar erst mal an die vielen ungewohnten Begriffe gewöhnen aber das gab sich irgendwann.
Fazit:
Ungewöhnlicher Krimi

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Kiewer Revolutionswirren

Seit ich ‚Graue Bienen‘ im Frühjahr las, bin ich ein großer Fan von Andrej Kurkow. Er schreibt im Original auf Russisch und wurde von Johanna Marx und Sabine Grebing hervorragend übersetzt. Hier nun also ein Kriminalroman, der auch in der Ukraine spielt, die geistige Heimat von Andrej Kurkow, auch wenn seine prägenden Jahre zur Zeiten der Sowjetunion waren.
Hier wird nun noch einmal weiter in die Vergangenheit zurück gegangen, denn der Krimi spielt zur Zeit der russischen Revolution, das heißt ca 1905 bis 1922 – wir starten 1919. Wir stolpern in das Leben von Samson, der Vollwaise ist und in diesem Towabouwa der Revolution zur sowjetischen Polizei in Kiew findet. Nicht nur diese Stelle findet Samson, sondern auch die titelgebende Nadjeschda, an die er sein Herz verliert, aber eine patente Helferin findet.
Der Fall den er löst ist passend zur damaligen Zeit wie ein Whodunit aufgebaut und nett gemacht. Was hier aber neben der Kriminalhandlung entscheidender ist (wie bei allen Krimis aus dem Hause Diogenes), ist die Komposition: Der Rahmen der hier beleuchtet wird, die historische Zeit und seine Wirren. Außerdem trifft Kurkow es sprachlich wieder besonders schön.
Mich hat es gut unterhalten, meinen Horizont erweitert und sprachlich gesättigt. Was will man mehr!

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!ein Lesehighlight 2022!

Klappentext:

„Kiew, 1919: In den Wirren nach der Russischen Revolution stößt der junge Samson, gerade zum Vollwaisen geworden, beinahe durch Zufall zur neuen sowjetischen Polizei. Sein erster Fall ist gleich äußerst mysteriös: Ein abgeschnittenes Ohr, ein Knochen aus reinem Silber und ein Anzug aus feinem englischem Tuch geben ihm Rätsel auf. Doch die Zeiten sind gefährlich und halten jeden Tag neue Überraschungen bereit. Zum Glück lernt Samson die patente Nadjeschda kennen, die ihm bei den Ermittlungen hilft und an die er schon bald sein Herz verliert.“



Autor Andrej Kurkow ist mir seit seinem literarischen Knaller „Graue Bienen“ in bester Erinnerung geblieben und zählt mittlerweile zu meinen liebsten Autoren. Sein neuestes Werk „Samson und Nadjeschda“ ist ebenfalls wieder so ein Highlight, wenn man es liebt, zwischen den Zeilen zu stöbern, mit der heutigen Zeit Vergleiche anstellen mag und kann (ganz wichtig!) und zudem das Menschliche gern beleuchtet. Kurkow nimmt uns hier diesmal in einem Krimi mit auf die Reise durch Kiew im Jahre 1919 (und weiter). Mittlerweile hat die Welt einen Weltkrieg hinter sich und ist auf der Suche nach einem ruhigen Moment des Friedens. Für Hauptprotagonist Samson wird es aber mehr als turbulent. Samson wird hier in einen vermeintlich abstrusen Fall verwickelt, welcher aber gar nicht so abstrus ist bei genauerer Betrachtung. Kurkow spielt mit geschichtlichen Parts und mit Metaphern wo es nur geht (abgeschnittnes Ohr - siehe van Gogh beispielsweise als Metapher oder eben jene silberne Knochen als „Reliquie“?!). Ja, vor Metaphern strotzt dieser Krimi und vor (Welt)Geschichte gleichermaßen. Sicherlich ist dieser Stil nicht jedermanns Sache aber ich bin ein großer Fan davon. Kurkow bringt hier sogar ein wenig Romantik mit ins Spiel und als Nadjeschda auftaucht, beflügelt es das Leserherz für unseren Hauptprotagonisten Samson mit. Der Fall hat einen schönen Anspruch für alle Leser. Man muss kein Krimi-Fan sein für diese Geschichte, aber man wird dennoch mitgerissen! Der rote Faden ist hier wahrlich rot und reißt einem von Spannungshoch zu Spannungshoch. Es wird rasant und genau das macht diese Geschichte aus!

Kurkow hat auch hier wieder ein ganz feines Händchen bewiesen und bringt mehr als gekonnt Krimi, Geschichte, ein wenig Liebelei und allgemeines Weltwissen hervorragend in einer Geschichte unter. Für mich wieder eine sehr genussvolle Leseerfahrung in jedem Sinne. Wortwahl und Ausdruck waren wieder perfekt gewählt, was sicherlich auch an der Übersetzung liegt.

Fazit: ein Lesegenuss erster Güte à la Kurkow - 5 von 5 Sterne!

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Ukraine 1919: Samson und sein Vater werden von Reitern überfallen, der Vater tot, Samson verliert ein Ohr.
So fängt das Buch Samson und Nadjeschda an. Somit ist Samson nicht nur Vollwaise, sondern auch einziger Mieter der grossen Wohnung. Die Vermieterin kümmert sich um den jungen Mann und versucht ihn auch zu verkuppeln, eben mit jener Nadjeschda, einer auf dem Boden der Tatsachen stehender jungen humorvollen jungen Frau.
Dann bekommt Samson einen Posten bei der neugegründeten Polizei und einen ersten schwierigen Fall, den es zu lösen gibt. Aber er schafft das nicht alleine. Gut das es Nadjeschda gibt.

In diesem Buch erhalten wir einen guten Einblick in die Ukrainische Geschichte, nachdem die Sowjets das Kommando übernommen haben. Dies macht den Roman so interessant und lesenswert.
Erschienen bei Diogenes.

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Andrej Kurkow ist ein wunderbarer Erzähler, einer, der seine Leser langsam und behutsam in seine Geschichten mitnimmt und es versteht, atmosphärisch dicht und realistisch zu erzählen. Samson, der Held seines kriminalistischen Stückes, muss sich als Waise in den Wirren des Jahres 1919 in Kiew zurechtfinden. Scheinbar ziellos beginnt er damit, seinem Leben eine neue Ausrichtung zu geben und landet eher zufällig bei der Polizei, wo er, gemeinsam mit der jungen Nadjeschda, findig und geistreich zum Ermittler aufsteigt. Kleine Grotesken am Rande der Geschichte, wie das abgeschlagene Ohr, das als Hörrohr dient und Samson vor mancher Gefahr warnt, geben der Erzählung eine surreale Note, die im krassen Gegensatz zu der rohen Vorgehensweisen der Rotarmisten steht. Wer allerdings einen waschechten Krimi erwartet, wird nicht ganz auf seine Kosten kommen. Die etwas bedächtige Erzählform lässt einen rasanten Spannungsaufbau kaum zu. Trotzdem sehr lesenswert, da die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhundert gut eingefangen und dargestellt wird.

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