Der Aufgang

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Erscheinungstermin 27.04.2022 | Archivierungsdatum 24.05.2022

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Zum Inhalt

Ein dunkles und unbekanntes Kapitel der Geschichte, die Belgien und Deutschland verbindet

Eine ergreifende Familientragödie aus Fakten, Fiktion und Autobiografie

Brillant inszeniert von einem der größten Stilisten unserer Zeit

Als Stefan Hertmans sich zum Kauf eines alten Hauses in Gent entschließt, ahnt er nichts von den Geschichten, die sich hinter dessen Mauern abgespielt haben. Er macht sich auf die Suche nach den Spuren der früheren Bewohner und entdeckt die fesselnde Geschichte eines SS-Offiziers und dessen pazifistischer Frau. Angetrieben von einem tiefen Bedürfnis nach Verständnis, tastet sich Hertmans an diese Figuren heran und beleuchtet damit zugleich die Tragödie eines ganzen Landes.

Ein dunkles und unbekanntes Kapitel der Geschichte, die Belgien und Deutschland verbindet

Eine ergreifende Familientragödie aus Fakten, Fiktion und Autobiografie

Brillant inszeniert von einem der...


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AUSGABE Hardcover
ISBN 9783257071887
PREIS 25,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Belgische Geschichte

Der belgische Schriftsteller Stefan Hertmans führt uns in seinem Buch
„Der Aufgang“ nach Flandern in die Zeit des Krieges.

Er kauft ein Haus in dem der Kollaborateur Wilhelm Verhulst mit seiner Familie wohnte.
Mir war bis jetzt nicht klar, das es in Belgien so viel Anhänger Hitlers gab.

Der Autor findet Unterlagen über diese Familie. Nach Kontakt mit den Kindern und Arbeiten im Archiv, erfuhr er den Werdegang. Es ist interessant, wie die Frau und die Kinder alles miterleben. Die Figur Verhulst wurde von verschiedenen Personen dargestellt.
Die Kinder liebten ihren Vater, mit der Zeit wurden sie aber kritischer.
Erstaunlich was da alles zu Tage kommt.

Der Autor hat einen brillanten Erzählstil, der mich mit dieser Geschichte fesselte. Es ist immer gut, wenn man etwas dazu lernt und die Vergangenheit wieder aufleben lässt.
Dieses Stück Zeitgeschichte ist wichtig.

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"Der Aufgang" hat mir sehr gut gefallen, Er wirft einen Blick in die Geschichte unseres Nachbarlandes und erzählt von ganz unterschiedlichen Menschen und ihrem Leben und ihren Entscheidungen unter dem Druck der Nazi-Herrschaft.

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Inhalt
Als Stefan Hertmans 1979 noch während seiner Studentenzeit das heruntergekommene mehrstöckige Haus in Gent wahrnimmt, ist dessen Nachbarschaft längst kein angesehenes Patrizierviertel mehr. Der verwahrloste Kasten am zugeschütteten Kanal ist billig und ein Teil des Kaufpreises geht bar über den Tisch. Erst allmählich wird Hertmans aufgehen, dass in diesem Haus Adriaan Verhulst aufgewachsen ist, dessen Vater während der Besetzung Gents durch die deutsche Wehrmacht ein einflussreicher Kollaborateur war und nach 1945 als Kriegsverbrecher verurteilt wurde. Bei Professor Adriaan Verhulst fiel Hertmans durch die Geschichtsprüfung. Selbst Historiker, wird Hertmans Recherche von dem Glücksfall profitieren, dass nicht nur Vater und Sohn Verhulst geschrieben haben, sondern auch Adriaans Mutter, seine beiden Schwestern und Griet, die Geliebte seines Vaters, mit der er mit Wissen seiner Frau die gesamte Zeit seiner Ehe eine Beziehung hatte.
Hertmans Biografie eines Kriegsgewinnlers und Kollaborateurs, dem erst die SS-Uniform Ansehen und Bedeutung gab, entstand aus Zeitzeugnissen, Gesprächen mit den betagten Schwestern Aletta und Suzanne und einem Anteil Fiktion, wie manches gewesen sein könnte. Hertmans, 1951 geboren, setzt sich mit Verhulsts Biografie auch mit der Generation seines Vaters und deren Relativierung der Nazi-Verbrechen auseinander – und muss am Ende erkennen, dass er selbst das Studium der Prozessakten bis zum Schluss seiner Recherche vermied.

Fazit
Verglichen mit „Krieg und Terpentin“ konnte mich die Geschichte der Familie Verhulst weniger fesseln, weil der alte Willem, sich als Opfer stilisierend und seine Schuld an Kriegsverbrechen relativierend, einfach zu unsympathisch wirkte. Für Hertmans historische Recherche und die selbstkritische Auseinandersetzung mit seinem eigenen blinden Fleck als Historiker habe ich jedoch höchsten Respekt.

Die Trilogie
Hertmans Die Fremde, Krieg und Terpentin und Der Aufgang lassen sich als historische Trilogie lesen.

Historischer Hintergrund und einige Quellen
Willem Verhulst 1898-1975
Adriaan Verhulst 1929-2002, belgischer Historiker
Adriaan Verhulst: Zoon van een „foute“ Flaming (2000)
Aletta Verhulst: Dochters von een fantastische Moeder (Selbstverlag 2013)
Deutsche Besetzung Belgiens 1940

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Stefan Hertmans -Der Aufgang

Meinung
Als die Deutschen Gent besetzen, beginnt Willems Karriere als V-Mann und SS-Offizier, und er erhält für seine Familie ein neues Haus am Drongenhof in Patershol in Gent.
Stefan Hertmans kaufte das Haus 1979 und lebte jahrelang darin, ohne seine Geschichte zu kennen.
Der Autor konzentriert sich sehr auf Fakten.
Er verlässt sich sehr auf Zeugnisse und Schriften.
Er führt uns durch die schwierige Kriegsgeschichte
Es ist ein sehr literarisches Sachbuch.
Er war so geschrieben, dass es mir vorkam, als würde ich einen Film sehen, sehr gut

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Der junge Stefan Hertmans kauft (ohne eigentlich genau zu wissen, warum) ein altes Haus, im Grunde eine Ruine. Er saniert das Haus und lebt dort 18 Jahre. Irgendwann beginnt er sich für die Geschichte des Hauses und seine vorigen Eigentümer zu interessieren und fängt an, zu recherchieren. Heraus kommt eine bedrückende, aber gleichzeitig auch spannende Geschichte über das dunkelste Zeitalter in der deutsch-belgischen Geschichte.

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Die Geschichte eines Unverbesserlichen

Stefan Hertmans‘ „Krieg und Terpentin“ noch gut in Erinnerung, begann ich „Der Aufgang“ mit einer gewissen Vorfreude, gespannt auf diese ungewöhnliche Geschichte.

Der Roman ist die Geschichte des Willem Verhulst, geboren 1898 in Berchem bei Antwerpen, wo er 1975 nach einem kaputten Leben auch seine letzte Ruhe findet. Der Leser erfährt von der Kindheit und frühen Jugend eines recht merkwürdigen Knaben, der mit vier Jahren auf einem Auge erblindet, sich fortan mit der eingeschränkten Sicht durchs Leben müht. Er ist empfindlich und später auch rabiat, sagt von sich selbst, “ich war gut darin, so zu tun, als könnte ich kein Wässerchen trüben.“ Er ist 13 Jahre, als seine Mutter stirbt, der Vater ist ein oft alkoholisierter Diamantschleifer. Willem macht eine Ausbildung im Garten- und Landbau, da tobt schon der erste Weltkrieg um ihn herum. In Gent macht er erste Bekanntschaft mit proflämischen Studentenclubs und beginnt sich für Politik, für sein zerrissenes Heimatland Belgien zu interessieren. Das schlägt bald um in Hass. Dann muss er Gent verlassen und lebt fortan am Rande von Brüssel, besucht eine Gartenbauschule.
Er lernt Elsa Meissner kennen, die Ehefrau des Bäckers, bei dem er eine Kammer gemietet hat, aber aus dem Techtelmechtel wird mehr und beide verschwinden aus Brüssel, als sich abzeichnet, dass Willem vielleicht wegen seiner politischen Aktivitäten vor Gericht kommen könnte. Sie gehen gemeinsam in die Niederlande, nach Den Haag. Nach wie vor ist er politisch tätig, fordert ein freies Flandern und lernt den flämischen Aktivisten und Dichter Richard de Cneudt kennen. Beide sind von Anfang an auf einer Linie.
Mit Elsa ist er glücklich, heiratet sie, die noch nicht einmal geschieden ist, und muss kurz darauf miterleben, dass sie schwer krank wird. Später wird er in Oud-Zevenaar das Ehepaar Wartena kennenlernen, Herr Wartena ist Pastor, beide kümmern sich rührend um die sieche Elsa und werden von einer jungen Nachbarin dabei unterstützt. Das ist Harmina, Tochter eines Großbauern, die Willem beim langen Sterben seiner Frau seelischen Halt gibt. Aus taktischen Gründen bringt Willem seine Frau dann nach Belgien zurück, wo sie am 11. Juli 1926 stirbt. Es stellt sich heraus, dass sie in New York geboren wurde und Jüdin ist. Sie wird in Berchem beerdigt.
Nach Elsas Tod fährt Willem wieder nach Zevenaar, um die Wartenas zu besuchen und trifft auch auf Harmina, genannt Mientje oder Mien. Der erste Heiratsantrag gelingt Willem noch nicht, aber er lässt nicht mehr locker. Noch einmal zwei Monate später hat er sie fast überzeugt. Den Vater schafft er dann auch noch. 1927 heiraten beide. Sie wohnen in Berchem, Willem hat eine Arbeit als „fahrender Vertreter“ und immer öfter schafft er es nicht nach Hause, wie er behauptet. Dann besorgt er ihr sogar eine Wohnung, in der sie leben muss, damit sie ihm nicht im Wege ist. Da kann man denken, Liebe ist das wohl nicht. Aber Mientje ist ein zäher Brocken, das wird Willem noch oft feststellen.
1929 wird Sohn Adriaan geboren, später folgen die zwei Schwestern, Aletta und Suzanna, die Familie wohnt zuerst in der Nähe von Gent, zieht dann zur Oudburg, wo die Lagerräume der Firma MEGA sind, für die Willem arbeitet.
Mientje ist sehr religiös und findet in Gott ihrem Herrn Trost und Zuwendung, die sie vom Ehemann nicht erhält. Trotzdem sind die Jahre in der Oudburg wohl noch die angenehmsten in ihrem Eheleben. Dann, 1938, erfährt sie, dass sich ihr Mann Willem bei den „Germanischen Nationalisten“ betätigt, er zeigt dort im Kinosaal Filme wie Rieffenstahls „Fest der Schönheit“ und seine nationalistische Einstellung tritt immer mehr in den Vordergrund.
Im Mai 1940 beginnt der Einmarsch der deutschen Truppen, Belgien ist im Kriegszustand und kapituliert. Willem beschließt, mit der Familie umzuziehen, in das heruntergekommene Viertel Patershol. Auch wenn außer Willem dort niemand hinwill, ziehen sie in das Haus Drongenhof, es ist feucht, kalt, nicht einladend, groß und abstoßend.
Willem ist unterdessen ein williger Freund und Helfer der Besatzungsmacht, er bekommt Macht und er lebt diese Macht hinlänglich aus. Kaum eingezogen, wird das neue Heim zum Anziehungs- und Treffpunkt der deutschen Besatzer, der SS und der SiPo. Willem ist in seinem Element. Nur in die Wohnräume lässt ihn Mientje nicht mit der SS-Uniform, da bleibt sie hart. Was Willem in dieser Uniform und auf seinem Posten bei der flämischen SS-Truppe an Verbrechen begeht, wird sie erst viel später erfahren.
Willem ist ein „kleiner Eichmann“, ein Bürokrat mit dem Hang zu peniblen Listen von Menschen, die verhaftet, zu Tode gefoltert oder deportiert werden sollen. Als Kollaborateur wird er in Belgien nach dem Krieg zur Verantwortung gezogen werden.
All das und noch eine ganze Menge mehr erfährt man aus der Feder von Hertmans, der sich jahrelang auf Spurensuche begab, der bei Adriaan, der Geschichtsprofessor wurde, studierte, der die Schwestern Letta und Suzy aufsuchte, der alle historischen Orte besichtigte, der sogar in diesem elenden nassen Haus Drongenhof wohnte, ohne zu wissen, welche Geheimnisse es barg, der erst nach seinem Auszug mit der Recherche beginnt und von einer wunderlichen Erkenntnis zur nächsten gelangt.
Auf diese Art wird aus dem Roman dann eine Autobiographie, die diese Recherche und die damit verbundenen Aufregungen, Seelenqualen und Erkenntnisse beschreibt. Eine interessante, aber teilweise auch etwas verwirrende Mischung. Wie auch der gesamte Text nicht immer ganz eingängig zu lesen ist, wohl ausformulierte Teile und unvollendete Gedanken wechseln sich ab. Vielleicht aber auch Absicht, die sich dahinter verbirgt, um das Gebrochene in den Beziehungen zu zeigen.
Das für mich unangenehmste Kapitel beinhaltet den Aufenthalt Willems im Gefängnis, seine wirren Träume, seine Briefe, Gedichte, Geschreibsel sind von widerlichem Selbstmitleid und einem immer noch in ihm lebenden Herrenmenschentum geprägt, das nur schwer erträglich ist. Dass er dann auch noch vorzeitig entlassen wird, macht es nicht besser. Seine langjährige Geliebte, die eine durch und durch nationalsozialistische Gesinnung pflegt, bleibt ihm über all die Jahre treu. Merkwürdigerweise trifft das im übertragenen Sinne auch auf seine seelisch schwer misshandelte Ehefrau Mientje zu. Aber über all diese Entwicklungen muss sich der Leser selbst ein Bild machen.
Mein Fazit ist nicht ganz so einfach wie bei „Krieg und Terpentin“, ich bin unsicher, ob und wem ich dieses schwierige Buch empfehlen möchte. Wer sich mit der Zeit des Nationalsozialismus auf belgischem Boden auseinandersetzen will, wer nach Motiven der Kollaborateure sucht, wer verstehen will, warum eine Familie einen Vater und Ehemann trotz all seiner Verwicklungen und Verbrechen nicht verstößt, wer Interesse daran hat, wie ein Autor zu einer Geschichte findet und tausend Hintergründe recherchiert, der ist bei diesem Buch genau richtig. Wer einen literarisch und stilistisch ausgewogenen Roman sucht, findet diesen hier nur teilweise wieder.
Nach Erscheinen werde ich auf LovelyBooks und amazon auch rezensieren.

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Ein interessantes, aber leider etwas langatmiges Buch über einen SS-Offizier und seine Familie. Eigentlich mehr über seine Umgebung und Familie als über ihn selbst. Die Geschichte wurde sehr atmosphärisch erzählt mit historischen Fakten besetzt, aber mit künstlerischer Freiheit nachgespielt. Auch wenn die Geschichte im sehr langsamen Tempo erzählt wird, wurde ich Seite um Seite weitergetragen, da ich dann doch neugierig wurde über diese Persönlichkeit, Willem Verhulst, und seinem Untergang.

Es war ein sonderbares Leseerlebnis, als jemand, der in Deutschland zur Schule gegangen ist, liest man sehr viele Bücher, Berichte und Dokumentationen über den 2. Weltkrieg. Aber diese Geschichte war schon etwas besonderes. (Auch wenn ich hier zugeben muss, dass ich normalerweise nicht gezielt nach Bücher mit der Thematik 2. Weltkrieg suche) Der Autor geht auf einen langen Spaziergang über mehrere Jahrzehnte hinweg und es ist als ob er nicht wirklich den Mann fokussiert, sondern ihn im Hintergrund der damaligen Zeit verschwinden lässt. Es war eigenartig, dass man ihn automatisch als fehlgeleitete, armselige Kreatur wahrnahm, auch auf den Seiten, wo er eigentlich nicht erwähnt wurde. Man war zwar mitten drin, aber man betrachtete die Geschehnisse dann doch aus dem Blickwinkel eines Außenstehenden.
Die Geschichte lebt eindeutig von der Erzählweise und man muss sich an dieses Tempo gewöhnen. Wenn man eine schnelle, Action-reiche Geschichte will, ist man hier vermutlich nicht richtig.

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Es geht um eine persönliche Geschichte des Autors. Denn als er ein Haus in Gent kauft, interessiert ihn die Geschichte des Hauses und so entdeckt er, dass hier ein SS-Offizier und seine Frau wohnten. Mit viel Feingefühl tastet er sich an deren Hintergründe heran und holt eine Tragödie hervor. Die Geschichte spielt in Deutschland und Belgien, was ich besonders interessant fand. Der Schreibstil ist wunderbar und die Geschichte einfach nur packend, so dass man gar nicht aufhören möchte zu lesen. Das Cover passt sehr gut dazu. Ich konnte tief in das Buch eintauchen und empfehle es deshalb gerne weiter.

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Ein Buch, das auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie leicht es ist, vom glühenden Nationalisten zum skrupellosen Nationalsozialisten zu werden. Erschreckend und lehrreich zugleich.

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Titel: Das Haus der Zufälle...

Dies war mein erster Hertmans und ich hatte beim Lesen so ein bisschen das Gefühl von einer Dokumentation, weil es sich so echt und greifbar las und eben sehr faktenbasiert.

Stefan Hertmans hat also 1979 ein heruntergekommenes Haus gekauft, das voller Geheimnisse steckt und nicht einfach nur baufällig ist und er wusste sehr lange rein gar nichts über die Geschichte des Hauses.

Mit Ergründung des Geheimnisses um die vorherigen Bewohner ging auch mir ein Licht auf, denn oft ist einem nicht sonderlich präsent, dass die NS- Herrschaft weite Kreise gezogen hat und nicht nur in Deutschland vertreten war. Hat immer wieder Gänsehautpotential.

Willem Verhulst sein Leben zu ergründen war schon speziell. Teils hat man Mitleid mit ihm, teils ahnt man was aus dem halbblinden Jungen einmal werden könnte. Ich weiß nicht ob es daran lag, dass man bereits vorher weiß was er war und deswegen sich alles so anfühlt als wäre ein grauer Schleier von Hass und Macht zu spüren bei ihm oder ob es einfach an der Schreibe Hertmans liegt.

Fazit: Für mich war es mal was Anderes und allemal lesenswert. Speziell, aber gut.

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Mit dem Kauf eines Hauses in Gent, beginnt für den Autor Stefan Hertmans eine Geschichte, die er in seinem neuen Roman "Der Aufgang" literarisch verarbeitet hat. Als er bei seinen Nachforschungen auf das Ehepaar Verhulst stößt, die einstigen Besitzer, taucht er immer tiefer in deren Leben ein. Mit der Ehefrau Meintje trifft er dabei auf eine überzeugte Pazifistin, die sich und ihre Kinder vor dem mit den Nationalsozialisten sympathisierenden Ehemann Willem schützen will. Zwischen diesen unvereinbaren Polen lässt Hertmans ein Stück Geschichte aufleben, mit all seiner Komplexität und Fragilität. Anhand von Zeugnissen und Schriften aus der Zeit entwirft er ein literarisches Sachbuch, das uns diesen dunklen Teil der Geschichte wie ein filmisches Ereignis miterleben lässt. Sehr lesenswert!

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Ein beeindruckender, wichtiger Roman oder auch ein narratives Sachbuch zum heiklen Thema Kollaboration.
Auf der Basis eigener tief gehender historischer Recherche zeichnet der Autor den Lebensweg des flämischen Nationalisten Willem Verhulst und seiner Familie nach. Wie konnte es dazu kommen, dass der bürgerlich geprägte Verhulst zum skrupellosen Nazi wurde in der Überzeugung "seine Pflicht für Flandern" zu tun. Seine tief gläubige Ehefrau hat den Gräueltaten ihres Mannes wenig mehr als Gebete entgegen zu setzen.
Das Todesurteil wird in lebenslange Haft umgewandelt, 1953 kommt Willem dank der Fürsprache seines Sohnes Adrian, eines renommierten Historikers wieder frei.

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Stefan Hertmans kauft ein altes Haus in Belgien. Dabei hätte er nie daran gedacht, dass dieses Gebäude einmal Thema seines Buches werden sollte. Schnell erfuhr er, dass in dem Haus ein NS-Offizier lebte. Herr Hertmans forschte nach und heraus kam dieses bemerkenswerte Buch #DerAufgang.

Welch ein fantastisches Werk. Die Sprache, die Fakten und die Fotos, eine Harmonie, die ich so noch bei keinem Buch finden konnte. Der SS-Mann Wilhelm Verhulst verschwieg gekonnt, was er hinter dem Rücken seiner Frau trieb. Und das nicht ohne Grund. Die war nämlich so gar nicht mit dem einverstanden, was ein Herr H. trieb. Sie konnte wohl als Pazifistin durchgehen.

Das Buch ist ein wertvolles Stück Zeitgeschichte und deckt etliche Fakten auf, die mir so nicht bekannt waren. Oder hätten Sie gewusst, dass in Belgien Büsten aus Gips aufgestellt wurden und von wem sie stammten? Oder wie auch dort die Menschen verfolgt wurden, nur weil sie Juden waren? Dass einige Anhänger dann Unterschlupf in Deutschland fanden, ist wohl das Ergebnis ihrer Loyalität zu H.

Stefan Hertmans sprach mit den Kindern und Kindeskindern des Ehepaares Verhulst. Er schlug viele Unterlagen nach und sorgte so für die Authentizität seines Romans. Und das Cover ist mal wieder sehr gelungen. Wie eigentlich immer beim Verlag Diogenes. #NetGalleyDE

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Mich interessierte das Thema, die Geschichte eines flämischen Kollaborateure, SS-Mitglieds, Wallonenhasser und Gegner des belgischen Staates und im Gegensatz dazu seine niederländische Ehefrau, die als Pazifistin beschrieben wird. Leider bleibt diese blass und man kann kaum nachvollziehen, wieso sie trotz allem Grauens zu ihrem bis weit nach Kriegsende nicht geläuterten Mann hält. Die Distanz und Gleichgültigkeit gegenüber der Protagonisten hält das ganze Buch über an.

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Stefan Hertmans gelingt mit "Der Aufgang" ein grandioser Mix aus Fiktion, Tatsachen, Roman und historischer Biographie. Die reale Geschichte des flämischen Nationalisten, Kollaborateurs und SS-Offiziers Willem Verhulst und seiner tief religiösen, pazifistischen Frau fasziniert von der ersten Seite an. Ein kaum bekanntes Kapitel der deutsch-belgisch-niederländischen Vergangenheit, das Hertmans gekonnt mit eigenen Erlebnissen und Empfindungen kombiniert. Die gelungene Figurenzeichnung und der mitreißende Erzählstil machen dieses Buch zu einem Lesegenuss der besonderen Art.

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Geschichtsaufarbeitung ist eine schmerzhafte Angelegenheit, noch dazu, wenn jemand einen persönlichen Bezug dazu hat. Den bekam der Autor durch ein Buch, aus dem er erfährt, dass er 20 Jahre lang in dem Elternhaus des Verfassers Adriaan Verhulst (Adri) im Genter Stadtviertel Patershol gewohnt hat: im ‚Drongenhofer Haus‘.

Durch dieses Buch ‚Sohn eines ‚falschen Flamen‘ angeregt, macht er sich auf die Suche nach der Geschichte dieses Hauses und seiner Bewohner. Er beschäftigt sich sehr umfassend mit Willem Verhulst, 10.7.1898 in Berchem bei Antwerpen geboren und gestorben 11.3.1975, seiner Familie, seiner beruflichen und nicht zuletzt seiner politischen Laufbahn.

Hilfreich waren ihm dabei die Gespräche mit den inzwischen hochbetagten Töchtern Letta und Suzy, mit Lieve Vandermeulen (für die Adri als Schüler heimlich schwärmte), die Gefängnisbriefe, die Willem selbst verfasste, und auch die Sitzungsprotokolle des Kriegsgerichtshof im Jahre 1947. Die Erinnerungen von Mientje, die ihrem ‚flämischen Döskopp‘ gegenüber immer loyal blieb und die ihre Kraft im Glauben fand, und die von Griet, der langjährigen Geliebten, sprechen Bände und könnten unterschiedlicher nicht sein!

Nein, eine Wohlfühllektüre kann dieses Buch nicht genannt werden – ‚Wim‘ ist absolut kein Sympathieträger und sein Verhalten (ob seiner Frau Mientje gegenüber oder als Kollaborateur) ließen mir oft die Haare zu Berge stehen: Selbstreflektion war ihm absolut fremd – Fehler machten nur die anderen. ‚Ganz je nachdem, wie mächtig oder schwach wir sind, macht weiß uns oder schwarz das Urteil des Gerichts‘ (ein Zitat aus einer Fabel von La Fontaine) schrieb Willem Verhulst auf den Schutzumschlag seiner Memoiren und das ist auch die Fabel seines Lebens!

‚Der Aufgang‘ ist sehr abwechslungsreich: neben dem Leben von Wilhelm begleiten wir dazwischen immer wieder den Autor bei der Besichtigung des Drongenhofer Hauses, zusammen mit dem Notar zum Feststellen des aktuellen Zustands, wir erfahren von weiteren Bewohnern des Hauses und viel über die Geschichte Belgiens, von ihrem Zwiespalt, und natürlich auch über die Geschichte Nazi-Deutschlands und ihrer Auswirkung auf Belgien. Viele Bilder runden das Gelesene ab.

Ich empfand dieses Buch als sehr informativ, aufwühlend und möchte es doch nicht missen! 5 Sterne und volle Leseempfehlung!

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Ich habe mich schwergetan mit dem Buch. Die Geschichte des SS-Kollaborateurs und Abenteurers, der mit seiner pazifistischen Frau und den Kindern das Haus in Gent wirklich bewohnt hat, wird mit vielen Fakten und Bildern dargestellt. Wir erfahren sehr viele Details über die Geschichte Belgiens, was das Lesen mühsam macht. Wäre das Buch stilistisch nicht so gut geschrieben, und trotz allem als Familiengeschichte interessant, hätte ich es wohl eher nicht gelesen.

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Habe ich sehr gerne gelesen. Sehr berührend aber dennoch auch sehr spannend geschrieben. Hat mir sehr gut gefallen.

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Zum Inhalt:
Als der Autor ein altes Haus in Gent kauft ahnt er nicht, was sich früher in dem Haus abgespielt hat. Bei der Recherche stößt er auf die Spuren der früheren Bewohner, die ihn nach und nach auch immer mehr die die Geschichte eines ganzen Landes führen.
Meine Meinung:
Was ich enorm beeindruckend an dem Buch fand ust, dass man das Gefühl gat quasi dabei zu sein. Es ist einerseits ein Sachbuch, andererseits irgendwie auch ein Roman und ich hatte zudem das Gefühl, dass der Autor extrem gut recherchiert hat. Der Schreibstil hat mich überzeugt und das Buch liest sich sich sehr flüssig.
Fazit:
Faszinierend erzählt

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Die Inhaltsangabe hat mich zu diesem Roman greifen lassen. Ich hatte mir die Geschichte und die Beweggründe eines belgischen Kollaborateurs erhofft sowie dessen Verhältnis zu seiner Frau und seinen Kindern. Leider konnte mich dieser „Roman“ nicht wirklich überzeugen. Die Figuren blieben mir fremd, ich konnte weder Verständnis für sie aufbringen noch ihr Verhalten in irgendeiner Weise nachvollziehen.

Der Autor Stefan Hertmans hat in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts ein stark heruntergekommenes Haus gekauft. Erst nachdem er dort zwanzig Jahre gelebt hatte, hat er feststellen müssen, dass dort einst der SS-Offizier Willem Verhulst mit seiner Familie lebte. Er beschließt, dessen Geschichte zu recherchieren und in einem Roman festzuhalten.

Willem Verhulst litt unter einer starken Sehschwäche und wuchs im flämischen Teil Belgiens auf. Zeit seines Lebens hasste er die Walonen sowie den belgischen Staat. Seine Ehefrau Mientje war streng religiös und eine Pazifistin. Obwohl Willem sie dauerhaft betrog und durch seine Tätigkeit für die Nazis entgegen ihren Überzeugungen handelte, hat sie immer zu ihm gehalten.
Stefan Hertmans hat für sein Werk viel recherchiert. Er hat sowohl mit den Töchtern Willems gesprochen als auch Zeitzeugen befragt. Prozessakten standen ihm ebenfalls zur Verfügung. Im Buch sind einige Fotos der Personen und Orte abgebildet, was mir sehr gut gefallen hat. Trotzdem kann ich leider nur drei von fünf Sternen vergeben, weil mich die Geschichte nicht berührt hat. Der Erzählstil war mir zu distanziert, kam mir stellenweise eher wie ein (nüchternes) Sachbuch als ein Roman vor.

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Im Spätsommer 1979 sieht Stefan Hertmans bei einem Spaziergang ein heruntergekommenes Haus im Genter Stadtviertel Patershol, das ihn gleich anzieht. Noch am gleichen Tag vereinbart er einen Besichtigungstermin und kauft das baufällige Objekt dann. Erst viele Jahre später erfährt er, dass er zwanzig Jahre im Haus eines ehemaligen Mitglieds der SS gewohnt hat. Er macht sich auf die Suche nach Spuren der früheren Bewohner.
Dieses Buch ist eine Mischung aus Roman und Biografie. Der Autor Stefan Hertmanns hat akribisch recherchiert und konnte dabei auf Tagebücher, Briefe und andere Dokumente zurückgreifen. Außerdem befragte er die Kinder von Willem Verhulst. Dazu gibt es Fotos, die dem Leser einen zusätzlichen Eindruck verschaffen. Es gibt dabei Lücken, die gekennzeichnet sind und die der Autor nicht durch Vermutungen füllt. Der Schreibstil ist sehr unterschiedlich. Die Beschreibung des Hauses und der Umgebung ist bildhaft und atmosphärisch, so dass ich gleich abgeholt wurde. Ich hatte die Bilder vor Augen und den Geruch des modernden Hauses in der Nase. Doch als er auf die Geschichte der früheren Bewohner stieß, ging das leider verloren und werde eher sachlich berichtend.
Im Focus der Geschichte stehen Willem Verhulst und seine Frau Harmina, genannt Mien. Der Flame fühlt sich schon als Kind gegenüber den französisch sprechenden Wallonen benachteiligt und schließt sich einer radikalen Gruppierung an. Er ist schwierig, ich-bezogen und rücksichtslos. Als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, fühlt er sich von deren Ideologie angesprochen und wird zum willigen Kollaborateur. Er strebt nach oben, ringt um Anerkennung, denunziert und bringt viel Leid über seine Mitbürger. Dabei macht er sich selbst nicht die Finger schmutzig, kann es sogar kaum ertragen, wenn die Menschen gefoltert werden. Selbst am Ende seines Lebens bereut er seine Taten nicht. Seine zweite Frau Mien ist mit seinem Tun nicht einverstanden und findet ihren Weg, ihm Widerstand zu leisten. Sie ist eine starke Frau, die sich durchkämpft und alles für ihre Familie tut und dabei die Eskapaden von Willem erträgt.
Mir wurde das oft zu ausschweifend beschrieben, so dass die Geschichte doch einige Längen hatte. Am Ende dagegen sind viele Informationen noch untergebracht, die dem Autor nach seinen umfangreichen Recherchen wohl erwähnenswert erscheinen.
Ein interessantes und informatives Buch, das ich vielleicht nicht mit Begeisterung, aber gerne gelesen habe.

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Stefan Hertmans hat wieder einmal einen wunderbaren Roman geschrieben; Eindrucksvoll recherchiert und auf wahren Begebenheiten beruhend, erzählt er die Geschichte eines Ehepaars, das während des Zweiten Weltkrieges auf unterschiedlichen Seiten steht. Dem Autor ist es gelungen, Biografie und Roman / Wirklichkeit und Fiktion zu einem tollen Buch zu vereinen

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