Meine Schwester

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Erscheinungstermin 10.02.2022 | Archivierungsdatum 04.08.2022

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Zum Inhalt

Kann ein Buch einen Lebensschmerz überwinden? Ja.

Als die Fotografin Bettina Flitner vor einigen Jahren vom Suizid ihrer geliebten Schwester erfuhr, waren die ersten Reaktionen Schock, Lähmung und Verzweiflung. Doch dann entschied sie sich zum Erzählen. Das Ergebnis ist ein tief bewegender, meisterhafter Text, ein Buch der Befreiung.

Mit einem an der Fotografie geschulten, unbestechlichen Blick, voller Hingabe, Witz und Traurigkeit erzählt Bettina Flitner die Geschichte einer innigen Geschwisterbeziehung: eine Kindheit der 70er Jahre, die Jahre auf der Waldorfschule, die Erinnerung an die charismatischen Großeltern, darunter ein berühmter Reformpädagoge, der Vater ein Kulturmanager und Exponent des links-liberalen Bildungsbürgertums der alten BRD, ein Jahr in New York, die Ferien auf Capri, die ersten Liebesabenteuer in der Pubertät. Und dann die Risse: die Überforderung der Kinder durch das Leben der Eltern im Zeichen sexueller Libertinage, die Flucht der Mutter in die Depression, die unerfüllbaren Berufserwartungen der Eltern an die Töchter. Bettina Flitners Buch ist ein bewundernswert mutiger Schritt, sich den Gespenstern der gemeinsamen Vergangenheit zu stellen, sich von diesen zu befreien und so den Tod geliebter Menschen verarbeiten zu können. Ein Buch über ein Thema, das für viele Menschen immer noch von Tabus und Schweigen besetzt ist.

Kann ein Buch einen Lebensschmerz überwinden? Ja.

Als die Fotografin Bettina Flitner vor einigen Jahren vom Suizid ihrer geliebten Schwester erfuhr, waren die ersten Reaktionen Schock, Lähmung und...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462002379
PREIS 22,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Ein sehr berührendes Buch mit einer tollen Sprache, eine behutsam-feine Annäherung an das Leben in einer kaputten Familie, deren Schrecken sich die Autorin beim Erzählen nähert.

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"Meine Schwester" von Bettina Flitner ist eine sehr bewegende Autobiografie, die für mich ein absolutes Lese-Highlight im Jahr 2022 darstellt. Bettina Flitner ist Fotografin und die Ehefrau (und davor jahrzehntelange Lebensgefährtin) von Alice Schwarzer. Im Mittelpunkt dieses Buches stehen jedoch die Erinnerungen an ihre Schwester und die gemeinsame Kindheit, denn Bettinas Schwester Susanne nahm sich im Jahr 2017 das Leben, wie Jahrzehnte davor schon ihre Mutter, die ihr Leben lang mit Depressionen kämpfte. Auch der Großvater der Mädchen war schon damit belastet. Eigentlich ein sehr trauriges Thema also, trotzdem erzählt diese Autobiografie mit viele Liebe, Humor und einem tollen Schreibstil von der Kindheit der beiden Mädchen, zwischen Waldorfschule, unkonventionellen Eltern, sehr unterschiedlichen aber von beiden Seiten der Familie charismatisch prägenden Großeltern, von einem halben Jahr in New York, Urlauben, ganz normalen Teenie-Sorgen und eben dem Leben mit der Depression der Mutter und später auch der Schwester.

Dabei fühlt man sich der Familie immer ganz nah, trotzdem hat die Erzählung immer eine Leichtigkeit und Authentizität, die mir in noch nicht vielen Autografien so begegnet sind. Und abgesehen vom schweren Thema ist das Leben, der Hintergrund und die Geschichte dieser Familie auch einfach unheimlich interessant, egal ob es um kleine oder größere Themen geht.

Ich denke das Buch eignet sich eigentlich für fast jeden, für Menschen, die ebenfalls Familienmitglieder oder andere geliebte Menschen verloren haben, für Menschen die Depressionen besser verstehen wollen, aber auch einfach für jeden der gerne packende Autobiografien über familiäre Beziehungen liest. Von mir also eine klare Leseempfehlung!

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Mit 47 Jahren verlor die Fotografin Bettina Flitner ihre Mutter bei einem Suizid. Die Mutter litt an Depressionen und bereitete ihre Familie schon früh darauf vor, dass sie sowieso nicht älter als 47 wird. Jahrzehnte später wiederholt sich dieses schreckliche Erlebnis, Bettinas Schwester nimmt sich das Leben. Um diesen Schmerz und den Schock zu ertragen, fängt Flitner an zu schreiben. Sie erzählt von einer Kindheit aus den 70ern, die geprägt war von promiskuitiven Eltern, Waldorfpädagogik und einer depressiven Mutter.

Die Schwestern sind sich selbst ein sehr großer Halt, sie erleben gemeinsam schöne Familienurlaube, meistern zusammen mehrere durch die Arbeit des Vaters verursachte Umzüge und entwickeln sich trotz unterschiedlicher Charaktere stets miteinander und nicht auseinander.

Und doch wird in ihren 20ern schnell klar, dass die Krankheit der Mutter bei Susanne größere Spuren hinterlassen hat, als bei Bettina. Susanne scheitert daran beruflich Fuß zu fassen, auch zwischenmenschlich zieht sie sich immer mehr zurück. Bis es zu dem Tag kommt, an dem Bettina ihre geliebte Schwester verliert.

Dieses Buch ist schmerzvoll, zärtlich und unfassbar ergreifend. Die Art wie Flitner von ihrer Familie erzählt, hat mich sehr berührt und beeindruckt. Stilistisch würde ich niemals denken, dass es Flitners erster Roman ist. Flitners Erzählung fühlt sich an wie ein Befreiungsschlag in ihrer persönlichen Trauerverarbeitung, ich fühle mich geehrt und tief bewegt, als Leser daran teilnehmen zu dürfen. Ein Buch, das mich bestimmt noch lange beschäftigen wird und für mich ein absolutes Jahreshighlight.

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Bettina hat gerade Besuch von einer guten Freundin, als ein Anruf von ihrem Vater ihr ganzes Leben aus der Bahn wirft.

Mit diesem Anruf, der Nachricht vom Selbstmord ihrer älteren Schwester beginnt das Buch und eine wahnsinnig, wunderbar berührende Reise in die Vergangenheit beginnt. Die Autorin gibt uns Lesern intime Einblicke in ihre Kindheit, Jugend, das Erwachsenenalter. Immer eng verbunden mit ihrer Schwester, ihren Eltern und Großeltern. Sie beschreibt Allragssituationen so plakativ, dass ich quasi hinter den Beiden hergeschlichen bin, um heimlich in den Schrank zu schauen. Ich hatte fast ein Deja vu, auch ich kenne diese Situation. Bei mir war es der kleinere Bruder mit dem ich die Treppe herunter geschlichen bin und auch wir wussten genau, welche Stufe man meiden muss, um nicht durch das Knarren das ganze Haus aufzuwecken. solche Szenen sind so humorvoll beschrieben, dass man automatisch schmunzeln muss.

Das ganze Buch ist durchzogen von solchen Erinnerungen, leider aber nicht nur von glücklichen. Die Autorin beschreibt offen auch das schwierige Familienleben, wie beispielsweise die Depression der Mutter, oder die Anforderungen, die die Eltern an ihre Töchter stellen.

Die Autorin nutzt ihre Erinnerungen als Trauerbewältigung, immer im Hintergrund die Frage nach dem Warum, danach, ob man mehr hätte tun können, sollen, danach, ob man Anzeichen übersehen hat. Es ist ein wenig die Aufarbeitung von Schuldgefühlen, wie sie sicher jeder nachvollziehen kann, der Angehörige mit einer psychischen Erkrankung hat.

Ein sehr berührendes Buch, mit viel Herz geschrieben, ohne dabei rührselig zu werden, oder die Erinnerungen zu verklären. Sensibler Umgang mit dem Thema Depression und Suizid.

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Eine sehr sensibel erzählte, facettenreiche Familiengeschichte. Sehr bewegend die sich ganz allmählich verändernde Seelenlage der Schwestern im Beziehungsgeflecht mit den Eltern und anderen Familienangehörigen. Feine Signale kündigen die tragische Entwicklung an. Vergleichbar großartiger Text wie Selges „Hast du uns endlich gefunden“.

Kundinnen und Kunden unserer Buchhandlung, die großteils sehr offen sind für die schwierigeren Themen, haben sofort das Spezielle an diesem Buch erkannt.

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Bettina Flitner schreibt über das Leben ihrer Schwester, die sich im April 2017 das Leben genommen hat. Sie schreibt über die gemeinsame Kindheit, in der sie sich so nahe standen, sich alles anvertrauten, alle Geheimnisse miteinander teilten. Sie schreibt auch über ihre Eltern. Die Mutter mit ihren immer wieder auftretenden depressiven Episoden, die genau wie ihre eigene Mutter Suizid begeht. Der Vater, der wenig greifbar und präsent ist. Die Ehe der beiden, die immer weiter auseinander bricht.
Im Laufe der Jahre wird auch die Verbindung zwischen der Autorin und ihrer Schwester geringer, sie ist nicht mehr die erste Ansprechpartnerin.
Hätte sie trotzdem die drohenden Anzeichen erkennen können oder sogar müssen? Hätte sie es verhindern können? Sie beginnt die Geschichte aufzuschreiben in der Hoffnung auf Antworten.
Ich empfand das Buch von Bettina Flitner als sehr eindrücklich, sehr kraftvoll und sehr ehrlich. Sie spricht offen darüber, wie es sich für Angehörige anfühlt, wenn ein Familienmitglied unter Depressionen leidet. Die Angst, aber auch die Wut und die Unsicherheit. Flitners Schreibstil fesselt, berührt.
Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass im Anschluss an die Geschichte weitere Informationen zum Thema Suizid oder zumindest Möglichkeiten genannt werden, wo suizidgefährdete Menschen Hilfe bekommen. Denn das Buch kann bedrückend wirken, wenn man selbst gerade besonders sensibel ist oder eine schwere Zeit hat.
Aber es ist immer wieder gut, wenn über das Thema Suizid öffentlich gesprochen wird. Nur so ist eine Enttabuisierung möglich.

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Wenn die Depression ihre Mutter überwältigte, war es als ob eine Schar Raben um deren Kopf flog. Ihn völlig bedeckte. Am Anfang beim ersten Vogel versucht sie noch alles niederzukämpfen. Sie lächelt, aber hinter dem Lächeln ist die Angst. Warum kämpft sie nicht dagegen an ? Das sind die Bilder, die beim Beenden des Buches gerade bei mir hängen geblieben sind. Ein Text, der mich einige Stunden gefangen genommen hat. Die Geschichte der Familie von Bettina Flitner. Das Schicksal ihrer Mutter und ihrer Schwester, die beide schlussendlich Selbstmord begingen. Ein sehr ehrlicher Text, der die Jugend der beiden Mädchen in den 70er Jahren beschreibt, zwischen Waldorf Schule und Ahoi Brause den vielen Liebschaften von Vater und Mutter. Die Depression der Mutter und die Unbeständigkeit des Vaters prägten die Schwestern. Dies alles schrieb sich die Autorin und Fotografin von der Seele und ich denke es wirkte auch befreiend. Ein Buch, herausragend und wirklich lesenswert.

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"Meine Schwester" von Bettina Flitner ist ein wundervolles Buch. Das Schicksal der Mutter und der Schwester sind sehr einfühlsam beschrieben. Der Wechsel der Zeiten ist gut gemacht und nachvollziehbar.
Ich kann dieses Buch sehr empfehlen. Vidlen Dank

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💐💐💐💐💐💐💐💐💐
„Meine Schwester“
von Bettina Flitner
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▶️ „Als die Fotografin Bettina Flitner vor einigen Jahren vom Suizid ihrer geliebten Schwester erfuhr, waren die ersten Reaktionen Schock, Lähmung und Verzweiflung. Doch dann entschied sie sich zum Erzählen. Das Ergebnis ist ein tief bewegender, meisterhafter Text, ein Buch der Befreiung.“

▶️ Diesen Worten kann ich mich nur anschließen! Ein großartiges Buch! ❤️❤️❤️ Ich konnte es seit gestern nicht aus der Hand legen… Trotz der ernsten und traurigen Thematik ist es ein sooo schönes Buch! Wirklich kein „Depri-Buch“, sondern ein Buch, dass ich sehr, sehr gern gelesen habe.

Bettina Flitner erzählt von ihrer Kindheit gemeinsam mit ihrer vier Jahre älteren Schwester Sanne und findet so wunderschöne Worte. Auch das Bild mit den schwarzen Raben, das sie nutzt, fand ich in seiner Prägnanz ganz wunderbar. Ich hatte ein großartiges Leseerlebnis und kann dieses Buch von ganzem Herzen empfehlen! ❤️

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Mit ihrem Prosatext "Meine Schwester" wagt sich die Fotografin Bettina Flitner an ein Thema, das noch häufig mit Tabus belegt ist - der Beschäftigung mit dem Tod. Als ihre Schwester 2018 Selbstmord begeht, kann die Autorin diesen Verlust zunächst kaum verkraften. Mithilfe des Schreibens nähert sie sich langsam und behutsam dieser unaussprechlichen Trauer und Hilflosigkeit. Bewegend, klar und schnörkellos erzählt sie von der gemeinsamen Kindheit und Jugend und begibt sich damit auf eine Zeitreise, die ihr am Ende den gewünschten Seelenfrieden bringt. Ein sehr lesenswerter Text, der mich tief beeindruckt hat.

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Die Autorin setzt sich mit dem Freitod ihrer Schwester auseinander. Mit Depressionen die in ihrer Familie verwurzelt sind und der Großvater schon drunter gelitten hat. Dabei fühlt man sich der Familie ziemlich nah und die Autobiographie behält eine besondere Leichtigkeit die man bei anderen Biographieen nicht findet.

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Bettina Flitters Buch über die Beziehung zu ihrer Schwester und über ihre Familie hat mich zu Anfang sehr gefesselt. Je länger ich darin laß, je näher ich dem unvermeidlichen Ende kam, das schon vorweggenommen war, desto weniger Lust hatte ich weiter zu lesen. Bettina Flitner ist eine sehr gute Autorin, ihr Schreibstil hat mich bei einem Erstlingswerk dieser Art überrascht und berührt. Ich habe nur leider meine Schwierigkeit mit episodenhaft erzählten Familiengeschichten, würde es aber definitiv Jedem empfehlen, wenn man sich mit Depression auf eine offene und alltägliche Weise auseinander setzen möchte.

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Bettina Flitner verliert 2017 ihre Schwester durch Suizid. In ihrem Buch geht es aber nicht vordergründig um den Selbstmord, auch wenn dieser natürlich permanent über der Geschichte schwebt, sondern Bettina erinnert sich an ihre Kindheit und Jugend. Auch auf der Suche nach dem Warum.

Die Autorin beschreibt eindringlich und berührend verschiedene Episoden des Lebens mit ihrer Schwester und ihren Eltern. Es zeichnet sich ein Bild keiner einfachen Kindheit. Schon Mutter und Großvater waren von Depressionen betroffen. Auch um die Ehe der Eltern war es nicht gut bestellt. Und mittendrin Bettina und ihre Schwester. Zudem hat sich auch Bettinas Mutter das Leben genommen. Es scheint eine Spirale zu sein, in der ihre Schwester gefangen war und keinen anderen Ausweg sah.

Bettina gewährt einen tiefen und sehr persönlichen Einblick in ihr Leben und das ihrer Schwester. Es war, als stünde ich als Leser mit im Zimmer oder säße mit im Auto. Der Erzählstil ist anschaulich und einnehmend, eindringlich. Bettina wechselt immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Nicht immer wusste ich sofort, an welchem Zeitpunkt ich gerade bin.

Letztendlich gibt es nicht die eine Antwort, es gibt viele Antworten und noch mehr Fragen. Selbstmord ist heute oft noch ein Tabuthema. Bettina Flitner bricht mit diesem Tabu und lässt den Leser schnörkellos an ihrem Innenleben teilhaben.

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Sehr gut gefallen hat mir die autobiografische, romanhafte Schilderung der 1961 geborenen Fotografin Bettina Flitner. Sie gibt einen interessanten Einblick in ihre Kindheit und Jugend in einer linksliberalen Familie, der durch die depressiven Phasen der Mutter durchzogen war. Sehr lesenswert!

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Ausgehend vom Suizid ihrer Schwester erzählt Bettina Flitner die Geschichte ihrer Familie in den 60er und 70er Jahren. Der Einblick in das libertinäre Treiben eines bildungsbürgerlichen Paares, das letztlich mit seinen Freiheiten und der Depressionserkrankung verschiedener Familienmitglieder überfordert ist, ist sehr einfühlsam geschrieben und liest sich spanned wie ein Roman. Unbedingt zu empfehlen!

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Eines Abends kommt der Anruf, vor dem sie sich schon so lange gefürchtet hat. Ihre Schwester hat sich das Leben genommen, genauso wie damals ihre Mutter.

Bettina Flitner denkt zurück an die gemeinsame Kindheit, ihren Erlebnissen, an ihre Eltern. Wann war der Punkt als ihre Mutter beschlossen hatte sich das Leben zu nehmen, wie konnte es bei ihrer Schwester dazu kommen. Hätte sie etwas anders machen können.

Flitner schreibt einen ruhigen aber beeindruckenden Roman, der zeigt, das trotz Veränderungen in ihrem Leben, sie ihre Schwester geliebt hat und sich auch immer für sie verantwortlich gefühlt hat. Sie zeigt aber auch die Zerrissenheit in dem Verhältnis zu den Eltern.

Von mir eine klare Leseempfehlung!

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Ehrlich und berührend

«Da waren sie wieder. Die schwarzen Raben. Meine ganze Kindheit und Jugend über waren sie da. Sie kündigen sich nicht an. Sie näherten sich langsam, aber unaufhaltsam. Und dann waren sie da, ließen sich draussen auf den Bäumen nieder. Sie warteten, bis es so weit war. Und mit einem Schlag waren sie im Haus. Sie setzten sich überallhin, in die Küche, an den Esstisch, auf das Sofa. Sie waren im Flur, auf der Treppe und im Badezimmer. Sie saßen da, und sie blieben. Wie lange sie bleiben würden, wusste man nie. Einen Monat. Drei Monate. Oder länger?»

Bettina Flitner verlor 2017 ihre ältere Schwester durch Suizid. Jahre zuvor hatte sie ihre Mutter auf die selbe Weise verloren. Nun teilt sie ihre Geschichte. Sie erzählt vom Aufwachsen in Köln, dem Jahr in New York City, den Beziehungsproblemen der Eltern, den Ängsten der Mutter und später der Schwester, den Aufenthalten in der Psychiatrie. Sie erzählt von den schwarzen Raben, die sie so gut kennt. Und obwohl sie die Raben schon so oft gesehen hat, weiss sie nicht, wie man sie verjagen kann.

Flitners Biographie hat mich sehr berührt. Ihr Schreibstil ist ehrlich, teils poetisch, und immer schonungslos. Obwohl sie nie Depressionen erlebt hat, schafft sie es mit den schwarzen Raben doch unglaublich treffend, diese zu beschreiben. Danke, Frau Flitner, dass Sie über dieses Thema sprechen. Dass Sie die Familiengeschichte öffentlich machen. Ich schätze das sehr, wie hoffentlich viele andere Leser auch. Ein sehr wichtiges, gutes, berührendes, trauriges Buch.

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Ein Buch, das in die Tiefe geht. Trotz der tragischen Umstände, gelingt Flitner eine tolle Herangehensweise an das Thema Tod, die nie arg runterzieht und immer auch etwas Abstand zulässt. Ihr Schreibstil hat mir zudem sehr gut gefallen.

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Am Anfang stellt sich Betina Flitner die Fragen: Warum? Was hätte man tun können? Was hätte ich tun können? Hätte ich etwas merken sollen?

Das Buch liest sich, als würde man einer guten Freundin zuhören. Die Erzählungen sind ehrlich und ungeschönt. Die Nähe, die dadurch zur Leserin und zum Leser entsteht, schafft Betroffenheit. Mit ihrem Schreibstil schafft Bettina Flitner mühelos Gefühle zu transportieren, schöne wie solche, die nur schwer auszuhalten sind. Ich konnte das teilweise bedrückende Familienklima gut nachfühlen. Sie schont ihre Leser*innen nicht. Es schmerzt zu Lesen, wenn die Großmutter vor versammelter Familie, ihre Schwiegertochter ermahnt Susanne sei zu dick und sollte weniger Zucker essen. Beim Lesen spürte ich oft die Sehnsucht der beiden Schwestern nach Stabilität, Halt und bedingungslose Liebe.
In ihrem Buch gibt es aber auch viele Situationen in der Kindheit, die auch liebevolles und ja fast tragikomisches beinhalten. Dabei ziehen die zwei Schwestern in teils naiver Weise, ihre Schlüsse. Es sind Schlüsse, die nur Kinder durch die genaue Beobachtung ihrer Eltern ziehen können, die schon Risse und einen kommenden Abgrund erahnen lassen.
Auf die Fragen, die sich wahrscheinlich viele stellen, die einen geliebten Menschen durch einen Suizid verloren haben, gibt es keine Antworten. Am Ende steht die Erinnerung an ihre geliebte Schwester und noch mehr: Der Befreiungsschlag von der Familie und das Versöhnen mit dem Schmerz
Ein Buch, das mich zutiefst bewegt hat und dass noch lange nachwirkt. Ein wichtiges Buch über das Tabuthema Depressionen und Suizid.

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