Ein Jahr hat keine Zeit

Gedichte

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Erscheinungstermin 04.11.2021 | Archivierungsdatum 01.06.2022

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Zum Inhalt

»Herr Hauptmann, ach, o halten Sie doch jetzt die Fresse, in diesem Augenblick ertrag’ ich Unsinn nicht!« – Heinrich Bölls lyrisches Werk.

Wenn man an Heinrich Böll denkt, denkt man an Prosa. Und doch hat er zeitlebens auch Lyrik geschrieben, von den jungen Jahren an bis ins hohe Alter. Die Gedichte sind kein Nebenprodukt seines Schreibens, sondern wichtiger Werkbestandteil. Diese bibliophile Ausgabe macht sie zum ersten Mal sorgsam ediert verfügbar. Böll als Lyriker entdecken, heißt, einen Autor in seiner Stimmfindung erleben. Angefangen bei den ersten lyrischen Gehversuchen, in denen deutlich sein früher Lektürekanon mitschwingt (und sich alles ordentlich reimt!), über freie Klangexperimente wie dem Gedicht »Preußentum« (1938), das seinen Gegenstand in eine absurd-militaristische Lautfolge zerlegt – »Ra Ta, / Tra Ra / Ra Ta Ta! […] Romm, Bomm, Bomm …« – bis zu den späteren Texten, aus denen ein Böll spricht, den man im Ohr zu haben meint: mit all seinem warmen und doch immer scharfzüngigen Humor, seiner gelassenen Menschenfreundlichkeit, seiner politischen Wachsamkeit.

Die Veröffentlichung einer so umfassenden Auswahl mit teils unveröffentlichtem Material ist eine Premiere. Und ein Geschenk für alle, die Böll bereits gut kennen oder auch über die kurze Form neu kennenlernen möchten.

»Herr Hauptmann, ach, o halten Sie doch jetzt die Fresse, in diesem Augenblick ertrag’ ich Unsinn nicht!« – Heinrich Bölls lyrisches Werk.

Wenn man an Heinrich Böll denkt, denkt man an Prosa. Und doch...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462002249
PREIS 18,69 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Politische, katholische, gesellschaftskritische Gedichte von 1936-1985. Im Anhang wird die Lyrik in die geschichtlichen Zusammenhänge gebracht.

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Wer kennt ihn nicht, den Literaturnobelpreisträger von 1972, Heinrich Böll (1917-1985)? Wer an ihn denkt, denkt an „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ oder an „Ansichten eines Clowns“. Doch Heinrich Böll hat auch zeitlebens Lyrik geschrieben. Nicht als bloßen Zeitvertreib oder als Nebensache. Nein, man muss viele dieser Gedichte, die ab 1936 entstanden sind, als eigenständigen Bestandteil seines Schaffens sehen.

Bölls Lyrik ist selten liebesschwülstig. Im Gegenteil, zahlreiche Werke muten militärisch, martialisch an. So gemahnt das Gedicht „Preußentum“ aus 1938 mit seinem „Ra Ta, Tra Ra, Ra Ta Ta! ... Romm, Bomm, Bomm“ an jene Geräusche, die wenige Jahre später zum Alltag gehören werden - die Geräusche des Todes durch Gewehrfeuer.

Es ist René Böll, dem Sohn und Nachlassverwalter, von Heinrich Böll zu verdanken, diese Gedichte lesen zu dürfen.

Ich gebe ja zu, dass Lyrik nicht zu meinen bevorzugten Genres zählt. Doch diese Experimente der Sprache erinnern an Christia Morgenstern oder Ernst Jandl, die gerne gelesen habe.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser mir bislang unbekannten Seite von Heinrich Böll 5 Sterne.

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Heinrich Böll – Ein Jahr hat keine Zeit: Gedichte

In dem Gedichtband „Ein Jahr hat keine Zeit“ lernen wir Heinrich Böll noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Fernab von seinen Prosatexten wie „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, „Ansichten eines Clowns“ oder „Gruppenbild mit Dame“.

Insgesamt ein interessanter und umfassender Eindruck, den man von Bölls lyrischen Werken bekommt.

Mit seinen Gedichten lässt er ganz andere Facetten erkennen. Ein Genre, in dem er sich ebenfalls zu Hause zu fühlen schien – so kommt es bei mir an. Die Gedichte lesen sich flüssig im Takt, beinahe, als hätte er das schon immer gemacht. Und das hat er in gewisser Art und Weise auch. Die lyrischen Texte reichen von 1936 – 1985. Lyrik aus seinen jungen 20ern bis zu seinem Tod.

Sein lyrisches Ich verleiht seiner (protestreichen) Meinung deutlich Ausdruck:

Themen sind in den frühen Jahren zunächst u.a. antimilitärisch, die NS-Kritik, Empathie für viele verschiedene „Randgruppen“ (u.a. „Vagabunden“, „junge Dirnen“) und die Ungerechtigkeit gegenüber derer.
In seinen späteren Gedichten, widmet sich das lyrische Ich der Stadt Köln (der Veränderung nach dem Krieg, den wuchernden Lebenshaltungskosten – schon damals!), der Kritik an der katholischen Kirche und der Kritik am Kalten Krieg/ den Bundeswehreinsätzen – spricht über die unnützen Toten.
Die abschließenden Gedichte sind zum Teil welche, die Böll privat für Freunde/ Familie geschrieben hat, z.B. zum Geburtstag, häufig jedoch mit aktueller Thematik.

Jochen Schubert und Dr. Gabriele Ewenz setzen die Gedichte zum Schluss noch einmal in einen zeitlichen/ biografischen Kontext – in zwei Etappen. Danach wird jedes Gedicht noch einmal datiert und wenn Informationen vorhanden, in einen eigenen Kontext gesetzt.

Eine tolle Ergänzung in dem Lyrikband sind die Faksimiles. Wir erhalten in Form von fotografischen Reproduktionen eine Idee davon, wie Heinrich Böll geschrieben hat (bzw. welche Urformatierung die Gedichte hatten, als sie für den Band gesammelt wurden). Mal sehen wir ein Gedicht komplett handschriftlich geschrieben, mal abgetippt und handschriftlich bearbeitet. Spannend!

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Ich muss leider zugeben, dass mir etliche Gedichte verschlossen geblieben sind, Leider fehlt mir hier das Detailwissen um die Biographie Heinrich Bölls, ebenso sein täglicher Umgang mit Zeitgenossen und Weggefährten, auf die sich einige seiner Gedichte beziehen. Was mich sehr beeindruckt hat, ist die Stärke, mit der er bestimmte Themen zum Ausdruck bringt - sein tiefer Glauben zum Beispiel, der ja häufig mit der katholischen Amtskirche in Konflikt geriet. Oder seine tiefe Abneigung gegen alles Militärische. Was bleibt, ist seine Zugewandheit den Menschen gegenüber.

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