Auf Basidis Dach

Über Herkunft, Marokko und meine halbe Familie

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Erscheinungstermin 07.10.2021 | Archivierungsdatum 05.03.2022

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Zum Inhalt

Mona Ameziane und was Marokko für sie bedeutet – das Debüt einer brillanten Erzählerin.

Zuhause ist für Mona Ameziane der Norden des Ruhrgebiets, aber auch der Norden Marokkos. In ihrem ersten Buch erzählt sie vom Aufwachsen zwischen zwei Kulturen, die mehr zu trennen scheint als drei Stunden Flugzeit, von abenteuerlichen Taxi-fahrten durchs Atlasgebirge und von einer leeren Dachterrasse voller Erinnerungen.

Als Mona ihren Vater fragt, wie oft sie wohl schon in Marokko war, denkt er nur kurz nach und antwortet: »Nimm einfach dein Alter mal eineinhalb, das müsste passen.« Wie genau er auf diese Formel kommt, weiß sie nicht, aber sie ist fest entschlossen, noch mehr Fragen zu stellen. Nicht nur ihrem Vater, sondern auch sich selbst und dem Land, das für sie schon immer mehr war als für die meisten Menschen in Deutschland. Mehr als Urlaubsziel oder »Herkunftsland« in der Zeitung nach einem Terroranschlag – mehr als oberflächliche Orientromantik und rassistische Stereotypen. Ihre Suche führt sie nach Fes zum Haus ihrer Großeltern, nach Agadir, wo sie die reichste Seite des Landes kennengelernt hat, und in abgelegene Dörfer, in denen Menschen beim Wort »Europa« nur verständnislos mit den Achseln zucken.

In wundervollen Episoden erzählt Mona Ameziane klug und sympathisch von einem Marokko, das uns weder der Reiseführer noch das »Auslandsjournal« zeigen können.

Mona Ameziane und was Marokko für sie bedeutet – das Debüt einer brillanten Erzählerin.

Zuhause ist für Mona Ameziane der Norden des Ruhrgebiets, aber auch der Norden Marokkos. In ihrem ersten Buch...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462000993
PREIS 15,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Die Moderatorin und Journalistin Mona Ameziane ist, wie viele Menschen in Deutschland, Kind zweier Kulturen. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater Marokkaner – beide haben sich in Frankreich kennengelernt. Mona wächst mit beiden Kulturen auf, doch verbindet sie mit Marokko größtenteils Urlaubserinnerungen. Mit ihrem Buch „Auf Basidis Dach“ macht sie sich auf ins Land ihres Vaters und der Vorfahren väterlichseits um ihre Wurzeln noch besser zu verstehen und auch, sie uns Lesern näherzubringen. Denn Marokko bedeutet für sie nicht nur orientalische Urlaubsträume oder stereotypische Klischees, sondern auch ganz besondere Erfahrungen. Und somit nimmt sie uns Leser mit auf eine Reise dorthin. Ihr sehr bildhafter Schreibstil trägt dazu bei, einzutauchen in ein Marokko, das man vielleicht noch nicht so kennt, aber dem man nun einen Schritt näher gekommen ist. Bei ein paar Stellen musste ich herzhaft lachen, einfach weil ich genau so eine Situation selbst kenne oder erlebt habe.

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Mona Ameziane nimmt uns Leser*innen in ihrem Roman 'Auf Basidis Dach' mit auf eine Reise. Eine Reise nach Marrokko, eine Reise in ihre Vergangenheit und in die Vergangenheit ihrer marrokkanischen Familie. Als Leserin ohne marrokkanische Wurzeln habe ich unglaublich beim Lesen der Lektüre gelernt. Einerseits natürlich über Monas Familiengeschichte, aber auch über die Kultur, Land und Leute. Selbst auf Google Maps war ich dann doch viel mehr (und viel länger :D!) unterwegs als ich das vor dem Lesen gedacht hätte. Viele Gefühle, die Mona beschreibt, kann ich trotz anderer Herkunft total gut nachempfinden; vielleicht auch, weil Mona es einerseits schafft, so zu schreiben, dass man sich als Leser*in wirklich mitgenommen fühlt, andererseits sicher wegen meines eigenen familiären Backrounds. Mona Ameziane schafft es, so zu schreiben, wie man sie aus dem Radio und ihren Instagram Stories kennt: frisch, frei und total mitreißend. Man langweiligt sich auf keiner Seite des Buches, im Gegenteil. Ich persönlich bin sehr dankbar, dass ich diesen Roman, diese Geschichte(n) lesen durfte. Und ja, ich bin jetzt erst recht neugierig auf Marrokko. Eine ganz klare Leseempfehlung!

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Eine Hommage an Marokko und den Vater der Autorin "Siehst du, was ich meine?" fragt mein Vater, als wir wieder auf dem Platz stehen. "Dafür hätten wir sie bei dem anderen sicher nicht mehr bekommen, nachdem du Deutsch gesprochen hast." "Kann sein", erwidere ich, "aber es fühlt sich einfach nicht gut an wenn man schlechter behandelt wird, nur weil man aus einem anderen Land kommt." Ich verknote die Henkel der Tüte und hänge die Schlaufen um mein linkes Handgelenk. "Das brauchst du mir nicht sagen", antwortet mein Vater und klingt plötzlich einen Hauch ernster. Ich folge Mona Ameziane schon seit ihrer Zeit bei "Stories" von Funk. Vor allem deswegen bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. "Auf Basidis Dach" ist ihr erstes Buch, eine Mischung aus Biographie und Reisebericht. Sie erzählt von ihrem Vater, der aus Marokko stammt und der während des Studiums in Paris eines Sommers ihre Mutter, eine Deutsche, kennenlernte. Mona wuchs im Ruhrgebiet auf, in den Ferien flog die Familie stets nach Marokko zu den Großeltern. So viel verbindet sie mit diesem Land, und doch fühlt sie sich manchmal nur als Besucherin. Mona Ameziane hat einen mitreißenden Erzählstil. Sie exploriert in diesem Buch, was Heimat für sie bedeutet. Sie arbeitet ihre Kindheit auf, dieses Leben in zwei Welten, und sie merkt, wieviel ihr Vater eigentlich für die Familie aufgegeben hat. Das Buch ist eine Hommage an ihren Vater, der ein sehr kluger und interessanter Mann zu sein scheint und wirklich stolz auf seine Tochter sein kann. Das Buch ist aber auch eine Hommage an Marokko. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen. Ameziane hat ein beeindruckendes Debüt vorgelegt und ich hoffe, dass noch viele weitere Bücher folgen werden.

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Mona Ameziane könnte den Lesern bekannt sein als Moderatorin der 1live Stories, als Reporterin für Neueinhalb oder als jemand, der auf Instagram sehr gute Bücher empfiehlt. Mit Auf Basidis Dach hat sie nun ihr erstes eigenes Buch geschrieben und beschreibt darin, was ihr Marokko, die Heimat ihres Vaters bedeutet. Herkunft, Familie und Identität sind Themen, die sich wie rote Fäden durch die Episoden ziehen, in denen Ameziane über ihre Kindheit und Jugend spricht, die Bedeutung ihrer Familie in Marokko, insbesondere ihre Großeltern, über Alltagsrassismus, die Bedeutung von Religion in ihrem Leben und im Leben ihrer Familie und über eine Reise nach Marokko. Mona Ameziane kann schreiben und das wirklich richtig gut: Ich habe das Buch geradezu verschlungen und habe sehr viel sehr bildhaft vor Augen gehabt. Das Buch erzählt so offen und ehrlich, humorvoll und kritisch, emotional und bildreich, dass es wirklich ein Lese-Vergnügen war. Zwischen Kapiteln, die wie ein sehr ehrlicher Reisebericht wirken, sind Anekdoten aus ihrer Kindheit und Jugend, zwischen Marokko und dem Ruhrgebiet, Bewertungen der beiden Religionen, mit denen sie aufgewachsen ist, die ihr aber dennoch nicht aufgedrückt wurden, Rassismus-Erfahrungen, Privilegien, die Suche nach Heimat. Es wirkt wahnsinnig authentisch, diese Gefühle für ihre zwei Heimaten, die Beziehung zu ihrem Vater und seiner Familie, die geschilderte marokkanische Kultur.

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Mona Ameziane teilt das Schicksal vieler Nachkommen mit dem Stempel „mit Migrationshintergrund“: gefühlt hat sie mehrere „Heimaten“ – doch nirgendwo ist sie zu 100% daheim. In „Auf Basidis Dach“ begibt sie sich gemeinsam mit ihrem marokkanischen Vater, den einst die Liebe zu ihrer Mutter nach Deutschland verschlagen hat, auf eine reale und gedankliche Reise in das Land ihrer Vorfahren väterlicherseits. Mich hat das grundsätzliche Konzept von „Auf Basidis Dach“ sofort an das großartige „Herkunft“ von Saša Stanišić erinnert. Entsprechend begeistert war ich, als Mona Ameziane bereits zu Beginn ihres Buches genau dieses Werk erwähnt hat. Während „Herkunft“ eher poetisch und teilweise an Märchen und Fabeln erinnernd daher kommt, ist „Auf Basidis Dach“ bodenständiger und weniger melancholisch. Die Grundproblematik bleibt dieselbe: Wo sind meine Wurzeln? Wo bin ich zu Hause? Warum werde ich nicht als „echte/r Deutsche/r“ akzeptiert? Ich finde es immer wieder spannend, von dieser grundsätzlichen Frage mit hohem Spaltungspotential zu lesen. Und auch unglaublich wichtig. Denn als weiße Person mit deutschen Eltern (und abgesehen von ein paar Auswanderern in die USA so rein gar keinen „nicht deutschen“ Verwandten), ist es so unglaublich wichtig, sich immer wieder seiner rein durch Glück in der Geburtslotterie zugewiesenen Privilegien bewusst zu werden. Seinen Horizont dadurch zu erweitern, dass man zumindest versucht, sich in Menschen hineinzuversetzen, die nicht wie aus der Pistole geschossen sagen können: „Heimat? Das ist mein 150-Seelen-Dorf in der schwäbischen Provinz“. Genau bei diesem Prozess hilft „Auf Basidis Dach“. Denn Mona Ameziane versucht, herauszufinden, wie viel Deutschland und wie viel Marokko in ihr steckt. Welche „Vorteile“ das eine und das andere Land hat. So hat sie z.B. ein komplettes Schuljahr in Marokko verbracht, allerdings ist sie sich unsicher, ob sie dort – in einer Blase der „rich kids“ – wirklich das wahre Marokko kennengelernt hat. Dazu gehören nämlich auch Orte wie das Heimatdorf ihrer Großmutter, das auf keiner Landkarte zu finden ist und wo die Menschen keine Ahnung haben, was dieses „Europa“ eigentlich bedeutet. Während ich Mona Amezianes klaren und flüssigen Schreibstil als super angenehm zu lesen empfunden habe, lässt mich der Aufbau des Buches ein bisschen ratlos zurück. Manchmal wusste ich nicht so recht, wo genau sie mit dem Buch hin will. Insbesondere das Ende hat mich überrascht, denn es kam für mich sehr plötzlich und ohne Vorwarnung. Andererseits war das Buch so definitiv nicht zu lang. Von diesem kleinen Kritikpunkt abgesehen, mochte ich „Auf Basidis Dach“ sehr gerne. Denn ich finde es wichtig, dass über Themen wie „Heimat“ oder „Herkunft“ eine ernstzunehmende und wertschätzende Diskussion in Gang kommt. Denn nur so kommen wir irgendwann vielleicht zu dem Schluss, dass diese Begriffe überbewertet sind und dass andere Dinge Menschen viel mehr auszeichnen.

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Inhalt Mona Ameziane ist in Deutschland aufgewachsen, fühlt sich aber mit der Heimat ihres Vaters, Marokko, ebenfalls stark verbunden. In ihrem Debüt erzählt sie, wie es ist zwischen zwei Kulturen zu stecken und was Marokko für sie so besonders macht. Sprache Ich bin sehr begeistert davon wie kurzweilig dieses Buch aufgebaut ist. Eigentlich begleitet man Mona auf einer ihrer Reisen nach Marokko. Sie zeigt Land und Leute, spricht über Kultur und Religion. Doch immer wieder springt man in Monas Vergangenheit und erfährt, wie es war in Deutschland aufzuwachsen, aber sich trotzdem Marokko verbunden zu fühlen, aber auch wie sie einige Zeit in Marokko zur Schule gegangen ist und welche Eindrücke und Erfahrungen sie dort gesammelt hat. Einziger Nachteil hieran war für mich, dass ich manchmal nach Absätzen erst herausfinden musste spricht noch die jugendliche Mona aus der Vergangenheit oder sind wir schon wieder bei der Erwachsenen in der Gegenwart. Meist war das aber schnell geklärt. Zwischendurch gibt es auch immer wieder interessante Fakten, Zitate oder Lebensweisheiten zu entdecken. Außerdem werden kritische Fragen über Kultur, Religion und Tradition gestellt, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Besonders beeindruckt hat mich Kapitel 6 in dem es um Vorurteile und Ängste gegenüber dem Islam geht. Und Kapitel 15 in dem sie eine für mich perfekte Beschreibung für Trauer findet. Überhaupt findet sie für so viele Dinge, die passenden Worte und passenden Beschreibungen oder Vergleiche. Mona Ameziane schreibt unglaublich lebendig - und im Leben gibt es eben alles: Freude, Trauer, Wut, Humor, Unverständnis, Hoffnung. All das spürt man in dieser Erzählung. Fazit Weder hätte mich das Cover angesprochen, noch liegt das Genre in meiner Komfortzone. Doch Mona Ameziane macht auf Instagram so einen sympathischen Eindruck und ich mag ihre Art Dinge zu beschreiben, dass ich unglaublich neugierig auf ihr Debüt war. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mona Amzeziane nimmt uns in diesem Buch mit auf eine Reise durch Marokko, die aber nicht alles schön malt. Sie zeigt auch die hässlichen Seiten, stellt wichtige, manchmal unangenehme, Fragen und hat mich damit sehr beeindruckt.

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Als waschechtes Sektorkind gehört der Radiosender 1Live zu meinem täglichen Leben dazu wie der Weg zur Arbeit, wo eben dieser Radiosender immer läuft. Und Sonntags. Da läuft er auch immer, denn dann ist Mona Amizane mit ihrer Sendung Stories am Start wo sie immer über ganz großartige Bücher spricht. Als ich auf Instagram gesehen habe, dass sie nun selbst ein Buch veröffentlicht war mir klar: MUSS ICH LESEN. Auch wenn es sowas von unfassbar weit weg aus meiner Komfortzone ist. Aber ich dachte mir, wenn sie nur ansatzweise so ein tolles Buch schreiben kann wie sie Dinge im Radio erzählt, dann kann es nur gut werden. Und was soll ich sagen? Es war gut. So, so gut! Ein erfrischender Einblick in die Kultur von Marokko, ein Land was nun definitiv auf meiner Wanderlust Liste ganz weit nach oben gerutscht ist. Monas unfassbar toller Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich ganz oft das Gefühl hatte auch auf Basidis Dach zu sein ( nicht unbedingt als es dem Schaf an den Kragen ging 😣😉 ), und sobald Autor:innen sowas schaffen, bin ich Feuer und Flamme für ein Buch. Aber nicht nur Marokko war ein großes Thema, sondern auch Monas Erfahrungen mit Rassismus oder für mich wahnsinnig interessant, das Thema Islam und was die Terror Anschläge in Paris vom November 2015 mit ihr gemacht haben. Liebe Mona, falls du das lesen solltest: Vielen Dank für dieses wundervolle Buch und das du mich aus meiner Romance ( New Adult um genau zu sein. Ich weiß, magst du nicht ;) ) Komfortzone rausgeholt hast.

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Zum Inhalt: Mona Ameziane ist ein Kind zweier Welten. Einerseits des Ruhrgebiets, andererseits Marokkos. Die Autorin erzählt in ihrem Buch vom Aufwachsen zwischen den Kulturen. Die Kulturen sind so unterschiedlich und dennoch verbinden sie auch durch die Menschen, die eben Beziehungen zu beiden Kulturen haben. Meine Meinung: Eigentlich hatte ich keine rechte Vorstellung, was mich bei dem Buch erwartet. Gerade auch das Cover springt einen nicht gerade an. Aber neugierig wear ich dennoch auf das Buch und wurde letztendlich nicht enttäuscht, denn die Autorin berichtet sehr lebhaft und bildhaft von beiden Seiten und bringt dadurch auch eine gewisse andere Sichtweise auf Menschen, die eben nicht nur eine Kultur haben. Dass dies ein Erstlingswerk ist mag man kaum glauben, da es sehr gut geschrieben ist und einen tollen Schreibstil hat. Ich kann es absolut empfehlen. Fazit: Total interessante Einblicke

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Auf Spurensuche zwischen den Kulturen Ich interessiere mich immer für fremde Kulturen und Länder, deshalb hat mich die Buchbeschreibung sofort angesprochen und Mona Ameziane hat mich hier mit auf eine wunderbare Reise genommen und dabei äußerst kurzweilig und gelungen unterhalten. „Marokko kann in Köpfen Bilder von (fliegenden) orientalischen Teppichen und Kamelen im Sahara-Sonnenuntergang hervorrufen, aber eben auch Bilder von islamistischen Attentätern aus dem belgischen Molenbeek oder grapschenden Jugendlichen auf der Kölner Domplatte. Das alles ist auch die Realität, hat aber mit dem marokkanischen Alltagsleben nichts zu tun. Deshalb zeige ich euch das Land in diesem Buch durch meine Augen und hoffe, dass auch ich dabei etwas Neues lernen kann. Über mich, über Marokko und vielleicht auch über Deutschland.“ Ich bin überzeugt, dass die Autorin auf ihrer Recherchereise mit ihrem Vater, von der sie hier erzählt und während derer zahlreiche Erinnerungen aus ihrer Kindheit, ihren Urlauben und ihrem Auslandsjahr in Marokko aufleben, etwas gelernt hat, ich jedenfalls habe es. In ihrem Vorwort verspricht Mona Ameziane, „Ich möchte euch Marokko, seine Menschen und seine Kultur aus meinem Blickwinkel vorstellen und mich dabei fragen: Wie viel davon ist wirklich meine Heimat, und was bedeutet das eigentlich? Kann man überhaupt zwei Heimaten haben? Oder hat Heimat im gängigen Sprachgebrauch zu Recht keinen Plural, der gut klingt? Die Heimaten. Sagt keiner, wäre aber in meinem Fall richtig. Mein Vater ist Marokkaner, meine Mutter Deutsche. Ich bin beides. Punkt.“, und genau das bekommt man als Leser hier auch geboten. Die Autorin geht mit diesem Buch auf Identitätssuche, beschreibt dabei ihre Schwierigkeiten, aber auch die Vorteile, die sich durch die Tatsache, dass sie durch ihre Mutter deutsche und durch ihren Vater marokkanische Wurzeln hat, ergeben. Wie lassen sich beide Kulturen miteinander vereinbaren, wie geht man mit sichtbarer und unsichtbarer Fremdenfeindlichkeit um, sind nur zwei von vielen Fragen, denen sie dabei nachgeht. „Tatsächlich ist in den meisten marokkanischen Familien Achtung, Dankbarkeit und Demut gegenüber den Eltern häufig Kern der Erziehung. Auch hier greift, wie schon beim Thema Alkohol, die enge Verzahnung von Alltag und Religion, die sich selbst für viele Muslim* innen nur schwer definieren und entschlüsseln lässt. In Marokko ist religiöser Glaube in allen Lebensbereichen allgegenwärtig und bestimmend, in Deutschland kann man ihn dagegen fast als Nischenprodukt bezeichnen, zumindest mit Blick auf gesamtgesellschaftliche Themen wie Kindererziehung oder den Konsum von suchtfördernden Genussmitteln.“ Besonders interessant fand ich die kulturellen Einblicke, die mit die Autorin geboten hat. Bei ihren Überlegungen zu Fremdenfeindlichkeit, hat sie mir ganz oft aus der Seele gesprochen, dabei aber auch deutlich vor Augen geführt, was es Migranten so schwer macht, heimisch zu werden in Deutschland und mich dadurch das eine oder andere durch einen anderen Blickwinkel sehen lassen. Die Autorin beschreibt mit vielen Bildern und Vergleichen, so hatte ich stets das Gefühl mit vor Ort sein zu dürfen, wie z.B. wenn sie durch die Medina von Fés schlendert und das mit Worten wie, „Aus der Nähe betrachtet ist jede Dachterrasse in der Medina ein eigener Kosmos, beim Herauszoomen ergeben jedoch alle zusammen eine bräunlich bunte Masse, die aussieht, als könne man problemlos von einem Haus aufs nächste spazieren. Die über 9000 Gassen, die wie ein wirres Netz aus Adern zwischen den kleinen Vierecken verlaufen, lassen sich höchstens erahnen, wenn man weiß, dass sie existieren.“, zu Papier bringt. Auch an ihren Gefühlen lässt Mona Ameziane den Leser direkt teilhaben, weil sie diese so offen und emotional darstellt. Authentisch, echt berichtet sie hier z.B., dass sie selbst sich bestimmter Feindbilder nicht erwehren kann, hinterfragt diese mit hohem Reflexionsvermögen und bringt den Leser damit zum Nachdenken. Ich konnte mich nicht nur an jeder Stelle äußerst gut in sie hineindenken, sondern auch fühlen. Ihr pointierter, kurzweiliger Sprachstil zeugt davon, dass sie als Journalistin gelernt hat zu formulieren. Sie kann unterhalten und zwar ganz ausgezeichnet. Eine gehörige Portion Selbstironie und so manche Panne oder witzige Szene sorgen dabei dafür, dass man immer wieder schmunzeln darf, was mir äußerst gut gefallen hat. „Fakt ist: Genauso wenig wie in Marokko an jeder Ecke ein Mann steht, der Frauen missbraucht, steht in Deutschland an jeder Ecke jemand, der Migrant* innen anfällt. Trotzdem ist sexuelle Gewalt an marokkanischen Frauen wie Khadija ein immenses Problem und rechtsextremistische Anschläge wie in Halle oder Hanau im Jahr 2020 sind es auch. Es ist unmöglich, einem Land, einer Kultur oder einer Religion auf allen Ebenen gerecht zu werden, immer das Richtige zu fühlen und zu denken und jeden komplexen Zusammenhang vollständig abzubilden. Was wir sehen, sind immer nur winzige Ausschnitte aus einem riesigen Geflecht. Eine etwas unbefriedigende Mischung aus Verkürzungen, Vorurteilen, Erfahrungen und Perspektiven. Ändern können wir das nicht, aber dessen bewusst sein müssen wir uns.“ Enden möchte ich mit diesem Zitat, das ist für so elementar wichtig halte, wenn wir uns mit fremden Kulturen beschäftigen und sicher auf alle anderen übertragbar ist. Wie wünschenswert wäre es, wenn möglichst vielen Lesern dies bewusst werden würde, schon alleine deshalb gibt es eine absolute Leseempfehlung. Aber zudem ist „Auf Basidis Dach“ alles in allem ein äußerst lesenswertes Buch, das mich gelungen ins Leben der Autorin und damit in die marokkanische Kultur eintauchen hat lassen, und seine fünf Sterne auf jeden Fall verdient.

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Sehr sehr toll! Unterhaltsam zu lesen, aber mit viel Tiefgang. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt.

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Inhalt Als Mona ihren Vater fragt, wie oft sie wohl schon in Marokko war, denkt er nur kurz nach und antwortet: »Nimm einfach dein Alter mal eineinhalb, das müsste passen.« Wie genau er auf diese Formel kommt, weiß sie nicht, aber sie ist fest entschlossen, noch mehr Fragen zu stellen. Nicht nur ihrem Vater, sondern auch sich selbst und dem Land, das für sie schon immer mehr war als für die meisten Menschen in Deutschland. Mehr als Urlaubsziel oder »Herkunftsland« in der Zeitung nach einem Terroranschlag – mehr als oberflächliche Orientromantik und rassistische Stereotypen. Ihre Suche führt sie nach Fes zum Haus ihrer Großeltern, nach Agadir, wo sie die reichste Seite des Landes kennengelernt hat, und in abgelegene Dörfer, in denen Menschen beim Wort »Europa« nur verständnislos mit den Achseln zucken. Meinung Auf Instagram habe ich es schon so ähnlich geschrieben: Wie kann man nur so sympathisch sein, wie Mona Ameziane? Ich folge ihr schon eine ganze Weile und liebe nicht nur ihre wertvollen Buchtipps, sondern auch die Berichte aus ihrem Leben. Und nun habe ich einen ganz besonders gelungenen Bericht in Buchform auf meinem E-Reader, den ich wirklich allen Menschen nur ans Herz legen kann! Ich persönlich liebe Marokko – einer der Gründe, weshalb dieses Buch unbedingt gelesen werden wollte. Es aus der Sicht von jemandem zu lesen, der das Land eben nicht nur aus der Touristen-Perspektive kennt, war unheimlich wertvoll. Mona Ameziane schreibt so erfrischend, ehrlich und bildlich, dass es einfach ein wahres Fest ist, dieses Buch zu lesen. Für mich hätte es noch ein paar hundert Seiten so weitergehen können, so grandios fand ich es. Sie schafft es in relativ kurzen, prägnanten Kapiteln, einem ein ganzes Land auf wenigen Seiten und mit wunderbaren Anekdoten nahe zu bringen. Hinzu kommt ihre Persönlichkeit, die in jede Zeile mit einfließt und die das Buch noch ein Stück mehr zu etwas Besonderem macht. Das Buch ist manchmal lustig, manchmal ernst, aber immer ganz nah dran am Leben – ich glaube diese Mischung ist es, die diesen Debütroman einzigartig gut macht. Fazit Ein wunderbares Buch, das einer Reise mit einer richtig guten Freundin gleicht. Absolute Leseempfehlung! 5 von 5 Buchherzen! ♥♥♥♥♥ Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Vom Aufwachsen und Leben in und mit zwei Kulturen - In ihrem autobiographischen Buch erzählt Mona Ameziane vom Aufwachsen und Leben in und mit zwei Kulturen – der deutschen und der marokkanischen. In sehr abwechslungsreichen und niemals langweiligen Episoden bekommt der Leser aber nicht nur einen Einblick in das Land Marokko, sondern auch einen sehr persönlichen Einblick in die Familie und damit verbundene Kindheitserinnerungen der Autorin. Dieses Buch habe ich unglaublich gerne gelesen – und da ich recht selten Sachbücher lese, will das auf jeden Fall etwas heißen. Es liest sich sehr kurzweilig, aber niemals oberflächlich, und ist insgesamt ein sehr persönliches und ehrliches Buch, so dass es einem sehr leichtfällt, mit der Autorin mitzufühlen. Mona Ameziane ist aber nicht nur eine sympathische Erzählerin, sie beherrscht auch ihr Handwerk: Obwohl die einzelnen Anekdoten nicht chronologisch angeordnet sind, fügt sich nahtlos eins ins andere – weswegen man das Buch zwischendurch kaum beiseitelegen möchte. Sie erzählt und beschreibt sehr reflektiert, drängt einem dabei aber nichts auf, so dass immer noch Platz für die eigenen Gedanken bleibt. Insgesamt hat mich das Buch positiv überrascht und ich würde definitiv gerne mehr von der Autorin lesen. Wer auch nur ein bisschen Lust verspürt, eine gedankliche Reise nach Marokko zu unternehmen, der sollte dieses Buch in die Hand nehmen.

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Wenn ich einer Kundin ein Buch empfehle, passiert es schnell, dass ich ein Buch kategorisiere, um es für sie leichter einzuordnen, entweder in ein Genre oder nach dem Motto "für LeserInnen von...". Mit "Auf Basidis Dach" geht das nicht und das ist eines von vielen Dingen, die ich an diesem Buch so liebe. Es ist nicht NUR Biografie oder NUR Reisebericht, sondern so viel mehr, es ist die Lebensgeschichte oder zumindest ein Teil der Lebensgeschichte Mona Amezianes. Sie schreibt über ihr Leben zwischen zwei Kulturen, zwischen Deutschland und Marokko. Dabei schaut sie durchaus kritisch auf beide Länder und Kulturen und hat gleichzeitig so viel Liebe im Blick, dass man sie als LeserIn auf jeder einzelnen Seite spürt. Dieses Buch ist vielseitig, hat Ecken und Kanten und ist erfrischend unperfekt, denn nach der letzten Seite ist eben nicht alles gesagt, sondern macht Lust auf noch viel mehr Geschichten aus Marokko. Also, bitte mehr davon Mona Ameziane.

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Auf den Dächern Marokkos Inhalt: Mona Ameziana lebt im Norden des Ruhrgebietes. Doch auch der Norden Marokkos fühlt sich nach Heimat an. In ihrem Buch „Auf Basidis Dach“ widmet sie sich den Themen Herkunft, Identität und Familie. In ihrem Buch erzählt sie davon, wie sie sich auf die Spuren ihrer Herkunft begibt und welche Unterschiede es zwischen den beiden Kulturen gibt. Meinung: Ich war nun schon einige Male in Marokko und das Buch hat in mir direkt wieder alle Erinnerungen hervorgerufen. Die Süße des marokkanischen Tees, der Trubel auf dem Djemaa el Fna, die einprägsamen Gerüche. Nur 3 Stunden Flugzeit entfernt und dennoch ein ganz geheimnisvoller Ort – wie reisen in eine andere Zeit. Hier dominieren Esel und wilde Taxi-Fahrer die Straßen. Mir hat die Erzählung von Mona sehr gut gefallen und ich konnte mit ihr richtig mitfühlen. Diese ganzen Erinnerungen, die Dachterasse, Basidi, die offenen Fragen an ihren Vater, die Reise zum Geburtsort ihrer Oma. Auch die kleine Landkartenreise empfand ich als wunderbare Idee. Ich hoffe, dass die Autorin uns bald wieder mit einem Buch bereichern wird. Fazit Eine sympathische Autorin, die uns Einblicke in eine andere Welt gibt und uns zeigt, wie schwierig es sein kann, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen und man sich manchmal auf eine Reise machen muss, um seine eigene Heimat zu finden. Schöner als jeder Reiseführer und daher 5 von 5 Sternen.

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Wer möchte nach dem Lesen bitte nicht, unbedingt Monas Großeltern kennenlernen? Tolles Buch! Sehr unterhaltsam, regt aber auch zum Nachdenken an und hinterlässt eine Spur von Fernweh im Herzen.

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Eine ganz besondere interkulturelle Reise Mona Ameziane hat Wurzeln sowohl im Norden des Ruhrgebiets wie auch im Norden Marokkos. Sie wächst auf in beiden Kulturen. In ihrem Buch erzählt sie, wie sie diese Bezüge zu beiden Kulturen erlebt hat, sie erzählt über Besuche in Marokko bei ihren Großeltern, wo Großväter Basidi gerufen werden. So gerät dieses Sachbuch zu einer Geschichte über ihr Leben, über ihre Erlebnisse, die sie in beiden Kulturen geprägt haben. Mit ihren Augen erlebt der Leser das Land Marokko auf eine ganz besondere Weise, wie man es als Tourist nie erfahren kann. Mona Ameziane war nicht nur regelmäßig im Urlaub in Marokko, sie hat auch ein Jahr lang in einer Familie in Agadir gelebt. So hat sie die unterschiedlichsten Facetten Marokkos kennengelernt, die sie nun den Lesern näher bringt. Obwohl ich als Touristin bereits in Marokko unterwegs war, habe ich sehr interessiert Mona Amezianes Erzählung gelesen und das Gefühl bekommen, das Land mit anderen Augen sehen zu können. Dieses Buch einer ganz besonderen interkulturellen Reise möchte ich deshalb sehr gerne weiter empfehlen. Ich vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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