Ciao

Roman

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Erscheinungstermin 08.07.2021 | Archivierungsdatum 01.03.2022

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Zum Inhalt

Johanna Adorján hat unsere Gegenwart in einen Roman gegossen.

Johanna Adorján entwirft mit »Ciao« eine Gesellschaftssatire, die extrem komisch ist und gleichzeitig ernsthaft gegenwärtig. Ist der Untergang des alten weißen Mannes beschlossene Sache oder sollte man mit dieser Spezies doch gnädig sein?

Hans Benedek, einst ein gefragter Feuilletonist, hat seinen Bedeutungsverlust selbst noch gar nicht realisiert. Er wähnt sich weiterhin als Mann von beträchtlichem Einfluss, glaubt, dass alle Welt die Ohren spitzt, wenn er einen Gedanken formuliert. Aber die Zeichen mehren sich, dass sich etwas verändert hat. Seine ständigen Affären mit Praktikantinnen sind nicht mehr so unbeschwert wie noch vor einigen Jahren. Seine Tochter beschimpft ihn als Mörder, da er immer noch Bacon zum Frühstück isst. Als seine Frau ihn auf die Idee bringt, ein Portrait über die gefragteste junge Feministin des Landes zu schreiben, wittert Hans seine Chance. Doch die Begegnung mit ihr wird Hans in einen Abgrund von bisher ungekannter Tiefe stürzen.

Ein Roman über Menschen, über die die Zeit hinweggegangen ist. Über Leute von gestern im heutigen Leben. Übers Älterwerden. Und ein bisschen auch über die Liebe.

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Johanna Adorján hat unsere Gegenwart in einen Roman gegossen.

Johanna Adorján entwirft mit »Ciao« eine Gesellschaftssatire, die extrem komisch ist und gleichzeitig ernsthaft gegenwärtig. Ist der...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462001716
PREIS 18,69 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Eine Gesellschaftssatire der Spitzenklasse! Wunderbar, wie sich die alten weißen Männer, zu denen der Protagonist plötzlich unwissentlich gehört, selbst demontieren.

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Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und gut zu lesen. Wunderbar erzählt, wie alternde Männer nicht bemerken, dass ihre Meinung nicht mehr so wichtig ist, dass sie nicht mehr der Nabel der Welt sind und dass sie nur noch belächelt werden. Ich werde das Buch auf jeden Fall empfehlen.

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Dieses tolle Buch ist komisch und melancholisch zu gleichen Teilen. Zuerst überwog die Schadenfreude darüber, wie Hans sich zum Hampelmann macht, ohne es zu merken. Dann tat er mir aber tatsächlich auch manchmal ein bisschen leid. Letztlich geisterte mir immer der Spruch durch den Kopf: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit….. Johanna Adorján beschreibt mit großem Talent die Komik, die darin liegt, dass sich viele Menschen (ja: nicht NUR alte weiße Männer….) sich für viel wichtiger halten als sie sind. Ein großartiges Buch und ich empfehle es von Herzen!

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Über den Hochmut vor dem Fall, über einen Ahnungslosen und Unbelehrbaren, der auf die harte (und für die Leserin sehr lustige) Tour beginnt, zu begreifen, dass die Welt sich ändert. Sehr lesenswert und als Geschenk für den Mann an der Seite als freundliche Bildungslektüre perfekt geeignet.

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Einblick in den Kulturbetrieb unseres Landes ‚CIAO‘ ist wohl ein Roman aus dem laufenden Kulturbetrieb für den laufenden Kulturbetrieb. Ich bin nicht Teil dieser Welt und blicke also in dieses Buch mit Unkenntnis über die handelnden Personen und kann keinerlei Übereinstimmungen mit Redakteur:innen feststellen, weil ich diese Berufsgruppe nur als Leserin der Feuilletons kenne. Sprich, ich lese dieses Buch sicherlich anders als diese besagt Berufsgruppen, die natürlich durch ihre Bubble-Brille auch den Roman wiederum rezensieren. Daher war es für mich eher der Blickwinkel des unsichtbaren Neugierigen, der sich hier einschleicht und das Ganze mit Amüsement liest. Johanna Adorján schreibt wie immer gekonnt und sehr nett. Mich hat ‚CIAO‘ trotz Outsiderdasein unterhalten oder vielleicht auch gerade deshalb? Es geht um Hans Benedek, ein Redakteur einer Zeitung, der seine besten Tage hinter sich hat und nun nicht mehr im „flow“ ist und Sorge hat abgehängt zu werden und mit aller Macht versucht es zu vertuschen. Aus meiner Sicht keine Abrechnung des alten weißen Mannes wie es so ab und an anklingt. Ganz im Gegenteil, ich verspüre eine Art Mitleid mit den älterwerdenden Kollegen, die sich in ihrer einstigen Domäne nicht mehr auskennen und selbst um Rat fragen müssen. Satire ist es auch, da das überzeichnete komische Element dieses Kosmos überwiegt. Fazit: Ein gut geschriebenes Buch über den gegenwärtigen Mikrokosmos der Kulturschaffenden!

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Vor wenigen Wochen ging durch die Medien die Debatte, ob Männer Texte von Frauen übersetzen dürfen oder nicht. Adorjans neuer Roman hat diese Problematik vorausgesehen und entwirft mit Ciao nun die Frage, ob Männer überhaupt über Frauen schreiben dürfen. Dabei wirft sie einen solch komischen und überzeichnet Blick auf unsere Gesellschaft, dass einem das Lachen fast im Hals stecken bleibt, denn sie ist der Wahrheit über dem alten weißen Mann und der damit einhergehen den Debatte über binäre Geschlechterrollen doch näher als man glauben mag. Gute Unterhaltung mit aktuellem Hintergrund.

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Alter weißer Mann – was nun? So könnte man den neuen Roman von Johanna Adorján ganz kurz zusammenfassen. Denn Hans Benedek, Zeit seines Lebens gefragter Feuilleton-Redakteur bei der „Zeitung“, weiß wirklich nicht mehr weiter. Er ist es gewohnt, dass man seine Texte für relevant hält und alle ihm zuhören, wenn er etwas zu sagen hat. Doch in letzter Zeit läuft es nicht mehr rund. Angefangen damit, dass man ihm eine junge Chefredakteurin vor die Nase gesetzt hat, die die „Zeitung“ „in irgendeine papierlose Zukunft“ führen soll. Ausschweifende Dienstreisen mit Übernachtungen in den feinsten Hotels soll Hans Benedek plötzlich selber zahlen und seine Liebschaften mit Praktikantinnen gestalten sich ebenfalls mühsamer als in der Vergangenheit. Da kommt ihm die rettende Idee: Eine Reportage über die junge, angesagte Autorin und Feministin Xandi Lochner soll ihn wieder auf die Höhe der Zeit zurückbringen. In dieser satirischen Geschichte über den Feuilletonbetrieb und die Medienbranche insgesamt bekommen alle ihr Fett weg. Nicht nur die alten weißen Männer, sondern auch deren Yoga praktizierende Ehefrauen sowie die jungen Mädchen, die pflichtbewusst alle Schminktipps der gefragtesten Instagram-Accounts befolgen. Und auch Xandi Lochner, der neue Stern am Feuilleton-Himmel bleibt der Leserin und dem Leser auf seltsame Weise rätselhaft. Ein großer satirischer Lesespaß mit vielen bitteren Zwischentönen.

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Viele Jahrzehnte ist es schon her, dass Henriette mit ihrem Gedichtband so etwas wie einen kleinen Erfolg feiern konnte, heute ist sie nur noch gelegentlich als Gattin von Hans Benedek in der Öffentlichkeit zu sehen, einem angesehenen Feuilletonisten und von der Kunst und Kulturszene lange umworbenen Gast auf allerlei Veranstaltungen. Umso erstaunter ist sie als Xandi Lochner, 24-jährige Feministin und Liebling aller Social-Media-Kanäle sie um ein Treffen bittet. Die Welten der beiden Frauen könnten verschiedener nicht sein und für Henriette endet der Abend in einem Desaster. Doch ihr Mann ist von der Idee, ein Portrait über die schlagfertige Jungautorin zu schreiben, begeistert, vielleicht kann er so seinen sinkenden Stern bei der Zeitung wieder etwas zum Leuchten bringen. Zwar kann er mit den modernen Ideen der Frauen wenig anfangen, er fühlt sich inzwischen geradezu verfolgt und gehasst, aber das verhindert ja keinen erfolgreichen Artikel und sein Charme wirkt doch auch immer noch gut, wie all seine Affären mit den Praktikantinnen eindrucksvoll belegen. Johanna Adorján greift das Thema der Stunde auf: der tobende Geschlechterkampf im Kulturbetrieb. Auf der einen Seite gut situierte und etablierte ältere Herren, die jahrzehntelang gönnerhaft ihre Position ausgenutzt haben, auf der anderen junge, unerschrockene Frauen, die sich nicht mehr so einfach in die zweite Reihe schieben lassen und die Gegebenheiten hinterfragen. Die Autorin verfällt jedoch nicht dem wütenden Duktus, der häufig diese Debatte begleitet, sondern findet einen humorvollen Ton für ihre Geschichte, die auch den Protagonisten nicht gänzlich demontiert. Benedek ist kein selbstsüchtiges Monster, viel mehr ist er überfordert und blickt orientierungslos in die Welt. Es sind nicht nur die Frauen, die Benedek Kopfzerbrechen bereiten. Auch die Tatsache, dass sich seine Zeitung weg vom Papier hin zum online Journalismus verlagert, irritiert ihn. Dort kann ja auch jeder schreiben, was er will, nicht mehr er ist als Feuilletonist plötzlich der Königsmacher, der mit wohlwollenden Kritiken Karrieren befördert und eine entsprechende Behandlung erwartet. Dass sich die Zeiten geändert haben, spürt er an seinem Arbeitsplatz deutlich, insbesondere die Einsparungen, unter denen die ganze Branche leidet, treffen ihn hart. Seine Tochter versteht er schon lange nicht mehr und mit Henriette hat er auch kaum mehr was zu teilen, dafür hat er ja Niki, aktuelle Praktikantin und Geliebte, die er ärgerlicherweise zu seinem Treffen mit Xandi Lochner nehmen muss und mit der er absurderweise gemeinsam den Artikel verfassen soll. Obwohl er beobachtet, wie Xandi eine Größe des Showgeschäfts vor seinen Augen vom Thron stößt, ist er nicht gewarnt und wähnt sich mit seinem erprobten Charme in Sicherheit. Mit dem Twitter Shitstorm, der dem Abend folgt, ist er restlos überfordert, er hat doch gar nichts falsch gemacht, er war doch nur nett und zuvorkommend? Das Drama um den gealterten Journalisten nimmt unterhaltsam die ganze Medienbrache in den Fokus, nicht nur die Geschlechterfrage, sondern auch inhaltsleere Social-Media-Kanäle und Kunstveranstaltungen, bei denen es nicht um Kunst, sondern nur um das Sehen und Gesehenwerden geht, werden pointiert zugespitzt. Die oft etwas verbissene Diskussion um den „alten weißen Mann“ bereichert Adorján um Benedeks Perspektive, er will ja eigentlich modern sein, aber die Welt überfordert ihn und dass er am Ende nicht mehr über eine junge Frau schreiben darf, führt die Frage, wer überhaupt wen übersetzen darf, noch ein Stück weiter ad absurdum. Eine bissige Gesellschaftssatire, die als Sommerroman funktioniert, obwohl sie eine nicht zu verachtende Tiefe hat.

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Mit Ciao ist Johanna Adorjan ein nachdenklich stimmender Roman über die Rolle von alte weißen Männern in der heutigen Gesellschaft gelungen. Die Hauptfigur, Hans Benedek, ein Journalist, der von seiner eigenen Strahlkraft absolut überzeugt ist, demontiert sich selbst ohne es wahrzunehmen. Ihn dabei zu erleben, wie er von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt, da er die Zeichen der Zeit nicht erkennt, ruft beim Lesen das ein oder andere Kopfschütteln hervor: wieso verhält er sich so? Ein satirischer Unterhaltungsroman mit Blick auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

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Hans Benedek ist nicht mehr ganz jung, alt ist er aber auch nicht. Ihm ist das auch bewusst. Was er noch nicht bemerkt hat - sein Image als gefragter Feuilletonist geht langsam den Bach runter. Alte Muster funktionieren nicht mehr, Frauen lassen sich nicht alles gefallen. Wir Leser*innen spüren das ganz genau. Und finden deshalb ziemlich absurd, was er alles anstellt. Besonders dann, als er die junge feministische Autorin Xani Lochner interviewen will ... Mit funkensprühender Begeisterung verwickelt Johanna Adorján ihre männliche Romanfigur in absurde Dialoge und lässt Hans Benedek dann gnadenlos auf den Abgrund zu rasen. Dazu dieser witzig-böse Erzählton! Das macht beim Lesen wirklich unglaublich viel Spass.

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In 'Ciao' von Johanna Adorján geht es um Hans Benedek, der lange Jahre als Journalist arbeitet. Um zu beweisen, dass er bei all den Änderungen noch die Zeichen der Zeit erkennt, will er ein Portrait über die Feministin Xandi Lochner schreiben. Doch kann ein alter, weißer Mann ein Portrait über eine junge, hippe Feministin schreiben? Humorvoll, voller Sarkasmus und schonungslos legt die Autorin in so ziemlich jedes aktuelle Thema unserer Zeit den Finger in die Wunde. Die Geschichte, die wirklich unterhaltsam beginnt hat für mich am Ende ein wenig an Fahrt verloren. Dennoch finde ich den Humor, mit dem Johanna Adorján ihre Gesellschaftskritik einpackt, so einzigartig gut, dass das Buch unfassbar schnell ausgelesen war. Für mich ist 'Ciao' ein lesenswertes, kurzweiliges, aber dennoch in die Tiefe gehendes Buch, was ich nur empfehlen kann!

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Wenn alte weiße Männer plötzlich wirklich alt werden und es selbst als Letzte merken... Johanna Adorjàn hat eine kurzweilige Gesellschaftskritik über Menschen geschrieben, die den Schlag nicht gehört haben. In dieser Geschichte am Beispiel des ehemals erfolgreichen Feuilletonisten Hans Benedek, der sich selbst immer noch als einfluss- und erfolgreichen Mann der Kunst sieht, dessen Haupthaar allerdings immer schütterer wird und dessen Interviews ein antikes Aufnahmegerät benötigen, da er mit modernerer Technik auf Kriegsfuß steht. Seine Affären mit jungen Praktikantinnen gestalten sich immer anstrengender und im Job ist auch nichts mehr wie früher, zumal die neue Chefin ihm kurzerhand sämtliche Spesenabrechnungen streicht. Als seine Frau zufällig DIE angesagteste Feministin kennenlernt, wittert Hans seine Chance, sich zurück aus der Bedutungslosigkeit zu schreiben und plant eine Reportage über die junge Frau, nicht ahnend, wie tief sein eigener Fall dadurch sein wird. Witzig und pointiert nimmt Johanna Adorjàn die Medienlandschaft und deren patriarchale Strukturen aufs Korn und beschreibt charmant und mit Augenzwinkern über den Niedergang des „alten weißen Mannes“.

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Fein gezeichnete Medien- und Gesellschaftssatire mit allen derzeit virulenten Themen und einem wunderschönen Ende, das dem Leser die Perspektive gerade rückt.

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Womöglich hatte ich zu grosse Erwartungen an das Buch. Oder schon zuviel über diese Themen gelesen. Es hat mir nicht schlecht gefallen, es unterhaltet und liesst sich schnell. Aber irgendwie hatte ich auch das Gefühl, nichts Neues mitzunehmen.

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Eine Gesellschaftssatire, die die Be- und Empfindlichkeiten der Geschlechter und Generationen verhandelt. Toll beobachtet und mit feinem Humor entlarvend.

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Johanna Adorjan hat mit Ciao die Gesellschaftssatire des Jahres geschrieben! Alle bekommen sie ihr Fett weg - die alten weißen Männer und die Jüngeren, mit der soften Seite. Die Frauen, die das Patriarchat schon ergebens verinnerlicht haben und die neuen Netz-Feministinnen. Gen Y und die vegane Greta-Jugend von heute. Sie alle werden von der Autorin ironisch und pointiert aufs Korn genommen. Man kennt diese (Stereo)Typen. Und trotz all ihrer Hinlänglichkeiten mag man sie auch - irgendwie. Und genau das macht Adorjan so gut - sie wird nie richtig garstig, malt die Charaktere nicht schwarz und weiß. Und ab und an fasst man sich da auch selbst an die Nase - ertappt! So liest man diesen Roman um den in die Jahre gekommenen Kulturjournalisten Hans Benedek und die Berliner Medienwelt in einem Rutsch, gut amüsiertund kichernd durch. Befriedigt habe ich die Buchdeckel zugeklappt. Ja, genau so ists! Doch immer wenn mir das Cover nun in den sozialen Medien wieder entgegenleuchtet, kommt in mir so ein schales Gefühl auf - ja genau so ist es gerade! Aber....und jetzt? Danke Frau Adorjan für diese Frage, das Unbehagen und das Antwortsuchen!

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Wer einen klugen, witzigen Roman lesen will, der sich mit der aktuellen Gender- und MeToo-Debatte beschäftigt, kommt an "Ciao" von Johanna Adorjan nicht vorbei. Der Protagonist ist ein nicht mehr ganz junger Kulturjournalist, der glaubt, das Leben und den Kulturbetrieb in und auswendig zu kennen und der bei seiner Zeitung vermeintlich fest im Sattel sitzt. Seine Frau, eine ehemalige Lyrikerin und jetzige Yogalehrerin, bringt ihn auf die Idee, über eine angesagte Influencerin und Feministin ein Porträt zu schreiben. Geradezu rührend von sich selbst und seinen Weltanschauungen überzeugt macht er sich ans Werk und rennt in sein Verderben... Johanna Adorjan nimmt auf herrlich ironische Weise die Medienszene und ihren Umgang mit Genderdebatte, MeToo, Rassismus und Feminismus aufs Korn. Dabei bekommen nicht nur die ewig gestrigen "alten, weißen Männer" ihr Fett weg, sondern auch die jungen, (vermeintlich) für Gerechtigkeit kämpfenden Frauen werden nicht nur positiv gezeigt. Wie weit darf man bei diesem Kampf wirklich gehen? Und geht es wirklich um Gerechtigkeit? Die Autorin zeigt die Hasskultur im Internet und wie (vor?)schnell jemand öffentlich gebrandmarkt wird. Sehr unterhaltsam, lesenswert und zum Nachdenken anregend.

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Jetzt wüsste ich gerne wer für die Figuren Pate gestanden hat Ciao von Johanna Adorján, erschienen im Kiepenheuer&Witsch Verlag am 8. Juli 2021. Hans Benedek, ein alternder Feuilletonist, ist auf dem absteigenden Ast bei seiner Zeitung. Er selbst bekommt davon leider nichts mit und versucht noch immer das zu leben, was wir heute „alter weißer Mann“ Leben nennen. Er geht, wo er nur kann, fremd, versucht seine Mahlzeiten als Geschäftsessen abzurechnen und bemerkt nicht mal, dass die Feministin Xandia Lochner es auf ihn abgesehen hat. Die Autorin lässt es wie moderne Unterhaltung erscheinen, packt aber leicht verdaulich Generationenkonflikt, Hausfrauenehe, Feminismus und die Arroganz der älteren Generation die sich für unwiderstehlich und unersetzbar halten mit hinein. Dabei bekommt auch die jüngere Generation, die im Prinzip genau so berechnend dargestellt wird, auch ihr Fett weg. Wir sind ja alle keine Engel. Die Protagonisten bleiben zum großen Teil fremd und reduziert auf Wesentliches, was es einem leichter macht sich mit keinem geistig zu verbinden und es zu genießen, wie man redet, ohne zu kommunizieren. Es wird so deutlich, wo wir aneinander vorbeireden, Johanna Adorján, hat uns alle gut beobachtet und unser kommunikatives Scheitern in ein humorvolles, unterhaltsames Buch gefasst. Klare Leseempfehlung.

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Herrliche Gegenwartssatire. Wie ein alternder Feuilletonjournalist vom Zeitalter im Zeichen von MeToo und Genderisierung überrollt und letztlich aufs Abstellgleis gestellt wird, ist sehr schön und pointiert erzählt, ohne den Protagonisten gänzlich zu entwerten.

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Unterhaltsam und kurzweilig, gut geschireben und thematisch durchaus auf Höhe der aktuellen Gesellschaftsdebatten. Eigentlich lese ich gern kurze Bücher, die Raum für eigene Interpretationen und Gedanken lassen, trotzdem fehlte es mir ein wenig an ´"Tiefe": Die Charaktere bleiben für mich alle zu oberflächlich dargestellt, viele Themen nur "angekratzt". Dadurch liest sich das Buch zwar "so weg", ohne bei mir jedoch lange nachzuhallen. Schade....

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Protagonist*innen des Romans sind Henriette und Hans Benedek. Sie ist eigentlich Dichterin er ein Kulturkritiker in einer Berliner Zeitung. Beide treffen nacheinander auf Xandia Lochner, eine Social-Media-Aktivistin. Obwohl Xandia sich zunächst wegen Henriettes Gedichte an diese gewandt hat, beschließt Hans diesen Kontakt für sich zu nutzen. Er tut dies indem er ein Special für den Social-Media-Star „Xandia“ erstellen will. Im Gegenzug dafür erhofft er sich eine erhöhte Prominenz. Allerdings kommt es anders, als er denkt… Gekonnt vermischt Johanna Adorjan hier verschiedene Themen, angefangen mit Journalismus, über Feminismus, Kulturkritik, Politik, Literatur bis zur Macht von Social Media. Daraus geriert sich auch die besondere Aktualität des Romans, da wir ja auch in der Gegenwart immer wieder mit den Sozialen Medien und ihrem Einfluss auf die Menschen konfrontiert werden. Vielleicht blitzt hier auch etwas Gesellschaftskritik auf. Aber in erster Linie möchte dieser Roman unterhalten und das tut er mit großem Erfolg. Mir hat er damit viel Freude bereitet.

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