Kim Jiyoung, geboren 1982

Roman

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Erscheinungstermin 11.02.2021 | Archivierungsdatum 01.06.2021

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Zum Inhalt

Der Weltbestseller aus Korea – über 2 Millionen verkaufte Exemplare weltweit.

Cho Nam-Joo hat mit ihrem Roman einen internationalen Bestseller geschrieben. Ihre minimalistische und doch messerscharfe Prosa hat nicht nur viele Leserinnen weltweit begeistert, sondern auch Massenproteste in Korea ausgelöst. In einer kleinen Wohnung am Rande der Metropole Seoul lebt Kim Jiyoung. Die Mittdreißigerin hat erst kürzlich ihren Job aufgegeben, um sich um ihr Baby zu kümmern – wie es von koreanischen Frauen erwartet wird. Doch schon bald zeigt sie seltsame Symptome: Jiyoungs Persönlichkeit scheint sich aufzuspalten, denn die schlüpft in die Rollen ihr bekannter Frauen. Als die Psychose sich verschlimmert, schickt sie ihr unglücklicher Ehemann zu einem Psychiater. Nüchtern erzählt eben dieser Psychiater Jiyoungs Leben nach, ein Leben bestimmt von Frustration und Unterwerfung. Ihr Verhalten wird stets von den männlichen Figuren um sie herum überwacht – von Grundschullehrern, die strenge Uniformen für Mädchen durchsetzen; von Arbeitskollegen, die eine versteckte Kamera in der Damentoilette installieren und die Fotos ins Internet stellen. In den Augen ihres Vaters ist es Jiyoung’s Schuld, dass Männer sie spät in der Nacht belästigen; in den Augen ihres Mannes ist es Jiyoung’s Pflicht, ihre Karriere aufzugeben, um sich um ihn und ihr Kind zu kümmern. »Kim Jiyoung, geboren 1982« zeigt das schmerzhaft gewöhnliche Leben einer Frau in Korea und gleichzeitig deckt es eine Alltagsmisogynie auf, die jeder Frau – egal, wo auf der Welt – nur allzu bekannt vorkommt.

Der Weltbestseller aus Korea – über 2 Millionen verkaufte Exemplare weltweit.

Cho Nam-Joo hat mit ihrem Roman einen internationalen Bestseller geschrieben. Ihre minimalistische und doch messerscharfe...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462053289
PREIS 18,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Wenn ich Bücher lese, die aus einer vollkommen anderen Kultur stammen, dann bin ich immer wieder neugierig, wie diese auf mich wirken. Wie krass fallen da die Gegensätze ins Auge. Und wie erstaunlich die Gemeinsamkeiten. Die Unterschiede Das Buch erzählt vom Leben einer südkoreanischen Frau. Punkt. Mehr nicht. Vor allem zu Beginn des Buchs offenbaren sich die Unterschiede zwischen unserer beider Gesellschaften und der Leser ist geneigt zu sagen, dass die Klischees alle wahr sind. Vollkommen undenkbar, dass in Deutschland einer Frau die Schuld gegeben wird, weil ihr ungeborenes Kind das falsche Geschlecht hat. Oder dass die ungeborene Tochter abgetrieben wird, weil schon zwei Töchter in der Familie leben. Wie schlimm ist es für eine Frau, wenn in ihr ein Mädchen heranwächst, das von ihrer Familie und der Gesellschaft nicht akzeptiert wird? Im weiteren Verlauf des Buchs kann der Leser fast den Eindruck gewinnen, als wären alle Südkoreaner notgeil, wenn Mädchen in der Schule und der Öffentlichkeit permanent begrapscht werden. Und wenn sich die Mädchen Hilfe suchend an ihre Eltern wenden, diese dort gescholten und bestraft werden, nur um dann mit solchen Sätzen abgespeist zu werden: »Du bist selbst daran schuld, weil du dich nicht an die Regeln gehalten hast!« (bei 32% des E-Books) Das geht schon in die Richtung, dass Frauen (und Mädchen) selbst Schuld tragen, wenn sie vergewaltigt werden. Und wie fortschrittlich ist doch Deutschland hinsichtlich des Frauenanteils der Beschäftigten, der in Südkorea bei unter 30% liegt und hinsichtlich des Lohngefälles zwischen Mann und Frau, das in Südkorea am größten ist. Oder etwa doch nicht? Die Gemeinsamkeiten Wo doch so große kulturelle Unterschiede zwischen Südkorea und Deutschland in dem Buch offenbart werden, so überraschend poppen Gemeinsamkeiten auf, wie zum Beispiel, wenn die Frage im Raum steht, ob die Frau hinsichtlich der Kindererziehung zu Hause bleibt oder nicht. »Aber du solltest wissen, warum ich zur Arbeit gehe. Ich tue das nicht, weil du von mir verlangst, dass ich Geld verdiene, sondern weil mich der Job erfüllt. Er gefällt mir [...]« bei 72% des Buchs Genauso denken auch europäische Frauen. Im Zuge dieser Betrachtung zeigt sich eine zweite Gemeinsamkeit zwischen Korea und Deutschland. Wenn es um die Frage geht, wer in den ersten Monaten zu Hause bleibt, um das Kind zu versorgen, so ist es (fast) immer die Mutter. Die Männer verdienen mehr als die Frauen und sitzen oftmals auch in den krisensicheren Jobs. Wenigstens gibt es in Deutschland Mutterschutzgesetze, die eine Rückkehr in den Job vereinfachen. Die Autorin zeigt, wie es sich auswirkt, wenn eine Frau ohne Sicherheiten ihren Job kündigen muss, wenn sie sich um den Nachwuchs kümmern muss. Und so dürfte auch vielen deutschen Frauen dieser Satz aus der Seele sprechen: »Sowenig man seine Kinder aus mangelnder Liebe in die Obhut eines anderen gibt, um selbst arbeiten zu können, sowenig übernimmt man zu Hause die Kindererziehung, weil man seinen Beruf nicht gerne ausübt.« bei 77% des E-Books. Fazit Es ist einfach nur ein Buch über das Leben einer südkoreanischen Frau. Ein Buch, in dem ich gerade zu Beginn viele Klischees bestätigt sah. Doch nach und nach zeigten sich die Gemeinsamkeiten und es wurde klar, wie ähnlich die Auswirkungen dieser beiden unterschiedlichen Kulturkreise dann doch sein können. Wieviel Wahrheit liegt in einem solchen Satz: »[...] wie schwierig es für eine Frau – zumal mit Kindern – in diesem Land ist, ein erfülltes Leben zu führen.« bei 90% des E-Books

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„Kannst du damit aufhören zu sagen, wobei du mich unterstützen willst? Mich unterstützen, im Haushalt, der Kindererziehung. Ist das nicht selbstverständlich? Ist das nicht auch deine Wohnung? Ist das nicht auch dein Kind? Wenn ich arbeite, kann ich ganz allein über meinen Verdienst verfügen? Warum sprichst du von Unterstützung und tust so, als wäre es eine Gunst, dass du hilfst?“ In „Kim Jiyoung, geboren 1982“ porträtiert die Autorin das Leben einer ganz gewöhnlichen, südkoreanischen Frau. Wir begleiten sie von ihrer Geburt an, durch ihre Schulzeit, ihr Studium, ihren Berufseinstieg, der Geburt ihrer eigenen Tochter. Doch es geht nicht nur um Jiyoung. Dieses Buch handelt von Großmüttern, Müttern und Töchtern. Von Schülerinnen, Studentinnen, Absolventinnen, die allesamt in einer von Männern dominierten Gesellschaft leben und aufwachsen. Faszinierend dabei: Die Autorin unterlegt ihre Geschichte immer wieder mit Fakten, die uns in die Realität zurückholen und zeigen, dass das hier keineswegs nur Fiktion ist. Ich musste oft schlucken, da ich viele dieser Dinge einfach nicht wusste oder unterschätzt habe. Erst durch die Summe von vielen, scheinbar kleinen Schlüsselerlebnissen in Jiyoungs Leben, können wir als Leser verstehen, wie es zu den Wendungen in ihrem Alltag kommen konnte und werden uns über das Ausmaß der täglichen Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen gegenüber Frauen gewahr. Allerdings wird auch ganz klar deutlich, dass Frauen keineswegs ein schwaches, unterdrücktes Geschlecht sind. Oftmals sind es Liebe, Ehrgeiz und Pflichtgefühl, die die Frauen in diesem Buch dazu bringen, Entscheidungen zu treffen oder Dinge zu tun, die nach Außen hin, besonders von Männern, schnell als Furcht, Unsicherheit oder Schwäche missverstanden werden. Dieses Buch hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet und bietet Stoff zum Nachdenken, sowie eine Kritik am System, die trotz bereits vorhandener Anstrengungen noch immer nötig, wichtig und vor allem noch lange nicht abgeschlossen ist. Ich bin absolut beeindruckt und ziehe meinen Hut vor der Autorin, ein solch schwieriges Thema so gut zu präsentieren. Meiner Meinung nach sollte jeder es lesen. Unbedingt. Denn wir Frauen sind nicht allein.

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Nach der Geburt ihrer Tochter und, aus Mangel an Betreuungsmöglichkeit, der Aufgabe ihres Berufs ist Kim Jiyoung etwas verloren. Die postnatale Depression wirft sie schließlich ganz aus der Bahn. Ihre Psyche schlüpft in den Charakter von Menschen in ihrem Umfeld, ihre eigene Persönlichkeit verschwindet dahinter. Ein Psychologe ergründet die Ursache und blickt dabei auf das typische Leben koreanischer Frauen. Schon vor der Geburt beginnt der Wettlauf mit dem anderen Geschlecht. Sollten sie überhaupt die Geburt erleben, erwartet sie ein Leben in zweiter Reihe. Nam-joo Chos Roman ist ein globales Phänomen, das einen sehr speziellen Beitrag zur Feminismusdebatte und einen Einblick in eine aus westlicher Welt sehr befremdliche Gesellschaft liefert. Zwar ist die Geschichte als Roman angelegt, zahlreiche Fakten untermauern jedoch die Schilderungen. Man kann vor Entsetzen nur staunen über die Ungerechtigkeit, die mit Tradition begründet und immer weiter verfestigt wird. Bei den Kindern schon werden die Jungen bevorzugt: erhalten die besseren Zimmer, mehr Essen und Bildung, die ihnen die Schwestern finanzieren müssen, auch wenn diese intelligenter sind. In der Schule genießen sie mehr Freiheiten, die Mädchen erleben frühzeitig schon sexuelle Grenzüberschreitungen, die jedoch abgetan werden – sie gehören halt einfach dazu. Auch im Alltag erlebt Jiyoung zahlreiche Übergriffe, wobei man ihr dafür meist die Schuld zuschreibt, was muss sie auch abends noch draußen rumlaufen oder einen Rock tragen? Auch der Start ins Berufsleben ist beschwerlich, die Universitäten unterstützen nur die männlichen Studierenden bei der Jobsuche und Frauen werden auf Einstiegspositionen nicht nur schlechter bezahlt, sondern wiederum schlechter behandelt und wie Freiwild behandelt. Peinliche Situationen wechseln sich mit Demütigungen ab, aber nur wenige stellen sich dagegen; der Kampf für mehr Gerechtigkeit ist hart und beschwerlich und endet in der Regel dann doch mit der Resignation der Frauen. Spätestens mit der Frage nach der Familiengründung - genauestens beäugt von den Familien, die für sich das natürliche recht der Einmischung beanspruchen - ist unweigerlich der Abschied angesagt. Infrastruktur und Verständnis für arbeitende Mütter sind nicht vorhanden. Man fühlt sich nicht um Jahrzehnte, sondern um Jahrhunderte zurückversetzt. Gleichberechtigung ist eine Fehlanzeige und selbst junge Männer mit progressiver Haltung fallen doch immer wieder in klassische Muster zurück oder merken gar nicht, dass ihr vermeintliches Entgegenkommen unter der Oberfläche ebenso diskriminierend ist wie das Verhalten der vorherigen Generationen. Ein bemerkenswertes Buch, das nicht so sehr durch sprachliche Finesse oder Figurenentwicklung, sondern durch die Darstellung der koreanischen Gesellschaft beeindruckt. Dass Frauen weniger berufliche Chancen haben, trotz besser Leistungen in Schule und Universität, ist dabei nicht so sehr verwunderlich, das verhält sich ja bei uns nicht grundlegend anders, es ist viel mehr die Grundhaltung, die in der nicht nur patriarchalen, sondern offen misogynen Gesellschaft als völlig normal angesehen wird.

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Danke für den Einblick in die koreanische Kultur. Ja, das traue ich mich so zu sagen. Es sagt viel über den Zustand der Gesellschaft aus, wie die einzelnen Mitglieder systematisch behandelt werden. Und dieses Buch zeigt eindrucksvoll nüchtern (am Ende klärt sich auf wieso), dass Frauen trotz Verbesserungen über die Jahre dennoch systematisch unterworfen werden. Trotz der Kürze des Buches, waren manche Stellen richtig heftig zu lesen. Die Hilflosigkeit der Frauen gegenüber ihrer Situation. Dieses unfaire Leben hat mich wütend zurückgelassen. Und dennoch ist es einfach Realität und ich freue mich, dass es verarbeitet wird. Der Stil ist gewöhnungsbedürftig aber im Nachhinein betrachtet sehr kunstvoll gewählt. Ich hoffe, dass dieser Stil viele Menschen zum Nachdenken über die realen Zustände, die dieses Buch verarbeitet, anregt.

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Kim Jiyoung ist 33 Jahre alt, mit ihrem Mann Chong Daehyon verheiratet und Mutter der kleinen Ziwon. Seit deren Geburt im letzten Jahr hat sie aufgehört zu arbeiten und widmet sich „nur“ noch Kind und Haushalt, während ihr Mann oft bis Mitternacht und auch am Wochenende arbeitet. Doch dann nimmt das Leben der drei eine Wendung: Nach und nach fallen Chong Daehyon immer mehr beunruhigende Veränderungen an seiner Frau auf, bis sie beginnt, in der Stimme anderer Menschen zu sprechen – egal, ob diese noch leben oder bereits verstorben sind. Ausgehend von diesem Punkt erzählt Cho Nam-joo die Lebensgeschichte der Protagonistin und da es sich bei „Kim Jiyoung“ um einen der häufigsten koreanischen Frauennamen handelt, ist es quasi die Geschichte jeder Frau dieser Generation in Korea. (Und im Prinzip auch der Autorin, wie sie selbst sagt.) Der Stil ist dabei für einen Roman ungewohnt, sehr sachlich und faktenlastig. Immer wieder sind in den Text statistische Angaben eingearbeitet, die die Situation der Frauen in Korea beleuchten. Was sich oft ein wenig sperrig lesen lässt, macht Sinn, wenn man am Ende erfährt, wer hier eigentlich über Jiyoungs Leben berichtet. Was der Roman offen legt, macht wütend und ohnmächtig zugleich und das erst recht, wenn man feststellt, dass viele Erfahrungen auch Frauen in westlichen Kulturen nicht fremd sein dürften. Es ist von der systematischen Bevorzugung von Männern die Rede, die bereits im Kindesalter beginnt. Jiyoung und ihre ältere Schwester müssen fast alles im Haushalt erledigen, während der Bruder verhätschelt wird. Auch beim Kinderkriegen selbst ist stets der familiäre Druck vorhanden, einen Sohn zu gebären – was nach einer Reihe Töchter schon mal zu verzweifelten Abtreibungen führt. Auch beruflich bleibt die Protagonistin stets hinter ihren Kollegen zurück, obwohl sie härter arbeitet und bessere Leistungen erzielt. Als sie schließlich ihre Tochter zur Welt bringt, ist die Karriere beendet, denn welche Alternative gäbe es in einer Gesellschaft, welche die Väter auf jegliche Art bevorzugt und die Mütter stets kritisiert? Egal, was Jiyoung auch tut, alles scheint falsch zu sein. Möchte sie trotz Schwangerschaft noch arbeiten, wird sie auf dem Weg dorthin beschimpft. Sitzt sie mit ihrem Baby im Kinderwagen auf einer Bank im Park, ist sie ein antriebsloser „Schma-mama-rotzer“. All dies hat sie an den Punkt gebracht, an dem sie zu Beginn des Romans ist. Fazit: Ein grandioser feministischer Roman, dessen Sachlichkeit zugleich fasziniert und frustriert

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In diesem Buch, einer Mischung aus persönlichen Erfahrungen, Sachbuch und Beobachtung, erhält der Leser einen tiefen Einblick in die gesellschaftlichen Zusammenhänge Südkoreas. Frauen werden einerseits hofiert (Wanderclub der Uni), andererseits vorgeführt, instrumentalisiert und systematisch benachteiligt. Auch Männer, die diesen Umgang mit Frauen nicht gut finden, stellen sich nicht vehement gegen diese Tatsachen und Umgangsweisen. Weil sie im System gefangen sind. Aber wer ist das System? Das die Frauen Opfer sind, aber auch etwas gegen ihre Situation machen können (Situation in der Schule mit Essordnung in der Mensa, Änderung der Namensvergabe des Familiennamen bei Kindern), gibt Hoffnung. Es scheint noch ein langer Weg zu sein und zeigt, was in Deutschland schon gelungen ist - und was noch zu tun ist.

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Ich habe bereits von dem Buch gehört, bevor ich es gelesen habe. In 2018 löste es in Korea Frauenrechtsproteste aus und deckte den Molka-Skandal auf. Es ist seiner Zeit voraus und gleichzeitig lange überfällig. "Kim Jiyoung, geboren 1982" erzählt die durchschnittliche Geschichte einer Frau aus dieser Generation. Sie führt das Leben, das von ihr erwartet wird. Es wird von männlichen Figuren bestimmt und bewertet, während sie immer wieder versucht, ihrer Frustration darüber entgegenzuwirken. Das alles führt dazu, dass sie eine Psychose entwickelt, die die Menschen in ihrem Umfeld befremdet. Sie verhält sich plötzlich wie Frauen, die sie kennt. Es kommt und geht. Ihre Geschichte wird erzählt von ihrem - männlichem - Psychater.

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"Kim Jiyoung, geboren 1982" von der koreanischen Autorin Nam-Joo Cho ist auf den ersten Blick ein sachlicher Bericht über das seltsame Verhalten einer Hausfrau gegenüber ihrem Ehemann. Es täuscht zunächst mit Elementen der Horrorliteratur, da die Dissoziation von Jiyoung als unheimlich und unergründbar dargestellt wird. Doch schnell wird klar, dass die Erzählung sich um die miserable Existenz der Protagonistin dreht, die zu diesem Zustand geführt hat. Kim Jiyoung ist tatsächlich schon eine der glücklicheren Mädchen in Korea: ihre Mutter kämpft für ihre Rechte gegenüber des Bruders, sie darf sich für einen Beruf ausbilden lassen und findet nach langer Suche auch tatsächlich eine Stelle. Sie wird von ihrem Vorgesetzten geschätzt und gefördert und darf einen Beruf ausüben, der ihr Spaß macht und sie erfüllt. Doch dies alles geschieht nur in einem gewissen Rahmen, und ihre eigentliche Kernexistenz soll die Protagonistin trotzdem ausschließlich im Namen des Glücks für andere, genauer für ihren Ehemann und für ihre Söhne führen. Und wahre Veränderung ist auch nicht in Sicht, denn "Alle Mütter machen das so". Dass es zum Schluss eigentlich noch nicht einmal sie selbst, ist, die über ihr Leben berichtet, stärkt die Botschaft der Geschichte umso mehr. Diesen im sachlichen Stil geschriebenen, mit Statistiken und Zahlen bestückten, und doch emotional maximal drückenden Roman ist es schlicht und ergreifend imperativ ist zu lesen, da er auf knallharten Tatsachen basieret und sehr ungemütliche, bis dato zeitgleich als skandalös und als Norm geltende Wahrheiten aus der Welt von - nicht nur koreanischen - Frauen preisgibt. Eine ausführliche Rezension erscheint zum Erscheinungstermin auf https://sandrafalke.com.

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Die Südkoreanerin beschreibt das typische Leben einer Frau in Südkorea. Interessant ist, dass im Roman immer wieder auf Statistiken zurückgegriffen wird und man so als Leser noch eine Menge über das Land lernt. Die Protagonistin wir von klein auf bis ca 35 Jahre begleitet. Für ihr Kind gibt sie ihe Berufstätigkeit auf und verliert sich selbst.

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Die Autorin bedient sich einer sehr nüchternen Sprache, fast als würde man ein Protokoll lesen. Während man sich noch fragt, ob man ein Sachbuch liest, wird man immer mehr von der Geschichte in den Bann gezogen. Das Buch ist ein kleiner Glücksfall: Zum einen gibt es einer ganzen Generation von Frauen eine Stimme zum anderen bringt es uns eine ganze, uns in weiten Teilen unbekannte, Kultur näher. Ein kleiner Band, der einen erstaunt, ratlos und auch ein bisschen verstört zurück lässt.

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Hallo Du, Gelesen habe ich "Kim Jiyoung, geboren 1982" von Nam-Joo Cho. Voller Neugierde starte ich also in einen Roman, der das Frauenbild in Korea beschreiben soll. Okay soweit, denke ich, Korea ist weit entfernt. Bin gespannt, wie da leben. Nachdem Jiyoung vermehrt seltsame Symptome zeigt, schickt sie ihr bersorgter Ehemann zu einem Psychiater. Dieser bröselt nun das Leben der koreanische Ehefrau auf. Und wir sind Zeuge davon. Alles startet in der Kindheit: Traditionen , Bräuche und ein veraltetes Gesellschaftsbild zwingen Jiyoung in eine Rolle, die schon ihre Mutter und deren Mutter ausfüllen mussten. Während Jungs in Sneaker zu Schule rennen, stöckeln die Mädchen in Lackschühchen hinterher. Das schickt sich nun mal so. Außerdem sind Jungs ja auch viel sportlicher als Mädchen. So und so ähnlich bekommt der Leser immer mehr Einblick in die Erziehung koreanischer Kinder. Am Anfang war ich sehr distanziert, da ich mir sicher bin, so eine veraltete Erziehung, gibt es vielleicht woanders, aber doch nicht hier. Bei mir. Es geht weiter im Leben von Jiyoung, als Studentin, als Arbeitssuchende, als Partnerin in Beziehung und Freundschaft. Es wird mehr und mehr realer und der Kloß im Hals wird fester. Trotz der fiktiven Geschichte, wird das Erlebte mit wahren Daten, Fakten und Statistiken untermauert. Genial? Dann ist Jiyoung Ehefrau, wird Mutter und Hausfrau. Ein Thema so präsent für mich, da war die Distanz nach Korea plötzlich nur noch ein Katzensprung. Die Autorin lässt einen männlichen Protagonisten darüber urteilen, was nun der hier beispielhaften Jiyoung fehlt. Diese geht sich nicht etwa aus sich heraus "Hilfe" suchen. Nein sie wird geschickt, weil sie dem Ehemann peinlich ist. Peinlich Frau zu sein? Peinlich, die Rolle zu spielen, die ihr zuspielen auferlegt wird? Das Ende ist einfach so genial, dass ich erstmal lauthals lachen musste. Um im nächsten Moment fassungslos den Kopf zu schütteln. Ja, ein wirklich tolles Buch.

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Welch bedeutsames Büchlein! Eine Pflichtlektüre für die Männer dieser Welt und eine Bestärkung für die Frauen dieser Welt, ihren Weg weiterhin konsequent fortzuführen; bis sich dann eines Tages endlich Frau und Mann auf Augenhöhe begegnen können. Die Geschichte ist eigentlich recht einfach erzählt: Wir dürfen teilhaben an der Lebensgeschichte der Südkoreanerin Kim Jiyoung, geboren 1982. In der Erzählebene der Gegenwart ist sie eine verheiratete Mutter, die - obwohl sie studiert hat - lediglich 'dazuverdient', um der Familie ein Auskommen zu ermöglichen. Ihr Mann beobachtet in letzter Zeit seltsame Veränderungen bei Kim - sie spricht aus der Perspektive anderer Frauen... Sie kommen überein, dass Kim einen Psychiater aufsucht, um sich einer Behandlung zu unterziehen. Der Bericht des Psychiaters bildet den Kern des Buches - es wird die Geschichte von Kim erzählt; über die Familie, die Schulzeit, das Verhältnis von Jungen und Mädchen, über die Zeit des Studiums und die Versuche in einer männerdominierten Welt einen ausbildungsentsprechenden Beruf zu erlangen, über männliches Machgebaren und sexuelle Übergriffigkeit; bis hin zur aktuellen Phase in Kims Leben, in der sie ihren Mann kennengelernt und eine Tochter zur Welt gebracht hat. Gerade die Form des fast schon kühl-distanzierten Berichts macht auf subtile Weise deutlich, wie groß das Ausmaß der Geschlechterungerechtigkeit (immer noch!) ist; wie stark der Druck sozialer Erwartungen auf Kims Psyche einwirkt und sie an sich selbst zweifeln lässt; wie sie mit übergroßer Anstrengung versucht, sich einen Platz im Leben zu erarbeiten, der eben nicht nur die Rolle einer ewig dienenden, sich für Mann und Familie aufopfernden, sich selbst beständig zurückstellenden Frau ist. Und die weltweite Resonanz des Buches verdeutlicht in unübersehbarer Weise, dass es zu einfach wäre, lediglich zu behaupten, dass die dargestellte Problematik ja schließlich nur den koreanischen Kulturraum beschreibe... Als männlichem Leser, der von sich glaubt, mit seinen Überzeugungen an der Seite der Frauen zu stehen, überfiel mich zuweilen ein Gefühl von Scham für mein Geschlecht. Also bitte dieses Buch lesen! Ein kleiner Punktabzug in der B-Note: In einigen Abschnitten wird die reine Erzählebene aufgelöst und es sind fachbuchartige Aussagen und Statistiken zu Geschlechterungerechtigkeit eingefügt - das hätte man besser im Anhang platziert. Aber vielleicht ist diese kleine Kritik nur Ausdruck meines Männerhirns, welches um seine Überlegenheit fürchtet, wenn es eigentlich rückhaltslos sagen müsste: Ausgezeichnetes Buch!!!

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Welch ein unglaublich bestürzender, aufrüttelnder und feminstischee Roman !!! Ich habe Kim-Jiyoungs Leben förmlich verschlungen, habe mit ihr gehadert, gezweifelt und gelitten und bin nach Beenden des Romans ein wenig sprachlos, zeitgleich auch so wütend auf diese noch immer von Männern dominierte Welt. Nam-Joo Cho gewährt uns mit ihrem Weltbestseller einen Einblick in den Alltag einer koreanischen Frau in ihren Dreißigern. Sie beleuchtet darin Kim-Jiyoungs Leben von ihrer Geburt bis hin zum ersten Kind und erzählt, wie schwierig sich das Leben für Frauen in Südkorea gestaltet. Ihre eigenen Erfahrungen lässt sie dabei einfließen. Während man Jungen von Kleinauf fördert, sie wie die Könige ihrer Familien behandelt, fallen Mädchen die häuslichen Arbeiten zu. Nun hat Jiyoung glücklicherweise eine Mutter, die versucht ihren Mädchen alle Möglichkeiten zu bieten, sie zur Schule schickt und später sogar zur Universität. Doch das Kernproblem bleibt, denn die Gesellschaft gibt den Frauen immerzu zu verstehen, dass sie deutlich weniger wert sind, als Männer. Sie bekommen keine oder nur niedere Jobs, obwohl sie oft bessere Abschlüsse erreicht haben als ihre Kollegen, sie haben sich in der Familienhierarchie ihren Brüdern, auch wenn diese jünger sind, unterzuordnen. Ein weiteres großes Problem ist, dass sie sich eigentlich stetig mit Sexismus und Diskriminierung auseinandersetzen müssen. Eine Szene die mir prägnant im Kopf bleiben wird, ist die, in der Jiyoung von einem späten Kurs mit dem Bus nach Hause fahren muss und ihr ein junger Mann nachsteigt. Es ist offensichtlich, dass er nichts Gutes im Schilde führt und nur einer aufmerksamen Dame ist es zu verdanken, dass Jiyoung kein Opfer sexueller Gewalt wird. Als sie zuhause davon erzählt, erfährt sie keine Hilfe ihres Vaters, sondern erntet stattdessen Vorwürfe, weil sie ja unbedingt so spät noch zur Schule gehen muss. Männer dürfen hier ganz ungeschoren zu Tätern werden und Frauen spricht man Schuld zu. Auch Jiyoungs Jobsuche gestaltet sich schwer, denn man bevorzugt auch in Unternehmen eher Männer als Frauen, denn diese fallen früher oder später ohnehin aus. Schließlich erwartet die Gesellschaft, dass wenn eine Frau erst einmam verheiratet ist, auch Kinder bekommt, ihren Job aufgibt, weil es fast unmöglich für sie ist, Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Die Väter ziehen sich bei der Erziehung und Unterstützung der Frauen gerne aus der Verantwortung, schließlich obliegt ihnen die Aufgabe die Familie zu ernähren und dies lassen Männer Frauen auch deutlich spüren. Nicht zwangsläufig die eigenen Ehemänner, sondern auch wildfremde Männer erdreisten sich, Frauen mit Kind zu verurteilen, wenn diese bspw. im Park sitzen und sich einen Coffee to Go gönnen, den sie sich für all ihre harte Arbeit als Mutter redlich verdient haben. Mich hat dieser Roman mehr als einmal wütend gemacht, aber als auch Frau auch sehr bewegt und berührt und ich wünsche mir, dass es vielen LeserInnen so gehen wird und sich eine neue Debatte über die Geschlechterrolle in unserer Gesellschaft entspinnt. Denn nach wie vor ist dies ein Thema, dass nicht nur in Südkorea eine traurige Rolle spielt.

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Die Autorin erzählt auf lakonische Art und Weise die Geschichte von Kim Jiyoung, die nach der Geburt ihrer Tochter allmählich den Verstand verliert. Es ist die Geschichte aller koreanischer Frauen, die beispielhaft auch als Mutter und Großmutter der Hauptprotagonistin auftauchen. In dieser fiktiven Erzählung werden immer wieder reelle Zahlen und Fakten genannt, die ihr eine beinahe journalistische Anmutung verleihen. Es werden Aussagen zitiert, die uns darüber aufklären, dass aufgrund des Familienplanungsgesetzes auch in Korea viele weibliche Embryonen abgetrieben werden, weil Jungen der Gesellschaft wertvoller sind. Sie werden schon in der Kindheit bevorzugt, erhalten beispielsweise mehr und besseres Essen. Später werden sie auf die Universitäten geschickt und die Schwestern müssen arbeiten, um das Geld für die Ausbildung der Brüder aufzubringen. Als Ehefrauen und Mütter bleibt die Kindererziehung an den Frauen allein hängen und um dazu zu verdienen, führen sie niedere und eintönige Tätigkeiten in Heimarbeit aus. Im Vergleich mit ihren männlichen Kollegen verdienen sie nur 64% des Gehalts. Ihr ganzes Leben verbringen sie damit, anderen zu dienen. Niemand käme auf die Idee, zu fragen, was sie selbst eigentlich wollen. Kim Jiyoung hat glücklicherweise die Unterstützung ihrer Mutter, die selber zurückstecken musste. Aber sie leidet sehr unter der systematischen und sexuellen Diskriminierung an ihrem Arbeitsplatz. Und sie ist sich der Ungleichbehandlung schmerzhaft bewusst. Als sie heiratet, muss sie mit ihrem Mann die gemeinsame Zukunft und die Frage nach Kindern besprechen. „Ich werde vielleicht alles verlieren, meine Jugend, meine Gesundheit, mein soziales Umfeld genauso wie meine Arbeitsstelle, meine Kollegen, meine Freunde, meine Zukunft, ja alles. Aber was verlierst du?“ Als dann ihre Tochter geboren, ist wundert sie sich: „Mich unterstützen, im Haushalt, bei der Kindererziehung. Ist das nicht selbstverständlich? Ist das nicht auch deine Wohnung? Ist das nicht auch dein Kind? Wenn ich arbeite, kann ich ganz allein über meinen Verdienst verfügen? Warum sprichst du von Unterstützung und tust so, als wäre es eine Gunst, dass du hilfst?“ Nam-Joo Cho gelingt es, durch die chronologische Aufzeichnung aller Widerstände und Belastungen im Leben einer Frau zusammen mit der Dokumentation der noch herrschenden Ungleichheit, den Zusammenbruch von Kim Jiyoung nachvollziehbar und ihre Verzweiflung verständlich zu machen, ohne larmoyant oder gar hysterisch zu wirken. Genau deshalb wirkt dieses Buch so eindringlich nach. Zudem wird bei der Lektüre jeder Frau bewusst, dass selbst in unserer aufgeklärten Gesellschaft viele diskriminierende Verhaltensweisen bei der Wahl des Familiennamens, der Verteilung der Hausarbeit und beruflicher Förderung noch tief verwurzelt sind. Und das ist doch wirklich zum Verrücktwerden!

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Dieser Roman ist ein lesenswerter Umriss der gesellschaftlichen Erwartungen, die Südkorea an seine Frauen hat und darüber, wie die Protagonistin damit umgeht und daran zerbricht.

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Ein sehr spannender Roman über das Leben einer jungen Frau aus Korea. Man erfährt über ihre gesamte Kindheit und wieso sie zu dem Menschen geworden ist, der sie heute ist. Sehr spannend und ergreifend.

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[Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee] Kim Jiyoung, geboren 1982 ist ein besonderes und dennoch gewöhnliches Buch, denn es beschreibt das typische Leben einer jungen Koreanerin. Die Ausgangslage ist folgende: ihr Mann bringt Jiyoung zum Psychiater, da sie weibliche Stimmen von lebenden und toten Frauen imitiert. Im Zuge dessen wird Jiyoungs Leben erzählt, welches von den Traditionen, Einstellungen und Pflichten der koreanischen Lebenswelt geprägt ist. So erfährt sie Nachteile gegenüber ihren Bruder, nur, weil sie ein Mädchen ist. In der Schule muss sie strengeren Regeln befolgen, nur, weil sie ein Mädchen ist. Sie muss sich anhören, dass sie selber Schuld sei, wenn sie von Männern belästigt wird, weil sie sich falsch verhält. Ihre beruflichen Chancen sind schlecht, nur, weil sie eine Frau ist. Als sie schließlich den gesellschaftlichen Druck nachgibt und Mutter wird, verliert sie sich selbst. Dieser Roman ist in seiner Einfachheit genial. Die Erzählung ist an sich einfach und kein literarisches Meisterwerk, doch es spiegelt genau das Schicksal, welches Millionen von Frauen und Mädchen haben, wieder. Beim Lesen ist mir oft ein Schauer über den Rücken gelaufen, man kann es einfach nicht fassen. Positiv hervorzuheben sind auch noch die Fußnoten, die geschickt in die Geschichte eingebaut wurden. Diese belegen das Erlebte von Jiyoung mit realen Zahlen und Fakten. Dies zeigt, dass Jiyoung kein Einzelschicksal ist. Dieses Buch ist so wichtig und deswegen würde ich es jedem empfehlen!

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Kim Jiyoung, Mitte dreißig, lebt in Korea zusammen mit ihrem Mann in einer kleinen Wohnung. Sie hat gerade ihr erstes Kind bekommen und deswegen aufgehört zu arbeiten als ihrem Mann seltsame Symptome auffallen: Jiyoung schlüpft in die Rollen anderer Frauen wiez. B. die ihrer Mutter oder Schwiegermutter. Daraufhin schickt ihr Mann sie zu einem Psychiater, der nunihre Geschichte erzählt. Das Buch ist ein iternationaler Bestseller und v.a. in Korea viele Menschen erreicht hat. Und das hat es auch verdient. Während die ersten Seiten in denen Jiyoungs Psychose geschildert wird noch etwas seltsam anmuten, zieht einem ihr Leben vollkommen in seinen Bann. Dieses Leben steht stellvertretend für das Leben vieler Fauen in Korea, aber auch der Welt. Es beginnt mit ihrer Mutter Misuk und ihrer Geburt. Jiyoung hat noch eine ältere Schwester, doch mit jedem Mädchen wird Misuk mehr unter Druck gesetzt, endlich einen Sohn zu bekommen. Denn nur der Sohn ist wichtig, nur das zählt, die Mädchen sind unwichtig und nur Ballast. Das geht so weit, dass Misuk ihr ungeborenes Kind abtreiben muss, weil es wieder kein Junge ist. Und auch bei diesem schweren Schritt ist sie ganz allein. "Misuk ging also allein ins Krankenhaus und ließ die jüngste Schwester von Jiyoung ›entfernen‹. Sie hatte keine Wahl, denn es war ihr Versagen. Sie litt körperlich und seelisch unter ihrer Entscheidung, konnte jedoch nicht darauf hoffen, dass jemand aus ihrer Familie sie tröstete. Einzig die Ärztin hielt ihr die Hand und zeigte Mitleid mit der jungen Mutter, die wimmerte wie ein Tier, das sein Junges verloren hatte." Schon vor Jiyoung war es ihre Mutter Misuk, die mich unglaublich berührt und erschüttert hat, mit dem, was sie ertragen muss. Sie ist so eine tolle und starke Frau, die sich trotz allem liebevoll um ihre Töchter kümmert und zwar nicht verhindern kann, dass ein Sohn bevorzugt behandelt wird, aber die sie dennoch in ihren Träumen und Wünschen untersützt. Der gesellschaftliche Unterschied zieht sich auch durch Jiyoungs ganzes Leben. Und auch, wenn sie es vermeintlich besser hat, da sie zur Schule und studieren gehen kann, muss sie sich stets als weniger wert betrachtet sehen. Diese Unterschiede sind wie selbstverständlich in der Gesellschaft verankert und kaum jemand stellt sie in Frage. Die Männer dürfen alles, sie dürfen sich über die Frauen erheben, sie ausnutzen, egal ob beruflich, psychisch oder physisch, sie dürfen ihren Körper schamlos betrachten und betatschen und stets wird die Schuld bei den Frauen gesucht und nicht bei den eigentlichen Tätern. Das ist nicht nur in Korea so aber durch die große gesellschaftliche Diskrepanz zwischen Mann und Frau nochmal stärker zu spüren. Kim Jiyoung ist eine gewöhnliche Frau, wie es viele auf der Welt gibt. Aber sie ist auch selbstbewusst und will für sich einstehen, sie will sich nicht nur als Objekt oder Mutter sehen, sie will arbeiten, kurz: sie will Gleichberechtigung. Nam-Joo Cho schildert hier ein Leben voll von Unterdrückung und Abwertung, immer wieder belegt mit schockierenden Zahlen und Verweisen. Es ist ein Leben zwischen Berufsalltag und Familie, zwischen dem Wunsch nach dem eigenen Lebensweg und den veralteten Erwartungen der Familie. Als Leserin ist man froh, in einem anderen Land aufgewachsen zu sein und dennoch hört man auch hier viele der angesprochenen Punkte immer wieder, wenn auch in abgeminderter Form. Nam-Joo Cho hat ein allgemeingültiges Portrait der Frau geschaffen, die mit vielem alleine dasteht und von denen Mann unendliche Dankbarkeit erwartet. Dabei ist de Selbstaufgabe der Frau für andere alles andere als selbstverständlich und sollte nicht so einseitig sein. „Kannst du damit aufhören zu sagen, wobei du mich unterstützen willst? Mich unterstützen, im Haushalt, der Kindererziehung. Ist das nicht selbstverständlich? Ist das nicht auch deine Wohnung? Ist das nicht auch dein Kind? Wenn ich arbeite, kann ich ganz allein über meinen Verdienst verfügen? Warum sprichst du von Unterstützung und tust so, als wäre es eine Gunst, dass du hilfst?“ Jiyoung begehrt immer wieder auf, sie will ihren eigenen Weg gehen und scheitert doch oftmals an den Traditionen und Erwartungen anderer, denen sie nicht entfliehen kann. So fügt sie sich vermeintlich in ihr Schicksal und droht sich dabei selbst zu verlieren. Aber auch die Männer sind gefangen in diesen Traditionen und selbst die eher modernen Ansichten werden schließlich begraben durch den gesellschaftlichen Ton, der sie in den Himmel hebt. "Kim Jiyoung, geboren 1982" ist ein Buch, das jeder lesen sollte, egal ob Mann oder Frau, denn es zeigt mutige Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen, die alle Steine auf ihrem Weg überwinden und die dennoch gefangen sind. Es ist ein Buch, das zur Gleichberechtigung aufruft und das zum Nachdenken anregt, das einen berührt, erschüttert und wütend macht und die Missstände v.a. in Korea wieder mehr ins Bewusststein der Menschen ruft. Es ist eine fiktive Protagonistin aber kein fiktiver Roman, das alles passiert tagtäglich genau so.

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Ich habe schon einige feministische Bücher, insbesondere Sachbücher gelesen. Aber Kim Jiyoung, geboren 1982 ist der feministischste Roman, den ich bisher in den Händen gehalten haben. Auch wenn er fiktiv ist, lässt Cho Nam-Joo statistische Informationen einfließen, welche die Geschichte sehr real wirken lassen. Vor allem zeigt sich dadurch, dass die Geschichte von Kim Jiyoung stellvertretend für die Geschichten vieler Frauen weltweit steht. Angesprochen werden sehr viele Themen, die auch mich beschäftigen: schlechtere Karrierechancen im Vergleich zu Männern, die Herabsetzung von unbezahlter Care Arbeit in den Augen vieler Menschen, die Mühen von Schwangerschaft, Geburt und der Sorge um Kinder, sexueller Missbrauch, konstante Belästigungen, sobald man sich vor die Tür bewegt und so viel anderes. Mit vielen der Beschreibungen im Buch wurde ich abwechselnd wütend und traurig. Denn es werden auch die Leben der vorherigen Generationen, Jiyoungs Mutter und Großmutter, beschrieben ebenso wie das einer älteren Kollegin. Und die systematische Benachteiligung der weiblichen Familienmitglieder lässt es häufig so unwahrscheinlich erscheinen, dass sich daran etwas ändert. Mir hat dieses Buch, vor allem dank des erzählenden Psychiaters, deutlich gemacht, dass es nicht reicht, die eigene Einstellung zu einem Thema zu verändern. Es reicht nicht, wenn Männer sagen, dass Frauen die gleichen Rechte und die gleiche Stellung haben sollten; wenn Weiße sagen, dass die gleichen Regeln für Schwarze gelten sollten; wenn cis Menschen sagen, dass trans Menschen gleichgestellt sein sollten; die Beispiele ließen sich gefühlt endlos weiterführen. Man muss auch entsprechend handeln. Das ist zugegebenermaßen etwas, das mir auch schwerfällt. Aber es ist der Punkt, an dem wir am meisten arbeiten müssen – an uns selber und unserer Gesellschaft.

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Die süd-koreanische Autorin Cho Nam-Joo verknüpft in ihrem Buch anhand des Schicksals der titelgebenden Kim Jiyoung zwei Themengebiete: rückblickend wird das Leben einer Familie in der koreanischen Mittelschicht in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und die Rolle der Frau in der koreanischen Gesellschaft erzählt. Wobei sich die beiden Themen natürlich gegenseitig bedingen. Es ergibt sich ein eher düsteres Bild der koreanischen Gesellschaft, in der Frauen auch im 21. Jahrhundert massiv benachteiligt sind und Sexismus ausgesetzt sind. In großen Teilen ist das auch auf die Situation von Frauen weltweit übertragbar. Durch die Kombination mit der Geschichte der koreanischen Mittelstandsfamilie erfährt man gleichzeitig Hintergründe für das Leben in Korea, außerdem wird das Buch nicht eintönig monothematisch.   Etwas erstaunt war ich, dass nur sehr wenig von der Persönlichkeitsspaltung Kim Jiyoungs erzählt wird. Diese ist eher Schluss- als Startpunkt der Geschichte. Das Buch liest sich sehr nüchtern, fast wie ein Bericht. Dieser Eindruck wird noch durch die Fußnoten verstärkt. Durch diese neutrale Erzählperspektive ist das Buch nicht emotional oder rührselig, aber das Beschriebene macht doch betroffen, wütend.

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Die Süd-Koreanerin Kim Jiyoung ist mit Mann und Kind bei ihren Schwiegereltern zu Besuch, als sie zum ersten Mal in der Tonlage und aus der Perspektive einer anderen Person spricht. Da sie nach der Entbindung ihrer Tochter bereits an postpartaler Depression erkrankt war, wird sie sich nun einer Psychotherapie unterziehen. Nam-Joo Chos harmlos “Roman” genannter Bericht erzählt aus Jiyoungs Familiengeschichte, aus Studienzeit und Beruf bis zu ihrer unfreiwilligen Entscheidung, ihre Arbeitsstelle zu kündigen, da sich Beruf und Familie im Süd-Korea der Gegenwart unter keinen Umständen miteinander vereinbaren ließen. Jiyoung ist mir einer älteren Schwester und einem jüngeren Bruder aufgewachsen. Der Vater verdiente wenig, die Mutter arbeitete immer - stets nur gering bezahlt -, versorgte Kinder, Haushalt und Schwiegermutter allein. Das Schicksal der Mutter, die sich bereits opferte, damit ihre Brüder studieren konnten, sollte erwarten lassen, dass sie für ihre Töchter ein anderes Leben plant. Jiyoung ältere Schwester Unyoung trug ebenfalls allein die Verantwortung für ihre Geschwister, damit die Mutter arbeiten konnte. Erst als der jüngere Bruder geboren wird, bemerken die Mädchen, dass Männer und Jungen mehr zu essen bekommen, aufgrund ihres Geschlechts stets vorgezogen werden und nicht im Haushalt helfen müssen. Besonders von der Großmutter geht die Einstellung aus, dass allein Jungen zählen und bei Tisch für Mädchen die Reste gut genug sind. Die Schwestern mussten immer teilen und haben das klaglos getan – ein Bruder jedoch muss mit seinen Schwestern nicht teilen. Erst Jahre später wird Jiyoung die ungleiche Verteilung der Familienarbeit bewusst, als Ihre Mutter dem Vater entgegen schleudert, er bräuchte sich nicht mit dem Erfolg seiner Familie zu brüsten, da er nur 30% dazu beigetragen hätte, den größeren Teil hätte sie geleistet und die Kinder, die sich gegenseitig erzogen hätten. Erstaunlich fand ich in Jiyoungs Vorgeschichte, dass die Eltern zwar auf Bildung drängten, auf die Töchter jedoch noch kein Druck zur Heirat ausüben. Jiyoungs Schicksal unterscheidet sich in der Folge in keiner Weise z. B. von dem berufstätiger Japanerinnen. Durch die langen Arbeitszeiten, den gesellschaftlichen Druck, Söhne gebären zu müssen und die schlaffe Haltung ihrer Ehemänner gegenüber einer partnerschaftlichen Verteilung der Hausarbeit geben Frauen in Süd-Korea auch in diesem Jahrtausend zu oft qualifizierte Jobs auf, nachdem sie ein Kind bekommen haben. Deutlich wird hier, dass die süd-koreanische Gesellschaft überholte Rollenbilder weitergibt, die sich mit den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts und den Wünschen akademisch gebildeter Frauen nicht vereinbaren lassen. Auffallend finde ich, dass in Jiyoungs Lebenswelt Männer überholten Rollenbildern nicht entgegentreten. Für sie ist es bequemer, selbst nicht unter Druck gesetzt zu werden, gefälligst einen Sohn zu zeugen, und den überholten Erwartungen der eigenen Eltern nicht entgegentreten zu müssen. Die bezwingende Entwicklung, in der Jiyoungs Mutter die Gleichbehandlung ihrer 3 Kinder nicht durchsetzen kann, bis zur Erfahrung der jungen Frau am Arbeitsplatz, dass gleichaltrige männliche Kollegen weniger leisten müssen, weil sie ja noch für ein langes Berufsleben „geschont“ werden sollen, liest sich absolut fesselnd. Die Fußnoten zu Quellen und Fakten geben dem Text stellenweise den Charme eines soziologischen Fachaufsatzes. Leider sind die geschilderten Probleme Frauen in Europa nicht unbekannt. Sensationell daran ist allein, wie wenig sich - nicht nur in Süd-Korea - bis in die unmittelbare Gegenwart geändert hat.

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„Bei Jiyoungs Geburt senkte die Mutter ihren Kopf noch tiefer und schluchzte […]“ Kim Jiyoung wurde am ersten April 1982 geboren. Mit Mann und Kind lebt die Südkoreanerin in Seoul. Nach der Geburt ihres eigenen Kindes ist die junge Frau gezwungen, ihren Job aufzugeben. Als sie beginnt, sich seltsam zu verhalten, glaubt ihr Ehemann, es sei ein Scherz. Doch als Jiyoung 2015 in die Rollen von anderen Frauen schlüpft („Du klingst schon wie Deine Mutter.“), schickt ihr Mann sie zum Psychiater... Die Erzählperspektive in "Kim Jiyoung, geboren 1982" ist die des Arztes. Stellenweise liest sich der Roman wie eine Fachpublikation, es gibt Fußnoten und Quellenangaben, aber ich finde nicht, dass es eine „trockene“ Lektüre ist. Das Ganze ist unheimlich fesselnd, die Chronik einer systematischen Benachteiligung ist packend, aber auch deprimierend – Es ist eine Geschichte des Androzentrismus oder ein Bericht über Misogynie. Der Wettlauf zwischen Männern und Frauen beginnt für koreanische Kinder schon im Mutterleib, Frauen wird vermittelt, dass sie weniger wert seien. Zwar setzt sich die Mutter der Protagonistin für die Bildung der Tochter ein, aber Jiyoung Kim (sie könnte auch Lieschen Müller oder Jane Doe heißen) stößt im Laufe ihres Lebens immer wieder an ihre Grenzen - von Geschlechtergerechtigkeit keine Spur! Auch als Akademikerin ist die Protagonistin nicht vor sexueller Gewalt geschützt, wie selbstverständlich installieren Kollegen am Arbeitsplatz heimlich Kameras auf der Damentoilette, und schon in jungen Jahren müssen sich Frauen an Übergriffe „gewöhnen“, nur um gesagt zu bekommen, sie seien selbst schuld: „Du flirtest mit mir, und jetzt behandelst du mich wie einen Stalker. Warum?“ Um nicht zu spoilern, will ich nicht verraten, wie der Roman endet. "Kim Jiyoung, geboren 1982" ist ein unheimlich wichtiger Roman. Man sollte nicht den Fehler begehen und die im Buch geschilderte Problematik als genuin asiatische abtun. Es werden natürlich ein paar ostasiatische Eigenheiten geschildert, die Geschichte der Titelfigur hätte sich meines Erachtens aber fast überall auf der Welt ähnlich ereignen können. Auch in der „westlichen“ Welt ist der Gender Pay Gap immer noch ein Thema, sexuelle Gewalt an Frauen ist leider immer noch kein Phänomen der Vergangenheit. Wenn man sich mit Medizingeschichte beschäftigt, ist dieser Mix aus Sachbuch & Roman ebenfalls sehr aufschlussreich.

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Ein unheimlich beklemmender Roman, der einem deutlich offenbart, wie alltäglich Sexismus noch immer ist. Absolut lesenswert!

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Der Weltbestseller aus Südkorea erzählt unverblümt die Lebensgeschichte einer durchschnittlichen Südkoreanerin als Mädchen ständig benachteiligt, als junge Frau im Beruf sexuellen Belästigungen ausgesetzt, und nach der Geburt des Kindes muss sie ihren Job aufgeben, da ihr Mann es so will. Ein feministischer Roman, der nicht nur Frauen aus Südkorea betrifft, sondern fast überall Welt spielen könnte

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Ein Buch über das Leben einer Frau im modernen Südkorea, angereichert mit Fakten, die das erzählte unterfüttern (ungewöhnlich für einen Roman: es gibt Fußnoten). Mein Fazit: ein relevantes Buch über die noch immer unzureichende Gleichberechtigung der Geschlechter in scheinbar modernen Gesellschaften.

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Kim Jiyoung hat scheinbar ein gutes Leben. Sie ist Mitte Dreißig, verheiratet und hat eine süße kleine Tochter. Doch hat sie immer wieder eine Art von Anfall, bei der sie komplett in die Rolle einer anderen Frau schlüpft und sich wie diese verhält. Daraufhin bringt ihr Mann sie zum Psychiater. Damit startet das Buch und im weiteren Verlauf erzählt eben dieser Psychiater auf eine nüchterne Art und Weise von Jiyoungs Leben – beginnend mit der Kindheit. Aufgewachsen als zweites von drei Kindern (das jüngste ist endlich der gewünschte Sohn) müssen sie und ihre große Schwester schon früh Verantwortung übernehmen. Die Mutter arbeitet sehr viel, um die Familie über Wasser zu halten, da die Wirtschaft am Ende und der Job des Vaters auf der Kippe steht. Schon sehr bald merkt Jiyoung, dass Jungen von der koreanischen Gesellschaft bevorzugt werden (in der Schule, zu Hause, in der Universität und auch später im Beruf). Der Druck, perfekt zu funktionieren, um überhaupt eine Chance zu haben zerstört sie und ermöglicht die Psychose. Ein Portrait der südkoreanischen Gesellschaft, das mich sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht hat. Die nüchterne Sprache transportiert den Inhalt noch stärker und bringt die Dinge auf den Punkt. Tolles Buch!

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Der Alltag vieler Frauen Kim Jiyoung, eine junge Frau, glücklich verheiratet und Mutter einer jungen Tochter. Man könnte glauben, ihr Leben wäre perfekt. Doch als sich bei ihr Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung zeigen, zerbricht dieses perfekte Scheinbild in Scherben. Am Anfang der Geschichte werden wir direkt in eine Situation geworfen, in welcher wir das Ausmaß der gespaltenen Persönlichkeiten von Kim Jiyoung miterleben. Daraufhin beginnt erst die eigentliche Geschichte, in welcher wir das komplette Leben der Protagonistin, von Kindheit an, miterleben dürfen. Denn wie konnte es überhaupt erst so weit kommen? Auf die, in der Inhaltsangabe angegebenen, verschiedenen Persönlichkeiten von Kim Jiyoung wurde in dem Buch, abgesehen vom Anfang, nur noch einmal ganz kurz am Schluss eingegangen. Wer sich also aufgrund dieses Themas für das Buch interessieren sollte, wird eventuell von dem Inhalt enttäuscht sein. Anfangs dachte ich mir, dass dieses Thema aufgrund dessen, dass es anscheinend keine größere Rolle in dem Roman einnimmt, überflüssig wäre. Um so mehr ich darüber nachdenke, um so mehr wurde mir jedoch bewusst, wie passend es ist. Das Kim Jiyoung sich als mehr als eine Person sieht, kann nämlich sinnbildlich dafür gesehen werden, dass es sich hierbei nicht nur um die Geschichte einer Frau handelt, sondern um die Geschichte tausender verschiedener Frauen. Ebenfalls sehr passend dafür ist auch das Buchcover selbst, auf dem eine Gesichtslose Frau zu sehen ist. Denn die eigentlichen Themen des Buchs sind Belästigung, Misogynie und die Diskriminierung von Frauen in unserer Gesellschaft. Themen, welche leider zum Alltag von Frauen überall auf unserer Welt gehören. Trotz der Thematik möchte die Geschichte nicht mit besonders tragischen Momenten schockieren, sondern nur den normalen Alltag einer jungen Frau zeigen. Obwohl die Geschichte in Südkorea spielt und dort die Problematik noch größer zu sein scheint, als zum Beispiel in Deutschland, findet man dennoch erschreckend viele Parallelen. So liest man zum Beispiel von einigen Momenten im Leben von Kim Jiyoung, in denen sie aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert und belästigt wird. Das erschreckende daran ist jedoch nicht, dass diese Vorfälle passieren. Das erschreckende ist, dass einem als Leser diese Vorfälle fast schon normal vorkommen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wirklich jeder Leserin einige Situationen aus diesem Buch (egal ob selbst erlebt oder von anderen mitbekommen), sehr bekannt vorkommen werden. Sehr gut gefallen hatte mir auch, dass man während des Lesens immer wieder kleine Anmerkungen finden konnte. Durch diese wurde noch einmal genauer, zum Beispiel durch das Erwähnen von Studien, auf die angesprochene Thematik eingegangen. Dadurch wurde noch mehr verdeutlicht, dass dieses Buch nicht einfach nur ein Buch ist, sondern sich genau solche Geschichten tagtäglich in unserem Leben wiederfinden. Fazit: Anhand der Geschichte von Kim Jiyoung wird aufgezeigt, mit welchen Situationen tagtäglich tausende von Frauen zu kämpfen haben. Besonders die Selbstverständlichkeit und Normalität, mit welcher die Geschichte erzählt wird, schafft es zu berühren. Das Buch regt zum Nachdenken und vergleichen mit selbst erlebten Situationen im eigenen Leben an. Ob das Buch einem selbst gefallen wird, kommt darauf an, warum man es lesen möchte. Das heißt, wer sich vor allem wegen der gespaltenen Persönlichkeit von Kim Jiyoung für das Buch interessieren sollte, wird vollkommen enttäuscht werden. Wer sich jedoch mit Feminismus auseinandersetzt und mehr über die alltägliche Diskriminierung von Frauen erfahren möchte, wird gefallen an diesem Buch finden.

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Was ist ein Frauenleben wert? Meine Rezensionen sind meistens eher kurz und auf den Punkt verfasst. Auch ich lese ungern ellenlange Rezensionen, wenn ich hauptsächlich wissen möchte, ob das Buch etwas für mich wäre. Diese jedoch muss ich länger fassen. Daher für alle, die an einer kurzen Antwort interessiert sind: Ja! Lest es! Unbedingt! Es geht um Kim Jiyoung. Eigentlich lebt sie eine „typisches“ Leben. Sie wächst zu Hause auf, geht in die Schule, studiert, arbeitet und gründet eine Familie. Doch was alle sehen und doch gleichzeitig für alle Normalität ist – Männer dominieren immer alles. Egal ob privat oder bei ihrem beruflichen Werdegang. Und das geht nicht nur ihr so, es betrifft alle Frauen. Doch dies ist nun eben stellvertretend die Geschichte von Kim Jiyoung. Gern möchte ich ein paar Zitate anbringen, die das verdeutlichen: „Tatsächlich hatte Jiyoung als Mädchen gar nicht wahrgenommen, dass ihr Bruder eine Sonderbehandlung bekam, und war daher nie neidisch auf ihn gewesen. Einfach weil es immer so gewesen war“ „Selbst der Mann, der sich im alltäglichen Umgang normal und vernünftig benimmt, spricht abfällig über eine Frau – nicht über irgendeine, sondern über die, für die er sich interessiert. Ich bin also ein ausgespuckter Kaugummi.“ „Gemäß einer Umfrage, die im gleichen Jahr bei Personalleitern von 50 Großunternehmen durchgeführt wurde, antworteten 44% der Teilnehmer, dass sie >männlichen Kandidaten bei ähnlicher Qualifikation den Vorzug gäben<, und kein einziger Teilnehmer gab an, Frauen zu bevorzugen.“ Das ist nur ein Bruchteil von Aussagen, die mich schockiert und berührt haben. Obwohl man vieles doch weiß, verdrängt man es selbst. Auch das Thema der Periode. Etwas natürliches, dass wir Frauen uns nicht ausgesucht haben. Und doch schämen sich die meisten Mädchen und Frauen und haben das Gefühl unrein zu sein. „Aber für die meisten Mädchen war die erste Menstruation ein Geheimnis, das sie nur mit ihren Schwestern und der Mutter teilten. Ein etwas lästiges, schmerzhaftes und irgendwie beschämendes Geheimnis.“ Auch das es in Korea tatsächlich akzeptiert wurde, dass man weibliche Föten abtreiben durfte, wenn man eben keine oder nicht noch eine Tochter wollte hat mich sprachlos zurückgelassen. Es sind immer mal kleine Nebensätze und Handlungen, die scheinbar so alltäglich sind und wahrgenommen werden und doch so grausam und Ungerecht sind. Dieses Buch ist nicht „nur“ ein Roman der den Weg einer jungen Frau beschreibt – es soll und muss! aufrütteln und uns alle zum nachdenken und neu handeln anregen. Die Frau auf dem Cover, sie ohne Gesicht, das kann jede von uns sein. Du und ich. Jede von uns hat schon mal etwas erlebt, dass von Männern dominiert wurde oder unser Handeln abgetan wurde als etwas, dass eben Frauchen machen/nicht können etc. Und doch möchte ich zum Schluss anmerken, dass es das Buch bzw., die Autorin schafft, all das ohne einen erhobenen Zeigefinger zu beschreiben. Alles ist recht objektiv und ohne „Männerhass“ verfasst. Jede(r) kann und darf sich daher sein eigenes Bild machen. Die Geschichte von Kim Jiyoung sollte daher auch von allen gelesen werden.

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Das Buch ist kurz und prägnant und erzählt die Geschichte von Kim Jiyoung, genauer gesagt darüber wie ihr Leben von Ungleichheit und der Patriarchat in Korea geprägt wurde. Angefangen bei der Bevorzugung ihres kleinen Bruders und den Kleidervorschriften in der Schulzeit bis hin zu sexueller Belästigung und extremen Nachteilen im Arbeitsalltag. Auch die Geschichten anderer Frauen, ihrer Mutter oder Freundinnen, untermalen ihre Geschichte. Es ist ein Mix aus Fiktion, aus eigenen Erlebnissen der Autorin und aus Fakten, die sogar als Fußnoten angegeben werden. Das und die nüchterne Erzählweise hat meiner Meinung nach zu einer sehr einzigartigen und besonderen Geschichte geführt. Für mich war es nicht nur ein Einblick in eine andere Kultur und Gesellschaft, sondern auch die Erzählung von dem Leben einer Frau, in der man sich oft selber wiederfinden kann, durch Erlebnisse, die sehr viele Frauen schon einmal erlebt haben. Ich kann euch das Buch nur wärmstens empfehlen, es ist zwar nicht immer einfach zu lesen und macht auch etwas traurig, aber das ist es definitiv wert. Lieblingszitat: „Auch wenn sich viel in der Welt getan hatte in puncto Gleichberechtigung, all die kleinen Regeln, Selbstverständlichkeiten oder Gewohnheiten innerhalb der Gesellschaft hatten sich nicht erkennbar geändert. Letztendlich war überall immer noch alles beim Alten.“

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"𝘏𝘢𝘯𝘥𝘦𝘭𝘵𝘦 𝘦𝘴 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘶𝘮 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘈𝘳𝘵 𝘚𝘦𝘦𝘭𝘦𝘯𝘸𝘢𝘯𝘥𝘦𝘳𝘶𝘯𝘨 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘦𝘵𝘸𝘢𝘴 𝘜̈𝘣𝘦𝘳𝘴𝘪𝘯𝘯𝘭𝘪𝘤𝘩𝘦𝘴, 𝘸𝘪𝘦 𝘮𝘢𝘯 𝘦𝘴 𝘪𝘮 𝘍𝘦𝘳𝘯𝘴𝘦𝘩𝘦𝘯 𝘴𝘢𝘩?" (S.11) ⠀ 𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁‘𝘀? Seoul, 2015: Kim Jiyoung ist Mitte dreißig, hat einen Ehemann und eine kleines Baby- so wie es von koreanischen Frauen erwartet wird. Bald beginnt Jiyoung jedoch, sich seltsam zu verhalten: Sie nimmt die Persönlichkeit ihr bekannter Frauen ein, imitiert sie bis zu Perfektion. Als ihr Ehemann sie zum Psychiater schickt, erzählt dieser in nüchternem Ton von Jiyoungs Leben, das immer wieder vom Verhalten männlicher Figuren start beeinflusst wurde. Frust und Unterwerfung stehen nicht nur bei Joyoung an der Tagesordnung, sondern auch bei vielen anderen koreanischen Frauen. Langsam und steigernd wird anhand von Kim Jiyoungs Leben aufgezeigt, in was für eine misogyne Welt so manche Frau hineingeboren wird. ⠀ 𝗠𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗠𝗲𝗶𝗻𝘂𝗻𝗴: Etwas, das mir beim Lesen sofort und immer wieder aufgefallen ist: Dieses Buch war auf keiner einzigen Seite langweilig, langatmig, gestreckt, uninteressant oder unwichtig. Auf den ersten Seiten habe ich schon gemerkt, dass dieses Buch ein Highlight (⭐️⭐️-Bewertung) handelt. Ich bin froh, dass sich das beim weiteren Lesen bestätigt hat. ⠀ Das Thema, das sich durch das Buch hindurch zieht, ist die gesellschaftliche und soziale Stellung der Frau in Korea. Die Autorin erfindet hier nicht einfach irgendeine Geschichte, sondern verbindet Fakten mit Fiktion, um nach Außen zu tragen, unter welchen Umständen koreanische Mädchen erwachsen werden. ⠀ Wir verfolgen Kim Jiyoung auf unterschiedlichen Schritten ihres Lebensweges und müssen in unterschiedlichen Bereichen erkennen, dass nicht nur sie unter dem Frausein leidet, sondern auch weitere Frauen in Korea. ⠀ Diese Geschichte beschreibt den innewohnenden Sexismus der koreanischen Gesellschaft, der in jeder Lebensphase einer Frau, von der Kindheit über die Schule bis zum Arbeitsplatz, eintritt.

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„Wenn Frauen zu klug sind, fürchten Firmen, dass sie sich mit ihnen nichts als Ärger ins Haus holen. Sie sind das beste Beispiel dafür, meine Teuerste. Sie sehen doch, was Sie uns für Scherereien machen.“ ______________________________ Wenn ich manchmal sage: „Du musst dieses Buch lesen“, dann meine ich das, weil es mir besonders gut gefällt und demjenigen vielleicht auch und das ist dann nur so dahergesagt. Hier sage ich: „Du musst dieses Buch lesen, weil es wichtig ist“. Normalerweise geht mein Büchergeschmack in eine ganz andere Richtung, aber diese Geschichte ist einfach für jeden was. Die Erzählung von Jiyoung zeigt mir wieder, wie sehr man berühren kann, wenn man nicht über die Missstände ganz nüchtern an sich spricht, sondern eine beliebige Person zum Leidtragenden werden lässt. Auch wenn die Geschichte nicht wirklich mit emotionalen Worten bereichert wurde, so konnte man doch immer wieder zwischen den Zeilen lesen, wie viele Emotionen hinter den nüchternen Fakten stecken. Man konnte lesen, wie es sehr vielen koreanischen Frauen ergeht. Anfangs hatte ich ein paar Startschwierigkeiten, die sich jedoch bald gelegt haben. Erzählt wird Jiyoungs Kindheit von kleinauf als koreanisches Mädchen. Erziehung, Schule, Studium, und das Leben als erwachsene Frau. Und auf einmal ist Korea gar nicht mehr so weit weg, denn auch hier sind Begriffe wie Frauenquote, Erziehungsurlaub und ungleiche Bezahlung gegenwärtig. Für mich persönlich wurde es von Seite zu Seite bedrückender, denn mit jeder neuen Erfahrung in Jiyoungs Leben stieg die Ungerechtigkeit. Es sind nicht nur die großen, offensichtlichen Tatsachen, sondern eher die Kleinigkeiten, denen sie täglich begegnen musste, die das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Der Knaller kam dann am Ende, aber lest es selbst. Irgendwie empfand ich es als unbefriedigend, aber es hätte passender nicht sein können.

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Kim Jiyoung, geboren 1982, wächst in Südkorea auf. Durch ihr ganzes Leben zieht sich ein bestimmtes Motiv: sie muss immer einen Schritt zurück treten, hinter die Männer. Ihr Bruder bekommt immer zuerst und mehr Essen als seine beiden Schwestern, in der Schule wird sie sexuell belästigt, soll aber den Fehler gefälligst in ihrem Verhalten suchen, an der Universität werden trotzt ihrer guten Leistungen ihre Kommilitonen für Praktika ausgewählt, im Berufsleben wird sie trotz ihrer Anstrengungen nicht befördert, sondern ihre Kollegen - und natürlich muss sie ihren Beruf aufgeben und zu Hause für das Kind sorgen, nicht ihr Mann. Was Cho Nam-Joo in ihrem Buch beschreibt, ist kein Phänomen, das nur in Südkorea zu finden ist. Die Autorin erzählt von Missständen in einem misogynen, patriarchalen System, die überall auf der Welt existieren, mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Genau diese Allgemeingültigkeit, die sich auch im Ton des Romans wiederfindet, macht das Buch so eindrücklich. Ich denke, je nach dem, ob nun eine Leserin oder ein Leser die Lektüre zur Hand nimmt, wird sie entweder wütend machen oder extrem unbequem sein. Wütend, weil sich sicherlich jede Frau mit mindestens einem Aspekt des Romans identifizieren kann und unbequem, weil den Männern hier ein Spiegel vorgehalten wird. Eine kurze Anekdote aus meinem persönlichen Umfeld: Ein Mann, der mir sehr nahe steht, sagte mir vor Kurzem, es sei ja nicht so wichtig, dass ich in meinem Betrieb die große Karriere mache, da ich ja sowieso Kinder bekommen würde. Kein Witz. Ich, relativ fassungslos, musste also wieder einmal feststellen, wo wir in unserer ach so fortschrittlichen Gesellschaft stehen. "Kim Jiyoung, geboren 1982" hat mich zornig gemacht - und das zurecht. Es kann einfach nicht sein, dass Frauen und Mädchen immer zurück stecken müssen. Es kann einfach nicht sein, dass wir ja vergewaltigt werden wollten, weil wir so aufreizend gekleidet waren. Es kann einfach nicht sein, dass wir ganz selbstverständlich zu Hause bleiben und uns um die Kinder kümmern, dafür dann aber noch als "faul" angesehen und als Schmarotzerin beleidigt werden, weil wir ja auf der Tasche unseres Mannes leben (Stichwort: unbezahlte Care-Arbeit). Ehe ich mich versehe bin ich da auch schon wieder ins "wir" gerutscht - denn ja, diese Geschichte ist auf jede von uns Frauen* und Mädchen* anwendbar. Ich kam in Rage, als ich den Roman von Cho Nam-Joo gelesen habe. Ich komme in Rage, wenn ich darüber nachdenke. Und das ist auch verdammt richtig so. Lest dieses Buch! Alle! Denn es ist in seiner Schlichtheit einfach großartig.

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Am Beispiel eines Frauenlebens beschäftigt die südkoreanische Autorin sich mit der Stellung und den Rechten der Frauen in der gegenwärtigen Koreanischen Gesellschaft. Die Geschichte beginnt 2015 und spielt am Rande der Metropole Seoul. Die Mittdreißigerin Kim Jiyoung ist zu diesem Zeitpunkt bereits Ehefrau und Mutter. Sie hat kürzlich ihre Stelle gekündigt, um sich, wie es von koreanischen Frauen erwartet wird, um ihr Baby zu kümmern. Schon kurze Zeit später, erstmals während eines Besuchs bei den Schwiegereltern, fällt Kim durch sonderbares Verhalten auf, an das sie selbst sich später nicht erinnern kann. Sie spricht aus der Perspektive einer anderen Person und imitiert dabei die Tonlage ihrer Stimme. In ihren folgenden psychotischen Phasen schlüpft sie regelmäßig in die Rollen ihr bekannter Frauen. Die Konsultation eines Psychiaters ist unumgänglich und genau dieser Psychiater erzählt nun Kim Jiyoungs Geschichte, die geprägt ist von männlicher Kontrolle, Unterwerfung und Frustration. Zeitsprung zurück ins Jahr 1982. Wir erfahren etwas über Kim Jiyoungs Kindheit sowie über ihre Eltern und Großeltern. Sie ist zusammen mit einer älteren Schwester und einem jüngeren Bruder bei ihren Eltern aufgewachsen. Da der Vater zu wenig verdiente, musste auch die Mutter arbeiten gehen, obwohl sie mit der Versorgung von Kindern, Haushalt und Schwiegermutter eigentlich schon ausgelastet war. Auch die ältere Schwester musste sich zurücknehmen, denn sie musste nun an Mutters Stelle Verantwortung für die Geschwister übernehmen. Als dann der kleine Bruder zur Welt kam, dauerte es nicht lange, bis die Mädchen eine Ungleichbehandlung erleben. Der Bruder wurde allein wegen seines Geschlechts bevorzugt. Er bekam mehr zu essen, musste nicht teilen und im Haushalt keinen Finger rühren. Vor allem die Großmutter behandelte ihn wie einen Prinz. Jungen waren besonders und schlicht Hoffnungsträger. Die Information, dass es noch vor gar nicht allzu langer Zeit legitim war, weibliche Föten abzutreiben ist erschütternd. Wir lesen von alltäglichen, fast schon gewöhnlichen/üblichen/normalen Ungleichbehandlungen und Herabwürdigungen, die gar nicht unbedingt bei einzelnem Auftreten, aber eben in Masse eine nicht duldbare Diskriminierung darstellen. Wir lesen auch von Erfahrungen mit Männern, in denen Ungleichbehandlung,sexistische Bemerkungen und sexuelle Belästigungen nicht ungewöhnlich waren. Wiederholt kommt es zu mehr oder weniger subtilen und unerwarteten frauenfeindlichen Äußerungen und Aktionen, die sich in den Betroffenen festsetzen, sie verunsichern oder ihnen ihre Unbeschwertheit nehmen. Die Autorin schreibt sehr ruhig, unaufgeregt und in solider Sprache über überholte Erwartungen und Rollenbilder. Sie zeigt in ihrem Buch aber auch positive Entwicklungen bzgl. der Thematik der Ungleichbehandlung der Frauen über die Generationen hinweg auf und vermeidet Einseitigkeit und Verallgemeinerung auch dadurch, dass sie neben die diskriminierenden Beispiele auch ausgleichende Bemerkungen und Gedanken stellt. Es gebe nicht nur Männer, die mehr oder weniger frauenverachtend durch den Alltag gingen, die liebevollen Männer seien sogar die Mehrheit. Der Perspektivenwechsel am Ende ist ein interessanter und gelungener Kunstgriff, denn hier erfährt man, dass sich in jemandes Gedanken sexistische Einflüsse eingeschlichen haben, obwohl er der Meinung ist, tolerant zu sein und sich für Frauen einzusetzen „Kim Jiyoung, geboren 1982“ ist ein inhaltlich wichtiges und aktuelles Buch, was die Situation in Südkorea anbelangt, allerdings wird hier das Rad nicht neu erfunden, was die Themen Feminismus und Emanzipation betrifft. Diese Themen sind seit Jahren bekannt, werden immer wieder diskutiert und eben auch hier aufgegriffen. Das Besondere und Interessante in diesem Buch waren für mich also nicht die Themen an sich, sondern die Einblicke in ein fremdes Land und seine Kultur, wozu dieses Thema eben auch gehört. Die Problematik um das Thema Emanzipation ist vielen Ländern gemein, aber dass eine fortschrittliche Entwicklung rund um das Thema so langsam vonstatten geht, ist vielleicht eine Besonderheit in bzw. Südkorea. Unterm Strich empfehle ich das Buch, denn „Kim Jiyoung, geboren 1982“ ist, obwohl literarisch nicht herausragend, eine unterhaltsame, interessante und inhaltlich wichtige Lektüre, die zwar nichts bahnbrechend Neues enthält, aber richtig gute Einblicke in ein fremdes Land bietet.

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Kim Jiyoung führt ein Leben, das für Frauen in Südkorea typisch ist. Schon sehr früh bekommt sie die ungleiche Behandlung von Jungen und Mädchen zu spüren, wenn sie sich mal wieder mit ihrer Schwester etwas teilen muss, während der jüngere Bruder bevorzugt behandelt wird. Auch in der Schule sind es stets die Mädchen, die einstecken müssen. Was in der Kindheit begonnen hat, setzt sich im Erwachsenenalter fort: Trotz sehr guter Studienabschlüsse und höherer Qualifikationen sind es zumeist Männer, die für Jobs infrage kommen, einzige Begründung: Die Frau fällt aus, sobald sie ein Kind bekommt. Enormer Leistungsdruck, Ungerechtigkeiten und Demütigungen bis hin zu ausgeprägtem Sexismus sind am Arbeitsplatz die Regel, doch bleibt den Frauen kaum eine andere Wahl, als dies zu ertragen, denn die Chance, überhaupt irgendeinen Job zu ergattern, ist gering. So ist es kein Wunder, dass Jiyoung eines Tages aufgrund dieser extremen psychischen Belastung eine Persönlichkeitsstörung zu entwicklen beginnt, die sie zu einem Psychater führt. Aus dessen Sicht erhalten wir einen Einblick in das bisherige Leben Jiyoungs. An ihrem Beispiel wird in eher nüchterner Sprache das typische Leben einer Südkoreanerin nachgezeichnet, das geprägt ist von der Notwendigkeit, immer das Allerbeste und im Idealfall noch mehr zu geben, und der Erfahrung, dass selbst dies meist nicht ausreicht. Von der Erkenntnis, dass Männern immer mehr zuzustehen scheint und sie das auch ganz genau wissen, und dass die Frau kaum Aufstiegsmöglichkeiten hat - entweder gilt sie dafür als nicht schlau genug, oder sie ist im Gegenteil so schlau, dass sie einem gefährlich werden könnte und daher kleingehalten werden muss. Ich finde den Schreibstil sehr passend für dieses Buch, er ist nicht emotional, sondern eher sachlich gehalten und lässt das, was er beschreibt, für sich sprechen. Das ist vollkommen ausreichend, denn es sind teilweise wirklich erschreckende Fakten, die hier angeführt werden. Wie wenig Frauen in manchen Kulturen heutzutage noch immer wert sind und was das bedeutet, wird während des Lesens mit jeder Seite deutlicher. Ein sehr wichtiges Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann!

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Titel: Das Leben der Frauen... Selten ist mir ein Buch bei den sozialen Netzwerken so oft über den Weg gelaufen wie dieses, weshalb ich es dann auch unbedingt lesen wollte. Und ich muss ehrlich sagen: ich bin sprachlos. In der Geschichte geht es um das Leben der jungen Jiyoung. Wie wächst sie als Mädchen in Korea auf? Was ist in der Schule als Mädchen alles zu beachten? Wie bekommt und behält man einen guten Arbeitsplatz als Frau? Möchte sie Kinder? Die gesamte Handlung wird über Jiyoungs Psychologen dem Leser nahe gebracht, der zum Schluss außerdem etwas über seine Frau und Frauen im Allgemeinen berichtet. Im gesamten Roman wird sehr schnell die Unterdrückung und die Benachteiligung von Frauen deutlich, was beim Lesen wie ein fieser Dornenstachel im Finger schmerzt. Man überlegt wie es bei uns in Deutschland aussieht und kommt schnell zu der Erkenntnis, dass es nur sehr wenige Unterschiede gibt und von Chancengleichheit nicht die Rede sein kann. Dieses Buch hat es geschafft mich regelrecht einzusaugen und mich als Jiyoung zu fühlen, die als gut ausgebildete Frau so viel mehr verdient hat als man ihr zugesteht. Der nüchterne, schnörkellose Schreibstil der Autorin passt perfekt zur Situation der Hauptfigur. So liegt der Fokus rein auf den Missständen unserer Gesellschaft. Auch wenn viele den Roman vielleicht als Männer-Hasser-Buch abtun, so ist dies keineswegs der Fall. Vielmehr öffnet er hoffentlich die Augen aller Leser, damit sich da etwas ändern kann. Fazit:Obwohl 2021 noch recht jung ist, so ist dieser Roman ganz klar ein Jahreshighlight. Absolute Spitzenklasse. Bitte lest dieses Buch!

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Für mich ist dieses Buch schon jetzt die Entdeckung des Jahres. Ein Buch, das jeder lesen sollte. Sicher habe ich einen besonderen Bezug zu dieser Geschichte, da meine Mutter aus Korea kommt. Um so interessanter fand ich die Geschichte von Jiyoungs Mutter. Dies hat mir tatsächlich auch noch einmal ein paar Dinge über meine Mutter klarer werden lassen. Erzählt wird die Geschichte von Jiyoung, ihrer Kindheit in einer Familie mit zwei Geschwistern, einer älteren Schwester und einem jüngeren Bruder. Ihre Teenagerjahre und Studentinnenzeit, ihre Zeit als junge arbeitende Frau und dann als Mutter. Die Geschichte beginnt damit, dass Jiyoung plötzlich eine gespaltene Persönlichkeit zu haben scheint und wir erfahren wie sie zu dieser jungen Mutter geworden ist. Dabei ist der sachliche Ton in dem dieses Buch geschrieben ist, besonders bestechend. So können immer wieder fast Sachbuchartige Fakten über Prozentsätze von Frauen die Arbeiten usw. eingestreut werden ohne zu stören. Fakten wie, dass jede Mutter in Korea sich eigentlich einen Jungen, einen Sohn wünscht und erst dann ihre Aufgabe als erfüllt und sich selbst als vollwertige Mutter sieht, werden geschildert, wie auch, dass die Mädchen und später Frauen diesen Fakt und die daraus resultierende Ungerechtigkeit völlig Gleichmütig hinnehmen, es gar nicht eigenartig finden. Natürlich gibt es immer die ein oder andere Rebellin, die aufbegehrt, doch ist immer die Frage zu welchem Preis. Dieses Buch zeigt auf, wie tief verwurzelt noch immer die Unterschiede zwischen Mann und Frau in einer angeblichen modernen Gesellschaft sind. Das verrückte ist, dass dies nicht eine Geschichte ist, die sich nur in Korea abspielt sondern wie sie auch in der westlichen Welt und überall tagtäglich vorkommt. In einer Zeit in der Ruth Barder Ginsberg zu Männern sagt: "nehmt Eure Füsse von unseren Nacken" sollte jede Frau dieses Buch lesen und kämpfen.

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Bei diesem Buch treffen für mich verschiedene Genres aufeinander. Man verfolgt das Leben des fiktiven Charakters Kim Jiyoung. Dies geschieht aber in so einem nüchternen und sachlichen Stil, dass man meinen könnte, dass man ein Sachbuch oder einen Aufsatz in einer Fachzeitschrift liest. Dieses Gefühl wird durch die Fußnoten, die immer wieder im Text vorkommen, unterstrichen. Man erhält Einblick in die Situation der Frauen in Südkorea. Dabei wird sowohl der Blick zurückgeworfen als auch geschaut, was sich inzwischen getan hat (was immer noch bedauerlich wenig ist und viel zu langsam voranschreitet). Immer eingebettet in die Lebensgeschichte von Kim Jiyoung. Die Erzählweise ist schnörkellos und es findet weder eine Romantisierung von Frauen, noch eine Dramatisierung, indem mit der Moralkeule geschwungen wird, statt. Das macht das Buch für mich so besonders. Die systematische Benachteilig des weiblichen Geschlechts, die bereits im Mutterleib beginnt, geht tief und hinterlässt den Leser nachdenklich. Aber für die Benachteiligung von Frauen muss man gar nicht den Blick nach Asien schweifen lassen, der Blick vor die Haustür reicht meistens schon. Mit diesem Buch wird etwas ins Rollen gebracht, etwas angestoßen und deswegen ist diese Geschichte so wichtig – für mich, für dich, für unsere Töchter und Enkeltöchter.

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Was fuer ein unglaubliches Buch! Es faengt an als Geschichte einer jungen Frau, verheiratet mit Kind und und auf einen Schlag ist dieses Buch der spannendste Feministische Roman. Als Frauen haben wir diese Situationen 1000 mal erlebt und gelebt und hier erzaehlt uns Jiyoung, was uns passiert ist ist nicht okay. Ich habe diesen Roman verschlungen und war sehr beeindruckt! Toll erzaehlt und so wichtig in unserer heutigen Zeit! Jede Frau sollte dieses Buch lesen und jeder Mann auch, denn man kann hier auch viel lernen!

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Cho Nam-Joos Hauptfigur Jiyoung zerbricht über den Erwartungen an sie als Schülerin, Studentin, Berufstätige, Tochter, Schwester, Mutter. Ein starker Roman, der einen Einblick gibt in die kulturelle Verankerung der Geringschätzung, die Frauen in Südkorea gesellschaftlich entgegengebracht wird – aber dann auch noch so viel mehr, denn diese nüchterne Erzählung des Lebens einer jungen Frau ist übertragbar. Vieles von dem, was Jiyoung an Diskriminierung erfährt, findet Parallelen bei uns und überall auf dieser Welt. Ein packendes, wichtiges Buch: Lesen!

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Traditionelle Unterdrückung in einem modernen Land Auf sehr bewegende Weise schildert die Autorin das Leben der Mittdreissigerin Jiyoung, die in einer Zeit aufgewachsen ist, in welcher die Gleichberechtigung der Frau noch in den Kinderschuhen steckte. Ihr Bestreben, es allen recht zu machen - der Familie wie der Gesellschaft- endet zuletzt in psychischen Auffälligkeiten, einem Nachgeben des immensen Drucks, der auf ihr lastet. Und an genau dieser Stelle beginnt das Buch, bevor Jiyoungs Leben als Rückblende erzählt wird. Beeindruckend ist der Vergleich der Generationen: Die Schwiegereltern, welche mit der Überzeugung leben, ein Sohn sei das einzig Wahre und müsse vor allen anderen Familienmitgliedern gefördert werden, während die Frau gegenüber dem Mann dankbar sein solle, ihm dienen zu dürfen und sich bitteschön ehrenvoll zu verausgaben habe. Die Mutter, die so gern Lehrerin geworden wäre, aber zum Wohle des kleinen Bruders in Kinderarbeit seine Ausbildung mitfinanzieren musste. Der eigene Bruder, der noch wie selbstverständlich bevorzugt behandelt wird. Mitschülerinnen und Mitstudentinnen, welche nach langem Kampf erste Teilsiege erringen. Die Bevorzugung der Männer in Schule, Studium und Job. Sexuelle Belästigung und die automatische Schuldzuweisung an die Frau, während sich die Täter keiner Schuld bewusst sind. Die überzogene Erwartungshaltung an die Frau, die eigenen Interessen zurückzuschrauben, wenn es um die Familie geht. Die Vorurteile der Männer. Und zuletzt der höhnische Blick der jüngsten Generation, wie dumm sie doch ist, sich für veraltete Wertvorstellungen aufzugeben. Ein bewegendes, stellenweise schockierendes Buch, welches wunderbar zur „MeToo“-Thematik passt und Einblick in die Unterdrückung koreanischer Frauen gewährt. Bewohnerinnen eines Landes, in dem die Gleichstellung der Frau zwar auf dem Papier geregelt, in den Köpfen vieler Bewohner jedoch noch nicht angekommen ist.

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Der Leser wird auf einen Kurztrip durch die Lebens- und Familiengeschichte der Protagonistin mitgenommen. In kurzen Sätzen und ohne viele Ausschweifungen erhält man einen Einblick in die Sozialisation junger Koreanerinnen, ohne das es mitleiderregend oder gar "Männer vertäufelnd" wirkt. Im Gegenteil: die Recht nüchterne Darstellung zeigt dem Leser einen Ausschnitt der Lebenssituation - nicht mehr und nicht weniger. Der Twist am Ende - ohne zu viel zu verraten - ist besonders gelungen, wie ich finde. Sprachlich ist es packend und gut "wegzulesen", ohne das man sich "durcharbeiten" müsste.

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Die in diesem Roman erzählte Lebensgeschichte von Kim Jiyoung berührt und zeigt auf, welche kulturellen Unterschiede es zwischen asiatischen und europäischen Ländern (noch heute) gibt. Die fiktive Geschichte wird von der Autorin mit Statistiken und Fakten gewürzt und regt zum Nachdenken an.

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Die tägliche Ungleichberechtigung Kim Jiyoung, Geboren 1982 von Ch Nam-Joo, erschienen im Kiwi Verlag am 11. Februar 2021 Kim Jiyoung erleidet mit 33 Jahren so etwas wie einen mentalen Zusammenbruch. Wie sie dort hingekommen ist, wird recht emotionslos und trotzdem eindringlich erzählt. Kim ist das zweite von drei Kindern, lebt in einer schlecht begüterten Familie und erlebt von klein auf Sexismus. Der kleine Bruder bekommt das beste Essen, in der Schule werden Lehrer übergriffig und immer sind es die Mädchen schuld, wenn sie begrapscht werden. Es ist ein Buch der feinen Töne. Kein großes Unglück trifft die Protagonistin. Die Geschichte wird teilweise zum Sachbuch, da Fußnoten manche Ereignisse näher erklären. Viele Dinge, die im Buch beschrieben werden, erleben Frauen auch in anderen Ländern, gerade erst wurde Upskirting in Deutschland unter Strafe gestellt. Die Autorin schafft es, ohne den Finger zu erheben den täglichen banalen Sexismus, das nicht Gleichberechtigt sein in einer technologisch hochstehenden Kultur zu beschreiben, dass es unaufgeregt unter die Haut geht.

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"Kim Jiyoung, geboren 1982" macht wütend. Richtig, richtig wütend. Etwas, dass ich nicht erwartet hätte von einer 200 Seiten langen Novelle, die weitestgehend in Form eines psychologischen Gutachtens geschrieben ist. Es braucht ein wenig, um in die Geschichte hineinzukommen - für mich war der nüchterne, klinische Schreibstil aber nach den ersten zwanzig Seiten ein wirkliches Highlight. Dadurch wird das Buch noch mal beeindruckender. Es ist auf eine Art wirklich frustrierend, in dieser Klarheit von all den Ungerechtigkeiten zu lesen, die Kim Jiyoung widerfahren. Obwohl eigentlich nur die Geschichte einer ganz normalen, südkoreanischen Frau erzählt wird, habe ich es in einem Rutsch durchgesuchtet. Nebenbei ist das Buch auch eine Geschichte Südkoreas und wie es sich in den letzten 50 Jahren entwickelte - es ist fast mehr ein Sachbuch als Prosa. Das muss man mögen. In Fußnoten belegen Statistiken das, was Kim Jiyoung in ihrem Alltag passiert. Ich habe noch nie eine Genre-Mischung dieser Art gelesen, alleine deshalb wird mir “Kim Jiyoung, geboren 1982” erst mal länger im Kopf bleiben. Am Allerbesten war meiner Meinung nach der Epilog, der meine Bewertung von 4 Sternen auf 5 Sterne gehoben hat. In Südkorea hat “Kim Jiyoung, geboren 1982” eine ganze Debatte hervorgerufen. Ein K-Pop-Star wurde angefeindet, weil sie es empfahl, das Buch wurde dem Präsidenten vom Vorstand der linken Partei geschenkt und verkaufte sich schon 2018 mehr als eine Millionen Mal. Klar sind die kulturellen Unterschiede sehr interessant zu lesen - die angesprochenen Probleme treten aber weitestgehend auch in Deutschland auf. Sie sind für uns alle relevant. “Kim Jiyoung, geboren 1982” ist das perfekte Buch für zwischendurch - weil es einem in seiner Kürze so viel mitgibt. Ich habs genossen!

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Kim Jiyoung, geboren 1982, ist ein ungewöhnliches kleines Büchlein mit einem wilden Mix aus Fiktion und Fakten. Neben der eigentlichen Geschichte findet man dort auch noch Fußnoten zu weiterführen Informationen oder Statistiken zur Frauenquote, fehlende Gleichstellung oder Abtreibung. Aber worum geht es nun genau? Um Kim Jiyoung und ihre Lebensgeschichte. Eine Frau, aufgewachsen in Südkorea, in mitten von alten, festgefahrenen Rollenbildern, die ihr Leben lenken, vorbestimmen und ihr vor allem eins nehmen: Selbstbestimmung. Es beginnt als Kim Jiyoungs Ehemann an ihr ein seltsames Verhalten entdeckt. Auf einmal spricht sie wie jemand anders, lehnt sich gegen ihre Schwiegereltern auf und will sich selbst nicht kennen. Kaum ein paar Minuten später ist sie wieder ganz sie selbst und kann sich nicht mehr an die Aussetzer erinnern. Und gerade als man sich fragt, was wohl da gerade passiert, beginnt die Reise in ihre Vergangenheit. Es ist die Geschichte von Jiyoungs Leben, wie ihre Eltern sie erzogen haben, wie sie zur Schule ging, gelernt hat und wie sie ihren Weg bis zum eigenen Job mit eigenem Einkommen gefunden hat. Hierbei erfahren wir alles über die Ablehnung, Ungleichheit, Vorurteile, Rollen und Werte, die ihr vermittelt wurden. Hier gab es alles: übergriffige Männer, bevorzugte Söhne, verhindernde Lehrer. Wir sehen die Ablehnung gegenüber ungeborenen Kindern, weil sie das "falsche Geschlecht" haben, die Einschränkung durch das eigene Geschlecht und die Grenzen, die einem durch die Gesellschaft gesetzt werden. Eigentlich ist es nur ein so kleines, kurzes Buch, das aber trotz allem so viel mitbringt und vor allem zum Denken anregt. Alleine die Passagen über Kim Jiyoungs Mutter, die immer zwischen den Stühlen stand, haben mir wahnsinnig gut gefallen. Wie schwer muss es gewesen sein, eine gute Schwiegertochter, Ehefrau aber auch Mutter zu sein. Eine gute Ehe zu führen, aber sich gleichzeitig für ihre Töchter einzusetzen, den eigenen Weg nicht aus den Augen zu verlieren und über alles den Blick haben. Alleine zu überlegen, wie man seine Töchter erziehen will: sie dazu bewegen nach mehr und besserem zu streben oder aber auch den realistischen und einfachen Weg aufzuweisen? Während des Lesens war ich vor allem eins: Wütend und teilweise fassungslos. Alles in allem ließ sich das Buch sehr schnell lesen und ich würde es bedenkenlos weiterempfehlen. Lediglich die Rahmenstory in der Gegenwart war für mich unnötig und mir fehlte der Bezug zum eigentlichen Lebens Kim Jiyoungs.

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Dieser Roman ist in seiner Einfachheit genial. Die Erzählung ist an sich einfach und kein literarisches Meisterwerk, doch es spiegelt genau das Schicksal, welches Millionen von Frauen und Mädchen haben, wider. Beim Lesen ist mir oft ein Schauer über den Rücken gelaufen. Positiv hervorzuheben sind auch noch die Fußnoten, die geschickt in die Geschichte eingebaut wurden und welche das Erlebte von Jiyoung mit realen Zahlen und Fakten belegt um zu zeigen, dass dies kein Einzelschicksal ist. Dieses Buch empfinde ich als wirklich wichtig. Ich empfehle es daher uneingeschränkt.

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Über das Leben von Frauen in Südkorea wusste ich vor diesem Buch praktisch nichts. Es hat mich sehr nachdenklich gemacht. Kim Jiyoung hat gerade ihr erstes Kind geboren und ihren Job aufgegeben um sich ganz um die Familie zu kümmern. Doch sie entwickelt eine Psychose und ihr Mann schickt sie zum Psychiater. Dort erzählt sie von ihrem Leben. Sie erzählt von allen großen und kleinen Ungerechtigkeiten, die sie erlebt hat. Auch von ihrer Mutter, die gerne Lehrerin geworden wäre, aber dann Geld verdienen musste um ihren Bruder bei seiner Ausbildung zu unterstützen. Kim Jiyoung war in Schule, Studium und Beruf Tag für Tag Vorurteilen, Schuldzuweisungen und Belästigungen ausgesetzt. Nüchtern beschreibt die Autorin an ihren Beispiel den Alltag koreanischer Frauen. Das Cover mit der Frau ohne Gesicht passt sehr gut. Das Buch ist kein richtiger Roman, manchmal wirkt es mehr wie eine Aneinanderreihung von Zeitungsartikel. Auch wenn ich etwas anderes erwartet habe, hat mich die Lektüre sehr bewegt. Lesenswert!

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Ein super Buch! Ich habe schon nicht mehr so einen guten Roman gelesen. In Kim Jiyoung wird uns eine Welt nähergebracht, die die meisten nur vom Hören, Sagen kennen, aber nicht selbst erleben. Gleichzeitig ist es aber auch für jeden Menschen, der einen gut geschriebenen und informativen Roman mit einer sehr wichtigen Moral wertschätzt.

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Die Erzählerin Kim Jiyoung berichtet von dem Leben ihrer Mutter und von ihrem eigenen Leben. Von der Erwartung der südkoreanischen Gesellschaft an Frauen, Töchter, Mütter, Enkelinnen, Tanten etc. Es gab hier diverse Stellen, an denen ich dachte, gut, dass das bei uns so nicht ist: Der Unterschied ist, es war bei uns auch so, nur bin ich noch zu jung, um es miterlebt zu haben, und Südkorea entwickelt sich in diesen Punkten einfach mal 20-30 Jahre später. Lesen Sie das Buch! Und beenden Sie es wie ich mit einem ungläubigen Kopfschütteln...

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Ein absolut starkes, eindringliches und nachhallendes Buch. In all seiner Schlichtheit und Sachlichkeit hat mich die Geschichte von Kim Jiyoung (auch ich bin 1982 geboren) und ihrer Familie tief berührt. Die Forderung der Autorin nach mehr Gleichberechtigung und Emanzipation ist so unterschwellig wie eindeutig, denn alle Freiheiten, die wir Frauen in westlichen Ländern haben, sind leider noch lange keine Selbstverständlichkeit in anderen Kulturen.

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Zuletzt nach dem Weltfrauentag stieg wieder die Debatte an, dass Feminismus heutzutage doch gar nicht mehr nötig ist und die Gleichberechtigung praktisch erreicht ist. All diesen Männern würde ich gerne dieses Buch mit Anlauf ins Gesicht werfen. Denn Nam-Joo Cho zeigt in diesem recht schmalen Werk sehr deutlich, dass die moderne Welt noch meilenweit entfernt ist von Gleichberechtigung. Gender Pay Gap, strukturelle Benachteiligung und das unnachgiebige Geschlecht, genannt Mann. Die Protagonistin muss sich in all ihren Lebenslagen mit dem Patriarchat auseinander setzen und dagegen ankämpfen und bestehen. Doch wo bleibt die Anerkennung? Die wire ebenso vom Patriarchat unter den Teppich gekehrt. Dieses Buch mag zwar im fernen Südkorea spielen, doch vieles kann man als deutsche Frau auch auf sich selbst übertragen. Wie beispielsweise die Medizin, die auf den männlichen Körper abgestimmt ist, oder die Schwierigkeiten bei der Jobsuche als junge Frau (denn obacht, man könnte ja Schwanger werden und ausfallen!). Cho hält der Gesellschaft einen Spiegel vor und was sie für sich und ihre Tochter fordert ist das, was alle Frauen und eigentlich jeder Mensch fordern sollte: Gleichberechtigung. Dieses Buch sollte eine Pflichtlektüre für das deutsche Abitur werden, meiner Meinung nach.

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Ein kurzatmiger aber unglaublicher Roman. Erzählt wird von Kim Jiyoung's Leben als Frau in Südkorea: Ihre Opfer die sie bringen muss um in dieser Sexistischen Welt überleben zu können und der hoffnungslose Kampf gegen die Geschlechtsrollen. Aufwühlend. Kalt. Emotional. Einfach super!

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Südkorea – Rekordtiefstand der Geburtenrate in 2018 mit 0,98 Kindern pro Frau Nachdem man diesen Roman gelesen hat, wundert einen das bei weitem nicht mehr. Wer will sich schon auf eine Ehe einlassen, in der Frau nur Nachteile hat, wenn sie sich dann auch noch darauf einläassr Kinder zu bekommen! Natürlich wie immer und mit allem im Leben – es gibt sicher auch in Südkorea Ausnahmen an Vorzeigemännern. Aber die scheinen in der Tat sehr rar zu sein. „Schicht für Schicht legte sich die Enttäuschung auf ihre Beziehung wie Staub auf den Kühlschrank oder das Badezimmerregal, für jeden erkennbar, aber unangetastet.“ (Seite 139) Cho Nam-Joo veröffentlichte diesen Roman „Kim Jiyoung, geboren 1982“ 2016 in Südkorea. Der Roman wurde ein Megaseller in Südkorea und ist mittlerweile ein Weltbestseller. Im Land hat dieses Buch sicherlich aufgewühlt und aufgeweckt was viele Frauen bisher nur dachten und nicht in Worte fassen konnte, obwohl es ihnen Tag für Tag im Alltag begegnete: die Ungleichbehandlung. „Manche Menschen schaffen es, andere zu beleidigen, und halten sich dabei vor lauter Gedankenlosigkeit auch noch für rücksichtsvoll.“ (S. 115) Die Autorin schöpft aus ihren eigenen zutiefst negativen Erfahrungen und erschüttert uns mit diesem sachlichen Roman über eine Frau die exemplarisch und stellvertretend für alle Koreanerinnen steht: Von der Wiege (1982) bis zur eigenen Mutterschaft (2015) begleiten wir sie. Erst als Enttäuschung, weil es ein Mädchen ist, dann als Schülerin und Studentin, die härter arbeiten muss als ihre männlichen Mitstreiter und dann in der Arbeitswelt, wo sie mit sexueller Belästigung und einem massiven pay gap zu kämpfen hat. Und zu guter Letzt als Hausfrau und Mutter, weil es angeblich nicht anders geht. Dieses Buch beschäftigt einen auch wenn man Lesepausen einlegt, es arbeitet weiter im Kopf und macht einen ohnmächtig wütend über diese traditionell verhafteten Strukturen. Dieses Buch regt zum Nachdenken, zum Debattieren, zum Diskurs ein und auch, wenn wir meinen in Europa schon einen langen Weg der Emanzipation gegangen zu sein, was ist mit den unzähligen anderen Ländern und Kontinenten, die noch einen langen Weg vor sich haben? Fazit: Exemplarisch nüchtern anhand einer Frau erzählt, aber eine Anklage an die gesamte Struktur der Gesellschaft!

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Ein viel gepriesenes Buch, weswegen ich auch etwas länger gebraucht habe um dazu zu greifen. Ich habe dann immer Angst dass das jeweilige Buch meinen Erwartungen nicht erfüllen kann, das war hier aber nicht der Fall - ganz im Gegenteil. Mir hat hier vor allem die Art und Weise gefallen, wie die Geschichte erzählt wurde. Man verfolgt das Ganze nämlich aus Sicht des Psychiaters von Kim. Bei ihm ist sie in Behandlung, weil sie irgendwann verschiedene Persönlichkeiten entwickelt. Der Erzählstil ist sehr nüchtern und passt hier sehr gut, er macht die Geschichte aber nur noch schrecklicher. Ein wahnsinnig gutes Stilmittel. Die Erlebnisse, die die Protagonistin erleidet, so muss man es wirklich sagen, sind einfach nur furchtbar. All das ist noch viel schlimmer als es ohnehin schon ist, weil man als gebildeter Mensch natürlich mitbekommt dass die Umstände in Korea gang und gäbe ist. Und nicht nur dort, sondern auch in vielen weiteren Teilen Asiens. Aber nicht nur das ist schlimm, sondern auch der Umstand dass Kims Umfeld das alles auch noch mitbekommt , aber nichts dagegen tut. Wegsehen ist hier alles, so wird man wenigstens nicht involviert. Einfach furchtbar. Jeder sollte dieses Buch lesen, denn ich habe so einiges gelesen dass auch bei uns nicht selten vor kommt.

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Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es liest sich flüssig und es stellt die Realität einer Frau in Korea dar, dies könnte aber überall auf der Welt leben. Es stellen sich Fragen wie: Wer soll die Kinderbetreuung übernehmen? Wer den Haushalt schmeissen? Wer von den Eltern auf die Karriere verzichten? Es war spannend zu lesen, wie alle erwähnten Personen darüber denken, die Eltern von Jiyoung, ihr Ehemann, ihre Schwester, ihre Arbeitskolleginnen oder ihre Schwiegereltern. Ganz klar bevorzugt werden die männlichen Nachkommen. Wieviel Wert hat eine berufstätige verheiratete Frau ohne Kinder? Oder eine verheiratete berufstätige Frau mit einem Mädchen? Welche Auswirkung hat es auf die Psyche eine Frau wenn sie auf die Karriere verzichtet oder "nur" ein Mädchen zur Welt gebracht hat? Dieses Buch bringt einen dazu, seine Ideale zu überdenken. Weniger gefallen hat mir an einige Stellen die deutsche Übersetzung. Es kommen Wörter vor, die ich nicht kannte und ich auch nicht stimmig finde (z.B. erklecklich) Dass einige Fakten und Zahlen wie z.B. Statistik der Berufstätigen Frauen in Korea, die Lohnunterschiede etc. vorkommen, finde ich sehr interessant. Ich gebe eine klare Leseempfehlung ab.

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Ein kleines Büchlein mit einer äußerst intensiven Geschichte. Die Protagonistin Kim Jiyoung ist ungefähr Mitte 30, mit ihrem Mann Chong Daehyon verheiratet und sie haben eine Tochter namens Ziwon. Dieser macht sich Sorgen um seine Frau, die sich in ihrer postnatalen Depression vorstellt, jemand anderes zu sein, und zwar immer wechselnde Personen. Ihr Mann macht sich große Sorgen. Das hat der Beginn des Buches und anschließend geht es zurück in der Zeit und wir lesen über die Lebensgeschichte dieser südkoreanischen jungen Frau. Sie lebt in der Großstadt Seoul und aus meiner doch sehr naiven, westeuropäischen Sicht, hätte ich nicht gedacht, was für eine Frauenrolle dort noch vorherrscht. Und zwar nicht vor vielen Jahrzehnten, denn Kim Jiyoung wurde - wie der Titel des Buches verrät - im Jahr 1982 geboren. Sie hat eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Die Mutter war sehr enttäuscht, dass auch das zweite Kind kein Junge war. Als der Bruder geboren war, wurde er überall verhätschelt und den Mädchen vorgezogen. Und dies zieht sich als Leitthema durch das Buch. Was sich südkoreanische Jungen und Männer alles herausnehmen, wie schwer es für Frauen ist, einen vernünftigen Beruf zu bekommen und dass es fast unmöglich ist, in diesen Beruf zurück zu kehren, wenn man Kinder hat. Immer wieder verweist die Autorin auf Statistiken und so ist dieses Buch viel mehr als nur ein Roman. Mir hat das Buch gefallen und mich sehr nachdenklich gestimmt.

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Sachlich-distanziert, wie ein Bericht, schildert dieses Buch die Lebensrealität von Frauen, nicht nur in Südkorea, sondern auf der Welt. Der Schreibstil mag Geschmackssache sein, doch unterstützt er die Botschaft des Buches, da so niemand mehr wie sonst so gerne diesen weiblichen Erfahrungen Emotionalität vorwerfen kann und damit rechtfertigen, diese nicht ernst zu nehmen oder sie sogar zu leugnen. (Am Rande sei erwähnt, das Emotionalität nichts Schlechtes ist, nur eben allzu gerne als patriarchales Argument vorgebracht wird.) Natürlich lebt die Protagonistin in Korea und bewegt sich damit in dieser Kultur, trotzdem sind die meisten beschriebenen Erfahrungen, Ereignisse, Sexismen universal, kamen mir nur allzu bekannt vor, wie wohl jeder Leserin des Buches. Leserinnen wird dieses Buch gefallen, da unsere Realität so eindrücklich, so nachvollziehbar geschildert und festgehalten ist, wir uns verstanden und weniger allein fühlen können, wir beim Lesen nur ja, ja, ja denken, und gleichzeitig wütend nein, nein, nein. Leser sollten dieses Buch einfach lesen. Es ist die Pflicht eures Privilegs, zu lernen, wie die Lebensrealität von Frauen aussieht, zu lernen, diese mitzudenken. Dieses Buch ist kurz und vor allem gut. Lest es.

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Zuerst habe ich dieses Buch unterschätzt. Nach den ersten 50 Seiten war ich kurz vorm Aufhören, doch es hat sich mehr als gelohnt, dieses Buch zu Ende zu lesen. Es ist schockierend und inspirierend zugleich, wie das Leben von Kim Jiyoung in Korea beschrieben wird.

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Ein unglaublich mitfühlender Roman, der gesellschaftskritisch die Rolle der Frau hervorhebt, vor allem die Rolle der Frau in Korea und wie sich diese gewandelt hat. Kim Jiyoung, eine ganz normale Frau in Korea. Meint man. Wie viele Frauen in diesem Land hat auch sie mit den unterschieden zwischen Mann und Frau zu kämpfen. Ich bin normalerweise kein Fan von Romanen, aber dieses überraschender Weise sehr dünnes Buch, hat mich gepackt. Der Anfang brauchte etwas, aber sobald die Rolle der Frau beschrieben wurde und Kim Jiyoung, die Protagonistin, ihre Erfahrungen teil, fängt man an, auch in seinem eigenen Land die Fehler eines Staates zu hinterfragen und zu analysieren. Frauen in Korea Kinder abtreiben, falls es kein Junge wird, sie bekommen keinen Job mehr, sobald sie in Elternzeit gehen, von einer gerechten Bezahlung ganz zu schweigen. Es ist traurig, noch so etwas lesen zu müssen. Ich lege jedem dieses Buch ans Herz, Auch wenn es Korea und die Kultur definitiv anders ist, sollte dieses grandiose Werk ein Anstoß zum Nachdenken sein, dass es noch ein weiter Weg zu einer Gerechtigkeit innerhalb Geschlechtern gibt.

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Der Roman hat mich am Anfang, als die Psychose der Hauptperson beschrieben wird, etwas an Murakamis surrealen Stil erinnert. Es ist erschreckend und traurig wie viele Parallelen es zu meinem eigenen Leben als (Ehe)Frau, Mutter und Hausfrau gibt, obwohl ich mich als relativ gleichberechtigt ansehe. Es wird wieder einmal sehr deutlich: die Gesellschaft ist alles andere als Frauenfreundlich, sei es wie im Roman beschrieben in Südkorea, oder eben in Deutschland. Was muss sich ändern? Der Roman zeigt leider keine konkreten (politischen) Lösungsansätze auf, aber in der Gestalt von Jiyoungs Mutter wird deutlich wie frau kreativ werden kann um sich wenigstens finanziell in relativer Freiheit zu bewegen. Leider ist dies nicht die Norm und verlangt einiges an Talent, anstatt einfach zur Realität zu gehören.

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Das extreme Medienecho und die guten Kritiken haben mich dazu bewogen, „Kim Jiyoung, geboren 1982“ zu lesen und ich wurde nicht enttäuscht. Cho Nam-Joo schildert eindrucksvoll, wie das Leben einer Frau in Korea aussieht und welche Benachteiligungen diese gegenüber Männern erfahren müssen, kurz „wie schwierig es für eine Frau (….) in diesem Land ist, ein erfülltes Leben zu führen“ (Zitat). Die Sprache ist nüchtern und sachlich, sicher auch dadurch bedingt, dass große Teile des Buches aus der Sicht eines Psychiaters, der Jiyoung aufgrund ihrer sich spaltenden Persönlichkeit behandelt, erzählt wird. Das Buch bewegt sich dabei an der Schwelle zum Sachbuch, verstärkt auch durch die Fußnoten, lässt sich aber sehr gut lesen und regt zum Nachdenken an, wenn man das quasi vorherbestimmte Leben von Jiyoungs Mutter, ihr selbst und auch der anderen Frauen in ihrem Umfeld erzählt bekommt. Männliche Nachkommen werden bevorzugt, schon in der Kindheit, und auch später im Berufsleben haben es Frauen deutlich schwerer. Auch wenn man das natürlich alles irgendwie weiß, dass es vor allem in Korea so ist, war zumindest mir das nicht in allen Einzelheiten bekannt , so z.B. dass im Jahr 2014 „jede fünfte verheiratete Südkoreanerin ihren Job wegen Heirat, Schwangerschaft beziehungsweise Kindererziehung“ aufgab. Vor dem Hintergrund der geschilderten ambitionierten Bildungswege, die auch die Frauen zuvor gegangen sind, erschreckend viel. Die Art der Erzählung hat etwas mit mir gemacht und mich teils bedrückt, aber auch Hoffnung schöpfen lassen, da durchaus auch deutlich wurde, dass auch hier für eine bessere Welt gekämpft wird und festgefahrene Strukturen hinterfragt werden.

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Wenn Sie dieses Buch lesen, vergessen Sie bitte nie, dass dieses Buch am Ende des 20.Jahrhunderts geschrieben wurde bzw. über ein Leben das am Ende des 20. Jahrhunderts beginnt. Verabschieden Sie sich von der westlichen Kultur und dem westlichen Leben, so wie Sie es kennen. Das Buch ist in so einer klaren, deutlichen schnörkellosen Art und Weise geschrieben und trotzdem ist man von Seite 1 an gefesselt. Es lässt einen die asiatische Lebensweise mit ganz anderen Augen sehen. Absolut lesenswert !!!!!!

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Ein Roman über das Leben einer Frau in Südkorea, der uns nachdenklich zurück lässt. Ein technisch so weit entwickeltes Land, in dem Frauen immer noch unter dem Patriarchat längst vergangener Zeiten leben müssen. Dieses Buch kommt sehr nüchtern daher, aber gerade diese Nüchternheit braucht es, um uns diese Widersprüchlichkeit vor Augen zu halten!

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Kim Jiyoung, geboren 1982 zeigt uns die Lebensgeschichte der Südkoreanerin Kim auf, welche von Anfang an in dem Männerdominierenden Südkorea einen schwierigen Stand hatte. Wir erfahren, eine Menge aus der südkoreanischen Kultur - vor allem auch, wie Groß die gesellschaftliche Kluft zwischen Mann und Frau ist. Es ist erschreckend zu sehen, wie teilweise mit dem weiblichen Geschlecht umgegangen wird. Sei es physisch oder auch psychisch. Für mich ist "Kim Jiyoung, geboren 1982" ein sehr wichtiges Buch, da gerade uns, in den westlichen Gefilden, gar nicht klar ist, wie schwer die Rolle der Frau, gerade in den asiatischen Ländern ist. Beim Lesen kam ich stellenweise gar nicht mehr aus dem Kopfschütteln heraus - man denkt, man liest von einer langen zurückliegenden Zeit, dabei handelt das Buch von der Neuzeit. Es ist traurig, dass noch immer eine derart verschrobene Geschlechterideologie herrscht. Es liest sich wie eine Mischung aus Sachbuch und Roman - der Schreibstil ist sehr nüchtern, aber dennoch treffend. Ich würde jedem, sowohl Frau als auch Mann dieses Buch an's Herz legen. Ein Buch, das auf jeden Fall auch nach dem Lesen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Dieser Roman kam zu mir, weil ich gefühlt nur noch wenig sah, ausser dieses Buch, dieses Cover mit einer gesichtslosen Frau, ein Name und ein Geburtsjahr. Der Roman rund um das Leben der Südkoreanerin Kim ist biografisch erzählt, Leser*innen begleiten ihr Leben, beginnend mit dem schulischen Werdegang, der Studienzeit, Eintritt in die Berufswelt, Schließung der Ehe und ihre Rolle als Mutter. Kim ist eine fiktive Figur, steht stellvertretend für eine Generation und die Leben von zig millionen Frauen auf unserer Welt, wo immer noch das weibliche Geschlecht minderwertiger gilt. Einerseits der Wunsch und die Forderung vieler nach Gleichstellung und einer gemeinsamen Stufe, andererseits aber die Taktik des Vogels Strauß, Kopf in den Sand oder wiederum Scheuklappen und Augen vor der Realität verschließen. Man muss nicht schauen, wie sehr die Unterdrückung von Frauen auf anderen Kontinenten läuft, vor der eigenen Haustüre entdeckt man zuhauf und so ist Kim eine Frau, wie wir sie tagtäglich erleben. Den Roman empfinde ich thematisch als sehr wichtig, erschreckend, beeindruckend in seiner klaren Form. Insbesondere die Protagonistin ist gut gezeichnet, detailliert und präzise dargestellt. Neues konnte ich dem Buch nicht entnehmen, jedoch informativ und gebündelt, schnörkellos alles handlich in einem Roman. Sprachlich war es jetzt keine Wucht und die Zeilen waren für mich nicht fließend, trotz der Beschreibungen und dem Fokus aufs Wesentliche, stockte es immer wieder zwischen Roman und mir. Ob es an dem Stil der Autorin oder den Fähigkeiten und Fertigkeiten des Übersetzers liegt, kann ich jedoch nicht beurteilen, aber es erschwerte mir sehr einen Bezug zu dem Roman aufzubauen und im Fluss zu sein. Wichtiges Thema, wichtiges Buch.

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Kurz, prägnant; die unverblümte Wahrheit über Kim Jiyeon und eine Generation aufgewachsen im rapiden Wandel der 1980er und 90er Jahre. Nach der Besatzung durch Japan und der Teilung in Nord- und Südkorea begann eine politisch instabile Zeit für das Land, in welcher die Verfassung nach vielen Konflikten mehrmals überarbeitet wurde um einer demokratischen Zukunft den Weg zu bereiten. Doch nach dem anfänglichen Aufschwung folgte Ende der 90er eine schwere Wirtschaftskrise. Während ebendieser befand sich das Land im Begriff, zu einer eigenen, neuen Identität zu finden - einer, in der alte Sitten und westliche Einflüsse miteinander konkurrieren und eine Kultur erschaffen in der beides existiert, wenn auch nicht immer harmonisch. Vor allem junge Frauen jener Generation standen und stehen bis heute zwischen den gegensätzlichen Einflüssen. „Kim Jiyeon, geboren 1982“ ist das Portrait eines Lebens und einer Nation. Das Buch verbindet durch universelle Berührungspunkte, die der Generation Y nur allzu bekannt sein dürften. Ohne dabei mit Kritik um sich zu werfen, stellt Cho Namjoo gekonnt wieder und wieder eine einfache Frage: Warum? Ob wir sie aussprechen oder nicht, die Antwort kennen wir spätestens nachdem wir dieses Buch gelesen haben.

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Eindrücklicher Einblick in das Leben einer Frau Triggerwarnung: Abtreibung, Depression, Diskriminierung, Mobbing, Sexismus, sexuelle Belästigung, Victim blaming (Opferbeschuldigung) Inhalt (dem Klappentext entnommen): Cho Nam-Joo hat mit ihrem Roman einen internationalen Bestseller geschrieben. Ihre minimalistische und doch messerscharfe Prosa hat nicht nur viele Leserinnen weltweit begeistert, sondern auch Massenproteste in Korea ausgelöst. In einer kleinen Wohnung am Rande der Metropole Seoul lebt Kim Jiyoung. Die Mittdreißigerin hat erst kürzlich ihren Job aufgegeben, um sich um ihr Baby zu kümmern – wie es von koreanischen Frauen erwartet wird. Doch schon bald zeigt sie seltsame Symptome: Jiyoungs Persönlichkeit scheint sich aufzuspalten, denn die schlüpft in die Rollen ihr bekannter Frauen. Als die Psychose sich verschlimmert, schickt sie ihr unglücklicher Ehemann zu einem Psychiater. Nüchtern erzählt eben dieser Psychiater Jiyoungs Leben nach, ein Leben bestimmt von Frustration und Unterwerfung. Ihr Verhalten wird stets von den männlichen Figuren um sie herum überwacht – von Grundschullehrern, die strenge Uniformen für Mädchen durchsetzen; von Arbeitskollegen, die eine versteckte Kamera in der Damentoilette installieren und die Fotos ins Internet stellen. In den Augen ihres Vaters ist es Jiyoung’s Schuld, dass Männer sie spät in der Nacht belästigen; in den Augen ihres Mannes ist es Jiyoung’s Pflicht, ihre Karriere aufzugeben, um sich um ihn und ihr Kind zu kümmern. »Kim Jiyoung, geboren 1982« zeigt das schmerzhaft gewöhnliche Leben einer Frau in Korea und gleichzeitig deckt es eine Alltagsmisogynie auf, die jeder Frau – egal, wo auf der Welt – nur allzu bekannt vorkommt. Meinung: Der bildhafte und fesselnde Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der Sicht des allwissenden Erzählers erzählt, erst am Ende erfährt man, dass ihr Psychiater über Jiyoungs Leben erzählt. Durch diesen Sichtwechsel besteht zwar Distanz zu den Charakteren, aber trotzdem kann man vor allem sehr gut mit Jiyoung mitfühlen, da sie im Mittelpunkt der Geschichte steht. Die Autorin zeigt durch Jiyoung und andere Frauen in der Geschichte auf, wie diese tagtäglich mit Vorurteilen, Geschlechterklischees, Sexismus, etc. konfrontiert werden. Bereits während der Schwangerschaft spielt das Geschlecht eine wichtige Rolle und Jungen bzw. Männer werden bevorzugt behandelt, was sich bis ins Arbeits- und Familienleben auswirkt. Vieles wird uns in Europa bekannt vorkommen, aber es gibt auch Einblicke in die südkoreanische Gesellschaft und Kultur. Das Ende zeigt nochmal eindrücklich die Doppelmoral in der Gesellschaft auf und dass es nicht ausreicht nur etwas zu wissen, sondern auch entsprechend zu handeln. Gerne hätte ich noch mehr über Jiyoungs Leben erfahren und auch wie es mit ihr weitergeht, aber das ist Meckern auf hohem Niveau und es geht vor allem um den wichtigen Inhalt des Buches, so dass es großartige 5 von 5 Sternen gibt und eine Leseempfehlung, wenn man sich für die oben genannten Themen interessiert. Fazit: Wichtiges und eindrückliches Buch über Frauenfeindlichkeit, Geschlechterungerechtigkeit, Sexismus und viele weitere wichtige Themen.

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Leider habe ich keinen Zugang zu dem Buch "Kim Jiyoung" gefunden, es hat mich nicht mitgenommen, weder im Schreibstil noch vom Inhalt her.

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Ich habe den Roman hauptsächlich angefangen zu lesen, weil meine Schwiegermutter aus Südkorea kommt und in den 70ern nach Deutschland kam und ich es immer spannend finde, ihrer Kultur etwas näher zu kommen. Der Titel hat mich sehr nachdenklich gemacht, wie veraltet vieles Denken doch noch ist und wie lange Generationen wohl noch kämpfen müssen, um eine Gleichstellung und ein Umdenken zu erreichen. Wie gut es uns in vielerlei Hinsicht in Deutschland geht, wobei auch hier der Spagat zwischen Beruf und Kind/ern für jeder Frau ein Kraftakt ist und bleibt und vieles von Korea auf Deutschland übertragen werden kann. Das Ende macht mich irgenwie traurig und lässt mich auf jeden Fall noch länger mit Gedanken zu dem Thema zurück.

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Frauenleben in Nordkorea Kim Jiyoung hat studiert, doch mit der Geburt des Kindes hat sie ihren Job aufgegeben. Ganz wie es von koreanischen Frauen erwartet wird. Seit kurzem zeigt sie beunruhigende Symptome: Ihre Persönlichkeit scheint sich aufzuspalten. Wegen einer Psychose schickt ihr Mann sie zu einem Psychiater. Es ist ein Frauenleben wie jedes andere in Korea, geprägt von Unterwerfung den Männern gegenüber. Schon von frühester Kindheit an, später in der Schulzeit war es gang und gäbe, dass Mädchen zurückstecken mussten, in der Familie, in der Schule, überall. Das setzt sich in der gesamten Gesellschaft durch: Von Frauen wird erwartet, dass sie zurückstecken, wenn es um die Familie geht, dass sie ihren Beruf aufgeben, während Männer Karriere machen und manche Freiheit genießen dürfen. Es ist beklemmend darüber zu lesen, wie sachlich die Autorin Cho Nam-Joo dies schildert. Fast liest es sich wie eine Dokumentation. Und wirkt dadurch umso beklemmender in der geschilderten Ungerechtigkeit. Dieses ungeschminkte Bild der Frau in Korea hat mich sehr betroffen hinterlassen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Ein Buch das einer Biographie gemischt mit einem Roman als Schreibstil nahe kommt, über in Korea schon fast sie normale Stellung von Frauen wiedergibt, die eigentlich absolut nicht normal und akzeptabel sind. Die Geschichte von Kim Jiyoung. Ein Buch in den man sich als Frau, Mutter, Schwester gut hineinversetzen kann. Dabei sieht man das man von den Schilderungen selbst teilweise betroffen ist, ja auch in einem Europa gibt es Alltagssexismus, Ausgrenzung und Ausschluss von Frauen, Diskriminierung, Benachteiligung, die Pflicht zu Funktionieren, zu Schweigen. Die Kraft die man braucht und aufbringen muss um zu existieren und sich zu behaupten. Der Kampf jeden Tag, die Ohnmacht die man erlebt. Das Buch machte mir Gänsehaut und ist so unglaublich authentisch. Der Schreibstil ist zudem perfekt ausgewählt und man verliert sich auf jeder Seite.

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Definitiv ein Buch, das jeder lesen sollte. Eine Hauptfigur wie ich sie so noch nie gelesen habe. Ich bin nur so durch das Buch geflogen und werde definitiv auf die Autorin zurückkommen.

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Ein wunderbar, aber auch gleichzeitig erschreckender Roman über die Geschlechterungleichbehandlung vor allem in Südkorea! Wir wissen ja wahrscheinlich alle, dass es auf der ganzen Welt keinen Staat gibt, in dem beide Geschlechter die gleichen Chancen erhalten, jedoch habe ich nie die Sicht in asiatischen Ländern betrachtet. Dieses Buch bietet ebendiesen Blickwinkel. In nüchtern-distanzierten, aber dennoch fesselnden Schreibstil erzählt die Autorin von Kim Jiyoungs Leben als Mädchen und Frau in Südkorea, mit all der Diskriminierung und Rollenzuweisung, die einem Mädchen und einer Frau dort zugeschrieben wird. Gepaart mit einer spannenden Familiendynamik und der Entwicklung von Kim Jiyoungs Lebensgeschichte erhält man einen Roman, den man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte! Dazu beigetragen hat, dass Kim Jiyoung eine sehr sympathischer Charakter ist, mit dessen Wesenszügen ich mich sehr identifizieren konnte. EInen Stern Abzug gibt es von mir nur, weil mir leider zu viel gekürzt wurde.

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Großartig und bewegend! Ein Roman mitten aus dem Leben einer Frau die kämpft für ein besseres Leben. Ihre Erzählweise berührt, macht wütend aber lässt vorallem mitfühlen.ich brauche mehr solcher Geschichten!

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Gerade weil dieses Buch verhältnismäßig kurz ist, sollte es jeder lesen. Die Geschichte von Kim Jiyoung ist unheimlich interessant und hat mir die südkoreanische Kultur auf eine so offene und ehrliche Art näher gebracht, wie ich es nicht erwartet hätte. Es ist ein besonderes Buch, das sich auf die Rolle der Frau in dieser Gesellschaft konzentriert und sich auch sehr viel mit dem Bild der Mutter bei der Arbeit befasst. Einfach super interessant und wirklich lesenswert. Wie ich jetzt erfahren habe, hat dieses Buch in Südkorea große Debatten und Proteste losgetreten und das macht es in meinen Augen nur noch wichtiger.

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Ein wirklich sehr aufrüttelndes Buch und die Geschichte gar nicht fern, wie es ev. erscheinen mag. Emotional und auch durch die zum Teil sachliche Darstellung umso ergreifender und nahbarer. Eine Geschichte, die für viele Frauenschicksale steht und einfach perfekt für Diskussionen ist. Eine absolute Leseempfehlung!

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Wow. Ich war erst einmal sprachlos nachdem ich das Buch beendet habe. Was eine Reise! Dieses Buch ist extrem wichtig und relevant. Das Buch folgt einer Koreanerin durch die Augen ihres Psychaters und es weist dadurch viele missstände und Schwierigkeiten auf, die Frauen auch heute noch durchleben müssen. Während dem Lesen durchlebe ich Wut, Trauer, Rage, und Hilflosigkeit der Gesellschaft gegenüber. Das Thema ist wichtig, was dieses Buch für mich aber zu einem 5 Sterne-Buch macht ist das Stilmittel die Geschichte durch die Augen des Psychaters zu erzählen und nicht Kim Jiyoung als auch dass es ein Lesegefühl eines nonfiction Buchs hat. Sehr wirksame Mittel gut eingesetzt. I received an advance review copy for free, and I am leaving this review voluntarily.

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Ein lesenswertes Buch Hier in dieser Geschichte habe ich Kim Jiyoung kennengelernt, eine junge Frau, die Mitte Dreißig ist und die aus Korea stammt. Sie hat vor kurzem ihr erstes Kind bekommen, musste daher ihren Job aufgeben, um sich nur noch um ihr Neugeborenes zu kümmern. Ihr Mann Chong Daehyon und auch alle anderen bemerken immer öfter, wie Kim sich verändert, sie verhält sich seltsam und daher wird sie zu einem Psychiater gebracht und dieser erzählt dann ihre Lebensgeschichte. Ich habe dann erfahren, wie Kim aufgewachsen ist, von ihren Eltern und ihren beiden Geschwistern und dass Kim schon in ihrer Kindheit stets diskriminiert wurde, nur weil sie ein Mädchen war. Diese Ungerechtigkeit hat sie dann ein Leben lang begleitet, denn die Jungen und Männer wurden überall bevorzugt und Frauen waren nun mal nicht dafür da, Karriere zu machen. Mich hat diese Geschichte oft regelrecht erschüttert, wütend gemacht, ich konnte mich total gut in Kim hineinversetzen und fand es erschreckend zu lesen, wie sie behandelt wurde. Ich fand das Buch sehr lesenswert, es hat mich zum Nachdenken angeregt, hat mir Einblicke in die gesellschaftliche Situation von Korea gezeigt und daher möchte ich es gerne weiterempfehlen.

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Kim Jiyoung, eine junge gebildete Frau, wächst in einer von Sexismus bestimmten Männerwelt auf. Bereits als Kind muss sie lernen, dass Mädchen und Frauen für ihre Brüder, Väter, Ehemänner die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen haben. Bis ins Erwachsenenalter schafft sie es nicht, sich aus dem vorgegebenen Rollenbild zu lösen. Dem Druck, der auf ihr lastet, ist sie nicht länger gewachsen. Ohne es zu merken, flüchtet sie sich in ihr bekannte Frauenbilder, die ihren Gedanken eine Stimme geben. Der ständige Verzicht sowie die an sie gestellten Erwartungen zerren an ihrer psychischen Gesundheit. „Im Jahr 2014, dem Jahr als Jiyoung ihre Arbeit aufgab, kündigte jede fünfte verheiratete Südkoreanerin ihren Job wegen Heirat, Schwangerschaft oder Kinderbetreuung beziehungsweise Kindererziehung.“ (Zitat, Seite 196) Jiyoung ist kaum älter als ich. Das Gesellschaftsbild, in dem sie aufwächst und lebt, die Rolle, die sie zu spielen hat, sind für mich jedoch unvorstellbar. Jiyoungs Geschichte hat mich betroffen gemacht. Denn es ist noch mal etwas ganz anderes, sich mit einem individuellen Schicksal, das auf wirklich jeder Frau lasten könnte, auseinanderzusetzen. Dieser Roman schafft Nähe und kratzt intensiv an unseren Emotionen. Cho Nam-Joo erzählt die Geschichte in einer klaren Sprache aus der Sicht des behandelnden Psychiaters. Sein objektiver Blick auf die Dinge verstärkt die eigentliche Dramatik der Story. Sämtliche Figuren sind glaubwürdig gezeichnet. Kim Jiyoung ist dabei besonders tiefgründig gestaltet. Sie fordert unser Mitgefühl und lässt uns darüber nachdenken, welche Folgen gefestigte Rollenbilder auf unser Leben haben. Persönliches Fazit: Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Jede(r) von uns wird die ein oder andere Situation so oder ähnlich schon einmal selbst erlebt haben. Cho Nam-Joo rüttelt auf. Sie zeigt schonungslos Missstände auf und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Dass dieser Roman auf massenhafte Proteste gestoßen ist, spricht für sich. Dieses Buch hat unsere Aufmerksamkeit in jedem Fall verdient!

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„Kim Jiyoung ist 33 Jahre alt, 34 nach koreanischer Zählung, denn in Korea gilt ein Kind in seinem Geburtsjahr bereits als einjährig und wird am darauffolgenden Neujahrstag zwei. Sie hat vor drei Jahren geheiratet und letztes Jahr eine Tochter geboren.“ Vor der Geburt ihres Kindes hat Jiyoung studiert und in einer Marketingfirma gearbeitet. Nun betreut sie ihre Tochter, ihr Mann arbeitet viel und ist weder im Haushalt noch bei der Kinderbetreuung eine große Unterstützung. Eines Tages legt Jiyoung ein merkwürdiges Verhalten an den Tag, beginnt mit verstellter Stimme zu sprechen und schlüpft in die Rollen Verwandter oder Freunde, gleich ob diese noch am Leben oder bereits verstorben sind. Die koreanische Schriftstellerin Nam-Joo Cho berichtet in ihrem Roman „Kim Jiyoung, geboren 1982“ vom Alltag einer koreanischen Frau. Ja, berichtet. Die Lebensgeschichte Jiyoungs wirkt wie ein Protokoll, unterlegt mit einigen Fußnoten, die besondere Authentizität bewirken möchte. Diese besondere Art des Schreibens ergibt auch Sinn, wenn man ans Ende des Buches gelangt. In allen Bereichen des Lebens erfährt Kim Jiyoung Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechtes. Schon als Kind musste Jiyoung zugunsten ihres Bruders zurückstecken. Dieser durfte sich ausruhen, während Jiyoung und ihre ältere Schwester mehr und mehr Haushaltspflichten übernahmen. In der Schule wurden die Buben bevorzugt. Fehlverhalten wurde diesen viel eher nachgesehen, während den Mädchen die Schuld an Übergriffen durch männliche Mitschüler, Lehrer oder auch durch Zufallsbegegnungen gegeben wurde. „Du bist selbst daran schuld, weil du dich nicht an die Regeln gehalten hast!“ Auch wenn es Jiyoung möglich war zu studieren, hat sie im Arbeitsleben kaum eine Chance auf Weiterkommen gehabt. Trotz ihrer Mehrarbeit wurden Männer befördert. Jiyoung erkennt diese Ungerechtigkeiten haar genau. Es gibt auch kurze Momente der Rebellion unter den Frauen. Diese gilt es zu bestärken. So finde ich auch den Schluss des Buches ernüchternd bis zynisch. Denn dass es eine Ungleichbehandlung gibt, das ist den Männern wohl bewusst. Doch welchen Grund hätten sie sich aus ihrer bequemen Komfortzone zu begeben, wenn es schlicht zu wenig Widerstand gibt. Männliche Dominanz, männliche Überwachung, männliche Verspottung: koreanische Zustände? Alltagsmisogynie ist gegenwärtig und global! Nam-Joo Cho hat hier ein wichtiges Buch zur Gleichbehandlungsdebatte geschrieben. Nicht nur für Südkorea. Auch hier und heute möchte frau schreien: What's going on!

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Nach diesem Buch war ich wütend. (Nicht auf das Buch). Cho Nam-Joo schafft ein Interessantes Generationenbild über Frauen in Südkorea von den 60ern bis heute - was sich verändert hat und vorallem was nicht. Es ist gleichzeitig ein Familienroman und ein soziopolitischer Bericht. Lässt sich gut lesen

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Kim Jiyoung, geboren 1982 – Nam-Joo, Cho Kurzbeschreibung / Klappentext: Cho Nam-Joo hat mit ihrem Roman einen internationalen Bestseller geschrieben. Ihre minimalistische und doch messerscharfe Prosa hat nicht nur viele Leserinnen weltweit begeistert, sondern auch Massenproteste in Korea ausgelöst. In einer kleinen Wohnung am Rande der Metropole Seoul lebt Kim Jiyoung. Die Mittdreißigerin hat erst kürzlich ihren Job aufgegeben, um sich um ihr Baby zu kümmern – wie es von koreanischen Frauen erwartet wird. Doch schon bald zeigt sie seltsame Symptome: Jiyoungs Persönlichkeit scheint sich aufzuspalten, denn die schlüpft in die Rollen ihr bekannter Frauen. Als die Psychose sich verschlimmert, schickt sie ihr unglücklicher Ehemann zu einem Psychiater. Nüchtern erzählt eben dieser Psychiater Jiyoungs Leben nach, ein Leben bestimmt von Frustration und Unterwerfung. Ihr Verhalten wird stets von den männlichen Figuren um sie herum überwacht – von Grundschullehrern, die strenge Uniformen für Mädchen durchsetzen; von Arbeitskollegen, die eine versteckte Kamera in der Damentoilette installieren und die Fotos ins Internet stellen. In den Augen ihres Vaters ist es Jiyoung’s Schuld, dass Männer sie spät in der Nacht belästigen; in den Augen ihres Mannes ist es Jiyoung’s Pflicht, ihre Karriere aufzugeben, um sich um ihn und ihr Kind zu kümmern. »Kim Jiyoung, geboren 1982« zeigt das schmerzhaft gewöhnliche Leben einer Frau in Korea und gleichzeitig deckt es eine Alltagsmisogynie auf, die jeder Frau – egal, wo auf der Welt – nur allzu bekannt vorkommt. Meine Meinung: Als ich begonnen habe das Buch zu lesen, hatte ich keine wirkliche Vorstellung davon was auf mich zukommt, da der Klappentext nicht so aussagekräftig ist. Ich war aber neugierig geworden, weil das Buch plötzlich überall zu sehen war. Die Geschichte führt einen nicht nur durch das Leben von Kim Jiyoung, sondern führt einen auch ein Stück weit in die Kultur Koreas ein. Ein Land über das ich, rein gar nichts wusste. In jeder Kultur ist es schwer, wenn man anders ist als die breite Masse… aber in dieser Geschichte wird einem das noch einmal sehr bewusst gemacht. Kim muss aufgrund der Tatsache, dass sie eine Frau ist und zudem einfach anders, einiges einstecken. Ich wusste teilweise beim Lesen gar nicht wohin mit meinen Gefühlen. Fassungslosigkeit, Wut, Trauer, Anteilnahme und Frust waren im ständigen Wechsel. Leider blieben aber die positiven Gefühle etwas auf der Strecke. Das erschreckendste beim Lesen des Buches war für mich, die durchaus vorhandenen Parallelen zu unserer Heimat zu erkennen. Es sind nur einige, aber selbst das ist schon zu viel. Wer sich gerne mal mit kritischeren Themen beschäftigt, insbesondere dem Theme Gleichberechtigung und Unterdrückung, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Fazit: Eine Geschichte, die bewegt, erschreckt und zum Nachdenken bringt. Von mir gibt’s 4 von 5 Sternen.

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So weit und dennoch so nah... spannende und zugleich erschreckende Einblicke in einer Welt wo Traditionen, starre Hierarchie, Familiewerte, eine ganz andere Dimension annehmen. Was ist "Frau" wert? Was darf sie sagen? Denken? Eine Welt, die uns manchmal fremd und beängstigend vorkommt und zugleich vertraut und nah.... Dieses Buch hat in Korea für Wirbel gesorgt. Zu Recht

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Ein Buch, das mich aufgrund seiner Erzählweise tief beeindruckt hat. Cho Nam-Joo erzählt die Geschichte vom Kim Jiyoung ziemlich nüchtern und dennoch ergreifend. Anhand des Beispiels von Kim Jiyoung wird das Missverhältnis von Frauen und Männern in Südkorea (und leider nicht nur dort...) aufgezeigt. Es beginnt schon in frühster Kindheit und zieht sich wie ein Faden durch das gesamte Leben. Viele Dinge, die in dem Roman beschrieben werden, kommen sicher der ein oder anderen Frau bekannt vor. Und das ist das Brilliante - und gleichzeitig auch Erschreckende. Ein ganz wichtiger Roman, den ich jeder Frau und erst Recht jedem Mann ans Herz legen will!

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Ich nutze Netgalley für einen ersten Lesedruck, dann, im besten Fall, das Buch ganz zu lesen und anschließend zu besprechen! Nicht immer beeindrucken mich die Bücher positiv. Dann nehme ich von einer Beurteilung Abstand. Mein Credo ist eben #liesdichglücklich. Ein grundsätzliches Dankeschön an den Verlag und Netgalley! Alle positiven Besprechungen finden sich als Buchempfehlung bei Instagram #fraumitzopf

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Das es Länder in der heutigen Zeit gibt, wo Frauen so behandelt werden, kann und will ich nicht glauben. Aber es ist interessant und spannend zu lesen, dass es so etwas gibt. Und das nur ein Roman.

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