Wo wir zu Hause sind

Die Geschichte meiner verschwundenen Familie

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Erscheinungstermin 14.02.2019 | Archivierungsdatum 04.03.2019

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Zum Inhalt

Die wahre Geschichte einer jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde, und deren Kinder und Enkel zurückfinden nach Berlin, in die Heimat ihrer Vorfahren.

Nach Israel gingen Irmgard und Hans, zwei Berliner Jura-Studenten, die 1934 ins gelobte Land auswanderten und in einem Kibbuz unweit der Golan-Höhen ihre Kinder großzogen. In England trifft Maxim Leo die Familie von Hilde, die als Schauspielerin in kleinen Theatern arbeitete und in jungen Jahren Fritz Fränkel heiratete, Gründer der KPD, Freund Walter Benjamins, mit dem sie nach Frankreich emigrierte. Später floh Hilde mit ihrem Sohn nach London, wo sie es bis zur Millionärin brachte.

In Frankreich wohnt Leos Tante Susi, deren Mutter Ilse im Internierungslager Gurs ihre große Liebe kennenlernte und bis zum Kriegsende im Untergrund lebte. Auf der Suche nach der Vergangenheit seiner Familie entdeckt Maxim Leo eine Zusammengehörigkeit, die keine Grenzen kennt. Und auch seine Cousins und Cousinen, die Enkel von Irmgard, Hilde und Ilse, spüren eine seltsame Verbindung zu ihrer verlorenen Heimat. Es zieht sie zurück nach Berlin, in die Stadt ihrer Vorfahren, die sie neu entdecken und erfahren. Nach »Haltet euer Herz bereit« legt Bestseller-Autor Maxim Leo erneut eine packende Familiengeschichte vor, spannend und herzergreifend.

Die wahre Geschichte einer jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde, und deren Kinder und Enkel zurückfinden nach Berlin, in die Heimat ihrer Vorfahren.

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Eine Anmerkung des Verlags

Der SPIEGEL-Bestseller-Autor Maxim Leo, 1970 in Ost-Berlin geboren, ist gelernter Chemielaborant, studierte Politikwissenschaften, wurde Journalist. Heute schreibt er Kolumnen für die Berliner Zeitung, gemeinsam mit Jochen Gutsch Bestseller über sprechende Männer und Alterspubertierende, außerdem Drehbücher für den »Tatort«. 2006 erhielt er den Theodor-Wolff-Preis. Für sein autobiografisches Buch »Haltet euer Herz bereit« wurde er 2011 mit dem Europäischen Buchpreis ausgezeichnet. 2014 erschien sein Krimi »Waidmannstod. Der erste Fall für Kommissar Voss«, 2015 »Auentod«. Maxim Leo lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Berlin.

Der SPIEGEL-Bestseller-Autor Maxim Leo, 1970 in Ost-Berlin geboren, ist gelernter Chemielaborant, studierte Politikwissenschaften, wurde Journalist. Heute schreibt er Kolumnen für die Berliner...


Marketing-Plan

- Auftritt bei der lit.Cologne 2019

- Maxim Leo steht für Lesungen zur Verfügung

Hinweis: Sperrfrist ist der 14.2.2019. Rezensionen zu diesem Titel bitte nicht vor diesem Datum veröffentlichen.

- Auftritt bei der lit.Cologne 2019

- Maxim Leo steht für Lesungen zur Verfügung

Hinweis: Sperrfrist ist der 14.2.2019. Rezensionen zu diesem Titel bitte nicht vor diesem Datum veröffentlichen.


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462050813
PREIS 22,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Man geht mit falschen Erwartungen an das Buch heran, wenn man es für erzählerisch gestaltet hält. Es ist ein sorgfältig gemachtes Sachbuch über die Familie des Autors Maxim Leo. Dabei geht er in die Vergangenheit weit zurück bis in die Zeit vor dem Krieg. Schon früh musste die Familie aus Deutschland fliehen und verstreute sich weit: Israel, England, Chicago.

Die Geschichte der einzelnen Familienmitglieder wird durch Fotos unterstützt, z.B. Irmgard und Hans,1932 in Berlin. Hilde 1929. Fritz und sein Sohn Andre 1935. Ilse in Rheinsberg, Andre 1950 im Kibbuz etc.
Fränkel wurde von der SA verhaftet. Das war der Ausgangspunkt für die Flucht der ganzen Familie. 1935 kamen sie in Frankreich am Jardin de Luxembourg noch einmal kurz zusammen, bevor sie sich in alle Winde zerstreuen.
Maxim Leo nutzt die Fotos als Ausgangspunkt, er schätzt sie aufgrund ihres Aussehens und Ausdrucks gut ein, glaube ich. Man erfährt so einiges über sie.
Maxim Leos Reflexionen wechseln von Erkenntnissen heute und Geschehnisse damals.

Eine ausgiebig gestaltete Ahnenchronik, kein Roman. Manches war mir im Detail zu ausführlich, aber vieles war auch interessant.

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Autor Maxim Leo ist den beinahe verwischten Spuren seiner jüdischen Familie nachgegangen. Anlass hierzu ist die Hochzeit seines Bruders bei der die ganze Familie eingeladen ist. Nämlich die ehemals in Berlin ansässige Familie Leo, die nach der Machtübernahme der Nazis in alle Winde zerstreut wurde.

„Je länger ich mich mit Ilse, Irmgard und Hilde beschäftige, desto mehr bedauere ich, dass ich mich nicht schon eher für ihre Geschichten interessiert habe.“

Wir begleiten den Autor auf seiner Reise zu den Familienmitgliedern, die in England, Frankreich, Deutschland, Österreich und Israel lebten und leben.

Irmgard und Hans sind schon 1934 nach Israel ausgewandert und haben in einem Kibbuz unweit der Golanhöhen das Land urbar gemacht und ihre Kinder großgezogen.

Hilde ist mit Ehemann Fritz Fränkel und ihrem kleinen Sohn André zuerst nach Frankreich und dann England ausgewandert. Sie hat es im Laufe der Zeit zu einem großen Vermögen gebracht.

Sehr bewegend auch die Geschichte von Ilse, die im französischen Internierungslager Gurs den jüdischen Wiener Arzt Heinz Pollak kennen- und lieben lernt. Die gemeinsame Tochter Susi kommt 1942 im Untergrund zur Welt.

Faszinierend ist die Schilderung der Begegnungen mit den Verwandten. Es scheint, als kenne diese Familienzusammengehörigkeit keine Grenzen. Auch jene Cousins und Cousinen, die niemals in Deutschland gewesen sind, spüren eine seltsame Verbindung mit dem Land, das ihren Großeltern und Eltern so viel Leid zugeführt hat.

Meine Meinung:

Maxim Leo ist mir als Krimi-Autor bekannt. Er schafft es mühelos vom Krimi in das Sachbuch, in die Familiengeschichte, hinüber zu wechseln.

Seine bildhafte Sprache lassen die Leser die Gedanken und die Angst der einzelnen Familienmitglieder miterleben. Der Schreibstil ist mitreißend.

Man kann mit André mitfühlen, der sich von seiner distanzierten Mutter Hilde ins Internat abgeschoben fühlt. Erst viel später wird er verstehen lernen, was sie bewogen hat, genauso zu handeln.

Sehr spannend habe ich das Phänomen gefunden, dass sich alle doch irgendwie eine Verbindung zu Deutschland bzw. Österreich haben, obwohl ihnen hier übel mitgespielt wurde. Auch die Nachkommen jener Familienmitglieder, die zuvor noch nie in Berlin waren, haben dieses eigenartige Gefühl.

Die Lebensgeschichte von Irmgard und Hans, die nach Palästina ausgewandert sind und verächtlich als „Jeckes“ von den einheimischen Juden bezeichnet worden sind, liest sich außerordentlich spannend. Der Anfang, das Leben im Kibbuz ist für beide nicht einfach. Eine ganz andere Welt.

„Wie kann es sein, dass man hier nicht einmal seine eigene Unterwäsche anhaben darf?“ fragt sich Irmgard, die zuvor zum Judentum konvertiert ist und hier am Fuß der Golanhöhen ihr bisheriges (Kultur)Leben zurückgelassen hat.

Auf der Reise zur Geschichte seiner Vorfahren hat Maxim Leo viele Stunden und Tage Interviews geführt. Fehlende Puzzleteile aus der eigenen Familie durch andere, wie durch Erzählungen von Tante Susi, erfahren. Susi Pollak teilt ein Schicksal vieler Kinder von jüdischen Familien, die überlebt haben: Die Eltern verschweigen die Herkunft, das Grauen, das Erlebte. Sie wird erst mit 14 Jahren erfahren, dass sie jüdischer Herkunft ist und dies nach wie vor besser nicht an die große Glocke hängt. Sie kann nun diverse Verhaltensweisen der Eltern nachvollziehen und ein wenig besser verstehen.

Es ist die Zeit der Enkel, die Geschichte der Großeltern aufzuarbeiten, die Eltern sind noch viel zu nahe dran.

Ich habe mich in den letzten Jahren mehrmals mit Geschichten von vertriebenen jüdischen Familien beschäftigt. Doch dieses Buch geht mir besonders unter die Haut. Unter anderem deswegen, weil Familie Pollak 1945 nach Wien zurückkehrt. Susi Pollak wird in den späten 1970ern meine Französisch-Professorin im Gymnasium Zirkusgasse.

Fazit:

Ein Buch das mich sehr fasziniert und berührt hat. Ich gebe hier 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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Was ist Heimat?

Maxim Leo – der Name ist mir bekannt aus der Berliner Zeitung und von dem Krimi „Auentod“. Leo ist in Ostberlin aufgewachsen, in einem kommunistisch/sozialistisch geprägten Elternhaus, ohne jegliche jüdische Tradition oder Religion, an der er sich hätte orientieren können. Aber mit dem Wissen um Verwandte, die durch das Naziregime entrechtet, verjagt oder ermordet wurden. Seine Familie war groß, aber weit weg. Meine Lebensgeschichte ist ähnlich.
Deshalb wurde ich hellhörig, als mir sein neues Buch „Wo wir zu Hause sind: Die Geschichte meiner verschwundenen Familie“ zum Vorablesen angeboten wurde. Ich bin selbst sehr interessiert an der Ahnenforschung und an der jüdischen Geschichte, deshalb griff ich sofort zu. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Leo kam die Idee zur Erforschung seiner Familiengeschichte wohl bei einem Zusammentreffen mit verschiedenen, nachgeborenen Familienmitgliedern. Auf diesem Fest wird über die Vergangenheit erzählt, eine Geschichte bedingt die nächste. Leo ist wie elektrisiert, schreibt „Die Geschichte meiner Familie scheint wie ein Pendel zu sein, das langsam zurückschwingt.“ Und so wendet auch er sich rückwärts, die von Leo recherchierte Geschichte beginnt 1933. Ich will hier nichts vorwegnehmen, Inhaltsbeschreibungen verderben zukünftigen Lesern die Spannung und die vielen Entdeckungen, die auf sie warten.
Was hat mich besonders berührt an diesem Buch? Andrés Lebensgeschichte – er ist ein Onkel von Leo – hat mich zu Tränen gerührt. Von der Emigration mit seine Mutter nach England über die schrecklichen Erlebnisse dort als fremdes, deutsches Kind bis hin zum heutigen Besuch des alten Mannes bei Leo in Berlin wird ein ergreifendes Schicksal beschrieben.
Zitat: „Je länger ich mich mit Ilse, Irmgard und Hilde beschäftige, desto mehr bedauere ich, dass ich mich nicht schon eher für ihre Geschichten interessiert habe. Zu der Zeit, als sie noch lebten, gab es so viele andere Dinge, die mir näher und wichtiger waren.“ Dieses Gefühl kenne ich aus meinen eigenen Forschungen. Während seiner Reisen, Recherchen und Gespräche mit Verwandten gräbt er lange verschüttete Geschichte(n) aus, Erlebnisse seiner Verwandten in Gurs, im Kibbutz oder in Wien lassen die Familie wieder ein Ganzes werden, trotzdem sie auseinandergerissen und nunmehr unvollständig ist.
Das Zuhausesein bedeutet für jeden etwas anderes, aber die nie vergehende und die neue Verbundenheit zu Berlin eint die Familie. Jeder hat seine Heimat in sich, und manchmal entdeckt man sie auch plötzlich wieder.
Ein schönes, lesenswertes Buch, gut zu lesen, auch beim zweiten Mal! Die Fülle der Personen und Geschichten lässt einen bei jedem Lesen wieder neue Nuancen entdecken. Danke, Maxim Leo, es war mir eine Freude, trotz der Tränen.

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Der Autor Maxim Leo erzählt die Geschichte seiner Familie. Seine Verwandten musste vor den Nazis fliehen und wurde so auseinandergetrieben. Irmgard und Hans gingen nach Israel, um in einem Kibbuz zu leben und dort ihre Kinder großzuziehen. Hilde lebte eine Weile mit ihrem Mann Fritz Fränkel in Paris, später flüchtete sie mit ihrem Sohn nach London. Auch in Frankreich gibt es Verwandte. Ilse ist eine Zeitlang im Untergrund.
Maxim Leo selbst in Ost-Berlin geboren und aufgewachsen. Als Junge hat er Menschen mit großen Familien beneidet. Er erfährt von seiner Mutter, dass die Verwandten Juden sind und vor den Nazis fliehen mussten. Mit diesen Aussagen kann er wenig anfangen, es erscheint ihm sehr kompliziert. Aber er findet es toll, dass es Verwandte in allen möglichen Ländern gibt. Viel später bringt eine Hochzeit die noch Lebenden wieder zusammen und es ist seltsam, wie heimisch sie sich in Berlin fühlen, selbst diejenigen, die vorher nie dort waren. Das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Nähe zueinander brauchen sie alle. Sie haben ihre Erinnerungen, an das was geschehen ist, aber der Blick zurück präsentiert ziemlich unterschiedliche Perspektiven.
Leo fügt die Geschichte seiner Familie Stück für Stück zusammen, wie er sie aus Gesprächen und Dokumenten erfahren hat. Irmgard und Hilde kann er leider nicht mehr befragen. Es ist eine interessante Geschichte, die mit gleich gepackt hat.
Ein Stammbaum am Anfang des Buches ist sehr hilfreich, die vielen Mitglieder der Familie auseinander zu halten.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Wir lernen eine Familie kennen, die sich ihr Leben bestimmt anders vorgestellt hat, die aber durch die politischen Verhältnisse gezwungen wurde, fern der Heimat ein neues Leben aufzubauen und das Beste daraus zu machen.

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Maxim Leo schreib in diesem Roman über die Schicksale der Familie Leo während des 2. Weltkrieges und wie und wo sie sich ein neues Leben aufbauten. Bevor die Verfolgung der Juden richtig begann wanderten die Töchter der Familie Leo Ilse, Irmgard und Hilde aus. Hilde landete in England, Irmgard verschlägt es mit ihrem Mann nach Israel und Ilse nach Frankreich, wo sie ihren Mann kennenlernt und mit ihm im Untergrund lebt.
Der Buchttitel stellt hier die Frage nach Heimat und der Autor Leo geht dieser Frage in Gesprächen der noch lebenden Verwandten nach. Die Familie Leo war zwar jüdischer Abstammung, aber niemals so religionsbezogen. Beim Lesen wird man immer wieder mit dem zu Hause sein konfrontiert Die Kinder und Enkel der Schwestern leben in Israel, England und Frankreich und doch verändert sich etwas, als sie die Heimatstadt ihrer Eltern Berlin besuchen. Diese Gefühle beschreibt der Autor sehr gut.
Die Geschichte hat mir gefallen, da zwar die Flucht aus Deutschland beschrieben wird, es aber auch nicht verschwiegen wird wie schwer die Neuanfänge waren und auch die Veränderungen in der neuen Heimat, welche politischen Veränderungen im heutigen Israel und in England, wo der Brexit beginnt, die Familiengeschichte beeinflusst.

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Wenn der Krieg und das Nazi-Regime eine Familie dazu zwingt, sich in alle vier Himmelsrichtungen zu zerstreuen, bleibt am Ende nicht mehr viel übrig, um es als Familie zu bezeichnen.
Maxim Leo ist den schwindenden Spuren seiner Vorfahren nachgegangen und hat sich den Familienmitgliedern gewidmet, die heute in England, Frankreich, Deutschland, Österreich und Israel zu finden sind.

Die Reise zu seinen Verwandten ist auch eine Reise zu sich selbst, denn mit jeder Geschichte wird Maxim Leo "vollständiger" und es imponiert mir, wie alle Vertriebenen ihr Leben in die Hand genommen und draus etwas neues Schönes geformt haben.
Trotz allem ist eine starkes Band zu spüren, das alle miteinander verbindet und sie zu einer Einheit verschmelzen lässt, auch wenn sie hunderte, gar tausende Kilometer voneinander getrennt sind.

Der Autor lässt aus seinen Worten Bilder entstehen und so werden die Schilderungen seiner Angehörigen für mich zu einem Film, der berührt, unter die Haut geht und ganz viele Eindrücke und Spuren hinterlässt.

„Und erst wenn wir begreifen, wie es kam, dass ein großes, altes Kulturvolk einer Gruppe tollwütiger Verbrecher nachlief, werden wir vielleicht Mittel und Wege finden, um die Menschen künftig davon abzuhalten, ihren eigenen Untergang zu planen.“ Zitat von Heinz, das sich tief bei mir eingebrannt hat.
Für mich ein Buch, das man gelesen haben muss, weil man nur ganz schwer in Worte fassen kann, was Leo da für ein grandioses Werk vollbracht hat.
Es sind keine fiktiven Geschichten, die hier erzählt werden, es ist das Leben, wie es sich abgespielt hat. Authentisch, ungeschönt und gnadenlos ehrlich.
Ein zeitgeschichtliches Dokument das aufzeigt, wohin Rassenhass und verblendetes Denken führen kann - leider aktueller denn je.

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Maxim Leos Roman „Wo wir zu Hause sind“ist spannend zu lesen. Es ist eine wahre Geschichte seiner jüdischen Familie, die durch die Nazis in alle Welt flüchten. Die meisten von ihnen zieht es wieder in die Heimat Berlin.

Am Anfang gibt es eine Karte mit der Verzweigung, in vier Städte Berlin, Wien, London und Haifa.
Irmgard und Hans gehen 1934 nach Israel. Sie arbeiten in einem Kibbuz in der Nähe der Golan Höhen. Es ist schön erzählt, wie das Leben da ist.

Hildegard und ihre Familie ging nach Frankreich und von da floh sie nach London.

Ilse lebte in Frankreich im Untergrund. Ein spannendes gefährliches Leben.

Maxim Leo ist in Ostberlin aufgewachsen. Er findet Nachkommen der Familie, mit denen er viel über deren Leben erfuhr. Dadurch entsteht eine spannende interessante und gut dargestellte Familiengeschichte.
Mich hat sie gefesselt.

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Der Schreibstil von Maxim Leo ist mitreißend. Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Man taucht ein in die Familiengeschichte. Unterschiedliche Stränge der Familie werden intensiv erzählt, meist aus der Perspektive der handelnden Personen, so ist man direkt im Geschehen. Maxim Leo komplettiert dies zusätzlich mit seinem eigenen persönlichen Bezug zu den Familienmitgliedern.„Wo wir zuhause sind“ ist ein wichtiges Buch, dass umfangreich anhand von persönlichen Schicksalen Geschichte betrachtet.

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Maxim Leo erzählt die Geschichte seines Lebens. Er sucht seine Familie, die aufgrund von Flucht vor
den Nazis in alle Winde zerstreut sind.
Jedes Familienmitglied hat seine eigene Geschichte wie es auf der Flucht und danach weiter ging, diese
wird in dem Buch erzählt. Jede ist emotional und bewegend, jeder hat sich etwas neues erschaffen
und sein Leben wiedergefunden. Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit.
Ich habe lange kein so bewegendes Buch gelesen.
Den Protagonisten darf man bei seiner bewegenden Suche begleiten. Danke dafür.

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Das Buch ist mehr wie eine Reportage oder ein Erfahrungsbericht geschrieben. Dadurch kann man aber sehr gut die Gedankengänge des Autors nachvollziehen. Es ist wirklich interessant darüber zu lesen, wie die heutige Enkelgeneration versucht mehr über die eigenen Vorfahren im Dritten Reich zu erfahren. Damals wanderte die Verwandtschaft als verfolgte Juden des Autors in ganz verschiedene Länder aus, so dass sich heute nur selten alle sehen.

Die Enkel haben aber immer noch ein Interesse an Deutschland und auch die, die in anderen Ländern aufgewachsen sind, zieht es dort hin.

Mir hat es gut gefallen, deutsche Geschichte mal aus dieser Perspektive zu erleben und finde es gut, dass der Autor dies aufarbeitet durch viele persönliche Gespräche.

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Leo, "Wo wir zuhause sind "ist ein absolutes Muss für jeden zeitgeschichtlich interessierten Leser.Traurig, spannend und hochaktuell!
K.K.

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Ein sehr tolles Buch. Der Aufbau des Buches war sehr gut gewählt und ist dadurch auch gut lesbar. Die Geschichte der einzelnen Familienmitglieder hat mich sehr berührt und deutlich gemacht, dass eine Flucht keine Selbstverständlichkeit ist, sondern immer eine schwere Entscheidung trifft.
Der etwas nüchterne journalistische Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da Pathos hier Fehl am Platze gewesen wäre.

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Ich habe eine berührende Familiengeschichte gelesen. Ich war aber auch stellenweise tief erschüttert, wie mit den Juden in Frankreich umgegangen wurden, wie die jungen Juden über ihr eigenes Land Israel denken. Das Buch regt zum Nachdenken sowie zum darüber reden und diskutieren an.

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"Wo wir zu Hause sind" - der Titel passt. Maxim Leo begibt sich auf die Suche nach seiner Familie. Ein Familie, zerrissen durch den Nationalsozialismus, verstreut in viele Länder. Anlässlich der Hochzeit des Cousins treffen sich die Angehörigen in Berlin wieder. Für die Älteren ist Berlin ihr zu Hause gewesen, die Jüngeren erleben Berlin auch als ihre Heimat. Maxim Leo begleitet seine Verwandten zu Orten, Mahnmalen und sie erkunden die Vergangenheit der Familie. Die junge Generation setzt sich erstmals mit der Vergangenheit ihrer Vorfahren aus; sie wagten nicht zu fragen, spürten die Trauer.
Maxim Leo stellt dem Leser seine Familienmitglieder vor, es sind bewegende, berührende Geschichten. Die Entscheidung zur Flucht, die Angst, die Wut.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, der Schreibstil ist flüssig, unterstrichen werden die Geschichten durch Fotos. Es hat mich sehr berührt, auch die andere Sichtweise der Geschichte. Wie ergeht es den Menschen, die zurückkommen, in ihre Heimat, nach Hause.

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There and back again - eine in Berlin ansässige jüdische Familie wird in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert getrennt und über ganz Europa und sogar bis nach Israel verstreut. Viele Jahre später finden sich die Kinder und Enkel der Verstreuten wieder: in Berlin. Nun mag man sagen: Noch eine jüdische Familiengeschichte! Nun gut, dies ist dann wohl eine davon. Es ist jedoch eine, die emotional anspricht und gleichzeitig authentisch daherkommt. Eine spannende Lektüre, die man gern "am Stück" liest.

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Die wahre Geschichte einer jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde, und deren Kinder und Enkel zurückfinden nach Berlin, in die Heimat ihrer Vorfahren.
Der Autor erzählt sehr einfühlsam über die Folgen des Holocaust bis in unsere Zeit. Ein Buch, das man unbedingt lesen muss.

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Beim Anblick des Covers fühlt man sich direkt in die Zeit des Nationalsozialismus zurückversetzt. Jedenfalls ging es mir so, als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe.

Der Autor erzählt in einer biographischen Auflistung wie die Mitglieder seiner jüdischen Familie, durch die Willkür des Naziregimes gezwungen sind ihre gewohntes und geliebtes Umfeld zu verlassen und Zuflucht zu suchen. Sehr interessant fand ich hierbei die Rückkehr nach Israel. Die Bestürzung, Trauer und Fassunglosigkeit wurde sehr gut übermittelt. Unterstützend wirkten dabei auch die Fotos, die jedem Familienmitglied zusätzlich Leben eingehaucht haben.

Fazit: Ein wichtiges und sehr interessantes Werk, das einzigartige Einblicke gibt. In gedruckter Version sicherlich noch eindrucksvoller!

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Ich gestehe, ich kannte den Namen Maxim Leo nicht – jetzt werde ich ihn wohl nie wieder vergessen. Von der ersten Seite an hat mich sein Buch gefesselt und ich habe es sicher nicht zum letzten Mal gelesen. Viel zu vielschichtig ist die Geschichte seiner Familie, in die er selbst wie ein Forscher eintaucht und den Leser mitnimmt.
„Wo wir zu Hause sind: Die Geschichte meiner verschwundenen Familie“ ist für mich eine in gekonnt gewählte Worte gefasste Chronik, eine Mischung aus Geschichte und Geschichten, Historie und Familien-Historie.
Leo recherchiert die Geschichte seiner teilweise jüdischen Familie ab 1933, aus eigenem Interesse, etwas über die Familie zu erfahren (und dadurch auch über sich selbst und seine Herkunft und damit auch seinen Kindern die Wurzeln zu zeigen), aber damit hat er auch ein mahnendes Dokument geschaffen, in Zeiten, in denen derselbe Rechtsruck und die zunehmende Radikalisierung spürbar ist und, da ein Teil der Familie in Großbritannien lebt, bleibt auch die Brexit-Problematik nicht außen vor.
Mich hat die Geschichte von Irmgard und Hans (Nina und Hanan) in Palästina sehr berührt. Aber am meisten beeindruckt hat mich André, der Sohn von Hilde und Fritz Fränkel, der mit seiner Mutter erst nach Frankreich und dann nach England ausgewandert ist. Auch die Schilderungen der Bücherverbrennung machte mich schaudern, vor Angst und vor allem aus meiner eigenen eher unrühmlichen Familiengeschichte heraus.
Maxim Leo bereist gemeinsam mit seinen Lesern Stationen, die seine Familie ebenfalls durchlaufen hat: Berlin, England, Frankreich, Österreich und Israel. Nimmt sein Publikum mit ins Kibbuz, ins Lager Gurs und nach Oxford. Man trifft auf hoch-intellektuelle Menschen (ein Großteil seiner Verwandten waren/sind Juristen oder Naturwissenschaftler/Mediziner), die viel erlebt haben, viel erdulden mussten, aber oft auch ein Quäntchen mehr Glück hatten, als andere.
Der Begriff „Heimat“ bekommt in alldem eine sehr interessante Bedeutung, woraus auch der Leser eventuell etwas für sich selbst mitnehmen kann. Und, wie Maxim Leo selbst gestehen muss, muss eventuell auch der Leser sein Bild von „Exil“ und der „Flucht“ revidieren: es ist nicht immer nur dunkel und grau.
Maxim Leo schafft es, den Leser auf eine fesselnde, (be-)rührende Reise in seine Vergangenheit mitzunehmen, man bekommt das Gefühl, seine Verwandten gemeinsam mit ihm ein bisschen kennenlernen zu dürfen. Für mich ein ganz wundervolles Buch.

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Maxim Leos Familie wurde Mitte des 20.jhs in alle Winde zerstreut Die politischen Umstände zwangen die Familienmitglieder zur Flucht.
Ein Buch der Erinnerung- nah an den Menschen und an der Geschichte. Dies ist kein Roman - liest sich aufgrund der Atmosphärischen Spannung und dank Leos erzählkraft wie ein solcher. 

Ich finde, es gelingt ihm sehr, den Unterschiedlichen Familienmitgliedern eine Stimme zu verleihen und regt den Leser an , über Begriffe wie Identität und Heimat nachzudenken.

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REZENSION – Bücher über die Jahre des Nazi-Regimes, über Judenverfolgung, den Holocaust und die deutsche Schuld gibt es zuhauf. Doch Maxim Leo (49) hat es mit der Niederschrift seiner bis in letzte Feinheiten recherchierten Familiengeschichte „Wo wir zuhause sind“ [im Februar bei Kiepenheuer & Witsch erschienen] auf ungewöhnlich berührende Weise geschafft, den Begriff „Vergangenheitsbewältigung“ aus einer ganz anderen Warte zu beschreiben. Denn nicht nur die Täter hatten Jahrzehnte lang ihre Schwierigkeit damit. Auch viele Opfer, sofern sie die Schreckensherrschaft überlebten, hatten aus seelischen Eigenschutz diesen Lebensabschnitt im Herzen verschlossen und schwiegen. Im neuen Leben, das sie sich irgendwo in der Welt oder in Deutschland aufbauen mussten, wollte man keine Störung durch Erinnerungen. Dies ging Jahre lang gut, bis dann die Enkel begannen, sich für die ungewöhnliche Geschichte ihrer Eltern und Großeltern zu interessieren, bis die heutige Generation endlich begann, nachzufragen und nachzuforschen.
So erging es auch Maxim Leo, wie er eingangs erzählt, als er bei der Hochzeit seines Bruders plötzlich einer Vielzahl von Verwandten aus aller Welt gegenüber stand, von denen er viele kaum kannte, die nach der Feier auch wieder gingen. „Familie ist für mich, wenn vier Menschen um einen Tisch sitzen.“ Doch diese Hochzeit war für Leo der Auslöser, die Geschichte seiner Familie zu erforschen – einer jüdischen Familie, deren Angehörige, seit Generationen christlich getauft, längst dem akademisch gebildeten Großbürgertum angehörten, bis die Nazis zur Macht kamen. Leo recherchierte also „die unvergessliche Geschichte einer jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde, und deren Kinder und Enkel zurückfinden nach Berlin, in die Heimat ihrer Vorfahren“.
Irmgard und Hans, zwei Berliner Jura-Studenten wanderten 1934 nach Palästina aus und gründeten im Kibbuz ihre Familie. Zunächst nach Frankreich hatte es die junge Schauspielerin Hilde verschlagen, in frühen Jahren mit KPD-Gründer Fritz Fränkel verheiratet. Später floh sie mit Sohn André nach London. In Frankreich traf Leo auf seine Tante Susi, deren Mutter Ilse während der Kriegsjahre im französischen Internierungslager ihren späteren Ehemann kennengelernt hatte und nach geglückter Flucht bis zum Kriegsende im Untergrund leben musste.
In jedem Kapitel des Buches, jeweils die oft ungewöhnliche Lebensgeschichte eines Familienmitglieds erzählend, spürt man die persönliche Neugier des Autors, der darin auch Antworten auf eigene Fragen sucht und findet. Dieselbe Neugier erwacht durch stundenlange Gespräche auch bei seinen ausländischen Angehörigen. Auch die Cousins und Cousinen beginnen sich für das Leben ihrer emigrierten Großeltern und deren Gründe zu interessieren, wozu es vorher keinen Anlass gegeben hatte. Unerwartet wird sich Maxim Leo einer bisher unbekannten familiären Zusammengehörigkeit bewusst. Er entdeckt Eigenarten an den anderen, die er bislang nur an sich allein kannte. Und seine Cousins und Cousinen im europäischen Ausland und in Übersee beginnen eine mentale Verbindung zu Deutschland zu spüren. „Ich frage mich, ob es so eine Art Familiengedächtnis gibt, etwas, das uns hält und den Weg weist, das uns tröstet und mahnt.“ Alle zieht es irgendwann und irgendwie zurück nach Berlin, in die Stadt ihrer Vorfahren, „wo wir zuhause sind“, die die ausländischen Enkel heute aber mit ganz anderen Augen sehen, entdecken und erfahren, als ihre deutschen Großeltern zum Zeitpunkt ihrer Emigration.
Maxim Leos Familiengeschichte ist nicht nur spannend, offen und ehrlich geschrieben, sondern zudem historisch interessant: Wir erleben die Exilanten Hannah Arendt, Walter Benjamin und Klaus Mann bei ihren gemeinsamen Hausabenden mit den Leos in Paris. Wir erfahren viel über den mühseligen Aufbau des Staates Israel. Sogar der Humor kommt nicht zu kurz: Wenn zum Beispiel der alte Onkel André in London sich wegen des Brexits eher notgedrungen überlegt, doch wieder den deutschen Pass zu beantragen, und dann vom Konsulat erfährt, dass er niemals die deutsche Staatsbürgerschaft verloren hatte.

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Maxim Leo schreibt über seine große Familie die in alle Welt verstreut ist aber trotzdem auch in den nachfolgenden Generationen Heimweh nach Berlin hat. Es mutet etwas eigentümlich an wenn man das liest. Eine Familie die vor den Nazis geflohen ist und in verschiedenen Staaten unter anderem in Israel eine neue Existenz aufgebaut.Trotzdem haben die Kinder und Kindeskinder eine Beziehung zu Berlin als Heimatstadt. Dieses Gefühl in den Genen beschreibt der Autor so das man es sich vorstellen kann. Ein Cousin aus Israel sagt es sei die Leichtigkeit der Stadt, der Frieden der sie heimelig macht.
Es ist mehr ein spannendes Sachbuch Leo beschreibt eine Biografie seiner Familie und er denkt an alle verschiedenen Zweige. Dadurch kommen die Menschen dem Leser näher nicht die Verfolgung ist Hauptthema sondern was die einzelnen Personen aus ihrem Leben danach gemacht haben.
Lesenswert

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Maxim Leo "Wo wir zu Hause sind"
Erscheinungsdatum 14.02.2019, gelesen dank Netgalley als ebook (Kindle)
Genre: Zeitgeschichte, 3-Reich, Holocaust
Maxim Leo spürt den seinen Verwandten in Großbritannien und Israel nach und hinterfragt die gemeinsame Geschichte und die Zerstreuung durch die Judenverfolgung und den Holocaust.
Da ich sehr gerne und sehr viel zeitgeschichtliche Bücher gerade auch über das 3.Reich, Holocaust u.ä. lese, sprach mich die Beschreibung dieses Buches sehr stark an. Drei Zweige der Familie erforscht Maxim Leo, bzw. stellt den geografisch entfernten Verwandten zum ersten Mal tiefergehende Fragen zur eigenen Geschichte. Warum ging es in welches Land, wo waren eigene Wünsche oder Weltanschauungen Ursache, wie hat das Leben im fremden Land die Menschen verändert, was verbindet die nachfolgenden Generationen usw. sind Fragen, die sich Maxim Leo neben der Erzählung der Geschehnisse, die zu Flucht und Auswanderung führten, gestellt hat.
Für mich war dieses Buch eher ambivalent.
Der erste große Kritikpunkt: Die einzelnen Personen bleiben in vielen Facetten eher schablonenhaft und es fällt mir oft schwer mich in die einzelnen Schicksale hineinzudenken. Die Aufteilung des Buches in Kapitel, die in andere Familienteile und/oder Weltgegenden springen, war auch nicht unbedingt eine Hilfe, so dass ich stellenweise mühsam rekapitulieren musste, welcher Verwandten wir gerade folgen. Die beschriebenen Geschehnisse egal ob in Deutschland, in Israel oder England werden oft nur recht kurz angerissen und bleiben an zu vielen Stellen eher oberflächlich.
Die Grundidee des Buches gefällt mir, einzelne Szenen sind faszinierend und auch manche Personen eindrücklich geschildert. Dennoch hat mich dieses Buch in Summe nicht überzeugt.
Wäre es möglich, würde ich dem Buch 3,5 Sterne geben.
#Wowirzuhausesind #NetGalleyDE #KathrinliebtLesen #Rezension #Bookstagram

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In „Wo wir zu Hause sind“ geht Maxim Leo den Spuren seiner in aller Welt lebenden Familie nach und widmet sich darin der Geschichte einzelner Familienmitglieder, um seiner eigenen Identität näher zu kommen. Seine jüdische Herkunft ist ihm zwar bewusst, die Traditionen aber gehören nicht zum Alttag – Leo wuchs in einem sozialistisch geprägten Elternhaus in Ostberlin auf, wo jüdische Religion keine Rolle spielt.
„Wo wir zu Hause sind“ ist ein berührendes, persönliches jüdisch-deutsches Familienmemoir – für Leserinnen und Leser von „Vielleicht Esther“ von Katja Petrowskaja, „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“ von Dimitrij Kapitelmann oder „Straßen von Gestern“ von Silvia Tennenbaum. Lesenswert!

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Ein faszinierendes und eindringliches Buch! Danke an Maxim Leo und den KiWi Verlag! Ich wünsche dem Buch sehr viele Leser!!!

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Maxim Leo, findet sich eines Tages auf der jüdischen Hochzeit seines entfernten Cousins in Brandenburg wieder; doch wie hat es den dahin verschlagen? im Folgenden geht der Autor der Geschichte seiner typisch deutsch-jüdischen Familie aus dem Berlin der 20er und 30er Jahre nach. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus müssen die einzelenen Mitglieder fliehen und jeder macht das auf seine Weise - die einen gehen nach England, andere nach Frankreich in den Untergrund und wieder andere nach Palestina. Wie Maxim Leo ihr wechselhaftes Schicksal beschreibt und wie sich plötzlich Teile der Familie wieder in und um Berlin einfinden, ist einfühlsam und auch unterhaltsam beschrieben - a good read.

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Ich nutze Netgalley für einen ersten Lesedruck, dann, im besten Fall, das Buch ganz zu lesen und anschließend zu besprechen!
Nicht immer beeindrucken mich die Bücher positiv.
Dann nehme ich von einer Beurteilung Abstand.
Mein Credo ist eben #liesdichglücklich.
Ein grundsätzliches Dankeschön an den Verlag und Netgalley!

Alle positiven Besprechungen finden sich als Buchempfehlung
bei Instagram #fraumitzopf

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"Ich frage mich, ob es so eine Art Familiengedächtnis gibt, etwas, das uns hält und den Weg weist, das uns tröstet und mahnt."

Vor dem Lesen dachte ich, dass das Buch in Romanform geschrieben ist, tatsächlich ist es aber ein Tatsachenbericht. Der Autor hat eine Recherchereise u. a. nach Israel und nach England unternommen um seine überall verstreute Familie über die Zeit der Judenverfolgung in der Nazizeit zu befragen. Dabei hat er nicht nur Briefe und Tagebucheinträge als Recherchematerial genutzt, sondern auch seine noch lebenden Verwandten befragt. Obwohl der Stil sehr nüchtern gehalten ist, haben mich viele der Ereignisse sehr bewegt. Natürlich habe ich über diese Zeit schon Bücher gelesen, aber meist Romane, daher finde ich, dass ein Bericht von Menschen, die aus erster Hand darüber berichten, noch mal etwas anderes ist. Es ist als Leser sehr schwer, manche Personen bzw. deren Handeln verstehen zu können. Das ist auch gut so, denn das heißt, dass wir uns nicht in so einer Situation befinden. Ich habe die Stärke aller sehr bewundert, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass man als verfolgter Jude, der alles verloren hat, von vorne anfangen kann. Diese Leute haben meinen allerhöchsten Respekt, obwohl sie rückblickend nicht alles richtig gemacht haben.

Obwohl ich nicht so gerne Biografien lese, hat mich diese sehr bewegt. Es ist auf eine Art spannend, was sicher am Erzähltalent des Autors liegt. Das Buch beinhaltet auch noch einige Fotos von den betreffenden Personen, so dass man ein Bild davon hat, von wem der Autor spricht. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für diese schreckliche Zeit und dem Umgang damit interessiert.

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