Rezension
Rezension von
RoXXie S, Rezensent*in
Märchenhafte Fantasy ohne Biss – warum mich die preisgekrönte Dornenhecke enttäuscht hat
Dornenhecke von T. Kingfisher hat 2024 den Hugo Award für die Beste Novelle gewonnen – ein wahrlich prestigeträchtiger Preis, der bei mir automatisch hohe Erwartungen geweckt hat. Leider muss ich sagen, dass ich mich dieser Begeisterung nicht anschließen kann. Für mich war diese knapp 150-seitige Geschichte eher eine Enttäuschung, und das aus mehreren Gründen.
Dornenhecke ♦ T. Kingfisher—Eine Rezension
Meinung
Bevor ich ein Buch kaufe oder anfrage, informiere ich mich fast immer auf Goodreads, vor allem über Genre-Einstufung und inhaltliche Richtung. Dornenhecke wird dort u. a. als Fantasy mit Horrorelementen geführt – und genau hier begann mein erstes Problem: Ich habe auf den angekündigten Horror vergeblich gewartet. Weder Atmosphäre noch Handlung enthielten etwas, das auch nur ansatzweise als gruselig, bedrohlich oder unheimlich gelten könnte. Stattdessen fühlte sich die Novelle über weite Strecken wie eine märchenhafte Fantasygeschichte ohne besondere Tiefe an. Das wäre nicht tragisch – wenn ich nicht etwas völlig anderes erwartet hätte.
Ein Hauptgrund für meine Ernüchterung war allerdings der Schreibstil. Er wirkte auf mich eher kindlich, fast schon wie ein Kinderbuch erzählt, und passte so gar nicht zur Alterskategorie „Adult“, unter der das Buch vermarktet wird. Das mag in Teilen an der Übersetzung von Elena Helfrecht liegen – das englische Original habe ich nicht gelesen, also kann ich nicht beurteilen, ob der Ton dort anders ist. Doch selbst wenn die Übersetzung stilistisch getroffen sein sollte, empfand ich die Sprache als simplifiziert und dadurch emotional distanziert. Ich hatte nie das Gefühl, wirklich in der Geschichte zu sein.
Die Hauptfigur Krötling hat zwar ein naives, liebenswert skurriles Wesen, und in gewisser Weise passt der Stil zu ihrer kindlich-unschuldigen Sicht auf die Welt. Trotzdem konnte ich keine emotionale Bindung zu ihr aufbauen, und das Gleiche gilt für den Ritter, dessen ständiges Pflichtbewusstsein eher nervig wirkte als heroisch. Insgesamt fehlte mir in der Geschichte jegliche Form von emotionalem Tiefgang – dabei hätte das Thema durchaus Potenzial dafür gehabt.
Fazit
Die Handlung plätschert vor sich hin, ohne echte Spannung, ohne Überraschungen, ohne innere Konflikte. Vieles wirkt eher wie ein Konzept als wie eine ausgereifte Erzählung. Gerade weil das Buch so einen hochrangigen Preis gewonnen hat, bleibt bei mir vor allem die Frage zurück: Was hat die Jury darin gesehen, das ich nicht sehen konnte?
Unterm Strich ist Dornenhecke für mich eine nette, aber unspektakuläre Novelle, die weder als Horror noch als Erwachsenenfantasy überzeugt. Potenzial war da – genutzt wurde es leider kaum.
Dornenhecke von T. Kingfisher hat 2024 den Hugo Award für die Beste Novelle gewonnen – ein wahrlich prestigeträchtiger Preis, der bei mir automatisch hohe Erwartungen geweckt hat. Leider muss ich sagen, dass ich mich dieser Begeisterung nicht anschließen kann. Für mich war diese knapp 150-seitige Geschichte eher eine Enttäuschung, und das aus mehreren Gründen.
Dornenhecke ♦ T. Kingfisher—Eine Rezension
Meinung
Bevor ich ein Buch kaufe oder anfrage, informiere ich mich fast immer auf Goodreads, vor allem über Genre-Einstufung und inhaltliche Richtung. Dornenhecke wird dort u. a. als Fantasy mit Horrorelementen geführt – und genau hier begann mein erstes Problem: Ich habe auf den angekündigten Horror vergeblich gewartet. Weder Atmosphäre noch Handlung enthielten etwas, das auch nur ansatzweise als gruselig, bedrohlich oder unheimlich gelten könnte. Stattdessen fühlte sich die Novelle über weite Strecken wie eine märchenhafte Fantasygeschichte ohne besondere Tiefe an. Das wäre nicht tragisch – wenn ich nicht etwas völlig anderes erwartet hätte.
Ein Hauptgrund für meine Ernüchterung war allerdings der Schreibstil. Er wirkte auf mich eher kindlich, fast schon wie ein Kinderbuch erzählt, und passte so gar nicht zur Alterskategorie „Adult“, unter der das Buch vermarktet wird. Das mag in Teilen an der Übersetzung von Elena Helfrecht liegen – das englische Original habe ich nicht gelesen, also kann ich nicht beurteilen, ob der Ton dort anders ist. Doch selbst wenn die Übersetzung stilistisch getroffen sein sollte, empfand ich die Sprache als simplifiziert und dadurch emotional distanziert. Ich hatte nie das Gefühl, wirklich in der Geschichte zu sein.
Die Hauptfigur Krötling hat zwar ein naives, liebenswert skurriles Wesen, und in gewisser Weise passt der Stil zu ihrer kindlich-unschuldigen Sicht auf die Welt. Trotzdem konnte ich keine emotionale Bindung zu ihr aufbauen, und das Gleiche gilt für den Ritter, dessen ständiges Pflichtbewusstsein eher nervig wirkte als heroisch. Insgesamt fehlte mir in der Geschichte jegliche Form von emotionalem Tiefgang – dabei hätte das Thema durchaus Potenzial dafür gehabt.
Fazit
Die Handlung plätschert vor sich hin, ohne echte Spannung, ohne Überraschungen, ohne innere Konflikte. Vieles wirkt eher wie ein Konzept als wie eine ausgereifte Erzählung. Gerade weil das Buch so einen hochrangigen Preis gewonnen hat, bleibt bei mir vor allem die Frage zurück: Was hat die Jury darin gesehen, das ich nicht sehen konnte?
Unterm Strich ist Dornenhecke für mich eine nette, aber unspektakuläre Novelle, die weder als Horror noch als Erwachsenenfantasy überzeugt. Potenzial war da – genutzt wurde es leider kaum.