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Alligator und andere Storys
mit Jan Karsten (Übersetzer*in)
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Erscheinungstermin 22.09.2026 | Archivierungsdatum N/A
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Zum Inhalt
Drei Jungen spielen in einem heißen Sommer die Entführung eines Kindes nach, bis aus Spiel Ernst wird. Eine junge Frau wäscht den Körper ihres toten Bruders. Ein junger arabischstämmiger Amerikaner erlebt den 11. September in einem Callcenter zwischen Routinen und wachsender Angst.
Dima Alzayat erzählt präzise, körperlich und immer wieder mit trockenem Humor. Sie bleibt nah an ihren Figuren: an ihren Gesten und Blicken, ihren Beziehungen und an dem, was zwischen ihnen unausgesprochen bleibt. Aus unscheinbaren Situationen entwickelt sie eine Spannung, die sich immer weiter verdichtet.
Alzayats Figuren leben in den USA, ihre Familiengeschichten wurzeln anderswo. Die Geschichten handeln von Eltern und Kindern, Geschwistern und Liebenden, von Begehren und Verlust, von Migration, Zugehörigkeit und einer Vergangenheit, die über Generationen fortwirkt.
Das Kraftzentrum des Bandes ist die Titelgeschichte »Alligator«. Alzayat montiert historische Quellen und eine über Generationen erzählte syrisch-amerikanische Familiengeschichte zu einer vielstimmigen Gegengeschichte Amerikas. Ausgehend vom Lynchmord an George und Nancy Romey im Florida des Jahres 1929 fragt sie, wer als Amerikaner gelten darf, wer aus der Geschichte verschwindet und welchen Preis das Dazugehören hat.
»Alzayats Geschichten kreisen um Macht und Politik, doch in ihrem Mittelpunkt stehen die Menschen: ihre Beziehungen, ihre Vergangenheit, ihr Zuhause.« Mslexia
Drei Jungen spielen in einem heißen Sommer...
Vorab-Besprechungen
»Originalität trifft auf erzählerisches Können – Dima Alzayat hat einen frischen, unverwechselbaren Blick auf die Welt.« Anne Enright
»Wie die besten Collagekünstler zerlegt Alzayat die gängige Version der amerikanischen Geschichte und setzt sie zu etwas völlig Neuem und Verblüffendem zusammen.«
»Alzayat zeigt uns Umstände, die unsere eigenen sein könnten – und lässt sie uns durch die Augen anderer sehen.« Sunday Times
»Originalität trifft auf erzählerisches Können – Dima Alzayat hat einen frischen, unverwechselbaren Blick auf die Welt.« Anne Enright
»Wie die besten Collagekünstler zerlegt Alzayat die gängige...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783959881920 |
| PREIS | 24,00 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 1 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Wer gehört dazu und wer wird vergessen?
Neun Geschichten, neun unterschiedliche Lebenswelten und doch hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass sie miteinander verbunden sind. Es geht um Familie und Herkunft, um Migration, Verlust und die Frage, was es eigentlich bedeutet, irgendwo dazuzugehören. Dima Alzayat erzählt von arabisch-amerikanischen Erfahrungen, ohne ihre Figuren darauf zu reduzieren. Da sind Kinder, Geschwister, Eltern und Liebende, Menschen mit ganz alltäglichen Sorgen, bis plötzlich etwas geschieht, das den Blick auf ihr Leben verändert. Besonders eindringlich fand ich die Geschichte des jungen arabischstämmigen Amerikaners, der den 11. September erlebt und spürt, wie sich seine Umgebung und damit auch seine eigene Position darin verändert. Nicht jede Geschichte hat mich gleichermaßen erreicht, aber einige sind mir sehr nahegegangen. Alzayat schreibt dabei erstaunlich nüchtern. Gerade weil sie vieles nicht erklärt oder emotional ausdeutet, wirken manche Szenen umso länger nach. Am stärksten fand ich die Titelgeschichte. Der Blick auf den Lynchmord an George und Nancy Romey im Jahr 1929 und die Verbindung mit einer syrisch-amerikanischen Familiengeschichte haben bei mir viele Fragen hinterlassen: Wer darf sich selbstverständlich als Teil eines Landes fühlen? An wen wird erinnert? Und wer verschwindet irgendwann aus der gemeinsamen Geschichte? Für mich liegt genau darin die Stärke dieser Sammlung. Sie zeigt ein Amerika, das vielfältiger und widersprüchlicher ist als das Bild, das wir häufig davon haben. Manche Geschichten enden, aber ihre Fragen bleiben. Und vielleicht ist es gerade das, was gute Kurzgeschichten können: auf wenigen Seiten eine Tür öffnen, durch die man anschließend anders auf die Welt schaut.