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Buchcover für Erde und Sonne angreifen

Erde und Sonne angreifen

Roman

mit Laura Strack (Übersetzer*in)

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Erscheinungstermin 30.07.2026 | Archivierungsdatum N/A


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Zum Inhalt

Mit der Aussicht auf das Paradies und dem Versprechen, die Regierung der Französischen Republik werde über sie wachen wie eine Mutter über ihre Kinder, macht sich Séraphine mit ihrer Familie Mitte des 19. Jahrhunderts auf nach Algerien, in die »barbarischen Gefilde«. Doch was sie dort erwartet, sind ein Land, das sich ihnen mit aller Kraft widersetzt, und Plagen von biblischem Ausmaß – sintflutartige Regenfälle, Hitze, Cholera und allerorts Gewaltexzesse, über die nach fünfzehn Jahren Eroberungsfeldzug kein Soldat mehr buchhalten kann. Aufgepeitscht von permanenter Propaganda und Hassrede findet der Krieg der französischen Armee seinen Ausdruck nur mehr in sinnlosen Plünderungen, Morden und Massakern, im fanatischen Blutrausch wider Erde und Sonne.

Atemlos und mit faulknerscher Wucht entfaltet sich in Mathieu Belezis gefeiertem Roman  Erde und Sonne angreifen das Panorama der Hölle der Kolonialisierung. Dort, aus den Verzweiflungsschreien der Kolonisten, dem Propagandalärm und dem Gebrüll der Soldaten, schält sich ein Klagegesang von universeller Brillanz.

Mit der Aussicht auf das Paradies und dem Versprechen, die Regierung der Französischen Republik werde über sie wachen wie eine Mutter über ihre Kinder, macht sich Séraphine mit ihrer Familie Mitte...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783751810692
PREIS 24,00 € (EUR)
SEITEN 180

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

3 stars
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In "Erde und Sonne angreifen" widmet sich Mathieu Belezi der blutigen Kolonialgeschichte Frankreichs im Algerien des 19. Jahrhunderts. Prägnant und bildgewaltig vermag er die Gräueltaten der Soldaten aber auch die naive, selbstgerechte Komplizenschaft der Siedler aus der französischen Republik darzustellen. Dabei bedient er sich zweier Sichtweisen: einerseits der Sicht der größtenteils gesichts- und namensloser Soldaten, die unter der Führung des Kommandanten algerische Muslime attackieren, enthaupten, ihre Frauen vergewaltigen und im Laufe dessen jedwede Menschlichkeit einbüßen, und andererseits nutzt er die Sicht von Séraphine, die das hoffnungsvolle Naivité der Siedler:innen jener Zeit verkörpert.

Mit seinem stream-of-consciousness Schreibstil gelingt es Belezi ausgezeichnet, den Leser zwischen die Zeilen in einen Erzählsog zu ziehen, der lediglich davon gebrochen wird, dass die Inhalte, die Tötungen, Vergewaltigungen und bestialischen Morde einen zu recht aufwühlen. Es ist eine unbequeme Erzählung, gerade weil man so nahe an den Gräueltaten und den Stimmen der Täter dran ist. Dieser Stil hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Darstellung der Naivität der Siedler, deren schmerzhafte Selbstgerechtigkeit, die sie (zumindest wird es so dargestellt) glauben ließ, sie hätten ein Recht darauf, sich in Algerien niederzulassen, Land zu stehlen und es zu bewirtschaften, ebenso wie die einheimische Bevölkerung gewaltsam zu vertreiben, zu ermorden und zu unterjochen. Diesen Punkt bringt Belezi hervorragend herüber und beleuchtet dadurch dieses Kapitel blutiger Kolonialisierungsgeschichte Frankreichs.

Eine Sache fehlt dabei jedoch spürbar: die Sicht der Algerier selbst. Diese hat in dieser Gewaltfantasie keinen Platz vom Autor zugewiesen bekommen. "Die Araber" bleiben gesichtslos, namenlos, stimmlos; das Werk selbst entmündigt sie und macht sie mundtot. Stattdessen suggeriert die Erzählweise, dass man mit den naiven Siedlern Empathie empfinden müsse, was mich beim Lesen ehrlicherweise hat stutzen lassen. Die Aufarbeitungsarbeit, die hier geleistet wird, ist einseitig und dadurch makelhaft. Um zu verstehen, welch grausame Opfer die Kolonialisierung erfordert hat und auch weiterhin erfordert, lohnt sich dieses Buch in meinen Augen nicht. Es ist ein Spektakel, und es wühlt auf, ja, aber es vermenschlicht auch die falsche Seite der Kolonialisierung (die der Siedler), anstatt die tatsächlichen Opfer, die kolonialisierte Bevölkerung Algeriens.

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Ein tolles,,wenn auch durch sein̈e Realität erschütterndes und grausames Buch über den Algerienkrieg und die Kolonisten im 19. Jahrhundert. Titel und Cover sind zu harmlos für das,was den Leser erwartet. Abwechselnd wird aus der Sicht eines Soldaten und einer Kolonistenfrau gesehen, zwei dichte, drängenden Monologe, in denen die Emotionen plastisch werden. Ich finde, das sollte für Politiker Pflichtlektüre werden

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