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Buchcover für Feuer

Feuer

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Erscheinungstermin 05.08.2026 | Archivierungsdatum 23.12.2026


Zum Inhalt

Ein weiblicher Widerstandsroman, diese Geschichte einer starken Frau als Metapher für das 20. Jahrhundert und die gesellschaftlichen Prozesse jener Zeit.
Aleš Štegers neuer Roman erzählt die Geschichte einer beeindruckenden Partisanin vor dem Hintergrund der jugoslawischen Geschichte, die mit den traditionellen Geschlechterrollen und Zuschreibungen bricht.

1923 geboren, tritt Zora den Partisanen bei, um sich dem Nationalsozialismus entgegenzustellen – und genau diese kämpfende Haltung wird sie ihr ganzes Leben beibehalten müssen
Während Zora gegen ihre Traumata aus dem Krieg ankämpft, gegen die Ablehnung ihrer streng katholischen Familie, gegen die Zurückweisung in Slowenien nach ihrer Rückkehr aus Belgrad, ist sie zugleich Zeugin der Veränderungen in der kommunistischen Bewegung über Generationen hinweg und erlebt immer wieder, was Umbrüche und Neuanfänge aufbauen, was sie aber auch zerstören, was sie in Feuer und Asche überführen.
»Feuer« zeigt den Verfall der Geschichte, Aufstieg und Fall von Titos Jugoslawien, die inneren Paradoxien, Widersprüche und das tragische Scheitern eines der größten sozialen und politischen Experimente im Europa des 20. Jahrhunderts. Es ist ein weiblicher Roman, ein Widerstandsroman, ein Roman einer Revolution, die am Ende ihre eigenen Kinder frisst.

Ein weiblicher Widerstandsroman, diese Geschichte einer starken Frau als Metapher für das 20. Jahrhundert und die gesellschaftlichen Prozesse jener Zeit.
Aleš Štegers neuer Roman erzählt die...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783835361447
PREIS 24,00 € (EUR)
SEITEN 218

Auf NetGalley verfügbar

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Roman nach Motiven aus dem Leben der Štefka Cobelj

Der bedeutende slowenische Autor Aleš Šteger schreibt in seinem Roman Feuer über das Leben einer Frau.
Die Kindheit mit einem tyrannischen Vater und einer schwachen Mutter zwingt sie dazu, innere Stärke zu entwickeln. Mit 17 wird sie von Partisanen aufgenommen, Zora genannt und sie übernimmt 1942 die Versorgung des organisierten Widerstands gegen die Besatzer. Nach dem Krieg wird sie Mitglied der kommunistischen Partei, geht schließlich nach Belgrad. Der Autor folgt ihrem Lebensweg.

Aleš Štegers Stil ist konzentriert und intensiv. Unbedingt lesenswert!

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Dieser Roman des slowenischen Autors Aleš Šteger erzählt an Hand des Lebens seiner Protagonistin Zora die Geschichte Jugoslawiens.

Zunächst beschreibt der Autor die Kindheit der noch namenlosen Protagonistin, die in eine kinderreiche Krämer-Familie hineingeboren wird. Der Vater, ein Tyrann, unterdrückt nicht nur die Mutter sondern verlangt auch von den Kindern absoluten Gehorsam. Das Mädchen geht, im Gegensatz zu den Brüdern gerne in die Schule, wird aber zu einem entfernten Verwandten in die Lehre geschickt und kommt dort mit den Partisanen, die sich gegen die deutsche Wehrmacht wehren, in Kontakt. Mit 17 Jahren wird sie von ihnen aufgenommen und wir erfahren erstmals einen Namen, Zora. Dieser Nom de Guerre wird ihr durch den ganzen Roman bleiben und gibt ihr eine Persönlichkeit.
Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Kommunisten in Jugoslawien die Macht an sich reißen, werden alle Geschäftsinhaber, darunter auch Zoras Vater, enteignet.

Zora hingegen kann sich endlich ihren Traum vom Lernen erfüllen. Sie wird Mitglied der kommunistischen Partei und zunächst sieht es so aus, als ob sie eine glanzvolle Zukunft vor sich hätte. Doch recht bald wird sie, vor allem wegen ihrem als unweiblich angesehenen Ehrgeiz und ihrer slowenischen Herkunft, im von Serben dominierten Jugoslawien scheel angesehen. Nach ihrer Rückkehr in ihren Heimatsort Putj in der Teilrepublik Slowenien, schlägt ihr ein rauer Wind entgegen. Vergessen ist ihre Zugehörigkeit bei den Partisanen. Nun verübelt man ihr, dass sie unter dem Regime von Josip Broz, genannt Tito, Karriere gemacht hat. Eine beispiellose Diffamierungskampagne beginnt, der bis über ihren Tod hinaus anhält.

Meine Meinung:

Dieser Roman, der auf dem Leben der slowenischen Ethnologin Štefka Cobelj (1923-1989) basiert, ist nicht einfach zu lesen. Warum?

Zum einen kommt der slowenische Autor Aleš Šteger ohne direkte Rede aus und zum anderen ist die Kenntnis der Geschichte Sloweniens notwendig. Als Österreicherin mit Kärntner Wurzeln bin ich immer wieder mit der Geschichte Jugoslawien konfrontiert worden.

Hier ein kurzer Abriss:

Zunächst als Untersteiermark/Stajerksa Teil von Österreich-Ungarn wird Slowenien nach 1918 gemeinsam mit Kroatien und Serbien zum Königreich Jugoslawien bis es 1941 von den Achsenmächten (Deutschland und Italien) zum Beitritt des Bündnis gezwungen wird. Der darauffolgende Putsch der Bündnisgegner löst die Besetzung durch NS-Deutschland und Auflösung des Königreiches aus. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird die „Föderative Republik Jugoslawien“ (1945-1963) gegründet, die ab 1963 „Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien“ bis zu ihrem Zerfall 1992 Bestand haben wird. Die sechs Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Serbien und Mazedonien werden durch die eiserne Faust von Marschall Tito zusammengehalten. Nach dessen Tod 1980 übernimmt eine Präsidialregierung die Agenden, deren Vertreter sich bei den wenigsten Themen einigen können. Es folgen 1991 in jeder der Teilrepubliken (ausgenommen Serbien) ein Referendum über die Eigenstaatlichkeit.. Die Bestrebungen nach Auflösung mündet in die Jugoslawienkriege, die von 1991 bis 2001 Europa erschüttert haben.

Zurück zum Roman - Aleš Štegers Schreibstil ist konzentriert und intensiv. Der Roman ist keine Lektüre für zwischendurch. Er zeigt, dass Verdienst der Vergangenheit selten in Gegenwart oder Zukunft zählen. Gerade in den Konflikten der Teilrepubliken Serbien und Slowenien spielen Neid und Missgunst sowie politisches Misstrauen und Stigmatisierung der gesellschaftlichen Klassen eine große Rolle. Letztendlich gerät Zora zwischen alle Stühle.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem durchaus politischen Roman 5 Sterne.

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