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Unwucht
Roman | «Die Sprache von Sarah Elena Müller ist ganz ausserordentlich, ich freue mich auf alle weiteren Lektüren dieser wunderbaren Autorin.» Lukas Bärfuss
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Erscheinungstermin 20.08.2026 | Archivierungsdatum N/A
Limmat Verlag | Limmat
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Zum Inhalt
Alice wartet. Sie wartet auf Rio, einen Anruf, eine Erklärung, wo er ist, mal geht sie ihn suchen, mal setzt sie sich in ihr rostiges Auto, um selbst zu verschwinden. Das Kunststudium, in dem sie...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783039261093 |
| PREIS | 28,00 € (EUR) |
| SEITEN | 336 |
Auf NetGalley verfügbar
Durchschnittliche Bewertung von 1 Mitgliedern
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Dieser Roman hat mich schnell in den Bann gezogen, weil er eine Liebe erzählt, die gleichzeitig zerstörerisch, zärtlich und völlig haltlos ist. Alice wartet auf Rio, auf einen Anruf, auf irgendein Zeichen, das ihr erklärt, warum sie bleibt, obwohl alles dagegenspricht. Diese Warteschleife ihres Lebens ist bedrückend und doch unglaublich eindringlich. Man spürt die Müdigkeit, die Hoffnung, die Selbsttäuschung. Rio dagegen taumelt durch ein Leben aus Drogen, Deals und ständig neuen Abstürzen. Die beiden hängen aneinander wie zwei Menschen, die wissen, dass sie sich nicht guttun, aber nicht loslassen können. Besonders stark ist die Atmosphäre, Bruchbuden, Raves, Gefängnis, Sozialamt, Alice versucht mit ihrem rostigen Fiat und ein paar unfertigen Liedern eine Fassade zu verteidigen, die längst bröckelt. Erst als Freundinnen eingreifen, wird eine Wende möglich. Doch der Roman bleibt nicht in der Vergangenheit stehen. Sieben Jahre später sucht Alice Rio erneut auf, um ihre Geschichte zu verstehen und genau hier wird das Buch noch spannender. Die Erinnerung ist unzuverlässig, Rio widerspricht, Alice erfindet, um zu erklären, was sich nicht erklären lässt. Das Spiel zwischen Wahrheit und Erzählung, zwischen Macht und Ohnmacht des Erinnerns, macht den Roman aussergewöhnlich. Für mich ist es ein leicht erzähltes, aber tief bewegendes Buch über eine heillose Liebe, über Selbstverlust und darüber, wie schwer es ist, die eigene Geschichte wirklich zu begreifen.