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Buchcover für Der Fall Ebby Freeman

Der Fall Ebby Freeman

Roman

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Erscheinungstermin 24.06.2026 | Archivierungsdatum 23.08.2026


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Zum Inhalt

Eine geplatzte Hochzeit, ein großer Schicksalsschlag und ein unverhofftes Wiedersehen

Der Krug zerbrach an dem Tag, an dem ihr Bruder ermordet wurde. Der Krug, der ihre Familie seit Generationen begleitete und dessen Geschichte sie im Schlaf aufsagen könnte. 

Auch fast 20 Jahre später gleicht das Leben von Ebby Freeman Bruchstücken, die sich einfach nicht zusammenfügen wollen. Nur ein Jahr nachdem sie am Tag ihrer Hochzeit verlassen wurde, trifft sie, mitten in Frankreich, auf ihren früheren Verlobten Henry und dessen neue Freundin. Dabei sollte ihre dreimonatige Auszeit auf dem französischen Land sie endlich von der Schwere ihrer Vergangenheit befreien. Sie wollte eine Pause von den Erwartungen ihrer Eltern und von all den Blicken, die sie nicht erst seit der geplatzten Hochzeit oder dem unaufgeklärten Mord verfolgen – sondern schon seit ihrer Geburt, als Tochter der einzigen Schwarzen Familie in einer der wohlhabendsten Nachbarschaften Connecticuts.

Durch die unverhoffte Begegnung ganz direkt mit ihren Schicksalschlägen konfrontiert, muss Ebby sich nun doch den Fragen ihrer Vergangenheit stellen. Die Suche nach Antworten führt sie zu eben jenem Krug, der nicht nur die Geschichte ihrer Familie birgt, sondern vielleicht auch die Befreiung aus ihrem eigenen Schicksal.

Eine große Schwarze Familiengeschichte,  

  • von der Autorin des jüngst von Oprah Winfrey als Serie adaptierten Romans Black Cake
  • ein Einblick in ein wenig besprochenes Kapitel der US-amerikanischen Sklavengeschichte
  • fast-paced, perspektivenreich und bemerkenswert gut recherchiert.     

Eine geplatzte Hochzeit, ein großer Schicksalsschlag und ein unverhofftes Wiedersehen

Der Krug zerbrach an dem Tag, an dem ihr Bruder ermordet wurde. Der Krug, der ihre Familie seit Generationen...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783758700446
PREIS 20,00 € (EUR)
SEITEN 416

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

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Ebby/Ebony Freeman war die Tochter „der Freemans“, einer Familie ungewöhnlich gebildeter und erfolgreicher Schwarzer mit Vorfahren, die für ihre Besitzer als Töpfer arbeiteten und als Arbeitskräfte verliehen wurden. Die Frauen der Freeman-Sippe sind Akademikerinnen, Ebbys Großmutter ist eine der ersten Schwarzen Ärztinnen, ihre Mutter arbeitet als Anwältin, ihr Vater besitzt als Ingenieur Patente mehrerer einträglicher Erfindungen. Als 1990 die Eheschließung zwischen Ebby und dem Weißen Henry Pepper angekündigt wird, blüht missgünstiger Tratsch neu auf, wie sich „die Freemans“ ein Haus in einem weißen Viertel leisten können und dazu noch ihren Lebensstil. Die Familie Freeman ist ebenfalls bekannt für den tragischen Tod ihres Sohns Baz/Basil, den mit 15 Jahren Einbrecher erschossen, die nie gefasst wurden. Ebby hat nicht aufgehört, sich Vorwürfe zu machen, dass sie als Zehnjährige ihren Bruder nicht retten konnte. Eine Schwarze Familie müsse doch Mitschuld an einem Schicksalsschlag haben, raunt man sich zu, dreist ignorierend, dass Armut und Gewalt kein Schicksal sind, sondern strukturelle Ursachen haben. Als Ebby und die gemeinsamen Gäste am Tag der Hochzeit von Henry und seinen Eltern ohne Erklärung sitzen gelassen werden, brechen fast 20 Jahre nach der Tat das Trauma ihrer Kindheit und auch die Last, stets fleißig und fehlerlos sein zu müssen, über Ebby zusammen. Sie nutzt die Gelegenheit, in Frankreich Mieter des Ferienhauses ihrer besten Freundin zu betreuen. - Die anreisenden Mieter sind Henry Pepper und seine neue Partnerin.

Aus der Handlung in der unmittelbaren Gegenwart führen Rückblenden in die Familiengeschichte der Freemans, die auf Ebbys Tante Kandia zurückgeht, die 1803 schwanger an Bord eines Schiffes in die USA kommt, ihren Sohn Moses zur Welt bringt und für eine Schwarze Töpferfamilie arbeitet. Moses verstößt gegen das Verbot im 19. Jahrhunderts, als Schwarzer Lesen und Schreiben zu lernen, und signiert seine tönernen Vorratskrüge. Einen der letzten Krüge dieser Art aus dem Ton der Region besaßen die Freemans, nannten ihn „Mo“ – und ausgerechnet dieser Krug wurde bei dem Überfall zerstört, der Baz das Leben kostete.
In Frankreich setzt Ebby ihr Projekt fort, die bisher bei Freemans nur erzählte Geschichte über „Mo“ und seine Rolle während der Befreiung von Sklaverei aufzuschreiben. Als historisches Zeugnis Schwarzer Kultur ist der Krug nicht nur Basis der Identität der Famlie, sondern hat inzwischen längst einen hohen materiellen Wert. Ebby fragt sich, wer von „Mo“ überhaupt wusste, welche Ziele die Einbrecher verfolgten – und ich fragte mich, welches Motiv Täter gehabt haben könnten, den einzigen Sohn eines prominenten wie erfolgreichen Erfinders zu töten. Warum war zu Baz Tod nicht weiter ermittelt worden?

Fazit
Charmaine Wilkerson jongliert in kurzen, nicht linear erzählten Episoden zwischen Ebbys töpfernden Ahnen, die freigekauft, aber nie ganz frei waren, Willis, der sich später Edward Freeman nennen wird, und dem geheimnisvollen Krug „Mo“. Wie schon in ihrem Roman „Black Cake“ wirkt auch in „Der Fall Ebby Freeman“ die Themenvielfalt herausfordernd. Es geht um die gebildete Schwarze Oberschicht und den Druck, den sie auf ihre Kinder ausübt, Frauenbildung, Status, den Skandal einer Mischehe, das Töpfer-Handwerk, die konspirative „Underground Railroad“ für ehemalige Sklaven, um Schwarze Piloten und Seeleute, – und um das, was es Henry unmöglich machte, Ebby die Gründe für sein Verhalten zu erklären. Auch wenn amerikanisches Pathos nicht zu übersehen ist und Ebbys Selbstfindung sich am Ende etwas hinzieht, habe ich die spannende Familiengeschichte eines fiktiven Töpferclans begeistert gelesen.

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Ein literarisches Puzzle ist dieses Buch. In düsteren aber warmen Farben.
Eins der Puzzle-Teile ist die Ermordung des fünfzehnjährigen Baz Freeman. Sie ist zwanzig Jahre her und seine Schwester Ebby hat den Überfall als Zehnjährige miterlebt. Er verfolgt sie bis heute. Dunkel ist dieser Teil, voller Verzweiflung. Aber auch voller Liebe und Erinnerung. Voller Trauer, die einen Kokon um Ebby spinnt, die in ihr festsitzt wie in dem riesigen Tonkrug, der bei dem Raub zersprang.
Denn die Geschichte der Afroamerikaner, ihre Reisen in die Sklaverei, ihre Selbstermächtigung und Freiheit und der Reichtum der Familie Freeman Gründen auf diesen Krug, den ein Vorfahr herstellte. Dieses Puzzleteil schimmert bunt und riecht nach Lehm.
Und da ist auch der Teil der geplatzten Hochzeit. Die komplizierte Liebesgeschichte zwischen Schwarz und Weiß, Henry und Ebby. Dieser Teil blitzt hin und wieder glücklich auf, doch das sind die Rückblenden, denn Ebby erhält keine Erklärung dafür, dass sie wieder einmal allein zurückbleibt und flüchtet nach Frankreich.

Kunstvoll setzt die Autorin diese Geschichten zusammen, die mit dem Trauma der Familie Freeman das Generationenübergreifende Trauma der Schwarzen darstellt.
„Die Menschen sahen die Haut, nicht die Geschichte“.
Der Krug Old Mo wird geklebt. Beschädigt überdauert er, ebenso wie Ebby und andere Schwarze Amerikaner. Er ist Teil der Geschichte Amerikas.
„Das schien ihm das eigentliche Wunder des Lebens zu sein. Nicht geboren zu werden, sondern durchzuhalten, was immer auch geschah.“

Ein hochwertiger literarischer Mix aus Familiengeschichte, Krimi und Lovestory, ein gelungenes Patchwork, ein kunstvoll geflickter Krug, der so viele wunderbare Szenen enthält, die sich niemand entgehen lassen sollte.

Aus dem Amerikanischen von Britt Somann-Jung, Fischer 2026

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