Ins fahle Herz des Sommers
Roman. Ein Roman, der nachdenklich macht: Was, wenn die Zukunft schon begonnen hat - nur ohne uns?
von Andreas Eschbach
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Erscheinungstermin 27.04.2026 | Archivierungsdatum 30.04.2026
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Zum Inhalt
Was, wenn die Zukunft längst begonnen hat - nur ohne uns?
Seit Jahren brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Die Hitze ist unerträglich, der Süden unbewohnbar, der Staat nur noch Fassade. Wer es sich leisten konnte, ist rechtzeitig nach Nordschottland, Grönland, Kanada oder Sibirien gezogen. Nur wenige Menschen sind in ihrer Heimat geblieben. Fausto ist einer von ihnen. In einem weitgehend aufgegebenen Dorf kämpfen er und einige wenige Nachbarn ums Überleben. Der Alltag ist hart und wenig abwechslungsreich. Bis eines Tages eine schöne, schweigsame junge Frau auftaucht, der die Hitze beneidenswert wenig auszumachen scheint. Fausto verliebt sich und schöpft Hoffnung. Er ahnt nicht, welch unerhörtes Geheimnis mit Valérie verbunden ist ...
Ein eindringlicher Roman um ein hochaktuelles Thema und ein beklemmendes Gedankenexperiment
Was, wenn die Zukunft längst begonnen hat - nur ohne uns?
Seit Jahren brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Die Hitze ist unerträglich, der Süden unbewohnbar, der Staat nur noch Fassade. Wer es...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783757702007 |
| PREIS | 22,00 € (EUR) |
| SEITEN | 240 |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Nele R, Rezensent*in
Ein Buch von Eschbach und die Aussenweld ist vergessen. Eine spannende und erschreckende Geschichte, die hoffentlich nicht wahr wird.
Der Roman hat mich nachhaltig beeindruckt. Aus einer kargen, fast apokalyptischen Prämisse entwickelt Andreas Eschbach ein dichtes, zutiefst menschliches Drama. Seit Jahren brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Die Hitze ist unerträglich, der Süden unbewohnbar, der Staat nur noch Fassade. Wer es sich leisten konnte, ist rechtzeitig nach Nordschottland, Grönland, Kanada oder Sibirien gezogen. Nur wenige Menschen sind in ihrer Heimat geblieben. Fausto ist eine glaubwürdige, unaufgeregte Figur, sein Alltag im halbverlassenen Dorf, die knappen Ressourcen, die routinierten Handgriffe geben dem Text eine erdige Authentizität. Die Ankunft von Valérie bringt nicht nur Hoffnung, sondern auch eine unterschwellige Bedrohung, die das Erzähltempo klug anheizt. Die Beziehung zwischen Fausto und Valérie wird nie überzeichnet, sie wächst in kleinen Gesten, Blicken und der gemeinsamen Arbeit am Überleben. Gleichzeitig bleibt das grosse Thema präsent. Klimakatastrophe, soziale Verwerfungen, die Frage nach Verantwortung, ohne in belehrenden Ton zu verfallen. Meiner Meinung nach ein eindringlicher, klug komponierter Roman, der ein aktuelles Thema in eine berührende, menschliche Geschichte übersetzt. Für Leser, die literarische Dystopien mit psychologischer Tiefe und leiser Hoffnung schätzen, ist dieses Buch sehr empfehlenswert.
Rezensent*in 348518
Kein erhobener Zeigefinger!
Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach, erschienen im Lübbe Verlag am 27. April 2026.
Fausto lebt in einer Zukunft, in der der Klimawandel sein heißes Gesicht zeigt. Ausser einer alten Frau und dem örtlichen Pfarrer und einer Bauernfamilie, die aber für sich lebt, haben die Bewohner den Ort und die erreichbaren Orte rundum verlassen. Fausto durchsucht die verlassenen Hütten nach Nahrung und nutzbaren Gegenständen. Der Süden ist unbewohnbar, der Norden nimmt niemanden mehr auf. Es geht ums nackte Überleben in der nicht endend wollenden Hitze. Ohne Jahreszeiten. Ohne Hoffnung. Dann taucht Valérie auf, die nicht wirklich weiß, woher sie kommt. Ihr scheint die enorme Hitze nichts auszumachen und Fausto schwebt im siebten Himmel, als sie bei ihm einzieht. Dann tauchen plötzlich Fremde im Dorf auf. Behaupten, die Frau gehöre zu ihnen.
Der Autor lässt eine Welt entstehen, die vor Hitze glüht. Kein Regen, keine Jahreszeiten. Ein großer Teil der Menschen wurden durch eine Pandemie getötet und nun geht es nur noch darum, wer sich die Ressourcen unter den Nagel reißt und überlebt.
Andreas Eschbach schreibt ohne Schuldzuweisungen. Der erhobene Zeigefinger bleibt unten. Dadurch schafft sein Roman eine Atmosphäre des unausweichlichen, düsteren, einsamen und die Zukunft scheint bedrückend.
Die Charakterbildung ist gut und ausreichend bei den Charakteren, die wenig eigene Handlung haben.
Gerade weil der Autor keine Anklage gegen uns erhebt, ist dieses Buch ein solcher Schlag ins Gesicht jedes Menschen, der sich selbst fragt, ob er genug macht, um genau dieses Szenario zu verhindern. Sehr gut gemacht. Klare Kaufempfehlung.
Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach ist kein typischer Endzeitroman mit viel Action, sondern eher eine leise, ziemlich unangenehme Zukunftsvision.
Die Welt ist schon aus den Fugen geraten: extreme Hitze, viele Gegenden verlassen, staatliche Strukturen funktionieren kaum noch. Die meisten sind geflohen – nur Leute wie Fausto bleiben zurück und versuchen irgendwie, mit dem Alltag klarzukommen. Genau das nimmt viel Raum ein: Wasser besorgen, mit der Hitze umgehen, einfach durch den Tag kommen.
Das Buch ist sehr ruhig erzählt. Es passiert nicht ständig etwas, aber gerade dieses Unspektakuläre macht es so glaubwürdig. Die Welt wirkt nicht dramatisch untergegangen, sondern eher langsam kaputtgegangen – und das fühlt sich fast unheimlich real an.
Spannung kommt eher schleichend rein, vor allem durch die Begegnung mit einer Frau, die irgendwie nicht in dieses Bild passt. Ab da merkt man, dass mehr dahintersteckt, auch wenn lange nicht alles erklärt wird.
Wenn man viel Tempo erwartet, kann es sich stellenweise etwas ziehen. Wenn man sich aber auf die ruhige, nachdenkliche Art einlässt, bleibt die Geschichte ziemlich hängen.
Eine Dystopie mit erschreckenden Parallelen zu unserer Realität.
Hitze, Wassermangel, der Kampf ums Überleben bestimmen den Alltag der übriggebliebenen Menschen in einem Dorf in Südeuropa. Wer die verheerende Pandemie überlebt hat und es sich leisten konnte zog in den hohen Norden, wo die Temperaturen noch erträglich sind. Doch selbst in Grönland wird jetzt Wein angebaut, das Klima lässt dies zu.
Fausto, ein junger Mann, der im Dorf geblieben ist, trifft eines Tages auf eine junge Frau, ätherisch schön, der die Hitze nichts auszumachen scheint.
Die beiden verlieben sich, doch die Beziehung steht unter keinem guten Stern…..
Atmosphärisch, spannend, verstörend, aufwühlend, nachdenklich machend.
Noch vor 10 Jahren las ich Dystopien mit einem spannungsvollem Schaudern, da ich mir diese Welten nicht so realistisch vorstellen konnte. Andreas Eschbachs Dystopie 'Ins fahle Herz des Sommers' hinterlässt statt spannungsvollem Schaudern, eher ein flaues Gefühl im Magen. Das liegt aber ganz bestimmt nicht an der Qualität des Geschriebenen, sondern am Thema. Denn wie immer fesselt mich Andreas Eschbachs ruhiger, detaillierter und prägnanter Erzählstil ab der ersten Seite. Er lässt mich sofort in die Geschichte eintauchen. Allerdings macht es mir das Thema schwer, einen Abstand zu wahren. Erzählt doch Eschbach in seinem neuen Roman vom Resultats des Klimawandels, bei dem sich die Erde so aufgeheizt hat, dass die südlichen Länder kaum noch bewohnbar sind und die Menschen versuchen sich in Sibirien, Grönland, Island und Spitzbergen niederzulassen. Die Menschen, die es sich nicht leisten konnten oder zu lange gezögert haben, versuchen in ausgedörrten Geisterstädten zu überleben. Vor der großen Hitze, wurde die Menschheit von einer schrecklichen Pandemie heimgesucht. Inzwischen haben wir selbst erlebt, was es heißt mit einer Pandemie zu leben und auch, wie sich Sommer in Deutschland, mit knapp 40 Grad, anfühlen. Das führt dazu, dass ich diesen Roman nicht nur ins Reich der Fantasie einordnen konnte. Es führt eher dazu, dass mir ständig ein, 'das ist nicht unbedingt so abwegig', durch den Kopf ging. Andreas Eschbach wäre sich nicht treu geblieben, wenn er nicht eine kleine Lösung parat hätte. Ob man sie mag, liegt am Ende beim Betrachtendem selbst. Vielleicht hätte ich mir, was z. B. die Pandemie betraf, ein wenig mehr Ausführlichkeit gewünscht, aber das ist eine persönliche Empfindlichkeit. Ansonsten, für mich als Eschbach-Fan, wieder ein 'must have', das mir dieses Mal ein wenig Angst eingeflösst hat.
S R, Buchhändler*in
In einer (nicht so?) fernen Zeit hat der Klimawandel die Menschheit voll im Griff.
Es ist, bis auf die nordischen Länder, überall unerträglich heiß. Wer konnte, hat sich auf den Weg gen Norden gemacht. Doch es gibt noch immer Menschen, die in ihrer Heimat geblieben sind. Protagonist Fausto hat sich mit den Umständen arrangiert. Eines Tages taucht eine schöne, junge Frau auf, der die Hitze offenbar nichts anhaben kann. Auch ihre Essgewohnheiten (Fleisch der Kakteen, die jetzt überall wuchern) sind ungewöhnlich. Sie bleibt bei Fausto und alles scheint gut. Dann tauchen eines Tages Menschen auf, die ebenfalls hitzeresistent sind. Sie wollen die junge Frau mitnehmen, um weiter in den Süden (!) zu ziehen....
Düster, düster, Dystopie! Man verschließt ja gerne die Augen, aber so wird es wohl kommen.
Rezensent*in 595693
Hitze
Unerträgliche Hitze breitet sich über Mutter Erde aus, die Menschen wandern immer weiter in den Norden. Wer in seiner angestammten Heimat bleibt, tauscht den Tag gegen die Nacht, in der man noch unter halbwegs aushaltbaren Bedingungen auf die Suche nach Nahrung und anderen notwendigen Dingen gehen kann. Fausto und Valerie trotzen den Umständen, aber ihrer Zweisamkeit sind Grenzen gesetzt.
In kurzen Kapiteln und eindringlichen bildgewaltigen Szenen erfasst Andreas Eschbach Szenarien, welche man sich kaum vorstellen kann. Flirrender Asphalt lässt Fahrradgummis schmelzen, normale Infrastruktur existiert nicht mehr, vertrauenswürdige Nachbarn werden immer rarer. Unter diesen widrigen Umständen trifft Fausto auf Valerie und verliebt sich in die charmante Fremde. Was dann kommt, übersteigt mein Vorstellungsvermögen und löst Gänsehaut aus beim Lesen. Das Ende der Menschheit scheint gekommen.
Interessante Überlegungen, beklemmende Gedanken dominieren diesen möglicherweise gar nicht so unmöglichen Handlungsverlauf. Die Distanz zu den wenigen Figuren ist durchwegs gegeben und spiegelt dadurch deren Endlichkeit wider, lässt allerdings auch keine tiefen Emotionen zu. Eschbach bringt die Zukunft auf den Punkt, skizziert spannende Ausblicke und denkbare Modelle.
Titel Ins fahle Herz des Sommers
Autor Andreas Eschbach
ASIN B0FYN9B6L7
Sprache Deutsch
Ausgabe ebook, ebenfalls erhältlich als Gebundenes Buch (240 Seiten) und Hörbuch
Erscheinungsdatum 27. April 2026
Verlag Lübbe
Wer Dystopien mag ist hier genau richtig!
Klimawandel, Seuchen und neue im Labor erschaffene „Menschen“, die sich den Klimaveränderungen anpassen können.
Die Sommer waren von Jahr zu Jahr immer früher da und es wurde immer heißer, bis es keine anderen Jahreszeiten außer Sommer mehr gab. Viele Menschen konnten in den kühleren Norden fliehen, aber einige sind doch noch geblieben und versuchen sich mit den wenigen Mitteln, die zur Verfügung stehen, am Leben zu erhalten.
„ Dass er noch hier war, verdankte er einer Laune des Schicksals, die weiter nichts besagte.“
Sandra R, Rezensent*in
Wie hat mir „Ins fahle Herz des Sommers“ gefallen? Üblicherweise ziehen mich die Romane von Andreas Eschbach schnell in ihren Bann, hier habe ich mich etwas schwer getan. Die 240 Seiten wirken eher wie ein Gedankenspiel, wie eine Mahnung, was unserer Gesellschaft droht, wenn wir die deutlichen Zeichen der Klimaveränderung nicht Ernst nehmen.
Der Beginn versetzt den Leser direkt in ein düsteres Szenario einige Jahre in der Zukunft. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel, tagsüber ist die Hitze kaum erträglich, die Natur ist ausgedörrt. Die Gegend, in der die Geschichte spielt, ist nur noch sporadisch besiedelt, viele sind nach Norden geflohen, eine Pandemie hat ein paar Jahre zuvor hat das Leben vieler Menschen ausgelöscht.
In dieser unwirtlichen Umgebung versucht der junge Fausto zu überleben, in Vollmondnächten fährt er mit einem Fahrrad in benachbarte Orte, um in verlassenen Häusern nach nützlichen Dingen zu suchen. Soziale Kontakte hat er kaum, um so mehr ist er begeistert, als in das Nachbarhaus die junge Valeria einzieht, der die Hitze erstaunlicherweise kaum etwas auszumachen scheint.
Die Geschichte ist dystopisch und zeichnet eine niederschmetternde Zukunft. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, wie realistisch eine solche Entwicklung ist. Es steht zumindest unbestreitbar fest, dass der Klimawandel, den große Teile der Weltbevölkerung immer noch ignorieren, uns schon jetzt in immer stärkerem Maße betreffen.
Die Geschichte ist spannend erzählt und macht mit ihren philosophischen Themen nachdenklich, Eschbach versteht es auch in dieser sehr reduzierten Erzählung die Dinge auf den Punkt zu bringen. Dennoch erscheinen die Schilderungen distanziert, der Erzähler beschreibt Faustos Handlungen und Gedanken, wirklich nahe habe ich mich ihm nie gefühlt.
Moidlvom B, Rezensent*in
Schon das Cover hat bei mir eine seltsame, fast melancholische Sogwirkung erzeugt – diese reduzierte Optik passt perfekt zur Stimmung, die Andreas Eschbach hier heraufbeschwört. Beim Lesen hat mich vor allem seine klare, unaufgeregte Sprache beeindruckt, die ganz ohne Effekthascherei auskommt. Ich fand es faszinierend, wie er es schafft, eine schleichende Unruhe zu verbreiten, während er eigentlich von einem sommerlichen Stillstand erzählt. Für mich war der Schreibstil genau richtig: direkt, flüssig und trotzdem so tiefgründig, dass ich das Buch zwischendurch immer wieder weglegen musste, um über die eigene Zukunft nachzugrübeln. Er trifft einen Nerv, indem er die Frage stellt, was von uns bleibt, wenn die Welt sich einfach ohne uns weiterdreht. Ein Buch, das mich noch lange nach der letzten Seite beschäftigt hat.
Susanne B, Rezensent*in
Schöne neue Welt
Seit „Ausgebrannt“ bin ich ein großer Fan von Andreas Eschbach und habe (fast) alles von ihm gelesen. Auch seinen neuen Roman „Ins fahle Herz des Sommers“ habe ich gerne gelesen. Worum geht es?
Die Klimaerwärmung hat Europa quasi unbewohnbar gemacht. Wer es sich leisten konnte, ist rechtzeitig nach Nordschottland, Grönland, Kanada oder Sibirien gezogen. Auch von einer Seuche ist die Rede. Aber Fausto hat den Absprung verpasst.
Er lebt in einem kleinen französischen Dorf und kämpft, wie seine wenigen Nachbarn, ums Überleben. In Vollmondnächten ist er mit seinem Rad unterwegs, um Lebensmittel und Werkzeuge in aufgegebenen Häusern zu ergattern.
Eines Tages taucht eine schöne, junge Frau auf, der die Hitze wenig auszumachen scheint. An ihre Kindheit hat sie nur verwaschene Erinnerungen. Fausto verliebt sich in sie. Valérie wird schwanger und der Albtraum beginnt…
Der Autor hat mit „Ins fahle Herz des Sommers“ eine dystopische Zukunftsvision erschaffen. Spannend, philosophisch, eingängig und clever ist ihm dieser Roman gelungen. Andreas Eschbach ist einfach ein großartiger Erzähler. Auch, wenn mir bei den Speck-Konserven etwas schlecht geworden ist.
Die Figurenzeichnung ist gelungen. Fausto hat viel Empathie. Kümmert sich um andere. Ich mag ihn.
Fazit: Beklemmende Dystopie über ein wichtiges Thema. Lesen!
Der Roman Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach zeichnet ein beklemmendes Zukunftsbild nach einer sich über Jahre zuspitzenden Klimakatastrophe, die schließlich abrupt eskaliert. Nur wenige Menschen sind in einem abgelegenen Dorf zurückgeblieben, unter ihnen Fausto, der dort unter extremen Bedingungen ums tägliche Überleben kämpft. Die unerträgliche Hitze prägt den Alltag und lässt das Leben auf ein Minimum zusammenschrumpfen. Als plötzlich eine junge, geheimnisvolle Frau auftaucht, verändert sich alles: Fausto verliebt sich in sie, und damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, was diese Verbindung in einer nahezu kollabierten Welt bedeuten kann.
Die Geschichte entfaltet dabei eine dichte, fast schon mystische Atmosphäre, die den Leser zunehmend in ihren Bann zieht. Besonders eindrücklich ist die permanente Bedrohung durch das realistisch wirkende Zukunftsszenario, das beim Lesen ein Gefühl von Angst und Ausweglosigkeit entstehen lässt.
Inhaltlich ist der Roman stark von Klimawandel-Thematik und gesellschaftlichem Zerfall geprägt. Besonders interessant ist die Konstellation zwischen Fausto als „Zurückgebliebenem“ und Valérie als Fremdkörper mit Geheimnis. Diese Mischung aus Dystopie, Liebesgeschichte und Mystery entspricht Eschbachs Stärke, große Ideen über individuelle Figuren erfahrbar zu machen und eine konzentrierte und atmosphärische Erzählung entstehen zu lassen.
Insgesamt ist der Roman emotional schwer verdaulich und stellenweise sehr deprimierend, überzeugt jedoch durch seine fesselnde Erzählweise und die eindringliche Darstellung einer möglichen Zukunft, die erschreckend nah erscheint.
Buchhändler*in 958682
Eine sehr beklemmende Dystopie, die so hoffentlich nie eintreffen wird. Fesselnd geschrieben, hervorragend erzählt.
Ganz klar eine Leseempfehlung
Verena M, Rezensent*in
Dystopie mit unerwarteter Wendung
Andreas Eschbach erzählt in seinem Buch „Ins fahle Herz des Sommers“ eine nachhallende Geschichte in einer besonderen Atmosphäre in einer dystopischen (von Menschen prophezeiten und erschaffenen) Zukunft. Dieses Buch erzeugt mit seinen nur 240 Seiten – für diesen Autor damit eher eine lang, geratene Kurzgeschichte – eine dichte, auf den Hauptstrang fokussierte Handlung. Im Zentrum steht Fausto, der sich in eine Situation verstrickt, deren Bedeutung sich erst allmählich entfaltet. Dabei bleibt vieles unausgesprochen, was den Reiz der Erzählung ausmacht.
Eschbach arbeitet mit Andeutungen: Begegnungen mit anderen Personen in anderen Städten sind flüchtig, fast wie Schatten am Rand der Wahrnehmung, und auch die wenigen Nebenschauplätze wie positive und negative Nachbarn lassen noch viel Spielraum für Fragen und Fantasie. Gerade dadurch entsteht jedoch ein Gefühl von Tiefe und Unruhe, als würde sich hinter dem Sichtbaren eine größere Geschichte verbergen. Von dieser wird nur die Spitze des Eisbergs wirklich erzählt. Die am Anfang – passend zur Hitze – vor sich hinfließende Geschichte mit ruhigen bedachten Bewegungen in der unausstehlichen Hitze, überschlägt sich in den letzten Sätzen zu einem etwas überspitzen Sprint-Finale.
Sprachlich ist der Text zumeist ruhig und präzise, mit einer unterschwelligen Spannung, bricht jedoch kurzzeitig und ganz bewusst daraus aus. „Ins fahle Herz des Sommers“ hat mich auf jeden Fall überrascht. Zu Beginn bekam ich die erwartete klare, dystopische und bildhaft beschrieben andere Welt in der Fausto lebt. Jedoch brachte das Auftauchen „der jungen Frau“ eine für mich unerwartete Wendung mit sich.
Insgesamt ein vergleichsweise kurzes Buch mit einem kompakten Stil, einer ungewöhnlichen Geschichte, und einem Nachhall der Dystopie der erstmal bleibt und zum Nachdenken und Hinterfragen anregt. Was passiert mit dem Klimawandel? Ist dies ein Ausblick in unsere Zukunft?
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