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Schlagworte, die Geschichte machen
Wie Parolen von »Stunde Null« bis »Wir schaffen das« Deutschland veränderten
von Bruno Preisendörfer
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Erscheinungstermin 12.03.2026 | Archivierungsdatum 30.09.2026
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Zum Inhalt
»Wirtschaftswunder«, »Wohlstand für Alle« und »Zeitenwende« – Wie Parolen Politik machen
Bruno Preisendörfer erzählt 80 Jahre deutsche Geschichte neu. Ob Rentenfrage, Migration, Klimawandel oder Frauenfußball: Mit klugem Witz und erzählerischem Gespür zeigt Preisendörfer, wie die Parolen und Entscheidungen von gestern die Realität von heute formen.
Wer hat nicht sofort den Sound von John F. Kennedys legendärem »Ich bin ein Berliner« im Ohr – ein Satz, der wie ein spontanes Bekenntnis wirkte, tatsächlich aber im Büro von Willy Brandt sorgfältig geprobt wurde. Ganz anders: Günter Schabowskis legendäres »sofort, unverzüglich«, das 1989 den Mauerfall einleitete – und Honeckers vollmundige Behauptung, die Mauer werde »in 50 oder 100 Jahren noch stehen«, Lügen strafte.
Preisendörfers Buch öffnet überraschende Perspektiven auf bekannte Wendepunkte und dekonstruiert Mythen wie das »Wirtschaftswunder« oder das »Wunder von Bern«. Ein kluges und unterhaltsames Buch – für alle, die Geschichte neu lesen wollen.
»Wirtschaftswunder«, »Wohlstand für Alle« und »Zeitenwende« – Wie Parolen Politik machen
Bruno Preisendörfer erzählt 80 Jahre deutsche Geschichte neu. Ob Rentenfrage, Migration, Klimawandel oder...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783869712925 |
| PREIS | 28,00 € (EUR) |
| SEITEN | 432 |
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Wanda L, Rezensent*in
WANN WAR DIE STUNDE NULL FÜR DEUTSCHLAND ?
Kurzmeinung: Zwar keine schnelle, aber lehrreiche Reise durch die Anfangsjahrzehnte der BRD bis heute.
Präliminarien: Ich habe von dem Sachbuch Preisendörfers so etwas ähnliches wie Ole von Beusts „Am Ende des Tages: Politische Floskeln von A bis Z“ erwartet und Bruno Preisendörfer pur bekommen. Ein klassischer Irrtum. Ein spaßiges Werk sind „die Schlagworte“ nicht. Aber keineswegs weniger lesenswert. Ganz im Gegenteil. Ich bin Preisendörfers Gang durch die Deutsche Nachkriegsgeschichte gerne mitgegangen.
Inhalt: Ein Gang durch die deutsche Nachkriegsgeschichte anhand von bekannten Schlagworten entwickelt, erlaubt eine andere Vorgehensweise als die normale stur chronologische Aufreihung. Man kann, wenn man will, jedes Kapitel für sich lesen und ist sofort mitten im Geschehen.
Dass man unter dem Schlagwort „Deutschland ist Weltmeister“ den Aufstieg der Sportartikelhersteller Adidas und Puma (Brüderunternehmen) subsumieren kann, ist natürlich viel ansprechender als um Politiker und ihr Geschwätz zu kreisen. Mit anderen Worten, Preisendörfers Vorgehen ermöglicht eine andere Auswahl und trotzdem ist man nach der Lektüre über alles wesentliche Geschehen der letzten sieben Jahrzehnte informiert. Dass die Schlagworte „Wohlstand für alle, Kultur für alle und Bildung für alle“ allesamt unverwirklicht blieben, „adieu, goodby, flussabwärts“ ist frustrierend. Dass man nach „Mehr Demokratie wagen“ weniger davon bekommen hat, niederschmetternd, zu „Der Islam gehört zu Deutschland“ gibt es neben der Zustimmung zur freien Religionsausübung durchaus auch kritische Zitate und Zeitenwende und Doppelwumms beschäftigen sich eben damit: mit dem Wumms.
Der Kommentar und das Leseerlebnis:
Es zieht noch einmal deutsche Geschichte an mir vorbei, in einer recht anregenden Geschichtsstunde. Ich erinnere mich ... was ich nicht persönlich erinnere, erinnere ich aus Gehörtem, Gelerntem, Gelesenem. Das Leseerlebnis ist im Großen und Ganzen positiv. Doch.
So sehr Zitate von Experten komplexe Thematiken ausleuchten können, hätte ich gerne auf viele verzichtet. Statt dessen hätte Interpretation und Einschätzung der Themen und Ereignisse durch den Autor selbst mich viel mehr interessiert.
Was mich aber zunehmend gestört hat an dem Text Preisendörfers, ist seine Schreibweise. Zwar verzichtet der Autor löblicherweise auf wissenschaftliche Unverständlichkeiten, doch sehr viele, sehr ausführliche und lange, lange Einschübe vor den satztragenden Substantiven erschweren das Leseverständnis unverhältnismäßig. Warum nicht da und dort einen Relativsatz bilden, wofür hat man die denn in der deutschen Sprache, warum nicht Informationen in zwei oder drei Sätze packen oder sogar in Fußnoten stopfen? Wer was sagt, ja, das muss man wissen, aber an welchem Datum und in welchem Journal veröffentlicht, anlässlich welcher Gelegenheit bitte nicht im Fließtext.
Fazit: Unterm Strich, ein Gewinn. Viele Informationen. An der Lesbarkeit dürfte man noch feilen, doch will ich allein dafür keinen Stern sinken lassen.
Kategorie. Sachbuch. Geschichte.
Verlag: Galiani Berlin/Imprint von Kiepenheuer & Witsch, 2026