Die Bastion der Tränen
Roman
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Erscheinungstermin 25.02.2026 | Archivierungsdatum 18.07.2026
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Zum Inhalt
Nach dem Tod seiner Mutter kehrt Youssef, ein schwuler Lehrer, der seit über einem viertel Jahrhundert im französischen Exil lebt, auf Wunsch seiner Schwestern nach Marokko zurück, um sein Erbe zu regeln. Diese Rückkehr entwickelt sich für ihn zu einer emotional aufwühlenden Reise. Er wird mit Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend konfrontiert: an die Nähe zu seinen Schwestern, die Spannungen und Brüche innerhalb der Familie und vor allem an Najib – seinen Jugendfreund und Liebhaber, dessen Leben tragisch endete.
Während Youssef durch die Straßen von Salé wandert, rücken die prägenden Erfahrungen seines Aufwachsens wieder in sein Bewusstsein: Armut, Gewalt und die soziale Ausgrenzung aller, die – wie er selbst – den gesellschaftlichen Erwartungen nicht entsprechen.
Der Roman endet an der Bastion der Tränen, der alten Stadtmauer von Salé, einem Ort, an der individueller Schmerz und generationsübergreifendes Leid zusammenkommen. Hier steht Youssef vor einer existenziellen Entscheidung: sich seinem Schmerz zu ergeben, zu vergeben – oder den Weg der Rache zu wählen, wie Najib.
»Die Bastion der Tränen« stand 2024 auf der Shortlist für den Prix Goncourt und gewann im selben Jahr den Prix Décembre sowie den Prix Goncourt des Lycéens in Belgien. Außerdem wurde Abdellah Taïa 2024 der Prix de la Langue française für sein Gesamtwerk verliehen.
Nach dem Tod seiner Mutter kehrt Youssef, ein schwuler...
Eine Anmerkung des Verlags
»Die Bastion der Tränen« stand 2024 auf der Shortlist für den Prix Goncourt und gewann im selben Jahr den Prix Décembre sowie den Prix Goncourt des Lycéens in Belgien. Außerdem wurde Abdellah Taïa 2024 der Prix de la Langue française für sein Gesamtwerk verliehen.
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»Die Bastion der Tränen« stand 2024 auf der Shortlist für den Prix Goncourt und gewann im selben Jahr den Prix Décembre sowie den Prix Goncourt des...
Vorab-Besprechungen
»Wie kann man sich befreien, vom ›absoluten Bösen, das in ein Kinderherz eingepflanzt‹ worden ist? Einfach zurücktreten? Schweigen? Den Mut verlieren? Sich rächen? Weggehen? Vergeben? […] Trost, wenn überhaupt möglich, findet Abdellah Taïa im Schreiben, der sanften Melancholie, der bemerkenswerten Sensibilität dieser einfühlsamen Elegie über unvergessliche Erinnerungen.« Télérama
»Die Bastion der Tränen ist das umfangreichste, dichteste,
intensivste und emotionalste Buch von Abdellah Taïa.
Seine Bastion der Schönheit.« Le Figaro Littéraire
»Wie kann man sich befreien, vom ›absoluten Bösen, das in ein Kinderherz eingepflanzt‹ worden ist? Einfach zurücktreten? Schweigen? Den Mut verlieren? Sich rächen? Weggehen? Vergeben? […] Trost...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783949545856 |
| PREIS | 22,00 € (EUR) |
Auf NetGalley verfügbar
Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Rezensent*in 1259525
Schmerzhafte Geschichte
.In der Geschichte geht es um Youssef. Er kehrt nach dem Tod seiner Mutter auf Wunsch seiner sechs Schwestern nach Marokko zurück, um das Erbe zu regeln. Dort wird Youssef mit schmerzhaften Erinnerungen konfrontiert; vor allem an seinen Partner Najib, dessen Leben tragisch endete und das Leben in seiner Familie ist auch von schlechten Erinnerungen geprägt, weil er keinerlei Schutz erfahren hat und Akzeptanz hat er eigentlich auch wenig erfahren. Am Ende muss er für sich alleine entscheiden, wie er mit all seinen Erlebnissen umgeht.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ich konnte mich gut in den Protagonisten hineinzuversetzen, weil meine Depression auch eine Art von Trauma ist und man kann unterschiedliche Situationen trotzdem sehr oft miteinander vergleichen. Deshalb vergebe ich sehr gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Janina S, Rezensent*in
Wieviel Schmerz und Erniedringung kann man aushalten, ohne auf Rache zu sinnen? In „Die Bastion der Tränen“ erinnert sich der Protagonist Youssef an seine Kindheit und Jugend in Salé, Marokko. Als jüngster Sohn einer kinderreichen Familie im Armenviertel der nordmarokkanischen Stadt aufgewachsen, bekommt er schon früh zu spüren, dass er anders ist. Alle – seine Schwestern, seine Mutter, die Alten im Hamam, die Männer in dem Viertel – wissen, dass er schwul ist. Und das gibt Letzteren den Freifahrtsschein, ihn zu benutzen und zu missbrauchen, und Ersteren die Legitimation, über die Übergriffe hinwegzusehen und ihn nicht zu beschützen.
Youssefs ist nicht die einzige Stimme, die wir in dem Roman hören. Auch andere schwule Männer kommen in einem polyphonen Chor zu Wort und klagen ihr Leid, berichten von ihren Erfahrungen, die erschreckend deckungsgleich sind, aber zu ganz unterschiedlichen Konsequenzen und Lebensentscheidungen geführt haben. Auch Youssefs Schwestern stimmen in den Klagegesang mit ein. Und so sehr der Erzähler ihnen ihr Wegsehen in seiner Kindheit vorwirft, so viel Verständnis bringt er doch für ihre eigene unterdrückte Position auf.
Trotz dieser Vielstimmigkeit ist der Ton des Romans über alle Erzählstimmen hinweg uniform. Alle stimmen den gleichen, klagenden Singsang an. In kurzen, stakkatohaften Sätzen stehen sie im Zwiegespräch mit Youssef, ob in der Realität oder als Besucher in seinen Träumen. Mich hat erschüttert, wie zwangsläufig Homosexualität in den 1980er Jahren in Marokko mit Gewalt- und Missbrauchserfahrungen einherging. Noch heute ist sie dort gegen das Gesetz. Und Erfahrungen wiederholen sich, wie die Szene in dem Hamam zeigt, den Youssef in der Jetzt-Zeit besucht.
Ich empfehle den Roman allen, die sich für gesellschaftskritische und poetische Literatur interessieren, nicht nur den Fans queerer Belletristik.
tl;dr: Vielstimmiger, berührender Roman über schwule und weibliche Erfahrungswelten in Marokko.
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