Der falsche Japaner
Roman
von Daniela Dröscher
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Erscheinungstermin 14.08.2025 | Archivierungsdatum 31.01.2026
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Zum Inhalt
Wie lebt und liebt es sich, wenn man nicht weiß, wer man ist und wo man herkommt? George Psalmanazar beschließt, sich eine Identität zu erfinden, eine so fantastische, dass alle, denen er 1760 in London begegnet, davon geblendet sind.
In seiner Heimat Formosa, fabuliert George, lebten die Menschen als Sonnenanbeter und Kannibalen, die nackt herumliefen und sich singend verständigten, er selbst sei dort von Jesuiten adopiert worden. Das widerspricht zwar allem, was Missionare und Reisende bis dahin zu berichten gewusst hatten, doch alle glauben dem falschen Japaner seine Geschichten. Sogar Salonlöwe Samuel Johnson, der englische Goethe, geht ihm auf den Leim und beschließt sogleich, George unter seine Fittiche zu nehmen. George schafft es gar bis nach Oxford.
Aber wie lebt es sich, wenn man ständig fürchten muss, enttarnt und attackiert zu werden? Zum Glück ist da noch Lucy, Johnsons Tochter, die sich in George verliebt, obwohl sie ahnt, dass er wohl ein Hochstapler, ganz sicher aber ein Mann mit einem dunklen Geheimnis ist …
Wie lebt und liebt es sich, wenn man nicht weiß, wer man ist und wo man herkommt? George Psalmanazar beschließt, sich eine Identität zu erfinden, eine so fantastische, dass alle, denen er 1760 in...
Verfügbare Ausgaben
| AUSGABE | Anderes Format |
| ISBN | 9783462007602 |
| PREIS | 16,00 € (EUR) |
| SEITEN | 336 |
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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder
Von der Freiheit, jemand anderes zu sein und ihrem Preis
Ein Roman, der leise berührt – ohne große Gesten, aber mit Nachklang.
Daniela Dröscher erzählt in diesem Roman die Geschichte des George Psalmanazar, einer faszinierenden, rätselhaften Figur, die im London des 18. Jahrhunderts als angeblicher „Formosaner“ zu Ruhm gelangt. George taucht an der schottischen Küste auf, wirkt fremd, wild, spricht eine seltsame Sprache und erzählt von einem exotischen Land, das niemand kennt. Seine Geschichte wird von der Gesellschaft begierig aufgenommen – je unglaublicher seine Erzählungen, desto größer die Aufmerksamkeit, die ihm zuteilwird.
Die Autorin nähert sich ihrer Hauptfigur mit großer Feinfühligkeit. Indem sie George als jungen Mann schildert, entgegen den historischen Fakten, verleiht sie ihm eine Verletzlichkeit, die berührt. Es geht weniger um historische Genauigkeit als um die Frage, was einen Menschen dazu bringt, sich selbst neu zu erfinden – in Sprache, Aussehen, Herkunft und Rolle. Dabei bleibt George nie bloß ein Hochstapler, sondern wird zu einem Sinnbild für die Sehnsucht nach einem anderen Leben.
Frau Dröscher schreibt in einer klaren, poetischen Sprache, die Bilder schafft, ohne überladen zu wirken. Ihre Beschreibungen von Stadt, Büchern, Meer und Menschen sind feinfühlig und atmosphärisch. Der Roman entfaltet dabei eine besondere Mischung aus historischer Kulisse und literarischer Leichtigkeit.
Was mich beim Lesen besonders bewegt hat, war diese ständige Spannung zwischen Faszination und Beklommenheit. George zieht einen in seinen Bann, doch je länger man ihn begleitet, desto spürbarer wird die innere Müdigkeit seiner Lüge. Es gibt leise Momente der Nähe, etwa mit Lucy, der Tochter des Gelehrten Johnson – zarte, unsichere Augenblicke, die etwas sehr Menschliches freilegen. Immer wieder entsteht der Eindruck, dass unter all der Maske ein einsamer, suchender Mensch steckt.
"Der falsche Japaner" ist ein stiller, eindringlicher Roman über Identität, Fantasie und das Bedürfnis, gesehen zu werden. Er hat mich nachdenklich gemacht – über die Macht von Sprache, über Rollen, die man spielt, und über die feine Grenze zwischen Wahrheit und Wunsch. Es ist ein Buch, das leise nachhallt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Buchhändler*in 1056065
Nach dem großen Erfolg von "Lügen über meine Mutter" war ich sehr gespannt auf dieses Werk von der Autorin und muss leider sagen, dass es für mich inhaltlich nicht an ihr vorheriges Buch herankommt.
Sprachlich ist es erneut sehr gelungen!
Die Geschichte konnte für mich aber nicht die gleiche Stärke entwickeln und mich dadurch auch nicht mitreißen
Ich habe das Buch leider nicht beendet – die Sprache empfand ich als sperrig und distanziert. Auch zu den Figuren fand ich keinen echten Zugang, sodass mich die Geschichte emotional nicht tragen konnte. Schade, denn die Idee klang zunächst vielversprechend.
Der edle Wilde von der Fleet Street –
Daniela Dröscher ist es zu verdanken, dass wir ein Kuriosum des Exotismus im 18. Jahrhundert kennenlernen. Dem (geborenen) Franzosen George Psalmanazar (ursprünglicher Name unbekannt) gelingt es, sich in der englischen Gesellschaft als Ureinwohner "Formosas" (heute Taiwan) auszugeben, ein Alphabet zu erfinden und allerlei haarsträubende Geschichten von Polygamie bis Kannibalismus, sogar in Buchform, erfolgreich zu verbreiten. Er tut dies so charmant und überzeugend, dass sogar der Universalgelehrte Dr. Samuel Johnson und seine (fiktive) Tochter Lucy gerne auf ihn hereinfallen. Das alles wäre eigentlich unglaublich, wenn wir nicht selber gerade wieder in eine Zeit eingetreten wären, in der das Glaubenwollen und der Schein jeglichen gesunden Menschenverstand und die Wissenschaft bezwingt.
Buchhändler*in 1052712
Daniela Dröscher beschreibt in ihrem Roman die historische Figur George Psalmanazar, der im 17. Jahrhundert als Hochstapler in Großbritannien behauptete, ein Ureinwohner Formosas zu sein und zu viel Ruhm gelangte. Ohne mich vorher mit dem Kontext des Buches zu beschäftigen, konnte ich es in Abschnitten genießen, andere Abschnitte wiederum gingen mir nur sehr schwer "von der Hand". Es zieht sich teilweise doch sehr, trotz des wirklich schönen Schreibstils, und man weiß nicht so genau, worauf die Geschichte hinauslaufen soll. Ich denke, dass es für Geschichtsinteressierte sicherlich ein empfehlenswertes Buch ist - ich für meinen Teil muss sagen, dass ich es recht anstrengend fand und mir die Pointe fehlte, was aber dann in der Natur des Genres liegt.
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Ali Hazelwood
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