Ungleich vereint

Warum der Osten anders bleibt

Gesprochen von Heiko Grauel
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Erscheinungstermin 17.06.2024 | Archivierungsdatum N/A

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Zum Inhalt

»Wer in der Ost-West-Debatte mit Schuldbegriffen operiert, ist schon auf dem Holzweg.«

Die Diskussion über Ostdeutschland und das Verhältnis zwischen Ost und West flammt immer wieder auf. Sei es anlässlich runder Jubiläen, sei es nach Protesten. Und dennoch gibt es in dieser Debatte keine Verständnisfortschritte. Sie dreht sich im Kreis, auf Vorwürfe folgen Gegenvorwürfe: »Ihr seid diktatursozialisiert!« – »Ihr habt uns ökonomisch und symbolisch kleingemacht!«

Im November jährt sich der Mauerfall zum 35. Mal. Bereits zuvor könnte die AfD aus drei Landtagswahlen als stärkste Partei hervorgehen. In dieser Lage meldet sich der »gefragteste Gesellschaftsdeuter im Land« (FAS) mit einer differenzierten Intervention zu Wort. Steffen Mau setzt sich mit prominenten Beiträgen auseinander und widerspricht der Angleichungsthese, laut der Ostdeutschland im Lauf der Zeit so sein werde wie der Westen. Aufgrund der Erfahrungen in der DDR und in den Wendejahren wird der Osten anders bleiben – ökonomisch, politisch, aber auch, was Mentalität und Identität betrifft. Angesichts der schwachen Verwurzelung der Parteien plädiert Steffen Mau dafür, alternative Formen der Demokratie zu erproben und die Menschen etwa über Bürgerräte stärker zu beteiligen.

Ein Hörbuch, das aus Sackgassen herausführt – und für Gesprächsstoff sorgen wird.

»Wer in der Ost-West-Debatte mit Schuldbegriffen operiert, ist schon auf dem Holzweg.«

Die Diskussion über Ostdeutschland und das Verhältnis zwischen Ost und West flammt immer wieder auf. Sei es...


Eine Anmerkung des Verlags

Bei öffentlichen Rezensionen bitte ET beachten!

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Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hörbuch, Ungekürzt
ISBN 9783955672591
PREIS 17,90 € (EUR)
DAUER 4 Stunden, 32 Minuten

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Gespaltene Gesellschaft
Ungleich vereint ist ein Sachbuch, dass ein relevantes Thema behandelt. Warum der Osten anders bleibt. So auch der Untertitel.
Steffen Mau ist ein in Rostock aufgewachsener Soziologe, der die Gesellschaft als gespalten erkennt.
Viele politische Sachbücher sind emotional aufgeladen. Dieses hier bleibt als Hörbuch, gelesen von Heiko Grauel, überwiegend sachlich, ohne dabei an Deutlichkeit wünschen zu lassen. Grauels Stimme übertragt das jedenfalls so und das war bei mir willkommen. Mit 4,5 Stunden Laufzeit ist das Hörbuch auch nicht zu lang und es wird nicht langweilig.
Das Emotionalität herausgenommen wird, ist bei einem so triggernden Thema richtig.
Deutlich wird, dass das Thema gerade auch bei einer jüngeren Generation im Osten, die die DDR nicht mehr erlebt haben, sich dennoch betroffen fühlen.
Populistische Parteien wollen das für sich nutzen.
Steffen Mau zeigt Schäden an der Gesellschaft und der Demokratie auf.
Das ist keine kleine Leistung und daher empfehle ich das Hörbuch.

9783955672591

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Steffen Mau geht in seinem Buch Ungleich vereint Warum der Osten anders bleibt, darauf ein, wie gut die Wiedervereinigung geklappt hat und warum es dennoch so viele Unterschiede gibt.
Er beschreibt sehr gut, dass manche Unterschiede einfach nicht verschwinden werden, weil diese sozusagen kulturell bedingt sind und wir lernen müssen dies zu akzeptieren. Steffen Mau gibt zudem Anstöße, was die Regierung tun kann, um die wirtschaftliche Ungleichheit, welche veränderbar ist, abzuschaffen.
Am Anfang war ich etwas skeptisch, was dieses Buch betrifft und hatte die Befürchtung, dass die bekannten Klischees abgearbeitet und gefestigt werden. Dem war zum Glück nicht so.
Ich würde jedem empfehlen dieses Buch zu lesen oder zu hören, damit wir ein besseres Verständnis für einander bekommen.

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In „Ungleich vereint“ nimmt sich Steffen Mau einem der Dauerbrennerthemen der deutschen Gegenwart an: dem Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland. Zum 35. Jahrestag des Mauerfalls analysiert Mau, warum die Debatte über die deutsch-deutsche Einheit so oft in Vorwürfen und Gegenvorwürfen feststeckt und selten zu neuen Einsichten führt. Typisch Mau argumentiert er dabei mit Fakten und auf Basis sozialwissenschaftlicher Daten statt die Debatte auf Basis von bloßen Vermutungen zu polarisieren, wie es andere tun.

Mau widerspricht auf diese Weise fundiert einerseits der oft gehörten Angleichungsthese, wonach Ostdeutschland im Laufe der Zeit dem Westen ähnlicher werde. Andererseits zeigt er anhand von Daten auf, dass Ostdeutschland spezifische Probleme hat und nicht, wie kürzlich in einem Bestseller behauptet, „vom Westen erfunden“ wurde. Besonders interessant ist dann Maus Vorschlag, alternative Formen der Demokratie auszuprobieren. Angesichts der schwachen Verankerung traditioneller Parteien in Ostdeutschland plädiert er für die stärkere Einbindung der Bürger:innen durch Bürgerräte.

Das Hörbuch, gelesen von Heiko Grauel, überzeugt durch seine angenehme und verständliche Vortragsweise. Grauel gelingt es, auch komplexe Passagen klar und fesselnd zu vermitteln, sodass das Zuhören niemals langweilig wird. Seine Stimme trägt entscheidend dazu bei, dass die vielschichtigen Analysen und Argumente von Mau gut aufgenommen und verstanden werden können. „Ungleich vereint“ ist damit ein Hörbuch, das nicht nur für Diskussionsstoff sorgt, sondern auch konkrete Auswege aus den festgefahrenen Debatten über Ost und West bietet. Insgesamt ist zwar nicht alles unbedingt neu und überraschend, aber so kompakt zusammengestellt, ist das Hörbuch sicher eine gute Basis für die Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Geschichte.

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Steffen Mau legt mit diesem Hörbuch einen Essay vor, der sich mit einem Thema befasst, das alle angeht: Wie sieht 35 Jahre nach dem Mauerfall das Verhältnis Ost-West aus? Ist es tatsächlich so, dass der Westen die Norm ist und der Osten eine Abweichung von der Norm, mit gewissen Anpassungsschwierigkeiten? Dass also der Westen den Osten erfindet?

Diese These vertritt Dirk Oschmann, und Mau möchte den Diskurs neu ordnen und stellt plakativ seine eigene These vor: Der Osten wird nicht vom Westen erfunden, sondern die Bundesländer der ehemaligen DDR haben tatsächlich ihre eigenen Strukturen – soziokulturell, politisch, demografisch und wirtschaftlich. Um das Fazit vorwegzunehmen: die meisten Spannungen, die sich in den Ost-Bundesländern beobachten lassen, stammen aus der DDR-Zeit und konnten aus verschiedenen Gründen bei der Transformation nicht gelöst werden.
Mau beobachtet das Thema in einem sauber strukturierten Essay, und die Komplexität des Themas zeigt sich an den wiederholten Querverweisen. Seine Ausführungen sind auch für den soziologischen Laien immer verständlich.

Eine Vielzahl von Faktoren prägt, so Mau, die ostdeutsche Identität. Als westdeutscher Leser lernt man, dass man mit schnellen Urteilen und Schuldzuschreibungen den Problemen nicht gerecht wird. Wieder einmal zeigt es sich: die Vergangenheit bestimmt die Gegenwart, und die Geschichtsvergessenheit unserer Tage führt zu verhärteten Verwerfungen.

Besonders genau schaut Mau beim Demokratieverständnis hin. Die DDR wurde geschluckt, die westlichen Institutionen wurden einfach transferiert, ostdeutsche Impulse zur Neugestaltung wurden nicht beachtet – und damit wurden die Menschen ein zweites Mal entmündigt und nicht demokratisch aktiviert. In diese Lücke schiebt sich nach Maus Auffassung die AfD hinein; an diesem Punkt holt Mau zu einem Exkurs aus nicht nur über die Gefahr des schleichend wachsenden Rechtspopulismus, sondern auch über die aktuellen Wahlen. Dieser Blick auf die Tagespolitik führt einerseits vom Thema fort, aber andererseits ist es Mau ein Anliegen, die konkreten Auswirkungen seiner Thesen zur Diskussion zu stellen.

Mau bleibt aber nicht bei der Diagnose stehen, sondern bietet auch eine Therapie. Er erinnert daran, dass der ostdeutsche Wunsch nach einer direkten Demokratie mit plebiszitären Elementen, wie er sich in den Straßendemonstrationen gezeigt hatte, bei der Transformation nicht berücksichtigt wurde. Daher schlägt er neue Möglichkeiten der politischen Partizipation vor: die Bürgerräte. In solchen Bürgerräten sieht er die Möglichkeit, die Bevölkerung an der politischen Willensbildung teilhaben zu lassen und damit den Populismus rechtsextremer Parteien einzudämmen. Eine faszinierende Idee, die in Pilotprojekten umgesetzt werden sollte!

Fazit: Eine differenzierte Bestandsaufnahme, augenöffnend, anregend!

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Normalerweise lese oder höre ich keine Sachbücher. Da ich in Thüringen geboren und aufgewachsen bin und angesichts der Vielzahl an Wahlen in diesem Jahr, hat mich dieses Hörbuch dennoch angesprochen.
Mit einer Länge von etwa 4,5h war das Hörbuch keinesfalls zu lang, aber dennoch informativ. Das Sprechtempo war angenehm und man konnte gut folgen.
Für mich waren besonders die historischen Hintergründe interessant, da ich sie mit Aussagen meiner Eltern und Großeltern vergleichen und so besser einordnen konnte. Auch wurden aktuelle Trends und Statistiken einbezogen, an dir man so gar nicht denkt.
Im letzten Teil wurde auf die bevorstehenden Wahlen und auf die prognostizierten Wahlerfolge der AfD in den neuen Bundesländern eingegangen. Erschreckend, aber Augen öffnend, waren die Erkenntnisse, in wie weit Anhänger dieser Partei aufgerufen sind Vereine u.ä. zu „infiltrieren“.
Aufgrund der Aktualität ist „Ungleich vereint“ ein empfehlenswertes Hörbuch, auch für junge Menschen, die weder DDR noch Wende erlebt haben.

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Ungleich vereint ist ein enorm zeitaktuelles Buch, wenn man sich die Ergebnisse der Europawahl anschaut und welche Partei da in den neuen Bundesländern vorne liegt. Woran liegt es, dass Osten und Westen so unterschiedlich ticken, nach all den Jahren nach der Wiedervereinigung. Obwohl in den Neunzigerjahren vorhergesagt wurde, die Unterschiede würden sich angleichen, scheint es doch eher eine emotionale, geographische und soziale Trennung oder zumindest weiterhin große Unterschiede zu geben. Diesen geht dieses Buch sehr genau und anhand von Studien und Erinnerungen an der Geschichte Deutschland sowie der topographischen Besonderheiten und damit einhergehenden anderen Ängsten was die Lage und Situation des Krieges in der Ukraine angeht.
Mir hat das Sachbuch meine Gedankenanstösse gegeben, warum Osten und Westen noch immer ungleich sind, obwohl es schon so lange vereint ist. Zudem gibt es einige Lösungsvorschläge, daher hoffe ich, dass die entsprechenden Personen dieses Buch entdecken werden.

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Interessante Bestandsaufnahme und Denkansätze. Es hat mich gleich verlockt, mir noch ein paar weitere Titel anzusehen, die im Hörbuch erwähnt werden.
Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass ich das Hörbuch ein paar Tage vor der Europawahl und den deprimierenden Ergebnissen in den ostdeutschen Bundesländern angehört habe.
Das führt bei mir dazu, dass sich einerseits ein gewisses Verständnis aufbaut, aber andererseits eine gleichzeitige Abwehr.
Auf jeden Fall hilft mir persönlich das Buch ein wenig weiter, mir fallen nur gerade keine Kunden dafür ein.

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„Ungleich vereint“ würde ich als absolutes Muss bezeichnen – es gibt nur wenige Sachbücher, die trockene politische, demographische und historische Gegebenheiten so eingängig und nachvollziehbar darzustellen vermögen. In klarer Sprache überaus angenehm und in sehr gutem Tempo von Sprecher Heiko Graul vorgetragen, erläutert Steffen Mau die Gründe dafür, „warum der Osten anders bleibt“. Die mannigfaltigen Ursachen und Zusammenhänge für die Unterschiede zwischen Ost und West, die Beweggründe dafür, sich der AfD zuzuwenden, Prognosen für die Zukunft des Ostens und ein fundierter Blick auf die Selbstwahrnehmung und die Wahrung der ostdeutschen Identität stehen dabei im Mittelpunkt der facettenreichen Betrachtung, an der man allenfalls bemängeln könnte, dass sie immer wieder zur AfD als zentraler Einflussgröße zurückkehrt, was aber auch der politischen Persepktive der Studie geschuldet ist.

Als erhellender und horizonterweiternder Beitrag um sich in ostdeutsches Selbstverständnis einfühlen zu können, ist das Hörbuch nicht hoch genug zu bewerten. Es sensibilisiert für Sachverhalte, Gegebenheiten und Empfindsamkeiten, die sich aus der öffentlichen westdeutschen Wahrnehmung längst verabschiedet haben. Tatsächlich fragt man sich schon während des Hörens immer wieder, wie es mit der Integration in Deutschland insgesamt vorangehen soll, wenn doch die Einigkeit zwischen Ost- und Westdeutschland schon so offensichtlich gescheitert ist.

Dabei entzieht sich die Lesung jedem Urteil und jeglicher Schuldzuweisung. In neutralem, gefälligem Ton werden die Fakten vorgetragen, die beim Hörer für den einen oder anderen Aha-Effekt sorgen. Zwar ist die Thematik stellenweise recht komplex für ein Hörbuch, aber mit einem gewissen Maß an Konzentration kann man den Ausführungen ausgezeichnet folgen; die bereits erwähnte gut ausbalancierte Lesegeschwindigkeit des Sprechers hilft dabei sehr.

Dass der Autor Steffen Mau am Ende auch noch mögliche Lösungsvorschläge macht, um die doch verfahrene Situation irgendwann wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen, fand ich zwar hilfreich, allerdings schwächelt das Buch hier auf den letzten Metern doch ein wenig. Es ist verständlich, dass Mau seine Untersuchung auf diese Weise abrunden will; den didaktisch-pädagogischen Ansatz hätte man aber meines Erachtens auch wunderbar weglassen können. So schön solche Lösungswege auch sind, sie werden meist ja doch nicht berücksichtigt oder umgesetzt.

Insgesamt ist „Ungleich vereint“ aber ein großartiges, lehrreiches und unaufdringliches Hörbuch zu einem überaus wichtigen, stark vernachlässigten Thema, das definitiv sehr viel mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

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Ungleich vereint von Steffen Mau gibt eine Analyse des ist Zustandes ohne erhobenen Fingerzeig in jedwede Richtung. Für mich, als Ossi der Boomergeneration war der Inhalt nicht neu aber gut zusammengefasst. Der Inhalt regt an zur Selbstreflektion und zeigte mir das auch meine Sichtweisen sich geändert oder auch tatsächlich verfestigen konnten. Inspirierend ist der Ausblick auf neue Möglichkeiten politscher Gestaltung mittels kleiner regionaler Gruppierungen. Das Hörbuch ist vom Sprecher gut umgesetzt, ich konnte hervorragen die Aufmerksamkeit halten. In der Filiale hat das gedruckte Buch den Vorrang.

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Dieses Hörbuch regt definitiv zum Nachdenken an.

Ich selbst bin nach der Wende in Westdeutschland geboren, kenne also die Zeit der DDR nur aus Erzählungen. Dennoch interessiert mich das Thema sehr, da die Eltern meiner besten Freundin aus dem Osten geflohen sind, aber dennoch immer wieder äußern, wie toll die DDR doch war. Das konnte ich immer nicht nachvollziehen. Auch die Wahlergebnisse im Osten regen zum Nachdenken an.

Diese Hörbuch hat mir geholfen zu verstehen. Mau erklärt hier auf sehr verständliche Art und Weise, warum die Situation sich heute so darstellt, wie sie nunmal ist. Ich möchte hier inhaltlich gar nichts vorweg nehmen, denn ich könnte das ohnehin nicht so gut erklären, wie der Autor das tut. Jedoch hat sich für mich nach dem Hörbuch sehr vieles klarer gezeigt. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass der Autor nicht nur von der Situation berichtet, sondern auch einen machbaren Vorschlag gibt, wie man aus dieser Situation herauskommen kann.

Die Stimme des Lesers finde ich auch sehr angenehm. Er betont sehr gut, somit ist dieses Hörbuch nicht nur gut verständlich, sondern auch wirklihc fesselnd. Ich kann dieses Hörbuch uneingeschränkt empfehlen.

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Ein Sachbuch, aktueller denn je. Nach der letzten Wahl ist die Deutschlandkarte mehr den je ungleich geteilt. Die Wahlergebnisse Ost und West könnten unterschiedlicher kaum sein. Mau geht der Sache auf den Grund ohne emotionale Aufladung. Woran liegt das, was sind die Gründe für die unterschiedlichen Strukturen und Wahrnehmungen auch noch 35 Jahre nach dem Mauerfall?
Mau stellt die Sachverhalte faktisch dar und ergeht sich nicht in der Polemik die oft in dieser Diskussion vorherrscht. Der Sprecher Heiko Grauel verleiht dem Sachbuch die nötige Atmosphäre und Ruhe. Die Sachverhalte werden klar und überzeugend vermittelt ohne aufdringlich zu sein. Neue Ideen und Konzepte werden vorgestellt, kann dieser Ansatz funktionieren?
Meine Zweifel, ob ein Sachbuch als Hörbuch funktioniert, sind komplett ausgeräumt.

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Vieles, was Steffen Mau in seiner Analyse anbringt, habe ich am eigenen Leib erfahren. Mir war bisher nur nicht bewusst, dass diese Erfahrung derart typisch ist. Ich bin im mittleren Westen heimisch und für mich war die Wende ein Ereignis, das irgendwo woanders stattfand. Ja, es war ein geschichtsträchtiges Ereignis, das mich aber in keinster Weise betraf. Und es hatte mich ebenso wenig interessiert. Nach der Wende hatte sich für mich persönlich nichts geändert.

Dabei hatten wir Verwandte im Osten Deutschlands und ich habe mittlerweile ostdeutsche Schwiegereltern. Diese habe ich gut 10 Jahre nach der Wende kennengelernt und sie haben sich zu dieser Zeit noch dagegen gewehrt, die DDR als Diktatur anzusehen. Damals habe ich überhaupt erst angefangen, über das Ost-West-Verhältnis nachzudenken und mir wurde bewusst, wie viel sich für die Menschen aus den neuen Bundesländern geändert hat und wie wenig für die Bewohner aus den alten Bundesländern. Da an den Schwiegereltern eine ganze ostdeutsche „Sippe“ hing, hatte ich plötzlich viele Einblicke in das Leben der Ostdeutschen von vor und nach der Wende. Und klar: Auch die Menschen aus der DDR hatten glückliche Momente und haben sich mit dem Leben arrangiert. Nicht alles, was aus den neuen Bundesländern kam, war schlecht. Die Menschen haben sich nicht unterdrückt gefühlt. Natürlich wussten die Menschen, dass es im Westen mehr zu kaufen gab und das die Supermarktregale voller waren, aber deshalb waren die Menschen nicht permanent zu Tode betrübt.

Und genau hier setzt der Sozialwissenschaftler Steffen Mau an, als er analysiert, dass der „Rechtsruck“ im Osten auf das „Nichtabholen“ der ostdeutschen Bevölkerung in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts zurückgeht. Und er schaut mit Sorge auf die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen in diesem Jahr. Das Buch ist also topaktuell und der Autor bezieht sich immer wieder auf aktuelle Erkenntnisse und Ereignisse. Die aktuellsten Ereignisse rund um die AfD konnte er selbstredend nicht in sein Buch einflechten, aber es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die aktuellen Entwicklungen auf die Europawahl haben werden (Anmerkung von nach dem 09.06: ich habe das Buch vor den Wahlen am 09.06.24 gehört. Und ich bin nach den Wahlen erstaunt, wie wenig Einfluss die Eskapaden rund um die AfD die Wähler interessierte.).

Am Ende bringt der Autor eine Idee ins Spiel, auf die seine Analyse hinauslaufen zu scheint. Er hatte mit seinem Buch einen Grundstock für die Empfehlung von Bürgerräten legen wollen. Dabei fordert er diese nicht, sondern empfiehlt diese bzw. regt an, diese als Modellversuch im Osten zu testen. Hier merkt man dem Autor an, dass er ein demokratisches Grundverständnis in sich trägt und dass er davon überzeugt ist, dass sich dieses auf lange Sicht auch in den Regionen durchsetzt, in denen die Rechten erstarken (das passiert bekanntlich nicht nur in Ostdeutschland). Zu erfahren, wie der Autor sich die Etablierung der Bürgerräte vorstellt, überlasse ich nun aber dem Autor und verweise auf sein lesenswertes Buch.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Ich höre zwar viele Hörbücher, aber nur selten Sachbücher. Hier passt die Stimme von Heiko Grauel sehr gut, denn durch seine ruhige und sachliche Intonation hat er dem Text die Ausdruckskraft verliehen, die ein Sachbuch haben muss.

Fazit
Auch 35 Jahre nach der Wende besteht ein großer Unterschied zwischen dem Leben in den neuen und alten Bundesländern. Der Ost-West-Gedanke ist viel präsenter als die Nord-Süd-Unterschiede. Warum dem so ist, analysiert der Autor Steffen Mau, der seines Zeichens Soziologe und Professor für Makrosoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin ist und viel tiefer in der Darstellung und Analyse deutscher Sozialkultur steckt als die meisten Leser seines Buchs es sein dürften. Vermutlich viel zu oft konnte ich dem zustimmen, was der Autor schreibt, und finde den Gedanken und die Idee der Bürgerräte sehr spannend und wünsche mir ebenso wie der Autor, dass die Politik den Mut besitzt, dieses Konzept einmal zu testen.

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Ich gehe eigentlich eher selten an ein Sachbuch heran - noch seltener als Hörbuch.
Doch ist mir dieses - ob seines Titels - irgendwie ins Auge bzw. ins Ohr gesprungen.
Gelesen von Heiko Grauel, nimmt es den Leser/Hörer mit, in eine Gesamtdeutsche Angelegenheit - nämlich die Vereinigung von Ost- und Westdeutschland. Inwieweit ist hier die Tragnsformation gelungen - oder auch nicht. Und inwieweit ist die AfD bzw. ist ein Rechtsruck ein Ostdeutsches oder nicht velmehr ein Gesamtdeutsches Problem.

Ich persönlich finde es bei Werken dieser Art immer wichtig, zu wissen, welchen Hintergrund der Autor hat - wie ist es um seine Motivation bestellt?

Daher habe ich mich WIKIPEDIA bedient und ZITIERE:

Steffen Mau (* 31. Oktober 1968 in Rostock) ist ein deutscher Soziologe und Professor für Makrosoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Mau gehört seit 2021 zum Sachverständigenrat für Integration und Migration.
 
Mau wuchs als Sohn eines Abteilungsleiters im Schiffbaubetrieb und einer Ärztin in der Rostocker Neubausiedlung Lütten Klein auf. Mau absolvierte vor der Wende eine Lehre als Elektronikfachkraft beim VEB Schiffselektronik Rostock. Ein Studium der Mathematik und Physik, zu dem er 1988 delegiert wurde, trat er nicht an. Er studierte von 1991 bis 1997 Soziologie und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Von 1998 bis 2001 promovierte er als erster ostdeutscher Doktorand am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum Thema Wohlfahrtsstaat. Es folgten berufliche Stationen an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Bremen, wo er 2003 eine Juniorprofessur und 2005 eine Professur für politische Soziologie erhielt. Seit 2015 hat er die Professur für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin inne und forscht u. a. zu den Themen soziale Ungleichheit, Transnationalisierung, europäische Integration und Migration. Sein Buch Lütten Klein (2019) stand auf der Spiegel-Bestsellerliste. In dem Buch schreibt er über die Transformationsgeschichte des Ortes im Zuge des Zusammenbruchs der DDR. Im Wintersemester 2020/21 war Mau Mercator Senior Fellow der Stiftung Mercator.
 
Mau beschäftigt sich auch intensiv mit der Frage, inwieweit wir in Deutschland in einer gespaltenen Gesellschaft leben. Grund seiner empirischen Forschungsergebnisse vertritt er die Meinung, dass Deutschlands Gesellschaft nicht in dem Sinne gespalten sei, dass sich zwei Großgruppen gegenüberstünden; vielmehr finde eine Radikalisierung der Ränder des politischen Spektrums statt, wobei insbesondere der rechte Rand mit einer immer stärker über Emotionalisierung gesteuerten Politik („Affektpolitik“) bis weit in die Mitte des politischen Spektrums hineinwirken würde.
 
Mau war 2022 bis 2023 Mitglied der Jury für den Standortwettbewerb für das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation.
 
Im Januar 2021 wurde Mau durch die Bundesregierung in den Sachverständigenrat für Integration und Migration berufen.
 
Auszeichnungen (Auswahl)
2021: Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis
2021: Mitglied der Academia Europaea
2023: Schader-Preis
2023: Communicator-Preis

Zitat aus WIKIPEDIA ENDE

Tatsächlich hat der Autor mich im Lauf des Buches mehr und mehr zum Nachdenken gebracht. Denn es ist - gerade auch nach den beängstigenden Ergebnissen der Europawahl - zu kurz gedacht (und ich gestehe, ich habe bislang zu kurz gedacht), die Ostdeutschen seien einfach empfänglicher für die rechten Parteien, da sie sich ein Stück weit zurück sehnen in ein autoritäres System. Aber nein, die Zusammenhänge sind sehr viel komplexer; ja, die AfD findet im Osten größeren Zuspruch, als im Westen. Und ja, dies hängt mit der Vergangenheit der Ostdeutschen zusammen - jedoch auch mit der der Westdeutschen, mit einem Versagen der sogenannten Volksparteien im Osten und mit dem Verstummen der liberalen Mitte, die sich zurückzieht, wenn die Extreme zu laut, zu aggressiv werden.
Die Ostdeutschen sehnen sich nicht - wie häufig behauptet wird - zurück in einen autoritären Staat, in eine Diktatur. Allerdings haben sie zwei Diktaturen hintereinander durchlebt, erst den der NSDAP, dann den der SED.
Das Ende der Nazi-Diktatur wurde auch im Osten durch eine Entnazifizierung begleitet - die wichtigen 1968er Proteste, die aufgezeigt haben, dass noch immer ehemalige Parteimitglieder und wichtige Mitläufer in entscheidenden Institutionen zu finden waren, haben in der DDR nicht stattgefunden.
Das Ende der zweiten Diktatur wurde zudem nicht richtig aufgearbeitet - es gab keine der Entnazifizierung entsprechenden Prozesse, auch wenn es eine Überprüfung der STASI-Akten gab; doch gab es SED-Mitglieder, Mitläufer, Opfer, Täter… und doch wurde einfach „neu weitergemacht“. Der Westen hat schlichtweg versucht, das westliche Demokratiegefüge der Ex-DDR (und seinen Bürgern) überzustülpen - was gescheitert ist, da sich die Ostdeutschen - einfaxch ausgedrückt - wieder fremdbestimmt fühlten.
Zudem ist nach der Wende auch ein soziales Vakuum entstanden. Denn auch das Sozial-Leben in der DDR wurde sehr stark von der SED bestimmt - Institutionen, wie Kirche, Vereine, Freiwillige Feuerwehren, wie wir sie im Westen kennen, gab es dort so nicht; und dort, wo diese nun aufgebaut wurden bzw. auch durch die Handwerkskammern unterstützt wurden, dort vollzog sich sehr schnell und sehr früh eine Infiltrierung durch die AfD oder andere rechte Gruppierungen.
Hinzu kommen die demografischen Faktoren; die jungen motivierten Menschen sind abgewandert - eine Zuwanderung gab es nicht und wer keine Chancen in der Abwanderung gesehen hat, ist geblieben - vorrangig mit dem Gefühl, ihm/ihr wäre sowieso alles genommen. Und auch dort findet die AfD Ziele ihrer Angstgesteuerten Politik.

All dies - viel besser ausgeführt und erläutert, als ich es kann - und noch viel mehr, zeigt Mau in diesem Buch auf.
Ich fand es extrem spannend und erhellend - ich hatte einige Aha-Effekte und mein Bild vom Gesamtdeutschen Konflikt (Ost/West) hat sich ein Stück weit verändert. Für mich waren die Ostdeutschen schon seit langer Zeit keine Ossis mehr; und trotzdem habe ich zu reduziert gedacht, wenn ich die höheren Prozentzahlen der AfD in den Ostdeutschen Ländern gesehen habe.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der offen ist, für neue Impulse und Gedanken - zumal der Autor noch sehr viel mehr erzählt, mehr erklärt, mehr ausführt.

Von mir 5/5 Sternen!

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Das Jahr 2024 ist für Deutschland wichtig. 35 Jahre Mauerfall, aber auch 3 Landtagswahlen, bei denen die AfD als stärkste Partei hervorgehen kann. Wie konnte es soweit kommen?
Steffen Mau versucht den Diskussionen um das Verhältnis zwischen Ost und West fundiertes Wissen über die Mentalität und Identität der "Ossis " zu beleuchten und Möglichkeiten von Lösungen anbietet. Er plädiert für alternative Formen der Demokratie in "Ostdeutschland " zu wagen.
Die Vorschläge gefallen mir gut, glaube aber nicht daran, dass sie Zustimmung finden werden. Es sei denn, die etablierten Parteien kommen in noch ärgere Bedrängnis. Man müsste lernen, den Osten mit den Augen des Ostens zu betrachten und nicht mit den Augen des väterlichen Gönners aus dem Westen.
Hoffentlich lesen viele Menschen, die an Schaltstellen sitzen, dieses Buch.
Steffen Mau kann nicht alle Punkte beleuchten und so finde ich, kommt auch er nicht um Pauschalierungen herum.
4 Sterne




Nn

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Ich bin politisch nicht sonderlich interessiert - das ist mir persönlich einfach zu viel und ich lasse den Vortritt gerne Interessierten.

Als ein Kind, welches Mitte der 80er Jahre geboren wurde, bekam ich die Spaltung selbst nicht mehr richtig mit. Doch so ganz eins konnte man Deutschland ja wohl auch in den Jahren danach nicht nennen. (was - wie man gut sieht - bis heute anhält)

Meine Erwartungen waren also, einen Einblick darin zu bekommen, warum diese Spaltung noch immer spürbar ist. Und was genau Steffen Mau mit „Bürgerräte“ meint.

Der Autor gibt einen umfangreichen Überblick, liefert reichlich Erklärungen, macht hin und wieder Vorschläge, gibt Hinweise und wird nicht müde, das Thema darzulegen. Dies alles basiert auf Fakten und Daten, was das Ganze authentisch macht.

Seinen Vorschlag mit den Bürgerräten müsste man in einem Pilotprojekt testen. Ich persönlich bin davon nicht so ganz überzeugt, denn ich glaube, es gehört eine Menge Fachwissen dazu, um etwas weitreichend entscheiden zu können.
Vielleicht fehlt mir an dieser Stelle auch einfach mehr Input vom Verfasser selbst. Das Thema war mir ein bisschen zu kurz gehalten.

Dennoch fand ich das Hörbuch interessant und wäre gespannt, ob sein Weiterdenken - die Bürgerräte - tatsächlich Anklang findet und umsetzbar wäre.

©2024 Mademoiselle Cake

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Ossi, Wessi - was meint das? Wer verstehen will, muss genau hinschauen. Das hat der Soziologe Steffen Mau sehr gründlich getan und präsentiert im ersten Teil seiner Bestandsaufnahme umfassendes Datenmaterial, das in seiner Fülle - zumal in der Hörbuchversion - überfordern kann. Manche Stelle möchte man zwei oder gar dreimal lesen, zurückblättern, auf sich wirken lassen, bevor man sie verinnerlicht hat. Das ist, wenn man so will, das kleine Manko des von Heiko Grauel (der Stimme der Deutschen Bahn!) gelesenen Sachbuchs. Die Informationen sind derart dicht und zudem in Fachjargon formuliert, dass man sie keinesfalls nebenbei verinnerlichen kann. Das ist auch nicht die Intention Maus, dem daran gelegen ist, mit Vorurteilen aufzuräumen und wertschätzend zu beleuchten, warum die Menschen in Sachsen anders ticken, als beispielsweise jene in Bayern und das dies vielleicht weniger mit Ost/West zu tun hat, denn mit regionalen Unterschieden, die man innerhalb der alten Bundesländer ebenso verorten kann. Zudem ist diese Vielfalt kein Manko, sondern ein Potential, das - richtig genutzt - uns alle nach vorn bringen, ja sogar die Demokratie retten, bzw. neu beleben kann. Wie, das legt Mau im hinteren Teil seines Buches dar, vor allem hinsichtlich der anstehenden Landtagswahlen im Herbst. Ja, die AFD ist im Osten besonders stark. Und ja, sie könnte sogar stärkste Fraktion werden. Das ist noch nicht der Untergang des Abendlandes, aber allemal bedenklich. Eines der vorgeschlagenen Instrumente, die Menschen wieder mehr in die politische Entscheidungsfindung einzubinden, sind Bürgerräte - zufällig ausgewählte Menschen einer Region, die ein bestimmtes Thema diskutieren und ein gemeinsames Ergebnis erarbeiten, welches dann in die politischen Gremien einfließen soll. Vereinfacht gesagt: Wo die Menschen das Gefühl haben, nicht die da oben bestimmen, was los ist, sondern wir alle, da kann die Demokratie zu neuer Blüte kommen. Das Mittel: Teilhabe. Das Gefühl, nicht zu den "Verlierern" zu gehören, die eh keine Chance haben. Man würde sich wünschen, dass Maus Buch von möglichst vielen gelesen oder gehört wird. Aufgrund der fremdwortreichen Darreichungsform seiner Erkenntnisse dürfte das ein Wunschtraum bleiben. Was schade ist. Ich plädiere für die Volksausgabe seiner Analysen und Thesen, also quasi einen in leichter verständliche Sprache übersetzten Text, der beispielsweise auch in Schulen Anwendung finden könnte.

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Deutsch-Deutsche Konflikte

Seit dem Mauerfall sind 35 Jahre ins Land gegangen und noch immer spielen soziale als auch kulturelle Unterschiede zwischen Ost und West in der Bundesrepublik Deutschland eine bedeutende Rolle. Allein der beginnende wirtschaftliche Fortschritt in den ostdeutschen Bundesländern kann die sozialpolitischen Fehler der Vergangenheit nicht auffangen und die Unzufriedenheit der Bürger auslöschen. Die Abwanderung der Arbeitskräfte in den westlichen Teil des Landes haben große demografische Lücken gerissen. Politik bedeutet auch Menschen mitzunehmen und ihre Sorgen und Nöte anzuhören und zu verstehen, ihnen empathisch zu folgen, ihnen eine Chance zu geben, Demokratie zu leben.
Steffen Mau ist Soziologe, Professor für Makrosoziologie und Autor des Sachbuches 'Ungleich vereint'. Das gleichnamige Hörbuch wird von Heiko Grauel gesprochen. Er liest akzentuiert mit angenehmer Stimme und in einem gut zu folgenden Tempo.
In gut verständlicher Sprache werden vom Autor die Knackpunkte der Fehlentwicklungen benannt und beschrieben. Das Gefüge der menschlichen Gemeinschaft muss in seiner historischen Gesamtheit betrachtet werden, um die Wertevorstellungen einzuschätzen und zu entwickeln. Steffen Mau spricht einen Lösungsansatz wie die Benennung von Bürgerräten an, um die Menschen intensiver in politische Entscheidungen einzubinden. Nicht alle Themen konnten in dem Buch hinreichend ausdiskutiert werden. Doch genug Denkanstöße sind für weitere Gespräche zur Annäherung trotz aller Unterschiede angeführt.

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Einseitige Perspektive

Das Hörbuch "Ungleich vereint - Warum der Osten anders bleibt" von Steffen Mau, gesprochen von Heiko Grauel, bietet einen intensiven Einblick in die Differenzen zwischen Ost- und Westdeutschland. Der Autor geht dabei auf historische und gesellschaftliche Aspekte ein.

Der Inhalt des Hörbuchs ist gut recherchiert und bietet fundierte Einblicke in die Thematik. Mau erklärt die historische Entwicklung und die bestehenden Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland detailliert und anschaulich.

Heiko Grauel überzeugt mit einer klaren und angenehmen Stimme, die das Zuhören erleichtert. Die Struktur des Hörbuchs ist logisch aufgebaut, und die einzelnen Kapitel sind gut gegliedert.

Ein Hauptkritikpunkt ist jedoch die Einseitigkeit der Darstellung. Mau konzentriert sich stark auf die negativen Aspekte und Probleme im Osten Deutschlands, während positive Entwicklungen und Fortschritte nur am Rande erwähnt werden. Hier wäre eine ausgewogenere Perspektive wünschenswert, um ein vollständigeres Bild zu vermitteln. Zudem bieten Wiederholungen, gerade in der zweiten Hälfte des Hörbuchs keinen neuen Input und daher wenig Mehrwert. Was mir ebenfalls fehlt, sind konkrete Zukunftsideen, die realistisch umsetzbar sind bzw. alternative Vorschläge zu bereits bestehenden Szenarien und Ideen. Vorschläge, die von Steffen Mau gemacht werden, werden nur angerissen und nicht zu Ende geführt.

Das Hörbuch richtet sich meiner Meinung nach an Hörer, die ein tiefgehendes Verständnis der Ost-West-Debatte suchen und sich für gesellschaftliche Themen interessieren. Für Menschen, die sich einen ersten Eindruck bzw. Überblick verschaffen möchten und eine ausgewogene Darstellung bevorzugen, könnte es jedoch enttäuschend sein.

Fazit:
"Ungleich vereint" ist ein informatives Hörbuch, das durch fundierte Analysen und einen fesselnden Sprecher punktet. Jedoch könnte eine ausgewogenere Betrachtung der Thematik zu einer runderen Darstellung beitragen. Für alle, die sich für die Ost-West-Diskussion interessieren, ist es dennoch hörenswert.

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Eine durchaus kennenlernenswerte Darstellung des Themas. Man sollte sich allerdings vor Augen führen, wer das schreibt, welche gesellschaftliche Stellung diese Person innehat, warum er es so darstellt, und was bezweckt er damit?

Interessant fand ich die Analyse der PR-Bemühungen der AfD und die Darlegung, wie die AfD es schafft, immer mehr Stimmen für sich zu gewinnen, samt des kurzen Ausblickes, was passiert, wenn die AfD Leute nach den kommenden Wahlen in den wichtigen Ämtern plötzlich sitzen würden.

Der Vorschlag zum Schluss, die Bürgerräte einzuführen, um mehr Menschen an den demokratischen Prozessen teilhaben zu lassen, wäre vllt vor dreißig Jahren etwas gewesen, was die heutige Situation evtl. nicht verhindert, aber doch etwas abgemildert oder in andere, nicht so extreme Bahnen laufen gelassen hätte. Nun wird vorgeschlagen zu versuchen, mittels Bürgerräte einen Spagat zu schaffen zwischen „weiter so“, was auch im Buch als nicht annehmbar genannt wird, und „keine Ahnung, wie weiter, hpts. ohne AfD“. Schon beim Aufschreiben ist klar, dass dies nicht (mehr) weiter helfen wird. Vllt wäre es ein Weg gleich nach der Vereinigung, die für viele eher einer feindlichen Übernahme gleichkam. Heute ist es nicht mal eines müden Lächelns wert.

Überhaupt, nach Ursachen der heutigen prekären Lage wurde erst gar nicht geschaut. Vllt liegt dort des Pudels Kern begraben? Zu eruieren, was von den großen etablierten Parteien versäumt wurde, damit es sich nicht wiederholen kann. Aber gut, so etwas gehörte noch nie zu den Stärken der Politik. Lieber so tun, als wäre alles Mögliche unternommen worden, um die lang ersehnte Demokratie zu etablieren. Es sind die Menschen im Osten, die sich all die Zustände, die dort nun herrschen, aus eigenem Antrieb angelächelt hätten. Selbstgemachte Leiden, sozusagen. Eine sehr bequeme Position.

Ok. Das Buch bietet Stoff zum Nachdenken und in welchen Kreisen auch immer zu diskutieren.

Der Vorleser Heiko Grauel hat großartig vorgetragen. Das Hörbuch habe ich zwei Mal, mit langer Pause dazwischen, gehört. Und beide Male musste ich denken: top gemacht, perfekt passend zum Inhalt, nicht zu trocken und nicht allzu lebendig, sehr angenehm zu hören.

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Ein sehr gutes politisches Buch zur Ost- West Thematik.
Das Buch beshreibt auf eine sehr aktuelle und auch recht neutrale Weise die Beziehung zwischen Ost und West und geht dabei sensibel auf verschiedene Problematiken und Lösungsvorschläge ein.
Das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es jedem empfehlen, egal ob jemand schon in der Thematik ist oder noch nicht.

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UNGLEICH VEREINT von Steffen Mau...

Steffen Mau, Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität Berlin, meldet sich zu Wort...
EIN GLÜCK

Wir gehen auf die Straße und demonstrieren für unsere Demokratie. Ohne Zweifel ist es wichtig Farbe zu bekennen und Standpunkte öffentlich deutlich zu machen.
Dennoch macht sich Ratlosigkeit breit. Wie lassen sich verhärtete Fronten aufweichen und wie können wir wirkungsvoll den Rechtspopulismus verhindern?

Steffen Mau beschreibt fundiert und kurzweilig, welche Ursachen in die heutige Sackgasse geführt haben. Aufgrund der Erfahrungen in der DDR und in den Wendejahren wird der Osten anders bleiben - ökonomisch, politisch, aber auch, was Mentalität und Identität betrifft.
Der Mauerfall liegt 35 Jahre zurück und natürlich wurde der Osten nicht einfach so wie der Westen. Eigentlich war das auch nicht zu erwarten.
Aber was genau ist im Zuge der Wiedervereinigung schief gelaufen?

Die Ausführungen des Autors sind unglaublich aufschlußreich und mit seiner Hilfe konnte ich die aktuelle Situation des vereinten Deutschland besser verstehen.
Er hat sogar konkrete Ideen, auf welchem Wege sich Menschen in Ost und West für Demokratie begeistern ließen. Für mich war dieses Buch ein Lichtblick, denn seine Lösungsansätze klingen absolut plausibel und umsetzbar.

Ich hoffe, dass möglichst viele das Buch lesen werden.

Heiko Grauel war eine perfekte Wahl für das Hörbuch. Er vermittelt den Text absolut professionell mit seiner angenehmen Stimme.

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Der Autor Steffen Mau ist ein angesehener Sozialwissenschaftler, der für seine Arbeiten zu sozialen Ungleichheiten, Europäisierung, Sozialstruktur und sozialem Wandel bekannt ist.
Im vorliegenden Hörbuch analysiert der Verfasser zunächst sehr genau die „ostdeutsche Psyche“.
Er arbeitet die Unterschiede in den Lebens- und Vermögensverhältnissen der Menschen in Ost und West heraus und bietet seinen Zuhörern diverse und plausible Erklärungen für die auch heute noch existierenden deutlichen Identitätsunterschiede.
Herr Mau stellt komplizierte Zusammenhänge zwischen der ostdeutschen Mentalität und dem damit zusammenhängenden politischen Verhalten großer Teile der Bevölkerung in den ostdeutschen Bundesländern dar und bietet der Hörerschaft Lösungsansätze für die Vermeidung von Konfliktherden.
Dieses Thema ist hoch komplex und fordert vom Auditorium die gesamte Konzentration, um exakt folgen zu können.
Der Sprecher Heiko Grauel spricht deutlich und gut akzentuiert. Das hat mir gut gefallen.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass ich dieses Hörbuch interessant und lehrreich finde.
Ich stelle mir vor, dass man es ergänzend im Politik- oder Geschichtsunterricht einsetzen könnte, um einige Lektionen anschaulicher zu gestalten.
Mich hat dieses Hörbuch zum Nachdenken über viele aktuelle soziale und politische Probleme in unserem Land angeregt, was das Verhältnis von Ost und West betrifft.
Der Soziologe Steffen Mau leistet hiermit einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis von Ost- und Westdeutschland und macht dieses wichtige Thema auf diese Art einem breiten Publikum zugänglich.

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