Braunes Erbe

Die dunkle Geschichte der reichsten deutschen Unternehmerdynastien

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Erscheinungstermin 05.05.2022 | Archivierungsdatum 01.12.2022

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Zum Inhalt

Das braune Erbe der reichsten deutschen Unternehmerdynastien – und wie sie heute damit umgehen.

Die Quandts, die Flicks, die von Fincks, die Porsche-Piëchs, die Oetkers und die Reimanns zählen zu den reichsten deutschen Unternehmerdynastien. Und dennoch ist ihre dunkle Vergangenheit kaum bekannt. David de Jong erzählt, woher ihr Wohlstand kommt, wie sie sich im Nationalsozialismus bereichert haben, und wie sie danach damit umgingen.

Anfang 1933 luden die Nationalsozialisten Vertreter der Wirtschaft nach Berlin ein, um sie aufzufordern, für den bevorstehenden Wahlkampf Geld zu spenden. Die Eingeladenen waren erfolgreiche Industrielle und Banker; zu ihnen gehörten Günther Quandt, Friedrich Flick und August von Finck. Nach der Machtübernahme traten sie in die Partei ein und arbeiteten mit dem Regime zusammen. Sie verdienten an der Aufrüstung und bereicherten sich durch Einsatz von Zwangsarbeitern und Raub jüdischer Unternehmen in Deutschland und in den besetzten Gebieten Europas.

Warum konnten sie nach dem Krieg nahezu unbehelligt weiterarbeiten? Wie gingen sie mit ihrer Verantwortung für das Unrecht um, dem sie einen Teil ihres Reichtums verdanken? Welche Entscheidungen haben es ihnen möglich gemacht, in den Jahrzehnten danach weiter zu expandieren? Was bedeutete das für die Bundesrepublik? Und wie gehen die Erben heute mit ihrer dunklen Familiengeschichte um?

David de Jong erzählt auf fesselnde Weise von einem Jahrhundert deutscher Geschichte – und von Dynastien, deren Entscheidungen viele Schicksale bestimmt haben und die bis heute den Alltag von Menschen in Deutschland und der Welt beeinflussen.

Das braune Erbe der reichsten deutschen Unternehmerdynastien – und wie sie heute damit umgehen.

Die Quandts, die Flicks, die von Fincks, die Porsche-Piëchs, die Oetkers und die Reimanns zählen zu den...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Hardcover
ISBN 9783462052282
PREIS 28,00 € (EUR)

Auf NetGalley verfügbar

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Dieses Buch hat mich erschüttert. Zwar wusste ich von vielen der Verstrickungen der Unternehmer-Familie mit dem Nationalsozialismus, aber daß die meisten von ihnen so unmenschlich und grausam auf ihren materiellen Vorteil bedacht waren, hat mich doch schockiert.
Sicherlich kann man die Erben der Dynastien nicht für die Taten ihrer Großväter verachten, aber es kommt doch sehr darauf an, wie sie mit den verbrecherischen Verstrickungen nach dem Krieg umgegangen sind und gerade heute damit umgehen, oftmals mehr als blamabel und mit wenig Anerkennung der Schuld.
Ich fand es auch erschreckend, wie die Alliierten bei der Anklage und vor Gericht geholfen haben, vieles unter den Teppich zu kehren. Und wie skrupellos die Angeklagten und ihre Anwälten vorgegangen sind, z.B. einen Staatsanwalt zu erpressen, weil er schwul war – worauf er die Anklage abmilderte.
Das Buch enthält Photographien, aber das Hörbuch wird sehr gut vorgelesen von Alexander Gamnitzer – beides kann ich empfehlen!
Dieser Text wird noch eine Weile in mir nachwirken…
… und sollte eigentlich Pflichtlektüre – gerade heutzutage – für alle Deutschen sein.

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Wie sagt man so schön, Geld stinkt nicht. Was eine so einfache Aussage ist, wird in diesem Buch erschreckend dargestellt. Ab einem gewissen Reichtum schließt man auch einen Pakt mit dem Teufel, um noch reicher zu werden und wieviel Menschen dabei auf der Strecke bleiben ist egal. Für viele Unternehmefamilien aus Deutschland bot das Dritte Reich riesige Möglichkeiten , um ihren Reichtum zu mehren. Und nach dem Untergang gab es keine Reue, es wurde sich reingewaschen und weiter geht`s . Eigentlich ist es doch sehr traurig, dass es keine Bestrafung oder Aufarbeitung der Verstrickung mit dem Dritten Reich gab.. Wenn schon die Siegermächte beide Augen zu drückten...
Unbedingt lesen !!!

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DIE INTENTION DES AUTORS

David de Jong, der Autor von „Braunes Erbe“, hat sich nicht nur aufgrund seines beruflichen Werdegangs als studierter Politikwissenschaftler mit den reichsten deutschen Unternehmerdynastien und ihrem Verhalten während der Zeitspanne zwischen Hitlers Machtergreifung und nach dem Ende des 2. Weltkriegs befasst. Als Niederländer interessiert er sich auch aus persönlichen Gründen für die deutsche Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mussten doch seine Vorfahren unter dem Einmarsch der Deutschen in den Niederlanden leiden.


MIT RUHM BEKLECKERT HAT SICH NIEMAND…

In „Braunes Erbe“ beleuchtet David de Jong berühmte deutsche Unternehmerfamilien wie die Quandts, die Flicks, die von Fincks, die Porsche-Piëchs oder die Oetkers und ihr Wirken in der Nazizeit. Es ist in meinen Augen kein Spoiler, wenn ich an der Stelle erwähne, dass sich keine der genannten Familien mit Ruhm bekleckert hat. Das war für mich zu erwarten, schließlich kann ich mich selbst auch nicht davon freisprechen, dass ich in solch dunklen Zeiten mit einem menschenverachtenden Regime kooperiert hätte, um meine eigene Haut zu retten.


AUFARBEITUNG UND ENTSCHÄDIGUNG: FEHLANZEIGE

Entsetzt hat mich jedoch, dass einige der genannten Dynastien durch Parteispenden aktiv dazu beigetragen haben, dass Hitler an die Macht kommen konnte. Ähnlich verwerflich finde ich, dass allen Familien gemein ist, dass sie die damals durch sie verübten / nicht vereitelten Verbrechen bis heute versuchen, unter den Teppich zu kehren. Eine von Herzen betriebene Aufklärungsarbeit sucht man vergebens.

Das ist etwas, was ich nicht verstehen kann. All diese Familien haben insbesondere durch eine Beteiligung an der Rüstungsindustrie enorm profitiert. Hinzu kommt die Beschäftigung von Zwangsarbeiter*innen und das „sich unter den Nagel reißen“ von jüdischem Vermögen. Warum kann man im Nachhinein nicht dazu stehen, um Entschuldigung bitten und vor allem die angezeigten Entschädigungen zahlen?

Bezüglich des Themenkomplexes „Zwangsarbeit“ hat „Braunes Erbe“ eine interessante Verbindung zu aktuellen Ereignissen. Denn immer wieder ist im Buch von ukrainischen Zwangsarbeiterinnen die Rede. Welche Ironie der Geschichte, dass die Nachkommen dieser ausgebeuteten Frauen (oder sogar sie selbst) nun vor dem Angriffskrieg nach Deutschland flüchten.


DER „KALTE KRIEG“ ALS GERECHTIGKEITSBREMSE

Wer sich fragt, warum die meisten deutschen Unternehmerdynastien so ungeschoren davon kommen konnten, der sei auf die politischen Entwicklungen nach dem Ende des 2. Weltkriegs verwiesen. Ziemlich bald ging der Kalte Krieg los und dem Westen war ein wirtschaftlich starkes Westdeutschland als Bollwerk gegen den Kommunismus wichtiger als Sühne.

Ein kleines bisschen Gerechtigkeit gab es aber doch, da viele der großen Unternehmerfamilien an Bedeutung verloren haben. Man denke nur an die Flicks, die einfach keinen fähigen Geschäftsmann unter den Erben finden konnten.


FAZIT

Ich fand „Braunes Erbe“ sehr spannend und mitreißend. Ja, es ist ein Sachbuch, das sich z.B. auch durch die notwendigen Quellenangaben auszeichnet. Trotzdem lesen sich die politischen Verwicklungen und Missetaten so spannend, dass es teilweise an einen Krimi oder Thriller erinnert. Keine Angst also vor schwerer Kost. Ja, es ist ein Blick in die dunkelsten Stunden unserer Geschichte. Aber trotzdem – oder gerade deswegen – so mitreißend und aufwühlend, dass ich keinerlei Probleme hatte, dranzubleiben. Für mich war „Braunes Erbe“ eine superspannende Geschichtsstunde, die ich nicht missen möchte.

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Zahlreiche deutsche Firmendynastien sind direkte Nutznießer des NS-Unrechtsstaates. In diesem Buch wird dargestellt, wie es dazugekommen ist, wie sie von Enteignung des jüdischen Vermögens, Zwangsarbeitern, Ausbeutung und Rüstungsaufträgen profitiert haben. Wie sie ihre Mitschuld leugne(t)n und ihre dunkle Vergangenheit am liebsten unter den Teppich kehren wollen. Ist es kurz nach Kriegsende noch gelungen, die Alliierten teilweise an der Nase herumzuführen und ihre Beteiligung an Kriegsverbrechen kleinzureden, so gelingt das heute nicht mehr.

Das Interview von Verena Bahlsen im Jahre 2019, in dem sie erklärt, „Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt." Der Bahlsen-Konzern habe sich nichts zuschulden kommen lassen". sorgt für entsprechende Empörung und zeigt, wie notwendig Bücher wie dieses nach wie vor hier sind.

Autor David de Jong erklärt anhand von Unternehmerfamilien wie den Quandts, den Flicks, den Porsche-Piëchs, den Oetkers, den Reimanns und derer von Flick wie sie sich in der NS-Zeit auf Kosten von Tausenden Zwangsarbeitern bereichert haben.

Das Buch beginnt Anfang 1933 mit der Zusammenkunft des Regimes mit den damaligen Größen der Wirtschaft um die Aufrüstungs Deutschlands voranzutreiben. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten traten sie der Partei und oft auch der SS bei, um sich skrupellos zu bereichern.

Interessant zu lesen war für mich, wie sehr die Familie Quandt mit dem Regime verstrickt war. Magda Goebbels war die zweite Ehefrau von Günther Quandt, Der gemeinsame Sohn wuchs bei Josef Goebbels auf.

David de Jong wirft auch einen kritischen Blick auf die Alliierten, denen bekannt gewesen ist, wie die Unternehmen vom NS-Regime profitiert haben und sie dennoch nach dem Krieg nahezu unbehelligt weiterarbeiten haben lassen. Wie sehr die Angeklagten von sich und der Rechtmäßigkeit ihres Handelns überzeugt waren, erkennt man auch darin, dass sie selbst vor der Erpressung eines homosexuellen Staatsanwaltes nicht zurückgeschreckt haben.

Spät aber doch, müssen sich die Erben der Dynastien mit den Verbrechen der Großväter auseinandersetzen, doch wie das eingangs erwähnte Beispiel von Verena Bahlsen zeigt, ziemlich blamabel und nicht immer mit der gebotenen Demut den Opfern gegenüber.

Das Buch enthält zahlreich bislang unbekannte Fotos aus den Archiven der Unternehmen und Familien.

Fazit:

David de Jong erzählt auf fesselnde Weise wie Unternehmerfamilien in das NS-Regime verstrickt waren, wie wenig sie ihre Beteiligung an den Verbrechen eingestehen und wie sie und ihre Konzerne davon profitiert haben. Gerne gebe ich diesem Buch 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Fassungslos lässt einen dieses Buch zurück. Die Gier einiger Menschen ist definitiv unfassbar. Wie sich der Krieg zu nutzen gemacht wurde, die Schilderungen sind einfach unglaublich. Das hier ist kein ödes Sachbuch, es liest sich äußerst unterhaltsam ohne aber zu belehren oder unsachlich zu werden. Gut, einiges ist sicherlich fiktional ergänzt, aber die vielen Verweise auf diverse Quellen zeigen, dass das Ganze im Kern so war.
Mir war vieles nicht bewußt, insbesondere das Ausmaß der eingesetzten Zwangsarbeiter im zweiten Weltkrieg und dass die Gier so wenig durch die Alliierten nach Kriegsende verfolgt wurde.
Das Manko der fehlenden Aufarbeitung schwebt nach wie vor über die Erben. Daher müsste das Buch Pflichtlektüre für die Nachkommen dieser reichen Familien sein und natürlich für alle, die sich für Wirtschaft und Verflechtungen interessieren.

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Die Dynastien der Quandts, Dr. Oetkers, Riemanns, Porsche-Piëchs, der Flicks und derer von Finck zählen zu den reichsten Unternehmen Deutschlands. Und dennoch gibt es dunkle Flecken in der Vergangenheit. Besonders unter den Nationalsozialisten konnten sie profitieren und sich profilieren, ohne danach gross zur Verantwortung gezogen zu werden. Der Grundstein für den Ausbau der Familienimperien wurde damit gelegt.
Der Politwissenschaftler David de Jong geht in "Braunes Erbe" den Fragen nach, wie es die Unternehmen schafften, im Dritten Reich ihre Unternehmen auszubauen sowie Reichtum zu mehren, aber es trotz nachweislicher Sympathien und Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten, nach dem Krieg in der aufstrebenden jungen Bundesrepublik relativ unbehelligt Karriere zu machen.
Ausführlich und fundiert, mit zahlreichen persönlichen Dokumenten belegt, schildert de Jong tiefgründig, aber allgemeinverständlich diese Lebenswege. Auch wenn die Vielzahl der Personen und Handlungen zu Beginn erschlagen scheint, ist hiermit ein sehr lesenswertes und informatives Buch entstanden.
Während das Printexemplar mit Fotos bereichert wird, besticht das Hörexemplar durch die gelungene Umsetzung mit dem Sprecher Alexander Gamnitzer.
Klare Leseempfehlung!

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