Irgendjemand musste die Täter ja bestrafen

Die Rache der Juden, das Versagen der deutschen Justiz nach 1945 und das Märchen deutsch-jüdischer Versöhnung

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Erscheinungstermin 07.10.2021 | Archivierungsdatum 01.07.2022

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Zum Inhalt

Jüdische Rache und jüdischer Widerstand – ein verdrängtes Kapitel deutscher Erinnerungskultur.

Als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden macht sich Achim Doerfer auf die Suche nach einem Gefühl, das nach dem Ende des Nationalsozialismus und dessen gigantischen Verbrechen nicht nur in seiner Familie seltsam blass blieb: der Wunsch nach Vergeltung, nach Rache.

Nicht ohne Grund war der Jubel bei der Tel-Aviv-Premiere von Quentin Tarantinos Film »Inglourious Basterds« groß: endlich eine künstlerische Fantasie, die Jüdinnen und Juden als machtvoll darstellte. Aber es gab Widerstand und Racheakte auch in der Realität: in den Gettos Osteuropas, bei den jüdischen Partisanengruppen, bei der jüdischen Brigade der britischen Armee.

Auch wenn es angesichts des gigantischen Massenmords der Nazis viel mehr hätten sein müssen: Achim Doerfer geht diesen Widerstands- und Rachegeschichten nach, um einer Erinnerungs- und Gedenkkultur, die den Opferstatus von Jüdinnen und Juden in unser aller Köpfe zementiert, etwas entgegenzusetzen. Zumal das Versagen der deutschen Justiz nach 1945 nicht minder gigantisch war: Akribisch listet Doerfer auf, wie die Täter systematisch geschont wurden, Millionen von Opfern keinerlei Gerechtigkeit zuteilwurde – und damit letztlich auch keine gesellschaftliche Perspektive im Nachkriegsdeutschland, weder in der BRD noch in der DDR. Dass mit der massenhaften Wiedereingliederung der Täter auch die von der Mehrheitsgesellschaft viel beschworene und bejubelte Versöhnung zwischen Deutschen und Juden bis heute ein unwürdiges Gedenktheater blieb, ist die bittere Erkenntnis dieses brillanten, wütenden und nachdenklich stimmenden Buches.

Jüdische Rache und jüdischer Widerstand – ein verdrängtes Kapitel deutscher Erinnerungskultur.

Als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden macht sich Achim Doerfer auf die Suche nach einem Gefühl, das...


Verfügbare Ausgaben

AUSGABE Anderes Format
ISBN 9783462050882
PREIS 24,00 € (EUR)

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Rezensionen der NetGalley-Mitglieder

Schon dem Titel kann man entnehmen,  in diesem Buch stecken Emotionen. Es geht um die (nicht/nicht ausreichend erfolgte) Aufarbeitung der Shoa und die Erinnerungskultur in Deutschland.  Der Autor,  jüdischer Deutscher,  Sohn und Enkel von Shoa Überlebenden, thematisiert jüdische Widerstands- und Partisanengruppen, Aufstände in Lagern und Ghettos,  Soldaten und Racheakte und wie wenig wir darüber wissen und hören. Wie sehr ihn die so häufig laut oder leise gestellte Frage "Warum haben die Juden sich nicht einfach gewehrt?" beschäftigt merkt man dem gesamten Buch an. Vieles war mir bekannt. Dinge, die wir bereits begonnen haben erneut oder überhaupt aufzuarbeiten.  Andere Dinge waren mir neu. So vermittelt das Buch eine Erklärung, wie unterschiedlich die Vorstellungen von Versöhnung und Vergebung in den Kulturen und Religionen ist.  Mir ist die Bewertung schwer gefallen, es offenbart Emotionen und Zahlen, Daten, Fakten, sowie viele Quellen mit denen ich mich wohl noch ein bisschen beschäftigen möchte. Aber ich habe mich entschlossen,  das Buch als Anregung für einen neuen Diskurs zu sehen. Und als Anregung finde ich es gut gelungen.

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